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Falsche Propheten – Teil 1

Jesu Leben und Lehre | Episode 240
Matthäus 7,1510.03.2023
SerieTeil 1 / 5Falsche Propheten
Nicht alles, was geistlich klingt, ist wahr. Wer im Netz nur Gefühle statt Fakten prüft, landet schnell bei Lüge und Verführung – und verliert den Kurs.

Der geistliche Kampf und die Notwendigkeit der Entscheidung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode zweihundertvierzig: „Falsche Propheten, Teil eins“
Wir müssen uns entscheiden, das war das Thema der letzten Episode. Die enge Pforte oder der breite Weg, Leben oder Tod, Segen oder Fluch. Und ob uns das nun lieb ist oder nicht, diese Entscheidung findet nicht auf neutralem Grund statt.
Die Bibel beschreibt die Welt als den Schauplatz eines unsichtbaren kosmischen Konflikts. Da gibt es das personifizierte Böse, den Teufel mit seinen Dämonen auf der einen Seite. Und es gibt Gott mit seinen Engeln auf der anderen Seite. Und wir mittendrin.
Paulus wird später schreiben: Epheser 6,11-12. Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben. Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen.
Als Nachfolger Jesu stehen wir in einem Konflikt. Wenn wir uns für Jesus entscheiden, wenn wir durch die enge Pforte gehen und den Weg der Nachfolge betreten, dann dürfen wir als Jünger Jesu nicht naiv sein. Wir müssen uns der Realität stellen. Und die Realität hat damit zu tun, dass es Menschen gibt, die uns, noch während wir auf dem Weg Richtung Ewigkeit sind, geistlich zu Fall bringen wollen.
Irrlehre, 2. Timotheus 2,18, die selbst von der Wahrheit abgeirrt sind und den Glauben mancher zerstören.
Petrus warnt die Gemeinde mit den Worten: 2. Petrus 2,1. Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Die ziehen sich selbst schnelles Verderben zu.
Was die falschen Propheten für das Volk Israel waren, das sind die falschen Lehrer für die Gemeinde Gottes.

Gefahren durch Desinformation und geistliche Verführung

Und lasst mich das ganz deutlich sagen: Das Internet ist in puncto Irrlehre für viele Christen eine ganz, ganz große Gefahr.
Wir leben in einem Zeitalter der Desinformation. Und wenn es um geistliche Inhalte geht, dann dürfen wir getrost davon ausgehen, dass viele Beiträge in den sozialen Medien entweder bewusste Lüge sind oder dass wichtige Fakten verschwiegen werden. Mir fällt das übrigens besonders dort auf, wo Atheisten gegen das Christentum wettern oder wo sich christliche Sondergruppen und Verschwörungstheoretiker präsentieren.
Wir leben leider nicht nur in einem Zeitalter der Desinformation, sondern auch, und das ist vielleicht noch schlimmer, in einer Zeit, die es darauf anlegt, Menschen bewusst zu verdummen. Ich kann das nicht anders sagen. Vor allem junge Menschen werden nicht mehr an ein kritisches Denken, nicht mehr an das Abwägen von Fakten, ja häufig noch nicht einmal an das Nachschlagen von Fakten herangeführt. Es geht nur noch um ein schnelles Verstehen, was aber gar kein Verstehen im eigentlichen Sinn ist, weil es mehr emotional als intellektuell getriggert wird.
Jedes Jahr werde ich ein bisschen glücklicher darüber, in der Moderne groß geworden zu sein. Für mich ist es noch normal, Fakten zu lieben, sie in Ruhe zu betrachten, sie emotional distanziert zu bewerten und mich dann denkend der Wahrheit anzunähern. Einfach herrlich.
Und mein großer Tipp an alle jungen Hörer: Lernt die Skills der alten Säcke! Wir mögen euch ja in puncto Technik nicht das Wasser reichen können, aber ihr braucht unsere Fertigkeiten, wenn es darum geht, verlässliche Fakten zu recherchieren und zu bewerten. Die Postmoderne mit ihrer Überbetonung des Gefühligen und ihrer Verachtung von absoluten Normen ist nicht euer Freund.
Und lernt Bibelverse auswendig, um euch jeden Tag durch ein reflektiertes Wiederholen der schon gelernten Verse ein Evangelium vom langsamen Nachsinnen zu predigen. Wer nicht nachsinnt, der wird auch keine neuen guten Gewohnheiten ausprobieren. Und der wird sich deshalb, egal wie viele Videos und Shorts er gesehen oder Predigten er gehört hat, auch nicht verändern.
Soweit meine Sicht der Dinge.

Der Auftrag zur Wachsamkeit gegenüber Lehrern

Zurück zum Problem. Jesus warnt uns vor falschen Propheten. Matthäus 7,15: Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
Und bitte habt Petrus noch im Ohr: Hier geht es ganz allgemein um Menschen, die etwas predigen, was nicht der Wahrheit des Evangeliums entspricht. Propheten, Prediger, Bibellehrer, Buchautoren, YouTuber, Blogger und so weiter.
Das Gebot lautet: „Hütet euch!“ Und zwar im Sinn einer Gewohnheit. Wir sollen also Predigern und ihren Predigten mit einem grundsätzlichen Misstrauen begegnen. Ihr dürft mir und meinen Predigten mit Skepsis begegnen. Ihr dürft das nicht nur, sondern ich fordere euch dazu auf.
Es ist kein Zeichen von Wertschätzung, wenn ihr einfach glaubt, was ich predige. Es ist deshalb kein Zeichen von Wertschätzung, weil ich das nicht will. Ich schätze, wie Paulus, die kritischen Hörer, weil sie allein es wert sind, dass man ihnen eine Predigt hält.
Wie heißt es über die Juden von Beröa, Apostelgeschichte 17,11: Diese aber waren edler als die in Thessalonich, sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielt.
Klasse! Solche Zuhörer suche ich. Ich mag kein Entertainer sein, den man sich nur zum Frühstück als geistlichen Snack gibt. Ich mag Denken anregen, echten Glauben fördern. Und deshalb: Wenn ihr mich und meinen Dienst toll findet, dann tut mir den Gefallen, dass ihr alles, was ich predige, selbst am Wort Gottes prüft.
Schlagt eure Bibeln auf, denkt nach. Sucht nach argumentativen Fehlern, lest den Kontext der Stellen, die ich zitiere, werdet kompetente Kritiker. Das wird man nicht über Nacht. Aber so eine Serie wie diese hier, Jesu Leben und Lehre, die Serie geht locker über fünf Jahre. Stell dir vor, welchen Tiefgang du alleine dadurch bekommen würdest, wenn du zu jeder Episode das Skript in Ruhe noch einmal durcharbeitest und nach Fehlern und nach Versen zum Auswendiglernen suchst.
Und ganz ehrlich: Wenn du das tun würdest, dann hättest du zusammen mit der Sonntagspredigt genug Input für die Woche. Mehr wirst du kaum durchdenken und verarbeiten können. Bleib nüchtern. Weniger ist wirklich mehr, wenn es darum geht, dass man Überzeugungen gewinnt.

Prüfen statt abschotten

Der Herr Jesus sagt: Hütet euch. Wie macht man das denn? Jedenfalls nicht dadurch, dass man nur Bücher aus einer bestimmten theologischen Richtung liest oder immer die gleichen konservativen Prediger hört. Abschottung ist kein gutes Konzept, um Vorsicht zu lernen.
Und ich sage das so deutlich, weil ich erlebe, wie gerade ältere, vermeintlich bibeltreue Christen viel zu schnell Irrlehrern auf den Leim gehen, die schräge theologische Konzepte vertreten. Ich frage mich dann, warum diese Irrlehrer es so leicht haben. Abschottung ist kein gutes Konzept, um Vorsicht zu lernen.
Und deshalb lasst uns den Herrn Jesus ernst nehmen. Er sagt: Hütet euch! Wir sollen Vorsicht walten lassen. Wir sollen nicht einfach hören, sondern das Gehörte überprüfen. Wir sollen prüfen, ob das Gepredigte auch so im Wort Gottes steht.
Nicht jeder von uns ist zu einem Wächteramt bestimmt, und wahrscheinlich sind es nicht einmal alle, die das von sich denken. Aber im Kleinen sollen wir Predigten prüfen. Wir müssen prüfen, was wir hören. Denn wir sollen ja nicht nur Hörer, sondern Täter des Wortes sein.
Und wehe uns, wenn wir anfangen, Lügen zu glauben. Aus Lügen werden schräge und schlechte Lebensentwürfe, egal wie vermeintlich biblisch und geistlich sich diese Lügen auch anhören.
Und deshalb: Matthäus 7,15. Hütet euch vor den falschen Propheten.

Abschluss und persönliche Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich heute ernstlich fragen, ob du dir des Konflikts, in dem du stehst, und der Gefahren durch falsche Lehre wirklich bewusst bist.
Das war’s für heute? Wenn dir Frogwords gefällt, erzähle einer Person davon. Bete aber auch, dass diese Person gesegnet wird.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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