Serie•Teil 25 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
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Rückblick auf den Weg durch den Hebräerbrief
Wir sind am Ende der Bibelwoche angekommen, Bibelwoche 2019, Hebräerbrief, und wir sind nach drei Bibelwochen über diesem Brief auch am Ende des Hebräerbriefes angekommen. Und der eine oder andere wird wahrscheinlich durchatmen und sagen: Halleluja.
Ich gebe zu, es war nicht der leichteste Brief. Ich finde ihn trotzdem toll. Und ich schaue noch einmal zurück, wo wir gestartet sind letzten Sonntag, mit dieser markigen Aufforderung: Werft eure Zuversicht nicht weg. Hebräer 10,35.
Eine Woche lang haben wir angeschaut, wie der Autor des Hebräerbriefes ein Argument nach dem anderen bringt, um zu zeigen, wie verrückt es wäre, sich die Belohnung, nämlich das ewige Leben, entgehen zu lassen. Da, wo man schon mal irgendwie dabei ist, jetzt wieder auszuscheren und am Ende doch ohne das ewige Leben hier abzutreten.
Gestern sind wir dann eingetreten in ein paar abschließende Ermahnungen. Wir haben angefangen, Hebräer 13 zu betrachten. Einiges wurde schon genannt. Es ging um die Wichtigkeit der Bruderliebe, es ging um den Wert von Gastfreundschaft, es ging um die Heiligkeit der Ehe, die Gefahr von Habgier, darum, dass es ein Plus ist, wenn man gute Vorbilder hat und sich an ihnen orientiert. Es ging um die Gefahren von Irrlehre, und ganz am Schluss war Jesus unser Thema. Jesus, von dem es hieß, dass er derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Hebräer 13,8.
Kommst du zu mir? Macht er was mit mir? Soll ich warten? Einfach weiter, ihr seid sicher, da hinten, okay, gut. Ich bin immer unsicher, wenn Techniker laufen. Ich traue Technikern alles zu, aber ich weiß, wenn sie unterwegs sind, dass irgendetwas, was ich nicht verstehe, im Hintergrund nicht so läuft. Und wenn die so hinter dem Pult stehen und schauen, dann weiß ich nicht, ob ich einfach weiterreden kann. Ich mache jetzt weiter, richtig? Ja, okay, gut, danke.
Also: Jesus, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Wir können uns an ihm orientieren, auf ihn vertrauen, weil er unveränderlich ist. Jesus hat für unsere Schuld gelitten. Er ist unser Hoher Priester geworden, und ich möchte gerne starten mit Hebräer 8, die Verse 1 und 2.
Ich weiß nicht genau, was ihr vom Hebräerbrief verstanden habt. Vielleicht bist du ab und zu zwischendrin mal ausgestiegen. Mich fasziniert der Hebräerbrief, ich bin aber auch ein Freak. Es gibt Leute, die, wenn es dann so ums himmlische Jerusalem geht oder um den großen Versöhnungstag oder um einen Priester nach der Weise Melchisedeks, einfach nur Bahnhof verstehen. Und das ist ein Stück weit okay, wenn du die Hauptsache verstanden hast. Und die will ich uns am Ende noch einmal vor Augen malen.
Hebräer 8,1-2: Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohen Priester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln.
Okay, das ist die Hauptsache. Du hast einen Hohen Priester, du hast Jesus, und er hat für deine Schuld das Opfer gebracht, das nötig war, um dich zu retten. Und Gott, der Vater, hat ihn dafür gefeiert und ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben. Bitte mit!
Und wenn wir diese Hauptsache verstanden haben und mir sagt: Okay, da ist ein Haken dran, ich weiß, wer Jesus ist, ich weiß, wer Jesus für mich sein wollte, mein großer Hoher Priester, der für meine Schuld bezahlt hat und der dafür jetzt zur Rechten Gottes sitzt, dann können wir weitermachen in Kapitel 13 und uns die letzten elf Verse anschauen.
Lob, das sichtbar werden soll
Hebräer 13,15
Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen oder preisen.
Also: Weil wir diesen Hohen Priester haben und durch Jesus Gott nahen dürfen, ist es unser Vorrecht, Gott zu loben und ihm Lobopfer darzubringen. Das haben wir eben gemacht, als wir gesungen haben. Ist euch vielleicht nicht aufgefallen, aber es ist so.
Dieses „stets“ deutet darauf hin, dass wir damit nicht aufhören sollen. Ich möchte uns Mut machen, darüber nachzudenken, ob wir Gott genug loben, ob wir uns ausreichend über ihn freuen. Gerade wenn man so depri drauf ist und wenn Dinge nicht so klappen, ist das eine total wichtige Sache. Ob wir in puncto Dank, Anbetung und Lob vielleicht eher ein Stück zurückhaltend sind.
Kennt ihr dieses schwäbische Sprichwort: „Nett geschimpft ist globt genug“? Also: Nicht geschimpft ist schon genug gelobt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir ein bisschen so mit Gott umgehen.
Gott überschüttet unser Leben mit Gutem. Wenn ihr mir nicht glaubt, ich garantiere: Wenn du ein klein bisschen nachdenkst, kannst du einhundert Sachen finden, die in deinem Leben toll sind. Ich garantiere, das ist kein Ding. Du brauchst vielleicht fünf bis zehn Minuten, um darüber nachzudenken, aber du würdest hundert Sachen finden, die in deinem Leben einfach toll sind. Und du kannst damit anfangen, dass du atmen kannst, dass du heute Morgen ein Frühstück hattest und dass du in einem Land lebst, in dem Frieden herrscht. Und du kannst weitermachen.
Es ist überhaupt kein Problem: Gott überschüttet uns mit Gutem. Und die Frage ist, ob wir so sehr loben und preisen, wie er es verdient.
Und der Text sagt: Lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen oder preisen. Man kann beides übersetzen, beides ist möglich. Also besteht unser Lobopfer entweder darin, dass wir Gott preisen, ihm Lieder singen und ihm danken, oder eben darin, dass wir ihn vor anderen Menschen bekennen.
Auch das bringt ihm Ehre, wenn wir uns öffentlich zu ihm stellen und vor anderen Menschen davon schwärmen, wie gut es tut, Christ zu sein. Ich weiss nicht, ob du das tust, aber ich möchte dich ermutigen, in der nächsten Woche einem Arbeitskollegen zu sagen: Hey, weisst du was, es ist absolut genial, Christ zu sein. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber ich bin da so gerne, das ist so schön. Ja, ich wollte dir das nur mal sagen.
Als Christen sind wir Priester. Petrus schreibt in diesem Zusammenhang einmal in 1. Petrus 2,5: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hoch willkommen durch Jesus Christus.
Wir sind ein heiliges Priestertum. Hier sitzen Priesterinnen und hier sitzen Priester. Wir bringen Gott keine blutigen Tieropfer mehr, sondern geistliche Schlachtopfer. Und ein geistliches Schlachtopfer sind diese Lobopfer, entweder Lobpreis oder Bekenntnis.
Nächstenliebe als Ausdruck des Glaubens
Aber es gibt noch andere Opfer, die wir ihm bringen können. Da heißt es in Hebräer 13,16: Das Wohltun und Mitteilen aber vergesst nicht; denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen.
Diese beiden Begriffe, Wohltun und Mitteilen, haben eine klare Bedeutung: Wohltun steht für jede Form von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Mitteilen hat damit zu tun, dass man das, was man selbst besitzt, das Materielle, gerne mit anderen teilt.
Wenn ich nun die beiden Verse zusammenziehe, wird deutlich: Hier geht es darum, dass ich mich um Menschen kümmere. Vorher geht es darum, dass ich Gott lobe. Dann wird klar, dass Gottes Lob ohne Menschenliebe substanzlos ist. Ich kann nicht ehrlich Gott feiern und es großartig finden, was er tut, ohne dass ich ihm dann ganz praktisch in meinem Leben nacheifere.
Wenn ich also einen freundlichen, spendablen, hilfsbereiten Gott toll finde, weil er mich jeden Tag mit seiner Gnade beschenkt, dann muss ich diesen Gott, wenn das ehrlich ist und meine Freude wirklich ausdrückt, auch zu meinem Vorbild machen. Wenn ich das nicht tue, dann wird eigentlich klar, wie wenig ich meinen eigenen Worten glaube.
Deswegen ist es so spannend, was wir manchmal singen. Wenn wir Dinge singen, wenn wir Gott Dinge zusingen, die wir toll an ihm finden und die uns begeistern, dann sollten sich diese Dinge auch in unserem Leben wiederfinden.
Also: Wenn wir von Gottes Treue reden oder von seiner Liebe, oder wenn wir begeistert sind von seiner Geduld oder von seiner Heiligkeit, dann sind das Dinge, die man auch in unserem Leben Stück für Stück wiederfinden muss. Sonst stimmt da etwas nicht. Wenn ich etwas toll finde und es mir dann für mich selbst eigentlich egal ist, dann ist da eine Spannung drin, die nicht stimmt.
Die Verse 15 und 16 machen das deutlich: Wenn ich Gottes Liebe zu den Menschen feiere, dann muss ich diese Liebe in meinem Leben wiederfinden. Gott hat Wohlgefallen daran, dass ich ihm dadurch ein Opfer bringe, dass ich mich selbstlos um die Belange anderer Menschen kümmere. Da haben wir wieder das, was wir gestern hatten: die Bruderliebe bleibe. Ja, es geht in die gleiche Richtung. Es ist am Ende immer wieder ähnlich, was er sagt, weil es so unglaublich wichtig ist.
Verantwortung in der Gemeinde
Hebr. 13,17 Gehorcht und fügt euch euren Führern, denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre euch nicht nützlich.
Hier steht, ich soll der Gemeindeleitung gehorchen. Jetzt könnte man einschränkend sagen: Ja, aber ist es nicht so, dass wir Gott mehr gehorchen sollen als Menschen? Stimmt.
Aber ich möchte dazu ermutigen, dass wir ein klein wenig vorsichtig sind, diese Karte, ich muss Gott mehr gehorchen als Menschen, immer dann zu spielen, wenn die Gemeindeleitung irgendetwas beschlossen hat, was wir nicht gut finden.
Denn der Job eines Gemeindeleiters ist nicht einfach. Älteste haben, sagt der Text, die Aufgabe, über Seelen zu wachen. Also all das, was wir jetzt im Hebräerbrief gesehen haben: genau die Geschwister, die geistlich träge werden, die zurückbleiben, die die Gemeinschaft verlassen, in denen vielleicht ein Herz des Unglaubens sichtbar wird, die ihre Zuversicht wegwerfen, denen es an Gnade mangelt, wo sich Gottlosigkeit zeigt.
Und wer in der Woche dabei war, merkt: Oh, das kommt ja alles aus dem Hebräerbrief. Das sind ja all die Leute, die im Hebräerbrief gerade so die Probleme machen, richtig? Wo das passiert und sich das im Leben von Geschwistern zeigt, sind an der Stelle Älteste gefragt. Und das ist keine leichte Aufgabe.
Deshalb eine Bitte von mir, der ich auch Ältester bin: Macht es eurer Leitung bitte nicht übermäßig schwer. Jeder Christ wird einmal über sein Leben vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Auch die Führer einer Gemeinde müssen über ihre Führung mit Gott dann noch einmal reden.
Also Leiter werden mit Gott darüber reden, wie sich einzelne Geschwister haben führen lassen. Ich finde das total spannend. Irgendwann gibt es ein Gespräch, da wird dann Andreas vor Gott sein, und Gott wird sagen: Sag mal, Andreas, wie war denn das? Haben die denn mitgemacht?
Und jetzt kommt dieses: Dies wäre euch nicht nützlich. Also ich sage mal, so ein Ältester, der dann von Gott gefragt wird: Haben die denn mitgemacht? Der kann auf zweierlei Weisen reagieren. Er könnte lächeln und, wenn er Rechenschaft ablegen muss über seinen Dienst, sagen: Hey, das hat Spaß gemacht. Wir haben als Älteste etwas entschieden, und es gab schon die eine oder andere, aber auch liebe kritische Rückfrage. Aber im Großen und Ganzen haben die alle mitgemacht. Das war toll.
Aber es könnte natürlich auch sein, dass da jemand als Ältester vor Gott sitzt und dann fragt man: Wie war das denn? Wenn Gott fragt: Wie war das denn mit dem und dem? Dann sitzt da der Älteste, na ja, atmet erst mal durch, und tiefer seufzt er womöglich vor Erleichterung. Und dann sagt er: Na ja, es ist gut, dass es jetzt vorbei ist. Das war so ein Querulant. Und wenn ich so zurückdenke an seine giftigen E-Mails oder an dieses Passiv-Aggressive, was die ganze Zeit uns das Leben schwer gemacht hat, bin ich froh, dass es rum ist.
Das wäre euch nicht nützlich. Ja, wenn ein Ältester später so über euch vor Gott redet, dann wäre euch das nicht nützlich, sagt der Text.
Und deswegen: Bitte macht euren Ältesten Freude. Hört auf das, was sie sagen. Seid treu in eurem Dienst. Und wenn ihr dann mal etwas habt, könnt ihr euch auch mal auf die Zunge beißen, wenn euch etwas nicht passt. Man muss nicht alles sagen, wirklich. Man kann E-Mails auch einfach nur schreiben und nicht abschicken, von mir aus. Man kann einfach ein bisschen entspannter durchs Leben gehen.
Nur weil Dinge in der Gemeinde nicht so laufen, wie ihr das gerne hättet, bricht weder die Welt zusammen, noch die Gemeinde und auch nicht euer Leben.
So, jetzt merkt ihr schon: Als Älteste hat man da vielleicht eine andere Perspektive, manchmal auf das Gequengel der Gemeinde. Natürlich, wenn der Älteste zum Tyrannen mutiert oder ein Irrlehrer wird und die ganze Gemeinde in eine falsche Richtung führt oder er nur noch aufs Geld aus ist, dann müsst ihr etwas sagen.
Aber bis dahin mein Tipp: Gehorcht und fügt euch. Traut euch das mal, es ist zu eurem Nutzen, sagt der Text.
Gebet, Gewissen und die Kraft der Fürbitte
Hebräer 13,18 betet für uns.
Wir wissen nicht, wer den Hebräerbrief geschrieben hat. Das werden wir auch am Ende nicht wissen. Es ist nur ganz interessant, dass am Ende paulinischer Briefe oft diese Aufforderung kommt, dass man für ihn beten soll. Und hier ist es eben auch so eine Aufforderung. Könnte sein, muss aber nicht.
Hebräer 13,18: Betet für uns, denn wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Gewissen haben, da wir in allem einen guten Wandel zu führen begehren.
Eigentlich sollte ein gutes Gewissen für jeden Christen die Norm sein. Ich hoffe, dass jeder, der hier sitzt, ein Gewissen hat. Das ist die Instanz im Menschen, die immer dann anspringt, wenn ich etwas tue, von dem ich überzeugt bin, dass es falsch ist. Dann hat man ein schlechtes Gewissen.
Der Autor, interessanterweise, und andere, denn er schreibt: Betet für uns, der sagt jetzt, dass er immer ein gutes Gewissen hat, und dass das doch irgendwie ein Grund dafür wäre, dass man auch für ihn beten soll. Ich finde das schön. Also: Ich lebe ein vernünftiges Leben, also bitte betet für mich.
Und er hat da auch einen Wunsch, den er damit verbindet. Vers 19: Ich bitte euch aber umso mehr, dies zu tun, damit ich euch desto schneller wiedergeschenkt werde.
Wir merken: Der Autor war mal Teil der Gemeinde, ist jetzt irgendwie weg, möchte zurückkommen, bittet um Gebet, weil er daran glaubt. Und das ist toll, weil er daran glaubt, dass Gebet tatsächlich einen Einfluss darauf hat, wie schnell er wieder zu den Briefempfängern zurückkehrt.
Also: Gebet macht etwas. Betet, dass es schneller geht. Jetzt beten die, und er glaubt tatsächlich, dass es dann schneller geht. Das ist irre, oder? An solche Dinge zu glauben, dass das Gebet etwas bewirkt in dieser Welt. Lasst uns beten!
Der Segen des Friedens und die Vollendung durch Gott
Kommen wir zu einem in meinen Augen wirklich schönsten Segenswünsche im Neuen Testament. Ich finde Hebräer 13,20-21 einfach absolut wunderschön. Wenn du mal ganz schnell einen Segen zum Geburtstag brauchst, dann ist der top.
Ich lese ihn mal vor. Er ist nicht ganz kurz und lässt sich auch nicht leicht auswendig lernen, habe ich gemerkt, aber er ist cool:
Der Gott des Friedens aber, der den grossen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Cool, oder? Das ist einfach so schön. Ein bisschen dicht, aber schön.
Fangen wir vorne an: der Gott des Friedens. Dieser Titel Gottes ist im Alten Testament extrem selten. Ich habe zwei Stellen gefunden, die ein bisschen in die Richtung gehen. Da heisst es einmal bei Gideon „Jahwe Shalom“, also Gott ist Frieden. Und dann gibt es in Jesaja 9,5 eine Stelle, wo prophetisch auf Jesus gesprochen wird, und er wird der „Fürst des Friedens“ genannt. Ansonsten ist diese Bezeichnung Gottes als Gott des Friedens im Alten Testament nicht da.
Wisst ihr, wo sie da ist? Genau, bei Paulus. Also wenn ihr jetzt wieder paulinische Briefe anschaut, dann wäre das dann wieder immer mal da. Wieder so ein Hinweis: Vielleicht war es doch so, vielleicht hat er einfach nur mitgemacht, wir wissen es nicht.
Gott ist der Gott des Friedens. Warum? Weil er die Quelle allen Friedens ist. Du findest bei Gott jede Form von Ruhe und Geborgenheit, die du brauchst. Wenn ich Frieden mit Gott gefunden habe, dann gibt mir Gott auch einen übernatürlichen inneren Frieden. Das ist das Tolle.
Ich finde Frieden mit Gott durch den Glauben und dadurch, dass mir vergeben wird und dass ich Rechtfertigung geschenkt bekomme. Und dann bekomme ich on top noch einen inneren Frieden.
Johannes 14,27: Da sagt der Herr Jesus, was er uns zurücklässt:
Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. So ein schöner Vers.
Also, wir hatten das ja vorhin: Du gehst morgen zu deinem Arbeitskollegen und sagst: Hey, es ist so cool, Christ zu sein, ich wollte dir das immer schon mal sagen. Ich habe den Vers, den hat mir vor kurzem ein Evangelist mal um die Ohren gehauen. Und er meinte, immer wenn er rausgeht und mit Leuten redet, sagt er, wie toll das ist, diesen tiefen inneren Frieden zu haben.
Und ich sass da vor kurzem auch mit den Leuten, die mir so wichtig sind, die ich so erreichen will, so evangelistisch, ja, und dachte mir: Das probiere ich aus. Und dann hab ich dem anderen gesagt: Ey, wenn du wüsstest, wie viel tiefen inneren Frieden ich habe, du würdest Christ werden.
Und er hat kurz geschluckt. Also, er hat sonst kein Interesse am Glauben, aber da war was. Da merkte ich: Oh, das hat ihn interessiert.
Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam.
Der Gott des Friedens will uns seinen Frieden geben. Ich merke, wie ich in dieser Welt lebe und jeden Tag überflutet werde von Hiobsbotschaften und Unfrieden. Ich muss nur morgens, ich habe so eine Angewohnheit, wenn ich auf dem Klo sitze, das müssen ältere Herren immer morgens relativ schnell, wir sitzen dann da, und dann hole ich mein Handy raus und schaue schon mal: Deutschlandfunk, was gibt es denn Neues? Einfach nur die Schlagzeilen, um zu wissen, wo es wieder brennt.
Es ist irre. Jeden Morgen hat man immer diese Hiobsbotschaften. Und ich frage mich langsam, ob ich mir das jeden Morgen so fünf Minuten nach dem Aufstehen, wenn es meinem Darm eigentlich wieder gut geht, geben muss. Versteht ihr? Das ist irgendwie nicht gesund. Das ist Welt.
In der Welt habt ihr Angst, sagt der Herr Jesus an anderer Stelle. Aber wir haben einen Gott des Friedens, der uns in seiner Nähe einen Raum schaffen will, wo unser Herz den Frieden findet, nach dem es sich wirklich sehnt.
Und ich glaube, wenn wir das gefunden haben, ist das etwas, wo wir zu anderen Leuten sagen können: Du, ich weiss ja nicht, wie es dir geht, ich habe inneren Frieden. Hast du den auch? Oder wie geht es dir eigentlich?
Oder wenn du deine Kollegen hast, die haben auch so einen Zettelkasten da vor sich und wissen am Ende des Tages wahrscheinlich nicht, wie sie das alles machen sollen. Und von dir? Also können wir da hingehen und sagen: Hey, ich habe hier einen Frieden. Und wenn du wissen möchtest, wo ich den her habe, ich kann dir das sagen. Das ist ein bisschen mystisch vielleicht, ein bisschen spirituell angehaucht, aber das hat etwas mit Jesus zu tun.
Gott ist ein Gott des Friedens.
Nochmal zu Hebräer 13,20-21: Der Gott des Friedens aber, der den grossen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat, durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, vollende euch in allem Guten.
Was für ein schöner Wunsch! Ja, möge Gott euch in allem Guten vollenden! Der Gott, der Jesus auferweckt hat, möge euch in allem Guten vollenden!
Ich wünsche uns das von Herzen, dass Gott uns vollendet, dass er uns den Weg führt, der uns ans Ziel bringt. Und wisst ihr, dass er das kann, das hat er gezeigt. Und zwar an der Stelle gezeigt, wo er einen anderen, den grossen Hirten der Schafe, das ist niemand anders als Jesus, wo er Jesus aus den Toten heraufgeführt hat.
Wenn jemand einen aus den Toten auferwecken und ins Leben zurückbringen kann, glaubst du dann nicht, dass der auch dein Leben führen kann? Ich glaube schon. Dein Leben ist entspannter, als jemanden aufzuerwecken, der tot ist. Du lebst ja schon. Das ist nicht schlimm.
Und deswegen dürfen wir uns diesem Gott anvertrauen. Wir dürfen einander das wünschen. Diese Auferstehung geschah, heisst es, durch das Blut eines ewigen Bundes. Und das ist der neue Bund. Warum glaube ich das? Weil es im Hebräerbrief schon eine ewige Errettung, ein ewiges Gericht, eine ewige Erlösung, einen ewigen Geist, ein ewiges Erbe gibt. Und deswegen denke ich, ist hier bei dem ewigen Bund der neue Bund gemeint.
Möge Gott euch in allem Guten vollenden. Und wo ich das sage: Man kann dieses Wort vollenden auch anders übersetzen, da wird es fast noch schöner. Man kann es übersetzen mit ausrüsten oder befähigen. Man könnte also statt zu sagen, möge Gott euch in allem Guten vollenden, auch sagen: Möge Gott euch mit allem Guten ausrüsten.
Auch das ist eine mögliche Übersetzung. Schöner Vers, oder? Also, ich wünsche dir, dass Gott dich vollendet. Ich wünsche dir, dass Gott dich mit allem Guten ausrüstet.
Warum? Vers 21: Damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Das ist so ein cooler Gedanke. Nur eine von Gott beschenkte Gemeinschaft kann seinen Willen tun. Dieses „damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft“: Erst beschenkt uns Gott mit allem Guten, damit wir seinen Willen tun, damit er in uns schafft. Merkt ihr, wie abstrus das ist, dieses merkwürdig schöne Zusammenspiel zwischen Gott und uns?
Nochmal: Damit ihr seinen Willen tut, und du denkst schon wieder: was tun? Und liest weiter: indem er in uns schafft. Und jetzt merkst du: Wer denn jetzt? Muss ich jetzt tun, oder ist er derjenige, der das schafft?
Ich könnte euch andere Stellen geben, die dieses merkwürdig schöne Zusammenspiel zwischen Gott und uns beschreiben. Da heisst es in Philipper 2 zum Beispiel: Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern. Und du denkst: Boah. Und dann geht es weiter: Denn Gott ist es, der in euch wirkt. Und du denkst dir: Hä? Eben war doch noch ich dran. Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch wirkt. Ja was denn jetzt?
Oder Galater 2, auch so ein Ding: Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Okay, wir haben es verstanden. Was ich aber jetzt lebe, denkst du wieder: Hä? Eben habe ich doch nicht gelebt, und jetzt lebe ich wieder.
Das sind Stellen, zusammen mit Hebräer 13, die eine Sache auf den Punkt bringen, und die müssen wir verstanden haben: Christsein ist nicht eine Religion, wo es darum geht, dass Gott uns noch mehr Regeln gibt und dann sagt: Go.
Christsein ist eine Religion, wo Gott in unser Leben hineintritt und sagt: Ich möchte in dir leben. Ich möchte in dir leben. Ja, es gibt diese Regeln, und es gibt die Idee, wie man ein geistlich richtiges Leben führt. Richtig, das gibt es. Es gibt Heiligkeit. Aber nicht Heiligkeit als etwas, was ich dir zeige und dann musst du irgendwie sehen, wie du das selber auf die Reihe kriegst, und merkst, du schaffst es nicht alleine, und dann darfst du auch mal beten.
Sondern hier ist das, wo ich dich hin haben will. Das ist unser gemeinsames Ziel. Und ich komme in dein Leben hinein. Ich wirke in dir. Ich schaffe in dir. Ich lebe in dir. Und das Ganze, ohne deine Persönlichkeit und ohne deine Verantwortlichkeit einfach beiseite zu setzen. Du bleibst du, und ich nehme Rücksicht darauf, was du möchtest. Ich werde mich so weit in dir entfalten, soweit du das zulässt. Das ist Christsein.
Gott möge uns vollenden, er möge uns ausrüsten, damit wir seinen Willen tun. Und gleichzeitig ist er es, der in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist. Klingt für mich immer so, als müssten wir irgendwie nur zur Seite treten und dafür sorgen, dass wir mit unserem eingebauten Starrsinn Gott nicht im Wege stehen.
Gott wirkt in uns durch Jesus Christus, der wiederum, das wissen wir, den Heiligen Geist schickt, damit der uns leitet und verändert. Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Was für ein herrlicher Schluss! Was für ein herrliches letztes Argument, den eigenen Glauben nicht aufzugeben, die Zuversicht nicht wegzuwerfen, die Hoffnung nicht aufzugeben, sich im Ausharren zu üben und sich wieder auf den Weg mit Gott zu machen. Was für ein tolles Argument!
Gott selbst will in uns das Überwinderleben hervorbringen, das wir brauchen, um in einer Welt zu leben, und jetzt komme ich: so empfinde ich die Welt. Du musst die Welt nicht so empfinden, aber ich finde diese Welt total irre. Ich bin froh, wenn ich hier raus bin.
Ich habe den Eindruck, man will mein Hirn zu Matsch verarbeiten, mir einreden, dass Gefühle alles sind, und mir dieses Leben, das ich gerade habe, verkaufen als das einzige Leben, das es wirklich gibt. Und das stimmt nicht.
Und mittendrin in dieser irren Welt sagt Gott zu mir: Hey, ich möchte gerne in dir schaffen, was vor mir wohlgefällig ist. Und das begeistert mich. Gott ist heute durch Jesus Christus in dir am Werk. Und ich glaube, unser Auftrag ist, ihm an der Stelle nicht im Weg zu stehen.
Und wenn wir das tun, wenn wir zur Seite treten, dann wird er das, was er angefangen hat in uns, zu Ende bringen.
Abschließende Worte und der Schluss des Briefes
Und so lesen wir nur die letzten Verse, Hebräer 13,22-25:
Ich bitte euch aber, Brüder, ertragt das Wort der Ermahnung oder Ermunterung, denn ich habe euch ja kurz geschrieben.
Jetzt sind wir an der Stelle dankbar. Wir möchten gar nicht wissen, was gewesen wäre, wenn er lang geschrieben hätte. Ja, dreizehn Kapitel sind genug.
Wisst, dass unser Bruder Timotius freigelassen ist. Mit ihm werde ich euch sehen, wenn er bald kommt.
Grüsst alle Führer und alle Heiligen. Es grüssen euch die von Italien.
Die Gnade sei mit euch allen. Amen.
Das war's.
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