Die meisten von uns haben schon davon geträumt, wie das wäre wenn wir
einmal im Lotto gewinnen würden. Ja – viele beschleunigten ihre Träume,
indem sie einen Lottozettel ausfüllten. Man träumt dann nicht nur in der
Nacht, sondern lebt mit Tagträumen. Doch dann, am Tag der Ziehung, platz
der Traum.
Ein Gewinn bei Wer wird Millionär" ist schon etwas anspruchsvoller, da
kann ich nicht einfach einen Lottoschein ausfüllen, da muss ich doch noch
einiges wissen, aber wenn ich es schaffe, dann – so hoffen wir – sind wir
überglücklich.
Die Sehnsucht nach dem grossen Preis steckt tief in uns drin. Sei es, im
Beruf Erfolg zu haben, eine Castingshow zu gewinnen, einmal Miss oder
Mister Schweiz sein, oder sogar noch besser Miss Universe, Model des
Jahres oder wie alle diese Titel und Auszeichnungen heissen. Einfach
einmal aus der Masse herausragen, einmal jemand besonderes sein – das
wäre schon schön – oder?
Leider gelingt das sehr wenigen Menschen. Bei Musicstar meldeten sich über
3000 Leute und nur jemand konnte gewinnen.
Natürlich, nicht alle wollen so in die Öffentlichkeit, es gibt sogar Leute
die Angst vor viel Geld bekommen. Wie der Mann aus Dortmund, der zwischen
50 u. 60 Jahren alt ist und dieses Jahr im Lotto 9 Mio. € gewann. Er
wollte den Gewinn erst gar nicht abholen. "Er hatte einfach Angst vor dem
plötzlichen Reichtum." Die Lottogesellschaft überzeugen davon, eine
Stiftung zu gründen, damit mit diesem Geld Menschen unterstützt werden
können.
Das Verhalten dieses Mannes ist für viele unverständlich, aber er war sich
immerhin dessen bewusst, wie Geld Menschen verändern kann und leider
nicht immer in positiver Weise, so wie ein aufgebrachter Mann zum Rabbi
ging und fragte:
"Rabbi, es ist entsetzlich. Gehst du zu einem Armen - er ist
freundlich, er hilft dir, wenn er kann. Gehst du zu einem Reichen - er
sieht dich nicht einmal. Was ist das nur mit dem Geld?" Da sagt der
Rabbi: "Tritt ans Fenster! Was siehst du?" "Ich sehe eine Frau mit
einem Kind an der Hand. Ich sehe einen Wagen. Ich sehe ..." "Gut", sagt
der Rabbi, "und jetzt stell dich hier vor den Spiegel! Was siehst du?"
"Nu, Rabbi, was werd' ich sehn? Nämlich, mich selber." Darauf der
Rabbi: "Siehst du, so ist es. Das Fenster ist aus Glas gemacht, und der
Spiegel ist aus Glas gemacht. Kaum legst du ein bisschen Silber hinter
die Oberfläche - schon siehst du nur noch dich selber!"
Wenn man noch nicht am Ziel seiner Träume ist, hat man zwar noch viele
Ideale, wenn ich dann einmal reich bin oder dieses und jenes habe, dann
werde ich… Ein Mann der sich schon über Jahre Gedanken macht, was er mit
einem fetten Lottogewinn machen würde sagt:
Früher hätte ich immer gesagt, ich würde die Hälfte spenden oder
anderen etwas Gutes damit tun. Inzwischen bin ich mir relativ sicher,
dass ich - würde der Fall tatsächlich eintreten - doch zu egoistisch
wäre und das Geld für mich behalten würde.
Wir erliegen immer der Illusion, dass Glück und Glücklichsein mit Geld und
Erfolg zusammenhängen. Wer Geld und Erfolg hat, der ist glücklich.
Natürlich kennen wir genügend Beispiele von Menschen, die Geld und Erfolg
haben, aber sich nicht als glücklich bezeichnen würden und wir kennen
viele, die an ihrem Erfolg und Reichtum zugrunde gingen.
Leo Tolstoi erzählt folgende Legende: Ein Zar war schwer erkrankt und
versprach: "Die Hälfte meines Reiches will ich dem geben, der mich
wieder gesund macht!" Da versammelten sich alle Weisen des Landes und
beratschlagten, wie sie den Zaren heilen könnten. Aber niemand wusste
Rat. Nur ein Weiser erklärte: "Wenn man einen glücklichen Menschen
findet, ihm sein Hemd auszieht und es dem Zaren anlegt, dann wird der
Zar genesen." Daraufhin schickte der Zar Boten aus, die in seinem
weiten Reich einen glücklichen Menschen suchen sollten. Aber es gab
keinen einzigen Menschen, der mit allem wahrhaft zufrieden und deshalb
glücklich gewesen wäre. Der eine war zwar gesund, aber sehr arm dabei.
Und wenn einer sowohl gesund wie reich war, dann taugte seine Frau
nichts, oder seine Kinder waren nicht geraten. Kurz - alle hatten
Grund, sich über etwas zu beklagen. Da ging einmal spät am Abend der
Zarensohn an einer armseligen Hütte vorüber, und er hörte, wie drinnen
jemand sagte: "Nun ist Gott sei Dank meine Arbeit geschafft, ich habe
gut verdient, ich bin satt und kann mich nun ruhig schlafen legen. Was
wünsche ich noch? Ich wüsste es nicht!" Den Zarensohn erfasste eine
große Freude. Nach seiner Rückkehr in den Palast befahl er, diesem
Manne sein Hemd auszuziehen und ihm dafür so viel Geld zu geben, wie er
nur wünschte, und dem Zaren das Hemd zu überbringen. Die Boten eilten
zu dem glücklichen Menschen, um ihm gegen schweres Gold sein Hemd
einzutauschen. Aber der Glückliche war so arm, dass er gar kein Hemd
hatte...
Das Glück ist oft dort zu finden, wo man es gar nicht erwartet. Jesus sagte
diesbezüglich etwas ganz interessantes, zugegeben ist auch etwas krass:
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um
meinetwillen verliert, wird es finden. Matthäus 16, 25.
Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst
dabei unheilbar Schaden nimmt? Oder was kann ein Mensch als Gegenwert
für sein Leben geben? Matthäus 16, 26.
Mit anderen Worten: Wenn Du Dich im Leben auf das konzentriert, was Dir
hier für kurze Zeit ansehen verschafft, wenn Du nur dafür lebst, dann
wirst Du Dein Leben verlieren, das wahre Leben begegnet Dir gar nicht. Du
lebst am Leben vorbei. Wenn Du aber Dein Leben in Verbindung mit Jesus
lebst, wirst Du das wirkliche Leben entdecken, ein Leben, das über diese
Welt hinaus bedeutungsvoll bleibt.
Sicher, Du verliert etwas, wenn Du mit Jesus leben willst. Du verliert die
vielen Illusionen und Lügen, mit denen wir so gerne Leben. Wenn Du mit
Jesus lebst, lässt Du das freiwillig los, was Du früher oder später
ohnehin loslassen musst, denn das letzte Hemd hat bekanntlich keine
Taschen. Wie es in der Bibel heisst:
Haben wir etwas mitgebracht, als wir in diese Welt kamen? Nicht das
Geringste! Und wir werden auch nichts mitnehmen können, wenn wir sie
wieder verlassen. 1. Timotheus 6, 7.
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Mit Jesus leben heisst nicht arm zu
sein und nichts vom Leben zu haben. Die Bibel lehrt die Reichen nicht,
arm zu werden. Der Apostel Paulus schrieb:
Schärfe denen, die es in dieser Welt zu Reichtum gebracht haben, ein,
nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf etwas so
Unbeständiges wie den Reichtum zu setzen, sondern auf Gott; denn Gott
gibt uns alles, was wir brauchen, in reichem Mass und möchte, dass wir
Freude daran haben. 1. Timotheus 6, 17.
Ermahne sie, Gutes zu tun, freigebig zu sein und ihren Besitz mit
anderen zu teilen. 1. Timotheus 6, 18.
Nein, Gott möchte unser Leben nicht zerstören – im Gegenteil, er liebt uns
und will das Beste für uns. In der Bibel werden die jungen Leute sogar
ermutigt das Leben zu geniessen:
Freu dich, junger Mensch! Sei glücklich, solange du noch jung bist! Tu,
was dir Spass macht, wozu deine Augen dich locken! (Prediger 11, 9)Wir dürfen und sollen das Leben geniessen. Gott hat uns nicht geschaffen,
damit wir griesgrämig durch die Welt laufen. Er gibt uns grosse Freiheit,
die mit Verantwortung verbunden ist, es gibt nämlich keine echte Freiheit
ohne Verantwortung, denn meine Freiheit darf nicht dazu führen, dass
jemand anders zu Schaden kommt, und deshalb heisst es weiter:
Aber vergiss nicht, dass Gott für alles von dir Rechenschaft fordern
wird. (Prediger 11, 9)Also, es ist eine, der grossen Lügen dieser Welt, dass Gott uns unser Leben
vermiesen will. Die Wahrheit ist: Jesus löste unser Grundproblem, das
Problem der Sünde und Schuld. Jesus starb für unsere Schuld am Kreuz,
deshalb können wir unsere Schuld bei ihm loswerden. Wer an Jesus glaubt
und ihm vertraut, bekommt das wirkliche Leben, der wird das Leben
gewinnen.
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um
meinetwillen verliert, wird es finden. Matthäus 16, 25.
Das Kreuz, das am Schluss des Anspiels stehen blieb, ist Ausdruck dieser
Überzeugung. An diesem Kreuz wird unser Leben bedeutungsvoll. Durch Jesus
wird unser Leben herausragend.
Aber eben, wir glauben schnell dieser Lüge, dass wir – glauben wir an Jesus
- nicht mehr wirklich leben werden. Das Leben werde dann langweilig. Gott will uns nichts nehmen, vielmehr will er uns beschenken. Jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffent. Matthäus 7, 8. Diese Stimme hörten wir doch immer wieder im Anspiel. Und Jesus sagte einmal zu einer Frau, die am Brunnen Wasser holen wollte: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken', dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir Quellwasser gegeben, lebendiges Wasser.« Johannes 4, 10. Viele Leute finden immer wieder Gründe, dass sie diese wichtige Frage und die Entscheidung für ein Leben mit Jesus vor sich herschieben. Die einen sagen: …zu jung …zu verliebt …zu beschäftigt …zu alt …zu spät
Schlussgedanke
Natalie und Mischa, ihr habt noch ein Lied, das wir jetzt eben hören
werden. Ein Lied, das ihr selber gemacht habt. Ich wünsche, dass Ihr
diese Freude an Jesus Euer ganzes Leben behalten könnt, auch wenn Euch
Freunde belächeln. Der Text lautet:
Ä riisä Freud i mim Härz, nur dich will ich priisä. Jesus bi dir wott
ich sii. Wott dir jedi Stund vo mim Läbä geh. Jesus, du begeisterisch
mich. Dänn du bisch ächt, das isch was ich weiss. Du bisch treu, das
isch was ich gspüre. Du bisch guet, das isch was ich glaube. Du bisch
dä Mittelpunkt.
Wenn das in Eurem Leben zum tragen kommt, dann habt Ihr tatsächlich den
grössten Preis bekommen, den man bekommen kann.
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