Zum Inhalt

Bericht von einer Evangelisation in Kiel

12.05.1959
„Es muss anders werden“: Genau das trifft den Nerv von Kirche und Alltag. Wenn Angst, Geldsorgen und Zweifel alles blockieren, bleibt nur die Frage: Glaubst du noch genug, um trotzdem loszugehen?

Bericht von einer besonderen Reise im Dienst Jesu Christi

Es ist üblich, dass ich, wenn ich von einer Reise zurückkomme, noch kurz diesem Kreis hier Bericht gebe. Dabei meine ich nicht Fernreisen, sondern Reisen im Dienste Jesu Christi.
Jede Evangelisation umfasst drei wichtige Wochen, wobei die erste Woche besonders entscheidend ist. Seit dreiviertel Jahren wird diese Evangelisation vorbereitet. Man hört heutzutage nämlich sehr oft den Satz: "Die Zeit der großen Evangelisation ist vorbei." Meine Evangelisation in Kiel ist einfach ein Gegenbeweis dazu.
Oft höre ich von Pfarrern den Satz: "Ja, was kommt denn dabei heraus?" Darauf kann ich nur antworten: "Was kommt denn bei eurer Predigt heraus? Wollen Sie mir das mal vorführen?" Wenn die Evangelisation, wie in Werden, sehr schwer verläuft und wenn die Schwärmer kommen, rufen sie alle: "Siehst du, Evangelisation ist vorbei."
Dann denke ich: "Ich sehe so viele halbleere Kirchen, dann ist die Zeit der Gottesdienste auch vorbei." Das ist dummes Zeug, liebe Freunde! Die Zeit der Evangelisation fängt erst richtig an.
Ich denke jetzt an Jans Brüder. Es bewegt uns, ob vielleicht Willi Graem eine Woche nach Essen kommt im nächsten Jahr. Ich habe mich bereit erklärt, das vorzubereiten.
In Kiel gab es in der Vorbereitung zweimal eine Krise. Man hatte die Ostseehalle gewählt, die größer ist als die Krughalle, aber ein fürchterliches Ding, keine riesige runde Halle. Und genau dort gab es zweimal eine Krise.

Die erste Krise: Finanzielle Sorgen und Zweifel

Die erste Krise entstand, als die Märkte stattfanden. Das kostete schrecklich viel Geld. Für diese eine Woche schloss man den Etat von zwanzigtausend Mark. Nicht die Rolle, die Halle kostete jeden Abend fünfzehn Mark. Man hatte zweitausend Mark für meine Jugendarbeit eingeplant, das wollte man eigentlich gern behalten.
Dann haben die Brüder der Freikirchen von der Allianz gesagt, sie hätten kalte Füße bekommen und wollten aussteigen. Sie meinten, es hänge zu viel Geld in dieser teuren Halle, der Propaganda und allem anderen. Das hat mich sehr gefreut, dass sie Gott in der letzten Gewichtsgemeinschaft um Vergebung baten.
An diesem Punkt ist der Propst aufgestanden. Das war wirklich ein Wunder vor meinen Augen. Er sagte, er habe selbst den größten Segen erlebt. Der Propst war ein früherer Militärpfarrer. Er meinte, er sei es leid, in diesem lahmen Kirchenbetrieb zu verharren. Jetzt wolle er etwas Besonderes machen. Und wenn es sein müsse, auch den Teufel holen, dann sei ihm das egal.
Sie können sich vorstellen, dass ich für ihn anfangs schwer verdaulich war. Am ersten Tag saßen wir bei einer Arbeitsbesprechung zusammen. Er wirkte wie ein unberauter Brocken. Er sagte zu mir: „Ja, Sie sind für mich auch ein unberauter Brocken, aber dieser Mann ist einfach schön.“ Am Schluss hatten wir eine Gebetskollektion. Das war einfach schön. Wissen Sie, wenn so eine Kirchwende plötzlich einsetzt, und dieser Propst, der Heilige Geist, steht in der Sitzung, in der unsere reifen Brüder die Nerven verlieren, dann steht er auf und sagt: „Also, den Auftrag haben wir jetzt erst durchzuführen. Es ist uns ganz klar geworden.“
Er sagte: „Ich bürge für zehntausend Mark.“ Bevor es losging, fragte ich ihn: „Haben Sie ein Eigenmittel von zehntausend Mark?“ Er antwortete: „Nein, habe ich nicht. Und wenn die Kirche mich im Stich lässt, muss ich das von meinem Gehalt abzahlen. Aber mir war klar, dass ich jetzt mit allem, was ich bin und habe, reinspringen muss.“
Das war eine große Tat, muss ich sagen. Da muss ich gleich hinzufügen: Vorher waren durch freie Gaben nur fünf Mark zusammengekommen. Verzeihen Sie, wenn ich das so erzähle, aber die Dinge spielen ja auch eine Rolle. Mir war die Sorge, auch wenn die Kollekten zwei- oder dreitausend Mark betrugen, war das nicht genug.
Ich vergesse nicht, wie wir am letzten Abend noch so im Kreis saßen. Plötzlich sprang jemand rein und sagte: „Über sechstausend Mark Kollekte am letzten Abend!“ Denken Sie, über sechstausend Mark Kollekte an einem Abend! Ich sagte: „Gott hat Sie nicht zu Schanden werden lassen. Jetzt können Sie alles bezahlen, sogar die zweitausend Mark für meine Jugendarbeit.“ Auf diese hätte ich verzichtet, aber sie sind heute hier eingegangen, nicht wahr?
Verstehen Sie, das war so herrlich. Ich hätte gar nicht gedacht, dass es noch so kommen würde. Es war so wunderbar, dass es auch ohne das herrlich gewesen wäre. Das war das Tüpfelchen auf dem i.

Die zweite Krise: Angst und Zweifel vor der Durchführung

Die zweite Krise kam, als die Brüder wieder zu zögern begannen, sobald keine Verpflichtung bestand. Plötzlich überkam sie Angst. Kiel war eine tote Stadt, und überall hörten sie von Evangelisationen, die nichts gebracht hatten. Daraufhin hielten sie eine Sitzung ab, in der eigentlich beschlossen werden sollte, das Vorhaben abzubrechen.
Der Universitätsprofessor Herzberg saß auf dem Sofa, als er mir den Raum zeigte. Es war ein historischer Augenblick. Eigentlich war alles entschieden: Man wollte die Geschichte abbrechen, denn so etwas könne man in Kiel nicht machen. In Stuttgart gebe es viele Gläubige, aber nicht in Kiel.
Doch dann sagte Professor Herzberg eindringlich: "Ich mache euch auf die Losung aufmerksam, die da heißt: 'Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.'" Aus dem Glauben heraus begannen sie zu erkennen, dass sie als Gemeinde Jesu ganz verloren wären, wenn sie jetzt nicht im Glauben weitermachten.
Deshalb sprach er so kraftvoll, dass plötzlich alle sagten: "Gut, jetzt machen wir weiter. Und wenn wir dabei zugrunde gehen, wird bald wieder weitergemacht." Dann beschlossen sie: "Wir müssen das selbst in die Hand nehmen." Sie stellten einen Predigerbruder, der von der landeskirchlichen Gemeinschaft freigestellt wurde, für vier Monate ein. Er sollte nur die Vorbereitung übernehmen.
So wurde alles vorbereitet. Ich habe gesehen, dass eine gute Emigration auch eine gute Vorbereitung braucht – einen Organisator. Das ist wie in allen Kinos, wo jeden Tag neue Plakate erscheinen. Immer wieder tauchte mein Bild auf, einmal als Zeichen von ihm, einmal als Fotografie. Es waren ganz neue, lachende Fotografien. Einer sagte sogar: "Du siehst aus wie ein Generaldirektor!"
Die Plakate waren überall zu sehen, auf rotem Grund stand in großen Buchstaben: "Es muss anders werden."

Vorbereitung und Atmosphäre der Evangelisation

Habe ich Ihnen die schöne Geschichte erzählt? Ich wohne in einem Hotel, dort gibt es einen riesengroßen Parkplatz. Am anderen Ende befindet sich die Ostseehalle, eine riesige Glashalle. Dort hatten sie ein ganz großes Plakat angebracht, mit rotem Grund und der Aufschrift: "Es muss anders werden." Darunter war ein breites Spruchband in kleinerer Schrift. Es sprach ein Pastor, dann ganz groß: Wilhelm Busch, und wieder in kleiner Schrift: von so und so fit mit so und so fitten.
Wenn ich aus meinem Hotel trat, sah ich drüben das Plakat mit der Aufschrift: "Es muss anders werden", wie bei Busch. Sie lachen vielleicht, aber mir war nicht zum Lachen zumute. Für mich war es wirklich wie ein Wort Gottes. Und ich glaube, dass es die eigenen Imaginationen sind, die so anfangen, dass der Evangelist auf den Kopf gehauen wird: "Das muss anders werden, mein Lieber, sowieso."
Die Halle hatte eine Reihe von Vorhängen, wie wir sie hier auch kennen, mit denen man einen Bereich abgrenzen kann. Am ersten Abend hatten wir eine regelrechte Angst. Wir veranstalteten eine Pressebesprechung, und die Journalisten waren äußerst kritisch. Der Rundfunk war ebenfalls anwesend. Sie hatten zweimal die Möglichkeit, im Rundfunk jeweils etwa fünf Minuten ein Gespräch zu führen, das vom Vorbereitungskomitee übertragen wurde. Es war kein gewöhnliches Tischgespräch, sondern sehr ernsthaft.
Der Rundfunk, die Evangelische Presseagentur (EPD) und alle anderen, die man sich vorstellen kann, waren vertreten. Sie waren alle sehr energisch. Meinen Sie, sie hätten geahnt, wie klein mein Glaube und wie groß meine Angst war? Das habe ich ihnen nicht gezeigt. Schließlich sagten sie: "Geben Sie uns von sich aus eine Chance. Sie können über mich schimpfen, aber schweigen Sie mich nicht tot."
Ich war auf die Presse angewiesen. Die Presse hat miserabel funktioniert, und trotzdem hat Gott gesegnet. Es ist etwas Merkwürdiges, das muss ich Ihnen sagen. In katholischen Ländern, und wir sind ja halb katholisch, ist die Presse ganz anders darauf erzogen, Nachrichten über die Kirche zu bringen. Im evangelischen Bereich hingegen ist die Presse einfach der Ansicht, dafür gibt es ein Kirchenbleckchen. Sie sind das gar nicht gewohnt und müssen erst daran gewöhnt werden.
Einer sagte dann lächerlich: "Wir können ja vielleicht am Donnerstag noch einmal zusammenkommen, und dann sagen Sie uns Ihre Eindrücke von Kiel." Das fanden wir nett und machten es so. Ich dachte dann, wie ich am Donnerstag als geschlagener Mann sagen würde: "Von eurer gottgroßen Stadt habe ich ja nicht gewusst, dass es so etwas gibt."

Eindrücke und Erlebnisse während der Evangelisation

Dadessen lief die Sache nun völlig anders. Da kam jemand selbstbewusst zu der Dame, toll aufgemacht, die ohnehin zu Wort kommen konnte, und sagte: „Hören Sie mal, was sind das eigentlich für Zeiten? Wo Tausende zusammenströmen, um das zu hören, was sie jeden Tag selbst in der Bibel lesen können. Was ist eigentlich los?“
Ja, was ist eigentlich los? Merken Sie etwas?
In der ersten Viertelstunde kam ich gar nicht dazu, meine Eindrücke von Kien zu schildern, denn sie äußerten ihre Eindrücke. Diese waren einfach – ja, nicht gut. Sie berichteten darüber, dass so große Scharen junger Menschen kamen, und zwar gottloser junger Menschen.
Wissen Sie, das ist furchtbar aufregend. Das war der erste Abend: „Kommen Sie, kommen Sie!“ Wenn man sieht, wie so weiße Mäuse ankommen – das ist die Verkehrspolizei, nicht? – und man denkt doch, vielleicht kommt kein Mensch. Aber dann strömen sie herein.
Das ist so nett: Erst kommen die alten Damen, dann die Frauen mittleren Alters, dann langsam die Jugend, und schließlich die Männer. Und das war richtig zum Schießen, wie er wieder so anrückte. Dann kommen die Halbstarken ganz zum Schluss, wenn es eigentlich anfängt.
Und wir hatten nun gar nichts.
Sehen Sie, ich muss Ihnen das mal eben erklären. Ich habe es der Presse gesagt: Die Schwierigkeit für uns besteht darin, dass wir in einer modernen Massengesellschaft leben und daher Massenversammlungen machen müssen, um möglichst viel zu erreichen. Aber wir wollen es völlig anders machen als etwa Goebbels oder Adenauer.
Nicht mehr eine politische Massenversammlung. Ob ich Politiker wäre, ich würde es auch so machen. In einer politischen Massenversammlung ist der Clou ja, dass eine Atmosphäre erzeugt wird, in der der Einzelne aufhört zu denken und mitgenommen wird, demgegenüber die Stimme verkennt. Das ist der Sinn einer politischen Massenversammlung: dass ein Fluidum entsteht, das schließlich einfach alle mitnimmt.
Bei einer christlichen Massenversammlung wäre es erschreckend, was passieren könnte: ein Fluidum, das alle mitnimmt. Sondern Christ wird man durch Buße und große Ernüchterung. Darum ist es genau das Gegenteil. Wenn wir eine Massenversammlung machen, wollen wir, dass so ernüchternde Momente in den Einzelnen laufen, den Einzelnen vor Gott sterben.
Ich sage, hier liegt das Problem, habe ich der Presse erklärt, einer christlichen Massenversammlung. Darum verzichte ich auf den Chor, auf alles. Wir haben einen Chor, wir singen ein Lied, und dann wird geredet – und sonst nichts. Um die ganze Nüchternheit herbeizuführen, damit der Einzelne vor Gott gestellt werden kann.
Das kann er natürlich nicht selbst wahrnehmen, das kann nur Gott tun.
Aber sehen Sie, es war unheimlich am letzten Abend. Da war es so überfüllt, dass die Polizei mal schließen wollte. Das kann man nicht sagen, wie viele Menschen das sind, weil das keine Plätze sind, wie bei uns in der Kirche, wo jeder seinen Bank oder Stuhl hat.
Sondern da sind bloß in der Manege Stühle, und im Übrigen Bänke ganz hoch aufgestellt, und oben gibt es einen Rundgang, wo man stehen kann. Die Polizei hat immer vom Glaskasten herunter gesagt, die Gänge müssen freigemacht werden, auf den Treppen darf niemand stehen, wir räumen die Gänge.
Dann habe ich vom Podium aus mit meinem Mikrofon gesagt: „Bitte, liebe Leute, in jede Bank gehen noch zwei Leute, hau ruck, hau ruck, geht doch rein!“ Das Licht aus, nicht? Und dann sitzt in jeder Bank wieder zwei mehr, und auf einmal sind sie wieder alle weg.
Was da drin sitzt, kann man gar nicht sagen. Ähnliche Situationen gab es immer wieder.

Eindrücke während der Predigt und Nacharbeit

Während ich am letzten Abend sprach, war es ein wenig ungeschickt. Das Podium war ständig von Wolken bedeckt, und die Beleuchter strahlten sehr stark, sogar stärker als das Publikum. Deshalb konnte ich nur wenig sehen. Verstehen Sie, ich sah nur die ersten Reihen und eine Wolke von Menschen um mich herum.
Plötzlich, mitten in meiner Rede, war ich erschrocken. Ich war so sehr von meiner Botschaft gepackt, dass ich keinen einzelnen Menschen mehr wahrnahm. Es war totenstill. Genau das Gegenteil von dem, was wir sonst erleben. Es war wirklich totenstill hier.
In diesem Moment wurde mir bewusst, was wir dort besingen. Es waren mindestens acht Menschen anwesend, doch man hörte mich nicht. Verstehen Sie, da wurde ich fröhlich. Ich dachte, dass dadurch Menschen gewonnen werden.
Wir hatten uns sehr mit der Nacharbeit beschäftigt. Was sollte aus der Nacharbeit werden? Ich sagte, wir laden die Leute einfach ein, zurückzubleiben, wenn sie Fragen haben oder es ernst meinen. Also etwas anders als in Jansburg, wo man sich während der Versammlung nach vorne begibt. Wir sagten einfach: Bleibt zurück, wer Fragen hat oder es ernst meint oder sonst etwas.
Dann sagten sie, in Kiel bleibe niemand zurück. Am ersten Abend blieben dann doch drei Personen zurück. Insgesamt waren es fünf- bis sechshundert, die blieben. Wir luden nicht diejenigen ein, die sich bekehren wollten, sondern die, die Fragen hatten, es ernst meinten oder Gespräche suchten.
Dann hatte ich ein Heer von Seelsorgern, die sich auf die Leute stürzten. Außerdem hatte ich fünfzehn Studenten – eine Freude! Fünfzehn Studenten aller Fakultäten und verschiedener Universitäten. Sie wurden morgens um fünf eingeladen. Sie zogen hintereinander über den Rummelplatz mit Plakaten und luden ein. Das war doch toll, oder?
Sie nahmen sich immer ein paar Jugendliche und begannen Gespräche. Später füllten sich beide Hallen, die riesigen Hallen, überall bildeten sich Gruppen und Gespräche in verschiedenen Sprachen. Wenn ein Gespräch zu einer Diskussion wurde, sagten sie: „Komm, du kannst jetzt gehen, wir machen morgen weiter.“ Sie nahmen die seelsorgerlichen Felle auf.
Es wurde toll gearbeitet. Sie saßen bis spät in die Nacht mit zwei oder drei Jugendlichen zusammen, während ich längst zu meiner Unterkunft gegangen war.

Persönliche Erlebnisse und Herausforderungen auf der Reise

Ich muss Ihnen zum Schluss noch eine hübsche Geschichte erzählen. Wissen Sie, während ich auf Reisen bin, darf der Teufel mich auch mal aufregen, mich klein kriegen, oder es springen alle Knöpfe ab, die ich habe. Da kam meine Frau, das gehört dazu, reisen vorher dran. Am ersten Abend, als ich auspackte, klack klack klack, wollte sie etwas bringen.
Ich brauche jedes Mal im Hotel ein Fräulein, das engagiere ich mir gleich am Anfang. Ich sage zu dem Fräulein: „Der Teufel rettet mir die Knöpfe ab, folgen Sie mir mal so eine Mähgucke.“ Und dann, das passierte jetzt beim letzten Mal in Oslo, diesmal wieder: Ich habe einen guten, reinen Rasierapparat, der war einmal kaputt. Pfaff, ne, Sie wissen schon, nur sitzen. Sie brauchen das Ding doch nicht.
Und jetzt gehe ich in die Stadt. Gewöhnlich, wenn etwas repariert werden soll, wird es eingeschickt. Nein, es muss eingeschickt werden. Ich gehe jetzt in die Stadt und frage so einen Postler: „Wo ist denn hier so ein Elektrohaus?“ Da sagt er: „Ja, da vorne ist so ein Fernsehgeschäft, versuchen Sie es mal da.“ Großes Fernsehgeschäft. Ein eleganter Herr kommt auf mich zu. Ich sage: „Ich wollte nur einen Rat, ich wollte von Ihnen nichts.“
„Sehen Sie, ich habe da einen Rasierapparat, der ist kaputt.“ Herr Farabusch, geben Sie mal her. Er sagt: „Kennen wir uns?“ Da sage ich: „Ich bin immer meiner Freundin Vorträgen gewesen, das war vielleicht am Morgen des vierten Tages, aber jetzt gehen wir nicht mehr.“
„Jetzt nicht mehr?“
„Nein, warum?“
„Gestern Abend mussten meine Frau und ich da oben auf einem Lümmen stehen, das halten wir nicht aus.“
„Also kennen Sie den Platz mehr?“
„Nein, er kennt den Platz.“
Ich sage: „Pass auf, haben Sie eine Werkstatt?“
„Ja.“
„Wenn Sie meinen Rasierapparat bis fünf Uhr gemacht haben, dann verschaffe ich Ihnen vorne in der prominenten Bank und Ihrer Frau da einen losen Platz heute Abend.“
„Kommt“, sagt der Gildas.
Ich sage: „Gilt, das kann ich noch jemand mitbringen.“
Ich sage: „So viele Leute, die Sie mitbringen wollen, aber der Apparat muss vorher fertig sein.“
Nach dem 5-Uhr-Schnitt ist der Apparat fertig.
„Was, der Wunsch gilt das?“
„Ja, es gilt.“
Nun waren da strenge Ordner, die Bank, da war der Bischof und der Städ und so Typen kamen da an bei so einer großen Sache. Die hielten das immer streng frei. Ich sage dem Ordner und Kommandiermensch: „Da kommt ein Herr sowieso, vielleicht mit Frauen und Anhang, der muss also unbedingt Plätze kriegen hier.“
„Wie heißt das sowieso?“
„Ja gut.“
Als Erstes kommt ein Fräulein, seine Sekretärin, macht Patrouille, ob das wahr ist, ob das vorne Plätze gibt. Der Ordner sagt: „Jawohl.“ Und dann rückt er an, er mit seiner Frau und noch einer bekannten Familie. Und es war so nett, wie die nun ganz vorne Platz in der Amt nicht war. Ich hatte so im Lichtschein und konnte richtig los evangelisieren.
Und wie ich das hinterher dem Oberordner erzählte, sagte er: „Ach, wie schön, Pastor, das ist so ein gottloser Mann, das ist so ein gottloser Mann und der kommt mit seinen Freunden.“
„Haben Sie nicht noch mehr Rasierapparate, die kaputt sind?“
„Ja, ich muss schließen, ich muss schließen.“
Sehen Sie, ich habe Ihnen nichts davon gesagt, welche Angst man ausstellt. Erster Tag, gut, nun kommen fünftausend, aber nun kommt die Angst des zweiten Tages. Sehen Sie, wenn das nun langweilig war, dann geht es zurück, der zweite Tag, das ist die Angst. Ich habe Stunden gehabt, wo ich auf meinem Bett im Hotelzimmer lag, um nicht mehr wach da aufzustehen vor Angst.
Es wird sieben Uhr, um acht Zoll Anfang. Wenn mir was passiert ist, wenn ich einfach nicht runtergehe, ich kann es nicht, ich habe keine Wohlmacht, alle meine Sünden in mir, der Teufel vor. Oh, da geht man durch Höllen durch, da können Sie gar nicht genug Mitleid haben mit so einem armen Evangelisten, durch welche Tiefen es da geht. Und dann rafft man sich auf, und dann steht man auf dem Podium, und alles ist weggeflogen. Man weiß nicht, eine Massenversammlung, lauter einzelne arme Sünder.
Da ist eine Offiziersschule. Ach ja, eine Offiziersschule. Der Kommandeur hat denen gesagt: „Also, wo kommen die ja von der Guggenrensbrüde was, ihr dürft am Montag im Omnibus da hinfahren und Freitag noch einmal.“ Und dann sind sie Montag da gewesen. Und dann haben sie den Kommandeur gefragt: „Dürfen wir Dienstag wieder?“ Und dann kamen diese Burschen, die kamen da so diszipliniert rein, aber der Boss nicht.
Wissen Sie, da kommt nachher im Gespräch einer: „Ich muss mit ihm sprechen, hinter Ihnen sitzen 150 junge Offiziersanwärter.“
„Nun und?“
„Ja, ich glaube, da freue ich mich auch drüber, Mensch, da freue ich mich auch drüber.“ Und kann Christol da, als er auch sagt, das steht jetzt hier im Moment nicht zur Diskussion, nicht so, nicht von ihm vor, dass die jungen Kerls da sind und von Jesus hören. Es ist heute nichts, was nicht problematisch werden könnte.
Aber wissen Sie, dass einmal solche Burschen, solche gottlosen Burschen, sagen: „Mensch, wir müssen morgen wieder hin, das geht uns an.“ Dass der Ruf je so aktuell werden kann, da kann man gar nicht dankbar gebrochen sein.
Auch wie ich der Abwart am letzten Abend, wir trafen uns alle noch, und der Probst sagte: „Dir eine Gebetsgemeinschaft und die Busse der von allen ein und der Dank.“ Das war unbeschreiblich, dass er noch wieder erleben, wissen Sie, wie Luther nach dem Reiter von Worms ihn bin ihn durch, so.