Event•Teil 17 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein unerschütterliches Ziel vor Augen
Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet sei, ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, indem ich selbst von Christus Jesus ergriffen bin.
Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, es ergriffen zu haben. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten liegt, und strecke mich nach dem aus, was vorne ist. Ich jage dem Ziel nach, indem ich den Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christo Jesu anstrebe.
Herr Jesus, segne dein Wort, das wir heute Nachmittag betrachten wollen. Danke, dass du der Hauptgegenstand davon bist und dass wir unsere Blicke auf dich richten dürfen. Wir dürfen erwarten, dass du der Redende bist. Rede, Herr! Wir, deine Knechte, deine Kinder, wollen gerne hören, was du uns zu sagen hast. Amen!
Das, was wir gehört haben, schreibt der Apostel Paulus nicht aus einer Wellnessoase, sondern aus dem Gefängnis. Er ist einen weiten Weg mit Jesus, für Jesus gegangen, und es hat ihn in Gefangenschaft gebracht. Er konnte nicht vorhersehen, wie lange er noch leben würde.
Wir lesen hier eine Botschaft, wir hören eine Botschaft heute Nachmittag von einem Mann, der eben nicht bereut, sein Leben Jesus anvertraut zu haben. An keinem Punkt hat er gesagt: „Hätte ich doch damals besser überlegt, als ich die Wahl hatte, als ich vor Jesus stand, Jesus vor mir stand und mich in seinen Dienst, in seine Nachfolge gerufen hat, dass ich gesagt hätte: Ja, vielleicht, maybe.“
Sondern Paulus sagt hier: Ich habe ein Ziel vor Augen, und diesem Ziel jage ich nach wie ein Läufer, der die Ziellinie vor Augen hat. Er kennt nichts anderes, als mit vollem Einsatz, all in, für Jesus auf dieses Ziel zuzusteuern. Egal, was es ihn kostet an Leid, an Verfolgung, an Schmerz, an Hunger, an Schiffbruch, an Gefangennahme, an Gefängnis und vielleicht dem drohenden Tod durch eine Hinrichtung.
Paulus schreibt dies im Philippabrief Kapitel 3, Verse 12 bis 14.
Die Herausforderung der Unentschlossenheit in unserer Zeit
Jetzt machen wir kurz mal einen Alterscheck hier in der Halle. Wer von euch erinnert sich noch an eine große Werbekampagne, die hieß „Don't be a maybe“? Gleich mal wieder die Hand hoch! Das sind ja noch weniger als bei creedle.io.
Das kann entweder bedeuten, dass ich sehr alt bin, oder es zeigt, dass auch Werbekampagnen eine gewisse Halbwertszeit haben. Diese Kampagne ist nämlich noch gar nicht so alt. Wer jetzt die Hände gestreckt hat – es waren insgesamt nur drei –, wofür wurde denn da geworben? Danke, ich wiederhole es nochmal von hier: Zigaretten. Ich habe Meta AI gefragt, die sagten, das ist eine McDonald's-Werbung. Du wirst belogen von der KI. Okay, das nur am Rande.
Es ist tatsächlich eine alte Marlboro-Werbung: „Don't be a maybe“. Und diese Werbekampagne, die überall mit Postern hing, ging noch weiter. Sie haben dieses Wort „maybe“ rausgenommen und es ergänzt, zum Beispiel: „Maybe never reached the top of a mountain“ – also mit einem „Ja, vielleicht ist noch keiner auf einen Berg gestiegen und hat den Gipfel erreicht“.
„Maybe never became her own boss“ – mit einem „Ja, vielleicht ist noch keine Frau in die Lage versetzt worden, ihre eigene Chefin zu werden, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen“.
„Maybe never wrote a song“ – mit einem „Ja, ich sollte mal, vielleicht hat noch keiner ein Lied geschrieben“.
„Maybe never kissed a girl“ – ach, das könnt ihr euch selber übersetzen. Und so ging es weiter.
Diese Kampagne drückt natürlich aus, mit Entschiedenheit und mit einer Zigarette im Mund ist eigentlich alles zu schaffen. Sie wurde dann später verboten, weil sie zu erfolgreich war und die jungen Leute dachten: Ja, mit einer Zigarette ist es dann doch zu schaffen. „Maybe“, vielleicht, „don't be a maybe“.
Das ist die Botschaft für heute Nachmittag.
Jetzt machen wir einen Sprung nach vorne in der Zeitschiene: 2014. Auch wieder eine Frage an euch: Wer kennt Oliver Jeges? Kein Mensch wahrscheinlich. Ich kannte ihn selbst nicht, bevor Tobias Kley mir den Auftrag für heute erteilt hat.
Oliver Jeges ist ein österreichischer Manager, Autor und Journalist. Er ist der Urheber des Begriffs „Generation Maybe“. Er hat viele Artikel geschrieben und am Ende auch ein Buch. Darin schreibt er: „Es gibt eine Signatur, die den Nerv unserer Zeit trifft. Wir alle sind Maybes geworden, Abwartende, Unentschlossene, Zögerer, Zauderer. Wir sind eine Generation, in der es zu viele Optionen, zu viele Auswahlmöglichkeiten gibt. Deswegen haben wir es verlernt, Entscheidungen zu treffen. Es ist eine Zeit, in der alles möglich ist und die uns Menschen komplett überfordert.“
Er schrieb das 2014, also noch vor Corona, noch bevor wir im Internethandel diese Zeit praktisch überstehen mussten, indem man alles nach Hause bestellt hat. Vor Tinder, vor Uber Eats und all den Millionen Dingen, die wir heute aus dem Internet finden können. Ein ganzes Buch: Generation Maybe.
Und jetzt schreibt die New York Times einen Artikel mit einem Symptom, das sie nennt: „Wir sind 'Society maybe'“, eine ganze Gesellschaft, und stellt die Frage: Warum fällt es uns so schwer, uns zu committen? Warum fehlt uns die Bereitschaft zu vollständiger Hingabe? Einfach mal Ja zu sagen und es dann auch zu tun und auch dran zu bleiben – oder Nein zu sagen und es dann auch zu lassen?
Generation Maybe, Society Maybe, vielleicht irgendwann, ja, vielleicht später, vielleicht wenn ich mehr Sicherheit habe, vielleicht wenn ich etwas älter und reifer geworden bin, vielleicht dann, wenn Gott mir ein eindeutiges Zeichen gibt. So spricht der Zeitgeist, der Geist unserer Zeit.
Aber der Geist Gottes spricht anders. Er sagt, dass „in ihm das Ja und das Amen ist“. Und vielleicht ist das Wort „vielleicht“, dieses „maybe“, das gefährlichere Wort. Ein klares „Nein“ halte ich für nicht so gefährlich wie ein „ja, vielleicht“ – aufschieben.
Don't be a maybe.
Die Vielschichtigkeit der Hingabe an Gott
Die Hingabe des ganzen Lebens an Gott – was umfasst Hingabe eigentlich?
Ist es ein einmaliger Vorgang, ein Ja zu einer besonderen Aktion, die uns gerade vor die Füße gefallen ist? Ein Moment, in dem wir sagen: Ja, da würde ich gern mitmachen, das spricht mich an? Folgen wir dabei einem Gefühl, weil es sich gerade richtig anfühlt, es zu tun?
Die Frage ist natürlich an dieser Stelle und in einem solchen Rahmen rhetorisch gemeint, denn uns ist allen klar, dass Hingabe an Gott, Hingabe an Jesus Christus mehr ist als ein einmaliger kleiner Schritt oder eine kleine Aktion.
Eine Definition des Wortes Hingabe: Hingabe bezeichnet eine bewusste, freiwillige und dauerhafte Ausrichtung des eigenen Willens, Handelns und oft auch Leidens auf eine als höher erachtete Person – bewusst, freiwillig und dauerhaft.
Sie umfasst Willen, Handeln und Leiden, womöglich, weil ich etwas anderes, eine Person, eine Aufgabe oder eine Berufung für wichtiger halte als das Eigene. Eigene Interessen, Sicherheiten oder Ansprüche stehen ganz oder teilweise zurück.
Also vollzieht sich Hingabe, auch im biblischen Sinne, auf mehreren Ebenen.
Die erste ist eine innere Dimension. Es ist eine Bereitschaft des Herzens. Und das ist fast das Entscheidende, was wir heute Nachmittag hier an dieser Stelle neu lernen müssen.
Als Petrus seinen Herrn verleugnet hatte und nach der Auferstehung seines Herrn in seinen alten Beruf zurückgegangen war, begegnete ihm Jesus am See Genezareth. Es gab keine großen Strafpredigten, keine Vorwürfe, es wurde nicht noch einmal aufgekocht: Wie konntest du nur?
Jesus stellt eine kleine, schlichte Frage, die uns allen bekannt ist: "Petrus, liebst du mich?" Er fragt es einmal, er fragt es zweimal. Petrus ist verunsichert: Warum fragt er mich das? Dann fragt Jesus noch einmal: "Hast du mich lieb?"
Hier merken wir schon: Hingabe ist zuallererst eine Herzensverbindung mit dem Heiland, mit Gott, Jesus Christus, dem Sünder-Heiland, der für uns am Kreuz gelitten hat, der für uns gestorben ist, der für uns sein Leben gegeben hat.
Und der auch uns heute Nachmittag fragt: "Wo ist dein Herz? Worauf richtest du dein Herz als Allererstes am Morgen?"
Wir alle kennen die Frage: Geht der Blick Richtung Bildschirm? Oder geht er Richtung Kreuz, zu Jesus, dem Auferstandenen, der uns in seinem Wort begegnen will?
Eine Herzensverbindung heißt Vertrauen in Gott, Liebe zum Herrn und Gehorsam. Das ist die erste Ebene, die Hingabe umfasst.
Die zweite Ebene ist eine Willensdimension. Diese hat jetzt gar nicht so sehr mit Beziehung zu tun, sondern mit dem Willen. Es ist die Entscheidung, sich unter Gottes Willen zu stellen. Eine bewusste, willentliche Entscheidung, seinen Willen höher zu achten als den eigenen.
Diese zwei Dinge zusammengenommen – das Herz, die Verbindung zu Jesus, und der Wille, die Bereitschaft, seinen Willen höher anzusetzen als meine Wünsche und meinen eigenen Willen – führen zu einer Handlungsdimension.
Konkrete Taten zeigen unsere Entscheidung, Jesus zu lieben und seinen Willen höher zu achten als den eigenen. Diese Taten folgen unserem Herzen und unserem Willen.
Unsere Handlungen dienen nicht dazu, uns etwas bei ihm zu verdienen, nicht um in den sozialen Medien gut dazustehen und auch nicht, um uns selbst besser zu fühlen.
Hinzu kommt eine Kostenbewusstheit – das ist die vierte Ebene.
Und es folgt noch eine fünfte Ebene: Wenn wir Hingabe an Jesus praktizieren, ist sie geprägt von der Akzeptanz, dass es auch zu Verlusten kommen kann, dass es uns etwas kostet, dass es ein Opfer ist und Risiken umfasst.
Das gehört zum Thema Hingabe mit dazu.
Das kann bedeuten, dass unser gesellschaftlicher Status schwindet, wenn wir uns klar zu Jesus Christus bekennen.
Es kann bedeuten, dass wir berufliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, wenn wir uns offen zu Jesus Christus bekennen.
Versuche einmal, an einer deutschen Hochschule eine Professur im naturwissenschaftlichen Bereich zu bekommen, und du bekennst dich klar und offen zum Schöpfergott oder auch gegen gesellschaftliche Strömungen, die sich gegen biblische Wahrheiten richten.
Ich verspreche dir, dass berufliche Nachteile die Folge sein können.
Das ist Risiko.
Hingabe als Nachfolge mit Kreuz und Verzicht
Wir lesen einen kurzen Abschnitt aus dem Lukasevangelium, um das Thema Hingabe an dieser Stelle zu vertiefen. Zwei Dinge teilt Jesus uns in Lukas 9 mit.
Dort heißt es an einer Stelle: „Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach.“ Hingabe geht weit über das hinaus, wo ich sage: Ja, das macht mir Freude, mein Sport oder andere Dinge, die mich begeistern.
Hingabe an Jesus umfasst den Weg eines verurteilten Straftäters. Wer sein Kreuz trägt, hat nach dem Verständnis der Zeit, in der Jesus lebte, keinen eigenen Willen mehr. Er hat keine Rechte mehr. Er kann nicht sagen: Ja, ich möchte aber hier lang oder da lang. Seine Rechte, sein Wille, sein Recht auf sich selbst, vielleicht auch auf Selbstverwirklichung, auf Privatsphäre und viele andere Dinge enden an der Stelle, wo man sich komplett Jesus hingibt.
„Er nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.“
Weiter unten im Kapitel heißt es: „Es geschah aber, als sie auf dem Weg dahin zogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst, Herr.“ Jesus sprach zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege.“
Das bedeutet Nachteile, Verzicht, Unbequemlichkeit, Unsicherheit, kein Dach über dem Kopf und womöglich Obdachlosigkeit. Jesus war obdachlos, arm und ledig. Seine Nachfolger scheinen an manchen Stellen ähnliche Dinge in Kauf nehmen zu müssen, denn er sagt: „Es kann sein, dass es dir auch so geht.“ Bist du bereit, diesen Preis für die Hingabe zu zahlen?
Er spricht zu einem anderen: „Folge mir nach!“ Der aber sprach: „Herr, erlaube mir zuvor, hinzugehen und meinen Vater zu begraben.“ Jesus aber sprach zu ihm: „Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes.“
Also muss man brechen mit gesellschaftlichen Ansprüchen an sein Leben, mit Dingen, die die Umgebung von einem erwartet, als ganz normal. Natürlich, so und so sind bei uns die Traditionen. Das geht doch nicht! Und es ist ein hoher Preis.
Ich musste an das denken, was wir eben von Matthias gehört haben in seinem Zeugnis „Friends for Dinner“. Auch wir sind so ein Ehepaar, das ganz kurzfristig noch Leute bei sich aufgenommen hat. Da sitzt ein Inder bei uns am Abendbrottisch und sagt: „Also, ich kann nur das machen, was meine Eltern mir erlauben – beruflich, wo ich hingehe, wen ich heirate. Ich bin Hindu.“
Stellt euch vor, er kommt zum Glauben an Jesus Christus und macht vielleicht bestimmte Rituale im Rahmen seiner Religion nicht mehr mit, von denen seine Eltern erwarten, dass er sie tut, nachdem sie verstorben sind, um die Geister im Totenreich zu beruhigen. So kennen wir es auch aus der Mission in China. Dann bist du Abschaum, dann wirst du ausgestoßen.
Solche Menschen bezahlen einen extrem hohen Preis. Zur Hingabe an Christus gehören zum Teil eben auch Verlust, Opfer und Risiko.
Deshalb schließt Jesus diese kleine Rede ab mit den Worten an einen Mann, der sagt: „Ich will dir nachfolgen, Herr, zuvor aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Hause sind.“ Jesus aber sprach zu ihm: „Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist geschickt zum Reich Gottes.“
In die Nachfolge zu treten, Hingabe an Christus zu zeigen, bedeutet, den Blick voraus zu richten, wie Paulus das Ziel anschauend, und dann Jesus nachzufolgen – egal, was es mich kostet. Der Preis ist hoch.
Die fünf Dimensionen der Hingabe
Fünfte und letzte Ebene
Wir hatten die Herzensbeziehung: Jesus fragte dich: Hast du mich lieb?
Wir haben die Willensentscheidung: Jesus, ich will dir folgen.
Wir haben die Handlungsdimension, denn es muss konkret werden. Jakobus sagt: Glaube ohne Werke ist tot. Unsere Handlungen müssen zeigen, dass unser Leben dem Herrn Jesus Christus gehört. Wenn wir ihn Herr nennen, sollten wir ihn auch Herr über unser Leben sein lassen.
Das Kostenbewusstsein bedeutet: Bin ich bereit, Opfer zu bringen?
Und die fünfte Dimension ist Beständigkeit und Treue – auch unter Widerstand, im Leid oder in Ungewissheit. Das heißt, nicht schnell aufgeben, wenn ich merke, dass Widerstand kommt, Nachteile entstehen oder Spott von Mitschülern oder Mitstudierenden. Was man schon alles erlebt hat, wenn man sich klar zu Jesus bekennt! Dann heißt es: Dranbleiben, treu bleiben – auch in Widerstand, Leid und Ungewissheit. Diese Beständigkeit ist ein Zeichen dafür, dass etwas echt ist.
Viele Menschen der Bibel haben bewiesen, dass sie auf allen fünf Ebenen in eine Verbindung mit dem lebendigen Gott gekommen sind. Diese Verbindung ist im Weg der Nachfolge ganz klar zum Ausdruck gekommen.
Beispiele biblischer Hingabe und Treue
Wir nehmen Abraham aus dem Alten Testament als Beispiel. An mindestens zwei Punkten wird er herausgefordert. Er hört die Stimme Gottes: "Verlass dein Heimatland, geh in ein Land, das sich dir zeigen wird." Das ist ein weiter Weg voller Risiken und Ungewissheit. Er wusste nicht, wo er hinkommen würde, wie es dort sein würde, was es zu essen geben würde. Wer hat auf dem Missionsfeld nicht schon Dinge gegessen, die man zuhause niemals essen würde? Lieber drei Tage hungern, als wie in Peru Meerschweinchen zu essen. Ich kann das in Deutschland nicht, in Peru gerne jederzeit mal ein schönes knuspriges Meerschweinchen, aber nicht in Deutschland. Jetzt können wir noch mit Würmern, Heuschrecken und allem anderen anfangen.
Abraham wusste nicht, wie es dort sein würde, wo er hinkommt. Aber er vertraut Gott, er glaubt Gott, auch wenn Gott sagt, dass er Nachkommen haben wird wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meer. Abraham fragt: "Herr, wie soll das geschehen? Ich bin dein Schild und ein sehr großer Lohn." Abraham vertraut Gott und zeigt das, indem er sich auf den Weg macht. Er lässt sich auch von seinem Schwiegervater nicht lange aufhalten, sondern bleibt dran.
Dann kommt die große Prüfung: "Gib mir deinen Sohn, Isaak, deinen Einzigen, opfere deinen Sohn." Gott wollte nicht den Tod des Kindes, sondern sehen, wie weit die Liebe, die Willensentscheidung und die Bereitschaft sind, Leid und Opfer zu bringen – in der Beziehung Abrahams zu dem Gott, der ihn in das verheißene Land gebracht hat. Abraham geht auch diesen Schritt und zeigt: "Dieser Gott ist mir alles wert. Wenn er spricht und mir etwas zeigt, dann tue ich das, weil Gott es gesagt hat." Dieser Gott ist ihm mehr wert. Das ist keine Rangfolge, weil wir unsere Kinder nicht lieben sollten, sondern in der Rangfolge ist dieser Gott ihm mehr wert als seine eigenen Kinder. Das ist ein hoher Preis. Ich habe sieben Kinder und weiß, wovon ich rede.
Wie viele Menschen haben vor einem Missionseinsatz gesagt: "Du musst doch auch an die Kinder denken. Müsst ihr denn so weit weggehen? Geht doch nach Frankreich oder in ein anderes Land, das es vielleicht leichter macht." Aber wir sind in eine Kohle- und Stahlregion innerhalb Chinas gegangen, nördlichster Teil, gegenüber von Wladiwostok und Nordkorea. Gott hat bestätigt: Unser Gott und sein Ruf sind uns mehr wert, als das, wo wir sagen: "Oh, da muss ich für meine Sicherheit und Versorgung selber sorgen."
Bei Mose war eine ähnliche Situation. Natürlich hat er Fehler gemacht und musste den Hof des Pharao verlassen. Dann war er 40 Jahre in der Wüste. An dem gefühlten Tiefpunkt seines Lebens ruft Gott ihn und sagt: "Ich möchte, dass du mein Volk in die Freiheit führst." 40 Jahre war er am Königshof gewesen, 40 Jahre in der Wüste, und hatte von sich selbst das Gefühl, unbrauchbar zu sein. "Ich kann nicht reden, vielleicht hört keiner auf mich." Und Gott sagt: "Und genau diesen Mose, der so wenig von sich hält, möchte ich als Leiter und Befreier meines Volkes, der das Volk in die Freiheit führen soll." Mose gehorcht und geht nach Ägypten. Die Situation wird erst einmal schwieriger.
Hier stellt sich die Frage der Beständigkeit. Es kommt Widerstand. Seine eigenen Leute, die Israeliten, spucken ihn an und sagen: "Bevor du gekommen bist, war es besser. Jetzt müssen wir weiterhin Ziegel machen und bekommen nicht mal mehr Stroh dafür. Es wird doch alles noch viel schlimmer." Widerstand, Spott, Verachtung, keiner hört hin. Es schien sich alles zu bestätigen, was er befürchtet hatte. Aber er blieb Gott treu, weil Gott ihm treu blieb. So führte er das Volk in die Freiheit. Den Weg durch die ganze Wüste ersparen wir uns heute.
Jesaja wird von Gott gefragt. Er ist im himmlischen Rat: "Wen sollen wir senden? Wer wird für uns gehen?" Ein Prophetenamt im Alten Testament war nichts Schönes. Die Propheten hatten keine Botschaft, die den Leuten Freude machte. Die Israeliten hatten sich Frieden gewünscht, aber die Propheten mussten sagen: "Nein, es ist kein Frieden." Gott sagt: "Es wird nichts gut. Ich habe mich lange von euch zurückgezogen. Der Feind steht vor der Tür. Der Untergang dieses Volkes ist beschlossen." Prophet zu sein war kein leichter Dienst.
Jesaja fühlt sich unwürdig und sagt: "Wehe mir, Gott, du hast dir den Falschen ausgesucht. Ich bin ein Mann unreiner Lippen. Ich kann das doch gar nicht. Schau mein Herz an! Das Menschenherz ist böse und verdorben von Jugend an. Schau meine Gedanken, was ich leisten kann im Vergleich zur Heiligkeit, Schönheit und Größe Gottes. Ich kann das nicht. Ich bin ein Mann von unreinen Lippen. Wie kannst du auf die Idee kommen, mich zu gebrauchen?" Gott schickt einen Engel, der ihn reinigt. Die Antwort von Jesaja ist so klar, dass ich sie mir zu Herzen nehmen möchte: "Hier bin ich, sende mich."
Ganz schlicht sagt Jesaja: "Hier bin ich, ich stelle mich dir zur Verfügung. Ich fühle mich unbrauchbar. Aber wenn du mitgehst – und das hat Mose übrigens auch gesagt: 'Ich kann es nicht, aber wenn du mitgehst, dann gehe ich' – dann bin ich bereit." So ist es auch bei Jesaja. "Wenn du mir den Auftrag gibst: Hier bin ich, sende mich, dann will ich die Botschaft an dein Volk ausrichten."
In unserer heutigen Gesellschaft ist es nicht viel schöner, Jesus Christus zu bezeugen, den Schöpfergott zu bezeugen und sein Wort als die Wahrheit den Menschen deutlich vor Augen zu stellen. Zu sagen: "Ich vertraue diesem Wort, ich glaube daran und es ist hundert Prozent wahr" ist oft schwer. Im Alten Testament Prophet beim Volk Gottes zu sein, bedeutete oft, in einer Grube oder im Gefängnis zu landen oder gesteinigt zu werden. So weit sind wir heute nicht, und ich bete, dass es auch nicht so weit kommt. Aber die Reaktionen sind häufig ablehnend, wenn wir so argumentieren.
Don't be a maybe. All in for Jesus.
Die Hingabe Marias als Vorbild
Maria, um mit diesem Beispiel noch ein oder zwei hinzuzufügen: Wurde das Leben der Mutter von Jesus durch den versprochenen Messias schöner, besser oder angenehmer? Hat ihr der Status als Mutter des Christus, des Messias, Vorteile gebracht? Ihr Leben wurde höchstens komplizierter, wenn nicht sogar schwieriger. Sie musste mit dem Makel leben, ein uneheliches Kind zu tragen. Vielleicht hatte sie sogar die Ehe mit Joseph gebrochen.
Der Engel sagt ihr voraus, dass ein Schwert ihre Seele durchdringen würde. Das ist ein Hinweis darauf, dass sie später ihren Sohn am Kreuz verbluten sehen würde. Er würde unter schrecklichsten Leiden den Tod eines Verbrechers sterben.
Die Antwort von Maria ist schlicht, vielleicht ähnlich wie die von Jesaja. Ich möchte sie zitieren aus Lukas 1: „Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Das drückt komplette Hingabe aus.
Diese Haltung brauchen wir: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Wir müssen verstehen, dass Hingabe an Jesus Christus bedeutet, genau das zu sagen. Vielleicht ähnlich wie unser Herr Jesus selbst im Garten Gethsemane gebetet hat: „Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“
Hier sehen wir Hingabe an Gott in Vollkommenheit. Der Sohn Gottes steht vor unseren Augen, der zur Erlösung unserer Seelen alles gegeben hat – ganz und gar, ohne Wenn und Aber. Kein „vielleicht“, kein „später“ oder „gibt es doch noch einen anderen Weg zur Rettung der Menschen?“ Ganz oder gar nicht.
„Ganz oder gar nicht“ heißt: Nicht mein Wille geschehe, sondern der deine. Das ist der Weg zu Verrat, Gefangennahme, Schlägen, Peitschenhieben, der Dornenkrone, ans Kreuz geschlagen zu werden und den Tod eines Verbrechers zu sterben – in vollständiger Hingabe an den Willen des lebendigen Gottes, der uns retten wollte.
Und dieser Gott möchte auch heute in der ganzen Welt Menschen retten.
Unsere Rolle als Mitarbeiter Gottes
Und wie privilegiert sind wir, die wir heute Nachmittag hier sind, uns daran zu erinnern. Es geht ja nicht nur um „co-workers“. Im 1. Korinther 3 heißt es: We are God's co-workers – wir sind Mitarbeiter Gottes.
Er hat den Auftrag der Weltevangelisation, unser Vater, nicht selbst erledigt und zu Ende gebracht. Sonst wäre er ja erledigt. Er hat auch keinen Engel geschickt mit den Worten: „Die können das besser, die gehorchen mir und sind ganz meinem Willen untergeordnet.“ Stattdessen hat er gesagt: „Ich möchte Mitarbeiter, erlöste Sünder, die mit dem Blut meines Sohnes erkauft sind, und diese möchte ich als meine Boten in dieser Welt gebrauchen.“
Nicht jeder hier im Raum ist berufen in die Weltmission zu gehen. Es wäre fatal, wenn wir sagen würden: Nur das zählt – der Weg nach Pakistan, nach Chile, nach Alaska, nach Tansania oder nach Georgien. Nur das zählt, wäre völlig übertrieben.
Gott möchte solche, die seinem Willen ergeben sind, die Jesus von Herzen lieben, die sich bewusst seinem Willen unterordnen und bereit sind, einen Preis zu zahlen. Sie sollen durch ihre Handlungen ausdrücken, dass sie Gott gehören. Und sie sollen beständig dranbleiben – vielleicht genau da, wo Gott dich hingestellt hat: in deiner Schule, in deiner Klasse, in der Ausbildung, im Studium oder am Arbeitsplatz.
Dort gibt es Möglichkeiten, von Christus zu zeugen. Vielleicht nur durch die Art, wie wir arbeiten – dass wir zuverlässige, treue Menschen sind, bei denen man sagt: „Die sind anders.“ Vielleicht geben wir auch mal ein Kärtchen weiter von Creedle EO oder ein Traktat oder ein Neues Testament. Oder wir reden in der Gesprächspause oder in der Mittagspause die Hände falten statt sie unterm Tisch zu verstecken.
Das kostet Mut und Überwindung, zu sagen: „Ich danke dem Gott, der uns dieses Essen schenkt.“ Er hat es verdient, dass wir ihm danken. Und dann mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die sagen: „Du redest da mit einem Unsichtbaren oder mit einem, den ich noch nicht mal kenne.“
Wir sollen Boten sein, die einen Mund haben, der gereinigt ist. Die sich mit ihrem ganzen Leben dem Willen Gottes unterstellen und sich von ihm führen und gebrauchen lassen.
Persönliche Entscheidung zur Hingabe
In unserem eigenen Leben gab es eine Situation, die ich bis heute nicht vergesse. Ich mache sie jedoch nicht zum Maßstab für alle hier im Raum, sodass man sagen könnte: Ja, so muss es sein, der Weg zur Erfüllung. Vielmehr möchte ich, dass wir uns eine wichtige Frage bewusst machen: Wofür möchte ich mein Leben einsetzen? In der Hingabe an Gott.
Nach meinem Studium habe ich in einer großen Firma in Wiesbaden gearbeitet. Ich wurde befördert, und die Firma besaß viel Wohneigentum in Wiesbaden. Sie wollten uns beim Hauskauf unterstützen. Parallel dazu hatten wir uns bei Coworkers in Stuttgart beworben, damals noch bekannt als Christliche Fachkräfte International. Diese Organisation bot uns eine Stelle in China an.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits zwei Kinder, und das dritte war unterwegs. Wir standen an einer Wegscheide: Sollen wir uns in Wiesbaden niederlassen, mit dem kleinen Kind und dem weiteren auf dem Weg, und auf Nummer sicher gehen? Oder sollen wir nach China gehen?
In diesem Moment ist mir etwas Seltsames widerfahren. Gott hat mich auf eine Beerdigung mitgenommen – auf meine eigene Beerdigung. Ich stand an meinem eigenen Grab und hörte den Beerdigungsredner sprechen. Er sagte: „Stellt euch vor, Gerald wäre fast mal Chinamissionar geworden.“ Also nicht „maybe“, sondern „almost“. Fast wäre ich als junger Mann Chinamissionar geworden, aber ihr wisst ja, wie es dann kam. Danach hielt er eine Grabrede über mein Leben.
Nichts gegen berufliches Engagement oder ein eigenes Haus – dagegen spricht gar nichts. Aber in meinem Leben bin ich aufgewacht und habe gesagt: „Das darf mir nicht passieren, dass am Ende meines Lebens jemand sagt, Gerald wäre fast mal Chinamissionar geworden.“ Kein „almost“, kein „maybe“. Don't be a maybe. All in for Jesus.
Den Blick auf die Ewigkeit richten
Das Ziel anschauend bedeutet, vorausschauen auf die Ewigkeit. Dort werden wir die Folgen unseres Lebens sehen: Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh. Unsere Seele ist gerettet, und dann stellt sich die Frage: Was hat Jesus aus unserem Leben machen dürfen?
Dies geschieht, weil wir uns ihm ganz zur Verfügung gestellt haben – mit Herz, Willen und Einsatzbereitschaft. Dranbleiben und auch bereit sein, den Preis zu zahlen, wenn es uns etwas kostet. Ein Leben, das sich wirklich lohnt, ist ein Leben in der Nachfolge unseres Herrn. Er hat uns erkauft, und wir gehören ihm durch das Blut, das er für uns vergossen hat.
Von ihm sagt Thomas: „Mein Herr und mein Gott.“ Das lässt kein Maybe, kein Vielleicht zu, wenn er ruft und dich gebrauchen möchte. Stattdessen gilt: Don’t be a Maybe – all in for Jesus, weil er es wert ist.
Der Herr Jesus helfe uns in der Hingabe an ihn. Er möge sich durch unser Leben verherrlichen, wenn wir bereit sind, ihm zu vertrauen und ihn Herr sein zu lassen – über unsere Zeit, über unser Leben und unsere Wege. Amen.
