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Neandertaler

Why not?! Glaubensfragen, Teil 14/17
25.01.2026
SERIE - Teil 14 / 17Why not?! Glaubensfragen

Einführung in die Neandertaler-Debatte

Why not Glaubensfragen, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams. Kniffelige Fragen werden hier einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.

Lisa, ich bin so weit. Wollen wir nach Hause gehen?

Ja, ich freue mich echt auf das Turnier am Sonntag.

Kein Wunder, du hast beim letzten Spiel auch eine mega klasse Vorstellung abgegeben, sogar als Ersatztorfrau.

Ja, war gut, oder? Aber sag mal, Clara, wegen unserer Diskussion vorhin: Wen muss ich mir die Neandertaler jetzt vorstellen? Mit Keule und Uga Uga oder doch als echte Männchen mit Flöte und so weiter? Ich kenne mich da ja nicht aus.

Die Entdeckung und erste Fehlinterpretationen

Das Problem begann bereits mit dem ersten Fund. Vor über einhundertfünfzig Jahren entdeckten Arbeiter in einem Steinbruch die Knochen eines erwachsenen Mannes. Das geschah bei Düsseldorf, im Neandertal.

Da Neandertaler als kräftig galten und dieser Mann starke Knochen hatte, dachten die ahnungslosen Arbeiter zunächst, es müsse sich um einen Bärenknochen handeln. Der Knochen musste ja sehr stark gewesen sein. Trotzdem litt der Mann an einer Krankheit namens Arthritis, die die Knochen krumm werden lässt.

Man könnte meinen, dass man Arthritis bekommt, wenn man zu viel Fleisch isst, oder? Die Neandertaler aßen, wie alle Jäger und Sammler, zwar viel Fleisch, aber auch Fische und Pflanzen. Wenn seine Knochen so dick und krumm waren, kann man sich wirklich einen gebeugten Vormenschen mit Bärenkräften vorstellen.

Ein Wissenschaftler erkannte jedoch sofort, dass die Veränderungen der Knochen durch die Arthritis verursacht wurden. Glaubten die anderen ihm nicht? Nein, er wurde überhört und niederdiskutiert. Das finde ich immer sehr schlimm, wenn Menschen meinen, Recht zu haben, nur weil sie laut genug schreien und die anderen schlechtmachen.

So ungefähr lief das leider ab.

Fortschritte im Verständnis der Neandertaler

Darum sind die alten Vorstellungen falsch, und die alten Abbildungen wirken oft affenähnlich und grob. Doch nach und nach haben zahlreiche Funde aus verschiedenen Ländern dazu beigetragen, das Bild von den Neandertalern zu verbessern.

Inzwischen hat man auch sehr scharfe und kunstvoll geformte Steinwerkzeuge von ihnen entdeckt. Zudem stammt wahrscheinlich eine Bärenknochenflöte von den Neandertalern. Das zeigt, dass sie ziemlich clever gewesen sein müssen.

Konnte man davon ausgehen, dass sie auch sprechen konnten? Wer Flöte spielen kann, müsste ja auch sprechen können. Tatsächlich hat man bei Neandertalern den kleinen Knochen gefunden, den wir im Mund unten haben und zum Sprechen brauchen. Dieses sogenannte Zungenbein ist ein wichtiger Beleg dafür.

Hinweise auf soziale Fürsorge und Kultur

Vorhin auf dem Weg zum Training hast du ihre Begräbnisse erwähnt und dass sie ihre Alten gepflegt haben. Aber wie will man denn so etwas herausfinden?

Nun, im heutigen Irak hat man in einer Höhle Blütenpollen rund um einen begrabenen Neandertaler gefunden. Aber woher weiß man, dass er überhaupt begraben wurde? Das erkennt man an der Hockerstellung, das heißt, die Knie sind angewinkelt und hochgezogen. Das ist eigentlich eine ganz unnatürliche Haltung.

In Frankreich, in einer Höhle, die irgendetwas mit La Chapelle heißt, hat man einen Schädel gefunden von einem Menschen, der so alt war, dass er nur noch einen einzigen Zahn im Mund hatte. Dort wurde jemand mitversorgt, der das bestimmt nicht mehr selbst konnte. Das finde ich ja jetzt direkt rührend.

Also waren die Neandertaler echte, richtige Menschen. Ja, davon bin ich fest überzeugt.

Überleben und Weiterentwicklung der Neandertaler

Dann wundert es mich nicht, dass sie sogar die Eiszeit überlebt haben, denn Menschen können fast überall überleben. Ihre Steinwerkzeuge waren wirklich klasse. Sie haben die Technik ständig verbessert. Wenn jemand in der Gruppe etwas Neues entdeckt hat, hat er es bestimmt allen anderen gezeigt.

Aber warum sind die Neandertaler dann ausgestorben, wenn sie so intelligent waren? Es waren ja nicht viele. Eigentlich sind sie ja auch nicht ganz ausgestorben. Neue genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten heutigen Menschen Neandertaler unter ihren Vorfahren haben.

Wir Europäer auch?
Ja.

Das heißt, Neandertaler und die anderen haben manchmal Kinder miteinander bekommen, wenn sie sich getroffen haben?
Ja, wirklich. Kein Scherz. Sie hatten bestimmt verschiedene Muttersprachen, aber man kann sich ja trotzdem verständigen. Heute ist das nicht anders.

Man vermutet auch, dass die meisten Neandertaler helle Haut und rote Haare hatten.
Echt jetzt?
Ja, wirklich. Ich will dich nicht ärgern.

Wenn man es genau nimmt, ist „Neandertaler“ ja gar kein Schimpfwort, denn sie waren stark, schlau und fürsorglich. Da bin ich doch gleich noch mal ein bisschen stolzer auf meine schönen roten Haare.

Die Verbindung von Neandertalern und biblischem Glauben

Also Lisa, du bist echt lässig. Sag mal, wie verträgt sich eigentlich die Geschichte der Neandertaler mit deinem Glauben an die Bibel?

Nach dem Turmbau von Babel verteilen sich die Menschen in Gruppen in alle möglichen Richtungen. Das steht in einem relativ unbeachteten Kapitel der Bibel, 1. Mose 10. Luther hat diesem Kapitel beim Übersetzen die Überschrift „Die Völkertafel“ gegeben. Dort steht natürlich nicht Neandertaler, aber meiner Meinung nach waren sie eine dieser Gruppen oder haben sich vielleicht später von einer dieser Gruppen abgetrennt.

Damals war es auf der Erde noch eine Zeit lang sehr unruhig, was das Klima und die Geologie betrifft. Deshalb sind die Neandertaler auf der Suche nach guten und stabilen Lebensbedingungen immer weitergezogen. Die einen sind bis Gibraltar gekommen, und die anderen sind Richtung Norden und Osten gezogen. Das war bestimmt nicht einfach, aber sie haben es geschafft.

Ehrlich, Clara, das Ganze klingt total verrückt, aber irgendwie ist es auch ziemlich einleuchtend.

Verrückt oder einleuchtend – du musst dich schon entscheiden, Lisa.

Hm, vielleicht hast du recht, Clara. Ich werde darüber nachdenken, versprochen.

Abschluss und Segenswünsche

Ich nehme vorerst den Zählpreisstreifen mit und bringe ihn morgen in der Schule vorbei. Ja, bis morgen, Lisa. Das war es für heute.

Bitte bete für Christen, die ins Zweifeln geraten. Schau dir den YouTube-Kanal "Why Not Glaubensfragen" an und bete, ob du mitarbeiten sollst.

Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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