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72: So hilfst du TEENS, über Islam & Christentum zu reden – mit Selam Bruk

06.10.2026
Serie•Teil 72 / 72Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Wie kannst du Teens helfen, über Islam & Christentum zu reden? Und was sind gute Antworten auf typische Fragen zu dem Thema? Selam Bruk von BibelUndKoran und machbar-Moderator Christian Caspari geben spannende Einblicke. Full Description/Show Notes: Wie kannst du Teens helfen, mit ihren muslimischen Freunden über Islam & Christentum zu reden? Und wie kann ein Comic dabei helfen? Selam Bruk von BibelUndKoran stellt den Apologetik-Comic „Superdove“ vor und erklärt im Gespräch mit machbar-Moderator Christian Caspari, wie du auf typische Fragen zum Islam antworten kannst. Anmerkungen (Korrektur) von Selam zu einzelnen Inhalten: 1:04:00 Es wird erwähnt, dass laut Joh 1,2 alles durch Jesus geschaffen ist, aber eigentlich steht das in Joh 1,3.  1:06:08Offb. 1 wird erwähnt. Hier sagt Jesus aber nicht „Anfang und Ende“ sondern „Ich bin der Erste und der Letzte“. 1:15:493 Es ist Römer 5: „Wie durch Adam die Sünde in die Welt kam, ist durch Christus die Barmherzigkeit in die Welt gekommen.“ Hier findest du den Superdove-Comic: https://www.wiedenest.de/superdove/ Unsere Angebote sind kostenfrei – hilf uns, das auch weiterhin zu ermöglichen: heukelbach.org/spenden Unser Newsletter versorgt dich mit Inhalten und Angeboten, die spezifisch auf deine Alltagsmission abgestimmt sind. Jetzt abonnieren! https://heukelbach.org/newsletter In unseren Blogartikeln vertiefen wir außerdem die Themen aus dem Podcast (https://heukelbach.org/blog)). War es machbar? Schreib uns gern von deinen Erfahrungen als Alltagsmissionar an machbar@heukelbach.org! 📖 Buchempfehlung von Selam Bruk: AL-BUHARI, SAHIH: Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad (Reclam gebraucht erhältlich) HASLAM, S. ALEXANDER (u.a.): The New Psychology of Leadership https://www.routledge.com/The-New-Psychology-of-Leadership-Identity-Influence-and-Power/Haslam-Reicher-Platow/p/book/9781032542744

Ein Gespräch über eine überraschende Erfahrung

Selam, was hast du in letzter Zeit Gutes mit Gott erlebt?
Also, ich war auf einer afghanischen Konferenz eingeladen, und zusammen mit einer anderen Frau war ich für die Jugendgruppe der Afghanen verantwortlich. Einige waren Muslime und fanden es ganz okay, dabei zu sein, die meisten waren eher Christen.
Wir gingen gemeinsam Johannes 1,1 durch: Das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, und so weiter. Alle bekamen diesen Vers. In Kleingruppen sollten sie dazu Fragen stellen und ihn anschließend den anderen vorstellen.
Das hieß, ich war in einer afghanischen Jugendgruppe, in der dann eine Kleingruppe erraten sollte, was dieses Wort ist und wer damit gemeint ist. Fast alle kamen darauf, dass es Jesus ist. Irgendwann lasen wir dann auch Johannes 1,14.
Danach hielten sie von vorne, wie bei einer Präsentation, ihr Papier hoch und erklärten, wie das Wort Jesus sein kann und was es bedeutet, dass Jesus ewig ist, dass er auf die Welt gekommen ist und dass Gott durch ihn spricht und durch ihn geschaffen hat.
Das war überwältigend. Es war wirklich schön.

Worum es in dieser Folge geht

Ja, hallo Selam, herzlich willkommen bei Machbar. Schön, dass du heute mit dabei bist.
Ich bin der Christian, und bei Machbar bekommt ihr Tipps, um euren Nächsten einen Schritt näher zu Jesus zu bringen.
Heute geht es um einen Comic, der Jugendliche dabei unterstützen möchte, über Islam und Christentum ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird Selam uns erklären, wie wir einige ganz spezifische Fragen über Islam und Christentum ganz kindgerecht beantworten können.
Hört euch die Folge noch mal an und überlegt dann auch, ob ihr euch das vielleicht noch mal gemeinsam anhört, vielleicht mit euren Kindern oder Jugendlichen aus eurem Umfeld oder so, die ihren Glauben mit ihren muslimischen Freunden oder Klassenkameraden auch teilen wollen.

Wer Selam ist und wie sein Weg begann

Selam, ich will dich kurz vorstellen. Du kannst mich einfach unterbrechen, wenn ich irgendeinen Murks erzähle. Du bist hier in Deutschland geboren und aufgewachsen, bist mit achtzehn Jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen, unterrichtest auf Konferenzen und in Gemeinden, wie man mit Muslimen ganz konkret über den christlichen Glauben reden kann, und du leitest auch das Projekt Bibel und Koran mit. Außerdem entwickelst du dort gerade gemeinsam mit dem Team diesen christlichen Comic, über den wir sprechen wollen. Dieser Comic ist für Jugendliche, für Teens. Du bist verheiratet mit Rahel, und ihr habt zwei Kinder, habe ich das richtig gesagt?
Richtig, sehr richtig.
Super. Selam, du bist Evangelist für Islam und Christentum, Apologetik. Mit anderen Worten: Du beschäftigst dich schon seit vielen Jahren damit, wie Christen Muslimen begegnen und mit ihnen über Jesus sprechen können. Erzähl ein bisschen: Wie bist du zu diesem Dienst gekommen? Was bewegt dich auch persönlich daran?
In Deutschland sind viele Salafisten geworden, und YouTube hatte etwas damit zu tun, weil es dort viele Prediger online gab. Dann ist ein Freund von mir zum Islam konvertiert, und das war in der Phase, in der ich zwei, drei Jahre lang begeistert von Jesus war. Ich wollte meinen ganzen Freunden von Jesus erzählen. Bei ihm war es dann so, dass er Salafist geworden ist. Er wollte sich vorher sogar mit mir unterhalten, aber ich hatte keine Zeit und andere Sachen zu tun. Das hat mich ganz schön traurig gemacht.
Dann ist einige Zeit später ein zweiter Bekannter von mir zum Islam konvertiert, auch Salafist geworden. Und dann ist einer meiner besten Freunde zu mir gekommen und hat gesagt: Ich sehe all diese Videos von diesen überzeugten Predigern aus dem Islam. Und die stellen so schwierige Fragen an die christlichen Leute. Ich sehe aber keine Antworten von euch Christen. Kann es sein, dass ihr keine Antworten habt?
Hm, damit hat er mich immer wieder geärgert. Und das waren jetzt nicht so ganz einfache Fragen, zum Beispiel zu Jesus und der Ehebrecherin oder warum dieser Text in manchen Handschriften nicht enthalten ist. Ich habe ihm Bücher hinterhergeschmissen, und er wollte nicht lesen. Zu der Zeit gab es auch keinen deutschsprachigen YouTuber, der darüber gesprochen hat. Er wollte aber etwas Deutschsprachiges sehen.
So haben wir mit Grafikern und auch mit Christen, die viele Jahre Erfahrung hatten, unter anderem aus der Türkei, ein kleines Team gehabt. Wir wollten erst einmal nur fünf Videos veröffentlichen, zu den häufigstgestellten Fragen. So hat es angefangen. Mittlerweile gibt es viele andere, die auch Videos machen, aber damals waren es sehr wenige im deutschsprachigen Raum.
Also wenn ich richtig verstanden habe, ging es gerade über die persönlichen Beziehungen: Freunde wechseln die Religion, gehen zum Islam und stellen Fragen, und du hast keine Antworten darauf. Das war eigentlich das Ding, das dich getriggert hat, dass du gesagt hast: Hier muss ich etwas machen. Ich will das verstehen. Ich will da gute, plausible Antworten geben können, die begründet sind, die biblisch sind und die hilfreich sind. Eine christliche Alternative.
Man muss dazu sagen, dass einige aus unserem Umkreis dann auch nach Syrien gegangen sind, um sich dem IS anzuschließen. Das war natürlich das, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Da habe ich auch gemerkt: Okay, dann ist es vorbei, wenn die gegangen sind. Ich hatte auch persönlich einen Nehemia-Moment, würde ich sagen. So einen Moment, in dem ich gemerkt habe: Okay, Gott, benutze mich, gebrauche mich. Irgendwie brauchen wir da Alternativen.
Wenn du sagst, Nehemia-Moment, musst du das kurz ausführen für die, die das nicht einordnen können.
Nehemia, seine Stadt in Jerusalem, war ohne Mauern. Er hat viel darüber getrauert, dass sie ohne Schutz waren, dass es viele Angriffe gab und Menschen starben, so in die Richtung. Dann wollte er die Mauern aufbauen und dort wieder Schutz bewirken.

Was Apologetik bedeutet und warum das Thema wichtig ist

Bevor wir über das Comic reden: Was bedeutet eigentlich Apologetik, und warum ist dieses Thema gerade für Jugendliche wichtig, die mit ihren muslimischen Freunden über ihren Glauben sprechen möchten? Vielleicht kommen sie in ähnliche Situationen, wie du sie erlebt hast, in denen einem einfach die Antworten fehlen.
Der Islam, Muslime – das ist ja eine nachchristliche Religion, die direkt auf den christlichen Glauben reagiert. Und so ist meine Erfahrung, dass viele junge Muslime in der Moschee deutlich besser darauf vorbereitet werden, wie sie mit Christen reden sollen und welche Fragen sie stellen können. Der Koran spricht ja dann direkt darüber: Was ist mit Jesus? Ist er der Sohn Gottes oder nicht? Was ist mit der Bibel, der Thora, dem Evangelium? Mal positiv, mal negativ wird darüber gesprochen.
Christen in den Gemeinden haben oft gar keine Ahnung, wie sie den Islam einschätzen sollen. Sie sind erst einmal überrascht, dass es da so viele Ähnlichkeiten gibt. Aber auf diese Fragen, die dann auf sie zukommen, sind sie vorbereitet? Eher weniger, weil das anders ist als in der Koranschule oder in der muslimischen Einrichtung, in der Jugendliche das lernen. Sagen wir: in der Moschee. Bei den Christen gibt es das nicht. Es gibt zwar vielleicht schon in freikirchlichen Gemeinden biblischen Unterricht und so weiter, der die Grundlagen des Glaubens lehrt, aber Apologetik – das muss man mal sagen – was ist Apologetik?
Ja, also Apologetik kann man als Verteidigung des Glaubens bezeichnen. Es geht darum, Antworten zu geben. Das kommt ja aus dem Griechischen, aus diesem Vers von Petrus, 1. Petrus 3,15: „Wir sollen einem jeden, der uns fragt, Antwort geben können“, wenn jemand uns bezüglich unseres Glaubens fragt. Aber respektvoll und nicht unfreundlich soll das geschehen. Also: Verteidigung des Glaubens hört sich sehr kämpferisch an, aber im Grunde genommen zitierst du Petrus, der sagt, dass wir jederzeit bereit sein sollen, über die Hoffnung, die in uns ist, Auskunft zu geben. Das heißt: Da kommen Fragen, und ich sollte als Christ antworten können.
Genau.
Okay. Kommen wir zum Comic. Was ist das Besondere an An Superdove? Also, was unterscheidet euren Comic von anderen christlichen Büchern und Materialien für junge Menschen?
Also, das ist jetzt eine Version, hier sind nur zwei Kapitel drin. Und das, was man sieht, das ist ein bisschen Fantasy, ja, im Stil von Schuss. Also es spielt so wie zum Beispiel ein Superbuch in der realen Welt von Teenagern, und die Taube führt sie zurück in die Zeit von Jesus.
Was uns unterscheidet, ist, dass jedes Kapitel eine schwierige Frage von Muslimen thematisiert, teils auch von Atheisten. Manchmal ist es ja dasselbe, also die Fragen ähneln sich manchmal. Und es gibt Hintergrundwissen zum Koran und zur Bibel. Jedes Kapitel hat auch einen QR-Code und eine Informationsseite, damit man versteht, wie man auf diese Fragen antworten kann.
Also wird innerhalb der Episode auch auf die Fragen geantwortet. Das heißt, es ist irgendwie auch ein Glaubenskurs. Aber an sich ist das eine spannende Story, und viele lesen sie einfach gerne, weil es vier Teenager sind, die durch spannende Situationen durchgehen. Cool.

Wie der Comic entstanden ist und was Jugendliche heute anspricht

Was hat euch bewegt, so einen Comic zu entwickeln, und wobei soll der Comic Jugendlichen ganz konkret helfen, wenn sie mit muslimischen Freunden über den Islam, über das Christentum, über Jesus Christus sprechen?
Also, wir machen das jetzt seit 15 Jahren immer wieder mit neuen Videokonzepten und Videoreihen. In den letzten Jahren waren auch immer wieder Jugendliche bei uns zu Hause, hier im Wohnzimmer. Und auch unsere eigenen Kinder.
Die Frage ist: Was lesen sie, was sehen sie sich wirklich an? Und ich glaube, das ist eine wichtige Frage, die wir uns stellen müssen. Konsumieren sie wirklich nur, oder was lernen sie wirklich von dem, was wir da produzieren? Was passiert da wirklich? Das zu testen und zu schauen, was sie sich auch freiwillig und nicht erzwungen anschauen, war uns wichtig.
Wir haben einige Videokonzepte, Videoanimationen und Ähnliches ausprobiert. Das kam aber nicht so gut an. Dann war die Frage: Okay, was schauen sie sich denn an? Und da haben wir uns mal genauer reingearbeitet und geschaut, welche Anime es da gibt. Damals war es Dragon Ball, Naruto. Jetzt sind es oft andere aus dem japanischen Bereich. Marvel und DC haben ein bisschen abgenommen. Es gibt also eine Entwicklung hin zu Manga und Comics, viel auch online.
Und die haben oft ein ähnliches Schema, wie sie aufgebaut sind. Es ist oft ein Underdog, also jemand, der von allen verachtet und gemobbt wird. Und dann entwickelt sich diese Person total weiter und wird overpowered, also richtig stark und bewundernswert. Das sind die Videos und Animationsserien, die sie zurzeit angucken.
Ich bin ein Freund von 1. Korinther 9,22: „Ich bin allen alles geworden, um einige zu retten.“ Und das sehen wir auch bei Jesus. Er ist Mensch geworden, um uns zu retten. Und ich glaube, wir stehen auch in der Verantwortung, zu schauen: Was erreicht die jungen Leute wirklich? Was schauen sie sich wirklich auch freiwillig an?
Deswegen war das ein langer Prozess mit diesem Comic. Es gab einige Entwürfe, die immer wieder getestet wurden. Und da hieß es dann: Nein, das ist zu langweilig. Auch da würde ich abspringen, das ist nicht spannend genug. Ich glaube, das hat sich mit der Zeit entwickelt, ja.

Warum ein Heft und keine reine Videoserie

Warum dann nicht irgendwie eine Videoserie? Warum jetzt ein Printprodukt? Was kann dieses Format besser als zum Beispiel ein Video oder auch besser als ein Roman oder so etwas?
Es stimmt schon: Die meisten, also wenn ich jetzt gucke, was sie machen, die machen hier TikTok, YouTube Shorts und so weiter. Damit beschäftigen sie sich. Aber was ich auch herausgefunden habe, ist, dass sie auch Webcomics lesen, Manga-Comics online. Die lesen da eine Menge. Es gibt da sehr viel, hätte ich nicht gedacht, und vieles ist auch kostenlos. Und sie suchen das richtig. Also sie lesen das zu Ende, sie wollen unbedingt wissen, was da passiert.
Das sind ja auch die Vorlagen für die Animationsserien. Wenn da irgendetwas sehr gut läuft, dann wird daraus eine Animationsserie. Und deswegen ist das hier ja auch quasi eine Vorlage, kann man sagen. Das ist ein Comic. Und ja, wir wollen Hunderttausende damit erreichen, das wäre super. Aber die Hoffnung ist auch, dass daraus irgendwann eine Serie wird, eine Animationsserie.
Deswegen: Ja, es gibt auch Romane. Aber jetzt in dieser afghanischen Jugendgruppe zum Beispiel, bei der ich war, da war ein Teil von denen, die sagten: Ich lese Manga. Ja, und dann haben die mir gleich einiges genannt. Ich liebe Manga. Und dann gab es auch ein paar, die sagten: Nein, ich lese nicht. Also lesen generell nicht, das gibt es auch.
Also man wird mit Manga viel erreichen, mit Comics und gleichzeitig mit Animationsserien deutlich mehr. Aber das muss sich aufbauen. Die Story muss immer besser werden. Da braucht man viel Feedback. Und gleichzeitig braucht man eine Menge Geld, um eine Animationsserie zu machen. Deswegen ist es am besten, wenn es klein startet, mit Comics und halt diesen Heftchen.
So ein Heft hat auch irgendwie einen Vorteil: Da greift man schon mal zu, hat man schon mal gelesen, liest man noch mal. So ein Video ist wahrscheinlich auch irgendwie so: Das schaut man sich an, und dann schaut man sich halt das nächste an. Und irgendwie ist der Aufnahmegehalt wahrscheinlich auch anders als beim Buch oder die Wahrnehmung im Buch, oder?
Vielen Dank, ja. Gut, dass du mich ergänzt hast, das musst du öfter machen. Das ist aber nicht abgesprochen.
Nein, das ist nicht abgesprochen. Aber ich vergesse ein bisschen.
Also dieses Buch hier, das kann man halt dann ins Regal stellen. Man kann es immer wieder lesen. Das sehe ich auch bei anderen, die dann ein schönes Buch auch im Regal stehen lassen. Da sind dann auch ganz hinten einige Antworten auf die meisten Fragen. Und der Gedanke ist auch, dass Kleingruppen ihn nutzen, um eine, ich sag mal, Gruppenerfahrung oder zusammen zu lernen, wie so ein Kurs für die Jugendgruppe oder Teeniegruppe, BU-Gruppe, was auch immer. Das ist der Gedanke.
Und deswegen: Wenn man etwas in der Hand hält, dann ist es auf jeden Fall beständiger. Und man kann immer wieder darin nachschauen, als wenn man ein Video hat, mit dem man viel erreicht, aber dann ist es nicht mehr da. Du hast schon recht, ja.

Die Figuren, die Fragen und der Aufbau des Comics

Okay, Selam, nehmen wir uns noch einmal kurz mit hinein: Worum geht es in dem Comic? Wie ist er aufgebaut, und welche Fragen greifen die einzelnen Kapitel auf?
Ja, gerne. Also, es geht um diese vier Personen. Einer von ihnen ist Mustafa, er ist Muslim. Dann gibt es Miriam, Kristin und Nora. Und außerdem Maxim, der ist witzig.
Besonders beliebt ist in Deutschland, also in deutschsprachigen Gemeinden, meistens Nora. Bei den Afghanen interessanterweise eher Miriam, also viel beliebter, wegen Gehorsam und so weiter. Die Jungs mögen beide, je nachdem, was für Typen sie sind. Wenn du sagst, sie mögen mich, dann ist das so eine Identifikation. Die ist ja auch wichtig zu erreichen, dass man irgendwie mit einer Figur aus dem Comic sympathisiert.
Ja, also zum Beispiel bei Nora: Sie ist ständig kritisch und stellt die Fragen, die die Leser normalerweise stellen, also die Fragen, die sich viele im Hintergrund stellen, sich aber oft nicht trauen, laut auszusprechen. Und Maxim macht die ganze Zeit Blödsinn.
Auf jeden Fall begleiten wir diese vier Personen. Das ist also der Comic. Sie erleben Fragen, und sie erleben einen Gegner, den Bösen, den Schatten. Der will ihnen Zweifel an der Schrift mitgeben. Das ist das erste Kapitel. Und dann greift er sie quasi durch YouTube-Videos an. Aber sie lernen auch etwas. Zum Beispiel lernen sie vorher etwas über den Koran. Und zwar wird dann darüber diskutiert, dass in der Frühzeit des Islams die frühen Koranvarianten, sage ich mal, verbrannt wurden. Manche würden sagen: Manuskripte. Abdullah ibn Mas'ud, Ubayy – also die hatten ja verschiedene Kanones, also etwas mehr im Koran oder etwas weniger.
Dann kommt die Taube, und die Taube rettet sie und führt sie in die Vergangenheit, in diesem Fall. Und dann sehen sie, wie die Bibel abgeschrieben wurde, hier bei den Masoreten. Ich weiß nicht, ob das jetzt ausreichend ist, man muss sagen, wenn ich zu schnell bin damit.
Und dann, was ganz cool ist und was die meisten lieben, ist, dass sie dann quasi eine geistliche Waffenrüstung bekommen. Das ist etwas, was sehr beliebt ist. Also geistliche Waffenrüstung. Das wird dann auch erklärt. Und dann gibt es noch am Ende einen Chat. Dann gibt es quasi so einen Austausch darüber, eine Vertiefung über das, was sie gelernt haben, manchmal tiefer, manchmal oberflächlicher, witzig. Und am Ende dann auch noch eine Folie, weil ihre Aufgabe ist es, eine PowerPoint zu erstellen, weil sie das Thema als Referat bekommen haben: Koran und Bibel vergleichen, Ähnlichkeiten und Unterschiede. Das zieht sich durch den gesamten Comic.
Dann kommen noch Fragen dazu. Die sind jetzt nicht alle hier, jetzt sind einige hier, und die kann man quasi gemeinsam in der Gruppe oder als Elternteil beantworten lassen. Das sind zwei, drei vertiefende Fragen, und für eine Frage muss man auch ein vertiefendes Video anschauen.
Und wenn man diese Bonusfrage beantwortet und das dann auch bei den anderen sieben Kapiteln macht, dann bekommt man am Ende noch, also wenn man das einreicht, wenn die das uns zuschicken, da so ein QR-Code mit WhatsApp oder E-Mail, dann bekommen sie das nächste Kapitel kostenlos zugeschickt zum Anschauen und Recherchieren. Also es hat auch eine gewisse Interaktion, die ihr damit bezweckt, um auch irgendwie in Kontakt zu kommen.
Ah, cool.
Richtig.

Antworten geben und selbst Fragen lernen

Geht es euch mit dem Comic vor allen Dingen darum, jetzt so fertige Antworten zu vermitteln, oder sollen Jugendliche eher dadurch auch lernen, gute Fragen zu stellen und mit ihren Freunden, die muslimisch geprägt sind, ins Gespräch zu kommen?
Beides. Also zum Beispiel: Manche haben uns jetzt als Feedback geschrieben: „Boah, ich wusste gar nicht, dass die erste Koranversion verbrannt wurde.“ Fühlt sich jetzt ein bisschen hart an, aber das ist wirklich auch islamische Lehre. Und es hilft im Gespräch einfach zu wissen, es gab auch Unterschiede. Es ändert die Sichtweise auf beide Schriften, wenn man sieht: Okay, beide haben eine Geschichte.
Und gleichzeitig werden da auch Fragen gestellt. Da war jetzt eine Türkin, die fragte dann: „Ja, aber warum wird nicht beantwortet, was ist mit diesem Passa oder was steht denn im Koran dazu?“ Und da sind einige Fragen, die werden nicht beantwortet. Und das gehört aber dazu, das ist in jeder Story so. Man kann nicht alle Fragen beantworten.
Und wir laden ja auch dazu ein, dass sie selbst einmal recherchieren: Warum ist diese Geschichte von Passalam nicht im Koran enthalten? Warum? Sie ist nur in der Bibel. Und was bedeutet das? Was bewirkt das mit dem ganzen Gedanken von Rettung und so weiter?

Für wen das Material gedacht ist

Silam, wir haben jetzt über Jugendliche und junge Erwachsene gesprochen. Sag mal, für wen ist das denn? Also, wer ist die Zielgruppe? Wir haben gesagt, es sind überwiegend Jugendliche, es sind Christen, und es gibt auch eine Altersspanne, damit ich mir das ein bisschen vorstellen kann.
Ja, ja, also von der Art, wie das geschrieben ist oder wie die Charaktere drauf sind, würde ich sagen: 12 bis 16. Aber von den Inhalten profitieren auch junge Erwachsene total davon, sagen sie. Also vieles, was sie neu gelernt haben, hilft ihnen noch weiter.
Aber es gibt schon einige 17-Jährige, die sagen: Mit 17 hast du freies Internet, und du kannst dir alle möglichen Mangas und Comics anschauen. Viele sind dann schon so abgestumpft und haben schon die besten und spannendsten Sachen gesehen. Da sterben ganz viele Leute, viel mehr Action und Adrenalin. Also wir haben Sachen gesehen, wo das dann so ein bisschen harmlos wirkt. Aber mit zwölf bis vierzehn ist das schon deutlich spannender, weil die noch nicht diese ganz harten Comics gelesen haben.
Und ich meine, mit fünfzehn ist Religionsmündigkeit. Das war schon bewusst so gewählt, weil Jugendliche und junge Erwachsene, also ab 16, 17, 18, deutlich interessierter sind, wenn sie im Glauben stehen, selbstständig Material anzuschauen und zu recherchieren. Aber wenn die 14 oder 15 sind, und da sind ja schon einige, die auch den Glauben an Jesus verlassen, dann sind die auch die Zielgruppe. Da freuen wir uns, dass die auch von Eltern oder von Verwandten so ein Einkommen geschenkt bekommen.
Cool, ja, da reden wir nachher noch ein bisschen drüber, wie man das auch konkret anwenden kann und so. Selam, auch gleich noch: Das kannst du uns nachher noch ein bisschen mit reinnehmen, wie einige Fragen auch über Islam und Christentum einfach und teen-gerecht, jugendgerecht beantwortet werden können.
Aber zuerst würde ich gerne noch mit dir ein bisschen über die Voraussetzungen für solche Gespräche reden, also zum Beispiel: Woher haben muslimische Jugendliche ihr Wissen über den Islam und auch das Christentum? Also kriegt man das nur aus der Moschee, aus dem Unterricht? Und wie gut kennen sie sich aus?

Woher Jugendliche heute ihr religiöses Wissen bekommen

Genau, egal ob junge Muslime, junge Christen oder Menschen mit einem anderen religiösen Hintergrund: Sie sind auf Social Media unterwegs. Viele von ihnen sind nicht wirklich durch ihre Eltern gelehrt worden. Sie haben andere Dinge im Kopf oder sind in irgendeiner Gemeinschaft religiös gebunden.
Dann schauen sie sich das an und sagen: Okay, wenn ich das und das mache, bin ich Muslim. Wenn ich das und das mache, bin ich Christ. Aber dann findest du alles. Du kannst ja alle möglichen Varianten finden. Besonders im Westen ist ja viel Freiheit, sich da beliebig Dinge herauszupicken.
Ich habe auf der Straße einen jungen Muslim getroffen. Es war in Frankfurt. Ich fragte ihn, was er über Jesus, die Bibel und so weiter glaubt. Und er sagte zu mir, er glaube, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist. Ja, aber er glaube auch an Mohammed. Dann sagte er mir: Ich lese die Bibel. Und ich fragte: Liest du auch den Koran?
Das sind so Situationen, wo du dir denkst: Wow, es ist alles möglich. Also die jungen Leute schauen im Internet diese ganzen Prediger an und lassen sich von ihnen überzeugen. Und dann kommen sie mit diesen Fragen. Meistens sind es ja, also was sehr beliebt ist, diese konfrontativen, dramatischen, auch oft unfairen Gespräche, die in Debatten geführt werden.
Und wenn das dann übertragen wird auf das Gespräch in der Schule oder mit Kollegen, dann merkst du ganz schnell: Okay, der andere hat sich eigentlich nur ein paar Debatten angeguckt. Da ist keine echte Substanz. Dass es nicht so auch bei den Christen ist, manchmal so: Ich bin nicht, mein Fundament ist nicht in Christus, sondern ich bin jetzt anti-Islam. Oder ich weiß jetzt, wie ich die fertig machen kann. Oder ich weiß jetzt, wie ich argumentieren kann.
Also es wird sich viel herausgenommen. Und ich denke, es ist gut, wenn wir im Gespräch einfach ganz offen schauen, was diese Person glaubt, wovon sie überzeugt ist und wovon nicht, anstatt zu sagen, dass ein Muslim dies und das glauben müsse. Uns jedes Mal neu überraschen lassen, was mein Gegenüber wirklich glaubt.
Also habe ich Sie richtig verstanden: Das Wissen wird stark durch soziale Medien geprägt und ist eher darauf konditioniert, Antworten auf provokative Fragen zu geben, die man einfach raushauen kann, um sich irgendwie sicher zu fühlen. Aber da ist meistens nicht so viel Substanz, dass eine Person wirklich intensiv darüber nachgedacht und zu einer Überzeugung gekommen ist. Sondern es ist eher: Ja, ich will den fertig machen, und ich habe das Argument, das ist ein Totschlagargument, jetzt bist du platt. So. Ist das so?
Ja, ja, hat sich sehr gut angehört. Ich stimme voll mit. Und gleichzeitig: Mach weiter.

Wie muslimische Praxis im Alltag aussieht

Und wie ist es so? Also, wie muss ich mir das vorstellen? Ich kenne das jetzt aus meinem Gemeindekontext. Man geht da als Kind, das in der Gemeinde aufwächst, irgendwie in die Kinderstunde, Sonntagsschule, wie auch immer das heißt. Man macht den Teen im Teen-Kreis und den biblischen Unterricht und die Jugendstunde und so weiter. Man beschäftigt sich schon viel mit der Bibel. Man wird angeleitet, selbst die Bibel zu lesen.
Wie ist es bei einem Muslim? Liest der den Koran so, wie wir die Bibel lesen? Macht der stille Zeit? Haben die Hauskreise? Wie funktioniert das?
Muslim bedeutet sehr viel, und es gibt so viele Abfächerungen. Je nachdem, ich meine, die Aleviten werden anders damit umgehen als Sunniten oder Schiiten. Die haben natürlich ihre Kleingruppen jetzt immer mehr und schauen auch: Wie machen das Christen? Also sind schon einige Konzepte auch ähnlich geworden.
Was sehr prägend ist, ist auch das, was du in der Schule lernst zurzeit. Denn viele sind ja gar nicht an eine Moscheegemeinde angeschlossen, auch wenn die Moscheegemeinden versuchen, Jugendliche zu erreichen. Schule ist schon ein großer Faktor, auch bei den Christen, würde ich sagen, zurzeit noch an Ethik und Religionsunterricht.
Aber man liest nicht zu Hause selber so jeden Morgen im Koran, oder? Je nachdem, mit wem du redest. Ich meine, wenn der Koran im Gebet rezitiert wird, dann hast du ihn ja auch verinnerlicht. Und dann ist mehr auch quasi der Stolz oder die Ehre daran, dass man ihn auswendig gelernt hat.
Und jetzt natürlich kann ich sehr viele nennen, die ihn auswendig lernen, ohne die Sprache zu verstehen. Also es geht nicht nur darum, zu verstehen, aber je nachdem, wie man sozialisiert ist. Ich meine, hier im Westen will man natürlich verstehen. Auch wenn Muslime hier aufwachsen, wollen sie vielmehr auch verstehen, was da so gesprochen wird. Aber in anderen Teilen der Welt, da wird viel mehr auf das Auswendiglernen und auf die arabische Sprache gesetzt.
Das ist so unterschiedlich, aber tendenziell würde ich dir auf jeden Fall zustimmen.

Unterschiede innerhalb des Islams

Bleiben wir hier in unserem Kulturkreis, von mir aus im deutschsprachigen Raum oder in Deutschland. Du hast gerade eben auch drei islamische Prägungen erwähnt: die Sunniten, die Schiiten und was war das dritte noch? Kannst du das für unsere Hörer, die damit nicht so viel anfangen können, ganz kurz erklären?
Also ich vermute, das Relevanteste sind Sunniten und Schiiten in Deutschland. Die Mehrheit sind Sunniten in Deutschland, im deutschsprachigen Raum, in der Schweiz und in Österreich auch. Und die Schiiten, etwa mit den Iranern, wobei die sind noch viel weniger religiös, und deshalb ist das jetzt nicht so relevant. Also doch, wenn deine Freunde Schiiten sind, ist das natürlich schon eine Sache.
Okay, und du willst jetzt hören, wie das entstanden ist. Nein, nein, nein, nicht die ganze Geschichte, sondern nur, wie ordnet man die ein. Also es gibt ja strengere und es gibt weniger strenge, also liberalere, und welche, die wirklich den Koran wortwörtlich auslegen. Vielleicht kannst du das kurz unterscheiden.
Ja, also ich würde sagen, bei beiden findest du strengere und liberalere. Ich finde, im deutschsprachigen Raum gibt es weniger iranische Strenge. Viele sind enttäuscht von dem, was im Iran passiert ist. Dennoch wirst du auch welche finden. Und im sunnitischen Raum, davon bin ich überzeugt, findest du deutlich mehr arabischsprachige und türkischsprachige, die sich dem sunnitischen Islam zuordnen.
Und je nachdem, welche Schwerpunkte man setzt, wird man den anderen als liberal oder Extremist und so weiter bezeichnen. Wenn wir aber den Standard-sunnitischen Muslim in Deutschland sehen, dann fassen viele das auch nicht so eng. Ich meine, damals bei den muslimischen Gelehrten wurde jemandem der Glaube abgesprochen, wenn er nicht fünfmal am Tag betet oder wenn er nicht fastet. Aber heutzutage ist da viel mehr Freiheit, einander auch als Muslim anzuerkennen, wenn man an Allah glaubt und wenn man sich als Muslim zugehörig fühlt.
Schweinefleisch ist oft so ein Punkt, wo man eine Gemeinsamkeit hat. Da gibt es dann die Unreinen, die Schweinefleisch essen, und die Reinen, die kein Schweinefleisch essen. Aber Fasten verbindet schon, nur viele machen das auch nicht. Die warten dann.
Also es gibt auch viele, die warten, bis sie älter sind, und dann wollen sie ein frommes Leben führen. Da habe ich schon einige kennengelernt, die dann sagen: Okay, wenn ich alt bin, dann gehe ich zur Hadsch, und dann werden mir alle meine Sünden vergeben. Also so etwas wie ein Missbrauch, würden die meisten Muslime sagen. Aber dennoch findest du die ganze Bandbreite. Ja.

Wie man respektvoll ins Gespräch kommt

Zurück zum Jugendlichen: Wenn ein christlicher Jugendlicher einen muslimischen Freund hat und ihn irgendwie näher mit Jesus bekannt machen möchte, wie kann so ein Gespräch oder eine Einladung beginnen, dass es respektvoll und auch natürlich bleibt? Hast du da eine Idee?
Ich finde es super, die Worte von Jesus zu lesen. Und sie sind für alle herausfordernd, ob sie sich nun Muslime oder Christen nennen. Und das sind ja auch nur Begriffe: Muslim, Christ. Zu schauen, Fragen zu stellen: Was glaubt jemand wirklich? Und wie steht er mit Gott? Hat er Frieden mit Gott?
Also ist die Frage eigentlich: Okay, glaubst du an einen Gott? Da würden die meisten Muslime zustimmen. Und glaubst du an Jesus? Was glaubst du über Jesus? Er ist ein Prophet, sagen die meisten. Und dann kannst du sagen: Das glaube ich auch. Ich glaube auch, dass Jesus ein Prophet ist. Für viele Christen ist das schon Bauchschmerzen, aber es ist wichtig, dass wir wissen: Jesus ist auch ein Prophet in der Bibel, und das sagt Jesus selbst, in 1. Korinther 5,3-12.
Und dann lasst uns doch mal die Worte des Propheten Jesus lesen. Also ich habe so gute Erfahrungen gemacht, auf der Straße und auch sonst mit Freunden, dass ich immer vorbereitet war: das Neue Testament, zumindest das Lukasevangelium, zum Beispiel auf Arabisch und Deutsch. Und dann lesen wir zusammen die Bergpredigt, und dann lesen sie zusammen die Worte von Jesus. Und die bewirken ja etwas. Also, das kommt nicht leer zurück. Das ist etwas Besonderes. Das verändert Herzen und auch die Sichtweise auf die Schrift. Es bleibt im Hinterkopf: Dieses ganze, oh, was ist mit dieser Schrift passiert? Und was ist mit Jesus?
Ich will mich nicht verunreinigen. Die Sorge ist ja da, dass sie, wenn sie mit uns zusammen die Schrift lesen, den Islam verlassen oder Schirk begehen, also diese größte Sünde, dass sie Jesus neben Gott stellen und dafür in die Hölle kommen. Da ist bei vielen viel Angst geschürt, nicht bei allen, aber bei vielen. Und da zusammen die Schrift zu lesen, das verändert eine Menge, würde ich sagen. Da ist auch viel Offenheit und viel Möglichkeit, Brücken zu bauen.
Also, ich weiß noch: Das war jetzt kein Jugendlicher, das war ein Mann. Der kam an einen Stand, und ich habe ihm so ein bisschen erklärt: Okay, im Koran steht doch auch, dass das Injil und die Tora von Allah sind. Und er war dann ganz begeistert von dieser Aussage, irgendwie im Gespräch. Und dann hatte er so einen Bart und wirklich diese Kleidung. Und dann nahm er das Neue Testament. Er ging zu allen Passanten, die vorbeigingen, und hat ihnen gesagt: Hier, das ist das Injil von Allah, lies es, das ist von Allah, lies es.
Und der Aramäer, der diese Gruppe geleitet hat, diese evangelistische Gruppe, der kam dann zu mir und sagte: Was hast du mit dem Mann gemacht? Und ich sagte ihm: Ich habe ihm nur erzählt, dass diese Worte von Gott sind, die Worte von Jesus.
Und ich glaube, wenn wir im Gespräch mit Freunden, zum Beispiel in der Schule, diese Worte von Jesus lesen, ohne in Diskussionen zu kommen, sondern einfach schauen: Okay, was sagt Jesus? Tun wir das, was er sagt? Das kann schon mal eine gute Brücke sein, dass sie vielleicht zu Hause weiterlesen und erkennen: Das ist nicht gegen mich, was da drinsteht, sondern das ist etwas, was mir weiterhelfen kann, was mir Frieden im Leben geben kann.

Was passiert, wenn muslimische Jugendliche Jesus näherkommen

Selam, kann es für muslimische Jugendliche schwierig werden, wenn sie sich intensiver mit Jesus und mit dem christlichen Glauben beschäftigen, wenn sie wirklich die Evangelien lesen und sich mit den Worten von Jesus auseinandersetzen, zum Beispiel in der eigenen Familie oder im Freundeskreis? Worauf sollten da auch christliche Jugendliche als Freunde sensibel sein oder dabei achten?
Ja, das passiert immer wieder. Das ist ganz normal. Sie bekommen dann oft deutlich mehr Druck von ihrer Familie, diese Worte nicht zu lesen und nicht in christliche Gemeinschaften zu gehen. Die Familie passt da normalerweise schon mehr auf.
Da war zum Beispiel ein junger Mann, der zum Glauben gekommen ist, ein Kurde. Wir haben zusammen die Bibel gelesen, und er wollte es zeigen. Er wollte es auch seiner Familie und in der Schule usw. zeigen. Er wollte unbedingt ein Kreuz tragen. Ich habe ihm gesagt: Ich glaube, du bist noch nicht stark genug, um diesen Widerstand auszuhalten. Er wollte es aber unbedingt.
Dann liebte er aber seine Mutter, und seine Mutter war sehr enttäuscht davon. Sie hat dann Druck gemacht und wollte nicht, dass er weitergeht. Es waren so gemischte Botschaften: Ja, ich freue mich für dich, dass du etwas gefunden hast, aber gleichzeitig will ich nicht, dass du das tust. Du bist ein Muslim, und deswegen liest du nicht diese Schrift und folgst diesem Jesus nicht nach, oder was auch immer.
Also, das ist etwas, wo wir offen sein sollten. Wir sollten auch im Gespräch mit anderen sein und uns vernetzen mit Menschen, die jemanden aufnehmen können. Es gibt viele Menschen mit Erfahrung. Da kann man zum Beispiel seinen Pastor fragen oder vielleicht auch größere Organisationen, die sich um verfolgte Christen kümmern. So hat man Möglichkeiten, zu beraten, wie viel oder auf welche Weise man mit der Familie reden kann, damit man nicht ständig in Streit gerät. Denn wenn du ohne Familie bist, wirst du ganz schnell depressiv, und das kann die meisten Christen und die meisten Gemeinden nicht auffangen, wenn jemand dann auf einmal alleine dasteht.
Wir hatten hier einen Paschtunen in Frankfurt, der kam in eine kurdische Gemeinschaft und sagte: Ich will Christ werden. Wir haben uns total gefreut. Wir haben jemanden vernetzt, damit es ein gutes Gespräch gibt. Dann hat aber sein Mitbewohner das herausgefunden, und danach war er an den folgenden Tagen auf der Straße. Ich bin dann irgendwo hingefahren und habe ihn aufgenommen, aber ich habe gemerkt, auch als er dann zurück ins Heim musste: Das sind Probleme, die wünscht man niemandem.
Alleine in einer Gemeinschaft dazustehen, da muss man wirklich weise sein. Wie kann ich zurechtkommen, wenn ich jetzt Jesusnachfolger bin in einer Gemeinschaft, die mich ausstoßen wird? Viele fühlen sich ja dann auch noch als Minderheit oder nicht angenommen in deutschsprachigen Gemeinden, weil die Sprache und die Kultur anders sind und so weiter. Da brauchen wir viel Weisheit. Da sollten wir nicht überstürzt reagieren, sondern wirklich schauen: Wie ist jemand aufgefangen? Wie steht die Familie dahinter? Und auch mit in die Familie hineingehen und Gespräche mit den Eltern führen und dabei sein.
Ich merke auch, dass ich manchmal versagt habe, wo ich dachte, das wird schon funktionieren, und dann ist vieles schiefgelaufen. Die Person hat dann gemerkt: Christ sein ist zu schwierig. Aber genau da sollten wir ja Zeugnis sein. Wenn ich so ausschweife: Jesus sagt, an der Liebe zueinander werden sie euch erkennen. Und es ist in der Tat so: Sie fragen sich, was es also heißt, Christ zu sein, als Afghane, als Türke, als Kurde.
Wenn sie dann ausgestoßen sind und keine Freunde und keine Familie mehr haben, auf die sie bauen können, dann denken sie sich: Christ zu sein bringt nur Probleme. Dann muss ich vorsichtig sein. Auch dieses ganze Thema: Es gibt ja so ein paar Hardliner, und das funktioniert auf TikTok und YouTube ja ganz gut, wenn man auf den Islam draufhaut usw. Und diese neuen Gläubigen übernehmen das oft unreflektiert, geben es in ihre Familie weiter, sind dann ganz hart gegenüber dem Islam und kritisieren alles. Dann verlieren sie alle, und da ist auch so etwas wie Kollateralschaden.
Es gibt dazu eine Studie von Christoph Sauer, dass es für die Familie drumherum deutlich schwieriger wird, wenn noch jemand aus der Familie Jesus nachfolgt, obwohl das für das Zeugnis von Christus in der Familie eine Explosion sein kann. Es bedeutet viel mehr, wenn jemand aus deiner Familie Jesusnachfolger wird, als wenn dir irgendjemand auf der Straße sagt: Hey, ich habe Jesus gefunden, und Zeugnis gibt und so. Gott kann alles benutzen, aber wir sollten offene Augen und offene Herzen für Menschen mit muslimischem Hintergrund haben und sie begleiten, besonders begleiten, weil sie oft besondere Schwierigkeiten haben.
Ich glaube, das ist auch unsere Berufung: zu zeigen, dass es möglich ist, als Türke Jesus nachzufolgen, es ist möglich, als Afghane Jesus nachzufolgen, und das gelingt. Das ist gut.

Weisheit im Umgang mit Nähe und Kritik

Also, wenn ich dich richtig verstanden habe, braucht es von unseren, also von begleitenden Christen, sage ich mal, die solche begleiten, sehr viel Weisheit. Wann ist es gut, auch klar zu sein? Wie kann man gewinnend sein in der eigenen Familie? Das ist ja auch sowieso egal, in welchem kulturellen Kontext. Auch wenn ein deutscher, deutsch geborener, sage ich mal, gläubig wird und in einer katholischen Familie oder so etwas lebt, da muss man ihm auch irgendwie sagen: Sei vorsichtig. Oder der Ehemann kommt zum Glauben, die Ehefrau nicht. Wie gewinne ich die? Oder umgekehrt?
Das ist ja dein erstes Missionsfeld, da, wo du bist, da, wo du lebst. Deinen Glauben zu bekennen, auf eine Weise, die Jesus ehrt und die jesuslike ist, sage ich mal, in Sanftmut, in Weisheit und so. Aber andererseits, Selam, ist es doch so: Es ist Licht und Finsternis. Es ist provokativ, wenn du als Christ im muslimischen Kontext, der vielleicht sogar auch noch irgendwie recht radikal daherkommt, deinen Glauben bekennst. Das bringt Konfrontation. Der Herr Jesus hat das ja selber gesagt: Der Riss geht durch die Familie durch. Es ist ein Spannungsfeld.
Ich verstehe dich schon richtig, dass du das nicht wegdiskutieren willst und sagen willst: Nee, du bist einfach undercover Christ und du sagst niemandem in deiner Familie was und lebst einfach deinen Glauben für dich. Das sagst du nicht. Zeugnis für Christus oder Zeugnis gegen den Islam? Ich glaube also, ich will es nicht zensieren. Ja, gesamtgesellschaftlich brauchen wir offene Debatten, und das bringt auch was. Das ist sinnvoll. Aber wie viel kritisiert man? Ich merke es ja selbst, wenn man verheiratet ist: Wie viel lässt man Kritik zu? Wie viel hält man aus? Und wie viel tut der Beziehung gut?
Jetzt war da ein Algerier, der zum Glauben gekommen ist, voll begeistert von Jesus. Er hat eine arabische Gruppe dann gefunden, ich war sehr dankbar dafür, aber er war ganz schön provokativ gegenüber seiner Familie. Zu Ramadan machte er ein Selfie und schickte es denen zu, mit einem Bier in der Hand und einem Schweinesteak. Das ist sehr provokativ, das ist dumm. Ich kann nicht glauben, dass das Gottes Wille ist. Es hört sich jetzt hart an, vielleicht für manche, aber ich empfehle auch bei diesen Themen, die flexibel sind, die eigentlich nicht, also was machen die aus, die sind nicht der Kern des Glaubens, zum Beispiel, wenn sie ihr ganzes Leben lang auf Schweinefleisch verzichtet haben und die Familie ist da sehr strikt, dann empfehle ich denen auch: Hey, dann lasst es doch sein, ihnen zuliebe! Weil wir haben die Freiheit in Christus.
Mein Großvater ist orthodoxer Priester, der hat auch kein Schweinefleisch gegessen. Es gibt auch die christliche Tradition. Aber wegen solchen Sachen will ich nicht diskutieren und kämpfen, sondern ich will über Jesus reden, über seinen Nachfolger, über das, was er am Kreuz für uns getan hat. Amen, ja.

Wie respektvolle Auseinandersetzung praktisch gelingt

Selam, ihr erstellt ja, das hast du eben schon erwähnt, auch als Bibel- und Koran-Team Videos. Ihr geht auf die Straße, ihr seid mit Menschen im Gespräch, und dabei ist es euch wichtig, respektvoll zu erklären und zu diskutieren. Das merke ich. Du bist da sensibel, du willst weise sein, du willst nicht rumpelig sein oder rüpelig oder den Islam schlechtmachen oder plattmachen. Aber wie lernt man das, und wie gelingt euch das? Es ist ja herausfordernd.
Ich muss auch gestehen: Gott benutzt auch andere Wege. Also ich weiß, es passt nicht zu unserer Art. Ich weiß nicht, ob du dir jetzt diesen Part rausschneiden willst, aber diese konfrontative Art benutzt Gott manchmal auch. Und Menschen kommen zum Glauben, auch wenn es dann andere Konsequenzen gibt und man langfristig denken muss, was das bedeutet. Wir sollten Jesu Worten treu sein und ihm gehorsam sein. Ja, wie gelingt das?
Ich muss sagen, von meiner Persönlichkeit her kann ich gar nicht anders. Also es ist auch eine Gabe, Charakter, Persönlichkeit. Gleichzeitig merke ich schon, wenn wir etwas veröffentlichen, dass mir schon pauschale Aussagen herausrutschen oder ich Dinge sage, bei denen ich denke: Das stimmt so gar nicht. Oder: Der Islam ist gar nicht so. Ich differenziere dann gar nicht genug.
Da hilft es, dass wir vorher Lektoren drüberschauen lassen. Besonders bei den Vergleichen zwischen Koran und Bibel. Da haben wir ja sogar Imame eingeschaltet, auch bei den wissenschaftlichen Wundern im Koran, weil wir wissen wollten, ob das wirklich eure Sichtweise ist, zum Beispiel. Also dass wir wirklich zugehört haben. Und dann natürlich doch auf Jesus hingewiesen haben und bei unseren Punkten klargeblieben sind.
Und auch diese Begegnung: Ich denke, es ist immer etwas einseitig, wenn man Dinge veröffentlicht, zudem ohne auch reale Begegnungen mit Menschen zu haben und dann zu spüren, okay, was verletzt sie wirklich, wie leben sie? Also unsere Nachbarn sind freundliche, barmherzige, liebensvolle Menschen und kümmern sich genauso um ihre Kinder. Und manche Sachen werden sie verletzen. Wie formuliere ich jetzt, und was kommt bei denen an, ohne dass ich Jesus verleugne? Also dieses 1. Petrus 3,15, Ehrerbietung, Respekt.
Jetzt ist die Situation die, dass das ein Spannungsfeld ist. Und das sowieso schon, egal was man sagt: Manchmal hört man es mit einem anderen Ohr. Also man kann nicht alles verhindern, und das sollte man auch nicht. Sonst verbietet man sich und kann gar nichts mehr sagen. Ja, es ist ein Spannungsfeld.

Typische Fettnäpfchen im Gespräch

Gibt es vielleicht ein Beispiel, bei dem Christen es eigentlich gut meinen, aber trotzdem etwas sagen oder tun, was bei anderen ungünstig ankommt, also bestimmte berühmte Fettnäpfchen, die man meiden sollte? Manchmal auch, wenn man irgendwo eingeladen ist.
Ich war einmal eingeladen in einem Hochhaus, das war in Somalia, ich weiß es nicht mehr genau. Er hat die ganze Zeit die Bibel kritisiert und ich konnte gar nicht so richtig antworten. Wir hatten auch Zuschauer, Moment, was heißt Zuschauer? Es waren noch mehr dort. Die Familie hat zugehört. Ich war eingeladen, und dann habe ich ihn gebeten, auch mal den Koran rauszuholen: Sure 33, also Mohammed und Zainab, seine Erlaubnis mit Frauen, Sure 4,34, dieses Schlagen der Frau. Das Gespräch hat aufgehört, ich wurde nicht noch einmal eingeladen.
Und ich habe gemerkt, er hat vor den anderen sein Gesicht verloren. Er konnte austeilen, und irgendwann habe ich dann auch gedacht: So, jetzt steckst du mal ein. Aber dann hast du ihn verloren. Ich weiß nicht, ob das so ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall habe ich eines gelernt.
Es gibt viele sehr emotionale Themen. Und wenn jemand nicht differenziert und distanziert über Themen sprechen kann oder möchte, dann wird das sehr emotional oder sehr schnell als Angriff gewertet. Dann verlierst du die Person, und wir wollen ja die Person gewinnen. Dann ist es einfach nur gut zu sagen: Gott ist Liebe, und er liebt dich. Oder so etwas. Ich glaube, wir müssen uns vom Heiligen Geist leiten lassen und können daraus kein Programm machen.
Gleichzeitig gibt es auch manche, das merke ich jetzt immer mehr, die in Deutschland sozialisiert und aufgewachsen sind, die kritisch-distanziert denken. Wenn du mit ihnen darüber redest, kannst du auch mal sagen: Hey, ich habe die Hadithe gelesen, und da sind einige, die machen mir Bauchschmerzen. Deswegen will ich diesem Mohammed nicht nachfolgen, ich will lieber Jesus nachfolgen. Und dann fragen sie, welche Hadithe dir Bauchschmerzen machen. Dann antwortest du darauf, und dann hast du ein ehrliches Gespräch. Und nicht nur ein: Ich mache dich fertig oder so. Dann steht ihr da und merkt: Okay, wir haben unterschiedliche Positionen, und wir können einander stehen lassen.
Ja, also ich würde empfehlen, sehr weise und zurückhaltend zu sein, wo man Kritik an dem anbringt, was dem anderen am allerheiligsten ist. Und das ist bei vielen Mohammeds Person.

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Fragen zu Bibel, Koran und Überlieferung

Ja, schauen wir uns jetzt ein paar Fragen an, Selam, die in Gesprächen über Islam und Christentum immer wieder auftauchen. Und du kannst da jeweils einfach eine kurze, verständliche Orientierung geben, sodass unsere Hörer die wichtigsten Gedanken mitnehmen und sich vielleicht auch für ein eigenes Gespräch daran erinnern können, ja?
Eine Frage, die Christen in Gesprächen mit Muslimen häufig hören, ist: Die Bibel ist ja verfälscht worden, aber der Koran ist unverändert überliefert. Wie können wir darauf ruhig, sachlich und verständlich reagieren und antworten?
Es ist immer gut, Fragen und Rückfragen zu stellen: Was meinst du damit? Was wurde verfälscht, wann wurde es verfälscht, wer hat es verfälscht? Meistens kann darauf kaum jemand glaubwürdig antworten. Es ist ein komplexes Thema.
Gleichzeitig liebe ich es zurzeit, über die Jesaja-Rolle zu sprechen. Wenn jemand ein bisschen Ahnung von Schriftrollen und Chronologie hat, dann erzähle ich ihm, dass vor 2000 Jahren diese Schriftrolle geschrieben wurde, ungefähr also zur Zeit vor Christus. Sie wurde vor einigen Jahrzehnten in einem arabischen Land gefunden. Dann zeige ich der Person auf meinem Handy das Museum in Jerusalem und die Schriftrolle als Bild. Und dann sage ich: Hey, das sind fast keine kleinen Unterschiede, und sie ändern nicht die Botschaft. Also wann soll diese Schrift verfälscht worden sein, wenn das dieselbe Schrift ist und sie so zuverlässig erhalten ist wie das, was damals schon zur Zeit von Jesus im Umlauf war?
Und natürlich geht es dann weiter. Das wird in der Regel nicht so akzeptiert, aber das ist schon ein starker Punkt.
Ich erwähne auch gerne, das würde ich nicht jedem empfehlen, aus dem Koran zu zitieren, dass da steht, dass die Tora und das Inschil zur Zeit von Mohammed, also der Koran spricht ja in die Zeit von Mohammed hinein, Recht, Leitung und Licht sind oder dass sie ein Maßstab für Wahrheit sind. Und vielleicht hast du schon mal davon gehört: das islamische Dilemma. Dazu gibt es zurzeit sehr viele Videos, die das beschreiben.
Es ist einfach so, dass der Koran in vielen Stellen eher positiv über diese Schriften der Bibel spricht, auch über die Psalmen und das, was zur Zeit von Mohammed im Umlauf war. Das ist ja fast dasselbe, was wir heute haben. Ich glaube, das sind einige Punkte, die ich nennen würde.
Habe ich jetzt nicht ganz verstanden: Wenn du von Inschil das Evangelium meinst, also die Jesustexte, und wenn du von dem islamischen Dilemma gesprochen hast, was ist damit konkret gemeint? Erklär es mir so, dass ich es auch verstehe.
Also, ich meine, es geht eigentlich um einen inneren Widerspruch. Auf der einen Seite spricht der Koran sehr positiv über die Schriften. Sie sind ein Maßstab für Wahrheit, heilige Schriften auch. Genau. Und wenn Mohammed im Zweifel wäre, hypothetisch, dann soll er dorthin gehen, also zu den Leuten der Schrift, die diese Schriften haben. Das würde ja bedeuten, dass sie ein Maßstab für Wahrheit sind. Aber sie widersprechen ja dem Koran. Jesus ist gestorben und auferstanden, das wird in vielen Stellen beschrieben. Das würde nicht so positiv für den Koran sein, also wenn die Schriften die Wahrheit sind.
Auf der anderen Seite: Wenn der Koran sich irrt und diese Schriften nicht Maßstab für Wahrheit sind, Recht, Leitung, Licht usw., dann ist die Frage, warum führt der Koran Muslime oder Mohammed, falls er mal im Zweifel ist, zu diesen Schriften? Das sind so die Verse, die die Leute heutzutage manchmal zum Nachdenken bringen.
Aber manche werden natürlich sagen, das ist nicht zu verstehen, und man muss dann zu jemandem, der ganz tief diese Sprache studiert hat usw. Da gibt es natürlich auch unterschiedliche Reaktionen.
Meine schönsten Erlebnisse sind, dass ich einfach sage: Guck mal, du hast ein Problem mit der Bibel, aber Jesus ist dein Prophet, nicht wahr? Wir müssen ja sagen, das sind diese Glaubensbekenntnisse, zu denen man stehen muss, sonst ist man kein مسلم. Und dann lass uns doch einfach mal die Worte von Jesus lesen im Inschil, also in den Evangelien, im Lukasevangelium zum Beispiel, die Bergpredigt. Und dann lese ich die zusammen. Und ich merke, wie Gott etwas bewirkt. Das ist so mein Liebling.
Sehr cool, ja, es ist eigentlich sehr simpel.

Was Muslime über Jesus glauben

Viele Muslime sagen ja, dass sie Jesus ebenfalls verehren, dass er ein Prophet ist. Aber was glauben Muslime eigentlich über Jesus, und welche Rolle spielt Jesus im Koran?
Dazu muss man sagen: Vielleicht erst einmal ein kleiner geschichtlicher Rückblick. In der Zeit vor Mohammed waren auf der arabischen Halbinsel verschiedene christliche Meinungen präsent. Es gab bereits einige Diskussionen, und das wurde gewissermaßen mit dem Islam zusammengeführt. Dort gab es Juden, unterschiedliche christliche Strömungen und arabisches Heidentum und vieles mehr. Das bedeutet, dass der Koran direkt darauf reagiert. Und, wie christliche Kritiker sagen würden, versucht er auch, Juden und Christen für sich zu gewinnen.
Die Christen hat der Koran gewissermaßen dadurch gewonnen, dass er über Jesus sagt, er sei von einer Jungfrau geboren. Das ist schon etwas Besonderes. Er ist ein Wort von Allah, ohne jetzt zu tief darauf einzugehen, was es bedeutet, ein Wort von Allah zu sein, das Wort Gottes zu sein. Er hat Wunder gewirkt, ohne diese Wunder im Detail zu beschreiben. Und ich meine, Ruḥu Allah: Er ist auch Geist von Gott. Er ist ein Prophet, er ist der Messias, ohne wirklich zu erklären, was das alles im Einzelnen bedeutet.
Ich glaube, wir müssen uns bei allem, worüber wir im Gespräch mit unserem Gegenüber reden, immer klar machen, worum es im Islam oder im Koran eigentlich geht. Das gilt zum Beispiel für die Frage der Bibelfälschung, aber auch für Jesus: Was sagt denn der Islam oder der Koran darüber?
Bei der Bibel ist wichtig zu wissen, dass über den Koran gesagt wird, er sei Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe perfekt überliefert. Das ist der Standard. Das ist der Blick, mit dem man auf die Bibel schaut. Und da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. In den letzten Debatten kam immer wieder Neues über den Koran heraus, etwa dass es doch verschiedene Handschriften gibt.
Bei Jesus muss man im Hinterkopf haben, dass im Koran einige sehr interessante Begriffe und starke Bezeichnungen für ihn zu finden sind. Gleichzeitig ist aber, wenn man das im Kontext liest, immer auch eine Begrenzung da. Er ist geschaffen. Man soll nicht sagen: Sohn Gottes. Im selben Vers wird sonst Allahs Fluch über die Leute ausgesprochen, die sagen: Sohn. Oder es heißt auch: Sagt nicht drei über Gott. Das sind also sehr klare Grenzen.
Wenn ich so darüber nachdenke, ist das wie ein Eimer, der gefüllt ist. Und wir denken manchmal, wenn wir mit unserem Gegenüber reden und Begriffe wie Sohn Gottes benutzen, dann können wir erklären, was das bedeutet, und dann wird das schon. Aber wenn jemand viele Jahre gelernt hat, was an Negativem mit dem Ausdruck Sohn Gottes verbunden ist, dann denkt er dabei zum Beispiel daran, dass Allah mit einer Frau zusammen biologisch ein Kind gezeugt habe. Manche Orientalisten nannten das ein absichtliches Missverständnis. Es wird quasi als Brandmauer genutzt, auch in der Minderheitenposition hier in Europa teilweise, um zu sagen: Schaut mal, was für schreckliche Dinge Christen über Jesus glauben, dass er so gezeugt wurde.
Und das sollten wir immer wieder ausräumen. Also: Wenn wir den Begriff Sohn Gottes verwenden, müssen wir ihn erklären. Es gibt viele andere Begriffe, über die wir reden können, ohne dass sie so negativ belastet sind. Aber Sohn Gottes ist etwas, da haben wir schon einen ganzen Eimer voller Informationen, also voller Gedanken. Und das kann ein Trigger sein. Da sollten wir lieber reagieren.

Wie man auf die Gottheit Jesu antworten kann

Ja, ja, weil Muslime das ja grundsätzlich ablehnen, dass Jesus Gott ist beziehungsweise Sohn Gottes ist. Sie argumentieren ja auch so, dass Jesus nie gesagt habe: Ich bin Gott, betet mich an.
Aber wie kann man darauf antworten, wenn das im Gespräch aufkommt? Nicht jetzt von mir als Christ provoziert, sondern auch von meinem Gegenüber: Wie kann ich darauf reagieren? Muslime sagen so etwas, und ich mag es, das zu differenzieren. Ich habe auch Muslime getroffen, die sagen: Also, ich war jetzt vor ein paar Wochen in München auf so einem Einsatz, und da war jemand, der zu mir sagte: Ja, Jesus ist der Sohn Gottes, aber geistlich verstanden. Er hat voll allem zugestimmt, Jungfrauengeburt, Wort Gottes und so weiter. Und manche sind schon so weit, dass sie merken: Okay, Christen glauben das gar nicht, dass Gott mit Maria und so weiter.
Also ist schon viel an neuen Informationen darüber, was Christen wirklich glauben, rübergekommen. Und manche haben auch gar kein Problem mehr damit, zu sagen, dass er das Wort Gottes ist, dass er etwas Besonderes ist. Aber dann, Johannes 1,1, ich meine, in Vers 2 geht es dann weiter: Durch ihn ist alles geschaffen oder so. Da fängt dann wieder das Problem an. Oder: Er ist für unsere Schuld gestorben und so weiter.
Wenn ich also gefragt werde, kommt es immer darauf an, ob die Person debattieren will. Das macht dann nicht mehr so viel Spaß, oder ob sie wirkliche Fragen hat. Das braucht auch Feingefühl, um das herauszukriegen. Ja, ja, ja, weil manche etwas im Internet gesehen haben und debattieren wollen. So war es jetzt in München eine Stunde lang. Eigentlich wollte er uns ein bisschen davon abhalten, weil da noch ein paar andere Mädchen mit Kopftuch waren und die auch Fragen stellen wollten. Aber naja, auf jeden Fall.
Was ich gut finde, ist, die Leute selbst die Schrift lesen zu lassen, sodass sie erkennen: Okay, was steht da über Jesus? Und wir haben unterschiedliche Texte über Jesus, ja. Aber man sollte sich nicht so leicht davon abbringen lassen, dass diese Texte auch da sind. Also Philipper 2: Wenn jemand anfängt, also dieses: Er war gottgleich, aber er hielt nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern erniedrigte sich. Wenn es darum geht, wie er so eingeschränkt sein kann als Mensch, oder bei den Texten Johannes 1,1 und 2 und dann vielleicht noch Vers 14, falls sie noch nicht darauf kommen, dass das Wort Jesus ist.
So etwas gebe ich dann und sage: Okay, du hast ein Problem damit, dann lies mal und sag du mir, was das bedeutet. Und dann lesen die das und bekommen erst einmal Kopfschmerzen. Hä, was geht? Jetzt passt das doch nicht: Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott, das geht doch nicht und so. Und dann erkennen sie: Okay, die Schrift spricht deutlich anders über Jesus als der Koran. Weil manche ja im Kopf haben, dass eigentlich die Bibel, also die Apologeten, Jesus genau dasselbe sagen wie der Islam oder der Koran. Und das stimmt ja nicht, wenn man die gesamten Verse zusammenzieht.
Und dann allein Offenbarung 1 zu lesen, was Jesus sagt: Anfang und Ende und so. Das sind so Texte, die ich gerne lese, wenn ich gefragt werde. Aber wo ich auch manchmal einfach sage: Hey, wenn es zu sehr ans Debattieren geht, lass uns doch mal zusammen beten. Gibt es irgendetwas, wofür ich beten kann? Also lass mich doch mal kurz beten. Also dieses: Gibt es etwas, wofür ich beten kann? Gut, dann lass uns auch dafür beten, dass Gott uns Weisheit gibt, dass er uns zeigt, wer er ist. Weil ja, das ist eine Frage, da muss Gott auch Offenbarung schenken.
Ich meine, es gibt ja diese Stelle mit Jesus und den Jüngern, wo er fragt: Was sagen die Leute, wer ich bin? Und der eine sagt das, der andere das. Und Simon Petrus ist der Einzige, der dann sagt: Er ist der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus sagt: Das hast du nicht von Menschen, sondern das hast du von Gott.
Und ich glaube, diese Geduld zu haben, mit Menschen unterwegs zu sein, ohne ihnen das aufzuzwingen, ohne unter Druck zu setzen, erst einmal das und das zu glauben, bevor sie mit uns weitere Schritte gehen und diesen Jesus kennenlernen, diese Geduld zu haben, dass Gott sich offenbart und zeigt, wer sein Sohn ist. Das wünsche ich uns. Okay, ja.

Mohammed als Vorbild und die Frage nach seinem Leben

Selam, Mohammed ist für viele Muslime der größte Prophet und das wichtigste Vorbild. Was für ein Mensch war Mohammed?
Es gibt die islamische Tradition, und sie spricht über Mohammed. Dazu gibt es ganz viele Geschichten über ihn und auch eine Biografie. Ich würde sagen, ungefähr tausend Jahre lang war das das Bild, das man von Mohammed hatte. In den letzten Jahren kommt jedoch immer mehr heraus, dass das, was an Überlieferungen über ihn geschrieben wurde, zunehmend auch von islamischen Gelehrten hinterfragt wird. Das, was als authentisch eingeschätzt wurde, wurde ja erst Jahrhunderte später niedergeschrieben. Manches würde sonst aber keinen Sinn machen.
Die Frage ist also: Wie viel von dem, was wir an Berichten über Mohammed haben, ist wirklich er? Es gibt auch viele kritische Muslime heutzutage, die sich von manchen Geschichten über ihn distanzieren. Allein aus dem Koran erfährst du fast gar nichts über Mohammed, also sehr wenig. Deswegen gibt es ja auch ganz Bewegungen von jungen Muslimen, die sagen: Wir glauben nur an den Koran, und alles andere lassen wir weg. Aber im Koran steht halt, dass man diesem Botschafter folgen soll. Ja, und das ist diese Debatte. Was war er für ein Mensch?
Jetzt kommen wir eigentlich zu meiner Buchempfehlung, zu der ersten. Ich habe noch einen zweiten, deswegen kann ich ihn schon vorwegnehmen: die Hadithe. Das sind Nachrichten und Taten des Propheten sowie Aussprüche. Und da findest du ganz viele, die als authentisch klassifiziert wurden, quasi mit dem höchsten Gütesiegel: Sahih Bukhari.
Wenn ich so darüber nachdenke, merke ich: Wenn ich auf der Straße mit Leuten rede, dann kennen viele Muslime, nicht alle, nur die schönen Geschichten über Mohammed. Also das, was er war, und er hat wirklich einiges an Geschichten gebracht, in denen er barmherzig war, freundlich usw. Aber das hier ist ein wissenschaftlicher Verlag. Der hat nicht zensiert, sondern auch die, ich sage mal, kritischen Geschichten mit hineingepackt, bei denen viele Bauchschmerzen haben. Da geht es um Gewalt, um Frauen usw., um Dämonen und Geister. Beides ist hier drin, und ich empfehle allen, beides zu lesen und nicht nur die eine Seite. Denn wenn du dann ein Gespräch über Mohammed hast, dann haben die einen ein sehr positives, vielleicht geschöntes Bild von Mohammed im Kopf, und die anderen nur die kritischen Gedanken über ihn. Aber wenn man sich die islamische Geschichte anschaut und das, was über die meiste Zeit über Mohammed geglaubt wurde, dann gehört da beides dazu.
Also Mohammed war auf jeden Fall, und das sagen auch eigentlich die meisten Muslime, die man trifft, eher wie Mose: Er hat auch Krieg geführt, mehr wie David. Er war auch ein staatlicher Führer. Und deswegen finden sie es unfair, wenn man dann Jesus mit Mohammed vergleicht. Gleichzeitig ist immer die Frage: Wer ist denn geeignet als Vorbild für alle Zeiten, in allem usw.? Für viele Muslime ist klar: Mohammed. Man muss kontextualisieren.
Ich würde sagen: Jesus dient besser als Vorbild in allen Situationen, besonders auch weil er kein staatlicher Führer und kein Heerführer war. Er sagte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Das ist etwas Besonderes. Also nicht dieses: Ich muss jetzt hier meinen Besitz und mein Property verteidigen. Sondern Jesus ist der, der sagt: Okay, was ist sein Reich? Und er baut es, auch wenn wir am Versagen sind. Sein Reich ist am Siegen.

Wie das Spannungsfeld um Mohammed erklärt wird

Aber wie wird dieses Spannungsfeld im Islam aufgelöst oder erklärt? Viele Muslime lehnen ja Gewalt, die Ehe mit Kindern und Ähnliches ab. Mohammed lebte jedoch in einer anderen Kultur. War das damals selbstverständlich? Wie kann man das verstehen?
Wie können Christen das in einem Gespräch respektvoll ansprechen, oder wie wird es erklärt, wenn das Thema zur Sprache kommt? Es gibt verschiedene Situationen und Lebensphasen von Mohammed, zumindest nach der Tradition. In der frühen Lebensphase, als er als Prophet auftrat, gilt er tendenziell als friedfertiger. Dann gab es einige Schlüsselmomente: Seine Frau ist gestorben, seine ältere Frau. Später hatte er mehr Frauen. Außerdem musste er in Medina Gesetze durchsetzen, nachdem er aus Mekka geflohen war. Sein Schutz, seine Stammesstruktur, war aufgelöst. Als er dann in Medina war, musste er auch Gesetze durchsetzen, und das hat natürlich dazu geführt, dass sich vieles verändert hat.
Das bedeutet auch, dass es im Koran einige Gesetze gibt, die wir hier im Westen kritisieren, zum Beispiel das wechselseitige Abhacken der Hand bei Diebstahl und ähnliche Dinge. Es gibt einige Elemente, die kritisiert werden, die aber von Moscheen, Imamen und Professoren im Westen eher kontextualisiert betrachtet werden. Nach dem Motto: Da war eine bestimmte Situation, er musste fliehen, er wurde angegriffen. Also war es eher eine Verteidigungssituation, und wegen der damaligen Umstände musste das so und so praktiziert werden.
Eine Frage, die auch interessant ist: Warum sollte ein Prophet wie Jesus für mich sterben? Das ist eine zentrale Frage. Im Koran wird einige Male erwähnt, dass das nicht möglich sei, dass jemand anderes für dich stirbt. Es gibt einen Hadith, der darüber spricht, dass für jeden Muslim auch ein Jude oder ein Christ da ist, also dass es quasi einen Ausgleich gibt, den Allah schafft. In heutigen Debatten zitieren das dann einige Apologeten, um zu zeigen, dass das Konzept dem Islam doch nicht so fern ist. Aber das, was in Debatten online funktioniert, ist ja nicht unbedingt das, was wir im echten Leben erleben.
Und was ich dann gerne anschaue, ist Folgendes: Die ersten Menschen, wie viele Sünden haben sie begangen, dass sie aus dem Paradies geschmissen worden sind? Was sagst du? Wie viele Sünden haben sie begangen? Ja, eine Sünde. Richtig, eine Sünde. Und jetzt leben wir nicht im Paradies. Wir haben jetzt Krieg und Leid. Ich meine, die meisten kennen Syrien oder viele andere Länder, die Schlimmes erlebt haben. Und sie stimmen zu: Ja, da ist viel Sünde geschehen, besser gesagt, da ist Sünde geschehen durch andere Menschen. Adam und Eva, und wir sind nicht mehr im Paradies. Das ist jetzt eine Konsequenz von dem, was andere getan haben. Wir leiden darunter, was andere Schlechtes getan haben. Wir leiden mit unserem Leben.
Warum können wir nicht auch profitieren von dem Guten, was Jesus getan hat, also dass er für uns am Kreuz gestorben ist und wir davon profitieren? Das habe ich einem jungen Mädchen erzählt, das gefragt hatte, wie man so etwas behaupten könne. Dann sagte sie zu mir: Ja, dann zeig mir doch mal, wo das in der Bibel steht. Das hast du doch erfunden. Und dann konnte ich ihr diesen Vers vorlesen. Ich glaube, Römer 6: Wie durch Adam die Sünde in die Welt kam, so ist durch Christus die Barmherzigkeit in die Welt gekommen.
Also ich denke, wenn wir es sind meistens so ungefähr zehn Fragen, und die werden ja auch in dem Comic thematisiert, dann hilft es, wenn wir ein bisschen wissen, wo die Brücken sind. Und wir dürfen nicht vergessen, dass es hilfreich ist, so wie Paulus in Apostelgeschichte 17, etwas zu verstehen: Woher kommt der andere? Was meint er mit verfälscht? Was meint er mit Ehre des Propheten, oder was meint die Person damit? Wenn wir das so ein bisschen im Hinterkopf haben, dann hilft es, Brücken zu bauen, damit unser Gegenüber uns besser verstehen kann.

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Warum Jugendliche diese Fragen kennen sollten

Ja, wir haben uns jetzt einige typische Fragen angeschaut, Salam, die in Gesprächen mit Muslimen immer wieder auftauchen können. Bei eurem Comic geht es aber nicht nur darum, irgendwie ein paar gute Antworten parat zu haben. Ihr möchtet Jugendlichen ja auch ganz grundsätzlich darin stärken, ihren eigenen Glauben zu verstehen und auch darüber sprechen zu können, also sprachfähig zu werden.
Deshalb würde ich gerne im letzten Punkt mit dir noch kurz darüber nachdenken, warum es gerade für Teens wichtig ist, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen. Ich bin ja oft in Gemeinden eingeladen, in Workshops oder Ausbildungsstätten. Da sind keine Teens, wenn ich diese Workshops halte. Die sind nicht da.
Aber die meisten Menschen treffen ja in jungen Jahren ihre geistlichen Entscheidungen, also in welche Richtung sie gehen möchten. Und auch in der Schule bist du besonders mit anderen Weltanschauungen konfrontiert. Manche konvertieren zum Islam, manche werden Christen usw. Und ich habe den Eindruck, so wie ich bisher recherchiert habe, gibt es da so eine Zeitspanne von zwölf bis vierzehn, fünfzehn, sechzehn, also in dieser ganzen Pubertätsphase, da gibt es ganz wenig Material.
Die meisten Zeitschriften sind von Erwachsenen für Erwachsene. Es gibt auch einige für Jugendliche, aber die zu erreichen, diese „Kein Bock ... die haben eigentlich keinen Bock auf dieses ganze Christliche von den Eltern ...“. Ja, und ich glaube, das ist aber ein Weg, der sich lohnt, in diese Richtung zu gehen und auch dort schon anzufangen. Denn dort werden schon diese großen Fragen gestellt.
Ja, also ein Lehrer, ein Vater, der hat mir von seinem Teenager so Bilder geschickt, also was der gerade in der Schule lernt. Jetzt, du hast das Beispiel von Mohammed genannt, was er über Mohammed lernt. Und da hat er Sachen ausfüllen sollen: Mohammed ist barmherzig, freundlich, hilfsbereit usw. Und das in Ethik. Das heißt, man kommt automatisch in diese Fragen.
Als ich Abitur gemacht habe, war es so: Ich habe etwas gelernt, mir wurde beigebracht, da sind Widersprüche in der Bibel, und das stimmt so nicht usw. Aber so korankritisch wird in der Schule nicht gesprochen, nach dem, was ich so höre. Man ist da deutlich vorsichtiger. Und ich sage es mal ein bisschen pauschal: Die Islamwissenschaftler und die Verantwortlichen für diese Religionsbücher sind deutlich zurückhaltender und vorsichtiger, um jemandem nicht auf die Füße zu treten.
Deswegen glaube ich, wir brauchen da auch diese Informationen. Informationen, die helfen zur geistlichen Einordnung, die helfen im Gespräch, aber auch darin, fest zu sein und deutlich zu machen, warum sie Jesus nachfolgen und nicht Mohammed.

Welche Rolle Gemeinden dabei spielen können

Du hast jetzt den Schulkontext angeführt. Ihr möchtet Superdorf, also diese Comicserie, ja nicht nur Jugendlichen zugänglich machen, sondern auch stärker in Gemeinden hineinbringen. Warum ist euch das wichtig, und welche Rolle können Gemeinden dabei spielen, dass Jugendliche sich mit diesen Themen auseinandersetzen und lernen, mit ihren Freunden darüber zu sprechen?
Also, das ist ein schickes Buch. Suraimat kann man verschenken, auch zu Weihnachten, Ostern, Kommunion, Konfirmation, auch zu Ramadan. Ja, dafür ist es gedacht. Aber die erste Zielgruppe sind doch junge Christen.
Wenn es im Gruppenkontext genutzt wird, kann es vielmehr auch wie ein Glaubenskurs genutzt werden. Ich habe die Frage vergessen. Ich habe gefragt: Du hast den Schulkontext angesprochen, aber dann habe ich gefragt, was bedeutet das für die Rolle von Gemeinden, gerade Jugendliche dahin zu motivieren, sich auch mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, mit den Themen, und wie sie mit ihren Freunden darüber sprechen können?
Ich weiß nicht, ob ich das schon erzählt habe, aber es gibt ja diese Asymmetrie. Genau, wir hatten darüber gesprochen, dass Muslime viel öfter wissen, wie sie mit Christen reden können, durch den Koran und durch die Moscheen, und Christen eher weniger. Aber das ist nicht nur im deutschsprachigen Raum so, das ist weltweit so.
Deswegen ist der Gedanke schon, dass man das auch in verschiedene Sprachen herausbringt und möglichst mit wenigen Kosten, selbst verlegt und so weiter. Tja, die Idee ist auch, ganze Gemeinden auf Generationen vorzubereiten, auf das, was ja, seien wir mal ehrlich, auf uns zukommt.
Es ist ja so: Wenn man schaut, in Grundschulen und so weiter, da ist die junge Generation, da ist ein steigender Prozentsatz von jungen Leuten, die einen muslimischen Hintergrund haben und vielleicht auch überzeugt sind vom Islam. Und für junge Christen wird es schwieriger werden, zum Beispiel zu sagen: Jesus ist der Sohn Gottes.
Das sind so Themen, wenn die andere triggern, dann kann das öfter auch Widerspruch hervorrufen. Und da jetzt schon zu sagen: Okay, Gemeinden und Werke, die diesen Comic nutzen, und dann auch immer wieder, alle paar Jahre, in Jugendgruppen und Teen-Gruppen, dass sie quasi wie so eine Schulung vornehmen, damit sie wissen, dass junge Leute wissen, wie sie auf diese Situation reagieren können, aber auch Hintergrundwissen bekommen, warum man überhaupt eine Aversion hat gegen drei im Zusammenhang mit Gott oder gegen Sohn Gottes, was da passiert ist.
Also da Orientierung zu schaffen, aber sie auch zu stärken. Wir wünschen uns, dass sie bei dem Jesus der Bibel bleiben und jetzt nicht den Jesus des Korans wortwörtlich ziehen. Ja, sehr gut.

Stand des Projekts und Möglichkeiten zum Bezug

Sag mal, wir haben immer wieder über das Comic gesprochen. Wie weit seid ihr da inzwischen? Also, ist es verfügbar? Kann man das bestellen? Kann man das kaufen?
Der Gedanke ist zunächst noch, dass zu Weihnachten dieses Comic-Buch, also Band eins, da sein soll. Da ist sehr viel Wichtiges drin. Es gibt noch einen zweiten Teil, da geht es mehr um Toleranz. Warum Jesus besser für die Gesellschaft ist, also auch soziale Fragen, auch das Thema Frauen, das ist alles im zweiten Band.
Und die Teenager, wenn sie den ersten Band lesen, da sind so viele Cliffhanger drin, die werden Bock haben, auch weiterzulesen. Aber die bekommen das nur, wenn sie auch die Fragen beantworten und das zuschicken. Also die Hoffnung ist schon, jetzt auf dieser afghanischen Konferenz war es auch so, die suchten das durch, aber sie sollen auch die Fragen beantworten. Dann bekommen sie es. Also, wenn sie ein paar Fragen beantwortet haben, das steht dann da, dann geht es weiter.
Also zurzeit sind wir ja im Gespräch, wo und wie man das massig drucken kann. Die Druckkosten sind, keine Ahnung, jetzt fünf Euro bei diesem dickeren Buch. Es ist natürlich immer die Frage, wie viele Spenden reinkommen, sodass man einfach viel drucken kann und dann auf Nachfrage.
Also es ist eher so, weniger der Gedanke zurzeit, dass man es verkauft. Vielleicht gibt es irgendwann eine Schulversion, eine wohl etwas veränderte, sodass sie auch für Schulleitungen akzeptabel ist. Also ein paar Lehrer haben jetzt gesagt: Okay, da sind die Spitzen ja, man kann das noch nicht in die Schule reinbringen, das ist noch zu hart, an manchen Stellen zu kantig. Kann ich verstehen. Ja, vielleicht kann man eine Schulversion etwas softer machen.

Ein weiterer Hinweis auf ein Trainingsangebot

Wünschst du dir, dass Menschen in deinem Umfeld Jesus kennenlernen, und willst du selbst in der Alltagsmission wachsen, dann ist Grow genau das Richtige für dich.
Grow ist unser Trainingsangebot zur Alltagsmission. Hier findest du biblische, praktische und ermutigende Inhalte, die dir helfen, im Alltag ganz natürlich über deinen Glauben zu reden. Dazu gibt es fertiges Material, Lehrvideos, kurze Testimonials und fertige Handouts für dich oder auch für deine Kleingruppe.
Wenn du neue Impulse suchst oder etwas, das auch deiner Gemeinde weiterhilft, dann schau gerne vorbei. Und wenn du Menschen kennst, für die das hilfreich wäre, empfiehl Grow gerne weiter. Mehr Infos findest du unter holkebach.org/grow.
Also, ich würde den Lehrern gerne freie Hand geben. Ich merke, ich bringe es nicht übers Herz, aber es ist notwendig, dass wir das auch in Schulen nutzen können. Aber sonst gibt es auf bibelundkoran.com diese Zuberdarf-Seite. Darüber kann man auch einfach anfragen oder unter der E-Mail-Adresse bibelundkoran@gmail.com Kontakt aufnehmen. Dann schicke ich es zu.
Aber natürlich brauchen wir immer erst die Finanzen, um es einfach zu drucken. Und dann haben wir hier ein paar Leute, die das packen und wegschicken können. Die Hoffnung ist aber schon, dass das in großen Mengen an viele Leute gehen kann, über Werke, die sowieso auch kostenlos Material verschicken.

Wie das Material verbreitet werden soll

Ah, okay, dann habe ich es also richtig verstanden. Es ist so, dass es schon auf Anfrage verfügbar ist. Es gibt ja Einzelexemplare oder Gruppen, aber das Ziel ist schon, dass es mehr gedruckt wird und kostenfrei weitergeht.
Sie wird also nicht in den klassischen Buchhandel kommen, und man muss dann für das Ding 9,95 Euro bezahlen, richtig? Ich meine, bei 300 Seiten mit Farbe müsste man normalerweise sehr viel drucken, also 50 bis 100, damit man auf 9 Euro kommt oder so. So habe ich den Eindruck, wenn ein Verlag mit reinspielt.
Aber zurzeit ist das der Gedanke, dass man jetzt im November, wegen Weihnachten, weil wir vielleicht nur tausend Stück haben, erst mal nicht so offensiv vorgeht. Danach ist die Hoffnung schon, dass wir darauf kommen, dass das wirklich in sehr vielen Haushalten landet, vielleicht hunderttausendfach gedruckt wird und auch weltweit. Und dann, dass sie das als Orientierung haben und damit schuld sind.
Also, wir werden es euch auf jeden Fall hier in den Shownotes verlinken, damit ihr es dann anfragen und bestellen könnt.

Abschluss und Dank

Selam, vielen, vielen herzlichen Dank für deine Zeit und für die vielen konkreten Einblicke. Ich finde, wir haben heute gesehen: Es geht bei Superdaf nicht nur darum, Jugendlichen irgendwie ein paar Antworten auf schwierige Fragen mitzugeben, sondern auch darum, den eigenen Glauben besser zu verstehen, gerüstet zu sein und auch in Beziehung mit muslimischen Freunden respektvoll und weise zu sein, wenn wir über unseren Glauben sprechen. Bereit sein und weise sein. Ich glaube, das ist deutlich geworden.
Danke für deine Art. Es war sehr, sehr angenehm und schön, wie du uns mit hineingenommen hast und wie du das auch selber praktizierst. Wir haben über ein paar Fettnäpfchen gesprochen, über Herausforderungen. Dabei brauchen auch Jugendliche Unterstützung: Unterstützung von Eltern, von Lehrern, von Gemeinde, von Gemeindeverantwortlichen. Und ich glaube, ein Schlüssel ist da auch, zuzuhören, Fragen ernst zu nehmen, Ängste ernst zu nehmen und auch zu helfen, einfach sprachfähig zu werden. Das finde ich ein ganz tolles Anliegen, was ihr da habt. Und ja, ich danke einfach für das Gespräch.
Ja, Selam, du willst noch was sagen?
Ja, ganz kurz noch: Wenn ihr, die hier zuhört, selber Erfahrungen damit gemacht habt, mit Kindern oder Jugendlichen über den Islam, Christentum, über Apologetik zu reden, dann schreibt gerne an machbar@heukebach.org. Ich freue mich da auf jeden Fall, von euch zu hören und eure Erfahrungen hier auch mit der Machbar Community zu teilen.
Bevor wir zum Ende kommen: Selam, du wolltest noch was sagen, aber ich habe dann auch noch drei Abschlussfragen, die ich immer stelle.
Okay, okay, gut, dann bringen wir die mal. Ich habe eigentlich nichts zu sagen, ich dachte, du wärst schon fertig, dann könnten wir noch ein bisschen chatten, aber.
Also, welches Buch kannst du empfehlen? Eins hast du schon empfohlen, du sagst ja auch noch ein zweites.
Ja, genau. Vielleicht ein bisschen ungewöhnlich für dieses Thema.
Oh ja, das kommt.
The New Psychology of Leadership. Ein Buch mit vielen, ich sag mal, empirischen Beispielen und Studien, die dort mit reingebracht wurden, wie Menschen sind und wie sie funktionieren, wie sie Identitäten herausbilden, was ihnen wichtig ist, dieses Wir und Ihr.
Warum habe ich das herausgesucht? Weil zum Beispiel, wenn da jetzt Gruppen sind, eine Fußballgruppe, und die sagt: Das ist die gegnerische Gruppe, und wir gegen die, dann macht das etwas mit dir. Du wünschst dir auch manchmal, dass den anderen etwas Schlechtes passiert. Und wenn dann dein Leiter etwas tut, was den anderen schadet, dann kann es passieren, dass der Leiter dadurch besser dasteht oder dass er gestärkt wird in seiner Position als Leiter.
Die haben dann in diesem Buch, und das fand ich sehr interessant, auch diese Jesusgruppe gebracht. Keine Fußballgruppe, die Jesusgruppe. Bei Jesus ist es so anders, dass er als sein Programm hat, dass es anderen gut geht, dass es anderen besser geht, dass er andere segnet, lieber den Feinden usw. Und dann auf einmal wird die Leidenschaft gestärkt darin, wenn sie es schafft, nicht, dass andere schlecht dastehen, sondern dass andere gesegnet werden, dass ihnen geholfen wird.
Ja, sehr interessant. Es hat mir geholfen zu verstehen, wie wir einfach mit unserer Identität umgehen und wie schnell und wie viel das auch abhängt von der Leidenschaft, wie wir mit anderen umgehen. Wenn wir auch darüber nachdenken, wie wir mit anderen Gruppen umgehen, auch mit Muslimen, was sind unsere Gedanken, wie sind wir geprägt, was lassen wir zu an Situationen?
Zweite Frage: Was ist so deine eigene größte Herausforderung, gerade beim Thema Apologetik für Jugendliche?
Jetzt, bei dem Comic, war es auch so: Wir haben ja auf Freizeiten und Jugendgruppen getestet, was kommt denn überhaupt rüber, wenn wir das und das an Information weitergeben? Weniger ist mehr, das ist natürlich herausfordernd, aber auch diese Wahrheiten, die müssen mit Emotionen gefüllt werden. Also du kannst nicht eine Wahrheit ohne Emotionen rüberbringen. Das ist alles auch etwas, was den Charakter, den du magst, betreffen muss und wo er oder sie mitfühlen muss, damit das wirklich tief geht.
Also das sind so Elemente, wo ich neu gelernt habe: emotional payoff, also dieses ganze Wie kriegst du es hin, da eine Spannung und ein Wachstum bei den Charakteren hinzubekommen? Und gleichzeitig aber auch zu verstehen, alles, was du an Wahrheiten nebenbei mit reinbringst, dass sie das wirklich betreffen muss.
Das ist schon herausfordernd. Da muss man ständig korrigieren und daran pfeilen, was kommt bei den anderen drüber, und das soll auch nicht einfach zu pauschal sein. In Kapitel 7 gibt es eine geistliche Einordnung von Allah, Islam, vieles habe ich auch hier schon genannt, und dass sie das Richtige am Ende mitnehmen. Dafür kannst du beten, dass das gut gelingt.
Und das nicht nur jetzt bei dem Comic, sondern auch im persönlichen Gespräch überhaupt immer wieder dieses Feingefühl zu haben und auch die Empathie des Gegenübers zu verstehen. Nicht nur einfach eine Wahrheit hinzuklatschen, sondern sie so zu transportieren, dass sie auch verstanden werden kann.
Paulus hat das ja auch mal so gesagt: Wir haben so geredet, dass sie glauben konnten. Also diese Verantwortung auch bei dem Redenden, es so zu formulieren, dass es bei dem anderen auch verstanden wird. Natürlich liegt die Verantwortung auch bei dem anderen, das anzunehmen, darüber nachzudenken. Aber trotzdem ist es meine als Sendende, als Redende, als Fragende auch wichtig, darin zu sehen.
Ja, sehr gut. Welchen Tipp hast du für unsere Hörer, den sie gleich diese Woche auch umsetzen können?
Gleich etwas exotisch jetzt: Recherchiere, wo in deiner Nähe eine arabischsprachige, iranische, afghanische, christliche Gruppe ist. Du musst nur die Organisation fragen: OM, Forum Wien, Werner Holker Bach, irgendjemand wird Kontakte haben zu einer türkischen Gruppe oder was auch immer in deiner Nähe.
Und besonders wenn du einen Kollegen hast oder einen Schulkollegen, der Türke ist, der Kurde ist usw., dann such dir die Nationalität heraus, besuche mal die Gruppe und dann kannst du ihm sagen: Ich war in einer kurdischen Gemeinde. Ich war in einem türkischen Hauskreis. Ich war jetzt vor kurzem in einer Taufe, die von Türken durchgeführt wurde. Und das erzähle ich gerne meinen türkischen Freunden oder so.
Und das macht etwas aus, weil wir oft denken, wir wollen bestimmte Informationen weitergeben: Jesus, Koran, Bibel. Aber was manchmal viel wichtiger ist: Hey, ist es überhaupt möglich, als Türke Jesus-Nachfolger zu sein? Ist da eine Gemeinschaft, die mich auffängt? Ja, also dieses ganze Gemeinschaft und all die kulturellen und sprachlichen Hürden, die man in deutschsprachigen Gemeinden hat, die man überwinden kann mit solchen einheimischen Gruppen, die auch wiederum Hilfe brauchen.
Man kann auch fragen, was für Hilfe gebraucht wird. Vielleicht kann man der Kinderarbeit mithelfen. Aber diese eine Challenge, zu recherchieren, wo ist eine Gruppe, und die mal zu besuchen, sonntags. Die freuen sich so sehr, einmal einen Deutschen bei sich im Gottesdienst zu haben. Wow! Ein deutscher Gast oder ein russischer oder ich weiß nicht, wer eure Zuhörer alles sind.
Das mache ich regelmäßig gerne, und ich habe da sehr gute Erfahrungen mit, die zu unterstützen. Denn wenn die leuchten, dann leuchtet das sehr stark in den Familien und überall. Und da sind dann auch immer Muslime dabei, die sagen: Ja, ich bin noch auf dem Weg, und so weiter. Also da wird man sehr ermutigt in solchen Gruppen.
Also, jetzt war ich auf einer afghanischen Konferenz, habe ich dir erzählt. Und wenn da so Dutzende Afghanen zusammen Jesus Ehre geben, dann macht das etwas mit deinem Herzen und du denkst: Wow, weiß den Herrn, sowas hatten wir in den letzten tausend Jahren der Menschheitsgeschichte nicht. Großartig, ganz tolle Challenge. Nimm mich auch gerne mal persönlich an und an euch, die ihr das jetzt gehört habt: Nehmt das auch mal an, probiert es aus und schreibt eure Erfahrungen.
Also das finde ich ja wirklich spannend: Besucht eine christliche Community, mal mit einem ganz anderen kulturellen Hintergrund. Ihr könnt ja auch als, wie sagt man über die Deutschen, die deutsche Kartoffel, den Horizont erweitern.
Selam, vielen Dank, dass du heute hier bei machbar zu Gast warst. Und danke auch euch fürs Zuhören. Wenn euch diese Folge geholfen hat, dann teilt sie gerne. Teilt sie gerne mit Eltern von Jugendlichen, mit Lehrern, mit Jugendlichen selbst, mit Jugendleitern und so weiter, die für das Thema interessant sein könnten. Und ich sage einfach: Ja, vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
Mach's gut, und dir danke auch, Salam!
Vielen Dank dir auch, mein Lieber!

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

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