Zum Inhalt

Offenbarung 4, 1 - Offenbarung 5, 14

Offenbarung 4,1-5,1407.01.2013
SerieTeil 6 / 13Die Offenbarung des Johannes
Die Welt wirkt chaotisch – doch hinter den Kulissen sitzt niemand Zufälliges am Steuer. Wer regiert wirklich, wenn Leid und Machtkampf alles bestimmen?

Der Blick hinter die sichtbare Wirklichkeit

Offenbarung Kapitel vier, und das ist jetzt der Hauptteil.
Guten Abend, das ist jetzt hier Kapitel vier, ja, sorry. Hier wäre noch Platz. Zwei Ziele geht Offenbarung Kapitel vier, Vers 1. Wie weit werden wir sehen, wie weit wir kommen?
Also, die Kapitel zwei und drei waren ja wie eine Einführung, eine siebenfache Einleitung zu der Hauptbotschaft. Und wir vergessen nicht: Es geht darum, dass diese Christen, an die dieser Brief geschickt wird, einen Einblick bekommen sollen hinter die Kulissen ihrer Zeit. Sie sollen die Gegenwart, ihre gegenwärtige Zeit, von der himmlischen Perspektive aus sehen.
Und jetzt wird Johannes also in den Himmel versetzt, und es wird ihm eine Schau gegeben hinter den Vorhang, hinter die Kulissen, und dann auch noch eine Schau in die Zukunft, so dass die Christen die Gegenwart von der Perspektive der Zukunft aus sehen.
Wir haben schon gesagt: Die Realität, was wir irdisch-menschlich hier auf Erden betrachten, ist nicht die Realität, oder ist nicht die ganze Realität. Wir haben hinter den Kulissen ein gewaltiges Werk, und das wird hier dem Johannes gegeben.
Bitte, die Offenbarung ist nicht ein Plan, ein Reiseplan für die Zukunft. Das wurde oft missverstanden. Wenn man die vielen Auslegungen liest, dann merkt man das. Das Buch der Offenbarung ist ein Brief, der äußerst aktuell gewesen war für die Christen der damaligen Zeit, und er ist auch äußerst aktuell für die Christen der heutigen Zeit.
Also ist es nicht einfach ein Zukunftsbuch, das die Neugierde über die zukünftigen Dinge befriedigt. Keineswegs. Und hier ist ein ganz großes Missverständnis gewesen beim Buch der Offenbarung. Wir werden das sehen. Natürlich zeigt das Buch auch in die Zukunft, klar, aber nicht Einzelheiten und Details der Geschichte werden nicht aufgezeigt.
Wir lesen Vers 1: Nach diesem sah ich, und siehe, eine Tür geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich zu mir reden gehört hatte, wie die einer Posaune, sagte: Steig auf hierher, und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
Und sogleich wurde ich im Geist, und siehe, ein Thron war im Himmel aufgestellt, und auf dem Thron ein Sitzender. Und der Sitzende war von Ansehen gleich ein Jaspisstein und ein Sardisstein, und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich ein Smaragd.
Und rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, umkleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern hatten sie goldene Kronen.
Und aus dem Thron gehen Blitze heraus und Donner und Stimmen, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, die die sieben Geister Gottes sind. Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer, gleich Kristall.
Und inmitten des Thrones und rings um den Thron waren vier lebende Wesen, voll überdeckt mit Augen, vorne und hinten. Das erste lebende Wesen glich einem Löwen, das zweite lebende Wesen einem Kalb oder Stier, und das dritte lebende Wesen hatte ein Gesicht wie ein Mensch, und das vierte lebende Wesen glich einem fliegenden Adler.
Und die vier lebenden Wesen, die ringsherum und innen voll überdeckt waren mit Augen, hatten jede sechs Flügel. Und Tag und Nacht sagen sie ohne Pause: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, der Machthaber über alles, der da war und der da ist und der da kommt.
Und wenn die lebenden Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank geben werden dem, der auf dem Thron sitzt, der in alle Ewigkeit lebt, werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und sie huldigen dem, der in alle Ewigkeit lebt, und werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sagen: Würdig bist du, Herr, zu empfangen die Herrlichkeit und die Ehre und die Kraft, weil du alle Dinge schufst, und wegen deines Willens sind sie da und wurden sie geschaffen.
Der Herrmann.

Die erste Himmelsvision und das Zentrum der Herrschaft

Also zuerst wird der Himmel geöffnet, die Tür im Himmel geöffnet. Durch diese offene Tür kann Johannes nun hinaufsteigen. Die Stimme, die er vorher gehört hatte, war dieselbe Stimme, die er schon in 1. Korinther 1,10 gehört hatte. Dort sagte sie: Steig auf hierher. Es ist die Stimme Jesu Christi. Und Johannes bekommt jetzt eine neue Perspektive.
Es heißt ja: Ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss. Nach diesem bezieht sich einfach auf die Zukunft. Gegenwart ist dieses. Johannes lebte damals im ersten Jahrhundert, das war die Gegenwart. Und jetzt geht es um das, was nach diesem geschehen muss. Er bekommt dann eine Schau. Diese Schau geht zuerst in den Himmelsraum. Dann zeigt sich in dieser Schau die Gerichte: die sieben Siegel, die sieben Posaunen und die sieben Schalen. Und dann sieht er die Wiederkunft Jesu Christi beschrieben, Kapitel 19, und sieht das neue Jerusalem aus dem Himmel kommen.
Also geht es um die Zukunft, die große Zukunft, und um die Gerichte Gottes über diese Erde. Ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss. Das muss geschehen. Gott hat es so vorausgesehen, wie es werden wird, und Gott handelt nach Plan. Also der Herr Jesus zeigt hier dem Johannes etwas über die Zukunft und über die Geschichte. Was wird nach diesem sein?
Also nach diesem ist nicht, wie ich schon auch von manchen Auslegern gelesen habe, nach der Entrückung. Das steht überhaupt nicht im Text. Der Text sagt hier nur, dass Johannes in den Himmel versetzt wird. Ihr seht hier nicht, dass die Gemeinde in den Himmel entrückt wird. Wir dürfen hier nicht fantastische Dinge hineinlesen, sondern nur das lesen, was da steht.
Johannes wird versetzt, im Geist. Im Körper bleibt er auf Patmos, aber im Geist wird er mitgenommen. Und jetzt bekommt er diese Visionen, eigentlich eine große Vision, eine Reihe von Visionen, aber in einer großen Vision eingepackt. Diese erste Vision ist die Vision von diesem Himmelsraum, von dem Thron, von dem Thronsaal Gottes.
Also heißt es hier in Vers 2: Sogleich wurde ich im Geist. Er wird also in einen Zustand versetzt, in dem der Geist ihn mitgenommen hat und ihm diese übernatürlichen Offenbarungen gegeben hat. Und hier ist ein Thron im Himmel aufgestellt, heißt es hier. Das ist so: Im Griechischen ist hier kein Verb. Man sieht hier, er schreibt so, wie er sieht, in Bruchstücken: im Himmel, und siehe, ein Thron im Himmel aufgestellt, und darauf einer, der sitzt. So heißt es im Griechischen, also ganz abgebrochen, Wortbrocken.
Dieser Thron, das ist das mächtige Zentrum. Der Thron, den er hier sieht, das sind alles Bilder. Jeder, der die Bibel liest, weiß sofort, was ein Thron bedeutet. Auch andere Leute, die die Bibel nicht lesen, wissen das. Thron bedeutet Herrschaft, Regierung. Und wenn hier ein Thron sichtbar wird oder wenn hier ein Thron ihm gezeigt wird im Himmel, dann zeigt es die himmlische Regierung und den, der regiert.
Und es ist interessant: Er sitzt. Ein Sitzender. Er ist ganz ruhig, in Ruhe. Er ist nicht aufgeregt, und wenn er handelt, handelt er ganz überlegt aus Ruhe heraus, dieser Richter auf dem Thron. Er hat alles in der Hand, nichts entgeht ihm, und dort ist seine Wohnung. Dort sitzt er, dort ist er würdig. Er wird ganz würdig beschrieben: ein Sitzender. Die anderen müssen aufstehen und über sich niederstürzen, niederfallen. Das Reich Gottes wird dargestellt, die Herrschaft Gottes wird dargestellt im Himmel.

Zeichen von Reinheit, Gnade und delegierter Autorität

Und dann wird der Thron beschrieben: auf dem Thron, um den Thron, vor dem Thron, ringsherum und aus dem Thron heraus. Sieben Beschreibungen kommen jetzt. Zuerst heißt es: auf dem Thron ein Sitzender. Gott, der die Welt regiert, wird hier beschrieben. Dabei wird nicht mehr gesagt. Es wird also nur von einem Sitzenden gesprochen, mehr wird hier nicht gesagt.
Man kann Gott nicht beschreiben. Gott wohnt in einem unzugänglichen Licht. Niemand hat Gott je gesehen, niemand kann in dieses Licht kommen. Das wirklich tiefste Wesen Gottes können wir nicht erforschen. Gott ist ewig unergründlich. Er wird also gar nicht beschrieben, aber die Umgebung wird beschrieben. Das heißt hier nur: Es war ein Sitzender da, und der Sitzende war von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Sardisstein.
Eine Person sitzt hier, nicht eine unpersönliche Kraft. Es ist eine Person, ein Sitzender. Beschrieben wird er nur mit diesem einen Hinweis: Sein Ansehen ist wie ein Jaspis und wie ein Sardis. Ein Jaspis, das heißt übersetzt ein Diamant, also würden wir heute sagen: ein Diamant, ein geschliffener Diamant, ein funkelnder, durchsichtig scheinender Diamant. Der edelste Edelstein, den es gibt, kostbarster, wertvollster, ein geschliffener Diamant. Das ist ja der Smaragd? Nein, der Smaragd ist sehr grün. Ja, das ist es. Aber ein Diamant ist also hart, weiß und klar. Jaspis ist Diamant. Das ist es. Jaspis heißt Diamant. Wieso, wie steht es bei dir?
Ich habe die Erklärung nun vollständig gelesen, aber gut, vielleicht nicht.
Ja, jedenfalls: Der Jaspis und der Sardis, das sind zwei Edelsteine, die vorkommen in 2. Mose 28,17 und 2. Mose 28,20. Das ist der erste und der letzte Stein auf der Brustplatte des Hohen Priesters. So wie der Herr Jesus das A und das O ist, der Anfang und das Ende, so ist hier der, der auf dem Thron sitzt. Er ist der erste Stein und der letzte Stein auf diesem Brustschild Aarons. Der Sardis ist ein Rubin, ist feuerrot. Das Rot dürfte von Gericht sprechen, von dem Feuerrot. Und der Jaspis dürfte von der Kostbarkeit sprechen oder von der Reinheit. Er ist durchsichtig, heißt es hier, durchsichtig.
Was wichtig ist für uns, ist die Reinheit, einerseits, aber gleichzeitig das Rote, das Gericht. Als ob hier eine Botschaft drinsteckt, denn was jetzt kommen wird, ist ganz schrecklich. Es sind ganz schreckliche Gerichte. Und von Anfang an soll geklärt werden: Der, der auf dem Thron sitzt, der ist aber nicht böse, und da ist keine Unreinheit in ihm, wenn er Gerichte schickt über die Menschheit. Sondern er selbst ist kostbar und wertvoll, und er ist durchscheinend wie Glas, er ist rein wie Glas. Da ist nichts Böses vorhanden, das Bild von diesen Edelsteinen.
Und ein Regenbogen war rings um den Thron. Also das war auf dem Thron der Sitzende, und rings um den Thron ein Regenbogen von Ansehen gleich einem Smaragd. Das ist jetzt ein grünlich schimmernder Regenbogen. Grün, die Farbe der Treue. Der Regenbogen erinnert an die Treue Gottes bei Noah. Gott hat etwas versprochen. Mitten im Gericht hat er eine Gnade geschenkt, dort bei der Sintflut. Er hat gesagt, es soll nie mehr so eine Flut kommen. Der Regenbogen verbindet Himmel und Erde. Der Regenbogen scheint durch die schlimmen schwarzen Wolken durch. Wenn die Sonne wieder hervorbricht, auf der anderen Seite, gegenüber, dann kommt dieser Regenbogen. Also, der spricht von der Gnade mitten im Gericht.
Also, wir können hier nur ein bisschen uns herantasten. Es steht ja nicht da, was hier gesagt wird, aber wir können hier nur versuchen. Und Assoziationen sollen ja geweckt werden zu dem, was wir bereits wissen aus der Bibel. Also, die Bilder sind alles genommen aus der Bibel, aus dem Alten Testament, oder fast alle Bilder sind genommen aus dem Alten Testament und sollen Assoziationen hervorrufen. Und hier um den Thron herum ist der Regenbogen und erinnert Gott daran, auch wenn es Gericht gibt, es gibt auch Grenzen für das Gericht. Und die Grenze des Gerichts ist dort, wo Menschen nach dem Herrn Jesus kommen. Das wird dann in Kapitel 5 noch geoffenbart werden.
Aber das Gericht ist nicht grenzenlos.

Die himmlische Ordnung und die Mitregierung der Erlösten

Jedenfalls weiter rings um den Thron: 24 Throne, heißt es hier. Also: Rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen sah ich die 24 Ältesten sitzen, umkleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern hatten sie goldene Kronen.
Bitte nicht fragen, wer die 24 Ältesten sind; das wäre falsch gefragt. Wir fragen auch nicht, wer die vier lebenden Wesen sind. Wir sollen fragen, was die 24 Ältesten sind und was die vier lebenden Wesen sind. Was soll dargestellt werden? Das ist ja ein Bild, das hier zu sehen ist. Es geht nicht um irgendwelche Personen, und wir sollen herausdüfteln, wer die Personen sind. Das ist gar nicht wichtig. Wichtiger ist: Was wird dargestellt?
Das müssen wir uns bei all den Bildern in der Offenbarung fragen: Was soll denn das Bild hier zeigen? Dass hier rings um den gottgöttlichen Thron 24 Throne aufgestellt werden, zeigt, dass Gottes Regierung eine Regierung ist, die nicht nur selbständig regiert, sondern die auch seine Regierungsgewalt an andere delegiert, rings um ihn herum. Das ist die Art, wie Gott regiert. Er lässt andere mitregieren!
Hier sind es 24. Die Zahl 24 kommt vielleicht aus dem Alten Testament, von den 24 Priesterklassen. Und diese Wesen, die hier dargestellt werden, haben ja auch Gewänder wie Priester an. Es könnte also sein, dass hier ein Hinweis auf eine Mitregentschaft von Priestern gegeben wird, die mit Gott mitregieren dürfen. Es gibt 24 Priesterklassen in 1. Chronik 24. Das sind Priesterkönige, und sie haben Kronen auf dem Kopf. Also sind sie nicht mehr nur Priester, sie sind auch Könige. Sie sind mit Würde bekleidet.
Nicht fragen, wer sie sind, sondern was wird dargestellt. Es wird die Regierung Gottes dargestellt: ein Gott, der seine Regierung an Geschöpfe delegiert und der sie mitregieren lässt, als Priester und als Könige. Nur das lassen wir so stehen. Weiße Gewänder haben sie also; damit sind sie würdevoll und rein. Sie sind auch ohne Sünde, wie Gott ohne Sünde ist. Und wenn hier Gerichte ausgehen von dem Thron und von den 24 Ältesten her, dann ist nichts Böses dabei.
Die Kronen sprechen also von Regierungsautorität. Und dass die Ältesten genannt werden, zeigt, dass sie weise sind. In der Schrift, im Alten Testament, sind die Ältesten weise Leute, reife, erfahrene Leute, die etwas wissen, die etwas durchgemacht haben. Hier wird die Weisheit herausgestellt. Gott lässt weise Geschöpfe mitregieren, mit sich, erfahrene, reife, die so einen Charakter haben wie er: weiße Gewänder, rein. Das ist erstaunlich.
Wer zum Thron will, der muss da an diesen Geschöpfen vorbei. Die delegierte Autorität Gottes regiert nun den Thron. Und wenn man sich fragt: Was ist das für eine Regierung? Dann ist es eine Regierung, die bereit ist, die Untertanen mitregieren zu lassen. Das gibt es in dieser Welt kaum. Da sind die Regenten, besonders zur Zeit des Johannes. Da waren in Rom die Kaiser. Sie haben absolut regiert; da gab es keine Mitregentschaft, dass man Verantwortung an andere übergibt.
Wachstum hängt davon ab, dass die Regierenden Verantwortung abgeben und dass die Untergebenen lernen, mitzudenken und Mitverantwortung zu übernehmen. Welche Regierung heute tut das, dass die Untergebenen mitdenken, und dass man sie mitdenken lässt und Ratschlag annimmt? Das ist aber Gott. Gott ist so. Gott lässt seine Geschöpfe mitdenken, mit sich. Es ist eine immense Würde des Menschen, die hier gezeigt ist, und eine immense Schönheit dieser Regierung. Der Mensch wird als unendlich wertvoll, oder das Geschöpf überhaupt, als unendlich wertvoll betrachtet.
Das war die Bestimmung des Menschen: mit Gott zu regieren. Der Mensch war Vizekönig auf der Erde und sollte alles regieren, was Gott geschaffen hat. Hier sieht man auch auf den ersten Seiten der Bibel, wie Gott möchte, dass der Mensch mit ihm regiert. Und das Nächste ist: Das ist eine Regierung, die für das Leben ist. Aber da kommen wir gleich hin.

Gericht, Heiligkeit und die lebendigen Wesen

Vers 5: Aus dem Thron
Und aus dem Thron gehen Blitze hervor, Donner und Stimmen. Diese Formel, Blitze, Donner und Stimmen, kommt viermal im Buch der Offenbarung vor, und zwar an ganz kritischen Stellen. Das ist sehr wichtig.
Die Blitze, Donner und Stimmen erinnern an die Erscheinung Gottes am Sinai, dort, wo Gott kam und seine Heiligkeit offenbar wurde, und wo er Gericht angedroht hat für die, die die Gebote Gottes nicht halten. Die Israeliten haben vor Gott gezittert. Blitze, Donner und Stimmen, also starke, rauschende Stimmen, sprechen vom Gericht Gottes, vom Eingreifen Gottes.
Und heute, wenn Gott ein mächtiges Gewitter schickt, dann merken die Leute, wie sehr ihnen das Angst macht. Wenn ein Blitz nur etwa zehn Meter von einem niederfährt, haut einen das um. Blitz, Donner und Stimmen zeichnen das Gericht und das Eingreifen Gottes in seine Schöpfung.
Die Frage war ja: Das müssen wir nicht vergessen. Die Christen der damaligen Zeit waren unter Druck, und es könnte die Frage aufkommen: Schweigt Gott? Schweigt Gott? Greift er denn nicht ein? Gott zeigt jedoch durch die Stimmen, Blitze und Donner, dass er gar nicht schweigt. Oh nein! Gott regiert nicht dadurch, dass er schweigt. Er greift ein, er liebt seine Untertanen sehr, und er spricht sein Wort, seine Stimme, er tönt.
Und diese Stimmen kommen dann immer wieder am Ende dessen, was im Folgenden kommt. In Kapitel 4 bis Kapitel 19, eigentlich bis Kapitel 22, ist eine Darstellung des Gerichts. Da werden zuerst sieben Siegel gezeigt, und beim siebten Siegel, als das siebte Siegel geöffnet wird, kommen wieder diese Stimmen von Donner, Blitze und Hagel, Kapitel 8. Dann kommen noch einmal sieben Posaunen, und wenn die siebte Posaune ertönt ist, kommen wieder die Stimme, die Blitze, die Donner, der Hagel und ein Beben, Kapitel 11 bis 19. Und dann, in Kapitel 15, Vers 4, noch einmal. Entschuldigung, in Kapitel 16 kommen sie dann noch einmal vor, wenn die siebte Schale ausgegossen ist.
Beim siebten Siegel, bei der siebten Posaune und bei der siebten Schale, wenn wir da angelangt sind, kommen jeweils diese Gerichtselemente. Und das will zeigen: Alles geht hin auf ein schreckliches Endgericht. Es gibt immer diese Reihe, und diese Reihe geht immer auf das Ende hin. Das siebte Siegel kündet das Endgericht an, die siebte Posaune kündet das Endgericht an, und die siebte Schale kündet das Endgericht an.
Es ist ganz bewusst so komponiert, dieses Werk hier. Das Gericht wird beschrieben, aber in Stufen. Es geht in Stufen vor, und jedes Mal ist ein gewisses Thema. Jedes Mal geht es zum Ende: Die Siegel gehen zu einem Ende, die Posaunen gehen zu einem Ende, und die Schalen gehen zu einem Ende. Und jedes Mal endet es bei der Wiederkunft Jesu Christi. Jedes Mal ist ein besonderes Thema, aber das später.
Aber jetzt zurück zu unserem Vers hier in Kapitel 4, Vers 5: Aus dem Thron gehen also diese Blitze, Stimmen und Donner hervor, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, die wie die sieben Geister Gottes sind.
Sieben Feuerfackeln sprechen ebenfalls vom Gericht. Feuer spricht in der Offenbarung immer vom Gericht, und auch im Alten Testament an vielen Stellen. Sie brennen vor dem Thron, Fackeln des Feuers, des Gerichtsfeuers. Aber hier sind sie mit dem Heiligen Geist verbunden. Diese Fackeln sind die sieben Geister Gottes, heißt es.
Wir haben schon gesehen in Kapitel 1, dass die sieben Geister Gottes der eine Geist Gottes sind. Die sieben Geister stellen die Totalität des Geistes Gottes dar, die Fülle des Heiligen Geistes. Und dieser Heilige Geist steht in Verbindung mit dem Gericht, das Gott schicken will. Es kommt vom Heiligen Geist her. Die Fackeln stehen auch für Licht, die Fackeln geben Licht. Gott ist von Licht umgeben, aber auch von Heiligkeit, und aus seiner Heiligkeit heraus kommen die Gerichte. Gott muss richten, weil er heilig ist.
Unser Heiliger Geist ist ein heiliger Geist, ein Feuergeist, der das Böse mit Feuer verzehrt. Und dann steht vor dem Thron ein gläsernes Meer, gleich Kristall.
Weiß jemand, wo das Meer noch vorkommt, allerdings nicht gläsern, sondern kupfern? Im Tempel, genau, im Alten Testament. Das sind auch Bilder dessen, was hier gesehen wird. Vor dem Thron ein gläsernes Meer, auch aus dem Tempel. Das ist dem Tempelsbild entnommen. Es kommt sehr vieles, was im Buch der Offenbarung steht, aus der Rede vom Tempel. Auch das neue Jerusalem ist ein großer Tempel.
Hier ist das gläserne Meer. Das war das riesengroße Waschbecken, das deshalb Meer genannt wird, weil es so groß war. Das ist der einzige Gegenstand, der nicht abgemessen wird. Bei den anderen Gegenständen wird genau gemessen, wie groß sie sind; beim Waschbecken nicht. Das ist uferlos, da kann man viel waschen. Da gibt es keine Maße. Und dieses Meer, darin haben sich die Priester die Füße gewaschen, die Hände gewaschen, bevor sie in das Allerheiligste hineingekommen sind. Und wenn ein Priester neu eingeweiht wurde, wurde er in diesem Meer, in diesem großen Waschbecken, gebadet. Es spricht also von Reinigung.
Aber hier vor diesem Thron ist das Meer nicht mehr aus Wasser, sondern das Wasser wird zu Glas. Das verfestigt sich, und wenn das Wasser sich verfestigt, dann zieht es auf wie Glas, ein gläsernes Meer. Das ist nicht mehr ein unruhiges Meer, das Wellen wirft oder so. Das heißt: Alles ist fest geworden, gläsern.
Was soll damit ausgedrückt werden? Hier geht es nicht mehr um ein Toben des Meeres oder so, und hier geht es auch nicht mehr um Waschen, sondern hier geht es darum, dass die Waschung abgeschlossen ist. Es ist alles verfestigt, wie zu Eis oder Glas erstarrt.
Vorher musste, weil Gott in Jerusalem wohnen wollte und in Jerusalem einen Tempel bauen ließ, in dem Tempel wohnen wollte, man sich waschen. Weil die Menschen Sünder sind, müssen sie gewaschen werden. Das Waschen ist ein Bild auf die Vergebung der Sünden. Deshalb kam der Herr Jesus, damit wir gewaschen werden können. Das Bad der Wiedergeburt ist die große Waschung am Anfang des Christenlebens. Und dann braucht es die tägliche Fußwaschung. Und das ist jetzt nicht mehr nötig.
Wo der Thron Gottes ist, da gibt es nicht mehr ein tägliches Waschen. Warum? Weil dort nur noch Heiligkeit ist. Das verfestigt sich da. Aber das war sich noch eine Erinnerung, oder das Glas ist jetzt das gläserne Meer. Das könnte damit ausgedrückt werden. Ich versuche hier ein bisschen, mich heranzutasten. Man kann ja nicht alles mit hundertprozentiger Sicherheit ausdeuten. Man kann nur versuchen, mit Assoziationen heranzugehen: Was ist im Alten Testament darüber ausgesagt, und was könnte das deshalb bedeuten?
Also hier das Meer gleich Kristall. Und inmitten des Thrones, das ist die nächste Beschreibung, das ist jetzt mittlerweile schon die siebte Beschreibung, inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebende Wesen. Und das ist jetzt das Wichtigste, und bei dem bleibt jetzt die längste Zeit, weil alles, was jetzt kommt, mit Leben zu tun hat. Schau dir mal, wie oft hier das Wort Leben vorkommt: vier lebende Wesen, Vers 7 lebende Wesen, Vers 8, Vers 7 noch einmal himmlische Gestalten steht da, jetzt sollte stehen lebende Wesen, Vers 7 das erste lebende Wesen, dann das zweite lebende Wesen, das dritte lebende Wesen, das vierte lebende Wesen, Vers 8 die vier lebenden Wesen, Vers 9 die lebenden Wesen, Vers 9 am Ende, der in alle Ewigkeit lebt, Vers 10 sie huldigen dem, der in alle Ewigkeit lebt.
Immer wieder geht es um Leben. Diese Regierung ist eine Regierung, die es für das Leben ist, und auch das Gericht kommt, und viel Tod geschieht. Diese Regierung des Himmels ist für das Leben.
Diese vier lebenden Wesen: Nicht fragen, wer sind sie, fragen, was sind sie. Sie sind Darstellung des Lebens und des Lebenden, des Gottes, der lebt. Sie stellen den eigen charakteristischen Zug des Wesens Gottes dar und vor allem der Regierung Gottes. Sie sind ja um den Thron. Also zeigen sie etwas von der Regierung Gottes.
Was sind sie? Sie sind löwenstark, stierfest, menschenweise und adlerschnell. Das sind diese lebenden Wesen. Das erste lebende Wesen ist löwenstark. Was ist stärker als ein Löwe? Nicht? Der Löwe ist das stärkste Tier, heißt es in der Bibel. In 2. Samuel 1,23 steht das. Dort werden Saul und Jonathan beschrieben, und er nimmt die stärksten Tiere, die es gibt, und sagt: Diese zwei sind stärker als die Löwen und schneller als die Adler.
Ja, was ist schneller als ein Adler, oder? Das sind übrigens beliebte Wappentiere: die Löwen und die Adler und die Stiere und auch der Mensch. Was ist klüger als ein Mensch? Welches Wesen hat Gott geschaffen, das klüger ist als ein Mensch? Der Mensch ist das Intelligenzwesen schlechthin, der Schöpfer.
Der Löwe ist das starke Tier der Schöpfung unter den wilden Tieren, der Stier ist das feste, das beständige Tier unter den Haustieren oder Nutztieren, und der Adler ist das schnelle Tier, der König der Lüfte. Der Mensch ist das Intelligenzwesen schlechthin. Es wird etwas von der Regierung dargestellt, es geht hier um Königtum.
Die Regierung, welche Art ist die Regierung Gottes? Sie ist für das Leben, aber sie ist stark, diese Regierung, und sie ist fest, diese Regierung. Sie ist nicht beständig, heißt das. Es ist nicht eine wetterwendige Regierung, wie wir das bei uns heute kennen. Mal kommt der an die Regierung, dann ist alles wieder anders, und dann der Nächste. Es ist schwierig zu leben, auch im Römischen Reich, schwierig, oder? Kaum ist der Kaiser näher und tot, kommt der Nächste, und der regiert nicht lange, und dann kommt schon wieder der Nächste. Da gab es drei Kaiser in einem Jahr. Frau Kaisa.
Also hier dargestellt: die Stärke dieser Regierung, die Kraft, dann die Beständigkeit dieser Regierung, dann die Weisheit, Intelligenz dieser Regierung, der Mensch als das Intelligenzwesen schlechthin. Sie hat das Angesicht eines Menschen. Das Dritte, das Vierte, das war wie ein Adler: die Schnelligkeit dieser Regierung. Sie handelt schnell, im Gegensatz zu Regierungen, die oft sehr lange brauchen, bis sie handeln, oder zu den Beamten. Wenn man von österreichischen Beamten spricht, dann gibt es ganz gute Begegnungen. Aber diese Regierung ist schnell, die handelt schnell, sie reagiert unmittelbar.
Also eine Regierung, in der Stärke ausgedrückt ist durch den Gottesnamen El Shaddai, die Beständigkeit durch den Gottesnamen El Olam. El Shaddai ist der Mächtige, El Olam ist der Ewige. Die Schnelligkeit ist ausgedrückt durch Gott, den Allwissenden, den allwissenden Gott. So allwissend und so schnell, dass er überall gleichzeitig sein kann. Yahweh, der da ist und der da war und der da kommt. Yahweh.
Die Weisheit dieser Regierung, die Allwissenheit. Also wir haben hier die Allmacht, das Erste. Die Ewigkeit, Beständigkeit, das Zweite. Die Weisheit, Wissenheit, Allwissenheit, das Dritte. Und die Allgegenwart, so schnell, dass er überall gleichzeitig sein kann, das Vierte. Also allmächtig, ewig, allwissend und allgegenwärtig. Das sind die vier großen Eigenschaften eines Gottes, des einzigen Gottes, den es gibt. Aber das ist hier bezogen auf die Regierung, vergessen Sie das nicht, nicht auf das Leben Gottes. Es geht um den Thron Gottes, das ist dieser Thron.

Wachsamkeit, Heiligkeit und die Anbetung des Ewigen

Und Vers 8, so die U-Bahn wird fest, Vers 8, ja, und die vier lebenden Wesen, die ringsherum und innen voll überdeckt waren, hatten Augen und je sechs Flügel.
Jetzt ist noch etwas beschrieben: Diese vier lebenden Wesen sind ringsherum und innen voll überdeckt mit Augen. Also mit einem Auge sieht man schon recht viel, und mit zwei sehr viel. Aber wenn man so viele Augen hat, dass das ganze Wesen voller Augen ist, dann sieht man sehr, sehr, sehr viel. Das zeigt hier diese Wachsamkeit. Sie bewachen die Heiligkeit Gottes, sie schauen auf alles. Die Augen Gottes schweifen überall umher, sie schlafen nicht, sondern Tag und Nacht, ohne Pause, rufen sie: Heilig, heilig, heilig. Gott schläft nicht, diese Augen gehen nicht zu.
Jesus hatte sechs Flügel, um zu sausen. Wenn Gott spricht, sind sie dahin, wie die Engel, die sofort fliegen, wie die Cherubim in Jesaja 6. Wir haben ja auch Cherubim dargestellt. Es gibt ja verschiedene Arten von Engeln, Seraphim und Cherubim. Cherubim sind in Ezechiel und in Jesaja, Seraphim haben es genau: sechs Flügel. Mit zweien fliegen sie, mit zweien bedecken sie ihr Angesicht, mit zweien bedecken sie ihre Beine. Also Seraphim, es gibt verschiedene Engelswesen, egal ob es Engel sind oder nicht. Jedenfalls wichtig ist, was sie sind: Sie stehen da für das Leben, für das Leben dieser Regierung, für die Wachsamkeit. Sie bewachen die Heiligkeit Gottes, sie sind Wächter des Throns Gottes, und sie sind bereit, die Befehle Gottes auszuführen. Ihre Flügel zu zeigen, sechs Flügel, also hier sind sie so ähnlich wie die Seraphim, sie sind jetzt ähnlich.
Sie sind alles Bilder aus dem Alten Testament, die ihr hier seht. Seit acht Uhr Tag und Nacht sagen sie ohne Pause: „Heilig, heilig, heilig ist dreimal heilig dieser Gott, dreimal heilig.“ Es ist kein Gegensatz zwischen Leben und Heiligkeit. Gott ist für das Leben, und er ist selber der Lebende, aber er ist auch heilig. Es ist ganz falsch, wenn man meint, man könne leben ohne Gott und ohne Heiligkeit. Das geht nicht, das widerspricht sich. Leben und Heiligkeit gehören zusammen und sind wichtig, auch für die Leser dieses Briefes und auch für uns heute. Zu wissen: Leben und Heiligkeit gehören zusammen. Unheiligkeit und Tod gehören auch zusammen. Unheiligkeit führt zum Tod. Eine Menschheit, die unheilig lebt, muss gerichtet werden.
Ja, und dann: heilig, heilig, heilig. Und jetzt kommt die vierfache Bezeichnung Gottes: Ist der Herr, Gott, der Machthaber über alles, der da war, der da ist und der da kommt. Das sind die vier Gottesnamen: der Herr, Adonai; Gott, Elohim; der Machthaber über alles, El Shaddai; und der da war und der da ist und der da kommt, ist Jahwe. Es sind vier besondere Gottesnamen, die im Alten Testament eine sehr große Rolle spielen: Adonai, der Gebieter, der Herr; Elohim, der Gott; El Shaddai, der Mächtige oder Allmächtige; und Jahwe ist der, der ist und der war und der kommt. Der war und der ist und der kommt, das ist der ewige Bundesgott, der sich an seine Verheißungen hält, der immer der gleiche bleibt, der das tut, was er versprochen hat. Der war und der ist und der kommt. Ich bin, der ich bin, und ich war, der ich war, und ich werde sein, der ich war und ich bin, der ich sein werde, und ich bin, der ich und ich werde sein, der ich war.
Das Wort Jahwe heißt übersetzt: „Ich bin, der ich bin“, oder mit allem Zeit von kann man das über Breschen sagen, da ist der Breschen hier keine Zeit von, denn das ist die Welt. Nein. Und Tag und Nacht sagen sie ohne Pause: „Heilig, heilig, heilig.“ Wie sie die Offenbarung den Gläubigen hier bekommen, die Johannes sie bekommt, kann für die Gläubigen eine große Ermutigung sein.
Und jedes Mal, wenn die Lebewesen Herrlichkeit und Ehre und Dank geben werden dem, der auf dem Thron sitzt, dann werden die 24 Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt. Und sie huldigen dem, der in alle Ewigkeit lebt, und werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sagen: „Würdig bist du, Herr, zu empfangen die Herrlichkeit, die Ehre und die Kraft.“
Jetzt kommt hier die Anbetung, wird hier beschrieben: die Anbetung durch die Ältesten, durch die, die rund um den Thron sind. Ein Bild, das einfach die göttliche Regierung darstellt, eine Regierung, die gut ist, so dass die anderen niederfallen, die rundherum sind, und ihnen die Ehre geben. Huldigen heißt hier übrigens nicht anbeten. Das Wort heißt anbeten oder huldigen, aber hier ist huldigen gemeint. Huldigen ist eine Haltung. Anbeten, das Wort anbeten, hat neuerdings eine neue Bedeutung bekommen, vor allem durch die charismatische Bewegung. Und deshalb würde ich mich dieses Wort zu verwenden. Es ist nämlich das Wort huldigen, wie im Griechischen proskynäo, heißt niederfallend, sich niederwerfend. Huldigen, Entschuldigung, ja, also anbeten, sich niederwerfen und huldigen, wem finden, ihm die Ehre geben. Sie huldigen dem, der in aller Ewigkeit lebt, und werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder, also keine eigene Ehre. Alles, was sie bekommen haben als Lohn, diese Kronen, sie zeigen ihre delegierte Autorität, das werfen sie hin. Das ist nichts wert von ihm, sie geben ihm die Herrlichkeit. Nichts kommt von uns, alles kommt von dir, sagen sie damit.
Würdig bist du eben, genau das drücken sie jetzt mit Worten aus: Würdig bist du, die Herrlichkeit und die Ehre zu empfangen, würdig bist du Herrlichkeit, Ehre, Kraft, diese drei Dinge. Herrlichkeit heißt Glanz, Ehre heißt Ruhm, Kraft Macht, das gehört alles ihm und gebührt ihm. Warum gebührt ihm das? Weil er die Quelle der Kraft ist, weil alles von ihm kommt und weil alles zu ihm hingeht. Würdig bist du, weil du alle Dinge geschaffen hast, weil alles von ihm kommt, und wegen deines Willens sind sie da. Alles ist Gott gewollt, alles ist wegen deines Willens da, und wegen deines Willens wurden sie geschaffen. Das Wort wegen könnte hier auch im Sinne von für aufgefasst sein, also für deinen Willen, um deinen Willen zu tun, wurden sie geschaffen.
Gott ist würdig, alle Ehre zu empfangen, weil er der Schöpfer ist und weil alles zu seiner Ehre gemacht ist. Und deshalb sollen alle geschaffenen Wesen sich dessen bewusst werden und dementsprechend handeln und ihm die Ehre geben. Und jeder soll wissen: Ich bin gewollt, wegen deines Willens sind sie da, und auch ich. Ich bin gewollt, ich bin da wegen seines Willens, und Gott wollte mich genau so haben, wie er mich machte, und nicht anders, wie er mich geschaffen hat, zu seiner Ehre. Und glücklich sind wir, wenn wir das verstehen und akzeptieren und ihm dienen. Alles ist geschaffen worden, um ihm zu willen zu sein, ihm zu dienen, für seinen Willen da zu sein. Er will lauter Freiwillige haben, die sagen: Ja, Herr, hier will ich. Das ist der Sinn unseres Daseins, ihm zu willen zu sein und von Willen ihm hinzugeben und sagen: Herr, für deinen Willen bin ich da. Sehr, sehr schön diese Anbetung.

Die versiegelte Buchrolle und die Frage nach der Geschichte

Jetzt haben wir noch fünf Minuten für das fünfte Kapitel. Das geht natürlich nicht, aber wir können mal anfangen.
Das fünfte Kapitel: Da haben wir eine Buchrolle, die jetzt beschrieben wird. Es heißt hier: „Und ich sah auf der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch“, also man könnte übersetzen: eine Buchrolle. Denn es war ja eine Rolle, innen und auf der Rückseite beschrieben, versiegelt mit sieben Siegeln.
Und jetzt beginnt, je nachdem, wie gezeigt wurde, wer der ist, der auf dem Thron sitzt, und wie seine Regierung ist, jetzt wird etwas gesagt von Geschichte. Vorher wurde etwas gesagt von seiner Art der Regierung. Und jetzt kommt Geschichte ins Spiel. Und die Geschichte hat etwas zu tun mit diesem Buch, das innen und außen beschrieben ist und versiegelt mit sieben Siegeln. Gott ist nämlich nicht nur der Schöpfergott, er ist auch der Geschichtsgott.
Und ich sah einen starken himmlischen Boten, einen starken Engel. Den werden wir in Kapitel 10 da noch einmal treffen, diesen Engel. Da kommt nur zweimal vor, dieser starke himmlische Bote: Kapitel 10 am Anfang und Kapitel 5 am Anfang. Das wird sehr wichtig sein, diese Verbindung, die wir dann da sehen.
Also, Vers 1: Er sieht. Es wird gezoomt, der, der auf dem Thron sitzt, und die rechte Hand wird jetzt näher betrachtet. Das ist die starke Hand dessen, der auf dem Thron sitzt, und da ist jetzt diese Buchrolle in seiner Hand. Und sie ist voll Inhalt, so voll geschrieben, dass man sogar innen und außen geschrieben hat. So viel Stoff. Und sie ist ganz und gar verschlossen, siebenfältig verschlossen, mit sieben Siegeln.
Und diese Siegel sind angebracht an der Außenseite. Und wenn man das Buch öffnen will, dann ist das Buch erst offen, wenn das siebte Siegel gebrochen ist. Man kann also nicht sagen, das Buch ist ein bisschen offen, wenn man das erste Siegel öffnet, dann wird noch ein bisschen mehr geöffnet, wenn man das zweite Siegel öffnet. Nein, das Buch bleibt verschlossen bis zum siebten Siegel. Erst wenn das siebte Siegel geöffnet ist, erst dann kann man lesen, was in dem Buch steht.
Das ist wichtig für das, was dann kommt. Denn der Inhalt der Siegel, der Inhalt des Buches, ist nicht, was in Kapitel 6 steht. Denn in Kapitel 6 heißt es nur, dass diese Siegel dann gebrochen werden und was jeweils der begleitende Umstand ist, während das Buch, während die Siegel geöffnet werden. Es ist aber nicht so, dass das erste Inhalt ist, ein Stück von dem Buch wird jetzt schon vorgelegt. Nein, nein, nein, das steht auch gar nicht im Text. Aber man überhört das immer wieder, und man liest das immer wieder in Kommentaren. Nein, es geht darum, dass das Buch verschlossen bleibt und erst wenn das siebte Siegel offen ist, dann wird das Buch offen.
Was ist das? Was hat es denn mit sich? Was hat es auf sich mit diesem Buch? Das erklärt Kapitel 5. Wenn wir das lesen, aufmerksam, dann werden wir verstehen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Also, er sieht den starken Engel. Mit großer lauter Stimme rief er: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen? Und nicht einer im Himmel, noch auf der Erde, noch unter der Erde vermochte, das Buch zu öffnen, noch auch es anzusehen. Und ich, ich weinte viel, weil nicht einer für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und zu lesen, noch es anzusehen.
Und einer der Ältesten sagt zu mir: Weine nicht, siehe, der Löwe überwand, der Löwe hat überwunden, der, der aus dem Stamm in Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu lösen.
Also hier haben wir die Frage: An alle Geschöpfe in der Welt wird die Frage gestellt, wer denn würdig ist, das Buch zu öffnen, und es gibt niemanden in der Welt, der das Buch öffnen kann. Und Johannes weint. Man fragt sich, wieso weint denn der Johannes? Weil niemand das Buch öffnen kann. Es hat zu tun mit dem Elend dieser Welt.
Und vergessen wir nicht: Das Thema ist noch immer der Thron. Es geht um den göttlichen Thron, um die göttliche Regierung. Und es geht aber auch gleichzeitig um die Geschichte der Menschheit. Und wenn Johannes die Geschichte der Menschheit ansieht, dann sieht er Furchtbares. Dann sieht er eine menschliche Kämpferei um die Weltherrschaft bis zum heutigen Tag. Dann sieht er in Begleitung, in diesem Kampf um die Weltherrschaft, Kriege, die geführt werden. Die Folge von Kriegen sind Hungersnöte, und die Folge von Hungersnöten sind Krankheiten und Tod.
Wenn Sie sich schreckliche Dinge in dieser Welt, die geschehen, und ja, soll denn dieser Kreislauf von Machtkampf und Kriegen und Hungersnöten und Krankheiten und Seuchen und Tod und Verfolgungen, soll denn das für immer so weitergehen? Wenn niemand das Buch öffnen kann, ist denn das der Sinn der Geschichte, dass alles so bleibt und es gibt keinen Ratschluss weiter, was mit der Welt geschehen soll? Hier in dem Buch ist etwas geschrieben, offensichtlich, was dahin führen soll.
Nun, wir schauen, wir schauen, wir lesen zuerst, bevor wir da weiter etwas sagen. Jedenfalls wird ihm gesagt: Einer ist würdig. Vers 5: Weine nicht, der Löwe hat gesiegt. Es gibt einen Löwen, der ist sehr, sehr stark, und der ist aus dem Stamm Juda. Das ist die Wurzel Davids, das ist der, von dem David herkommt. Der Herr David, der Herr sprach zu meinem Herrn, bitte mich zu meiner Rechten. Die Wurzel von David ist der Herr David, der sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Der Herr sprach, Yahweh sprach zu meinem Herrn: Setze mich zu deiner Rechten, sagt David. David hat einen Herrn, und dieser Herr, das war niemand anders als der Messias. Der Löwe hat überwunden, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu lösen.
Es gibt jemanden, der die Geschichte zu Ende führt, und es gibt jemanden, der da in dieses furchtbare Elend hineinkommt.

Das Lamm im Zentrum der Macht und die Antwort des Himmels

Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones, also ganz im Zentrum, in der Mitte des Thrones und der vier lebenden Wesen und in der Mitte der Ältesten war ein Lamm. Es stand da wie geschlachtet. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen, die sieben Geister Gottes, die ausgesandt worden sind zur ganzen Erde.
Hier ist ein Lamm, es ist kräftig, mit sieben Hörnern. Das Horn ist im Alten Testament immer ein Sinnbild für Macht. Das ist ein ganz mächtiges Lamm, aber es sieht gar nicht mächtig aus. Er hört von einem Löwen und sieht sich um und will den Löwen sehen. Er hört vom Löwen und sieht ein Lamm. Der Löwe, der überwunden hat, ist ein Lamm. Hier ist ein Doppelbild. Der Löwe ist ein Lamm, und es ist in der Mitte des Thrones. Und das ist der Schlüssel der Geschichte, dieses Lamm.
Dieses Lamm ist geschlachtet worden und hat sieben Hörner. Jetzt steht es mit voller Kraft da, mit voller Regierungsmacht, mit sieben Augen. Das heißt, es sieht. Es sieht sehr viel, sieht alles. Sieben ist die Zahl der Fülle. Sie sagt: Wie zahlt er Totalität? Sieben Augen, und das sind die sieben Geister Gottes, die Fülle des Geistes. Die sieben Augen, mit denen er sieht und alles weiß, sind die sieben Geister Gottes, die ausgesandt worden sind zur ganzen Erde. Die ganze Erde überblickt er mit diesen Augen. Dieser Ausdruck kommt aus Zacharia 4, ausgesandt zur ganzen Erde.
Und er kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron sitzt. Also, er kam und schon hat er das Buch genommen. So steht es im Griechischen. Er kam und schon hat er das Buch genommen, so schnell ging das. Der kann einfach hingehen und das wegnehmen oder einfach nehmen, in Empfang nehmen, weil er würdig ist. Und als er das Buch nahm, fielen die vier lebenden Wesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Und sie hatten ein jeder eine Harfe und goldene Schalen, gefüllt mit Räucherwerk. Da sind die Gebete drin.
Und sie singen ein neues Lied, dessen Worte lauten: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, weil du geschlachtet wurdest und uns für Gott erkauft hast mit deinem Blut aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation. Und du hast uns zu Königen und Priestern für unseren Gott gemacht, und wir werden als Könige herrschen auf der Erde.
Und ich sah, und ich hörte die Stimme vieler himmlischer Boten um den Thron her und die Stimme der lebenden Wesen und der Ältesten und die Stimme von Tausenden mal Tausenden. Und sie sagten in großer, lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu nehmen die Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lob.
Und jedes Geschöpf, das in den Himmeln und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was an diesen Orten ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt in alle Ewigkeit Lob und Ehre und Herrlichkeit und die Macht.
Und die vier lebenden Wesen sagten Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten den an, der in alle Ewigkeit lebt.

Die Herrschaft des Lammes und die Deutung der kommenden Gerichte

Merkt ihr da etwas? Die Anbetung Gottes – so muss ich sagen. Im Kapitel 4 ist es die Anbetung Gottes. Oder haben Sie Gott angebetet? Im Kapitel 5 fallen sie vor Gott nieder und sagen mit lauter Stimme: „Würdig ist das Lamm, die Kraft zu nehmen, Reichtum, Weisheit, Stärke, Ehre, Herrlichkeit und Lob.“
Siebenfache Anbetung bekommt hier das Lamm. Und diese ganze Anbetung mündet wiederum in den, der auf dem Thron sitzt. Ihm und dem Lamm gebühren alle Ewigkeit Lob, Ehre, Herrlichkeit und Macht. Die ganze Anbetung mündet jetzt in Gott und das Lamm. Das heißt: Der, der auf dem Thron sitzt, war zuerst der, der die Regierung hat. Und jetzt kommt ein Lamm, und dieses Lamm bekommt die gleiche Ehre wie der, der auf dem Thron sitzt. Und dieses Lamm hat alle Macht und alle Ehre.
Und die Frage ist: Was ist also mit dieser Welt? Wenn das Lamm alle Macht hat und alle Ehre, und wenn das Lamm würdig ist, diese Buchrolle zu öffnen, dann muss ja die Buchrolle etwas zu tun haben mit der Königsherrschaft über dieser Erde. Das Thema, um das es in der Offenbarung geht, ist: Wem gebührt alle Macht und alle Herrlichkeit?
Deshalb hatten wir in Kapitel 1, Vers 8, in der Einleitung die Frage gestellt, oder wurde die Frage beantwortet: Ihm gebührt in alle Ewigkeit alle Macht und alle Herrlichkeit. Ihm? Wem? Wer war das? Kapitel 1, Vers 8? Der Erste und der Letzte. Der, der in den Wolken kommt, also der, der uns liebte, Vers 5, und uns durch sein Blut gewaschen hat. Auch macht er uns zu Königen und zu Priestern, und ihm gebühren Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit.
Das ist der, der kommt, Vers 7. Er kommt mit den Wolken. Und in Vers 8: Das ist der Alpha und der Omega, der Anfang und das Ende, der da ist und der da war und der da kommt. Gott selber kommt. Aber wir erfahren hier, und wir erfahren das schon in der Einleitung: Das ist der, durch dessen Blut wir gewaschen werden. Der bekommt alle Ehre. Ein Mensch bekommt alle Ehre. Ein Mensch, der zugleich auch Gott ist, der da ist und der da war und der da kommt.
Und der ist würdig, die Geschichte zu einem Ende zu führen. Und der ist würdig, das Thema Weltherrschaft und alle Macht und alle Herrlichkeit, dieses Thema zu offenbaren und dieses Thema zu Ende zu führen. Es geht um die Weltherrschaft. Und das erste Siegel, das dann gebrochen wird, da reitet einer durch die Geschichte und reißt die ganze Macht, das ist die Welt und die Macht, an sich. Wir kommen morgen zu diesem Siegel.
Also: Was jetzt kommt im Buch der Offenbarung, ist nicht Inhalt des Buches, sondern es sind Begleitumstände, während das Buch geöffnet wird. Das Buch ist erst offen, wenn das siebte Siegel offen ist, also erst ab Kapitel 8, Vers 1, dann nämlich ist das Buch offen. Aber was bis dorthin geschieht, was die Öffnung der Siegel begleitet: Es geht hier um ein Thema, es geht nicht um Historie.
Was jetzt kommt in Kapitel 6 ist nicht Geschichtsablauf, und das ist ein Missverständnis des Buches der Offenbarung, wenn man meint, was in Kapitel 6 steht, sei ein Ablauf der Geschichte. Manche Ausleger sind da ganz in die Irre gegangen. Das steht auch nicht im Text. Nein, das sind Begleitumstände in der Vision. Was da jetzt gesehen wird, das sind jeweils Themen, die etwas zeigen wollen über diese Not, in der wir heute leben, in der die Menschen damals lebten, und wie dann das Lamm die Antwort ist auf die Not. Aber das kommt dann morgen.
Jetzt haben wir das Thema getobt, aber man kann ja fast nicht aufhören.