
Markus 12,35-3723.06.2026
Serie•Teil 2 / 2Die Frage nach dem Christus
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gott wird Mensch
Die Geschichte von Weihnachten ist die Geschichte davon, dass Gott Mensch wird. Nicht fern, nicht unnahbar, nicht nur als Gedanke oder Idee, sondern wirklich mitten unter uns. Das ist das große Wunder des christlichen Glaubens: Der Schöpfer der Welt kommt in seine Schöpfung hinein.
In Jesus Christus begegnet uns Gott selbst. Er bleibt nicht auf Distanz, sondern tritt in die Wirklichkeit unseres Lebens ein. Er wird geboren in eine einfache, unscheinbare Umgebung. Kein Palast, kein Glanz, keine Macht im üblichen Sinn. Stattdessen ein Stall, Armut und die Verletzlichkeit eines Kindes. Gerade darin zeigt sich Gottes Art: Er kommt nicht mit äußerer Größe, sondern in Demut und Nähe.
Dass Gott Mensch wird, bedeutet auch: Er nimmt unser Leben ernst. Er kennt Freude und Schmerz, Hoffnung und Angst, Nähe und Einsamkeit. Nichts Menschliches ist ihm fremd. Darum ist Weihnachten nicht nur ein schönes Fest, sondern eine tiefe Botschaft der Nähe Gottes. Gott bleibt nicht außerhalb unserer Welt, sondern geht unseren Weg mit.
Die Geburt Jesu ist ein Zeichen dafür, dass Gott sich den Menschen zuwendet. Er sucht nicht die Starken und Selbstsicheren allein, sondern kommt zu allen, die ihn brauchen. Zu den Zweifelnden, den Suchenden, den Belasteten und den Hoffnungslosen. In Jesus wird sichtbar, dass Gottes Liebe nicht abstrakt ist, sondern Gestalt annimmt.
Gott wird Mensch – das heißt auch: Die Welt bleibt nicht, wie sie ist. Mit Jesus beginnt etwas Neues. Frieden, Versöhnung und Hoffnung bekommen ein Gesicht. Wo Menschen nur Dunkelheit sehen, bringt Gott Licht. Wo Schuld trennt, eröffnet er einen neuen Anfang. Wo das Leben zerbrechlich ist, zeigt er seine Nähe.
Weihnachten erinnert daran, dass Gott sich klein macht, um uns groß zu begegnen. Er kommt nicht von oben herab, sondern mitten hinein in unsere Wirklichkeit. Darin liegt Trost und Hoffnung. Denn wenn Gott Mensch wird, dann ist kein Weg zu dunkel, keine Nacht zu tief und kein Mensch zu fern, als dass Gott ihn nicht erreichen könnte.
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 722
Die Frage nach dem Christus, Teil 2
Jesus stellt seinen Gegnern eine Frage
Die Frage nach dem Christus
Jesus stellt seinen Gegnern eine Frage
Markus 12,35-37
Und Jesus begann und sprach, als er im Tempel lehrte: Wie sagen die Schriftgelehrten, dass der Christus Davids Sohn sei? David selbst hat im Heiligen Geist gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege. David selbst nennt ihn Herr, und woher ist er dann sein Sohn?
Und die große Volksmenge hörte ihn gern.
Ganz kurz noch einmal zu dem Problem, das Jesus anspricht: Die Schriftgelehrten lehren, dass der Christus ein Sohn, also ein Nachfahre Davids, sein würde. Das war klar, weil Gott dem David genau das verheißt. Und für die Gläubigen des Alten Bundes ist völlig klar: Gott hält sich an seine Versprechen.
Besonders eindrücklich finden wir diese Idee in Psalm 89. Der Psalm selbst ist zweigeteilt. Die erste Hälfte des Psalms blickt auf Gottes Zusage an David zurück. Gott hat David erwählt, ihm seinen Bund geschworen und ihm eine bleibende Dynastie verheißt:
Psalm 89,34-37
Aber meine Gnade werde ich nicht von ihm, also von David, weichen lassen, und nicht verleugnen meine Treue. Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit: Wie könnte ich David täuschen? Seine Nachkommenschaft soll ewig sein, und sein Thron wie die Sonne vor mir.
Bis dahin ist in Psalm 89 alles gut.
Wenn Verheissung und Wirklichkeit auseinanderfallen
Aber ab Vers 39 kippt der Ton. Dort heißt es dann, Gott habe den Gesalbten verstossen, den Bund verworfen, seine Krone entweiht und seine Festungen zerstört.
Wir wissen nicht genau, wie und wann der Psalm entstanden ist. Aber es wird klar, dass die Endfassung des Psalms eine schwere Niederlage des davidischen Königtums voraussetzt und sogar eine nationale Verwüstung andeutet. Psalm 89,39-42: Du aber hast verworfen und verstossen, bist sehr zornig gewesen gegen deinen Gesalbten, preisgegeben hast du den Bund mit deinem Knecht, hast zu Boden geworfen und entweiht seine Krone, du hast niedergerissen all seine Mauern, hast seine Burgen in Trümmer gelegt. Es haben ihn alle ausgeplündert, die des Weges vorübergehen. Er ist zum Hohn geworden seinen Nachbarn.
Wir wissen nicht genau, auf welches Ereignis sich der Psalm bezieht. Vielleicht ist es die babylonische Katastrophe 586 v. Chr. Aber was wir sicher sagen können, ist dies: Der Psalmist erinnert Gott an seine Zusagen, weil er von der Bundestreue Gottes völlig überzeugt ist. Deshalb formuliert er auch in Psalm 89,47: Bis wann, Herr, willst du dich immerfort verbergen? In Psalm 89,50: Wo sind deine früheren Gnaden, Herr, die du David zugeschworen hast in deiner Treue? Und in Psalm 89,51: Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte!
Und dann kann er siegreich enden mit Psalm 89,53: Gepriesen sei der Herr ewig! Amen, ja, Amen.
Die Erfüllung im Christus
Merkt ihr, trotz aller Widrigkeiten bleibt Gott für den Psalmisten ein treuer Gott, der seinem Volk verspricht, dass ein Nachkomme Davids ewig auf dem Thron sitzen wird. Dabei löst er die Spannung nicht auf, sondern stellt die unwiderruflichen Verheissungen an David der aktuellen Situation im Land gegenüber. Und er kann das tun, weil die Spannung selbst, wie wir aus dem Neuen Testament heraus wissen, erst mit dem Christus völlig aufgelöst wird.
Das heisst, das Versprechen an David bleibt bestehen, aber seine Erfüllung übersteigt die unmittelbare politische Dynastie Israels. Es findet seine Vollendung in dem letzten, dem wahrhaftig ewigen Sohn Davids, Jesus aus Nazareth, so wie es die Apostel dann später predigen: Apostelgeschichte 13,22-23. Und nachdem er ihn, das ist Saul, verworfen hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird. Aus dessen Nachkommenschaft hat Gott nach Verheissung dem Israel als Retter Jesus gebracht.
Und noch klarer wird der Bezug, wenn wir weiterlesen. Paulus predigt von der Auferstehung Jesu als dem Zentrum dessen, was Gott tut, um seine Verheissungen an David zu erfüllen. Apostelgeschichte 13,34: Dass er ihn aber aus den Toten auferweckt hat, so dass er nicht mehr zur Verwesung zurückkehrte, hat er so ausgesprochen: Ich werde euch die zuverlässigen heiligen Güter Davids geben.
Spannend, oder? Jesus wird auferweckt, und Paulus kann die Auferstehung als Erfüllung einer Verheissung aus Jesaja 55,3 beschreiben: Ich werde euch die zuverlässigen heiligen Güter Davids geben. Paulus zitiert dabei nach der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments.
Was ist mit den zuverlässigen heiligen Gütern Davids gemeint? Ganz einfach, es sind die Bundesverheissungen an David. Es geht um den zukünftigen Herrscher. Deshalb heisst es auch im Vers danach erklärend, Jesaja 55,4: Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften. Und vielleicht noch deutlicher nach der Septuaginta: Siehe, zum Zeugnis unter den Völkerschaften habe ich ihn gemacht, als einen, der herrscht und Völkerschaften befehligt.
Mit der Auferstehung erfüllt sich endgültig die Verheissung an David von einem ewigen Herrscher auf dem Thron Davids.
Warum David ihn Herr nennt
Allerdings ist das noch nicht die Antwort auf die Frage Jesu. Dieser setzt ja gerade dieses Wissen um den Messias als Nachfahren Davids als bekannt voraus. Jesus will wissen, warum der König David seinen Nachfahren als „Herr“ anspricht.
Die Antwort findet sich immer noch in Jesaja 55. Wir müssen nur genau lesen: Wie formuliert Gott? Jesaja 55,3: Neigt euer Ohr und kommt zu mir, hört, und eure Seele wird leben. Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen, getreu den unverbrüchlichen Gnaden, die ich David erwiesen habe.
Es ist Gott, der einen Bund schließen wird. Und der Mann, den er als Zeugen senden wird, der ist im Blick auf seine Herkunft niemand anders als das Wort Gottes. Wir müssen in Jesaja 55 nur ein wenig weiterlesen. Dieser Mann, durch den Barmherzigkeit und Vergebung möglich werden, wird wenig später mit dem fruchtbringenden Regen verglichen. Und dann heißt es in Jesaja 55,11: So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht; es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.
Also, warum nennt David seinen Nachkommen Herr? Ganz einfach: weil dieser Nachkomme nicht irgendein beliebiger König in der Dynastie Davids ist, sondern Gott, das Wort, das Fleisch wird und eine im wahrsten Sinne des Wortes ewige Herrschaft antritt. Er besiegt nach seiner Krönung am Kreuz den Tod durch die Auferstehung und setzt sich zur Rechten Gottes.
Was könntest du jetzt tun? Lies Jesaja 55 und durchdenke den Text mit dem neuen Wissen, das du jetzt besitzt.
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für Kleingruppen und Kleingruppenleiter in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
