Vor kurzem kam eine junge Schwester auf mich zu und hat mir eine Frage
gestellt. Sie war mit einer Bekannten zu einem Kurs gegangen – irgendwas in
Richtung Yoga, Tai-Chi – und irgendwie fühlte sie sich dabei nicht ganz wohl. In
der Ecke stand ein Buddha, die Trainerin hat die Übungen mit fernöstlicher
Mystik untermalt, da wurde Mutter Erde beschworen, Energien erfühlt,
Klangschalen geschlagen... eben das volle esoterische Programm. Und die Frage
war: Darf ein Christ an so einem Kurs teilnehmen?
Jetzt könnte man sagen, wenn man ein schlechtes Gewissen hat, dann ist doch
alles klar. Hast du bei einer Sache ein schlechtes Gewissen, dann lass die Finger
davon! Aber die junge Schwester hatte kein schlechtes Gewissen, sondern nur
ein ungutes Gefühl. Und sie hat völlig recht: Wir müssen aufpassen, dass wir
nicht jedes Bauchgrummeln, nicht jedes Gefühl, dass da etwas merkwürdig ist,
gleich als Hinweis auf ein schlechtes Gewissen missdeuten. Vielleicht ist es halt
nur ein Bauchgrummeln oder ein befremdliches Gefühl. Ein schlechtes Gewissen
braucht ein Fundament in der Bibel. Wenn ich kein Gebot übertrete, dann
brauche ich auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Anders herum: Wenn ich
aber ein Gebot übertrete, dann sollte ich definitiv ein schlechtes Gewissen
haben!
Zurück zur Frage. Darf ein Christ an so einer Veranstaltung, bei der ganz klar
buddhistische Elemente und Turnelemente miteinander verknüpft werden
teilnehmen?
Die Antwort findet sich im 1. Korinther. Dort geht es um die in
unseren Ohren komische Frage: Darf ein Christ nach seiner Bekehrung noch in
einen Götzentempel gehen, um dort Götzenopferfleisch zu essen?
Götzenopferfleisch war den Götzen geopfert worden und wurde im Tempel – der
auch gleichzeitig so eine Art Restaurantbetrieb war – preiswert angeboten. Und
Paulus legt den Korinthern zwei Prinzipien vor:
(1) Wenn du da hingehst, und damit einen jungen Christen, der gerade aus dem ganzen okkulten Götzendienst
rausgekommen war – er hatte vielleicht gerade aufgehört die Artemis anzubeten
und sich der Gemeinde angeschlossen... wenn du den, weil du so gern Fleisch
isst, dazu verführst, wieder in den Tempel zu gehen und sein altes Leben holt
ihn wieder ein und er nimmt Schaden an seinem Glauben, dann sündigst du.
Übertragung: Wenn jemand sich gerade aus der Esoterik heraus bekehrt hat,
endlich verstanden hat, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist... wenn du den
mitnimmst, weil dich der Buddha in der Ecke und das Gerede der Trainerin nicht
stört, der andere aber diese Trennung nicht hinbekommt, vielleicht sogar zu
Hause wieder anfängt, sich mit Esoterik zu beschäftigen – weil er denkt, dass
ihm das nicht schadet – du also zum schlechten Vorbild wirst, dann sündigst du.
Zweites Prinzip. Und um das geht es mir heute. In 1Korinther 10 fragt Paulus die
Korinther sinngemäß folgendes: Wenn ihr im Tempel das Götzenopferfleisch
esst, mit wem macht ihr euch da eins? Hinter einer fremden Religionen steckt
nicht Gott. Hinter fremden Religionen steckt der Teufel. Und wenn ihr im
Götzentempel Götzenopferfleisch esst, Fleisch, das den Dämonen geopfert
wurde, dann tut ihr so als würdet ihr dazugehören. Zum Götzendienst. Und das
geht gar nicht.
1Korinther 10,20-22: Nein, sondern was man da opfert (= im Tempel), das opfert
man den Dämonen und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr mit den Dämonen
Gemeinschaft habt. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken (= am
Abendmahl teilnehmen als Ausdruck der Zugehörigkeit zu Gott) und den Kelch der
Dämonen; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der
Dämonen. Oder wollen wir des Herrn Eifersucht wecken? (Luther)
Gott ist ein eifersüchtiger Gott und er will uns mit niemandem teilen. Deshalb
geht es einfach nicht, dass die Christen in Korinth im Götzentempel so tun,
wären sie noch Teil der Götzenanbetung. Das geht nicht.
Ihr Lieben, Christsein ist eine Frage der Loyalität. Wem gehört mein Herz. Und
Loyalität ist eine Frage des Verhaltens. Sogar eine Frage der Äußerlichkeiten.
Ein Beispiel: Ich bin verheiratet. Mein Herz gehört meiner Frau. Stellt euch vor,
ich würde im Gottesdienst mit einem T-Shirt erscheinen auf dem ist Heidi
Klum abgebildet. Und wenn du mich fragst, warum ich das T-Shirt angezogen
habe, dann sage ich vielleicht: Ich finde Heidi Klumm einfach total hübsch. Und
wenn ich mir ihre Karriere anschaue... Respekt. Tolle Frau!
Ihr Lieben, es ist keine Sünde, ein T-Shirt mit einem Heidi Klum-Motiv drauf zu
tragen, aber ich hoffe, dass jeder von euch genug Feingefühl besitzt, um zu
verstehen, dass ein solches T-Shirt nicht zu einem verheiraten Mann passt, der
behauptet, mit allen seinen Sinnen seine Frau zu lieben. Und ich hoffe, dass
meine Frau, wenn ich so ein T-Shirt anziehen würde, mir die Frage stellen
würde: Was soll das? Möchtest du mich eifersüchtig machen? Möchtest du mir
damit vielleicht etwas sagen? Bin ich dir nicht genug?
Loyalität ist eine Frage des Verhaltens. Wem gebe ich mit meinem Verhalten die
Ehre? Zurecht beendet Paulus seine Ausführungen mit folgenden Worten:
1. Korinther 10,31: Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur
Ehre Gottes!
Christentum ist nicht nur eine verborgene Sache des Herzens. Es geht um praktizierte Loyalität.
Christentum ist nicht nur eine verborgene Sache des Herzens. Es geht um
praktizierte Loyalität. Um das, was jeder Bayerfan tut, wenn er das Club-Motto
"Mia san mia" als Aufkleber auf's Auto packt.
Es geht darum, dass ich klar Stellung beziehe für Jesus und gegen eine Welt, in der das Böse regiert. Meine Loyalität gehört dem lebendigen Gott. Und das ist auch der Titel unserer Predigt heute: Gesegnet, weil meine Loyalität dem lebendigen Gott gehören darf.
Es geht darum, dass ich klar Stellung beziehe für Jesus und gegen eine Welt, in der das Böse regiert. Meine Loyalität gehört dem lebendigen Gott. Und das ist auch der Titel unserer Predigt heute: Gesegnet, weil meine Loyalität dem lebendigen Gott gehören darf.
Ihr Lieben, ich schreibe das so, weil es ein absolutes, fast schon unglaubliches
Vorrecht ist, den lebendigen Gott kennen zu dürfen. Er hat uns aus den Fängen
des Bösen befreit, Jesus ist für unsere Sünden gestorben – ich habe Mist gemacht
und er hat es in Ordnung gebracht. Ich darf den lebendigen Gott kennen und
zwischen mir und ihm ist alles in Ordnung. Der Rebell hat Frieden mit Gott
gefunden; ich werde geliebt und darf Kind Gottes sein. Das ist so großartig, so
ein unverschämtes Wunder, absolut unglaublich... und doch wahr.
Ich darf dem lebendigen Gott folgen. Nicht irgendeinem Pseudogott, irgendeiner
Philosophie oder Ideologie, irgendeinem Hirngespinst, das Menschen sich
erdacht haben, um ihrem Leben einen Sinn zu geben. Ich darf dem lebendigen
Gott folgen. Und für ihn leben. Wie es in 2Korinther 5,15 über unser Verhältnis
zu Jesus heißt.
2. Korinther 5,15: Und für alle ist er (= Jesus) gestorben, damit die, welche leben (=
ewiges Leben haben), nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie
gestorben und auferweckt worden ist.
Meine Loyalität gehört Jesus. Wem gebe ich die Ehre mit meinem Leben? Jesus.
Und keinem sonst. Mein Herr Jesus soll sehen und hören und erleben, wie mein
ganzes Leben ihm Lob bereitet.
Ich weiß nicht, ob euch das klar ist, aber unser Gott ist ein Gott, der unseren Glauben erleben will (vgl. 5Mose 8,2). Es reicht ihm nicht, dein Herz zu kennen, er will durch unser Leben mit all seinen Facetten verehrt werden.
Ich weiß nicht, ob euch das klar ist, aber unser Gott ist ein Gott, der unseren Glauben erleben will (vgl. 5Mose 8,2). Es reicht ihm nicht, dein Herz zu kennen, er will durch unser Leben mit all seinen Facetten verehrt werden.
Und deshalb geht es im Leben eines Christen oft nicht um die Frage, wo steht,
dass ich das und das nicht darf? Sondern es geht um die Frage: Wie kann ich
zeigen, dass meine Loyalität dem lebendigen Gott gehört? Wie kann ich Jesus
Ehre geben? Wie mit meinem Leben auf ihn hinweisen?
Und das fängt mit tatsächlich mit den kleinen Dingen an. Es ist klar, dass ein
Christ echte Götzenbilder wie Buddhastatuen oder okkulte Gegenstände wie
Totemmasken, Wünschelruten oder Tarot-Karten sofort nach seiner Bekehrung
entsorgt (vgl. 5Mose 7,26; Apostelgeschichte 19,18.19).
Aber das ist nur der Anfang. Viel spannender ist die Frage: Wie gebe ich Gott mit meine ganz
normalen Leben die Ehre? Wie kann ich das machen, dass Gott sieht, wie viel er
mir bedeutet? Und die Antwort auf diese Frage hat tatsächlich mit
Autoaufklebern, T-Shirts, Filmen, Musik, Tatoos, Geld, Schminken, Whisky, Witze
und was dir auch sonst noch einfallen mag zu tun. Die Frage, ob ich vorbereitet
und pünktlich zum Gottesdienst erscheine ist – mal von Kleinkindern und Stau abgesehen – eine Frage der Ehre. Will ich den lebendigen Gott ehren oder meine
Schludrigkeit?
Die Frage, ob ich abartige Liedtexte mitgröle ist eine Frage der
Ehre. Will ich den lebendigen Gott ehren oder den Gott dieser Welt – den Teufel?
Die Frage, ob ich an einer Turnveranstaltung teilnehme, bei der ich nicht mehr
weiß, wo die Grenzen zu einer buddhistischen Anbetungzeremonie
überschritten werden, ist eine Frage der Ehre. Will ich den lebendigen Gott
ehren oder ein bisschen mit fernöstlicher Mystik und Religion flirten? ... ist doch
alles nicht so schlimm. Doch! Ist es!
Gott will unser Bestes, wenn er seine Ehre betont.
Ihr Lieben, Gott will unser Bestes, wenn er seine Ehre so betont.
Wir brauchen nämlich nicht mehr von dieser Welt und ihrer Verführung, wir
brauchen mehr von Gott und seiner Nähe. Und das Tolle: Gott möchte uns das
schenken. Deshalb betont der Heilige Geist, dass wir uns von der Welt
absondern sollen, nicht mit ihr verbrüdern. Man soll sehen, dass wir als Söhne
und Töchter Gottes anders unterwegs sind - 2. Korinther 6,17.18: Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen und
werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der
Herr, der Allmächtige.
Ihr Lieben, hier geht es Paulus kein Stück darum, dass wir ins Kloster gehen,
sondern dass wir unser Verhalten ändern. Rührt Unreines nicht an! Unrein ist
das Gegenteil von heilig (1Thess 4,7). Heilig ist alles, was Gott gefällt und ihm
Ehre bringt. Du möchtest Gott als Vater erleben, ihm Sohn sein, Tochter sein?
Ganz nahe? Dann trenn dich von allem, was ihm Unehre bereitet.
Gott sehnt sich danach, uns mit seiner Nähe zu beschenken, aber wir kriegen
seine Nähe nur, wenn wir uns ihm nahen. Wie sagt das Jakobus? Naht euch Gott!
Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die
Herzen, ihr Wankelmütigen! (Jakobus 4,8).
Warum ist es ein Segen, dass meine Loyalität dem lebendigen Gott gehören darf?
Die Antwort ist ganz einfach. Weil das Gegenteil von Loyalität Götzendienst ist.
Entweder ehre und folge und liebe und fürchte ich den lebendigen Gott mit
meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele oder ich verliere mich in der
Anbetung von Götzen. Ja, natürlich sind die modernen Götzen nicht aus Stein
oder Holz wie in der Antike, aber sie sind trotzdem ganz real.
Ich bete das an, was mich begeistert und wofür ich lebe. Das kann Macht sein
oder Beziehungen oder beruflicher Erfolg oder Vergnügen oder Wissen oder
Spiritualität oder Gesundheit... und jetzt kommt Gott und sagt: Ich will für dich
wichtiger sein als deine Kontrolle über dein Leben, wichtiger als Familie und
Freunde, wichtiger als Geld und Arbeit, wichtiger als dein liebstes Hobby,
wichtiger als deine Intellektualität, wichtiger als religiöse Erfahrungen sogar
wichtiger als ein langes Leben. Ich will in deinem Leben die Nummer 1 sein.
Unangefochten, leidenschaftlich verehrt, mit allem, was du bist und tust.
Und wenn du dich auf mich einlässt, findest du wahres Leben. Gott ist kein
Tyrann, sondern ein Vater, er ist kein Spielverderber, sondern ein Befreier, er ist
kein Sklaventreiber, sondern der einzige, der es wirklich immer gut mit uns
meint. Und ihn kennen, ihm folgen und ihn lieben zu dürfen, das ist Segen pur.
Gott will uns aus den Händen unserer eigenen Vorstellungen und selbst-
gestrickten Götzen befreien, weil er weiß, dass sie uns nicht gut tun.
Und deshalb bietet er uns etwas viel besseres an: Sich selbst. Das Original, denn von Anfang an hatte Gott es im Sinn, dass wir ihn anbeten. So hat er uns geschaffen. Und deshalb ist die Bibel davon voll, dass sie uns mit der Frage konfrontiert: Für wen willst du leben? Wem gilt deine Loyalität?
Und deshalb bietet er uns etwas viel besseres an: Sich selbst. Das Original, denn von Anfang an hatte Gott es im Sinn, dass wir ihn anbeten. So hat er uns geschaffen. Und deshalb ist die Bibel davon voll, dass sie uns mit der Frage konfrontiert: Für wen willst du leben? Wem gilt deine Loyalität?
Bei Mose hört sich das so an:
5Mose 30,19.20a: Ich rufe heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf: Das Leben und den Tod habe ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, indem du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst! Denn das ist dein Leben...
5Mose 30,19.20a: Ich rufe heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf: Das Leben und den Tod habe ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, indem du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst! Denn das ist dein Leben...
Bei Josua, dem Nachfolger von Mose klingt es so:
Josua 24,15: Ist es aber übel in euren Augen, dem HERRN zu dienen, dann erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: entweder den Göttern, denen eure Väter gedient haben, als sie noch jenseits des Stroms (= Fluss Jordan) waren, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt! Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen!
Josua 24,15: Ist es aber übel in euren Augen, dem HERRN zu dienen, dann erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: entweder den Göttern, denen eure Väter gedient haben, als sie noch jenseits des Stroms (= Fluss Jordan) waren, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt! Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen!
Später fragt der Prophet Elia seine Zeitgenossen, die sich nicht so recht
entscheiden können, ob sie nun Gott oder einem Götzen namens Baal folgen
wollen:
1Könige 18,21: Und Elia trat zum ganzen Volk hin und sagte: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach; wenn aber der Baal, dann folgt ihm nach!
1Könige 18,21: Und Elia trat zum ganzen Volk hin und sagte: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach; wenn aber der Baal, dann folgt ihm nach!
Trefft eine Entscheidung. Gott will euch segnen, aber ihr müsst eine
Entscheidung treffen, wem ihr lieben, gehorchen, anhängen, dienen wollt, auf
welcher Seite ihr steht.
Und wir, die wir wirklich gläubig sind, haben diese Entscheidung getroffen,
haben den Segen gewählt. Wir haben entschieden, für den lebendigen Gott zu
leben. Und das ist großartig. Und dabei soll es bleiben.
AMEN
