Auslegung des 4. Buches Mose - Das Passah, die Wolke, die Posaunen
4. Mose 9,1-10,36
Serie•Teil 7 / 9Auslegung des 4. Buches Mose
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Der Ursprung des Passah und die Erinnerung an den Tod des Herrn
4. Mose 9, ich lese die Verse 1-5.
Und der Herr redete zu Mose in der Wüste Sinai, im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten, im ersten Monat, und sprach: Die Kinder Israels sollen das Passa feiern zu seiner bestimmten Zeit. Am vierzehnten Tag in diesem Monat, zwischen den zwei Abenden, sollen sie es feiern, zu seiner bestimmten Zeit, nach allen seinen Satzungen und nach allen seinen Vorschriften sollen sie es feiern. Und Mose redete zu den Kindern Israel, dass sie das Passa feiern sollten. Und sie feierten das Passa im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, zwischen den zwei Abenden, in der Wüste Sinai, nach allem, was der Herr dem Mose geboten hatte; so taten die Kinder Israel.
Wir hatten in Kapitel 8, in den Versen 1-4, bevor die Leviten zum Dienst geweiht wurden, einen Hinweis auf den erhöhten Herrn, der jetzt zur Rechten Gottes ist. Ihn haben wir allezeit vor Augen durch den Heiligen Geist. Hebräer 12. Wir laufen unseren Lauf, indem wir aufblicken auf den verherrlichten Menschen, Jesus, zur Rechten Gottes.
Hier in diesem Kapitel haben wir den Tod des Herrn vor Augen, das Gedächtnis seines Todes. Beides sind Dinge, die uns der Geist Gottes vor Augen stellt, und beide haben etwas zu tun mit dem Thema dieser zehn Kapitel des vierten Mosebuches: mit der Wohnung Gottes, mit der Bewahrung der Wohnung, dem Schutz der Wohnung durch die Krieger, mit der Förderung des Dienstes in der Wohnung durch die Leviten.
Der Tod des Herrn, was bedeutet er für diesen Zusammenhang? Wäre der Sohn Gottes selbst nicht für uns in den Tod gegangen, könnte Gott gar nicht unter uns wohnen. Er könnte uns höchstens heimsuchen und uns im Gericht verzehren. Und das sollten wir beständig vor Augen haben, immer wieder daran erinnert werden, durch das Feiern des Passa.
Ein unschuldiges Tier wird geschlachtet und auf dem Feuer geröstet. Das Lamm Gottes, das durch das Feuer des Gerichts gegangen ist und so die Grundlage gelegt hat, dass Gott überhaupt unter uns wohnen kann.
Wir sangen vorhin in diesem Lied: „Herr, bleibe unter uns“ oder so ähnlich hieß es. Das ist eine unerhörte Bitte: Der ewige Gott, wir bitten ihn, unter uns, unter solchen wie wir sind, zu wohnen. Ich frage mich, ob wir uns manchmal auch nur annähernd einen Begriff davon machen, was das bedeutet.
Das Feuer im Dornbusch und die Heiligkeit Gottes
Wir wurden heute an Mose erinnert, im zweiten Buch Mose, als Mose Gott begegnete. Wie erschien ihm Gott? Er erschien ihm als ein Feuer, das in einem Dornbusch brannte. Nun, diese Begegnung, die wir heute Morgen hörten, hat Mose für den Rest seines Lebens festgelegt. Und diese Begegnung hat Mose nie mehr vergessen, denn vierzig Jahre danach spricht Mose von dem, der im Dornbusch wohnte, nämlich in 5. Mose 33,16.
Es geht hier um den Segen, den Mose über die zwölf Stämme ausspricht, hier über den Stamm Joseph. Da heißt es in Vers 16, dass Gott ihm gebe vom Köstlichsten der Erde und ihrer Fülle und das Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch wohnte, das Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch wohnte.
Nun, das ist etwas Bemerkenswertes, was Mose hier sah. Warum ein Feuer in einem Dornbusch? War das beliebig? So offenbarte sich Gott Mose. Das Feuer spricht von der Heiligkeit Gottes. Wenn der heilige Gott mit Sünde zu tun hat, dann ist das Ergebnis Feuer.
Und der Dornbusch, das ist in der Bibel ein häufig verwendetes Bild für ein unwürdiges Volk, für ein nutzloses Volk, für ein Volk, das keine Frucht bringt für Gott. Dazu stellt man etwa Micha 7,4. Dort beklagt der Prophet: Der Beste unter ihnen, also unter seinen Zeitgenossen, ist wie ein Dornstrauch, der Rechtschaffenste wie eine Dornhecke. Der Herr Jesus sagt im Lukasevangelium 6,44 Folgendes vom Dornstrauch: Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt, denn von Dornen sammelt man nicht Feigen, noch liest man von einem Dornbusch Trauben.
Also: Der Dornbusch bringt keine Frucht. Das ist ein treffendes Bild, ein sehr sprechendes Bild vom natürlichen Menschen, wie er ist. So ist der natürliche Mensch nutzlos, und wenn du ihm zu nahe kommst, sticht er dich. So ist der natürliche Mensch. Und so war auch Israel von Natur aus.
Und unter diesem Volk wohnte Gott. Im Dornbusch brannte das Feuer, und was Mose nicht fassen konnte, war, dass der Dornbusch nicht verzehrt wurde. Das ist ja das Unfassbare: Gott wohnt unter uns, er, der ein verzehrendes Feuer ist, und wir werden nicht verzehrt. Und wie ist das möglich? Wie kann ein gerechter Gott unter solchen, die von Natur aus Sünder sind, wohnen, das Thema des Römerbriefes, und Sünder zu sich nahen lassen und doch gerecht bleiben? Weil er das gerechte Gericht auf seinen Sohn gelegt hat. Daran erinnerte das Passa von Mal zu Mal. Und daran erinnert natürlich auch das, was neutestamentlich der Passafeier entspricht: die Feier des Mahles des Herrn.
Jedes Mal, wenn wir zusammenkommen, das Brot brechen und den Kelch trinken, verkündigen wir den Tod des Herrn, bis er kommt. Wir sind hier versammelt, und wir bewundern den Herrn, der in unserer Mitte ist. Und wir bekennen jedes Mal neu: Du kannst nur unter uns wohnen, weil du im Tod unser Gericht getragen hast. Was ist das doch für ein Wunder!
Und so sollte das Volk Gottes, damit es zum Krieg tauglich sei, damit es zum Dienst tauglich sei, immer wieder daran erinnert werden.
Die Wirkung des Kreuzes auf das persönliche Leben
Und das ist es wirklich, was uns in besonderer Weise für Gott absondert. Ich weiß noch, als ich das begriff, als ich damals zum Glauben kam und begriff, dass der Sohn Gottes für mich das Gericht trug, dass er alle Bosheiten, all meine Bosheiten, auf sich nahm und dort das Gericht Gottes dafür trug. Dann begriff ich: Dann muss er mich ja unfassbar gern haben. Und wenn er sich so für mich dahingegeben hat, ja, wie kann er dann Böses mit mir wollen? Dann kann er doch mit mir nur Gutes wollen. Und dann wächst doch das Verlangen, bei ihm zu sein, für ihn zu leben.
Und ich sage das darum gerne gerade jungen Menschen: Je gründlicher, je vollständiger und rückhaltloser ihr euch dem Herrn ausliefert als junge Menschen, desto geradliniger wird eure Nachfolge und desto fruchtbringender wird euer ganzes Leben für den Herrn werden. Und es ist tatsächlich so: Wenn wir dem Herrn einmal begegnet sind und ihm einmal gesagt haben: Herr Jesus, ich will für dich und für sonst niemanden leben, dann wird der Herr das ernst nehmen. Er nimmt es ernst, und er wird dich immer daran erinnern, immer wieder, und er wird dich immer wieder ziehen.
Und es wird dann wirklich so und so gehen, wie Uwe es vorhin sagte: Wenn wir den verlangenden Wunsch haben, für ihn, für seine Sache, für sein Haus zu leben, für die Verbreitung und Verteidigung seiner Wahrheit, seines Evangeliums zu leben, dann wird der Herr dafür sorgen, dass wir unser Leben tatsächlich in dieser Weise auch leben. Es wird sich erfüllen, es wird sich verwirklichen.
Also wird die Bedeutung seines Todes deutlich. Es ist nicht einfach ein Ritual, dass der Herr den Jüngern auftrug, das Brot zu brechen, den Kelch zu trinken: Dies tut zu meinem Gedächtnis. Wir sehen, dass die Jünger das begriffen, als sie am Tag von Pfingsten dem Herrn hinzugetan wurden. Von den Gläubigen heißt es da, sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Sie verharrten darin.
Wir lesen in Apostelgeschichte 20,7, am ersten Tag der Woche, als die Jünger versammelt waren, um Brot zu brechen. Das war der Grund für ihr Zusammenkommen, das war es, was sie zusammenzog, das war es, was sie einte: diese Tatsache, dass der Sohn Gottes für sie in den Tod gegangen war. Das erfüllte ihre Herzen. Das erfüllte ihr ganzes Wesen, und das gab ihrem ganzen Leben Ausrichtung.
Darum an dieser Stelle in 4. Mose 9, in den Versen 1 bis 5, das Gedächtnis des Todes des Herrn.
Unreinheit, Mangel und die Herrlichkeit des geschlachteten Lammes
Lesen wir noch die Verse 6 und folgende, da steht etwas Interessantes: Es waren Männer da, die unrein waren wegen der Leiche eines Menschen und an jenem Tag das Passa nicht feiern konnten. Und sie traten an jenem Tag vor Mose und vor Aaron. Und diese Männer sprachen zu ihm: Wir sind unrein wegen der Leiche eines Menschen. Warum sollen wir verkürzt werden, dass wir die Opfergabe des Herrn nicht zur bestimmten Zeit in der Mitte der Kinder Israel darbringen?
Also, sie empfinden das als einen Mangel. Sie sind verhindert, sie empfinden es als einen Mangel, und sie fragen: Warum sollten wir verkürzt werden? Und es ist wirklich so: Wenn wir nicht einen klaren Begriff von der Bedeutung des Todes des Herrn vor uns haben, werden wir in unserem geistlichen Leben verkürzt.
Es ist das Größte, das Gewaltigste, was in der Zeit geschehen ist, dass Gott Mensch wurde und als Mensch in den Tod ging. Das Zeugnis des Todes des Sohnes Gottes erfüllt die Ewigkeit. Das steht in Offenbarung 5,6, wo Johannes einen Blick in die Herrlichkeit des Himmels tut. Er sieht den Thron, auf dem einer sitzt. Er sieht die vier lebendigen Wesen im Thron, um den Thron herum. Er sieht die vierundzwanzig Ältesten auf vierundzwanzig Thronen um den Thron herum. Und dann sieht er inmitten des Thrones, das heißt, im Herzen aller Wege Gottes, Ziel und Mitte und Ausgangspunkt aller Regierung Gottes, das Lamm wie geschlachtet. Ich sah inmitten des Thrones ein Lamm wie geschlachtet.
Das wird die Ewigkeit, alle Ewigkeit, uns vor Augen stehen und uns Sinn und unser ganzes Wesen mit nie endender Bewunderung erfüllen.
Und das hat praktische Folgen jetzt. Wenn ich das begreife, der Reine, der Gerechte musste gerichtet werden wegen meiner Sünde, dass Gott der Vater seinen geliebten Sohn sandte in diese Welt, um am Ende seines Weges in dieser Welt, auf dieser Erde, von Sünderhänden gefasst zu werden, misshandelt zu werden, an ein Kreuz geschlagen und am Ende gerichtet zu werden, dann begreife ich, wie Gott Sünde sieht, was Sünde für Gott bedeutet, dass Gott alles tat, um die Sünde aus der Schöpfung hinwegzuschaffen.
Hebräer 9,26: Darum ist er einmal erschienen in der Fülle der Zeitalter zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer.
Und wenn ich das vor Augen habe, dann beginne ich, mein Leben für Gott zu erheben, mein Leben für Gott abzusondern. Dann beginne ich, das zu hassen und zu verabscheuen, was Gott verabscheuen muss.
Die Herrlichkeit Gottes in der Mitte seines Volkes
Und die Folge eines Volkes, das von dieser Tatsache ergriffen ist, gezogen ist, zum Herrn abgesondert ist, seinem Willen ergeben ist, das sehen wir in den Versen 15 und folgende, Kapitel 9, Verse 15 und folgende.
Und an dem Tage, da die Wohnung aufgerichtet wurde, bedeckte die Wolke die Wohnung des Zeltes des Zeugnisses. Und am Abend war es über der Wohnung wie das Ansehen eines Feuers. Bis an den Morgen war es beständig: Die Wolke bedeckte sie, und des Nachts war es wie das Ansehen eines Feuers. Die Wolke war der sichtbare Ausdruck der Gegenwart der Herrlichkeit Gottes.
Das ist der einzige Punkt. Das war der einzige Ort in der ganzen Welt, auf dem ganzen weiten Erdenrund, über dem die Herrlichkeit Gottes stand. Und es gibt nur einen Ort, über dem die Herrlichkeit Gottes steht, über dem die Wolke steht. Das ist dort, wo seine Erlösten, seine Geheiligten, um ihn versammelt sind, seinem Willen untertan, für ihn abgesondert. Unter den Seinigen wohnt Gott, und dort offenbart sich seine Herrlichkeit.
Der Psalmist sagt: Ich habe geliebt den Wohnort deiner Herrlichkeit, das Haus, wo Gott wohnt. Und nur da, nur da ist seine Herrlichkeit, sonst nirgends. Dort, wo Gott und seine Gedanken alles bestimmen, wo er alles ist und der Mensch, der natürliche Mensch mit seinen Forderungen und Erwartungen, nichts.
Das ist übrigens der Grund, warum der Mensch von Natur, und sogar der von Gott berufene und erwählte Mensch, zunächst mit dem Haus Gottes nichts anfangen kann. Mehr noch: Er findet das Haus Gottes einen schrecklichen Ort.
Das erste Mal, wo vom Haus Gottes gesprochen wird, ist in 1. Mose 28. Jakob, der von Gott erwählte, der von Gott Verheißungen empfangen hat, der aber seiner Verborgenheit wegen das Erbe und die Verheißungen vorläufig nicht antreten kann, muss fliehen. Gott zeigt sich ihm dennoch treu. Er offenbart sich ihm im Traum, und dann erwacht Jakob aus seinem Traum. Dann sagt er: Dies ist nichts anderes als das Haus Gottes. Und dann sagt er: Was für ein furchtbarer Ort!
1. Mose 28,17
Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort! Das ist nichts anderes als Gottes Haus!
Und warum fand Jakob diesen Ort so schrecklich, so furchtbar? Ja, weil Jakob eben noch der Jakob war, weil er merkte, dass er überhaupt nicht zu diesem Haus passt.
Das Haus Gottes als Ort der Zurücknahme des Menschen
Und es ist so, dass sich im Haus Gottes die Herrlichkeit Gottes offenbart. Warum? Weil die Ehre, die Pracht, die Schönheit, die Eitelkeit und die Ruhmredigkeit des Menschen dort keinen Platz haben.
Denn im Haus Gottes hat all das, was von Menschen kommt, von seiner Stärke, von seiner Intelligenz, von seiner Genialität und von seiner Schönheit, keinen Platz. Im Haus Gottes ist das gerichtet. Es ist im Tod Jesu Christi, wie wir gestern gehört haben, gerichtet worden.
Ja, was wolltest du sagen? Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen!
1. Mose 28,16-17, also: „Wajira“, also Herr Fösi, „Wajomer: Ma nora ha-makom ha-se“. Wie schrecklich, wie furchtbar ist dieser Ort. Und so ist dieser Ort für den natürlichen Menschen.
Nun, es ist ja so: Das Neue Testament spricht von den Ordnungen der neutestamentlichen Gemeinde. Das sind aber nicht Ordnungen um ihrer selbst willen. Alles, was das Neue Testament über die Ordnungen des Hauses Gottes sagt, hat den Sinn, uns klarzumachen, dass im Haus Gottes Gott alles und der Mensch nichts ist.
Dass in seinem Haus das Fleisch keinen Platz hat. Menschliche Talente, menschliche Ambitionen, das alles hat im Haus Gottes keinen Platz. Denn das sind alles Dinge, die den Ruhm des Menschen hervorstrahlen lassen.
Und das ist der Grund, warum Gott seine Gemeinde so gefügt hat und den Weg so bereitet hat, dass man in seinem Haus auf diesem Weg zu seinem Diener wird, auf einem Weg, auf dem der Mensch und das Ich gerichtet werden.
Und wenn das der Fall ist, wenn der Mensch und seine Ehre gerichtet sind und zurücktreten, dann kann die Ehre Gottes ausstrahlen.
In Jesaja 42,8 sagt Gott: „Ich bin der Herr, das ist mein Name, und meine Ehre gebe ich keinem anderen, und meinen Ruhm nicht den geschnitzten Bildern.“ Gott gibt seine Ehre keinem anderen, er gibt sie keinem Menschen.
Es ist vielmehr so, dass uns das Wort Gottes lehrt und zeigt, dass Gott den Menschen, den natürlichen Menschen, beiseitesetzt. Er setzt den natürlichen Menschen beiseite und führt den zweiten Menschen ein: Christus. Er ist alles, er ist herrlich.
Die Stimme Gottes, menschliche Selbstbehauptung und die Demütigung des Hochmuts
Der Psalmist begriff das in Psalm 9, als er von Herzen zu seinem Gott betete, es möge aufstehen, damit der Mensch nicht die Oberhand habe. Das ist eine völlig unverständliche Bitte. Für den natürlichen Menschen: Was soll das bedeuten? Nicht der Mensch soll die Oberhand haben, der Mensch soll doch der Chef sein. Nein, nur das nicht, betet der Psalmist, nur das nicht.
Psalm 9,20: Lege Furcht auf sie, Herr, mögen die Nationen wissen, dass sie Menschen sind, nur Menschen.
Ich habe einmal in diesen Tagen auf Psalm 29 hingewiesen, einen Psalm, der mich sehr anspricht. Ich habe ihn schon vor vielen Jahren auswendig gelernt, weil er mich so angesprochen hat. Das Thema dieses Psalms ist die Stimme Gottes, die Stimme dessen, der zu Mose redete, die Stimme dessen, der zu Abraham redete, die Stimme dessen, der zu den Propheten redete. Und diese Stimme ist gewaltig.
Von dieser Stimme heißt es in Psalm 29,1 und folgende: Gebt dem Herrn, ihr Söhne der Starken, gebt dem Herrn Herrlichkeit! Und damit der Herr Herrlichkeit bekommt, wisst ihr, was das Reden Gottes tut? Es knickt die Zedern des Libanon. Nur dann bekommt er Herrlichkeit.
Psalm 29,5: Die Stimme des Herrn zerbricht die Zedern des Libanon. Und die Zedern des Libanon, das ist der ragende, von sich überzeugte Mensch. Und denen knickt das Reden Gottes. Und wenn das geschehen ist, dann können wir Gott Herrlichkeit geben.
Der Prophet Jesaja sagt, dass Gott einen Tag hat über alles Hohe, über alles Menschliche, Prächtige und Glänzende. Jesaja 2,12 und folgende: Denn der Herr der Heerscharen hat einen Tag über alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene, und es wird erniedrigt werden, und über alle Zedern des Libanon, die Hohen und Erhabenen, und über alle Eichen Basans und über alle hohen Berge und über alle hohen Hügel und über jeden hohen Turm und über jede feste Mauer und über alle Tarsischiffe und über alle kostbaren Schauwerke. Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und die Hoffart des Mannes erniedrigt werden, und der Herr wird hoch erhaben sein, er allein an jenem Tage.
Das ist der Tag, an dem seine Herrlichkeit die ganze Schöpfung erfüllen wird. Aber vorher muss der Mensch erniedrigt werden, der Mensch, der von der Erde ist, der natürliche Mensch. Im Haus Gottes hat der natürliche Mensch, der erste Mensch, keinen Platz.
Die Wolke als Wegweisung und der Wunsch nach Gottes Ehre
Und wenn der natürliche Mensch zurücktritt.
Vor wenigen Wochen war ich in einer Bibelstunde. Dort sangen wir ein Lied, und dann hat sich jemand bei einem Wort versprochen. Und irgendwie dachte ich nachher: Das ist so sprechend, das hat wie mit einem Schlaglicht die tatsächliche Tendenz unserer Zeit aufgeleuchtet.
Es ist ein sehr schönes Lied, ich glaube von Dora Rappard, von meines Herzens König. Ich lege alles hin, und ist es nur klein und wenig, ich weiß, so freut’s doch ihn. Und dort heißt es in einer Strophe: Ich weiß, sein Liebeswille ist meine Heilung nur. Dass Gott unsere Heilung will, das war etwas, das die Glaubenden bis in die Mitte dieses Jahrhunderts erfüllte. Sie wussten: Gott will, dass sie ihm heilig sind. Also: Sein Liebeswille ist unsere Heilung nur, das heißt, abgesondert für Gott, für seine Forderungen.
Und einer sang dann statt Heilung: „Ich weiß, sein Liebeswille ist unsere Heilung nur.“ Nein, G weggefallen, und das ist genau der Geist der Zeit. Wir denken nur noch an uns. Sein Liebeswille ist es, dass es mir gut geht. Wir denken nur noch an uns.
Nun, das wollte der nicht sagen, er hat sich beim Singen versprochen. Aber das ist irgendwie die Schwerpunktverlagerung unserer Zeit. Der Mensch mit seinen Wünschen ist in den Mittelpunkt gerückt. Das ist eine Form des Götzendienstes, das müssen wir uns klar sein. Das müssen wir uns klar sein.
Und wenn wir das Verlangen haben, dass in unserer Mitte, in unseren örtlichen Versammlungen etwas, etwas nur, nicht die Herrlichkeit Gottes – ich wage das schon gar nicht zu hoffen, zu wünschen –, aber etwas von der Herrlichkeit Gottes gesehen werde, dann müssen wir zurücktreten mit unseren Wünschen, mit dem, was wir wollen, was wir gerne hätten, was wir sind und vermögen.
Dann sehen wir etwas sehr Schönes noch in 4. Mose 9, in den Versen 17-23: der Wolke folgen. So wie sich die Wolke von dem Zelte erhob, brachen danach die Kinder Israel auf. An dem Orte, wo die Wolke sich niederließ, da selbst lagerten sich die Kinder Israel. Nach dem Befehl des Herrn brachen die Kinder Israel auf, und nach dem Befehl des Herrn lagerten sie. Alle Tage, da die Wolke auf der Wohnung ruhte, lagerten sie.
Und dann lese ich den Vers 22: Nach dem Befehl des Herrn lagerten sie sich, nach dem Befehl des Herrn brachen sie auf, sie warteten der Hut des Herrn nach dem Befehl des Herrn durch Mose.
Also sie folgten immer der Wolke, der Wolke der Sicht, der sichtbaren Gegenwart der Herrlichkeit Gottes. Der Wolke folgen, das heißt, dass wir für uns persönlich die Schritte und Entscheidungen unseres Lebens danach ausrichten, ob Gott geehrt wird oder nicht. Nicht, ob ich bekomme, was ich gerne hätte, sondern ob Gott geehrt wird oder nicht.
Wenn ich so will und diesen Weg gehe, folge ich dann der Gegenwart der Herrlichkeit Gottes und werde dann durch den Weg, den ich gehe, etwas von der Ehre und Herrlichkeit Gottes offenbar. Das soll unser Kummer sein. Nicht, dass ich es irgendwie gut treffe und es mir günstig einrichten kann und so meine persönlichen Vorstellungen und Ambitionen da füllen kann.
Ich möchte das Beispiel eines Mannes zitieren im Neuen Testament, der am Ende seines Lebens sagen konnte, dass er wirklich der Wolke des Zeugnisses gefolgt war, 2. Timotheus 4,18. Das blieb bis zuletzt sein Herzenswunsch. Und wir wissen bei Paulus: Das war nicht einfach von ihm so gesprochen, sondern das war echt, denn der Geist Gottes hat Paulus inspiriert, das zu schreiben, der Geist der Wahrheit. Und darum ist das tatsächlich sein wahrer, sein tiefster Wunsch gewesen.
2. Timotheus 4,18: Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und bewahren für sein himmlisches Reich, welchem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ihm sei die Herrlichkeit, das wünschte Paulus, ihm sei die Herrlichkeit. Und sein Leben, den Kurs, den er ging, seine Wanderungen durch die Welt, die Entscheidungen, die er traf, wann aufbrechen, wohin aufbrechen, welche Richtung, all das wurde von diesem Wunsch, von diesem Verlangen diktiert: Ihm sei die Herrlichkeit.
Nun, die Folge ist die: Wenn du eiferst um die Ehre des Herrn, wenn das dein Wunsch ist, dann ist die Folge auch immer die, dass du dein Leben für die Geliebten Gottes ausgibst. Denn das ist der zweite in seinem letzten Brief geäußerte Wunsch des Paulus. Er sagt im letzten Vers des zweiten Timotheusbriefes: Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste. Die Gnade sei mit euch. Er wünschte den Heiligen Gottes die Gegenwart des Herrn. Alles Gute vom Herrn, das hängt miteinander zusammen.
So viel zum Kapitel neun, dann das Kapitel zehn.
Übrigens ist aus dem Leben von Watchman Nee bekannt: Er war ja die letzten Jahre oder sogar Jahrzehnte im Gefängnis, und die letzte Mitteilung, die man von ihm aus dem Gefängnis, also die schriftliche Mitteilung hier aus dem Gefängnis an die Außenwelt, gelangte, war ein kurzer Satz: „Ich will alles für den Herrn, nichts für mich.“
Und da schrieb ein Mann, der einsam in der Zelle saß: alles für den Herrn, nichts für mich. Wie glücklich der Mensch, der das sagen kann.
Die Trompeten, der Ruf Gottes und die Sammlung seines Volkes
Vierter Mose 10, die Posaunen
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Mache dir zwei Trompeten von Silber. In getriebener Arbeit sollst du sie machen, und sie sollen dir dienen zur Berufung der Gemeinde und zum Aufbruch der Lager. Und stößt man in dieselben, so soll sich die ganze Gemeinde zu dir versammeln an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft. Und wenn man hineinstößt, so sollen sich die Fürsten zu dir versammeln, die Häupter der Tausende Israels. Und blast ihr Lärm, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen Osten lagern.
Also Posaunen oder Trompeten, welche das Volk versammelten oder das Volk zum Abmarsch bliesen. Trompeten von Silber. Silber spricht von Erlösung, von der Stimme des Erlösergottes. Er ruft, er hat uns erlöst, und wenn er ruft, dann wollen wir ihm folgen.
Nun, ich habe mich oft gefragt, warum finden wir es so schwierig, diese Posaune oder diese Trompeten zu hören? In die Trompete geblasen, und alle hörten es. Alle versammelten sich. Ein ganz klarer Befehl vom Herrn. Alle vernahmen es, und alle folgten seinem Ruf gemeinsam.
Und wenn wir heute die Situation ansehen in örtlichen Gemeinden oder in der Christenheit weltweit, dann müssen wir meinen, dass ein ganzer Posaunenchor da ist, aber an jeder Ecke irgendeine Posaune irgendetwas Blödes bläst. Und da gehen einige hin, und dort hineinige, und niemand weiß, wohin das die Stimme Gottes gelingt. Woher kommt denn diese Konfusion? Woher kommt das?
Oder schlagen wir zwei andere Stellen auf, erst in Jesaja 18, Vers 3: Jesaja 18, Vers 3: Ihr alle Bewohner des Erdkreises und die auf der Erde ansässig seid, wenn man ein Panier auf den Bergen erhebt, so seht hin, und wenn man in die Posaune stößt, so höret. Das hat mit der Sammlung Israels etwas zu tun. Ja, man wird diese Posaune hören, offensichtlich, wenn alle das hören.
Und dann lesen wir in 1. Thessalonicher 4 von einer Posaune, die auch alle hören werden: 1. Thessalonicher 4,16-17. Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel. Und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft, und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.
Es kommt die Stunde, da die Toten, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden und werden hervorkommen. Das ist hier dieses Geschehen. Hier wird es genannt: die Stimme eines Erzengels mit der Posaune Gottes. Alle werden es hören, und dann werden alle versammelt werden zum Herrn.
Taubheit, Zerstreuung und die Bitte um ein klares Signal
Aber ich frage mich, warum wir diese Signale, die der Herr doch an sein Volk geben möchte, damit es sich sammelt und gemeinsam voranschreitet, jetzt nicht hören oder fast nicht hören. Immer wieder sind solche Signale gehört worden, solche Posaunenstöße, Bewegungen sind durch die Christenheit gegangen, und Menschen haben sich versammelt um das Wort Gottes und haben gemeinsam gehandelt: Reformation, verschiedene Erweckungen.
Nun, ich denke, dass das etwas mit unserer persönlichen Trägheit zu tun hat. Heute Morgen hörten wir, dass wir, wenn wir nahe beim Herrn sind, und je näher wir beim Herrn sind, desto deutlicher hören, wenn er ruft: Mose, Mose. Wir sind offensichtlich viel tauber, viel, viel tauber, als wir es uns vorstellen. Und darum ist da ein solches Stimmengewirr. Und darum hat man es so schwer, wirklich aus all dem heraus die klare Stimme Gottes zu hören: was Gott will in deinem Leben für diese Zeit, was Gott von seinem Volk in dieser Zeit erwartet.
Und ich denke, ich meine, dass wir es nötig haben, uns vor dem Herrn zu beugen, uns zu demütigen, Buße zu tun, sein Angesicht zu suchen und ihn zu fragen: Warum sind wir so taub geworden? Was ist los? Was ist los? Und ihn auch darum zu bitten, dass wir doch gemeinsam seinen Ruf, sein Signal, hören möchten, sich zusammen für seine Sache, in seinem Namen und für ihn gemeinsam voranzuschreiten.
Es ist etwas, das unsere Herzen betrübt, wenn wir bedenken, was wir aus Kroatien hörten: Gemeinden sind da zerstritten untereinander und nehmen gar nicht wahr. Die anderen schlafen, schlafen, hören auch nichts; die anderen streiten und schreien so laut, hören den Posaunenstoß darum auch nicht. Aber das ist nicht nur in Kroatien so, das ist in der Schweiz so, das ist in Deutschland so, es ist unter uns so. Es ist unter uns so, Geschwister, wir müssen das bekennen, wir sind es! Und irgendwo sind wir taub geworden, und irgendwo stimmte das mit uns nicht.
Und darum sollten wir dieses Herzensanliegen haben, den Herrn suchen, ihn fragen, seine Gegenwart auch so suchen und auch gemeinsam beten, dass der Herr sich über uns erbarmen möge. Und er vermag es doch gewiss wieder, auch für diese letzte Zeit des Durcheinanders und der Verwirrung, ein klares Signal zu geben, dass die, die wollen, die ihm wirklich dienen und nachfolgen wollen, es erkennen, hören, sich sammeln in seinem Namen und vorangehen. Und wollen wir nicht das vom Herrn erbeten oder hoffen, für diese unsere letzte, so unsagbar arme Zeit?
Gewiss sind in der Zeit große Möglichkeiten, das Evangelium zu verkündigen, das ist großartig. Aber was die Menschen und die Gesellschaft um uns herum betrifft, wir leben in der erbärmlichsten und ärmsten Zeit, die es je gegeben hat. So arm in ihren Seelen waren die Menschen nicht wie heute. Und sollten wir da nicht vom Herrn einen Auftrag haben, einen letzten Ruf für eine letzte gemeinsame Anstrengung im Zeugnis für ihn, bevor das Ende kommt?
So viel zu den Posaunen, die uns rufen wollen.
Der Weg der Lade und die Bewahrung des Hauses Gottes
Dann zum Schluss des Kapitels 10, die Verse 33-36.
Und sie brachen auf von dem Berge des Herrn drei Tagereisen weit, und die Lade des Bundes des Herrn zog drei Tagereisen vor ihnen her, um ihnen einen Ruheort zu erkunden. Und die Wolke des Herrn war des Tages über ihnen, wenn sie aus dem Lager zogen.
Und es geschah, wenn die Lade aufbrach, so sprach Mose: Stehe auf, Herr, dass deine Feinde sich zerstreuen und deine Hasser vor dir fliehen! Und wenn sie ruhte, so sprach er: Kehre wieder, Herr, zu den Myriaden der Tausende Israels!
Die Lade war die Mitte, das Herz des Zeltes der Zusammenkunft. Die Lade aus Holz und aus Gold, die zwei Naturen des Sohnes Gottes: wahrer Mensch, wahrer Gott. Ihr geht dem Volk voran, und dann betet Mose, und das geschah auch so: Steh auf, Herr, dass deine Feinde sich zerstreuen und deine Hasser vor dir fliehen!
Der Herr selbst wird für die Ehre seines Hauses und für sein Volk streiten, und das ist so. Er wird dafür sorgen, dass die, die ihn, sein Haus und die Seinen hassen, vor ihm zerstreut werden müssen. Mose vertraute darauf. Darum hatte Mose keine Sorge. Er wusste: Der Herr geht voran. Er sucht uns einen Ort, und vor ihm müssen alle unsere Feinde weichen.
Das zeigt uns, dass das Haus Gottes Feinde hat. Die Wohnung Gottes hat Feinde. Die Wohnung, das Volk Gottes heute, hat Feinde. Und wir können durch die ganze Bibel hindurchgehen: Jede Wohnung, die Gott auf dieser Erde aufrichten ließ, wurde nach einer gewissen Zeit vom Feind infiltriert und am Ende so verderbt, dass Gott das ganze Haus zerstören musste. Das geschah mit jedem Haus.
Hier, das Zelt der Zusammenkunft: Wir lesen im ersten Samuelbuch, in Kapitel 1, wie die Priester selbst das Opfer missbrauchten. Wofür? Um sich zu sättigen. Ich zuerst, so sagen sie ausdrücklich. Und das ist der Geist unserer Zeit: Ich zuerst, dann kann der Herr seinen Teil haben. 1. Samuel 1, 2; 1. Samuel 2. Und dann steht sogar in Vers 22: Eli war sehr alt und hörte alles, was seine Söhne dem ganzen Israel taten, und dass sie bei den Frauen lagen, die sich scharten am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft. Besudelt wurde das Opfer selbst, das Opfer selbst wurde zu etwas, das rein menschlichen Interessen diente, pervertiert.
Und so war es nur eine Frage kurzer Zeit, dass der Herr dieses Haus verließ. Der Feind hatte es erobert, und Gott musste es verlassen.
Salomo baut auf Weisung Gottes hin. Das heißt: David empfing die Weisung und den Plan, danach baut Salomo den Tempel. Und wir lesen, wie der Tempel ebenfalls von den Feinden Gottes nicht nur bedrängt, sondern in Beschlag genommen wird. Psalm 74 spricht davon, wie Feinde ins Heiligtum eingedrungen sind, Vers 2 und 3: Gedenke deiner Gemeinde, die du erworben hast vor alters, des Erbteils deines Berges Zion, auf welchem du gewohnt hast; erhebe deine Schritte zu den immerwährenden Trümmern. Alles im Heiligtum hat der Feind verderbt.
Psalm 79. Vers 1: Gott, die Nationen sind in dein Erbteil gekommen, haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, haben Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht. Das geschah unter dem babylonischen König Nebukadnezar.
Wir lesen vom Haus, das Esra und Nehemia bauten. In den Tagen des Herrn Jesus sagte er, dass das Haus Gottes zu einer Räuberhöhle und zu einem Kaufhaus verkommen war.
Wir lesen vom Haus, das die neutestamentliche Gemeinde darstellt, wie kurz nach Pfingsten schon der Feind versucht, in dieses Haus einzudringen. Apostelgeschichte 5: Ananias und Saphira. Warum hat der Satan dein Herz erfüllt? Der Satan erfüllte das Herz von zwei Gläubigen, um so ins Haus Gottes einzudringen. Dieser Versuch wurde dort abgewehrt, weil ein Petrus da war. Weil ein Petrus da war, der das erkannte und auf der Stelle richtete.
Aber Paulus spricht dann in Apostelgeschichte 20 davon, dass auch das Haus, das neutestamentliche Haus, vom Feind am Ende durchsetzt werden wird. Apostelgeschichte 20, Vers 28: Achtet nun auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, welche er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes. Denn ich weiß dieses, dass nach meinem Abschied verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen.
Und alle Apostel reden davon. Paulus spricht davon, Petrus spricht davon. Es waren unter dem Volk falsche Propheten, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden. Johannes spricht davon: Es sind viele Antichristen geworden. Judas spricht davon, von falschen, nebeneingeschlichen Brüdern usw.
Wir sehen: Das Haus Gottes wird vom Feind Gottes angegangen. Warum ist das so? Ja, das hängt damit zusammen, dass das Haus Gottes, das Volk Gottes, der einzige Ort auf dieser Erde ist, in dem Gott wohnt und wo Gott geoffenbart wird, gesehen wird. Und das hasst der Fürst dieser Welt. Und darum will er es zerstören. Er setzt alles daran, die Gemeinde weltweit und auch die örtlichen Gemeinden zu zerstören, einzudringen, zu zersetzen, zu spalten. Er setzt alles daran.
Und wenn wir mit menschlichen Mitteln da versuchen, damit klarzukommen, dann sind wir einem uns hoffnungslos überlegenen Feind ausgeliefert. Seine Schliche, seine Tücken, seine List und seine Macht sind uns haushoch überlegen. Und darum müssen wir das tun, was Mose tat. Er sagt: Steh auf, Herr! Lass deine Hasser vor deinem Angesicht fliehen! Es ist eine geistliche Realität. Und wir müssen lernen, mit dem Herrn des Hauses zu rechnen und ihn im Gebet darum anzurufen, sein Haus zu bewahren.
Wir lesen verschiedene Stellen davon im Neuen Testament. Paulus sagt am Ende des Römerbriefes, wo offensichtlich die Gemeinde in Rom auch solchen Angriffen ausgesetzt war, denn Paulus sagt: Habt Acht auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichten in der Gemeinde. Zwiespalt und Ärgernis brechen das Haus ab. Und dann betet Paulus in diesem Zusammenhang, und das müssen wir beten, für unsere örtlichen Versammlungen, für das Haus Gottes auch weltweit. Römer 16,20: Der Gott des Friedens aber wird den Satan in Kürze unter eure Füße zertreten.
Es muss einer stärker sein, als wir es sind, der mit diesem Erdlistigen, mit diesem Bösen, aufnimmt und ihn niedertreten kann. Das ist ein Hinweis dann auf das Ende unserer Reise. Wir sind ja unterwegs, wir sind ja unterwegs durch die Wüste. Das Volk Gottes versammelt sich, um das Opfer geschart, auf der Grundlage des Todes des Sohnes Gottes, von Gott geordnet, zieht als Krieger und Leviten durch diese Welt. Der Herr geht voran, trotz allem. Und er wird trotz allem am Ende alles vollenden.
Die Hoffnung auf die endgültige Ruhe bei Gott
Kapitel 10, Vers 36: Wenn die Lade ruhte, und eines Tages wird der Herr uns an unseren wirklichen und letzten Ruheplatz geführt haben, wenn sie ruhte, sprach er: Kehre wieder, Herr, zu den Myriaden der Tausende Israels.
Ja, es kommt der Tag, da werden wir ruhen, und in der Mitte der Myriaden, der Tausende der heiligen Gottes, der Herr selbst, er unter uns, wir allezeit bei ihm.
Das wollen wir vor Augen behalten, solange wir noch unterwegs sind, in dieser Welt zum Ziel, in dieser Welt für unseren Herrn leben, für ihn seine Kämpfe kämpfen. Sein Bekenntnis, ein Zeugnis hochhalten und mit dieser lebendigen Gewissheit und Hoffnung vor Augen werden eines Tages alle bei ihm versammelt sein.
Paulus sagt, und das ist unser Trost: Ermuntert einander mit.
