Begrüßung und Einladung zur Ruhe bei Jesus
Erdem ein Ja, die Wahl steht fest. Ich höre auf dich und lebe. Die Wahl steht fest. Ich folge dir, die Wahl steht fest. Ich gebe dir mein Ja, die Wahl steht fest. Ich höre auf dich und lebe, die Wahl steht fest.
Hier bin ich und mein Haus, und wir dienen dir. Hier bin ich und mein Haus, und wir leben nur für dich.
Ein König Gott, starker Held, wir sind bereit zu folgen. Wunderbarer Ratgeber, der ewige Vater, ein König Gott, starker Held.
Ich höre auf dich und lebe, die Wahl steht fest. Ich sorge für dich.
Die ihr euch abmüht und belastet seid, bei mir werdet ihr Ruhe finden. Matthäus 11,28.
Mit dieser Zusage Jesu möchte ich euch heute Morgen ganz herzlich zum Gottesdienst begrüßen: liebe Gemeinde, liebe Gäste, liebe Kinder, schön, dass ihr dabei seid.
Ja, zu Jesus kommen – das möchten wir heute Morgen tun. In allen Gruppenveranstaltungen oder überhaupt bei den Veranstaltungen, die wir haben, möchten wir zu Jesus gehen, um Ruhe zu finden.
Ich denke, wir kennen das alle: Wir mühen uns ziemlich ab. Ich habe mich dieses Jahr abgemüht, einen Urlaubsort zu finden, wo man Ruhe und Erholung hat. Das hat ziemlich viel Mühe gekostet, und das kennt ihr vielleicht auch.
Ja, und dann kam Corona dazwischen, und alles war hinfällig. Aber wie gesagt, eigentlich macht das auch nichts, denn ich habe vorher darum gebetet und werde auch hinterher darum beten. Gott gibt die Ruhe, und Jesus leitet und führt uns dorthin, wo wir hinkommen – zu ihm.
Ja, ich möchte noch mit uns beten:
Jesus, du lädst uns ein, zu dir zu kommen, um bei dir Kraft und Ruhe zu finden. Dafür danken wir dir, dafür loben und preisen wir dich, Jesus. Darum kommen wir zusammen, darum versammeln wir uns, um das gemeinsam zu tun.
Jesus, danke, dass du mitten unter uns bist, egal wo wir jetzt sind. Ich bitte dich auch für die, die krank und schwach sind, die Beschwerden haben. Herr, stärke sie, lass sie zur Ruhe kommen, Herr, damit sie dir ganz vertrauen können.
Du kennst unsere Situation überall, wo wir stehen, Herr. Danke, dass wir zu dir kommen dürfen. Danke auch jetzt, Herr, für das Wort, das wir heute Morgen hören von Waldemar.
Öffne du unsere Herzen, Jesus, und lass uns hören, was du uns zu sagen hast. Amen.
Gemeindliche Nachrichten und Ausblick auf den Gottesdienst
Ja, Waldemar ist wieder aus dem Urlaub zurück. Das ist sehr schön – herzlich willkommen zurück! Ich denke, viele haben gar nicht bemerkt, dass du nicht da warst, aber wir haben es gewusst und gemerkt.
Waldemar spricht heute zu uns zum Thema „Verpflichtet zur Hingabe“ aus der Nehemia-Reihe, die wieder fortgesetzt wird. Gottes Segen, Waldemar, zu deiner Predigt für uns.
Auch heute gibt es wieder einen Kinderpodcast mit Tanja. Die Kinder sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Gottes Segen auch dafür!
Nun zur Frage: Wie läuft unser Gemeindeleben? Was gibt es Neues, auch wenn wir es nicht immer direkt vor Augen haben? Viele haben es sicher schon mitbekommen: Das Baby der Familie Henning und Rebecca Lützenburger ist bereits angekommen. Am 9. Juni wurde der kleine Lil Mats geboren. Er brachte 4.135 Gramm auf die Waage und ist 53 Zentimeter lang. Wir freuen uns mit der Familie und sind dankbar, dass es Rebecca und dem Kleinen gut geht. Gottes Segen wünschen wir euch an dieser Stelle der ganzen Familie.
Gott ist gut und beschenkt uns. Dafür wollen wir ihm auch die Ehre geben.
Diese Woche finden wieder DNA-Gruppen statt. Am Dienstag um 9:30 Uhr ist Gemeindegebet. Außerdem treffen sich diese Woche wieder die Ranger und die Jugend. Für alle Gruppen gilt mehr oder weniger eine individuelle Absprache. Die Betroffenen wissen meist Bescheid. Falls nicht, wendet euch an die Gruppenleiter. So langsam laufen die Gruppentreffen wieder an – in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Tagen.
Unsere Ältesten – wir haben ja auch Älteste in der Gemeinde – wurden vor kurzem gewählt. Holger Mücke wurde als Vierter der Ältesten für unsere Gemeinde gewählt. Das nur als Info.
Vielleicht habt ihr euch auch gefragt, was unsere Ältesten eigentlich tun. Manchmal weiß man das nicht so genau, aber ich kann euch sagen: Sie treffen sich, beten gemeinsam, beraten, planen und suchen nach neuen Wegen, wie wir als Gemeinde uns vielleicht auch im Gottesdienst wieder gemeinsam treffen können.
Wir sollten immer daran denken, auch für die Ältesten zu beten und für die Entscheidungen, die dort getroffen werden.
Demnächst wird es dort auch wieder eine Veränderung geben. Ihr könnt gespannt sein, was das sein wird.
Der Gemeindegarten wächst, blüht und gedeiht. Der Rasen wächst ebenfalls. Der Rasenmäher, den wir bisher hatten, hat es aber nicht mehr durch diese Saison geschafft und musste erneuert werden. Dank einer großzügigen Spenderin aus unserer Gemeinde haben wir einen neuen Rasenmäher gespendet bekommen. Vielen Dank auch an dieser Stelle von der Gemeinde aus! Herzlichen Dank, das ist ein sehr schönes Modell und sieht gut aus.
Auch das ist eine Art zu spenden – so kann man es auch machen. Natürlich könnt ihr auch gerne eure Sonntagsspende machen. Auf der Homepage steht genau, wie das geht.
Bevor wir jetzt selbst Gott loben und preisen – im Lied und beim Zuhören – dürfen wir uns auf das Kinderlied freuen. Macht mit, singt mit und hört zu. Gottes Segen!
Jetzt geht's los:
Schön, dass du da bist,
jetzt geht's los, mach dich bereit,
jetzt geht's los, wir feiern den König,
jetzt ist wieder Jesuszeit.
Jetzt geht's los, schön, dass du da bist,
jetzt geht's los, mach dich bereit,
jetzt geht's los, wir feiern den König,
jetzt ist wieder Jesus da.
Wir wollen ihn erheben,
wir preisen immer mehr,
denn Jesus ist der Mittelpunkt,
Jesus ist der Herr.
Jetzt geht's los, schön, dass du da bist,
jetzt geht's los, mach dich bereit,
jetzt geht's los, wir feiern den König,
jetzt ist wieder Jesus da.
Wir wollen unsere Herzen öffnen,
wir wollen auf Jesus seh’n,
wir öffnen unsere Ohren,
wollen mehr von ihm versteh’n.
Wir wollen ihn erheben,
ihn preisen in den Armen,
denn Jesus ist der Mensch, der Gott ist.
Jetzt geht's los!
Lobpreis und Gebet vor der Predigt
Erfüllt und Ruhe unsere Seele erfüllt, dann können wir sagen: Mir ist wohl in dem Herrn.
Wir preisen dich, dass du heute Morgen gegenwärtig bist, durch deinen Geist und uns deine Ruhe und deinen Frieden schenkst, Herr.
Herr, wenn wir schauen, was du alles getan hast, können wir nur staunen. Wenn wir sehen, wie du auf Menschen zugegangen bist, wie du sie berührt und verändert hast, soll das auch unser eigenes Bestreben sein: Menschen mit unserem Leben zu berühren.
Herr, wir danken dir, dass du gnädig und gut bist. So wie du für jeden Menschen Brücken geschlagen hast und auf Menschen zugegangen bist, wollen wir uns das als Vorbild und Beispiel nehmen.
Herr, wir möchten solche Brückenbauer sein, die auf Menschen zugehen und Brücken schlagen.
Wir bitten dich jetzt um deinen Segen, auch wenn wir dein Wort hören, dass du zu uns sprichst und zu uns redest.
Ich danke dir von ganzem Herzen, dass du heute Morgen da bist durch deinen Geist. Amen.
Einführung in die Nehemia-Reihe: Geistliche Erneuerung und Hingabe
Nach einer kurzen Pause setzen wir unsere Nehemia-Reihe fort. In den Kapiteln 8 bis 10 beschreibt das Buch Nehemia, dass nach dem Abschluss des Mauerbaus, den Nehemia in Jerusalem vorgenommen hat, eine geistliche Erweckung in Israel losbricht. Diese geistliche Erneuerungsbewegung vollzieht sich in drei Schritten.
In Kapitel 8 haben wir gesehen, dass das Volk Gottes erstmals wieder neu mit dem Wort Gottes konfrontiert wird. Sie hören über eine lange Zeit Gottes Wort, bekommen es erklärt und verstehen es auch. Das ist der erste Schritt.
In Kapitel 9 sehen wir, dass das Volk Israel daraufhin mit ganzem Herzen zu Gott umkehrt, Buße tut und Gott um Erbarmen bittet für ihre jetzige Situation. Doch die Hinwendung zu Gott umfasst nicht nur Reue über das eigene Versagen. Sie beinhaltet auch immer einen festen Entschluss, Gott mit ganzem Herzen nachzufolgen.
Viele bleiben oft nur bei der Reue stehen, weil sie merken, dass ihr Leben nicht in Ordnung ist. Eine geistliche Erneuerungsbewegung bleibt jedoch nicht beim eigenen Versagen stehen, sondern geht neue Wege. Das sehen wir in Kapitel 10: Das Volk verpflichtet sich zur Hingabe.
In Kapitel 10 fasst das Volk einen festen Entschluss, alles in Gottes Königreich zu investieren. Wir lesen in Nehemia 10,1 und 10,30, worum es hier geht: „Und wegen all dessen schließen wir nun eine feste Vereinbarung und schreiben sie auf. Auf der gesiegelten Schrift stehen die Namen unserer Obersten, unserer Leviten und unserer Priester.“ In Vers 30 heißt es: „Sie treten in Eid und Schwur, im Gesetz Gottes zu leben, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben worden ist, und alle Gebote des Herrn, unseres Herrn, sowie seine Rechtsbestimmungen und Ordnungen zu bewahren und zu tun.“
Danach folgt eine ganze Liste dessen, was sie tun möchten. Für die Israeliten in dieser besonderen Zeit der Erneuerungsbewegung bleibt es nicht bei einem Lippenbekenntnis. Sie wollen konkret werden in ihrem Glaubensleben. Sie machen sich Gedanken darüber, was es bedeutet, wenn Gott ihnen gnädig ist, wenn Gott unserem Volk gnädig ist. Was bedeutet das jetzt für sie konkret? Wie wollen sie nun vor Gottes Angesicht, in Gottes Gegenwart leben?
Sie wollen nicht nur Gottes Wort hören, es verstehen, über ihre Sünde klagen und um Erbarmen flehen, um dann einfach zur Tagesordnung überzugehen. Sie wollen aus diesem Erbarmen heraus ein neues Leben mit Gott führen, in seiner Gegenwart.
Auf das Konkrete kommt es im zehnten Kapitel an. Das ist etwas, was uns auch im Neuen Testament begleitet.
Jesu Forderung zur konkreten Nachfolge
Lassen wir uns Lukas 9, Verse 57 bis 62 näher betrachten. Hier wird deutlich, wie Jesus mit Menschen umging, die er unterwegs traf.
In Lukas 9,57-62 lesen wir: Es geschah, als sie auf dem Weg dahin zogen, sprach einer zu Jesus: „Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst, Herr.“ Jesus antwortete ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlegt.“
Dann sprach Jesus zu einem anderen: „Folge mir nach!“ Der aber erwiderte: „Herr, erlaube mir, vorher hinzugehen und meinen Vater zu begraben.“ Jesus antwortete ihm: „Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes.“
Ein weiterer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr, vorher aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Hause sind.“ Jesus aber sprach zu ihm: „Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.“
Auch hier begegnet uns eine klare und herausfordernde Haltung von Jesus. Die Dinge, die die Menschen tun möchten, sind nicht grundsätzlich falsch. Zum Beispiel ist es ehrenwert, die Eltern zu betrauern, wenn sie gestorben sind. Doch für Jesus ist es ein Unding, wenn die erste Reaktion lautet: „Ich kann dir nicht nachfolgen, weil ich mich erst um meine eigenen Belange kümmern muss“, anstatt zu erkennen, mit wem man es hier zu tun hat.
Jesus fordert eine konkrete Nachfolge, die sich wirklich manifestiert. Die Menschen hätten sagen sollen: „Ich folge dir nach und vertraue darauf, dass du dich auch um mich und meine Belange kümmerst. Ich werde nicht zu kurz kommen, wenn ich dir nachfolge.“
Jesus fordert uns immer genau dort heraus, wo es weh tut, wo der Schuh drückt. Es bleibt nicht nebulös: „Ich möchte dir nachfolgen.“ Sobald es konkret wird, steigen viele aus dem Spiel aus. Genau das sehen wir in dieser Passage.
Solange der Glaube keinen konkreten Ausdruck findet, mag es sein, dass man Jesus hier und da begegnet. Doch wahrer Glaube und echte Nachfolge sind von einer Verpflichtung zur Hingabe geprägt.
Es ist ein Unterschied, ob ich von Podcast zu Podcast oder von Sonntag zu Sonntag Jesus über den Weg laufe oder ob ich ihm wirklich nachfolge. Zu viele Christen glauben, in echter Nachfolge zu stehen, weil sie sagen: „Ich will dir nachfolgen.“ Aber wenn es konkret wird, steigen sie aus.
Das verlangt von uns, wie hier in Nehemia beschrieben, einen festen Entschluss und eine bewusste Vereinbarung. Es erfordert eine persönliche und bewusste Entscheidung, ob wir diesen Weg gehen wollen oder nicht.
Diese Selbstverpflichtung ist kein rein innerer Akt, der sich nur im Herzen abspielt. Es ist richtig, dass wir im Herzen glauben sollen, aber die Bibel sagt auch, dass wir mit dem Herzen glauben und mit dem Mund bekennen.
Am Anfang unseres Weges mit Jesus findet dies seinen ersten Ausdruck in der Taufe. Diese soll sich dann auch in unseren Taten widerspiegeln.
Wenn wir jedoch die ganze Zeit nur außen vorstehen und sagen: „Ja, das ist alles richtig, das ist alles gut, aber ich möchte nicht all in gehen, ich möchte nicht alles hineingeben“, dann ist das keine Nachfolge. Dann ist es kein echter Glaube, der zum Durchbruch kommt, zur Erneuerung und zum Feuer fängt.
So wie in Nehemia 10, wo das Volk Gottes erkannte, wer Gott ist und wie er zu ihnen steht. Sie blieben nicht stehen, sondern sagten: „Wir wollen jetzt alles dafür geben, diesem Gott zu dienen, ihm zu gefallen und in seiner Gegenwart permanent zu leben.“
Aus Nehemia 10 lernen wir: Ein geisterfülltes Gotteskind trifft die Entscheidung, entschieden nach Gottes Wort zu leben. Das bedeutet, Gottes Wort zu hören und es auch zu tun.
Die schriftliche Bundeserneuerung in Nehemiah 10
Wir lesen jetzt die Verse 1 bis 28.
Wegen all dessen schließen wir nun eine feste Vereinbarung und schreiben sie auf. Auf der gesiegelten Schrift stehen die Namen unserer Obersten, unserer Leviten und unserer Priester. Zu den Namen auf den gesiegelten Schriftstücken gehören Nehemia, der Tierschater, der Sohn Hachaljas, und Zedekia. Außerdem Siraja, Assaja, Irmeja, Pashur, Amaja, Malkia, Hatusch, Schebanja, Maloch, Harim, Meremot, Obadja, Daniel, Ginetot, Baruch, Besulam, Abija, Mijamin, Maasja, Bilga und Schemaja – das sind die Priester und Leviten.
Dann folgen Jeschua, der Sohn Asanias, Binui von den Söhnen Hinnadatz, Kadmiel und ihre Brüder Schechanja, Hudia, Kelita, Pelaja, Hanan, Micha, Rehop, Haschapja, Sakur, Scherepja, Schebanja, Hudia, Bani, Beninu – die Häupter des Volkes Parosch, Pahadmoab, Elam, Satu, Bani, Buni, Asgad, Bebeid, Adon, Adonija, Begwei, Adin, Ather, Hiskia, Assur, Hudia, Haschum, Betzai, Harif, Anatot, Nebai, Makpiasch, Meschulam, Hesia, Meschezabe, Zadok, Hadua, Jadua, Pelatja, Hanan, Anaja, Hoschea, Hananja, Haschub, Lohisch, Pilha, Schobek, Rehum, Harschabna, Maaseja und Ahija, Hanan, Anan, Maloch, Harim, Ba’ana.
Das Nebenhierbuch ist voller schöner Namen, wenn man auf Namenssuche ist. Das sind die Leute, die in diesem Dokument versiegelt waren.
In der Geschichte Israels sehen wir, dass nicht nur an dieser Stelle, sondern immer wieder die Erneuerung des Bundes, des Treueverhältnisses mit Gott, feierlich bekundet und gemeinsam festgemacht wird. Der Bund, der schon geschlossen wurde, wird quasi wieder aufgefrischt, aktualisiert und erneuert. Die neue Treue wird zu diesem alten Bund zugesichert.
Was diese Bundeserneuerung besonders macht, ist in Vers 1 die schriftliche Erneuerung des Bundesversprechens. Dort sehen wir, dass sie das, was ihnen wichtig wurde, nicht einfach nur gesagt haben. Sie haben es verfasst, formell aufgeschrieben und unterzeichnet. Das ist sehr interessant.
Für uns Deutsche ist das ein schöner Text, weil wir Wert auf Dokumente mit Stempel, Siegel und Unterschrift legen. So ist es ein ordentliches Dokument mit Wert. Es ist bemerkenswert, dass im Alten Orient schon diese Praxis üblich war. Man wollte das Verschriftlichen, damit es nicht einfach vergeht, sondern fixiert wird. Man schreibt mit seinem Namen, unterschreibt, damit das für einen gilt.
Nicht alle unterzeichnen hier, sondern die Obersten wie Leviten und Priester. Stellvertretend haben die geistlichen Verantwortungsträger und Vertreter des Volkes sich formal verpflichtet, der Bibel zu folgen. Es waren Tausende Menschen dort, aber sie konnten nicht alle unter das Dokument schreiben. Diese viele Dutzende Volksvertreter und geistlichen Führungspersönlichkeiten haben gesagt: Wir wollen das fixieren, unseren Namen darunterschreiben und uns dazu verschreiben. Wir wollen es im ganzen Volk bekannt machen und uns daran messen lassen.
Wenn ich diesen Text lese, erinnert mich das auch an unsere Gemeindegeschichte. Auch wir als Älteste haben stellvertretend für die Gemeinde ein Bundesversprechen verfasst. Wir nennen das in unserer Gemeinde Gemeindekodex. Dort haben wir als Leitung erarbeitet, was unseren Bund mit Gott und mit den Geschwistern ausmacht. Das wollen wir fixieren, haben es der Gemeinde präsentiert und stehen dafür ein.
Im ersten Paragraph unseres Gemeindekodex heißt es ganz ähnlich im Geist von Nehemia 10: Wir versprechen, die Bibel als letzte Autorität in allen Fragen des Lebens und Glaubens anzuerkennen. Das ist genau das, was hier gesagt wird: Wir wollen die Rechtsbestimmungen des Herrn befolgen, die Ordnung Gottes soll gelten.
Genau das haben wir neu in unseren Worten zum Ausdruck gebracht. Ich glaube, es ist ratsam für uns als Christen, unseren Bund zu Gott von Zeit zu Zeit zu erneuern. Wir sollten uns vergegenwärtigen, wo wir gerade stehen. Wenn wir Gottes Bewegung in unserem Leben erfahren, können wir den Bund zu Gott auch im Miteinander erneuern, das offiziell und feierlich machen.
Das geschieht nicht nur in Emmendingen, sondern in der ganzen Kirchengeschichte gab es die Besonderheit, dass man den Bund miteinander erneuert hat. Auf dem Höhepunkt einer Erweckung im 18. Jahrhundert rief Jonathan Edwards – vielleicht kennen ihn einige, ein großer Prediger im 18. Jahrhundert – am 16. März 1749 einen Tag des Fastens und Gebets aus.
Ein Historiker schreibt darüber Folgendes: An diesem Tag traf sich die gesamte Gemeinde im Andachtshaus. In einer feierlichen Zeremonie standen alle, die älter als 14 Jahre waren, auf und stimmten dem Dokument zu. Nachdem sie sich auf Gottes Gnade berufen hatten, baten sie um Vergebung für ihre Verfehlungen und stimmten dann einer Liste von sorgsam ausgearbeiteten Versprechungen zu, die festhielten, wie sie fortan leben wollten.
Ein Dokument wurde verfasst und den Versammelten präsentiert: Wollen wir so leben? Es war eine Feier, in der man sagte: Wir erleben Gottes Gnade, und diese Gnade wollen wir nicht einfach hinten runterfallen lassen. Sie nimmt uns in die Pflicht und treibt uns an, ihr mit unserem Leben zu antworten.
Jonathan Edwards war dafür bekannt, Vorsätze zu formulieren. Er hat selbst als Zwanzigjähriger siebzig Vorsätze aufgeschrieben, die er für sein persönliches Leben einhalten wollte. Jeder, der zwanzig oder etwas älter ist, sollte sich diese Liste anschauen. Vielleicht werde ich sie im Laufe der Woche auf unserem Blog posten. Es ist phänomenal, wozu dieser junge Mann sich entschlossen hat, wie er sein Leben leben möchte und wozu er bereit ist, Gott zu folgen.
Ich beobachte, dass es unter uns Christen vielen schwerfällt, solche Versprechungen zu tun. Das erlebe ich nicht nur bei solchen Zeremonien, sondern auch in ganz normalen Gottesdiensten. Wenn wir unsere Stimmen erheben und Gott mit Liedern anbeten, dass wir ihm ganz und gar nachfolgen wollen – „Mein ganzes Herz gehört dir, allein nur dir folge ich, mein ganzes Leben soll allein dir gehören“ – dann sagen viele Christen: „Ich kann das nicht singen.“ Habt ihr das schon mal mitbekommen?
Oft heißt es: „Dieses Lied kann ich nicht singen, das ist viel zu vollmundig, viel zu radikal. Ich weiß doch selbst, dass ich Fehler habe. Wie kann ich das mit reinem Gewissen singen?“ Aber Gott möchte nichts weniger als ein ganzes Herz von uns. Er erwartet kein halbherziges Bekenntnis.
Er verlangt keine Perfektion und erwartet auch nicht, dass wir aus Perfektion heraus solche Lieder singen. Vielmehr geht es um eine Zielrichtung, so wie die Israeliten gesagt haben: Wir wollen Gottes Wort ganz und gar in unserem Leben einhalten.
Im Verlauf der Geschichte sehen wir, dass sie versagt haben, auch noch im Nehemia-Buch. Sie haben versagt, und auch ich versage, wenn ich meinem Gott einen Bund zusage und ihn erneuere.
Übrigens geschieht diese Bundeserneuerung auch, wenn wir Abendmahl feiern. Jeder Christ hat mindestens einmal in seinem Leben ein vollmundiges Versprechen abgegeben, zum Beispiel bei seiner Taufe: Mein ganzes Leben gehört dir.
Trotzdem sehen wir auch Bruchstücke in unserem Leben, wo es noch nicht gelingt. Aber Gott fordert uns auf. In 5. Mose 6,5 sagt er: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“
Wenn wir einen Bund machen, sind wir mit unserem Herzen ergriffen und sagen, was unser Entschluss ist. Stell dir vor, du bist auf einer Hochzeit eingeladen. Die zwei Verliebten stehen vor dem Altar, vor der Gemeinde und dem Pastor. Dann wird das Eheversprechen abgefragt.
Was wäre, wenn der Ehemann sagt: „Ich verspreche dir, dich halbherzig zu lieben, und ich werde dir nicht immer treu sein. Das ist mein Entschluss.“ Und die Frau antwortet: „Ja, vielen Dank, und das ist auch mein Versprechen an dich. Ich werde nur 50 Prozent geben, nicht 100.“
Natürlich sind diese Eheversprechen immer sehr hochkarätig. Die Verheirateten, die schon länger in der Ehe sind, hören sich das an und denken: Schönes Versprechen, wir fragen mal in ein paar Monaten, wie es aussieht.
Jeder weiß, dass wir diesem Anspruch nicht gerecht werden. Aber wenn ich meiner Frau oder meinem Gott ein Versprechen gebe, habe ich das Ziel im Blick. Wenn mein Ziel nur halbherzig ist, wird das eine hoffnungslose Geschichte.
Das Versprechen drückt unseren Wunsch und Willen aus, was wir gerne wollen, nicht die Realität. Und das weiß auch Gott.
Deshalb habe keine Angst, Gott vollmundig zu bekennen und ihm zu folgen. Wenn wir versagen, vergibt er uns und bringt uns wieder auf die Spur.
Wenn du aber gar nicht den Wunsch hast, mit ganzem Herzen Gott zu folgen, brauchst du es gar nicht erst anzufangen.
Die Jünger haben viele Fehler gemacht in ihrer Nachfolge. Aber sie waren anders als die anderen, wie in Lukas 9 beschrieben. Sie sind nicht abgedreht und haben nicht aufgegeben.
Die Jünger, obwohl sie Versager waren, sagten: So weit wir können, geben wir immer alles. Wenn wir straucheln, stehen wir auf – mit deiner Hilfe – und gehen voran.
Also sei mutig, deinen Bund mit Gott zu erneuern und voll entschlossen volle Fahrt voraus zu gehen.
Konkrete Verpflichtungen im Alltag: Ehe, Sabbat und Investitionen
Ihre Verpflichtungen, die sie eingehen, betreffen keine nebulösen oder unklaren Dinge, sondern werden ganz konkret.
Wir lesen nun Nehemia 10, Verse 29 bis 40. Dabei lassen wir Namen weg. Es wird deutlich, dass ihre Verpflichtungen Bereiche des alltäglichen Lebens betreffen: die Ehe, die Familie, den Sabbat, den Gottesdienst, die Fürsorge für die geistliche Leitung, für die Priester und Leviten, ihre Finanzen, ihren Besitz und ihre Zeit.
Wir lesen: „Und das übrige Volk, die Priester, die Leviten, die Torhüter, die Sänger, die Tempeldiener und alle, die sich aus den Völkern der Länder zum Gesetz Gottes hin abgesondert haben, sowie ihre Frauen, ihre Söhne und ihre Töchter, alle, die Erkenntnis und Einsicht haben, schließen sich ihren Brüdern, den Mächtigen unter ihnen, an und treten in Eid und Schwur, im Gesetz Gottes zu leben, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben worden ist, und alle Gebote des Herrn, unseres Herrn, und seine Rechtsbestimmungen und seine Ordnungen zu bewahren und zu tun.“
Sie schwören: „Wir wollen unsere Töchter nicht den Völkern des Landes geben und ihre Töchter nicht für unsere Söhne nehmen. Wenn die Völker des Landes am Sabbattag ihre Waren und allerlei Getreide zum Verkauf bringen, wollen wir es ihnen am Sabbat oder an einem anderen heiligen Tag nicht abnehmen. Wir wollen im siebten Jahr auf den Ernteertrag und auf die Schuldforderung einer jeden Hand verzichten. Wir wollen uns als Gebot auferlegen, ein Drittel Schäkel im Jahr für den Dienst im Haus unseres Gottes zu geben.“
Es geht weiter: „Für die Schaubrote und das regelmäßige Speiseopfer und für das ständige Brandopfer und für die Opfer an den Sabbaten und Neumonden, für die Festzeiten und für die heiligen Dinge und für die Sündopfer, um Sühnung zu erwirken für Israel und für alles Werk im Haus unseres Gottes.“
Wir können nicht alle Details jetzt anschauen, aber es geht um den Tempeldienst und darum, dass der Gottesdienst aufrechterhalten wird.
Sie verpflichten sich: „Wir, die Priester, die Leviten und das Volk, wollen die Lose werfen über die Lieferung des Brennholzes, um es nach unseren Familien zu bestimmten Zeiten zum Haus unseres Gottes zu bringen, Jahr für Jahr, damit man es auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes, verbrennt, wie es im Gesetz geschrieben steht.“
Weiter heißt es: „Wir verpflichten uns, die Erstlinge unseres Ackerlandes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen Jahr für Jahr zum Haus des Herrn zu bringen. Wir verpflichten uns, die Erstgeborenen unserer Söhne und unseres Viehbestandes, wie es im Gesetz vorgeschrieben ist, und zwar die Erstgeborenen unserer Rinder und unserer Schafe zum Haus unseres Gottes zu bringen, für die Priester, die im Haus unseres Gottes Dienst verrichten.“
Sie sagen: „Wir wollen das Erste von unserem Schrotmehl und unseren Hebopfern und den Früchten von allerlei Bäumen, von Most und Öl für die Priester bringen in die Zellen des Hauses unseres Gottes und den Zehnten unseres Ackerlandes für die Leviten, denn sie, die Leviten, sind es, die den Zehnten erheben sollen in allen Städten unseres Ackerbaus.“
„Und der Priester, der Sohn Aarons, soll bei den Leviten sein, wenn die Leviten den Zehnten erheben. Die Leviten sollen den Zehnten vom Zehnten zum Haus unseres Gottes hinaufbringen in die Zellen des Schatzhauses.“
„Denn in die Zellen sollen die Söhne Israel und die Söhne Levi das Hebopfer vom Getreide, vom Most und Öl bringen, denn dort sind die heiligen Geräte und die Priester, die den Dienst verrichten, und die Torhüter und die Sänger.“
Auch wenn wir jetzt nicht alles im Detail verstehen, besonders den kulturellen Kontext, fasst der letzte Vers gut zusammen, worum es geht: „So wollen wir das Haus unseres Gottes nicht im Stich lassen.“
Wir wollen es nicht im Stich lassen. Der Gottesdienst soll aufrechterhalten werden, die geistliche Leitung soll versorgt werden. Wir wollen unsere Zeit und unsere Energie, das Beste, was wir haben, in den Dienst Gottes stellen. Wir machen unsere Finanzen locker und investieren in das Reich Gottes. Wir werden den Sabbat einhalten und unsere Ehen nach seinem Vorbild gestalten.
Aufgrund der Zeit können wir nicht jeden Aspekt anschauen. Wir werden uns nur zwei Aspekte genauer ansehen. Das erste ist die Verpflichtung zu gottesfürchtigen Ehen.
Verpflichtung zu gottesfürchtigen Ehen
Es heißt in Vers 31: „Und sie schwören, wir wollen unsere Töchter nicht den Völkern des Landes geben und ihre Töchter nicht für unsere Söhne nehmen.“ Im Land Kanaan, das Israel eingenommen hat, leben noch fremde Völker mit fremden Religionen. Die Väter sagen: „Wir wollen unsere Töchter nicht einfach den anderen Nationen überlassen und uns auch nicht mit ihnen vermischen.“
Im Alten Testament mag uns das etwas seltsam erscheinen: Wie kann diese nationale Trennung gerechtfertigt sein? Gott warnt dort ständig davor, durch unangemessene Eheschließungen ihn zu verlassen und untreu zu werden. So lesen wir dazu in 2. Mose 34,12 und 14-16, kurz bevor Israel ins Land Kanaan einzieht:
„Nimm dich in Acht, dass du mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, keinen Bund schließt, damit sie nicht zur Falle werden in deiner Mitte. Denn du darfst dich vor keinem anderen Gott anbetend niederwerfen, denn der Herr, dessen Name eifersüchtig ist, ist ein eifersüchtiger Gott. Das ist der Eigenname Gottes: eifersüchtig. Die Ehre, die mir gebührt, teile ich mit niemandem anderen. Dass du ja keinen Bund mit den Bewohnern des Landes schließt, denn dann könnte man dich einladen, und du könntest, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, von ihren Schlachtopfern essen. Und du könntest von ihren Töchtern für deine Söhne Frauen nehmen.“
Merkt ihr diese Formulierung? Genau das ist es, was in Nehemia 10 gesagt wird: „Das wollen wir nicht tun.“ Wenn dann ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, könnten sie deine Söhne dazu verführen, ihren Göttern nachzuhuren.
Es handelt sich hier, gerade in den heutigen Tagen, um ein sehr wichtiges Thema. Es geht nicht um eine rassistische Ausgrenzung. Nur weil jemand eine andere Herkunft hat, heißt das nicht, dass wir uns nicht vereinigen dürfen. Das ist nicht der Punkt.
Der jüdische Mose hatte eine äthiopische Frau geheiratet. Wir lesen auch, dass der jüdische Boas ganz legitim eine moabitische Ruth geheiratet hat. Diese beiden gehören sogar zu den Vorfahren von Jesus. Es geht also nicht um Trennung von Rassen oder Rassenfeindlichkeit. Rassismus war noch nie ein Thema in Israel.
Dazu lesen wir in 4. Mose 9,14: „Und wenn ein Fremder bei euch wohnt und dem Herrn Passa feiern will, soll er es feiern nach der Ordnung des Passa und nach seiner Vorschrift. Ein und dieselbe Ordnung soll für euch sein, sowohl für den Fremden als auch für den Einheimischen des Landes.“ Gott hatte also schon im Sinn, dass auch Nicht-Israeliten Teil der israelitischen Gemeinschaft werden und sich Jahwe, dem Gott Israels, anschließen.
Rassismus ist hier also überhaupt kein Thema. Es ist keine rassistische Abgrenzung.
Um das auch noch einmal klarzustellen: Auch im Neuen Testament hat ein solches Denken keinen Platz. In Galater 3,28 heißt es: „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave oder Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“ Das bedeutet nicht, dass es im Reich Gottes keine Männer und Frauen mehr gibt – selbstverständlich gibt es die. Aber der Zugang zu Gott ist nicht bestimmt durch solche Eigenschaften wie Nationalität, Rasse oder Geschlecht.
Warum lesen wir hier trotzdem: „Nehmt euch keine Frauen von den anderen Nationen“? Das hat einfach den Grund, dass interreligiöse Mischehen der Religionsvermischung in Israel Vorschub leisteten.
Ich möchte dazu ein Zitat von Derek Thomas vorlesen: „Die Juden sollten einen strengen Grundsatz der Trennung von ihren Nachbarn, insbesondere von den Religionen ihrer Nachbarn, einhalten. Ein sicherer Weg, ihren Glauben zu korrumpieren, also zu zerstören, war eine unangemessene Ehe, eine Ehe, die den religiösen Kompromiss in den Mittelpunkt des Hauses und der Familie rückt. In der Antike, wenn zwei Menschen heirateten, tauschten sie ihre Götzen aus und gaben ihnen einen zentralen Platz in ihrem Haus.“
Versteht ihr? Es geht hier nicht einfach um eine fremde Nation, sondern um eine Person, die Gott nicht kennt und liebt. Wenn du dich mit dieser Person verbindest, wirst du in Glaubensfragen einen sehr fragwürdigen Kompromiss eingehen. Diese andere Person wird deinen Glauben beeinflussen.
Bist du dir bewusst, was das für dich bedeutet? Was das für deine Familie bedeutet? Was es für deine Kinder und Kindeskinder bedeutet? Darum: Heirate dort nicht, es sei denn, wie wir es zum Beispiel bei Boas sehen, der Ruth heiratet, wenn diese Fremdnation auch zum Glauben an Gott kommt, an den Gott Israels. Dann steht dem natürlich nichts im Wege.
Gottes Volk sollte keine Verbindungen eingehen, die ihr Glaubensleben beeinträchtigen würden. Noch einmal: Das hat auch für uns heute Relevanz. Gottes Volk sollte keine Verbindung eingehen, die das Glaubensleben beeinträchtigt.
Auch wir müssen uns fragen, ob wir bei der Partnerwahl zuallererst nach Gottes Reich trachten wollen. Ich erlebe gerade bei jüngeren Christen oft, dass sie sagen: „Ja, ich will Jesus nachfolgen, alles für Jesus geben und zuallererst nach dem Reich Gottes trachten.“ Aber bei der Partnerwahl machen sie ihr eigenes Ding. Da soll Gott bitte nicht reinsprechen.
Gerade in dieser Sache trachten sie nicht zuallererst nach dem Reich Gottes und danach, was Gottes Ehre in ihrem Leben maximiert und sie im Glauben voranbringt. Stattdessen gehen sie Kompromisse ein, weil sie dort ein Glück suchen, das Gott sonst nicht stillen könnte.
Ich weiß, das ist ein kritischer Punkt, und es wird für einige anstößig sein, das jetzt zu hören – vielleicht hier im Raum oder zumindest im Internet. Aber ich frage: Trachtest du in allen Dingen zuerst nach dem Reich Gottes? Warum dann nicht in der Partnerwahl?
Es gibt wahrscheinlich keine wichtigere Entscheidung nach der Entscheidung, Jesus nachzufolgen, als die Frage, mit welchem Menschen du dein Leben teilen und deine Familie gründen möchtest. Das sollte wohlüberlegt sein und dem Reich Gottes ähnlich sein.
Nicht ohne Grund sagt Paulus in 2. Korinther 6,14-15: „Geht nicht unter ein fremdes Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft haben Licht und Finsternis? Oder welche Übereinstimmung besteht zwischen Christus und Belial? Oder welches Teil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?“
Ich möchte von Pastor Christian Wegert aus der Arche Hamburg lesen, was er zu diesen Versen sagt. Das hat mir sehr gut gefallen, und ich kann es nicht besser formulieren. Deshalb lest es euch vor:
„Das Joch wurde Tieren auferlegt, um Felder zu bestellen. Zwei Ochsen wurden beispielsweise in dasselbe Joch eingespannt, um zu pflügen. Das Joch steht also für eine enge Verbindung, eine enge Partnerschaft. Dazu gehört zweifelsohne die Ehe. Wenn sie gelingen soll, müssen die grundlegenden Interessen beider Partner übereinstimmen.
Für Christen ist der wichtigste Teil ihres Lebens die Beziehung zu Gott. Die Freuden und Privilegien dieser Beziehung mit einem Ehepartner nicht teilen zu können, trennt mehr, als dass es eint. Deshalb schreibt der Apostel Paulus in 1. Korinther 7,39: ‚Wenn wir heiraten, soll es in dem Herrn geschehen.‘
Daher mein Appell an junge Leute und all diejenigen, die sich einen Ehepartner wünschen: Die wichtigste Frage ist nicht, wie dein Partner aussieht, sondern seine Gotteskindschaft. Halte Ausschau nach einem Partner, der mit dir gemeinsam in die gleiche Richtung wirkt, jemand, der wie du mit Christus lebt und sich unter sein Joch begeben hat, also sich in seine Herrschaft einspannen lässt.
Wir können auch sagen, und das liebe ich: Verlobe dich nicht mit einem Esel, wenn du selber ein Ochse bist! Verlobe dich nicht mit einem Esel, wenn du selber ein Ochse bist!“
Das heißt allerdings nicht, fügt er hinzu, dass bereits eingegangene Ehen aufgekündigt werden sollen. Paulus nimmt dazu in 1. Korinther 7 Stellung.
Und das sehen wir hier in Nehemia 10: Was für uns so komisch zu lesen ist, warum es diese Trennung gibt, hat keine rassistischen Gründe. Es liegt schlicht und ergreifend daran, dass in diesen Nationen keine Menschen leben, die Gott kennen. Wenn sie Gott nicht kennen, wollen wir keine faulen Kompromisse eingehen, die uns zu Fall bringen.
Deshalb ist mein Appell auch an dich: Mach nicht ausgerechnet bei der wichtigsten Sache des Lebens Abstriche oder falsche Kompromisse bei der Partnerwahl. Das kannst du dir beim besten Willen nicht leisten, auch wenn jetzt noch alles schön und blumig ist.
Es werden schwere Tage kommen. Wenn du dann deinen Halt in Christus nicht mit deinem Partner teilen kannst, wird es schwer für dich. Das können dir alle bestätigen, die diesen Schritt gegangen sind und in harten Zeiten des Lebens allein auf Gott hoffen müssen, während ihr Partner fragend danebensteht und denkt: „Du bist irgendwie ein religiöser Spinner, das ist alles Murks und Kokolores, was du hier von dir gibst.“
Darum ist dieser Vers etwas, das wir mitnehmen können: Setze bei der Partnerwahl, wenn es um deine Zukunft geht, die richtigen Maßstäbe. Suche das, was Gottes Reich voranbringt.
Wir lesen nun weiter und kommen zum nächsten Punkt: Verpflichtet zur Investition von Besitz, Zeit und Finanzen.
Verpflichtung zur Investition von Besitz, Zeit und Finanzen
Wir lesen dazu ausschnittsweise:
"Wir, die Priester, die Leviten und das Volk, wollen die Lose werfen über die Lieferung des Brennholzes, um es nach unseren Familien zu bestimmten Zeiten zum Haus unseres Gottes zu bringen – Jahr für Jahr –, damit man es auf dem Altar des Herrn unseres Gottes verbrennt, wie es im Gesetz geschrieben steht. Wir verpflichten uns, die Erstlinge unseres Ackerlandes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen Jahr für Jahr zum Haus des Herrn zu bringen."
Gut, wir haben jetzt nicht so die Früchte, die wir bringen können. Vielleicht hast du ein paar Erdbeeren in den letzten Tagen gepflückt, aber das ist nicht so unsere Lebensrealität. Bei uns geht es heutzutage eher, ich sage mal, stärker noch um die Finanzen.
Wir sehen hier, so dieser abschließende Entschluss in Vers 40, auch: "So wollen wir das Haus unseres Gottes nicht im Stich lassen." Die Kinder Gottes verpflichten sich, sich zu investieren und nicht einfach alles bei sich zu behalten, sondern freigebig zu sein, um das Werk Gottes voranzubringen.
Gottes Volk hat hier in Nehemia 10 keine Kosten und Mühen gescheut, alles, was sie haben, in den Dienst Gottes zu stellen. Und das haben wir auch in unserem Gemeindekodex, Paragraph sechs, zusammengefasst:
Wir versprechen, unsere von Gott gegebenen Ressourcen – Zeit, Kraft, Begabung, Finanzen – weise zu verwalten und diese stets freiwillig in den Dienst des Evangeliums und dem Aufbau der Christusgemeinde zu stellen.
Und das verlangt von vielen echt etwas ab. Bin ich bereit, meine Zeit zu investieren in gemeinsame Anbetung? Bin ich bereit, das, was mir lieb und teuer ist, wofür ich echt gearbeitet habe, davon einen guten Teil zu geben und freigiebig darin zu sein?
Als ich in den sozialen Medien gestern gepostet habe, dass dieses Thema heute dran ist, hat ein Bekannter von mir – ich weiß nicht, ob er es scherzhaft meinte – auf Instagram kommentiert: "Seid ihr etwa noch unter Gesetz? Seid ihr noch unter dem Gesetz, diese Verpflichtung, ja, jetzt zu handeln, dem Gesetz entsprechend? Seid ihr etwa noch unter Gesetz?"
Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Natürlich nicht! Aber ich habe eine Rückfrage: Sind wir Christen – das meine ich ernst – sind wir Christen im neuen Bund, ausgerüstet und erfüllt mit dem Heiligen Geist, wirklich weniger entschlossen, alles, was wir sind und haben, in Gottes Reich zu investieren als die Menschen im Alten Testament?
Das ist eine völlig falsche Frage: Sind wir noch unter Gesetz, dass wir das irgendwie so machen müssen?
Meine Lieben, wir haben Gottes Geist in uns in einer Qualität, die die Menschen in allen Testamenten nicht hatten. Und wenn wir einen brennenden Eifer sogar im Alten Testament sehen, dass die Menschen voller Herz sagen: "Wir wollen Gott dienen", dann sollte es uns Menschen im Neuen Testament vor allem die Frage stellen: Sollte unsere Hingabe etwa geringer sein?
Wenn der Heilige Geist in uns lebt und uns wirklich in Brand setzt, dann wird unsere Hingabe freiwillig noch viel, viel intensiver sein als im Alten Testament.
Das ist eine völlig falsche Frage: "Seid ihr etwa noch im Alten Testament?" Sondern: "Hey Christen, lebt der Geist Gottes in euch? Seid ihr brennend für den Herrn?"
Das ist nicht etwas, was wir irgendwie gezwungenermaßen tun. Das hat hier nichts mit Gesetzlichkeit zu tun.
Nehemia 10 ist keine Gesetzlichkeit, denn die Israeliten sind nicht von einem Verdienstgedanken getrieben. Wir müssen etwas verdienen. Gut lesen: Im Kapitel 9 haben sie gerade das Erbarmen Gottes erlebt, die Vergebung Gottes, dass er ihnen Perspektive gibt und dass er mit ihnen auf dem Weg sein wird. Das Erleben der Gnade Gottes in ihrem Leben bringt sie dazu, sich komplett Gott hinzugeben.
Und sie antworten mit der Verpflichtung zur Hingabe. Es ist kein Verdienst. Sie wissen schon im Alten Testament: Wir können es uns nicht verdienen. Wir haben Gnade erlebt, und aufgrund dieser Gnade wollen wir entsprechend antworten und alles investieren für unseren Gott.
Im Verlauf der Geschichte sehen wir: Die Israeliten haben versagt, sie schaffen es nicht. Und wenn du diese Dinge liest mit der Investition, weiß ich, wie es dir geht. Vielleicht traust du dich nicht, Gott ranzulassen an dein Portemonnaie.
Ich habe das mal vor ein paar Jahren gezeigt, ein Bild, ein Comic, wie jemand sich taufen lässt, im Wasser verschwindet und seine Hand herausstreckt. In seiner Hand hat er das Portemonnaie. "Jesus, ich folge dir nach mit allem, was ich habe, aber mein Portemonnaie gehört mir."
Und so sind einige Christen: "Ich folge dir in allem nach, aber meine Zeit teile ich mir selber ein. Ich investiere mich nicht in Gottes Reich, ich investiere mich nicht in den Gemeindebau."
Das ist keine Haltung für einen Christen. Wir sind dort gefragt.
Die Israeliten haben versagt, das sehen wir noch im Nehemia-Buch. Das ist sehr, sehr schmerzhaft, auch was wir dort sehen.
Was sagt uns das? Das Gesetz Gottes allein kann dich nicht befreien, weil es keine Kraft in sich hat, dich zu verändern. Aber der Geist Gottes ist mächtig, zu geben, was er auch fordert.
Wenn du alleine nur den Anspruch Gottes siehst, hast du keine Chance. Du bist nur dann in der Lage, diesem Anspruch gerecht zu werden, wenn Gottes Geist in dein Leben kommt und dein Herz verändert.
Und dann ist nicht die Frage: Muss ich das machen? Muss ich mir jetzt einen Partner suchen, der Jesus auch lieb hat?
Ich will einen Partner haben, der Jesus auch lieb hat, weil ich das Allerwichtigste in meinem Leben, Jesus Christus, mit der wichtigsten Person in meinem Leben teilen will. Und mein Herz würde bluten, wenn es einen Tag gibt, an dem ich das nicht tun kann.
Sein verändertes Herz: Es ist nicht mehr mein Geld, sondern ich sehe: Gott, du beschenkst mich mit guten Gaben, und ich bin nur ein Verwalter. Es ist nur recht, wenn ich das in deinen Dienst stelle, es dir gebe und in dein Reich investiere.
Wenn ich die Gemeinde sehe und schaue, wo kann ich dort auch investieren – Zeit, Energie, Talente und Kraft – das ist nichts, was mir dann wehtut. Dieses Opfer ist etwas, was ich gern tue.
Aber nur allein der Geist Gottes ist mächtig, zu geben, was er von uns verlangt. Das können wir nicht alleine.
Deswegen möchte ich schließen: Ein geisterfülltes Gotteskind hat es sich zum Entschluss gemacht, entschieden nach Gottes Wort zu leben, das Wort zu hören und es auch zu tun, den Bund zu erneuern.
Und vielleicht hast auch du eine Bundeserneuerung nötig, dass du merkst, wie Gottes Gnade da ist und merkst: Ich darf nicht stehenbleiben, sondern ich muss weitergehen.
Bleib nicht einfach stehen, vertraue auf Gottes Kraft, vertraue auf den Heiligen Geist und verpflichte dich konkret zur Hingabe an Gott. Investiere alles und sieh, wie er dich dann beschenken wird.
Seid ihr mit mir? Amen!
Abschlusslied und Segen
In Christus ist mein ganzer Halt. Er ist mein Licht, mein Heil, mein Lied, der Felsstein und der feste Grund – sicherer Halt in Sturm und Wind. Wer liebt wie er? Er erstirbt meine Angst, bringt Frieden mir, stärkt mich im Kampf, ist mein Trost in allem Leid, in seiner liebevollen Fürsorge.
Das oft gesprochene Wort, als Mensch geboren, offenbart Gott. Doch nur Jesus starb dort am Kreuz. Er trug die Schuld der ganzen Welt durch seine Wunden. An diesem Ort, wo Gottes Dornenkrone erfunden wurde, wurde die Schuld getragen.
Ein Tag erhellte die Nacht zum Licht. Der Tod ist besiegt, das Grab ist leer. Der Fluch der Sünde ist nicht mehr, denn ich bin sein und er ist mein. Mit seinem Blut macht er mich rein.
Nun hat der Tod seine Macht verloren. Ich bin durch Christus zum ersten Atemzug des neuen Lebens gekommen. Keine Macht in dieser Welt kann mich rauben. Er hält mich bis an das Ende dieser Zeit, wenn er in Herrlichkeit erscheint.
Nach dem Gottesdienst werden sich einige vielleicht noch in den DNA-Telegruppen treffen wollen. Einige haben diese Tradition beibehalten, andere werden sich in der nächsten Woche treffen, um über die Predigt zu reflektieren, darüber zu sprechen und zu beten.
Ich möchte den Gottesdienst jetzt beenden und das mit Matthäus 6,33 tun. Ich gebe euch den Anspruch und den Zuspruch Gottes weiter: "Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugefügt werden." Amen.
