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Nachfolge: Was es heißt, Jesus nachzufolgen

Matthäus 7,13-27
Matthäus 7,13-7,2723.05.2005
Serie•Teil 37 / 37Matthäus-Evangelium
Was bedeutet es wirklich, Jesus nachzufolgen? Der schmale Weg der Nachfolge ist nicht einfach – er kann isolierend und herausfordernd sein. Bist du bereit, deinen Glauben auf die Probe zu stellen und nicht nur mit dem Strom zu schwimmen? Wie erkennst du falsche Lehrer und wie wichtig ist es, eigene geistliche Reife zu entwickeln? Hast du eine lebendige Beziehung zu Jesus oder nur eine Sammlung von religiösen Erfahrungen? Und schließlich: Bist du bereit, Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern auch aktiv danach zu handeln? Was ist der wichtigste Faktor für eine echte Beziehung zu Gott?

Einleitung und persönliche Hinführung

Die meisten von euch kennen Anne Gale. Ich glaube, sie ist heute nicht hier. Anne ist zum Glauben gekommen, dadurch, dass sie in einen evangelistischen Hauskreis gegangen ist. In diesem evangelistischen Hauskreis hatte man damals gerade eine Veränderung durchgeführt. Man dachte sich: Es wäre doch einfach schön, wenn Leute von draußen reinkommen und sich für die Bibel interessieren. Singen wir doch mal ein Lied oder ein paar Lieder.
Na ja, und da wurde das Lied gesungen: „He came from heaven above“ – ihr kennt das ja, „he came from ...“ und so weiter. Ich kann nicht singen, ich will euch das nicht antun. Also, dieses Lied wurde gesungen. Sie war das erste Mal da, hat dieses Lied mitgenommen, ging dann an dem Abend weg und sagte: Ich komme gern mal wieder, aber ich habe jetzt erst mal Urlaub. Ich fahre jetzt erst mal mit meiner Freundin nach Nepal, bin weg für ein paar Wochen.
Sie fährt mit ihrer Freundin nach Nepal. Die beiden übernachten im selben Zimmer, und nachts wacht die Freundin auf, weil Anne neben ihr im Schlaf singt. Und zwar dieses Lied. Die Freundin bekommt das gar nicht so mit, dass Anne noch schläft, und fragt dann: Hey, was machst du da eigentlich? Und Anne ist zu dem Zeitpunkt noch lange nicht gläubig, hat das Evangelium noch gar nicht verstanden, schläft wahrscheinlich auch noch halb und antwortet ihr: Damit ich mich in der richtigen Schlange einordne.
Darum soll es heute Morgen gehen. Haben wir uns, wenn wir Jesus nachfolgen, eigentlich in die richtige Schlange eingeordnet? Wir werden uns das Ende der Bergpredigt anschauen, wer es schon aufschlagen will: Matthäus 7.
Ich habe meine Predigt heute genannt: Dann halt auf die harte Tour. Was es heißt, Jesus nachzufolgen. Die Frage, die hinter meiner Predigt heute Morgen steht, ist: Sind wir echte Jünger Jesu? Stehen wir wirklich in der Nachfolge? Man könnte auch sagen: wahre und falsche Vorstellungen von dem, was Nachfolge überhaupt ist.
Und ich bin mir sicher, dass man mir nach der Predigt heute so ein Stückchen Druckmacherei vorwerfen könnte. Und ich möchte das von vornherein sagen: Mir ist klar, dass so ein Thema zu so einem Vorwurf irgendwo einlädt. Ist ja klar. Und trotzdem möchte ich an dem Text, den ich mir ja nicht ausgesucht habe, der einfach so auf mich zukommt, wo ich merke: Oh, ich bin am Ende der Bergpredigt angelangt, ich habe jetzt zwei, drei Jahre immer mal wieder über die Bergpredigt gepredigt, und ich komme jetzt an einen Text, den ich lese und durchdenke. Dann werde ich von der Radikalität dieses Textes gefangen genommen.
Ich möchte euch heute einfach diese Radikalität weitergeben, weil ich glaube, dass es Jesus damals wie heute wichtig ist, unsere Vorstellungen davon, was Jüngerschaft oder Nachfolge, was echtes Christsein ausmacht, immer wieder zu korrigieren. Immer wieder so ein bisschen zu schütteln und zu schauen: Ist das, was du da eigentlich lebst, wirklich das, was Jesus sich gedacht hat?
Vielleicht ist für dich heute Morgen der Zeitpunkt, an dem du zum ersten Mal feststellst und sagst: Wow, wenn das Christsein ist, dann bin ich vielleicht gar kein Christ. Das wäre nicht schlimm. Das ist viel besser, als wenn du nach Hause gehst und denkst: Ich bin ja Christ, alles ist in Ordnung, und du irrst dich. Das wäre viel schlimmer. Da werden wir im Verlauf unseres Textes draufkommen.
Und ihr kennt mein Auto, T2, 16 Jahre alt. Es ist am Donnerstag nicht durch den TÜV gekommen. Die Mängelliste ist so lang, wir werden versuchen, sie abzuarbeiten. Was ich euch heute Morgen anbiete, ist ein TÜV, ein TÜV für Nachfolge. Und ich habe diesen TÜV aufgrund meines Textes in Matthäus 7 auf vier Fragen zusammengefasst. Die vier Fragen gehen wir einfach mal durch und schauen uns an, wie wir antworten müssen, wenn wir diesen Fragen mit einem ehrlichen Herzen begegnen.

Der erste Prüfstein: Der Weg, den man wirklich gehen will

Ich starte mal mit meiner ersten Frage. Da heißt es: Meine erste Frage lautet: Gibt es in deinem Leben den Entschluss, den schmalen, angefochtenen, schweren Weg der Nachfolge zu gehen?
Das ist meine erste Frage, und ich lese dazu Matthäus 7,13-14.
Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal oder bedrängt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.
Der Text, da bin ich sicher, ist den meisten von uns irgendwie bekannt. Es ist ein ganz beliebtes Bild, wenn man anderen erklären will, was es eigentlich heißt, Christ zu sein. Es gibt ein Traktat, das nur auf diesem Bild hier basiert. Alle sind so auf einem breiten Strom dabei, ihr Leben irgendwie zu leben, und dann steht da so an der Seite einer mit so einem Schild: Glaube an Jesus. Und da führt dann so ein kleiner Abzweig weg. Jetzt komm hier rein!
Und die Auseinandersetzung, die sich an dieser Stelle im Kopf der Leute abspielt, ist: Soll ich mich wirklich jetzt darauf einlassen, auf das, was der da sagt, oder soll ich nicht einfach lieber in der breiten Masse mitschwimmen? Das ist doch eh viel einfacher. Das ist der Inhalt von diesem Traktat. Wenn ihr es haben wollt, sprecht mich an.
In Vers 13 heißt es: Geht ein durch die enge Pforte. Wenn Jesus das formuliert hat, dann sagt er: Du musst dich anstrengen, um den Weg zu finden, der zum Leben führt. Wenn du beim Normalen bleibst, wenn du bei dem Gewöhnlichen bleibst, wenn du bei dem Leichten bleibst, bei dem Entscheidungslosen, dann wird das der Weg sein, der ins Verderben führt.
Und wir dürfen nie vergessen, zu wem Jesus hier spricht. Das sind keine Hardcore-Atheisten, das sind religiöse Leute. Das, was Jesus uns hier in der gesamten Bergpredigt vorstellt, das ist sein Programm, sein Gegenentwurf zu den Vorstellungen der damaligen Zeit. Mit der Bergpredigt kommt der himmlische König und verkündet uns sein Regierungsprogramm. Und er stellt sich hin und sagt, wir haben das schon in Matthäus 5,20 gelesen: Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.
Er nimmt die beiden Autoritäten der damaligen Zeit, ich sage es mal die Theoretiker, die Schriftgelehrten, die die Schrift kannten, und die Praktiker, die Pharisäer, die Frömmigkeit gelebt haben nach draußen. Und er sagt: Wenn eure Gerechtigkeit das, was die Leute tun, die Schriftgelehrten und die Pharisäer, die, die die Bibel kennen, und die, die sie leben, nicht toppt, dann könnt ihr es völlig vergessen, in den Himmel zu kommen.
Und dann nimmt er sich fast ein Kapitel Zeit. Kapitel 5 nimmt die gängige Schriftauslegung und zeigt, wie verquer sie ist. Und dann in Kapitel 6 nimmt er die gängige Praxis und zeigt, wie viel Heuchelei und Verlogenheit da drinsteckt. Und das geht eigentlich bis an den Text heran, den wir jetzt hier lesen. Und nachdem er diese beiden falschen Wege offenbart und zeigt: Eure Schriftauslegung, euer Umgang mit der Bibel ist einfach defizitär, der funktioniert nicht, ihr biegt euch das Wort zurecht, wie ihr wollt, und auf der anderen Seite: Euer Leben mit Gott, eure Frömmelei, die stinkt zum Himmel, nachdem er das gesagt hat, sagt er: Geht ein durch die enge Pforte!
Anders ausgedrückt: Nehmt mein Gegenprogramm an! Und an der Stelle ist Jesus unglaublich ehrlich. Er sagt: Wenn du das tun wirst, wenn du dich auf den Weg zum Leben einlässt, dann wird dich das etwas kosten. Am Anfang steht diese enge Pforte, diese Entscheidung für einen Weg, der erst mal komisch aussieht, sich nicht mehr an der Masse orientiert. Eine enge Pforte, ihr müsst euch das mal vorstellen. Wenn ihr jemals durch eine enge Tür gegangen seid und so ein bisschen breiter gebaut seid, ja, dann ist das schon so: Du stößt links und rechts ein bisschen an. Ich weiß nicht, wer von euch mal in so Höhlensystemen war, wo man dann geführt wird, wo es am Anfang heißt: Wir dürfen aber keine Angst haben, wenn es mal ein bisschen enger wird. Und dann fängt man am Anfang an: So, kein Problem, schön breit. Und dann kommt irgendwo diese blöde Engstelle, wo man sich dann irgendwie durchmuscheln muss. Das ist das Bild, was Jesus verwendet.
Wenn du dich auf Christsein einlässt, wenn du dich auf den Weg der Nachfolge einlässt, wenn du diese Entscheidung triffst, dich vom Hauptstrom der Menschheit zu isolieren, dann sei doch bitteschön dir darüber im Klaren, dass es danach nicht irgendwie simpel weitergeht. Dass du dich auf einen Weg einlässt, der durchaus schwierig ist, der bedrängt ist.
Und die Schwierigkeiten kommen von innen, und die Schwierigkeiten kommen von außen. Von innen kommen sie, weil in dem Moment, wo du Jesus als deinen persönlichen Herrn und Retter annimmst, wo du ein neues Herz bekommst, du plötzlich in einem geistlichen Kampf stehst. Ein Kampf, der in Galater 5 so ausgedrückt wird, und ich lese es euch einfach vor: Galater 5,16-17.
Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht erfüllen. Warum? Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch. Denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.
In dir findet ein Kampf statt. Auf der einen Seite trägst du alte Gewohnheiten, alte Ideen, alte Gedanken, ein altes Denkkonzept auch nach deiner Bekehrung mit dir herum. Auf der anderen Seite hast du Gottes Geist, der sagt: Komm, jetzt machen wir was Neues. Und du stehst in der Lebenssituation, und manchmal zerreißt es dich förmlich. Und das Wort Gottes sagt: Das ist ganz normal, das ist richtig. Dieser Kampf, den sollst du durchleben. In diesem Kampf sollst du stark werden, du sollst dein Denken verändern, du sollst dich immer wieder bewusst entscheiden für den Weg Gottes. Und du sollst ein neues Denken kriegen, du sollst mit dem neuen Denken ein neues Tun bekommen. Und indem du immer wieder das Richtige tust, neue Gewohnheiten, und indem du immer wieder neue Gewohnheiten bekommst, einen neuen Charakter, ein neuer Charakter, der Jesus ähnlich ist, ein Charakter, der deinem Schicksal, nämlich die Ewigkeit bei Gott zu verbringen, entspricht. Das ist von innen der innere Kampf, in den ich mich einlasse.
Jetzt der äußere Kampf von draußen. Dieses Wort, was heißt, dass der Weg schmal ist, kann man auch übersetzen mit bedrängt. Und dieses Wort Bedrängnis findet sich dann auch in der Apostelgeschichte, und ich will einfach nur einen Vers vorlesen, damit wir wissen, worauf wir uns einlassen.
 Apostelgeschichte 14. Da zieht Paulus durch die Gemeinden. Und dann heißt es: Sie befestigten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.
Und dieses Wort Trübsale oder Bedrängnisse ist einfach das Hauptwort zu diesem Wort für schmal bei Matthäus. Wir müssen durch viele Trübsale und Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. Das ist das, worauf du dich bitteschön eingelassen hast, wenn du wirklich sagst: Ja, ich will den Weg der Nachfolge gehen.
An jedem Tag in Deutschland schwänzen 250 Schüler die Schule. 250 Schüler, und man muss es sagen, unseren Politikern fast egal. Aber wenn ein paar christliche Eltern ihre Kinder nicht zu einer Theateraufführung schicken, verspreche ich dir: Wenn du die falsche Begründung ablieferst bei deinem Direktor, kann es dir passieren, dass die Polizei vor der Tür steht und deine Kinder abholt. Weil wir haben Schulzwang in Deutschland. Und wenn dein Kind einfach schwänzt, interessiert das keinen. Aber wenn du sagst, aus religiösen Gründen will ich nicht, kriegst du ein Problem.
Und das ist so ein kleines Beispiel. Und ich verspreche dir: Viele Beispiele in deinem Leben. Wenn du Jesus nachfolgen wirst, werden Menschen irgendwie dich so als besonders attraktive Zielscheibe sehen. Ich weiß auch nicht, woran das liegt, aber es ist einfach so. Und Jesus möchte nicht, dass wir an der Stelle einen falschen Eindruck kriegen.
 Lukas 14 ist ein anderes Beispiel, wo Jesus diesen Gedanken unterstreicht. Lukas 14,25-29:
Es ging aber eine große Volksmenge mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht
und dieses Wort hasst nicht ist einfach eine ganz dusselige Übersetzung. Tut mir leid, ich weiß nicht, warum die das übersetzen. Man müsste es eigentlich richtig übersetzen mit: setzt nicht an zweite Stelle, hat nicht weniger lieb als mich. Es geht hier nicht um wirklichen Hass und Ablehnung. Man hat das einfach eins zu eins übersetzt, und Sprachen kann man nicht eins zu eins übersetzen, das ist einfach so.
Wenn jemand zu mir kommt und liebt seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben nicht weniger als mich, so kann er nicht mein Jünger sein.
Nachfolge heißt: Jesus wird die Nummer eins in meinem Leben. Und deswegen erlaubt sich Jesus nicht zu sagen: Werdet alle meine Jünger, sondern ihnen erst mal so ein Stoppschild hinzustellen: Halt, bevor du Christ wirst, denk erst mal nach!
Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden.
Vers 33: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Kennt ihr das in südlichen Ländern? Da fährt man manchmal rum und sieht diese Bauruinen. Da hat irgendein Großinvestor angefangen, sich völlig verkalkuliert, und dann bleibt man so in Gerippe stehen. Man denkt sich: Schön viel Geld verspielt.
Im geistlichen Leben gilt dasselbe. Wenn du dich bekehrst oder wenn du davor stehst und dir die Frage stellst, will ich jetzt mit diesem Jesus oder will ich mit diesem Jesus nicht, dann sagt Jesus nicht: Da kommen bloß alle her. Man sagt: Vorsicht, Vorsicht, überleg dir das gut. Der Weg der Nachfolge ist nicht easy living. Der Weg der Nachfolge ist beschwerlich, der bringt dich in Situationen, wo du innerlich nicht mehr weiter weißt und wo es von außen Druck gibt und wo du dich im Zweifelsfall entscheiden musst, Jesus mehr lieb zu haben als deine Frau, deine Kinder, deine Eltern, deine Arbeitskollegen, deine Karriere und was auch sonst noch immer, inklusive dem Geldbeutel.
Bist du dazu bereit? Bist du dazu bereit, tatsächlich die Herrschaft deines Lebens einem anderen abzugeben und zu sagen: Fahr du?
Ihr kennt dieses Bild ja. Vor meiner Bekehrung sitze ich hinter meinem Steuer und fahre mein Auto, fahre so, wie ich will, und dahin, wo ich will. Und dann kommt Jesus und sagt: Ich würde gerne in dein Leben hineintreten als der, der dein Leben managt. Und du sagst: Klasse, will ich. Und Bekehrung ist, wenn du dich auf den Beifahrersitz setzt und der Herr Jesus sich auf den Fahrersitz deines Lebens setzt und das Auto nimmt und sagt: So, jetzt fahren wir dahin, wo ich hin will.
Und jetzt stellt euch vor: Immer mal wieder greifst du da ins Lenkrad. Also, es gibt nur eine Situation, wo ich das wirklich gut fand, das war in der Fahrschulzeit, wo ich einen Unfall gebaut hätte, und dann kam die Hand meines Fahrschullehrers und hat gerade noch den Radius von der Kurve so gekriegt, dass ich da auch durchkam. Sonst wäre ich nämlich nicht durchgekommen. Da ist es mal die einzige Ausnahme.
Aber wenn der Herr Jesus auf der Fahrerseite deines Lebens sitzt und du ständig versuchst, einzugreifen, dann ist das nicht Christsein. Christsein ist: Du gehst den Weg mit ihm, wie er das will, zu seinen Konditionen. Und er sagt dir vorher: Wenn du es tust, wenn du diese Entscheidung triffst, der Weg wird schmal, der Weg wird eng, der Weg wird beschwerlich, der Weg wird allein, der Weg wird kompliziert an manchen Stellen. Du wirst Ablehnung erfahren, du wirst vielleicht ins Gefängnis gehen, du wirst vielleicht Dinge tun, von denen du nie geträumt hast, dass du sie tun wirst. Damit meine ich nicht nur hinter dem Büchertisch stehen oder bei deiner Taufe Zeugnis geben, sondern viel schlimmere Sachen.
Und das ist meine erste Frage, beziehungsweise nicht meine Frage, sondern die Frage, die der Text an uns stellt: Bist du bereit, Jesus mehr zu lieben als dein Leben? Bist du bereit, Verfolgung zu akzeptieren, Zurücksetzung, blöde Witze und was das halt noch alles so mit einbezieht?

Der zweite Prüfstein: Woran man geistliche Echtheit erkennt

Wenn du dazu sagst: klar, dann meine zweite Frage.
Meine zweite Frage möchte ich erst vorlesen: Matthäus 7, die Verse 15-20. Nachfolger haben nämlich noch ein Problem.
 Matthäus 7,15-20: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen, das heißt von der Dornenhecke, eine Traube? Antwort: nein. Oder von Disteln Feigen? Auch nicht. So bringt jeder gute Baum gute Früchte. Aber der faule Baum oder der schlechte Baum, der krank ist, bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Und meine Frage lautet: Bist du bereit? Ich habe jetzt ganz allgemein geschrieben: Machtmenschen, Leute, die irgendwo laut auftreten, so Typen, die halt hier vorne stehen und etwas sagen. Bist du bei solchen Typen, bei Machtmenschen, bereit, sie nach den geistlichen Ergebnissen ihres Lebens zu beurteilen? Was im Endeffekt darauf hinausläuft, dass du bereit bist, ein eigenständiges geistliches Leben zu entwickeln, wo du überhaupt fähig bist, andere Leute zu beurteilen. Bist du dazu bereit?
Hütet euch aber vor den falschen Propheten. Falsche Propheten sind Menschen, die so tun, als würde Gott durch sie reden, aber das stimmt natürlich nicht. In der Kirchengeschichte hat es an solchen Leuten tatsächlich nie gemangelt. Wenn ihr das mal macht: Ich habe jetzt gerade zweitausend Seiten Kirchengeschichte gelesen. Das ist wirklich spannend. Was es nicht alles gibt, ist wirklich unglaublich. Und es ist noch fast spannender zu sehen, wie leicht sich Menschen verführen lassen. Mit was für billigen Tricks, oberflächlichen Gedanken, dummen Argumentationen Menschen sich hinter das Licht führen lassen, das ist wirklich verblüffend.
Und es wäre absurd zu glauben, dass uns das nicht passieren kann, weil wir ja so gebildet und so weit fortgeschritten und so intelligent sind. Das stimmt nicht. Ich habe hier vorne kein Schild dran: Vorsicht, falscher Prophet. Aber weißt du, ob ich einer bin? Also mal ganz ehrlich: Hast du dich jemals hingesetzt und dir die Frage gestellt, kann ich Jürgen eigentlich vertrauen, wenn er hier vorne predigt? Hast du einmal diesen Test gemacht, einfach mal überlegt, was kommt eigentlich bei seinem Leben hinten raus? Kommt da überhaupt irgendetwas hinten raus? Bin ich bereit, die Früchte von Leuten anzuschauen, oder falle ich auf ihre äußere Erscheinung rein, auf die Art, wie sie reden können, auf ihr Charisma, auf ihre Aktivität, dass sie überall ein bisschen dabei sind? Bin ich dazu bereit, auch selber einer zu werden, der das kann?
Wenn es hier heißt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, liest man etwa von Dornen eine Traube oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte. Aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte.
Dann ist uns dieses Bild aus der Natur völlig klar. Du gehst nicht über einen Acker, siehst: Oh, alles voller Disteln, hier müsste mal aufgeräumt werden, und schreist: Na, mal schauen, ob Feigen da sind. Das machst du nicht. Oder ich könnte es jetzt mal in unsere Zeit übersetzen: Siehst du einen Acker voller Brennnesseln und schaust mal, na, vielleicht ist ja irgendwo mittendrin ein Apfel? Da ist kein Apfel. Um einen Apfel zu kriegen, brauchst du einen Apfelbaum. Das ist so banal, ja? Und du brauchst nicht nur irgendeinen Apfelbaum, du brauchst einen gesunden Apfelbaum. Dann kriegst du einen Apfel. Du brauchst keine Brennnesseln, brauchst keine Disteln, du brauchst einen Apfelbaum. Und wenn du einen Apfelbaum hast, dann kannst du auch erwarten, dass da Äpfel dran sind. So funktioniert das.
Hast du hier vorne einen falschen Propheten? Dann kannst du nicht erwarten, dass sich die Frucht des Heiligen Geistes in seinem Leben zeigt. Dann kannst du nicht erwarten, dass er mit seinem Leben andere Menschen positiv prägt. Vielleicht aus Versehen mal, wo es sich nicht vermeiden ließ. Aber im Großen und Ganzen wird er das nicht tun. Er wird eine falsche Richtung vorgeben. Und eine Frucht ist ja auch die Lehre, die jemand bringt. Du wirst das, was er predigt, mit der Bibel in der Hand beurteilen und wirst sagen: Sorry, Freund, das habe ich noch nie gehört, was du predigst. Und ich glaube, das steht auch im Gegensatz zu der und der Bibelstelle. Und das musst du mir nochmal erklären. Und da muss man nachbohren. Das ist eure Verpflichtung, weil sonst können hier vorne Leute stehen, die euch irgendeinen Schmuck erzählen.
Und Nachfolge bedeutet, bereit zu werden, sich zu hüten, bereit zu werden, unabhängig zu werden, sich nicht blenden zu lassen von irgendwelchen religiösen Aktivitäten, die irgendeiner macht. Und nochmal: Hier vorne ist kein Schild: Vorsicht, falscher Prophet. Das müsst ihr herausfinden!
Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Vers 13: Der breite Weg, der ins Verderben geht. Vers 19: Der Baum, der abgehauen und ins Feuer geworfen wird. Beides Mal geht es darum, dass das Endergebnis des Lebens, und ich bringe jetzt mal diesen Begriff Hölle, in der Hölle endet. Da geht einer den falschen Weg einfach mal bis zum Schluss, bis ins Gericht, da, wo man einfach sagt: Du Dödel, wie kannst du vorher nicht abbiegen? Bist du verrückt, Gott dem Gericht begegnen zu wollen? Und das machen diese Leute. Und wir können sie erkennen.
Darf ich noch eine Frage stellen? Zeigt sich in deinem Leben Frucht? Es ist ein gutes Beispiel hier. Ich erkenne die Echtheit eines Apfelbaums daran, dass er Äpfel bringt. Wenn du mir einen Plastikapfelbaum hinstellst, der genauso aussieht wie der natürliche Apfelbaum, warte ich einfach ein Jahr. Dann werde ich schon sehen, ob das nur so fake ist. Sieht von außen irgendwie ähnlich aus, das habe ich auch nicht gesehen.
Wenn ihr in manche Banken geht, habt ihr das: Geht ihr rein und in Palmen, ja, da denkst du dir: Boah, was für ein Ding. Gehst du ein bisschen näher ran, das sieht ein bisschen komisch aus. Und dann fasst jemand die Blätter an: Naja, Plastik. Oder so Stoff und Plastik gemischt, da gibt es tolle Sachen, sehen fast natürlich aus. Du wirst an diesen Palmen nie eine Kokosnuss finden, es sei denn, sie ist jedes Jahr und immer dran.
Du wirst in deinem Leben Frucht finden, wenn du echt bist. Warum? Weil wenn du geistliches Leben hast, wird dieses geistliche Leben irgendwie raus wollen. Es geht gar nicht anders. Wenn geistliches Leben, wenn Echtheit in deinem Leben da ist, dann wird sich biblische Frucht in deinem Leben einstellen. Das mag bei dem einen schneller und bei dem anderen langsamer gehen, da mag es Probleme und Sünden geben, Mangelernährung und ich weiß es nicht, auch mal einen Stillstand. Aber im Großen und Ganzen: Wenn du dir über einen längeren Zeitraum das Leben eines Christen anschaust, dann muss sich in seinem Leben eines zeigen: Er muss Jesus ähnlicher werden. Der Heilige Geist muss in diesem Leben Frucht bewirken für Gott.
Wenn er das nicht tut, wenn du sagst: Ich sehe keine Veränderung, ich spüre nichts in meinem Leben, dann lass die Frage an dich heran, ob du überhaupt auf dem Weg der Nachfolge bist. Lass sie wenigstens heran und denk darüber nach. Sprich mit jemandem, der dich gut kennt, und frag ihn: Wie geht es dir, wenn du dir mein Leben anschaust? Bin ich einfach nur im Stillstand gefangen oder habe ich vielleicht nie angefangen? Sag mir ehrlich mal deine Meinung.
Wie ist das in deinem Leben? Bist du an Menschen dran, versuchst du Menschen das Evangelium zu bringen, bekehren sich Menschen durch dein Zeugnis, verstehst du die Bibel Jahr für Jahr ein Stückchen besser, merkst du, dass du dich charakterlich weiterentwickelst auf Jesus hin? Glaube, Liebe, Hoffnung, sind das Dinge, die zunehmen? Wenn ja, freu dich, so muss es sein.
Und jetzt sind die meisten von euch hier keine falschen Propheten, das ist mir auch klar. Aber ich habe Angst, dass es unter uns viele geben könnte, die auf der einen Seite Erfahrungen mit Gott gemacht haben, die vielleicht auch regelmäßig beten, und doch verloren gehen, weil ihnen das Wesentliche fehlt.

Der dritte Prüfstein: Beziehung statt bloßer religiöser Form

 Matthäus 7,21-23
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
Und meine dritte Frage lautet: Bist du sicher, dass du eine Beziehung zu dem Herrn Jesus hast, und nicht nur die richtigen Sonntagsschulantworten und ein paar Erlebnisse mit Gott?
Vers 21: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Im Licht der Ewigkeit zählt nicht dein Bekenntnis. Wenn du Jesus Herr nennst, dann ist das gut, aber es reicht nicht aus, um die Ewigkeit bei ihm zu verbringen. Es reicht nicht aus, um Christ zu sein.
Das Einzige, was reicht, ist nicht, dass du dich in die Ewigkeit einbringst, sondern dass du dich in die Ewigkeit einbringst, dass du dich in die Ewigkeit einbringst, dass du dich in die Ewigkeit einbringst. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.
Und Jesus verkauft hier nicht das Evangelium der Gnade an die Werksgerechtigkeit. Darum geht es überhaupt nicht. Jesus zeigt uns einen Test. Woher weiß ich denn, ob mein Leben echt ist mit Gott? Weil ich in die Kirche renne, weil ich einen Tickkurs mitmache, weil ich weiß, wie man die englischen Lieder singt, die hier am Sonntagvormittag gesungen werden, und vielleicht sogar übersetzen kann, weil ich in bestimmten Arbeitszweigen der Gemeinde total aufgehe und total drin bin, ist es das? Nein, das ist es nicht.
Das kann gut sein, alles, was ich jetzt gesagt habe. Aber wenn du dein Christsein daran festmachst, dann sage ich dir: falsch, das ist zu wenig. Wenn Jesus darüber nachdenkt, woher weiß ich, ob mein Leben echt ist, dann sagt er ganz einfach, dann stellt er nur diese Frage: Sag mal, wie sieht das in deinem Leben ganz praktisch aus? Tust du das, was Gott von dir will?
Und der Apostel Johannes, der in seinem ersten Brief, im 1. Johannesbrief, auf eine ähnliche Situation trifft, dass Menschen sich die Frage stellen: Sind wir eigentlich gläubig? und darauf drei Antworten gibt, oder auch drei Punkte bringt, an denen man festmachen kann, ob man gläubig ist, nennt einen Punkt und sagt: Wenn jemand wirklich gläubig ist, wirst du das in seinem Leben einfach an seinem Gehorsam festmachen können. Das ist ganz einfach.
 1. Johannes 2,3: Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Woher weiß ich, dass ich wirklich in einer echten Beziehung zu ihm stehe, dass ich ihn erkannt habe? Erkennen in der Bibel hat ja sehr viel mit intimem, vertrautem Umgang zu tun. Woher weiß ich das? Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.
Hä, doch, weißt du, woran du erkennst, dass ich meine Frau erkannt habe? Ich kenne ihre Gebote, ich kenne sie persönlich, und ich will sie halten. Ihr kennt die Geschichte ja mit den Unterhosen und so, habe ich oft erzählt. Ist einfach so. Sie will, dass ich jeden Tag eine neue Unterhose anziehe. Das ist ihr Gebot in meinem Leben. Und ich habe sie erkannt, und ich nehme sie ernst. Und die Echtheit unserer Beziehung drückt sich dadurch aus, dass ich jeden Tag, wenn ich mich geduscht habe, ins Schlafzimmer gehe und die gleiche Schublade aufmache, wo meine weißen, frischen Unterhosen drin liegen. Das ist Erkennen, das ist Beziehung.
Und das Gleiche sagt Gott im Blick auf sich: Wenn du mich erkannt hast, wenn du mit mir eine Beziehung hast, bitte, dann lebe doch so, wie ich das möchte. Das ist doch ganz normal. Warum willst du denn anders leben? Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner; in dem ist nicht die Wahrheit.
Wenn du dein Ding durchziehst vor Gott, dann weiß ich nicht, warum du das tust, aber eines kann ich dir sagen: Vergiss dein Gebet, vergiss deine Behauptung, ich bin Christ, vergiss sie einfach.
Und es geht noch mal weiter: Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet, und das ist hier die Liebe zu Gott vollendet. Liebe hat damit zu tun, dass ich den anderen so ernst nehme und so liebevoll mit ihm umgehe, dass ich seine Gebote tue. Alles andere ist nicht Liebe.
Hieran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Bei Johannes heißt in ihm sein immer, eine Beziehung haben. Woran erkennen wir das? Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist. Schuldig, keine Ausnahme.
Wenn du sagst: Herr Jesus, und dann nicht danach handelst, nach dem, was Jesus sagt als Herr, dann lass das mal an dich heran. Ich will jetzt nicht diese Druckmacherei: Du musst mir zuliebe gar nichts tun, okay? Du kannst deinen Stiefel weiterleben, und wenn du auf der falschen Seite der Ewigkeit aufwachst, ist das dein Problem. Aber lass es doch mal an dich heran, diese Frage: Könnte es sein, dass ich mit dem Mund sage Herr Jesus und mit meinem Leben permanent sein Herrsein durchstreiche? Gibt es da Diskrepanzen? Einfach nur mal diese Frage heranlassen. Vielleicht nur sich merken: Da muss ich noch mal heute Abend drüber nachdenken. Mehr will ich gar nicht heute Morgen. Aber der Text ist irre ernst.
Vers 22 in Matthäus 7: Viele werden an jenem Tag, das ist der Tag des Gerichts, viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?
Menschen wachen auf, und die Bibel spricht davon, dass es zwei Auferstehungen gibt: eine Auferstehung zum Leben und eine Auferstehung zum Gericht. Menschen wachen auf, und die waren die ganze Zeit tot, mit der Idee: Das Beste kommt noch. Und mit einem Mal stehen sie vor Jesus. Und es ist ziemlich heiß unter den Füßen, und sie denken sich: Himmel, habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt.
Und Jesus sagt: Es ist schon richtig, dass du dir Himmel anders vorstellst, weil du kommst da nicht rein. Stell dir vor, du stirbst und du glaubst bis zum letzten Moment: Ich bin dabei, ich habe es geschafft, ja, ich mache die Augen hier zu und ich werde sie im Himmel wieder aufmachen. Und du machst sie in der Hölle auf. Das ist die Situation hier.
Menschen werden sich die Frage stellen: Ey, warte mal, hier ist ein Bedienfehler in diesem Programm, wie man in den Himmel kommt. Ich gehöre hier nicht her. Kann ich mal mit einem Verantwortlichen sprechen? Mein Name muss ins Buch des Lebens, da fehlt was.
Und dann kommt der Verantwortliche und sagt: Sag mal, warum willst du da eigentlich in den Himmel? Na ja, hast du dir nicht mein Leben angeschaut? Dämonen ausgetrieben, Wunder getan, prophezeit. Und du könntest jede Form von Geistesgabe, die dir einfällt, noch hintendran.
Da gibt es in meinem Leben so richtig Sachen, da hat es gerappelt, sage ich dir, da waren die Leute so richtig begeistert, was alles in meinem Leben passiert ist, geistlich. Aber es reicht nicht. Warum reicht es nicht? Weil der Herr Jesus sagt, dass wir, wenn wir geistliche Erfahrungen machen, schön vorsichtig sein müssen, wes Geistes Kind wir werden, wo diese geistlichen Kräfte, die sich in uns offenbaren, eigentlich herkommen. Das heißt nicht umsonst im 1. Johannes 4: Prüft die Geister. Prüfen. Und hier haben Leute anscheinend nicht geprüft.
Die Bibel spricht davon, dass in der Endzeit eine antigöttliche Diktatur auf dieser Erde kommen wird, und der, der das so richtig vorantreibt, der wird Zeichen und Wunder einsetzen, um die Leute zu verführen, und es wird ihm gelingen. Hier haben wir es mit Leuten zu tun, die sind verführt worden. Die haben die Show gesehen, und sie dachten: Wow, es war alles nur blass, es war alles heiße Luft, und du fällst darauf herein. Du machst dir die Augen zu, und deine Hoffnung stirbt in dem Moment, wo du die Augen zumachst, und du hast keine Hoffnung mehr, und du hast keine Zukunft, und du hast kein ewiges Leben, weil du nicht bereit warst, das Wesentliche zu gewinnen, weil es dir gereicht hat, zu wissen, dass man Jesus Herr nennen muss, weil dir die Erfahrungen irre wichtig waren, aber im Zentrum das, was eigentlich Christsein ausmacht, da hast du es einfach verbockt, da hast du daneben gegriffen, da hast du nichts.
Und du stehst vor der Tür des Himmels, und die Frage kommt: Warum soll ich dich reinlassen? Und du sagst: Na, weil ich so ein religiöser und guter Kerl bin. Und dann kommt die Antwort: Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
Kennt Jesus dich? Ich frage jetzt nicht: Kennst du Jesus? Das ist anders. Ich habe euch niemals gekannt. Kennt Jesus dich? Würde Jesus auf die Frage hin, sag mal, gibt es da zwischen dir und Johnny eine Beziehung, würde Jesus sagen: Na klar, na klar, da gibt es eine Beziehung, den kenne ich? Und hier ist nicht gemeint, kennen im Sinne von dem schöpfungsmäßigen Kennen: Ich weiß, wer Johnny ist, ich weiß, wo er wohnt, sondern intim kennen, Beziehung haben.
Was würde Jesus im Blick auf dein Leben sagen an der Stelle? Kennt Jesus dich? Ist deine Beziehung echt? Ist wirklich Jesus Herr in deinem Leben? Oder ist das eine Behauptung, wo die Gefahr besteht, dass du dich täuschst oder vielleicht getäuscht wirst von anderen?
Stimmt in deinem Leben das, was du tust, und das, was du sagst, überein? Findest du das zwei Dinge, die zusammenpassen? Tust du den Willen Gottes und freust du dich darüber? Oder machst du dein ganzes geistliches Leben an ein paar Erfahrungen fest oder an ein paar Bekenntnissen, an ein paar Worthülsen, an ein paar Floskeln, die aber vom Rest deines Lebens durchgestrichen werden?
Wie echt bist du?

Der vierte Prüfstein: Hören, Tun und tragfähiges Fundament

Lass mich zu meiner letzten und vielleicht wichtigsten Frage kommen. Wenn es so ist, dass vor Gott unser Leben zählt und nicht das, was wir leisten, auch nicht unsere religiösen Leistungen und nicht das, was wir sagen, sondern unser ganzes Leben, dann muss der Kern echten Christseins, echter Veränderung, mit der vierten Frage zusammenfallen: Bist du ein Hörer und Täter von Gottes Wort? Verse 24-27.
Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus, und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird einem törichten Mann verglichen werden, der sein Haus auf den Sand baute. Und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus, und es fiel, und sein Fall war groß.
Das Haus, das hier gebaut wird, ist ein Bild für mein Leben. Seit der Jahreswende wissen wir alle, was Tsunamis sind. Habt ihr euch vielleicht, im Internet gab es das so, Satellitenbilder angeschaut von den Küstenstreifen, vorher, nachher? Also vorher alles grün, alles irgendwie schön bebaut, er geht da relativ dicht ran, konnte einzelne Häuser sehen, vorher alles da, danach fast nichts mehr da, alles braun und schlammig. Wenn überhaupt ein Haus stehen geblieben ist, dann waren es die Häuser mit dem solidesten Fundament, die wirklich ganz stabil hier auf dem Felsen gegründet waren, die richtig nach unten etwas hatten, um sich festzuhalten. Der Rest wurde einfach weggeschwemmt.
Und das Bild verwendet Jesus hier und sagt: Dein Leben steht nicht nur in der Gefahr, sondern dein Leben wartet auf den einen Tsunami, der testen wird, ob du ein kluger Baumeister oder ein schlechter Baumeister bist. Der Tsunami wird kommen, sei sicher, weil du wirst sterben und du wirst ins Gericht gehen mit deinem Leben. Der Tsunami wird kommen, und er wird testen. Er wird an deinem Lebenshaus wackeln und schütteln. Er wird schauen, worauf dieses Haus gegründet ist. Auf Fels? Hast du ein Fundament, das stehen bleibt, wenn die eigentliche Herausforderung kommt, wenn die Abrechnung geschieht? Oder bist du auf Sand gebaut? Sieht äußerlich wieder ähnlich aus, du siehst es nicht, aber in dem Moment, wo der Test kommt, merkst du es. Und der spült, bricht in sich zusammen, da bleibt nichts übrig.
Was bist du, ein kluger Baumeister? Oder ein dummer Baumeister? Einer, der sein Fundament auf den Felsen legt, oder einer, der auf Sand baut? Einer, der das Wort Gottes hört und tut, oder einer, der entweder gar nicht zuhört oder sich die Predigten reinzieht, aber nichts daraus macht, nur hört, aber nicht tut. Sehr beides gleich schlimm. Wo stehst du?
In meinem Leben ist dieser Punkt die eine große Herausforderung. Ich bin davon überzeugt: Wenn wir diesen einen Punkt managen, managen wir den Rest unseres geistlichen Lebens. In Matthäus 28, wo es um Jüngerschaft geht, betont Jesus die gleichen Punkte. Da sagt er zu seinen Jüngern in Matthäus 28, Vers 19: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern. Ein Jünger ist einer, der lernt. Wir würden heute sagen: ein Schüler, ein Azubi. Macht alle zu Gottes Azubis. Wie? Indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.
Die Taufe ist heute nicht unser Thema, aber zur Jüngerschaft, zur Nachfolge gehört, dass ich etwas gelehrt bekomme, dass ich das aufnehme, dass ich zuhöre, dass ich Interesse habe an dem Stoff und dass ich den Stoff bewahre, sprich, dass ich das in meinen Schädel reinkriege und vor allem in mein Leben. Das ist Jüngerschaft. Das ist unser Job als Gemeinde. Deswegen stehe ich hier vorne, damit ihr etwas lernt und in eurem Leben umsetzt. Ein Jünger, ein Schüler, Nachfolge, ein Prozess, wo wir lernen.
Wer behauptet, ein Jünger Jesu zu sein, aber nicht zuhört, weil er sich nicht belehren lässt oder weil ihm Lehre egal ist, zeigt mit seinem Leben, dass er kein Jünger ist. Wenn du nicht lernen willst, wenn du sagst, ich bin ein Schüler von xy, was weiß ich, du triffst dich mit mir und sagst: Jürgen, bring mir Hermeneutik bei, wie man die Bibel so liest und auslegt, wo da die Kniffe sind, ich möchte ein Schüler sein. Und dann sitzt der da, da kommt er, schlagen wir die Bibel auf, ach nee, komm, können wir nicht was anderes machen, so ein bisschen Siedler von Katar spielen? Da sage ich: Hä, du wolltest mein Schüler sein, wir müssen die Bibel aufschlagen. Ach nee, warum nicht Eis essen gehen? Sag ich: Nee, du bist hierhergekommen, um etwas zu lernen. Ja, weißt du, merkt der was? Egal, was der ist, ein guter Freund, mit dem man Siedler von Katar spielen kann und Eis essen gehen. Aber er ist eines nicht: Er ist nicht mein Schüler.
Und wenn du sagst, ich bin ein Jünger Jesu, ich bin einer, der lernen will, aber du zeigst durch dein Leben, dass es überhaupt nicht stimmt, dann bist du kein Jünger. Ich weiß nicht, was du dann bist, aber du bist eines nicht: Du bist kein Schüler Jesu. Wer behauptet, ein Jünger Jesu zu sein, aber nicht zuhört, weil er sich nicht belehren lässt oder weil ihm Lehre egal ist, zeigt mit seinem Leben, dass er kein Jünger, das heißt Schüler Jesu ist. Begreif es nicht als Angriff, es ist einfach eine Feststellung. Wenn du es nicht tust, bist du es nicht.
Aber natürlich geht das weiter. Wenn es dich nicht interessiert, zu lernen, was Jesus zu sagen hat, dann kann es sein, dass das daran liegt, dass der Heilige Geist, der eigentlich hinter diesem Lernprozess steckt, der das eigentlich initiiert, der auch genannt wird der Geist der Erkenntnis, und der der ist, der uns Dinge eigentlich klar macht, der diesen Prozess führt, der ihn voranbringt, nicht in deinem Leben ist und dass dich deshalb auch geistliche Dinge nicht interessieren. Es gibt andere Gründe. Es kann auch sein, dass du einfach so zugeballert bist mit anderen Quellen, dass einfach kein Platz mehr in deinem Kopf ist für die Bibel. Das gibt es auch. Ich weiß nicht, wer das gesagt hat, ja, stimmt, Paul hat mir eine Predigt von einem österreichischen Evangelisten vorgespielt: Wenn du zwölf Stunden lang irgendwelche Ego-Shooter gemacht hast und dann sagst, jetzt habe ich Lust, noch ein bisschen Bibel zu lesen, dann bist du an der Matzscheibe, das geht nicht.
Aber wenn das nicht der Fall ist, stell dir die Frage: Ist der Heilige Geist überhaupt bei mir? Aber wenn du, und ich hoffe darauf, dass das hier die meisten sind, wenn du zu denen gehörst, die sagen: Jürgen, ich will wirklich mein altes Leben hinter mir lassen. Ich möchte Jesus nachfolgen, ich möchte das Wort Gottes lesen, ich habe ein Interesse daran, das Wort Gottes zu studieren. Ihr kennt Frau Zaffke nicht. Also Renate ist so klein wie dick, ihr werdet sie bei der Taufe kennenlernen, und ich denke, ich darf das so sagen, Ende sechzig, und hat sich bekehrt. Sie hat jede Woche biblische Fragen. Sie liest das erste Mal so richtig ihre Bibel, und die hat immer so einen Hefter, und da schreibt sie in ihrer großen alten Schrift die Fragen auf, die sie zur Bibel hat. Und ich muss jedes Mal, also jede Woche, eine Stunde bestimmt nur Fragen beantworten, die Renate mitbringt. Wisst ihr was? Mein Herz geht auf, wenn ich das mitkriege. Es ist einfach genial. Da ist ein alter Mensch, der, wenn er sich seine Freunde anschaut, die sich verkümmern vorm Fernseher oder in der Gartenlaube, unterhalten sich über was weiß ich, über so drittklassige Dinge, und da ist jemand so: Ey, ich lese das erste Mal die Bibel, ich habe Fragen, komm! Das ist toll, das ist absolut toll. Ihr werdet sie lieben lernen, die hat auch ein ganz fröhliches Lachen.
Und wenn ihr so jemand seid, wenn ihr euch irgendwie fit machen lassen dafür, dass der Teufel in meinem Leben keine Macht hat, dass diese Welt mit ihrem Gedanken mich nicht prägt, ich möchte jemand sein, der seine alten Gewohnheiten aufgibt, dann ist das hier der Punkt. Dann lass dir diesen wichtigsten Punkt geben: Höre und tu. Ja, tu das, was Gottes Wort sagt. Egal, ob du es verstehst oder nicht, tu es. Tu es auch, wenn du dich nicht danach fühlst. Tu es, wenn es nicht in deine Planung hineinpasst. Tu es, ob du dich lächerlich machst oder nicht. Tu es, selbst wenn niemand dich versteht oder wenn es dir Nachteile bringt. Tu es einfach. Das ist der so simple Punkt. Und tu es doch bitte immer.
Also lass dein Leben in seinem Ablauf, so Schritt für Schritt für Schritt, so wie wir unser Leben halt leben, immer wieder davon geprägt sein, den Willen Gottes zu tun. Ganz praktisch in jedem Moment seines Lebens. Und ich möchte euch ein Beispiel geben, weil ich fand es so absurd an dem Tag. Donnerstagnacht wurde es ein bisschen später, wir hatten Männerkreis in Spandau, wir waren um eins Uhr erst zu Hause. Aber es war ein genialer Freitag. Also meine Kids waren verteilt, das heißt, morgens konnte ich ein bisschen länger schlafen, die Tür zum Kinderzimmer war zu, da stehen die Wellensittiche drin, ja, wenn die laut sind, kann ich nicht mehr schlafen, die Tür zu den Wellensittichen war zu, ich bin aufgewacht, es war toll, Kaffee gekocht, gute stille Zeit gehabt, die Sonne schien draußen.
In der stillen Zeit, ich weiß nicht, wie ihr das macht, ich lese die Bibel und ich sage: Vater im Himmel, ich würde gern für den heutigen Tag irgendein Prinzip mitkriegen. Ich fand ein tolles Prinzip in Sprüche 16,3: Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen. Gesagt, gelesen, getan. Sofort gesagt: Herr Jesus, heute steht richtig viel auf dem Programm, ich habe eine Predigt zu machen, ich muss das Liedblatt für Spandau fertig kriegen, abends noch eine Besprechung, meine Post, gib Segen dazu. Und die Sonne scheint, und aus dem Fahrrad geschwungen, hierher gefahren, Rechner angeschaltet, um ein Uhr war der Rechner endgültig kaputt. Und ich habe ihn zu Guido gebracht, und er war frustriert. Ja, wirklich frustriert, weil man die gesamte Zeitplanung innerhalb von wenigen ganz kurzen Bussch, du stehst da und denkst dir: Und jetzt, vielen herzlichen Dank, das war wirklich doof.
In dem Moment war es richtig doof. Und ich habe innerlich gekocht, es war ärgerlich, ich war frustriert, habe meine Frau angemotzt, und da dachte ich dann an dieses Prinzip, was ich morgens in der Bibel gelesen hatte: Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen. Und ich merke in dem Moment: Du Dödel, du bist dabei, eine Predigt zu machen über Hören und Tun, das ist deine Anwendung heute. Du kannst dich jetzt aufspulen, und du kannst hier unter der Decke hängen, und du kannst rummurren, und ja, das kannst du machen. Du könntest aber eigentlich auch einfach das tun, was hier steht: dem Herrn deine Wege anbefehlen. Das wäre doch auch eine Idee. Hören und Tun wollte ich ja predigen am Sonntag.
Habt ihr das gesehen? Ich habe diesen Bibelvers dann erst mal auf mein Lernkärtchen geschrieben und dann halt getan. Licht bitte aus, das war die Folge, andersrum, und das ist passiert. Also vorher war ich frustriert, danach konnte ich dankbar sein. Vorher hatte ich Angst, naja, ich habe das jetzt Gott abgegeben, da muss ja irgendwann mal anfangen, zu verwichtig zu werden. Vorher hatte ich Ärger, jetzt hatte ich die Freude, weil ich gemerkt hatte, Gott arbeitete in meinem Leben. Gott wusste genau, dass an dem Tag alles kollabieren würde und dass ich nicht mehr wüsste, noch ein noch aus, aber er hat schon vorher, er hat schon Stunden, bevor mein Rechner kaputtgegangen ist, dafür gesorgt, dass ich an dem Tag durchkomme und den einen Bibelvers hatte, den ich brauchte. Ist doch genial, oder? Darüber kann man sich doch freuen.
Aus meinem Murren wurde Gottvertrauen. Wenn ich merke, dass Gott für mich sorgt, dann kann ich ihm auch die Predigt anbefehlen. Ich hatte noch keine Zeile geschrieben. Aus eigener Kraft, denn die war am Ende, wird Gottes Kraft, weil ich ja nichts mehr hatte. Und aus der Planung wird plötzlich Führung. Vielen Dank. Das ist passiert. Und fünf Stunden später war ich mit meiner Predigt ziemlich fertig. Einfach so runtergeschrieben. Wow, dachte ich, genial.
Aber merkt ihr, was am Anfang steht? Du musst ein Hörer und Täter sein. Und das empfinde ich persönlich als die wirklich große Herausforderung. Ich rate euch, ich bitte euch, wenn ihr damit Probleme habt, probiert es aus. Jeder, der nicht hört und tut, schneidet sich ins eigene Fleisch. Das ist meine persönliche Erfahrung immer und immer wieder. Das Genialste, das absolut Beste, was einem Leben passieren kann, sind die Ratschläge der Bibel eins zu eins ins Leben umzusetzen, gerade dann, wenn du denkst, das passt doch überhaupt nicht. Gerade so Bibelverse wie: Jeder Narr fängt Streit an, ja, das ist so ein Vers, den finde ich toll, den brauche ich bestimmt. Fünfmal die Woche, so in der Größenordnung. Wenn es in mir mal wieder hochkommt, da kommt natürlich sofort dieser Bibelvers auch mit hoch und der Heilige Geist sagt: Weißt du noch, was ich eigentlich von dir wollte in dem Moment?
Finde ich genial. Dieser Kampf, in dem wir drinstehen, ist unsere Chance, in der wir drinstehen. Wie willst du Lebensqualität in dein Leben hineinbringen, wenn nicht auf dieser Basis: Ich höre Gottes Wort, ich tue das, was in der Gebrauchsanweisung Gottes für mein Leben drinsteht, in der Kraft Gottes, nämlich durch seinen Heiligen Geist, und ich verändere mein Leben. Da steckt Lebensqualität drin, da ist Schmackes drin. Und ich kann es euch echt nur ans Herz legen, das nicht vorüberziehen zu lassen. Wer auf das Wort achtet, findet Gutes, und glücklich der, wer dem Herrn vertraut, heißt es in Sprüche 16,20. Werdet das, nutzt die Chancen, die da drinstecken.

Schluss: Die entscheidende Frage an das eigene Leben

Kommen wir zum Schluss. Anne hat sich, nachdem sie aus Nepal wieder zurückgekommen ist, bekehrt. Sie hat sich in die richtige Schlange eingeordnet, und ich denke, sie hat wirklich verstanden, was es heißt. Und wer sie kennt, weiß, dass sie einen ziemlich geraden Weg geht.
Wie sieht das mit dir aus? In welche Schlange hast du dich eingeordnet? Oder wenn du dich in die richtige Schlange eingeordnet hast: Bist du dabei, das auch zu verwirklichen, was an Qualität im Leben mit Jesus drinsteckt? Bist du dabei, das Potenzial, das in der Nachfolge steckt, in deinem Leben hervorzuholen? Oder hast du dich verkaufen lassen?
Jörg Tröger hat darüber gesprochen, dein Leben dranzugeben an Sorgen, Reichtum, Vergnügungen des Lebens, drittklassige Dinge, wo du sagst: Ach, bringt es eigentlich nicht.
Die vier Fragen noch einmal:
Gibt es in deinem Leben den Entschluss, den schmalen, angefochtenen, schweren Weg der Nachfolge zu gehen?
Bist du bereit, Machtmenschen nach den geistlichen Ergebnissen ihres Lebens zu beurteilen? Sprich: Bist du bereit, geistlich eigenständig zu werden, reif zu werden? Das kostet etwas.
Drittens: Bist du sicher, dass du eine Beziehung zum Herrn Jesus hast und nicht nur die richtigen Sonntagsschulantworten und ein paar Erlebnisse mit Gott?
Viertens: Bist du ein Hörer und Täter von Gottes Wort? Tust du es immer im Vertrauen?
Ich weiß nicht, bei welchen Fragen du welche Antworten gegeben hast. Ich weiß auch nicht, ob du echt bist. Aber du weißt es in deinem Herzen, davon bin ich ganz fest überzeugt. Du weißt, wie es in deinem Leben aussieht. Du weißt, was du dir im Innersten vorgenommen hast. Du weißt, wie fest diese Entscheidung ist, mit Jesus zu leben.
Und was ich dir von ganzem, ganzem Herzen wünsche, ist: Wenn Jesus sagt: „Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter“, dann wünsche ich dir von ganzem Herzen, dass sich das niemals in deinem Leben ereignet. Niemals.
Aber ich kann es nicht für dich machen. Die Ältestenschaft kann es nicht für dich machen. Diese Gemeinde kann es für dich nicht machen.

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