Wir lesen weiter in der Apostelgeschichte 10. Dort, das ist jetzt
dazwischen erzählt, wie also Petrus langsam merkt, was dieses Gesicht zu
bedeuten hat und wie er dann mitgeht und der Hauptmann Kornelius hat schon
eine Party gerichtet, er hat alle seine Freunde eingeladen und weiß, dass
Gott jetzt ihm etwas besonderes schenkt. Und wir lesen jetzt von Vers 34
ab:
34 Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit,
dass Gott die Person nicht ansieht; 35 sondern in jedem Volk, wer ihn
fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. 36 Er hat das Wort dem Volk
Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist
Herr über alle. 37 Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen
von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, 38 wie Gott Jesus von
Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und
hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels
waren, denn Gott war mit ihm. 39 Und wir sind Zeugen für alles, was er
getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz
gehängt und getötet. 40 Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn
erscheinen lassen, 41 nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott
vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben,
nachdem er auferstanden war von den Toten. 42 Und er hat uns geboten, dem
Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter
der Lebenden und der Toten. 43 Von diesem bezeugen alle Propheten, dass
durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen
sollen. 44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist
auf alle, die dem Wort zuhörten. 45 Und die gläubig gewordenen Juden, die
mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die
Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde; 46 denn sie hörten, dass sie
in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: 47 Kann auch
jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist
empfangen haben ebenso wie wir? 48 Und er befahl, sie zu taufen in dem
Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben.
Nicht alle kennen den Hauptmann Kornelius so gut, deshalb möchte ich
beginnen mit jemandem, den alle gut kennen. Eine charmante Dame: Die alte
Inge Meisel, die wurde vor acht Tagen von dem Thomas Gottschalk interviewt.
Und da hat die so nett aus dem Nähkästchen vor der Fernsehkamera geplaudert
und hat zwei Lebensweisheiten mitgegeben, die so ganz markante Punkte ihres
Lebens sind. Dann hat sie gesagt: Zum Einen, ich trage immer mit mir herum
so ein kleines chemisches Produkt, das habe ich mir bei der Gesellschaft
für humanes Sterben besorgt. Und wenn es mal da oben bei mir nimmer so im
Kopf so ganz stimmt, oder sonst irgendwas in meinem Leben ist, dann muss
ich bloß das nehmen und in Null Komma Nix bin ich tot. Ganz wunderbare
Sache." Und ein Zweites, was in ihrem Leben wichtig ist, Thomas Gottschalk
durfte in ihrem Handtäschchen ein wenig gruschteln und hat es dann
rausgezogen. Ein nacktes Männerfigürchen, hat sie vor acht Jahren in China
gekauft. Und dann guckt sie so ganz treu, so wie sie so liebenswürdig da
gucken kann und sagt: Das bringt mir Glück." Ich trag es zwar nicht auf
der Haut, aber es bringt mir Glück."
Ich bin so froh, dass Inge Meisel die
zwei Punkte nennt, die heute den Menschen unserer Tage bewegen. Das Eine
ist: Was kommt auf mich zu, was wird morgen sein? Die Angst vor der
Zukunft. Und wie wird es in meinem Leben so, dass ich sicher und ruhig
gehen kann. Ich brauche Glück. Glück. Es muss hell sein. Wie kann ich meine
Angst besiegen. Die Inge Meisel empfiehlt unter dem Beifall, dem tosenden
Beifall einer großen Halle, und wahrscheinlich von Millionen Zuschauern im
Fernsehen im Fernsehapparat, dass ein Figürchen ihr helfen könnte. Das ist
ja absurd, dass der moderne Mensch heut wieder so intellektuell so weit
gekommen ist. Wenn sie glauben, dass Sie bei der Readers Digest Auslosung
den Supergewinn kriegen, ist die Wahrscheinlichkeit zu 1: 100.000.000.000
vielleicht, oder beim Lotto ganz ähnlich, ich kann's nicht rechnen, ein
paar Mathematiker haben das schon vorgerechnet. Aber dass jemand heute
glaubt, dass ein Stück Stein, das er in China gekauft hat ihm Glück bringt,
das ist natürlich absurd. Das ist so verrückt, so wahnsinnig. Oder gar das
Andere: Die Todesangst des modernen Menschen. Was soll ich denn tun, wenn
ich weiß, mein Leben kommt ins Leben. Ja dass kann der moderne Mensch nicht
mehr bewältigen die Schmerzen. Und dann nehme ich ein Produkt von der
Gesellschaft für humanes Sterben und dann bin ich in Null Komma Nix weg.
Was? Wo bin ich? Nicht mal nachdenken kann der Mensch heute. Doch,
vielleicht. Und da merken wir erst, wie in unseren Tagen die Menschen offen
sind. Wir als Christen müssten ihnen doch etwas sagen können. Dass kein
Toi, toi, toi hilft, und kein Aberglaube, oder irgendein dumpfer Traum, an
den ich mich hinhänge, oder ein Wunsch. Wer hält mich wenn ich sterbe? Ich
verstehe nicht, wie Menschen heute alt werden können, in den Ruhestand
gehen, und sich nicht drüber klar werden, wo sie in ihrem Leben eine
Geborgenheit finden. Frieden wenn sie sterben. Was wird sein, wenn ich
sterbe und Asche werde? Und was ist, wenn Krankheit kommt, wenn Schmerzen
zu tragen sind? Ich verstehe nicht, wie Menschen das fertig bringen, ohne
ein ganz lebendiges glaubendes Vertrauen an den Einen Gott Himmels und der
Erde. Ihr Leben zu bewältigen und ihr Sterben zu bewältigen. Und ihre
Krankheit zu bewältigen. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir reden. Ich
bin so froh, dass in der Bibel immer wieder gezeigt wird: In dieser Welt
gibt es viele Menschen, die suchen ganz ernsthaft. Die suchen verzweifelt
nach einer Antwort. Und sie finden nichts anderes als vielleicht so ein
Steinklötzchen. Ein nacktes Figürchen. Mit dem aberwitzigen Glauben, das
bringt mir doch noch Glück in mein dumpfes Leben. Menschen suchen und
sagen: Das kann doch nicht wahr sein, wo ist denn Wahrheit?" Deshalb
möchte ich heute zuerst drüber reden vom Suchen der Menschen. Ich will's
Ihnen zuerst einmal wieder sagen: Wie verzweifelt Menschen heute in der
Welt nach Gott suchen. Wenn Sie unter Christen diskutieren werden Sie
dauernd hören: Ja halt mal, das glaube ich gar nicht, dass die Menschen
nach Gott suchen. Das ist ein solches Unrecht, wie Christen über die Welt
reden. Die Menschen in der Welt haben keine Hoffnung. John Patten war der
große Missionar unter den Kannibalen in der Südsee. Und der hat immer
wieder in seinen Berichten heraus gestellt, er hat 50 Mal dem Tod in die
Augen geblickt. In ganz großer Lebensgefahr. Er hat gesagt: Wenn's auf der
Welt Menschen gibt, die nichts von Gott wissen, müssten sie dort auf diesen
fernsten Inseln der Südsee sitzen, auf diesen 25.000 Inseln, wo noch nie
ein Europäer hin kam." Aber er sagt: Ich hab noch nie einen von diesen
Kannibalen gefunden, der nicht eine Sehnsucht hat nach Gott." Es gibt keine
Atheisten, hat John Patten immer gesagt. Ob sie hinter einem Baum, oder
hinter Tieren, oder Fischen, oder hinter den Geistern, oder hinter einem
Blitz, irgendwo suchen sie nach Gott und sie finden ihn nicht. Vielleicht
gibt es Atheisten nur auf dem Hintergrund der christlichen Verkündigung.
Die Leute, die überfüttert wurden im christlich Glauben, die Atheisten
geworden sind. Ich behaupte: Die Menschen, mit denen wir zusammen kommen,
sie suchen und eine Inge Meise sucht auch. Weil sie selber spürt: Das ist
doch nicht die Antwort auf meine Lebensfrage." Das kann doch gar nicht wahr
sein. Da muss doch irgendwo eine Macht sein, in der ich mich bergen kann,
die das Geheimnis meines Lebens auflöst. Es wird bei uns oft auch wieder in
christlichen Kreisen oft so schnodderig vom Zweifel geredet. Weil man sagt:
Ja, das ist alles irgendwie so schwierig, man kann nicht Glauben, dann
macht man überall seine Fragezeichen hin. So reden nur überfütterte Leute.
Überfüttert am Wort Gottes. Sie überall sich behaglich zurück lehnen. Die
Wirklichkeit der Welt sieht ganz anders aus. Menschen suchen verzweifelt im
Hangen und im Bangen: Wo kann ich mich halten in einer Welt des Todes und
des Sterbens. In einer Welt des Hungers und der Ungerechtigkeit. Wo gibt's
noch irgendetwas, worauf man sich verlassen kann, woran man sich halten
kann, und woran man sich bergen kann?" Und da zeigt uns die Bibel ja immer
wieder verschiedene Gestalten. Eine dieser Gestalten war zum Beispiel die
Frau aus dem syrischen Phönizien, aus Sidon, die zu Jesus kam und für ihre
Tochter betete. Und da werden uns am Erscheinungsfest die Weisen gezeigt.
Diese Magier, die da kommen und die eine Sehnsucht haben. Und das ist immer
wieder wichtig für Christen, dass Sie's wissen. Wir sitzen so da, so
fröhlich und wir haben das Evangelium überall griffbereit. Aber die
Menschen draußen, denen sagt es ja niemand.
Und da ist dieser Hauptmann,
der hätte heute den Rang eines Oberst, in der römischen Armee. Was war das
für ein Mann? Sie müssen noch einmal an den Luxus von Cäsarea denken, diese
Paläste in Marmor gebaut, dieser künstlich errichtete Hafen. Ein
wunderbarer Tempel zur Ehren vom Zeus. Und die römische Kultur war ja so
machtvoll demonstrierend wie der Kaiser alles in seiner Hand hat und das
Friedensreich aufrichtet. Und da war der Hauptmann, der hat ganz anders
gesucht, als man bei uns so sich das Suchen vorstellt. Der sagt: Das ist
alles nicht wahr. Der Augustus ist kein göttlicher Herrscher. Das ist ein
Mensch wie wir, voller Fehler und Mängel." Und das echte Suchen bei dem
Kornelius merkt man ja daran, im Unterschied vom Schnodderigen: Reden über
seine Zweifel. Dass er an sich selber zweifelt. Der war ein ganz demütiger,
bescheidener Mann. Demütig. Und das ist für einen Offizier schon was. Die
sind sonst meist sehr stolze Leute. Und dieser Offizier Kornelius, der ist
ja nachher vor diesem Fischer Petrus auf die Knie gesunken. Und er hat ja
Mühe gehabt den Offizier aufzurichten ein demütiger Mann, der genau weiß:
Ich bin Staub und Asche." Das ist also das erste echte Suchen nach Gott.
Wo man sich nicht begnügt mit den Götzenfigürchen, oder mit den üblichen
Antworten, oder mit den esoterischen Geheimnissen, die man da verkündigt
weg kommt. Sondern sagt: Nein, ich möchte wirklich fragen, wo sind denn die
Antworten für mein Leben. Und das erstaunliche ist, was er schon gefunden
hat, und da sieht man das echte Suchen, dass er ein Mann war, der sehr sich
um seine Familie gekümmert hat. Ich bewundere drüben ganz besonders, weil
ich ein Mann bin, die Väter. Da haben wir so prächtige Väter bei der
Übertragung drüben, die können die Kinder so gut wickeln wie die Mütter.
Das ist schon etwas wunderbares, wenn Väter so sich für ihre Kinder
einsetzen. Das war dann beim Kornelius toll, der seinem Hause wohl
vorstand. Der hat sich um die Familiendinge gekümmert, der war ein rechter
Vater. Er hat sich um seine Untergebenen gesorgt. Und das schöne sogar, er
hat seinen Untergebenen sogar seinen Glauben mitteilen können. Er war ein
Mann, der die Gerechtigkeit lebte. Das nimmt Gott sehr genau. Und das ist
wichtig, wie wir im Alltag uns verhalten und das ist schön, wenn ein Mensch
die Prinzipien auch der Wahrheit und der Gerechtigkeit lebt. Und das in
einer Umgebung, in diesem Saus und Braus von Cäsarea, wurde gelogen und
gehurt und wurde ausgebeutet und unterdrückt und wurde mit der Macht
gespielt. Und da war ein Mann, der nach Gott sucht. Und der begann einfach
damit und sagt: Ich möchte dass in meinem Leben in der eigenen Tat
verwirklichen", und trotzdem, das Beste fehlt ihm noch. Nicht dass da einer
jetzt sagt: Dann ist er doch auch schon recht." Nein. Das Allerbeste und
das Wichtigste fehlt ihm noch. Er ist ein Mensch ohne Tadel. Er hat sogar
die alttestamentliche Offenbarung. Offenbar hat er sich viel vom Wort
Gottes, so wie es Israel damals gegeben war besorgt. Vielleicht hat er
schon etwas gehört vom Evangelisten Philippus, der in Cäsarea evangelisiert
hat. Vielleicht hat er irgendwo was mitbekommen vom Jesuszeugnis, aber er
war ein suchender Mensch und er hat's noch nicht gefunden. Suchende. Wissen
Sie, dass es Suchende gibt? Gott sieht suchende Menschen und das ist so
wunderbar. Gott ist der beste Missionar, Gott ist der größte Evangelist.
Wir als Christengemeinde, wir versagen da und das ist jetzt mein zweiter
Punkt.
Warum versagen wir Christen so oft? Warum hat's der Petrus nicht merken
können, dass da 50 km von Joppe entfernt in der Kaserne von Cäsarea ein
Mann nach Gott sucht? Weil wir so blockierte Leute sind. Wir wissen es
nicht. Bei uns ist es noch anders als beim Petrus. Wir meinen ja manchmal
die Leute können ja kommen, die Glocken haben ja geläutet, wer will kann
erscheinen. Wissen Sie, dass schon wenige Häuser hier von uns entfernt
Menschen darauf warten, dass sie jemand besucht und mit ihnen betet. Sie
glauben's nicht. Die Bibel zeigt's uns. Wie die Menschen suchen und
Christen sind oft so blockiert, dass sie's gar nicht ahnen und gar nicht
verstehen. Hans Egede, der erste Missionar, der zu den Eskimos kam, noch im
17. Jahrhundert hat zuerst seinen ganzen Ekel überwinden müssen. Die
Eskimos haben in ihren Iglus nackt geschlafen, zu dem Leuchten der
Tranlampen, das hat furchtbar gestunken, aber da hatten sie noch so Pötte
stehen und da haben sie ihre Häute, nicht wie beim Simon Gerber gegerbt,
sondern im Urin. Und der Egede sagt: Das kann man als Europäer kaum
aushalten, wenn man da mit diesen Menschen schlafen soll und hat Jahre
gebraucht um die Sprache zu sprechen." Und wenn man ein solches Schicksal
liest, dann spürt man: Da war ein Mensch, der hat in Liebe für Menschen
gebrannt, die einem eigentlich unsympathisch waren. Was ganz großes. Und
das zeigt der Heilige Geist durch dieses Traumgesicht dem Petrus. Mensch
siehst du nicht, da sind unreine Tiere. Nimm das zum Symbol, dass du zu
Menschen gehst, die dir widerlich sind, die du nicht leiden kannst, die dir
auf die Nerven fallen. Weil Gott sie lieb hat. Und das versteht der Petrus
erst. Liebe Schwestern und Brüder, an dieser Stelle sind wir alle sehr
schuldig. Das ist nicht ein Fimmel von mir, weil ich sage: Rücken Sie
zusammen und kümmern Sie sich umeinander." Ob Sie auf Tuchfühlung sitzen im
Gottesdienst, und sagen: Ich setze mich da hin zu einem anderen und ich
frag wie's ihm heute geht. Und ich nehme mich um einen anderen an und dann
gehe ich genauso hinaus und gehe den Tag über durch die Straßen und sage:
Herr, wo hast du Menschen, zu denen du mich führst? Und ist es der
Müllmann oder der Postbeamte, der von mir einen Zuspruch braucht? Oder die
Verkäuferin, die ihre Lebensnöte nicht mehr bewältigt. Dass ich über
Schranken springen kann. Das war ja damals für den Petrus so schwierig sich
vorzustellen, dass wirklich die Heiden, das war für die Juden eigentlich
gar nicht denkbar, die Heiden von Gott angenommen sind, die Nichtjuden ohne
dass sie das ganze Gesetz in ihren ganzen Reinheitsvorschriften zu tragen.
Der Petrus hat's schnell verstanden. Und sie müssen immer noch denken, wie
schwer dem Petrus das Zeugnis von Jesus fiel. Er hat ja verleugnet bei der
Magd im Hof. Dieser Petrus. Und ich will's von niemand von Ihnen mehr
hören, dass er sagt: Ich bin so schüchtern." Wenn einer schüchtern war,
war der Petrus schüchtern. Aber er hat gewusst, ich muss reden, wenn Gott
will. Und dann muss ich ein Zeugnis geben. Und die Predigt, die Petrus hält
ist ein Musterbeispiel einer einfachen simplen Christuspredigt. Einfachen
simplen Christuspredigt. Was wir der Welt schulden, ist dass wir in
schlichter Weise das sagen: Jesus lebt wirklich. Und er ist der Herr über
alles." Das sagt alles der Petrus mit diesen kurzen Worten. Und er holt
dich aus den Klauen des Teufels raus. Steht alles wörtlich da drin. Und er
hat den Tod besiegt. Brauchst keine Pille von der Gesellschaft für humanes
Sterben. Und er ist es, der dein Leben lenkt. Und ihm darf man sich
anvertrauen in jeder Lebenslage, er ist ein Herr über alles und was ganz
wichtig sagt er noch. Es kommt ein Gericht. Und Jesus hält Gericht. Das
Jüngste Gericht. Das ist ja ganz wichtig. Daran wird eine Predigt erst zur
Missionspredigt, dass man vom Jüngsten Gericht spricht. Ohne Gericht ist es
keine Missionspredigt. So ist auch ein Zeugnis immer nur halb. Ich trage
mit meinem Leben Verantwortung für den heiligen Gott. Und auf einmal wird
es offenbar, was ja für den Kornelius die erlösende Botschaft war: Ich
kann mit allen meinen Almosen, mit all meinen guten Werken mir nicht den
Himmel erkaufen. Ich lebe von dem Wunder der Gnade, dass Jesus für mich die
Rechnung bezahlt und für die Schuld meines Lebens aufkommt und das ist eine
Botschaft des Evangeliums, eine Freudenbotschaft und wo das nicht
verkündigt wird, geschieht keine Mission und ist kein Evangelium
verkündigt, auf den Punkt muss es hin laufen, dass Jesus Schuld vergibt und
dass er sie weg nimmt und dass Menschen mit Gott versöhnt werden. Das ist
eine ganz schlichte Predigt, die Petrus gehalten hat. Charles Hadden
Spurchen sagt zur Stelle: Ich würde mich genieren so eine schlichte
Predigt zu halten, aber die war's. Wir alle machen den Fehler, dass wir
nicht schlicht genug reden, nicht simpel genug. Alle sollten viel simpler
reden, viel einfacher, auf was es ankommt. Auf die Punkte. Menschen in der
Liebe das zu sagen, in der Zuneigung. Warum wir Christen bloß so versagen,
dass wir nicht den Blick haben und erkennen, was Not ist.
Noch ein Letztes. Jetzt müssen wir noch den Blick lenken auf Gott. Wir
hatten vom Zweifelnden oder vom Suchenden gesprochen, wir hatten von dem
Christen Petrus gesprochen, der so schlecht begreift. Und jetzt noch wie
Gott das Zeugnis mit Petrus befestigt. Da fiel der Geist Gottes auf die
Menschen. Es ist gut so ausgedrückt. Darüber hat auch der Petrus nicht
verfügt, das ist ein Gnadengeschenk Gottes. Hab gebetet, dass der Heilige
Geist heut auf Sie fällt. So wie wir das jeden Tag brauchen zum Beten, zum
Hören und zum Tun. Und was tut der Heilige Geist? Er macht es fest. Er
schenkt Gewissheit, was ganz Großes. Muss ich immer wieder darauf
hinweisen, dass Sie einst als junge Menschen im Konfirmandenunterricht es
so herrlich gelernt haben, wie man's besser gar nicht sagen kann. Beim
dritten Glaubensartikel vom Heiligen Geist, dass uns der Heilige Geist mit
seinen Gaben erleuchtet. Und er steckt uns ein Licht auf und dann kann
man's verstehen. Ein Wunder. Ein Wunder des Heiligen Geistes, über das wir
nicht verfügen und das will der Heilige Geist heute tun. In der Mission,
bei uns, in der Evangelisation, hier mitten unter uns, wo Sie heute mit
Ihren Fragen und Zweifeln sind, er will Sie überführen. Und da steht noch
drin, dass sie in anderen Zungen redeten. Das ist ja auch immer die Frage,
was sind denn die anderen Zungen? Was soll denn das bedeuten? Wir haben's
drei Mal in der Apostelgeschichte, andere Zungen und da wollen wir drauf
achten, was ist es. Das erste Mal haben wir's in der Pfingstgeschichte und
zwar immer ist es wie es darum geht, dass Menschen in einem anderen
Kulturkreis erreicht werden. Meder und Elamiter auf Ostphrygien und
Pamphylien und sie hören in ihrer Sprache das Evangelium Gottes
verkündigen. Ganz wunderbar. Der Heilige Geist macht deutlich, nicht wie in
der Synagoge, dass man nur jüdisch Gott preisen darf, sondern in jeder
Sprache. Sie dürfen Schwäbisch reden mit Gott im Gebet. Wir haben's das
zweite Mal hier nur drei Mal haben wir es in der Apostelgeschichte. [Es tut
mir Leid] Und das dritte mal in Ephesus. Gucken Sie noch mal nach in Ihrer
Konkordanz. Drei Mal. Und Ephesus stets in den hellenistischen Kulturkreis
noch einmal hinein und Gott macht deutlich: Jeder Mensch in jeder Sprache
ist ihm angenehm. Und jetzt darf ich mit meiner Sprache, so wie meine
Muttersprache klingt, darf ich meinen Gott preisen und darf sein Wort hören
und Gott wirkt durch die Vielfalt der vielen tausend Sprachen der Nationen
und der Völker dieser Welt. Das ist was Wunderbares. Der Geist Gottes wirkt
durch all diese Dinge hindurch. Das große ist ja, dass der Geist Gottes
auch unser Wesen erfüllen will. Liebe, Freude, Friede Geduld in uns wecken
will, unser ganzes notvolles Fleisch transformiert. Ist doch toll. Macht
neue Menschen aus uns, gebiert uns zu neuen Menschen sagt mal Luther. Und
diese Veränderung geschieht ganz schlicht durch das Wort eines Menschen,
der von Gott zu einem Suchenden geführt wird. Wir reden hier viel über
Weltmission. Ich hab vor ein paar Tagen einen Artikel gelesen eines
Oberlandeskirchenrates in Norddeutschland, der gesagt hat, er sei entsetzt
gewesen, wie er bei einer Tagung miterlebt habe, dass dort gesagt wurde,
die Erwachsenenbildung der Kirche hat nicht missionarisch zu sein. Und er
hat sich ereifert und hat gesagt: Wir müssen missionarisch sein. Natürlich,
wenn eine Kirche und eine Christenheit nicht mehr missionarisch ist, ist
sie eine tote Kirche. Wir haben einen Auftrag an die Welt und wir sind
Schufte, wenn wir das Beste für uns behalten. Aber das Schlimme ist, dass
wir oft eingeschlossen sind in den Mauern. Und jetzt wenn Sie raus kommen
die nächsten Tage, machen Sie Ihre Augen auf und lassen Sie sich vom Geist
Gottes leiten. Und merken Sie wie oft Sie Gott gebraucht, in den ganz
alltäglichen Gesprächen. Vielleicht ist es ein Kellner im Restaurant, dem
Sie eine Schrift mitgeben können. Irgendwo, der Schaffner in der Eisenbahn
oder was weiß ich. Und Sie merken, da war einer, dem ich sagen durfte in
der ganzen Freude und da hat mich der Geist Gottes getrieben. Wir haben
immer wieder die Hindernisse, dass wir's nicht tun wollen. Lassen Sie mich
schließen mit einem Beispiel, wo's am Schwierigsten vielleicht ist, das ist
immer mit uns Theologen. Und heute haben Theologen ja eine große Barriere
zu überwinden um Christus zu erkennen. Durch die Verstandeszweifel der
kritischen Theologie. Und einer der nächsten Mitarbeiter Rudolf Bulkmanns,
Ott Rodenberg, war einst ganz in Bibelkritik und in allen Zweifeln
aufgewachsen und hat das eben als eine Mythologie genommen, den
christlichen Glauben und war als junger Pfarrer in einer persönlichen Not
zu einem schlichten Gemeindeglied gegangen. Es war ein alter Mann, den er
um Rat gefragt hat in einer Lebenskrise. Und dann hat dieser alte Mann zu
Otto Rodenberg gesagt: Jetzt wollen wir einfach alles Jesus sagen. Und dann
hat Otto Rodenberg gesagt: Mir ist's wie Schuppen von den Augen gefallen.
Jesus lebt wirklich. Das hab ich nie begriffen. Und ich kann so mit ihm
reden. Er ist da. Und Otto Rodenberg wurde ein großer Zeuge Jesu und der
Pfarrergebetsbruderschaft. Es gab viele Menschen damals, die verschlossene
Herzen hatten, auch zur Zeit des Petrus, aber wichtig ist, dass wir die
finden, zu denen uns der Heilige Geist führt. Und ich bin so fest davon
überzeugt, dass jeder von Ihnen in der kommenden Woche ganz viele
wunderbare Gespräche führen darf. Und man ganz schlicht von dem erzählen
darf, was uns Jesus bedeutet.
Amen.
