Generierte Mitschrift
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Das eigentliche Ziel der Mission
Die schönsten Erlebnisse der Mission? Ja, viele denken, es sei toll, wenn man das erlebt: die Weite der Welt, die Dias von den herrlichen Landschaften und von den Meeren. Nein, das ist nicht das Schönste der Mission. Das Schönste der Mission ist, wenn sich die Gemeinde Jesu bildet. Das Allerschönste!
Schon in Kindertagen hat sie die Mutter davon erzählt, von Missionsfesten, damals irgendwo, vielleicht in Wuppertal oder wo auch immer sie waren. Wenn man auf einmal hört, dass verschiedene miteinander das Vaterunser in verschiedenen Sprachen beten, dann ist das ein Vorgeschmack auf alle Zungen und Sprachen, die den Herrn anbeten. Die Gemeinde, die gebaut wird.
Das Schlimmste, was heute wieder bei uns passiert, ist, wenn Menschen allein sind, im Alter und nicht mehr zum Gottesdienst gehen können. Dann haben wir uns viel zu wenig bewusst gemacht, dass es beim Besuch eigentlich wichtig ist, sie teilhaben zu lassen. Sie sind auch im Krankenlager, im Pflegeheim nicht aus der Gemeinde ausgeschlossen. Sie gehören noch mit dazu.
Manche haben sich schließlich losgerissen von der Gemeinde. Das ist eine ganz große Gefahr. Es gibt kein Solochristentum. Man kann nicht allein, auch nicht im Alter, Christ sein, weil man andere braucht.
Mir haben es Leute aus chinesischen Straflagern erzählt, wie die 23 Jahre in solchen schrecklichen Lagern waren. Das Schlimmste war, dass man niemanden mehr hatte, mit dem man beten konnte. Denn man braucht jemanden. Das ist auch in der Gebetsgemeinschaft so schön: wenn man andere hat, wo man sich in dieses Gebet einfach hörend einblenden kann und Amen dazu sagen darf, nach dem urchristlichen Brauch. Und wenn ein anderer einem das Wort wieder sagt.
Sie kennen das im Krankenlager: Sie brauchen ja nicht die Säfte und die Blumen. Es macht nur für das Pflegepersonal so viel Arbeit. Aber bringen Sie ein Wort mit, ein Bibelwort, ein Verheißungswort, und sprechen Sie es einem zu. Denn er kennt ja die Worte, aber es ist etwas ganz Besonderes, wenn ein anderer es einem zuruft. Das Geheimnis in der Gemeinde ist, dass einer dem anderen das sagt, worauf der andere Ja sagen kann.
Gemeinde ist das Wunderbarste in der Mission. Und das Herrliche ist, dass es nur eine Gemeinde gibt. Es gibt nirgendwo in der Bibel einen Hinweis darauf, dass es eine Gemeinde gibt, die nach irgendwelchen Namen benannt ist, nicht nach Calvin und nicht nach Luther und nicht nach irgendwelchen sonstigen Personen oder sonstigen Ereignissen, sondern es gibt nur eine Jesusgemeinde aus allen Nationen, Völkern und Sprachen.
Und da schließt sich auf einmal auch die Kluft der Nationen, die ja auch für uns Christen eine Barriere ist. Es gibt ja in dieser Welt kaum Integration. Auch in der Jesusgemeinde. Der Gedanke der Integration wird ja von unseren Politikern dauernd beschworen, aber es ist eine erschütternde Erfahrung, dass es gar nicht geht.
Ich denke an Stuttgart. Wir hatten gute Beziehungen zu den Koreanern, die wollten aber natürlich ihre koreanische Gemeinde machen. Das ist auch schön, da konnten sie frei reden, da hatten sie ihren Stil und ihre Art. Ich meine das gar nicht negativ, bloß die anderen wissen oft gar nicht, was sie sich mit dem Wort Integration eigentlich zumuten. Denn auch in Asien leben die Völker immer nach ihren Nationalitäten. Dort gibt es Chinatown, und dann leben die Malaien dort in Singapur, und jeder lebt für sich. So sind die Nationen in dieser Welt alle noch getrennt.
Wir leben noch unter der Spaltung von Babel, auch wo wir verschönernd die Hand ausstrecken, weil wir einfach in diesen Gewohnheiten leben. Dass den Schwaben es wohl ist bei den Schwaben, aber im Himmel wird es einmal anders sein, dass wir dann wirklich die eine Gemeinde sind. Wir müssen wissen, dass das nicht das Letzte ist, wo wir uns versammeln, sondern die eine Jesusgemeinde ist das große Ziel.
Das Geheimnis der Gemeinde im Licht des Kolosserbriefs
Ich lese deshalb aus Kolosser 1,24-29, wo Paulus das beschreibt, dieses schönste Erlebnis beim Bau der Gemeinde. Gestern war bei uns Christus, in dem Gottesfülle offenbar wird, der Mittelpunkt, und heute nun der Schwerpunkt auf der Gemeinde.
Ich will über den ersten Vers nicht so viel sagen, weil das ein Thema für sich ist. Was mich sehr bewegt, sind die Leiden. Durch die Gemeinde geht das Verfolgungsleiden, das Martyrium. Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch an den Leiden Christi fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde.
Aber das ist jetzt wichtig: Paulus lebt ganz auf diese Gemeinde hin, auf den Leib Christi. Ihr Diener bin ich geworden durch das Amt, das Gott mir gegeben hat, dass ich euch sein Wort reichlich predigen soll, nämlich das Geheimnis, das Mysterium, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen.
Paulus spricht in Epheser 3 noch einmal von diesem Mysterium, das Gott kundtun wollte: was der herrliche Reichtum dieses Mysteriums, dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen. Dafür mühe ich mich auch ab und ringe in der Kraft dessen, der in mir kräftig wirkt.
Ich begegnete einem jungen Mann, der vor zwei Jahren heimgerufen wurde, im Alter von neununddreißig Jahren, im Missionsdienst. Ich fragte ihn, woher er komme, und er nannte mir den Namen einer deutschen Stadt. Die kannte ich sehr gut. Ich wusste, dass es dort überhaupt keine Kreise gibt, wo Missionsinteresse ist oder wirkliches Glaubensleben. Es ist eine sehr erstarrte, traditionelle Christenheit, nur noch bei wenigen dort. Also würden wir sagen: eine tote Gemeinde.
Ich fragte: Wie sind Sie denn zum Glauben gekommen? Wie war denn das in so einem Ort? Wie ist das möglich? Dann erzählte er mir: Da war eine alte Frau. Ich kannte auch diese Frau. Ich habe immer gemeint, dass sie nicht dazu geeignet ist, junge Leute anzuziehen. Sie war sehr altertümlich gekleidet und hatte auch noch einen sehr originellen Namen, den muss ich ja doch sagen: Bieräugel. Ich wusste, dass sie eine treue Frau war, die auf jedem Missionsfest und überall den Konferenzen nachgereist war.
Und dann sagt er: Ja, die war eine pensionierte Studienrätin, aber die hat uns eingeladen, uns Kinder, er war so ein Schlüsselkind, die Eltern haben nicht nach ihm geschaut, mit ihr Jesusgeschichten zu erzählen. Er hat gesagt: Das hat mich überhaupt nicht interessiert, aber der Kakao, den es nachher gab, der hat mich angezogen. Und er ging dann wegen dem Kakao hin, hat die Jesusgeschichten dann noch eben ertragen und mitgenommen und ist darüber zum Glauben an Jesus gekommen. Er wurde darüber Christ und wurde ein ganz großes Werkzeug im Reiche Gottes, und zwar auch, obwohl sein Leben nur 39 Jahre erreicht hat.
Christus im Menschen als Ursprung von Gemeinde
Das ist ja das Geheimnis. Was ist das? Ein Mensch, in dem Jesus Raum gewinnt. Und das ist das Wunderbarste.
Gemeinde entsteht dort, wo Menschen von Jesus überwunden werden, wo Jesus in einem Menschenleben Wohnung macht und einen Menschen umwandelt. Christus in einem Menschen – denn das ist es, was wir letztlich in dieser Welt leisten können: das, was Christus in uns wirkt, was die Kraft Jesu in uns macht.
Und das beschreibt Paulus hier. Er sagt, das ist etwas ganz Wunderbares, wenn die Fülle Gottes durch Christus in ein Menschenleben hineinkommt. Es besteht alles in Christus, und in Christus haben wir diese große Erneuerung.
Wir müssen das immer wieder sagen. In diesem Kreis ist das ja selbstverständlich, aber nur, damit es noch einmal deutlich wird: Man wird nicht Christ, indem man irgendwo im Standesamt einen Konfessionseintrag hat oder indem man sich irgendwelchen Traditionen unterzieht, sondern indem man in einer bewussten persönlichen Entscheidung Jesus aufnimmt.
Das ist ganz wichtig, wenn wir wieder fragen: Wie kann bei uns wieder Gemeinde werden? Wir brauchen deshalb nicht die Konfessionen zu wechseln, sondern ich kann in jeder, auch noch so erstarrten Gemeinde damit beginnen, dass sich Leute sammeln, die Jesus Christus als ihren Herrn aufnehmen und seine Jünger werden.
Das ist eine ganz wichtige Aufgabe, die vielleicht bei uns noch gar nicht richtig erkannt wurde: dass wir vielmehr Jüngerschaftsschulung in den Gemeinden machen sollten, aus denen wir kommen. Menschen, die zum Glauben gekommen sind, sollten wir jetzt hineinführen in das Leben mit Christus und mit ihnen das einüben.
Ich schätze das immer so bei den Fackelträgern, wie sie sich ganz dieser Aufgabe verschrieben haben und wie das auch jungen Leuten hilft. Wenn wir bei unseren christlichen Fachkräften Leute aussenden, verlangen wir keine volle Bibelschule, aber oft sagen wir: Geh doch noch mal ein Vierteljahr zu den Fackelträgern, damit du einfach das umsetzen kannst, was Christus jetzt bedeutet, das Leben mit Christus.
Viele junge Christen kommen ja aus einem gottlosen Umfeld, und sie kennen gar nicht, wie man mit Christus lebt, was das für Veränderungen bedeutet und wie man das umsetzt.
Aber noch einmal: Das Wichtigste und die Wende ist, Christus im Leben aufzunehmen.
Der Durchbruch des Evangeliums in verschiedenen Kulturen
In der Missionsgeschichte ist das natürlich völlig klar. Ich habe gestern von Zinzendorf erzählt, wie der erste Brüdermissionar zu den Eskimos ging, nach Grönland. Es war ja unheimlich schwer. Die Eskimos konnten sich ja monatelang nicht waschen und rieben sich mit Tran ein. Sie können sich vorstellen, wie das in den Iglus gestunken hat.
Das war dann schon eine Zumutung, wenn man aus europäischen Verhältnissen kommt. Und die Missionare haben all diesen Weg hinunter zu den Eskimos in diese andere Kultur hinein gern getan. Aber wo kam es dann zum Durchbruch? Sie sagten, sie hätten so ein verhärtetes Herz, die erreicht man nicht. Und da erzählt dieser erste Missionar, wie es passierte, als sie über die Passionsgeschichte Jesu sprachen. Da ging es um den Kampf Jesu in Gethsemane.
Und da hat der Missionar erzählt. Dann sagt plötzlich dieser Eskimo: Erzähl mir die Geschichte noch einmal, erzähl sie mir noch einmal. Es ist ja merkwürdig: Wo immer das aufbricht, der Kampf Jesu in Gethsemane, hat irgendwo begriffen, die Liebe Jesu, der sich zu ihm herunterbeugt, der ihn loslösen will. Ich möchte diesem Jesus gehören.
Und es ist ganz wichtig, dass dieser Schritt meist eben doch an der Kreuzesgeschichte geschieht, an dem Punkt, wo ich mit meinem gottlosen, sündigen Leben Jesus als Herrn aufnehme und sein Eigentum werde. Ganz ähnlich kann man es aus der Apostelgeschichte sehen, wie der Kämmerer aus Äthiopien auf dem Wagen sitzt und die Schriftrolle hat. Apostelgeschichte 8, und Philippus läuft die Straße entlang und fragt ihn: Verstehst du, was wir lesen? Da geht es um dieses Jesaja 53: Jesus für unsere Schuld dahingegeben.
An dieser Stelle ist gewiss geworden: Jetzt kann man glauben, jetzt ist alles klar. Der springende Punkt ist also nicht, dass wir Gemeinde bilden mit irgendwelchen Methoden und die Leute sammeln und attraktiv anziehen, sondern entscheidend wird sein, wo kommen die Leute zu dieser Christusbegegnung, wo erleben sie denn diese Aufnahme Jesu in ihrem Leben.
Die Gemeinde als Ort von Wort, Gebet und Dienst
Das schönste Erlebnis ist, wenn Menschen zum Glauben an Jesus kommen. Lange wartet man auf diesen Punkt. Jetzt kann man es aus vielen Missionsgeschichten erzählen, etwa bei der Neukirchner Mission in Ostafrika: jahrelanges Kämpfen, und dann schreibt so schön der erste Missionar: Sie standen so lange in der Türe. Ich habe immer gebetet, dass sie durch die Türe hindurchgehen.
Ein schönes Bild: Gehen Sie diesen Schritt, oder man kann sagen, den Sprung über den Graben, bis es wirklich zu einer klaren Übergabe an Jesus kommt, zu einer Hingabe, dass ein Mensch Jesus aufnimmt, sein Jünger wird, und dann auf einmal die Kraft des auferstandenen Christus einen Menschen überwältigt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie das ein Leben lang so haben: Christus in mir, der wirkt, mit seinen Gaben in uns Schwachen, uns mit seiner Wirksamkeit erfüllt und uns immer wieder diese neue Kraft gibt.
Wenn wir uns versammeln, ist auch in der Gemeinde das das Schöne: Das verbindet uns. Es war heute Morgen schön, wie es Bruder Straub auch beim Lesen der Losung uns immer wieder gezeigt hat, mit diesem Einsein in Christus. Wir hören ja immer wieder Töne, und das erschreckt uns auch, wenn bibeltreue Leute so viel Wert legen auf irgendwelche organisatorischen Verbindungen. Da bin ich immer wieder skeptisch, und ich sagte es auch vorher: Wir leben ja in dieser Welt und unterliegen weithin den Gesetzen dieser Welt. Da gibt es auch eben solche Dinge, dass wir in verschiedenen Organisationen leben und viele Dinge auch sehr verschieden sehen.
Und das ist gar nicht weiter schlimm, dass wir uns auch in verschiedenen Gruppen versammeln. Wir haben ganz verschiedene Arten von Stilen: Der eine liebt die feierlichen Stile, der andere möchte es locker und leger haben. Der eine hat die Ordnung der Brüderversammlung, und der andere hat die Ordnung, dass er mehr hierarchisch denkt, von den Ämtern her, wie die Anglikaner. Es gibt ja alle Spielarten. Aber dass wir die Einheit in Christus haben, darin sind wir verbunden. Die anderen Dinge sind ja nicht die tragenden Dinge, sondern wir erleben diese Christusgemeinschaft. Und die wollen wir auch, wenn wir uns versammeln, wieder erleben und hören, was Christus durch Menschen, die in anderen Verbindungen und in anderen Formen und Gemeinschaften leben, mit Christus haben. Der Leib Christi, von dem Paulus spricht.
Wir sagten schon gestern: Die Gemeinde ist ein Lazarett, oder die Gemeinde ist auch unter die Räuber gefallen, kann man manchmal sagen, und ist auch misshandelt worden und missgestaltet worden. Mir gefällt auch sehr dieses Bild vom Aschenbrödel. Die Gemeinde ist ihrer Schönheit beraubt, sie sitzt praktisch im Schmutz, und man erkennt oft gar nicht mehr den großen Schatz.
Ich habe im Gespräch mit jungen Christen oft erlebt und leide daran, dass die jungen Leute nichts mehr davon wissen, dass sie sehr schnell sind im Aburteilen: die Gemeinde, aus der sie kommen, ach, das ist alles nichts, und das ist alles tot, und da sind lauter alte Leute. Menschenskind, guck doch mal dahinter, lass dir mal erzählen, was die Leute an Fülle in Christus schon erlebt haben. Da ist bloß eine Flüchtlingsfrau, die da erzählt, wie das war, als sie von der russischen Truppe überrollt wurde, wie sie Gebetserfahrung machte, Gebetswunder erlebt hat. Wenn die alten Christen erzählen, und die jungen Leute sagen nur: Ich mache jetzt einen Hauskreis, und das ist die Gemeinde.
Es ist eine ganze Not. Ich habe mal mit einer Gruppe lange gesprochen, die in Stuttgart eine neue Gemeinde gebildet hat. Wir nennen es jetzt einmal so, wie die Gemeinde sagt: Gab es vor euch noch niemand da? Was? Nein, vor uns war noch keine Gemeinde Jesu da. Ich sage: Wisst ihr überhaupt von Ludwig Hofacker und Albert Knapp und was da in Stuttgart schon gesegnet war? Und es ist schlimm, wenn Sie das gar nicht kennen, dass wir hineingenommen sind, auch durch die Jahrhunderte, nicht nur parallel heute auf der gleichen Ebene mit einer Schar von Christen.
Gestern haben wir nur einen kleinen Blick in die Weltchristenheit hineingetan. Das stärkt und ermutigt uns. Aber wenn ich auch zurückdenke an die Väter, die vor uns da waren, und je älter man wird, sagt man ja: Ich habe so viel bekommen durch diese Zeugen des Glaubens. Und wir sind in dieser großen Gemeinschaft drin. Zum Glück fängt die Gemeinde Jesu nicht mit uns an, sondern wir leben auch mit den Generationen vor uns. Und eine Gemeinde, die noch so sehr missgestaltet ist und die vielleicht in Formen lebt, wo wir eigentlich darüber erschrecken und die uns fremd sind, kann so viel von der Gegenwart Christi haben.
Weite der Gemeinde über Konfessionen und Kulturen hinweg
Irgendwann in diesen Tagen, ich weiß nicht mehr, wo es war, sprachen wir, ich glaube, es war in Äthiopien, über die Kopten. Sie sind in ihren Traditionen sehr fremd und haben die Bibelmission immer sehr behindert, noch mehr als die Moslems. Darunter hat auch schon der Vater Gobert gelitten und Ludwig Krapf. Sie sind dort jahrelang nicht gegen den Widerstand der orthodoxen Kirchen durchgekommen.
Wenn man aber nach Ägypten schaut, dann sieht man ja die Ärmsten der Armen, die in den Müllvierteln leben, die den Müll von Kairo einsammeln, ihn dann verbrennen und sortieren und die Wertstoffe heraussuchen. Das ist ja ein solcher Gestank und so weiter. Und da gibt es so große Höhlen, da sammeln sich sieben, acht, neun Tausend von diesen koptischen Christen. Und dort stehen die Priester mit dem vollen Ornat, für uns völlig fremd, wenn wir aus einer evangelischen Tradition kommen. Und sie evangelisieren so biblisch, so jesusbezogen.
Ich kenne eine ganze Reihe, die sagen: Ich bleibe genau in dieser Kirche drin. Wenn Gott sie erweckt, dann gibt es erst eine Bewegung in Ägypten. Also müssen wir aufpassen, dass wir nicht immer so schnell urteilen. Auch wir freuen uns über jedes geistliche Leben, auch in katholischen Formen und überall dort, wo Jesus Christus Raum gewinnt.
Und das ist so wichtig: der Leib Christi hört nicht an unseren Grenzen auf, sondern geht viel, viel weiter, dort, wo Christus wirklich im Menschen Raum gewinnt. Paulus hatte das Ziel, Christus eine schöne Braut zuzuführen. Das war die Gemeinde. Er wollte die Gemeinde zubereiten, und er nennt sich hier in Vers 25 einen Diener der Gemeinde. Einen Diener der Gemeinde.
Das ist jetzt mein erster Punkt: Paulus gibt sich ganz dem Dienst der Gemeinde hin. Wenn hier von Dienst die Rede ist, steht da Diakon, oder noch schöner vielleicht das Bild vom Steward. Sie kennen das im Flugzeug, wo einer kommt und den Leuten das Essen austeilt und die Getränke gibt. Paulus sagt: Ich bin so ein Diener, der will, dass die Leute richtig essen können. Ja, was sollen sie essen? Dass sie Christus richtig aufnehmen können.
Also das ist ein ganz wichtiger Dienst in der Mission: dass die Gemeinde gebaut wird, dass Christus im Mittelpunkt steht und die Leute durch das Wort, das sagt er auch, dass das Wort reichlich gepredigt werden soll. Wie ein Kellner im Restaurant, der auch die Speisen austeilt, das ist ein Bild für den Dienst, den wir tun.
Auftrag, Leiden und Gebet als Weg der Gemeinde
Viele Missionare leiden, und das darf man in diesem engen Kreis auch einmal sagen, auch an ihren Missionsleitungen. Jetzt brauchen wir niemanden konkret anzuschauen oder jemanden zu nennen, sondern es ist oft schade, dass auch Missionsgremien sehr eng waren. Und alle Missionare haben auch an ihren Organisationsstrukturen gelitten, weil das oft ganz schwer ist.
Sie haben viel weiter an die Gemeinde Jesu gedacht. Die großen Missionare haben sogar ihre Kirchenmitgliedschaften mehrfach gewechselt, weil sie gemerkt haben: Ich bin hier in eine irdische Ordnung eingespannt, und ich will doch Christus dienen. Die Mission war immer weiter und hat diese Gemeinde Jesu gesehen. Das, was Bruder Hagen mir heute Morgen erzählt hat, dass auch die Kale-Heibert-Kirchen Äthiopiens aus presbyterianischen und mennonitischen Wurzeln ganz bewusst miteinander gestaltet wurden, sagt ja: Wir wollen gerade nicht in eine Konfession hinein. Mission hat immer gewollt, die Weite der Gemeinde Jesu zu bauen. Das ist sinnvoll, und da möchte ich dienen, dass Christus im Mittelpunkt steht.
Jetzt haben wir verschiedene Talente, die wir gebrauchen können. Und das ist ja auch das Schöne, dass sich das in der Gemeinde ergänzt, mit den verschiedenen Gaben, über die Paulus oft gesprochen hat. Da hat jeder sein Amt. Und sie brauchen sich nie an anderen zu messen oder sich von anderen Ämtern beeinflussen zu lassen.
In der Gemeinde Jesu gibt es viele Ämter. Wir haben jetzt von unseren christlichen Fachkräften auslands vorgenommen, wir wollen gar keine Gemeinde gründen, wir wollen nur bestehende Gemeinden stärken. Wo brauchen die noch gute Leute? Vielleicht haben sie eine Schule, wo sind Computerlehrer? Dann hilft einer von uns für einige Zeit mit diesen Gaben und bildet Einheimische so lange aus, bis die Gemeinde die Schule wieder besser führen kann. Oder im Krankenpflegedienst oder in der Landwirtschaft oder so.
Aber das setzt den Dienst der Verkündigung nicht außer Kraft. Wir haben in vielen Gemeinden gesagt: Der Dienst der Verkündigung wird super gemacht durch die Christen vor Ort. Die kennen die Sprache, die kennen die Leute, die wissen, wie man da reden muss. Aber wir können sie mit unseren Gaben etwas unterstützen, wir können sie mit finanziellen Gaben in bestimmten Bereichen helfen.
Wir haben uns aber nur eine Regel gesetzt: fast nie Kirchen zu bauen. Weil das eine Not ist. Sie können manchmal auch in der Dritten Welt eine Straße entlanggehen, da ist Kirche um Kirche gebaut und es ist auch leer. Irgendwo hat ein Mensch wieder eine neue Kirche gebaut, und wir sagen: Kirchen muss eine Gemeinde selber bauen können, und das können sie auch. Sie können auch unter dem Baum sitzen und Gott preisen. Also die Kirchenbauten sind gar nicht wichtig. Und dann wird es oft so schwer, dass man da viel zu repräsentativ baut und viel zu groß, und da kommt auch ein Stück menschlicher Stolz raus. Am Ende entsteht doch ein Kölner Dom und so weiter.
Wir sagen immer: Es gibt auch so viele Kirchen, aber wir wollen ihnen gern helfen in ihren Ausbildungsstätten oder wir helfen ihnen bei den Literatursachen oder so. Wir müssen uns ja beschränken, aber beim anderen kann man kaum mehr eine Grenze ziehen. Ich glaube, auch in Deutschland ist das keine Not. Wenn manche Leute sagen, in Deutschland muss man noch 20 neue Gemeinden gründen, ist das eigentlich genug. Es gibt auch genug Freikirchen, und es sind auch nicht alle voll, sondern wir brauchen ein neues Leben mit Christus.
Wir wollen also dienen, dass Christus in den bestehenden Gemeinden wirken kann. Und es gibt so viele Gruppen und Kreise, wenn man im Telefonbuch oft schaut, und viele stehen gerne im Telefonbuch. Es gibt ja noch diese Kreise und Gruppen, und manche in aller Stille. Also Paulus sieht sich als einen Diener an der Gemeinde. Man sollte immer den weiten Blick haben: Wie diene ich an der Gemeinde? Man ist nie auch seiner Ortsgemeinde so verpflichtet. Manche sind ja da sehr hörig und sagen: Ich muss in meiner Gemeinde bleiben. Das sind Menschengesetze. Sondern: Wo kann ich Christus am besten dienen? Wo kann ich der Gemeinde Gottes am besten dienen? Und immer den weiten Blick haben, auch über meinen eigenen Tellerrand hinaus.
Paulus sagt: Ich möchte der Gemeinde mit dem Wort dienen, das Evangelium, das Wort, das will ich reichlich predigen. Die Gemeinde lebt vom Wort. Und nicht vom Organisieren, sie lebt vom Wort. Das ist ja aus vielen Stellen der Schrift, das braucht man jetzt nicht mehr sagen, ganz klar. Damals in Kolossä, dieser Gemeinde im Lykostal. Wenn sie die Türkeireise machen, fragen andere, dass sie auf den Hügel von Kolossä können. Die meisten Guides in der Türkei finden nicht mal den Hügel von Kolossä. So ist das vergessen. Aber für uns doch ein wichtiger Punkt, wenn man noch mal ein Stück aus dem Kolosserbrief liest.
Die Gemeinde ist untergegangen, aber in dieser Gemeinde waren fremde Irrlehrer eingedrungen, die die Fülle bringen wollen. Die Fülle spielt ja ganz wichtige Sachen, Christus, das Pläroma, das, was alles erfüllt. Die haben gesagt, die ist ganz groß, und da haben sie nach irgendwelchen Erlebnissen gesucht. Und Paulus sagt: Die Fülle ist in Christus. Es gibt keine andere Fülle. Und wenn das Evangelium von Christus gepredigt wird, ist die Fülle da. Wer das hat, der hat alles. Das war sein Kampf mit Leuten, die irgendwelche Erlebnisse gesucht haben. Da in Christus kriegst du alles.
Und als er das niederschrieb, war der Paulus im Gefängnis, das vielleicht doch noch zum Vers 24, und sagt: Ich darf das auch tun, wenn ich gefangen bin. Ich verstehe, dass nie wieder Paulus das fertigbrachte mit dem Leiden. Er hat doch so viele Aufgaben gesehen, hatte solche Reisepläne und war jahrelang eingesperrt und konnte nicht wirken. Und er sieht seinen Dienst, gerade im Kolosserbrief kommt er nach Kapitel vier in der Fürbitte, und sagt: Das Größte wird im Gebet getan. Ihr lieben Leute, die ihr nicht mehr viel tun könnt: Das Größte, was ihr tut, ist das Beten. Für die Gemeinde, durch das Gebet wird zu helfen, wir kämpfen mit Beten. Und Herr Paulus, dass Christus Raum gewinnt, wenn es eine Erweckung, wenn es ein Aufbruch, wenn es neues Leben in der Gemeinde kommt, so ein Gebet!
Wenn bei uns oft Sendungen zurückkommen mit den Briefen von unseren Nachrichten, und da steht immer verstorben, verstorben, verstorben. Und es sagt die Mitarbeiterin, die zuständig ist: Im Himmel gibt es wieder Gedränge. Weil jetzt wieder so viele angekommen sind. Aber ich denke mir, da fehlen eine ganze Reihe Beter. Das waren die alten, treuen Leute, die gebetet haben, ob die Jungen dann nachwachsen. Das merken, das ist unsere Aufgabe jetzt.
Und ich freue mich immer, wenn jemand schreibt: Ich kann keine Gaben mehr schicken. Aber beten Sie doch weiter. Wenn Sie die Nachricht nur beten, begleiten, ist das Größte, was Sie tun können. Ich weiß doch, was die Altenheimsätze und Pflegeheimsätze sind, wenn man nur noch Sozialhilfe, Taschengeld und so weiter kriegt. Wir entwürdigen das, es geht ja nicht um Geld. Es geht doch darum, dass die Christusgemeinde gebaut wird.
Jesus hat in Johannes 17 auch gebetet für die Gemeinde, dass sie eins sind, nicht dass wir eine Organisation haben oder in allen Meinungen über Politik oder was eins sind, sondern dass wir in Christus verwurzelt sind, so wie Christus im Vater ist, dass Christus die Mitte unseres Lebens ist. Beten wir dafür und ringen wir damit! Und das hat Paulus im Gefängnis getan und hat gesagt: Diese Leiden sind nötig, damit die Gemeinde nicht verflacht.
Es ist ganz schlimm, dass auch bei uns in Deutschland die Zeit 50 Jahre nach dem Zweiten Krieg uns gar nicht zum geistlichen Leben geholfen hat, sondern bloß zum Wohlstand, zum Reichtum. Ich traf bei einem Hausbesuch eine Frau, die war völlig unglücklich und hat gesagt: Ist das schlimm, ich zahle 56 Prozent Steuern, das ist eine Verdienung, sehr begut. Dass die Sorgen der Frommen werden, wir haben eine ganz verdrehte Welt oft, dass wir wieder dort zurückkehren, wo wir 1945 standen, und viele von Ihnen haben das noch miterlebt, wie man gerungen hat, nur für einen der Hunger ganz groß war nach Christus, wie die Versammlungen voll waren.
Und wir wissen eben doch, dass das Leiden oft auch Gemeinde Jesu ausgelöscht hat, aber oft auch zur Konzentration wieder geführt hat. Zur Konzentration und zur neuen Hingabe an den Herrn. Das ist im Moment mein Gebet, dass in Indonesien diese Verfolgung, diese oft auch erstarrten Gemeinden, gerade auf den Molukken gibt es sehr viel erstarrtes Kolonialchristentum, wieder zu neuem Leben führt.
Dort haben leider nach den ersten Tagen, wo diese Moslems angefangen haben, die Christenhäuser niederzubringen, viele Christen zurückgeschlagen. Und man muss auch sagen, es sind mehr Moslems dann umgekommen, als Christen vorher getötet wurden. Und das ist für das Evangelium ein großes Hindernis. Es war nicht in allen Gemeinden so, aber den Molukken war das schwer. Ich habe mit einem Mann gesprochen, der hat alle seine drei Söhne verloren. Und der sagt: Ich bilde jetzt junge Leute am Gewehr aus, das kommt nicht noch mal vor.
Das kann man verstehen. Wenn der Staat nicht mehr in der Lage ist, diesen Unruhen zu wehren, gibt es das Recht auf Selbstverteidigung, aber für das Evangelium ist es ein Hindernis. Das kann gar nicht sein, und ich kenne viele Gemeinden in Indonesien, die erweckt sind und die keine Rachegedanken haben, die nur für ihre Verfolger beten und die sich in den Trümmern ihrer Kirche versammeln. Und das wollen wir, dass neues Leben entsteht. Darum beten wir und darum ringen wir, und das ist auch unser ganzes Bemühen, wo jetzt wieder eine solche Aufbauarbeit auf den Molukken geschieht.
Ich war gerade im letzten Jahr zu Pfingsten auf dieser Molukkeninsel Halmahera in den schlimmsten Zuständen, als noch kein Flugzeug ging und als das Militär noch Schützengräben überall mitten in der Stadt hatte. Aber das Militär ist in Indonesien genauso gefährlich, und die haben an den Ermordungen sehr viel Anteil gehabt. Aber ich predige immer ungern, weil ich sage, ich habe doch ein westliches Denken und lasse doch die Einheimischen predigen. Aber da haben die mich gebeten, und ich habe nur zeugnishaft erzählt, wie unsere deutschen Soldaten gelitten haben und wie sie nach 50 Jahren oft noch nicht das unter die Füße bekommen haben, die Menschen, die sie im Krieg erschießen mussten, und die mir dann erzählten, die Gesichter kommen wieder.
Und da war auf einmal ein großes Geschehen, was Wiedergeburt heißt, was Neugeburt heißt, ein Thema, das in dieser Kirche, einer Kirche holländischen Ursprungs, überhaupt nicht mehr gepredigt wurde. Und es war dann wunderbar, wie es der indonesische Universitätsrektor Doktor Jan Nanere, dessen Sohn selber erschlagen wurde, aufgenommen hat, so dass nach dem Gottesdienst die Moslems, die gegenüber der Kirche waren, mit Lautsprecher das Mittagessen eingeladen hat. Die waren interessiert in der Botschaft, ob es das gibt, Erneuerung des Lebens.
Und das ist mir so wichtig, dass das jetzt in diesen Gebieten geschieht, wo so schreckliche Übergriffe und Auseinandersetzungen waren, dass Christus wirklich erneuert, verändert, Menschen durch seine Kraft verwandelt.
Leiden, Umkehr und die Kraft Christi
Also sagt Paulus: In den Leiden ist es wichtig, dass die Menschen nicht in den Leiden verwendet werden, sondern dass die Menschen in den Leiden verwendet werden. In den Leiden, in der Bedrängnis. Leiden sind immer Drangsale, und Drangsale kann man sich so vorstellen, wenn einer mit dem Herzen zu schnüren keine Luft mehr kriegt. Wenn es wirklich um die letzte Angst geht: In der Welt habt ihr Angst, in der Welt habt ihr diese Bedrängnis, aber seid groß, ich habe die Welt überwunden.
Das Erleben der Macht Christi und dass eine Gemeinde überdauernde Buße, das ist auch ein wichtiger Punkt, der oft vernachlässigt wird. Buße ist wichtig, Umkehr zu Christus hin, und diese Kraft erlebt. Ich freue mich, dass ich für die Gemeinde leiden darf. Das, was ich leide, dient der Gemeinde zur Erbauung.
Präsident Humburg hat im Kirchenkampf des Dritten Reichs immer gesagt: Wenn der Pfarrer in die Mühle kommt, dann kriegt die Gemeinde das Öl, wie wenn die Oliven ausgepresst werden. Da wird alles plötzlich tiefer und echter. Und die Jesusnachfolge wird klarer. Und das soll uns auch am Leiden der Gemeinde und an der Verfolgung der Gemeinde interessieren.
Ich habe nie ein Ja gehabt, wenn wir heute Unterschriften sammeln für Religionsfreiheit. Es sagt, das soll Amnesty International tun. Wer will, kann das oder über die, wie heißt die Gesellschaft für Menschenrechte, tun? Ich habe immer ein Bedenken gehabt, ob wir als Jesusgemeinde ein Recht haben, in dieser Welt für Religionsfreiheit zu demonstrieren. Denn wir wissen doch, dass in dieser Welt die Gemeinde Jesu ein Fremdkörper ist und gehasst wird. Und wir sollten Fürbitte tun, auch namentlich Fürbitte für verfolgte Gemeinde, für verfolgte Christen, für Leute, die in Haft sind. Was war das schön, als man für die Schelternau-Leute gebetet hat.
Aber demonstrieren ist mir immer schwierig. Ich weiß auch nicht, ob es von Erfolg gekrönt ist, weil die Welt Angst hat vor dem freien Zeugnis der Christen. Das ist sehr merkwürdig. Religionsfreiheit wird auch in unserer Bundesrepublik nicht akzeptiert zu den Asylgründen. Und ich habe auch noch nie Christen geraten zu fliehen, auch nicht in der schlimmsten Zeit der kommunistischen Verfolgung, weil ich nicht glaube, dass die Christen glücklich werden, wenn sie ihre Heimat verlassen, sondern dieses Zeichen ist notwendig, wie der Paul es zu leiten, damit die Gemeinde nicht verflacht und damit immer wieder deutlich wird, wo der Widerstand liegt.
Beim Kommunismus war es so, dass der Kommunismus sich erregt hat, wenn irgendein Mensch eine Kinderstunde gehalten hat. In Jesusgeschichten erzählt zu haben, war es für das System gefährlich, wenn man Bibeln hineingebracht hat. Da war es gefährlich. Es gibt ja die, die Raketen zum Mond schießen und Angst vor dem Import von Bibeln haben. Aber da wurde ja etwas deutlich, um welchen Punkt es geht. Und heute beim Islam: Warum ist die Auseinandersetzung? Mit Muslimen kann man friedlich zusammenleben, aber am Jesuszeugnis gibt es keinen Kompromiss. Am Jesuszeugnis gibt es keinen Kompromiss. Ganz, ganz wichtig, dass hier kein Ausgleich möglich ist, nämlich wo Jesus der Gottessohn ist. Jesus als Prophet, da kann man sich schnell wieder einigen wie Muslime, aber Jesus als der Sohn Gottes, als der einzige Weg zu Gott, da gibt es keinen Ausgleich mehr.
Also darum ist das Leiden wichtig, weil es uns wieder an diesen Punkt zurückführt, und das war mein erster Punkt: Paulus ist ein Diener der Gemeinde.
Das Ziel Gottes und die Vollendung der Gemeinde
Und zweitens: Was ist die Aufgabe der Gemeinde nun? Wir haben gesagt, die Gemeinde ist das Ziel Gottes. Da spricht Paulus vom Mysterium, vom Geheimnis.
Nun, die Gemeinde ist nichts Mysteriöses, nichts Geheimnisvolles. Die Gemeinde ist offen, lebt doch offen, welche Gruppe das jetzt auch ist, ob es ein Bibelkreis ist, ob es Jugendarbeit ist, ob es eine Kirche ist oder was das nun auch ist.
Nein, Paulus sagt: Das Geheimnis, das Gott von Anfang der Welt an wollte, war das Ziel, die Gemeinde. Wenn ich davon rede, auf der langen Steinbacher Höhe, ist das wie Öl nach Athen zu tragen. Denn kein Thema ist dort so wunderbar entdeckt wie auf der langen Steinbacher Höhe: das Geheimnis der Gemeinde, das Gott von Anfang der Welt an wollte, das große Ziel.
Das hat Mose nicht ahnen können, das hat David nicht ahnen können, was wir heute wissen. Das war das Geheimnis. Das haben die Apostel erst langsam geahnt, und sie haben noch gar nicht gewusst, dass die Heiden mit dazugehören und dass das erst die Vollendung der Gemeinde ist.
Und wir wissen doch: Jesus kann nicht wiederkommen, bis es die Gemeinde aus allen Nationen gibt. Ein Zinzendorf hat noch gedacht, es genügt, wenn aus jedem Volk einer Christ geworden ist. Der Erstling, hat er immer gesagt, der Prototyp, einer genügt. Also natürlich wollte er auch mehr, aber er hat dann gedacht, dann sind wir ganz nah dran.
Wir wissen nicht genau, wie die Vollzahl ist, die Jesus will. Aber darauf sollten wir viel mehr Kraft legen und uns viel mehr mühen, dass alle eingebracht werden, die noch dazugehören. Darum kann nicht Ruhe werden, bis die Liebe Jesu siegt. Es ist noch Raum, sein Haus ist noch nicht voll.
Jetzt geht hinaus: 2000 Jahre Geschichten der Christen, und wir haben das noch nicht fertiggebracht, bis zu den letzten Völkerschaften der Welt das Evangelium zu tragen, von der Liebe Jesu zu bezeugen. Aber das gehört für die Gemeinde dazu, dass alle Nationen, Völker und Sprachen dazugehören.
Es ist ein kleines Problem: Wir wissen gar nicht, wie viele Sprachen es gibt. Die Abgrenzung ist ein bisschen schwierig. Wo hört die Sprache auf, wo fängt der Dialekt an? Sind das noch dreitausend Sprachen? Ich bin auch nicht glücklich, wenn man die Bibelübersetzung in allzu kleine Sprachen macht. Das darf ich auch mal sagen, weil ich immer wieder frage: Wir müssen auch ein bisschen rationell denken. Also wenn der Grundschulunterricht in einer anderen Sprache gemacht wird, braucht man nicht alles in der Ursprache zu machen. Also muss ich nicht das Evangelium in Schwäbisch lesen. Ich kann es auch in Schriftdeutsch lesen.
Und so ist es etwa in Papua-Neuguinea: Das Pidgin-Englisch ist heute so, dass es viele Stammessprachen verdrängt hat. Und ich würde meinen, die jungen Leute wachsen so auf. In Indonesien hat man das gesehen, das Malaiische wurde ja Indonesisch, und heute ist das Javanisch kaum mehr in Gebrauch. Die Sprache ist am Aussterben, die alten Leute sprechen noch Javanisch.
Also man muss nicht jede Sprache übersetzen. Man muss eben sehen: In welchen Sprachen wird die Zeitung geschrieben sein? Wie wird das Geschäftsleben sein? So dass diese Menschen in einer verständlichen Sprache das lesen können.
Darum geht es jetzt nicht darum, in jeder noch so kleinen Sprachgruppe das Evangelium zu übersetzen. Es wird auch bei den Indianern so werden: Sobald sie Bildung kriegen und Schulwesen haben, werden sie natürlich gemeinsame Sprachen sprechen. Aber das ist eine Frage, über die man streiten kann.
Aber die Gemeinde ist wichtig, aus all diesen Gruppen, dass alle erreicht werden mit dem Evangelium bis zu den fernsten Inseln. Obwohl auf den fernsten Inseln im Pazifik das Evangelium schon sehr früh, schon im 19. Jahrhundert, durchgebrochen ist, und zwar wie auf Samoa und so weiter, wo es bald 100 der Bevölkerung sicher wieder Traditionen so, aber das Evangelium ist hörbar, ist bekannt, wird auch überall den Menschen mitgeteilt.
Aber so viele Menschen, die noch nie von Jesus gehört haben: Es ist doch wichtig, ihnen zu sagen. Das ist etwas, was ich gerne tue, wenn ich so Leute frage, die konvertiert sind aus Islam, Buddhismus, und frage: Warum seid ihr eigentlich Christen geworden? Das ist interessant. Ein Moslem, ein Arzt mal aus Senegal oder so, sei es interessant: Der Vater war Koranlehrer, warum bist du Christ geworden? Oder in Burma so: Ehemals buddhistische Mönche, warum bist du Christ geworden? Der ganze Reichtum des Buddhismus, der uns so fasziniert.
Wissen Sie, was die Antwort ist? Als wir von Jesus gehört haben. Immer Jesus.
Was ich gestern sagte: Wenn Sie mit Moslems reden, streiten Sie doch nicht. Streiten Sie nicht über den Koran und gar über den Propheten oder über Schechten oder sonst was, sondern machen Sie ihnen Jesus lieb, und das zieht. Ganz einfach positiv, weil Jesus Menschen zieht und sagt: Das habe ich noch nie gehört, dass es das gibt. Und dann kann es einer im Evangelium lesen, und dann soll er selber merken, was mit seiner angestammten Religion ist. Da braucht es einen langen Erkenntnisprozess.
Aber sie soll nie etwas Negatives sagen, dann kommen sie nicht weiter. Das ist ein alter Satz, weil das kennen Sie auch bei Diskussionen, bei Gesprächen, da schaltet der andere ab.
Aber dass Sie die Menschen ... das ist die Aufgabe der Gemeinde, die Aufgabe der Mission: Jesus großzumachen. Das Mysterium der Gemeinde ist jetzt nicht, irgendwelche geheimnisvollen Gottesdienste zu machen mit feierlichen Sängen und irgendwie theatralischen Dingen, sondern dass Christus ganz deutlich hervortritt und das Geheimnis offenbar wird, dass Christus diese Menschen lieb hat und in ihnen wohnen will.
Christus in uns und die Verwandlung des Lebens
Und wenn wir in den Missionsberichten lesen, das habe ich ja schon gestern gesagt, interessiert mich das: Wo kommt es zu diesem Punkt? Oder wo wird darunter gelitten, dass es nicht kommt? Wo muss man dafür beten?
Es geht doch nicht darum, um diese Äußerlichkeiten. Das Auto ist kaputt, und Kinder sind krank gewesen, das darf man auch schreiben, natürlich, das Menschliche gehört dazu. Aber das, was in der Mission so interessant ist, das war ja heute mein Thema, das Erlebnis, wie Christus Menschen sucht, Menschen zieht.
Eines Tages kamen Geschäftsleute, die viel nach China gehen, zu mir und sagten: Da ist wieder ein Mann in einer Delegation, ein Professor einer Universität, und er würde gern getauft werden. Es sind Leute gewesen von sehr, sehr treuer Art, Bibelchristen mit sehr tiefem geistigen Leben. Seit vielen Jahren habe ich ihn im Glauben unterwiesen. Er will gern getauft werden, aber er kann das in China nicht machen lassen. Seine Frau ist auch Professorin, und wenn das bekannt wird in China, verliert er seine Professur. Das sei nach wie vor noch schwierig.
Und dann haben wir ihn getauft. In einem Extragottesdienst, weil er ja auch mit einer Regierungsdelegation unterwegs war, wollte er auch hier das nicht. Ich habe vorher mit ihm ein Gespräch geführt, was für ihn das bedeutet, und er hat das so eindrücklich wiedererzählt und sagt: Ich habe in den Kommunismus geglaubt, mein Leben lang. Ich war fanatisch, und die Gesellschaft, die soziale Gerechtigkeit, war mir mein Ziel. Und dann kam das Morden auf den Platz des himmlischen Friedens. Uns ist eine Welt zusammengebrochen, wir wussten nicht mehr, was unser Leben sein soll. Und ich habe den Koran gelesen, ich habe mich in den Buddhismus vertieft, ich habe den Aberglauben studiert, und dann habe ich das erste Mal von Jesus gehört. Und seit er mich das wissen ließ, komme ich nicht mehr los, und ich will diesem Jesus gehören.
Wunderbar! Das ist das Geheimnis, dass Christus hier zu Menschen kommt, die gar keine Ahnung haben, die ganz weit weg sind. Und das beschreibt Paulus hier: denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses ist. Was ist das Mysteriöse? Nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Christus in Menschen. Christus lebt in mir, und was ich lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes.
Wir haben das ein bisschen despektierlich gesagt von den Kasachen, aber natürlich: Dann stört mich der Geruch nicht mehr, weil ich im Anderen etwas nach Christus sehe. Ich freue mich daran. Der kann Gewohnheiten haben, dann kann man mit einem Zigeuner Igel essen oder was die machen. Oder ein anderer Missionar erzählte mir, wie sie Ratten gegessen haben in Thailand und so weiter. Und dann stört mich das nicht mehr, weil ich Christus in einem Menschen sehe. Und ich kann auch selbst Kulturschranken überwinden. Das Geheimnis ist: Christus wohnt in Menschen und macht Neues in Menschen.
Das ist durch die Weltgeschichte hindurch der Plan. Und darum hat mich das eben auch ein bisschen interessiert, auch mit diesem Büchlein Jenseits der endlosen Meere, diese wunderbare Geschichte, dass mitten aus den schrecklichsten Zuständen der Kirche damals, als die Pfarrer so schrecklich in England waren, es war schlimm im achtzehnten Jahrhundert, wieder der Missbrauch war in der anglikanischen Kirche, da waren ein paar Leute, die mit Jesus lebten. Und da hat die Reichsgottesgeschichte auf einmal wieder ganz neu angefangen, und zwar ja auch bei uns in der Zeit der Aufklärung und überall. Und dann war August Hermann Frankes Halle, und dann war Zinzendorfs Herrnhut, und da sind die Missionsboten hinausgegangen.
Und wir haben es in unserer Zeit wieder ganz neu erlebt: 1968 der Aufruhr der jungen Generation, und dann kam die große Werbeaktion „Weiße Missionare raus“, darüber sollten wir uns freuen, wurde veröffentlicht, und alles. Da war die Mission, wie hat Philipp Potter gesagt: „Mission ist out, Mission ist vorbei.“ Generalsekretär des Weltkirchenrats, und das war die Zeit. Als in einer Dachstockwohnung in Korntal die deutsche Missionsgemeinschaft gegründet wurde. Nicht merkwürdig. Da auf einmal sind Werke gegründet worden, man hat zunächst gar nichts davon gewusst, und später hat man gemerkt, das sind ganz große Dinge des Reiches Gottes gewesen. Und da ist etwas geschehen an der Erfüllung des Planes Gottes, dass Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit, sich offenbar machen kann.
Jetzt hoffe ich, dass das deutlich wurde: Die Bekehrung, wenn Christus in Menschen wohnt, bedeutet gleichzeitig eine Revolution des Lebens. Ich habe gestern gesagt von den Machos in Lateinamerika: Wenn es nicht dazu kommt, hat es gar keinen Wert. Wenn nicht plötzlich die Liebe Jesu in einem Menschen siegt, wenn Bitterkeit und Hass überwunden werden von der Liebe.
Eine der schönsten Geschichten der Mission waren die Pecheren auf Feuerland, von denen Darwin gesagt hat, sie seien keiner Veredlung fähig. Das seien so rohe Menschen, dass nur ein Monat im Jahr überhaupt Eis weg ist auf Feuerland. Und wo Darwin, als er erlebt hat, was aus der Gardinermission dort wurde, gesagt hat: Ich möchte Ehrenmitglied in der Missionsgesellschaft werden. Was dort durch die Verkündigung des Evangeliums geschehen ist! Darwin war ja kein gläubiger Christ. Was ihn beeindruckt hat, weil er sagte: Menschen ... er ging ja davon aus, dass der Mensch vom Tier abstammt, und er sagt, es gibt einfach Volksgruppen, die sind den Tieren ähnlich. Das sind natürlich Dinge, die ja bei uns vielleicht etwas tabuisiert werden, aber viele Leute haben sicher den Glauben und rechnen nicht damit, was das Evangelium, was Jesus aus einem Menschen machen kann.
Und all die Geschichten, die man dann hören muss auf Borneo, wie die Stämme oder bei den Indianern, weiß man auch, durch Alkohol und alles so weit abgesunken sind, dass sie gar keine Zukunftshoffnung mehr haben. Und dann kam das Evangelium, dann fingen die Männer wieder an, ihr Land zu bestellen. Dann haben sie auf einmal für die Familie gesorgt. Es geschieht eine totale Veränderung. Dass das das Evangelium kann, ich war da beim Help Center, wo da einer sprach, der heute in Heimleiden Thüringen, und sagte von seiner schrecklichen Trunksucht: Innerhalb einer Stunde hat mich Jesus freigemacht. Ich wusste gar nicht ... Ich weiß, dass lange Therapien manchmal nötig sind, dass es in unseren Tagen noch geschieht, ist aufsehenerregend.
Und was gibt uns das Hoffnung, wo sie doch auch oft in ihren Familien solche Nöte haben? Das wird ja oft auch bei uns gar nicht angesprochen, dass Jesus verändern will und erneuern will. Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit.
Das Ziel der Vollkommenheit in Christus
Da sind wir beim Letzten: Alle Welt muss ein Wort hören, nämlich warum. Weil die Menschen, denen verkündigen wir es, dass deshalb war Paulus rastlos tätig. Ich muss es predigen, sagt er ja in 1. Korinther 9: Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht predige. Wir ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen.
Wir haben heute Morgen schon so eine tolle Beispielsache gehört. Ich glaube, einige waren beteiligt. Ich habe Zeitung gelesen und habe doch ein bisschen zugehört, wie man es vielleicht doch tun darf. Wie jemand, der sagt: Das ist mein Ziel, Christus ähnlich zu werden. Er sagt: Ich schaffe es ja nicht ganz, aber es ist mein Ziel. Es ist herrlich, sobald Christus aufgenommen wurde ins Leben. Jetzt soll mein ganzes Leben auf Christus hin umgestaltet werden, bis wir ihn sehen in der Herrlichkeit. Diese energische Dynamik: Ich will meinen Lebensstil umgestalten. Ich möchte wie Christus empfinden. Ich habe eine Sehnsucht. Ich bin nicht fehlerlos, ich bin nicht sinnlos, sagte gleich der eine. Das war im Lesezimmer, wo die Zeitungen ausliegen, kurz vor dem Frühstück, in der Wartepause.
Aber schön, wenn man solche Gespräche hat und sagt: Das ist doch mein Lebensziel, ich will Christus ähnlich werden. Seitdem die Hoffnung der Herrlichkeit aufgeleuchtet hat, werde ich nie wie Christus werden. Aber es ist doch herrlich, wenn Christus schon seine Spuren in mein Leben einzeichnen kann, und alle Menschen haben ein Recht darauf, das zu hören.
Die Anthropologen sagen immer: Lasst die Leute, wie sie sind. Das ist ja furchtbar: Lasst die Leute, wie sie sind, in ihrem Streit, in ihrer unzufriedenen, quengelnden Art. Es ist toll, wenn dann die Leute erzählen: Mein Grossvater war Menschenfresser, mein Grossvater war Kopfjäger. Doktor Benwati, der grosse indische Evangelist und Theologe, sagte: Mein Grossvater war Kopfjäger, der die Köpfe der Erschlagenen, den Totenkopf da, in seinem Gürtel aufgehängt oder in seinem Haus als stolzen Schmuck ausgehängt hat.
Und so: Was ist das? Menschen wurden verändert. Das muss man sagen: die heilenden Kräfte Jesu, die Herrschaft Jesu. Wer Jesus aufnimmt, der dient nicht der Sünde, kann nicht der Sünde dienen. Da kommt Erneuerung der Welt, Hoffnung, weil da soziale Gerechtigkeit und Frieden und Leben und Güte herauskommen für uns.
Es gibt ja immer wieder Leute, die sagen: Genügt das immer bloß, Jesus zu verkünden? Ja, weil Jesus diese Dynamik der Veränderung in sich bringt, dass ich erneuert werde in sein Bild hinein und dass er mich verändern will. Je älter ich werde im Glauben, umso mehr leide ich an meiner Sünde. Ich habe das bei meiner Bekehrung noch nicht geahnt. Und trotzdem dürfen wir es geheimnisvoll fassen, dass der Herr das tun kann, ohne dass wir es oft sehen, dass Christus auf geheimnisvolle Weise in unserer Schwäche Segensspuren liegt.
Das ist wunderbar, auch im Missionsdienst. Das sind sehr unvollkommene Leute und auch sehr schwierige Leute, aber Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit, und dass jeder Mensch vollkommen ist, in Christus sich immer mehr zu Christus hin bewegt und auf Christus hin und ganz Christus gehört. Das ist unser großes Ziel: die Gemeinde aus allen Völkern und Nationen.
Ein persönliches Zeugnis und das abschließende Gebet
Jetzt habe ich Ihnen in diesen Tagen immer wieder auch noch Geschichten erzählen dürfen. Jetzt will ich es doch zum Schluss erzählen. Das hat mir vor etwa einem Jahr doch der Kirchenpräsident von der Kirche von Hans Hagen erzählt und hat mir dann auch noch schriftlich mitgegeben von einer Steuerinspektorin in Äthiopien, 35 Jahre alt. Und die wurde zu ihrem Leidwesen nach Mitsandtephori entsandt.
Die sagte: Das ist ein Ende der Welt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, nämlich 345 Meilen, das ist so fast über 500 Kilometer weit westlich von Addis Abeba, ganz an der Grenze zum Sudan hin. Da war sie ganz allein. Aber es war ja auch ein Rätsel, wie sie dort die Steuern eintreiben soll. Und dann hat sie eine Hütte bezogen, und die bestand aus zwei Zimmern, also zimmerisch und gut gesagt. Das waren so schlichte Hütten mit Brettern abgeteilt. Und dann ist sie hineingegangen und hat gesagt: Jesus, dir weihe ich das. Das ist dein Haus. Und du wirst dir hier eine Gemeinde berufen.
Da gab es keine Christen in dieser Stadt, wo sie war, Chaco. Nach einem Jahr waren 400 zum Glauben gekommen durch eine schlichte Regierungsbeamtin. Sie hat weiter gebetet, da sind eine ganze Reihe Gemeinden entstanden, in dem Ort Buri. Sie müssen man gar nicht kennen. 75 Meilen entfernt eine Gemeinde mit 120 Gläubigen. Dann hat sie neue Prediger von ihrem eigenen Geld angestellt, und das hat eine ganze Erwägung von über zweitausend Gläubigen, ein Christ, nicht weil die das konnte oder weil die das gelernt hat durch ein Trainingsprogramm oder weil die ein Handbuch in der Armung getragen hat, sondern weil Christus in ihr wirkte.
Und das ist bei Ihnen nicht anders. Sie trauen die Geschichten nicht hören. Wenn Sie zurückgehen von diesen Tagen der Konferenz, dürfen Sie wissen: Ich darf ein Segen sein für viele Menschen, weil Christus in mir ist, in aller Schwachheit meines Lebens.
Wir möchten noch beten:
Herr Jesus, wir danken Dir, dass Du Wohnen machst und dass das Dein Ziel ist. Wir finden uns oft so unsympathisch, aber Du hast diese Liebe zu uns, und wir wissen, dass Du uns noch viel mehr in Dein Bild umwandeln wirst. Herr Jesus, tut uns leid, wo wir Dich dabei aufhalten und Dich nicht wirken lassen.
Du hast uns an schwierige Plätze gestellt, wo wir viel beklagen können. Aber Du gehst ja mit uns, und Du segnest uns. Wir wollen dies auch erbitten für Deine Boten, wo sie heute an schwierigen Plätzen stehen, dass Du sie erfüllst, dass sie nur nicht Dich verlieren und die Gabe Deines Geistes, dass sie ihre Sendungen, ihren Auftrag nicht verlieren, dass sie nicht erdrückt werden in der Menge der Aufgaben.
Davor bewahren wir uns auch, lieber Herr, dass wir nur das eine suchen, dass wir Deine Diener sind und Deiner Gemeinde helfen können, dass Deine Gemeinde gebaut wird, gegründet auf dem Grund der Apostel und Propheten.
Danke für die Ermutigung, für die Freude, für die Stärkung, die wir aus Deinem Wort empfangen. Amen.

