
Lukas 19,11-27: "Reich Gottes : die anvertrauten Gaben Gottes klug einsetzen - Teil 1"
Lukas 19,11-19,2708.01.2012
Serie•Teil 40 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Zwischenzeit und Reich Gottes
Zwischen Himmel und Erde. Jesus hängt dort, und wir hängen irgendwo zwischen den Zeiten fest. Und wenn wir dieses Thema verstehen wollen, was es heißt, gefangen zu sein zwischen einem: Da ist etwas passiert, das unser Leben umgekrempelt hat, und da kommt das Eigentliche noch, dann werden wir uns mit Lukas zusammen einem Thema nähern müssen, für die, die die letzten Male da waren, wo ich hier war.
Das Thema heißt Reich Gottes. Wir haben schon einiges dazu gesagt, weil dieser Begriff Reich Gottes die Herrschaft Jesu über die Herzen von Menschen beschreibt. In der Zeit damals, als Jesus auf der Erde war, als Gott Mensch wurde, da erwartete man das Kommen des Messias. Irgendwie passte Jesus zu diesen Erwartungen. Er hatte Wunder getan, er hatte mit Autorität gesprochen, er hatte eine Anhängerschaft.
Und leider muss man sagen, wurde in der damaligen Zeit das Thema Reich Gottes sehr politisch gedeutet. Man erwartete ein sichtbares Königreich, am besten politische Eigenständigkeit. Die Römer sollten raus aus dem Land. Und das war von der Erwartung her nicht grundsätzlich verkehrt, nur wollte Jesus das nicht sein.
Wenn Jesus gewollt hätte, dann wäre er schon lange jemand gewesen, der damals eine Revolte angezettelt hätte, sich so an die Spitze eines kleinen Guerillatrupps gesetzt hätte oder irgendwo als Demagoge die Massen verführt. Das hätte er alles machen können, aber das wollte er nicht.
Jesus sucht keine, und das gilt bis heute, keine Patrioten, keine Wahlkampfhelfer und auch keine Terroristen. Wenn er davon spricht, dass er ein Reich aufrichten will, dann ist das nichts, was man in einer Karte vom Nahen Osten einzeichnen könnte. Jesus möchte König werden, ja, Jesus will ein Reich aufrichten. Aber, und es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen: Es soll ein Reich sein über Herzen. Er möchte ein König der Herzen sein.
Und dieser große Block, den wir jetzt mehrere Predigten lang miteinander betrachtet haben, von Lukas 17,11 bis Lukas 19,27, dreht sich um dieses Reich Gottes. Es dreht sich um die Frage: Wie funktioniert es, dass Jesus in meinem Herzen ein Reich aufrichtet?
Dieses Thema ist so vielschichtig, dass Lukas einige Ansätze, einige Berichte, wir werden heute noch ein Gleichnis haben, ganz viel Stoff zusammenbringen muss, um zwei große Aspekte nebeneinander zu stellen.
Der Weg hinein und das Leben dazwischen
Zum einen geht es Lukas um die Frage: Wie kommt man überhaupt in das Reich Gottes hinein? Wie funktioniert das eigentlich, dass ein Mensch eine ganz persönliche, individuelle Beziehung zu Gott findet? Man wird ja nicht mit dieser Beziehung geboren. Das ist nichts, was die Eltern einem mitgeben können. Das ist auch nichts, wo man sich irgendwann einmal in ein Vereinsregister einträgt. Auch durch die Überweisung einer bestimmten Summe kommt man nicht irgendwohin, und auch nicht einfach deshalb, weil man ein netter Kerl ist.
Das Reich Gottes, die Herrschaft Gottes über unser Leben, und Lukas hat das ausführlich beschrieben, hat damit zu tun, dass wir Jesus sehen, Jesus erkennen als den, der er ist. Dass wir uns aufmachen, uns selbst zu erkennen, unsere eigene Sünde zu erkennen, wirklich ehrlich Buße zu tun, umzukehren, zu ihm zu gehen, zu Gott zu gehen, Vergebung bei ihm zu erfahren und Jesus nachzufolgen. Ich kann das jetzt nicht alles wiederholen. Hört euch das an, wenn ihr nicht da wart. Die Gemeinde hier ist fantastisch technisch ausgestattet, es gibt das alles auf CD.
Das ist die eine Seite: Wie komme ich hinein in das Reich Gottes? Wie finde ich Vergebung? Wie komme ich mit Gott ins Reine? Zusammengefasst könnte man sagen: Ich brauche einen ganz kindlichen, ehrlichen Glauben an die Liebe Gottes. Das ist das, was Gott sich wünscht. Ehrlicher, kindlicher Glaube an seine Liebe. Und das ist die eine Seite, wenn man über das Thema Reich Gottes redet, die man zutiefst verstehen muss: wie man hineinkommt.
Die andere Seite ist die, dass man verstehen muss, dass das Reich Gottes eine unsichtbare Komponente hat. Dort, wo Gott über mein Herz regiert, wo er mein ganz persönlicher König wird, hat das Reich Gottes aber auch eine sichtbare Seite. Und da waren die Leute zur Zeit Jesu mit ihrem Denken gar nicht so falsch unterwegs. Wenn Jesus heute über Herzen regiert, dann heißt das ja nicht, dass das immer so bleiben muss. Und Jesus selbst sagt, dass er erst bestimmte Dinge tun muss, nämlich erst leiden muss, erst verworfen werden muss und dann wiederkommt. Also: Erst kommt das Kreuz, erst kommt das Grab, Auferstehung, Himmelfahrt, und dann kommt die Wiederkunft Christi.
Ich weiß, es ist ein Thema, über das man vielleicht selten eine Predigt hört, aber Jesus kommt tatsächlich wieder. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir nie vergessen dürfen. Denn wenn Jesus nicht wiederkommt, verstehen wir das Lied nicht, das wir eben gesungen haben.
Ich mag dieses Wort Zwischenzeit. Ich glaube, dass wir als Christen in der westlichen Welt, vor allem wahrscheinlich in Deutschland, mit diesem irren, schon fast überirren Materialismus und Sicherheitsbedürfnis überhaupt nicht begreifen, was Zwischenzeit heißt. Weil wir so sehr von dem Leben, in dem wir ganz normal drinstehen, dahingedrängt werden zu glauben, dass das hier das eigentliche Leben ist. Aber das ist es nicht. Dieses Leben hier ist eine Zwischenzeit.
Da ist etwas passiert am Kreuz, und wer gläubig ist, hat dazu Ja gesagt, hat das umarmt. Und jetzt warten wir darauf, entschuldigt, wenn ich das so platt sage: Wir warten ein bisschen darauf, dass die Zeit vorbeigeht, weil wir gehören schon gar nicht mehr so richtig hierher. Wir nehmen das noch in Kauf, hier zu sein. Wir können auch gar nicht anders. Aber unser eigentliches Zuhause ist jetzt schon im Himmel. Wir besitzen als gläubige Christen heute schon eine doppelte Staatsbürgerschaft, und unsere eigentliche Staatsbürgerschaft ist im Himmel.
Ja, ich bin auch noch deutsch, ist halt so. Ich wohne hier jetzt und habe noch ein paar Jahre hier zu sein, nehme ich mal an. Aber das Eigentliche, worum es geht, das ist schon erledigt. Und ich muss diesen Blick haben, dass das hier Zwischenzeit ist.
Wir sind mitten im Umzugsprozess, und wer das macht, weiß: Man muss tausend Sachen anschaffen. Ich habe jetzt gerade wieder eine Bauhausliste von meiner Frau heute Morgen auf meinem Schreibtisch gefunden. Das, das, das, das. Und du stehst jedes Mal davor und sagst: Ja, was kaufst du denn jetzt? Wie teuer soll das denn sein? Wie qualitativ wertvoll?
Und ich merke, wie so ein Umzug und Neuanschaffungen mich immer wieder vor die Frage stellen: Richte ich mich jetzt hier gut ein und lebe damit so, als sei das hier das eigentliche Leben? Oder lebe ich so, richte ich mich so ein, verhalte ich mich so, dass ich vor mir selber und auch vor anderen, aber es geht mir immer um mein eigenes Herz, dass ich vor mir selber sagen kann: Zwischenzeit, das ist nicht das Eigentliche.
Es ist nicht nötig, dass der Tisch, den ich kaufe, in tausend Jahren noch funktioniert. Wäre schön, wenn er nicht morgen zusammenbricht, sicherlich braucht man da so ein bisschen, ja, aber ich muss nicht auf die Ewigkeit mit meiner Wohnung planen. Zwischenzeit.
Und ich glaube, dieser Blick, dass es nur Zwischenzeit ist, dass wir eigentlich schon auf dem Weg raus sind, für alle Fußballer unter euch: Qualifikation, ja. Also es ist halt einfach: Es ist noch nicht Europameisterschaft, noch nicht Weltmeisterschaft, es ist nur die Vorrunde. Es ist nicht so wild, ja. Man muss auch in der Vorrunde nicht auf Platz eins stehen, man muss weiterkommen, richtig. Aber ja, man muss nicht alles geben. Am Ende kommt es darauf an, da kommt dann das eigentliche Spiel. Und so: Zwischenzeit.
Warten auf die Vollendung
Und die Frage, die Lukas uns in diesem großen Block mitgibt, ist: Wie sollen wir eigentlich in dieser Zeit leben? Wie lebe ich in einer Zeit, in der auf der einen Seite Jesus schon da war, alles getan hat, für mich schon alles geworden ist, und ich heute schon wissen darf, dass ich nicht ins Gericht komme? Dass dieses Damoklesschwert, wie es weitergehen wird, ein für alle Mal besiegt ist, dass der Tod mir keine Angst mehr machen muss, das ist ja schon Realität. Und doch gibt es da etwas, worauf ich noch hoffe, wie die junge Frau, die du vorhin meintest. Die sagt: Der Hochzeitstermin ist gesetzt. Ich bin an der Stelle schon, vielleicht ist das Kleid schon ausgesucht, vielleicht ist man schon dabei, den Kuchen und so weiter alles vorzubereiten. Das ist ja alles schon da. Und trotzdem: Es ist noch nicht Hochzeit.
Und so erwarten wir, die Gemeinde Christi wird in der Bibel ja auch als Braut bezeichnet, so erwarten wir als Braut Christi die Hochzeit. Wir erwarten, dass Jesus wiederkommt und dass dieses Warten, diese Zwischenzeit zwischen Angenommensein und ihn endlich sehen, ein Ende hat. Deswegen finde ich den Text hier bei Lukas so schön, weil diese Frage, wie soll ich mich verhalten in dieser Zwischenzeit, für uns alle eine ganz wichtige ist.
Die Antwort haben wir schon gesehen, die will ich nur kurz wiederholen. Wir schlagen mal gemeinsam auf Lukas 18,8. Also: Wie soll ich diese Zeit, die ich habe, verbringen? Ich bin Braut, ich warte darauf, dass der Bräutigam wiederkommt. Was soll ich in der Zwischenzeit tun? Wovon soll mein Leben geprägt sein? Und wir haben diesen Vers gemeinsam betrachtet beim letzten Mal. Ich sage euch, dass er, Vers b, einfach nur 18,8b: Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde? Den Vers hatten wir schon gemeinsam betrachtet. Wir sagen: Jesus kommt wieder, und Jesus möchte in unserem Leben Glauben finden. Das war ein ganz wichtiger Punkt. Gibt es in unserem Leben Glauben? Wir müssen anscheinend auf diesem Weg durch diese Zwischenzeit Glauben bewahren.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Christen wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jemand, der einmal in seinem Leben ein Bekenntnis für Christus abgelegt hat, auch das Ziel erreicht, also am Ende seines Lebens noch gläubig ist. Ich habe definitiv kein Interesse, jetzt eine Debatte darüber zu eröffnen, ob ein Christ wieder verloren gehen kann. Mir geht es um etwas ganz anderes. Mir geht es darum, dass wir, die wir das Lukasevangelium gemeinsam studiert haben, schon wissen aus dem Sämannsgleichnis in Lukas 8, dass es Glauben gibt, also Glauben gibt in Anführungszeichen, der eigentlich nur für die guten Tage taugt und der in der Zeit der Versuchung, wenn er auf die Probe gestellt wird, nicht hält.
Es ist eine Tatsache, die die Bibel immer wieder unterstreicht, dass Christen verführt werden können von teuflischen Lügen und so gelähmt sind in ihrem Leben, dass von ihrer eigentlichen Berufung nichts mehr übrig bleibt, dass du dir ehrlich die Frage stellst: Sind die jetzt gläubig oder nicht? Wir wissen auch, dass die Bibel von Leuten spricht, die zwar sagen, dass sie glauben, aber es ist eigentlich nur ein Lippenbekenntnis. Es ist so wie die hohlen Phrasen eines Groupies, der seinem Idol nachjohlt, nicht wirklich echt.
Es gibt einen Vers, der mich persönlich vor kurzem sehr angesprochen hat, aus dem zweiten Timotheusbrief. Es ist so eine Art Schlussstatement für den Apostel Paulus, und er sagt in 2. Timotheus 4,7: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. Ich habe das ein paarmal gelesen und dann dachte ich mir: Wow, ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.
Ich nehme einfach mal einen Apostel, von Gott persönlich handverlesen für den Dienst, der mehr erreicht hat als sonst irgendjemand, den ich so kenne, der Kraft hat, Power, Durchhaltevermögen, und am Ende seines Lebens sagt er: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. Christsein ist nicht ein Spaziergang durch die Landesgartenschau. Christsein hat zu tun mit Kampf, hat zu tun mit Rennen, hat zu tun mit Bewahren. Christsein hat zu tun mit Training, mit Anstrengung, damit, sich einen Plan zu machen. Hat vielleicht mit Schmerz zu tun, mit Ausdauer und mit Nichtloslassen. Das ist Christsein.
Und die Frage ist: Wenn am Ende die Frage ist, wie soll ich mich verhalten in dieser Zwischenzeit, und ich schaue mir an, was Jesus am Ende sehen möchte, wenn diese Zwischenzeit rum ist, dann glaube ich, er will genau das sehen, was Paulus hier beschreibt: dass wir dastehen mit echtem, ehrlichem, tiefem, gutem Glauben. Dass wir einfach gläubig ankommen.
Zwei Wege, den Glauben zu bewahren
Mir scheint, dazu gehören zwei Dinge von besonderer Wichtigkeit. Das eine steht in Lukas 18,1-8, das hatten wir letztes Mal. Das eine ist Gebet.
Man kann, wenn man Glauben sucht, Glauben sehr gut sehen an der Art und Weise, wie ein Mensch betet. Vor allem daran, wie ein Mensch in Zeiten der Not betet. Es heißt in Lukas 18,1: Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten.
Ich darf das immer wieder von hier vorne bekennen: Wenn es einen Bereich in meinem Leben gibt, der angefochten ist, dann halte ich am Gebet fest. Und wenn ich eine Sache in der Bibel sehe, die Jesus wichtig war, dann ist es diese ganz persönliche Zeit mit Gott, dieses ganz einfache Beten.
Ich habe einige Bibelverse dazu auswendig gelernt, weil ich es nicht vergessen wollte. Einer ist zum Beispiel in Markus 1,35. Da wird eine Situation geschildert: Am Abend vorher heilt er Kranke bis irgendwo spät in die Nacht. Und ich denke immer an der Stelle: Super, jetzt kannst du mal lange ausschlafen, und dann machst du mal einen Tag Pause, und dann geht es weiter. Und dann heißt es: Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort.
Und ich dachte: Boah, ja. Also die anderen schlafen alle noch, die denken: Boah, war das anstrengend. Und Jesus hatte die eigentliche Arbeit. Aber es gibt eine Sache, die ihm wichtiger ist als Schlaf: mit Gott reden.
Wir haben das im Lukasevangelium gemeinsam betrachtet, als er die Apostel einsetzt, und auch an anderen Stellen könnt ihr das finden. Da zieht er sich immer bei diesen schwierigen Aufgaben vorher zum Gebet zurück. In 1. Thessalonicher 5,17 sagt der Apostel Paulus, dass wir allezeit beten sollen.
Das ist bestimmt auch so eine innere Einstellung und Haltung, die da mitschwingt. Heute nennt man das flat rate. Dieses permanent irgendwie connected sein. Da kommt mal ein bisschen mehr Datentransfer und mal ein bisschen weniger, aber grundsätzlich ist da immer was. Da wird immer mal wieder so nach oben geschaut, ob es ein neues Update gibt von oben, und das versucht man sich dann wieder runterzuladen. Das ist dann so ein Automatismus. Das heißt: allezeit beten, irgendwie connected bleiben.
Und eine Stelle, die mich persönlich auch mal anspricht, ist am Ende der Waffenrüstung. Ich weiß nicht, ob ihr die Waffenrüstung mal studiert habt in Epheser 6. Da wird ja ein römischer Soldat beschrieben, und dann werden die Waffen und der Schutzpanzer des römischen Soldaten übertragen. Und dann hören immer alle Leute auf, wo es eigentlich spannend wird. Denn in Vers 18 geht die Waffenrüstung weiter, obwohl das Bild nicht fortgesetzt wird. Und da steht dann plötzlich, dass wir füreinander beten sollen. Dass das ganz wichtig ist. Dass wir füreinander Schutzschilde sind. Dass wir uns da, wo wir füreinander eintreten, gegenseitig in dieser Welt durchtragen.
Die Zeit, bis Jesus wiederkommt, soll geprägt sein davon, dass wir durch anhaltendes Gebet unseren Glauben bewahren. Darf ich es auf einen einfachen Nenner bringen? Und ihr müsst jetzt nicht nachher beim Kaffeetrinken alle zu mir kommen und sagen, dass das ein bisschen zu simpel ist. Das weiß ich selber, aber ich finde es griffig: Wer nicht betet, glaubt nicht. Nochmal: Wer nicht betet, glaubt nicht. Oder wer nicht mit Gott spricht, kennt ihn nicht. Denn wenn wir ihn kennen würden als den, der er ist, dann würden wir auch beten.
Das war die Lektion vom letzten Mal. Ich werde jetzt nicht über Gebet reden, das ist überhaupt nicht unser Thema. Die Frage lautet: Wie sollen sich Leute verhalten in der Zeit, wo Jesus noch nicht da ist? Der erste Punkt war einfach Gebet. Mach bitte nicht kompliziert dein geistliches Leben, okay? Bete.
Ich glaube, ich darf meine Frau an der Stelle mal ins Feld führen als Beispiel. Nicht weil sie nicht hier ist und das auch nie nachhören wird, sondern weil ich in ihr diesen Kampf sehe und weil ich weiß, wie angefochten Leben sein kann. Wir ziehen gerade um. Das heißt für eine Frau: Sie muss durch die ganzen Schränke durchgehen, schauen, was brauchen wir noch, was brauchen wir nicht. Und da gibt es dann Geschirr einzupacken und auszusortieren, und Kleidung einzupacken und auszusortieren. Wir haben jetzt viel Krimskram, so kleine Figürchen, die man nicht mehr braucht. Diese ganzen Staubfänger werden endlich mal weg.
Das heißt, meine Frau geht in den Keller und hat dann einfach zwei, drei, fünf Stunden im Keller einfach nur am Wurschteln und kommt staubbedeckt, total zufrieden, hoch und sagt: Ich habe fast den ganzen Keller aufgeräumt. Ich stehe staunend vor meiner Frau und sage: Boah, was sie leistet, wirklich. Ich bin einfach nicht der Typ so für. Ich würde wahrscheinlich lieber alles wegschmeißen, als es durchschauen. Aber ich merke, es ist die Zeit. Und ich habe es heute Morgen meiner Frau so gesagt: Weißt du, was ich mir wünsche? Dass diese Zeit, wo jetzt viel Arbeit auf uns zukommt, viel koordiniert werden muss, weil wir nebenher noch unseren Job haben und sie noch ihr Studium hat, dass du dir genug Zeit nimmst fürs Gebet.
Ich habe mehr Angst davor, dass wir in dieser Zeit zu wenig beten, als dass wir zu wenig Zeit in die Planung für den Umzug einstecken. Ich glaube an Gebet, und ich glaube, dass der Punkt, wie wir beten, wenn wir das ganz nüchtern einfach nur tun, ganz viel darüber zum Ausdruck bringt, wie unser Glaubensleben aussieht. Und ich möchte euch das so gerne ans Herz legen, gerade wenn es schwierig wird, wenn Probleme kommen, mehr zu beten und das vorher zu trainieren.
Gut, jetzt fange ich doch an, über Gebet zu reden. Das will ich nicht. Ich will heute über Lukas 19,11-27 reden. Ich hatte gesagt, zwei Punkte sind wichtig für die Zwischenzeit. Das eine ist Gebet, das andere ist etwas ganz anderes, und ich lese mit euch eine Allegorie. Lukas 19,11-27.
Eine Allegorie ist ein Gleichnis mit verschiedenen Vergleichspunkten. Man hat ja normalerweise so ein Gleichnis, da gibt es einen Vergleichspunkt, und bei einer Allegorie gibt es halt mehr. Ich lese euch das mal vor, und es ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen:
Während sie aber dies hörten, fügte er noch ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, dass das Reich Gottes sogleich erscheinen sollte. Ihr merkt schon, die Leute denken: Boah, es muss jetzt langsam losgehen. Wir stehen kurz vor Jerusalem, Jesus wird jetzt König, so im richtigen Sinne. Und er sprach nun: Ein hochgeborener Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen und wiederzukommen. Er berief aber zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme! Seine Bürger aber ...
Ist das Viertel nach zehn? Elf? Oh, das nicht wahr. Okay. Hä? Okay. Wie ist das denn passiert? Okay, gut.
Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm. Hm.
„Ja, ihr kriegt ein Ja, das ist ja nicht der Punkt. Wisst ihr, was Popcorngebet ist? Nein, okay, ich erkläre es euch. Lasst uns zusammen beten für das nächste Jahr. Wenn Beten wirklich so wichtig ist, können wir es ja einfach machen. Ein Popcorngebet geht etwa folgendermaßen: Du betest, sagst genau einen Satz, einen Gedanken laut und setzt dich wieder hin. Alexander, mach mal vor. Amen! Das ist ein Popcorngebet.
Und ihr merkt schon, wer schon jemals von euch Popcorn gemacht hat: Tüte in Mikrowelle einschalten, und dann, irgendwann hört es dann auf. Das ist Popcorn. Und das Gleiche gibt es eben auch als Gebet. Und das Schöne bei Popcorngebet ist: Du brauchst nicht fünf gute Gedanken und wohlgefällige Sprache. Du stehst auf und sagst: Herr, danke. Amen. Und setzt dich wieder hin.
Ich weiß nicht, ob wir das hier hinkriegen, aber es wäre vielleicht irgendwie. Vielleicht merkt ihr euch auf diese Weise den Punkt. Der wesentliche Punkt, den ihr festhalten müsst, wenn es mal schwierig im Leben wird, ist: beten.
Okay, wir starten einfach mal. Wer kann ich mal Handzeichen haben? Wer würde sich trauen, ein Gebet zu sprechen? Eins, zwei, das wäre schön. Ja, dann machen wir mal Folgendes. Ich gebe ein Thema vor, das Thema lautet: Segen für 2012. Okay? Segen für 2012, was auch immer euch einfällt. Ihr könnt Leute segnen, könnt über Leute, also was euch einfällt. Und wir machen das. Eine Bitte hätte ich: laut. Das Problem ist, ich sitze manchmal da drüben, und wenn da gebetet wird, höre ich nichts. Das ist schwierig. Laut. Man kann aus dem Brustraum heraus beten, von da, das ist lauter.
Gut, dann machen wir das so, und dann kriegt ihr den Rest der Predigt nächstes Mal. Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist, vergebt mir das, aber das bringt jetzt nichts, etwas, was 25 Minuten braucht, in 10 Minuten zusammenzustauchen. Darf ich uns beten, dass wir 2012 wegnend im Popcorngebet starten? Ich mach dann Schluss.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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