Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 406: Warnung vor Sünde, Teil I
Matthäus 18,7
Die Realität der Sünde in der Welt
Wehe der Welt der Anstöße zur Sünde wegen, denn es ist notwendig, dass Anstöße zur Sünde kommen. Doch wehe dem Menschen, durch den der Anstoß zur Sünde kommt.
Ich habe bereits gesagt, dass der Herr Jesus die Menschen warnt, die sich an den Kleinen im Glauben vergehen. Wehe!
Grundsätzlich gilt, dass wir in einer Welt leben, die uns jeden Tag aufs Neue zur Sünde verführt. Die Welt, in der wir leben, ist nichtig, sie ist kaputt und gefallen. Mit dem Begriff „Welt“ ist hier jedoch nicht der Planet gemeint, sondern die Menschen, die darauf wohnen.
Wehe den Menschen, die andere zur Sünde verleiten.
Einerseits gehören die Anstöße zur Sünde zu dieser Welt. Sie sind notwendig in dem Sinn, dass sie ein normaler Bestandteil des menschlichen Miteinanders sind. Menschen schaden anderen Menschen, indem sie dafür sorgen, dass diese Dinge tun, von denen sie wissen, dass sie falsch sind. Das ist völlig normal, das ist notwendig.
Und nun der Clou: Nur weil etwas völlig normal ist, weil es eben dazugehört, und weil alle es tun, heißt das noch lange nicht, dass ich es auch tun sollte.
Doch wehe dem Menschen, durch den der Anstoß zur Sünde kommt.
Bitte versteht mich gut: Wir leben in einer Welt, in der es völlig normal ist, dass Menschen anderen Menschen schaden. Ich denke da an die Mutter, die kurz bevor sie in den Bus einsteigt, ihrem Siebenjährigen einschärft, dass er sagen soll, er sei erst sechs. Warum? Weil Sechsjährige in Berlin umsonst Bus fahren können.
Und wenn ich zwei Euro zwanzig sparen kann, dann lohnt es sich doch, mein Kind zum Lügner zu erziehen, oder? Nein, natürlich nicht.
Wie soll ein Kind, dem man die Liebe zur Wahrheit aberzieht, einmal Freude an dem Mann finden, der von sich behauptet, der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein?
Doch wehe dem Menschen, durch den der Anstoß zur Sünde kommt.
Die radikale Warnung Jesu vor Sünde
Ja, aber was soll ich dann tun?
Matthäus 18,8-9:
Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist besser für dich, lahm oder als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen oder mit zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden.
Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, einäugig in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.
Ich habe diesen Text bereits an anderer Stelle in Episode 194 ausgelegt. Vielleicht hörst du dir diese Episode einfach noch einmal an. Deshalb hier nur eine kurze Erklärung:
Dieser Text ist keine Aufforderung zur Selbstverstümmelung. Es geht vielmehr darum, dass der Herr Jesus seine Zuhörer so eindringlich wie möglich warnen will. Interessant ist, dass er hier zu seinen Jüngern spricht.
Zum Thema Hölle empfehle ich, noch einmal Episode 189 anzuhören. Dort erkläre ich, dass der Begriff Gehenna das Wort ist, das hier steht. Dieser Begriff bezieht sich auf das Tal Ben Hinnom, also auf den Ort, der für das schlimmste Gericht steht, das Gott bis dahin an seinem Volk vollzogen hatte.
Die Bedeutung des Feuers und der Hölle im biblischen Kontext
Markus Kapitel 9, Verse 43 bis 48:
Und wenn deine Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so haue sie ab. Es ist besser für dich, als Krüppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das unauslöschliche Feuer.
Und wenn dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so haue ihn ab. Es ist besser für dich, lahm in das Leben einzugehen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg. Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Wenn wir über den letzten Vers nachdenken, sehen wir sofort, dass es sich um ein Zitat aus Jesaja 66 handelt. Es ist der letzte Vers im Buch Jesaja: Jesaja 66,24
„Und sie werden hinausgehen und sich die Leichen der Menschen ansehen, die mit mir gebrochen haben; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen. Sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.“
Der Text, um den es hier geht, ist schwer zu verstehen. Jesaja 60 bis 66 beschreibt, soweit ich das verstehe, die Aufrichtung des neuen Bundes. Jesaja endet mit einem Blick auf das Ende des alten Bundes – ein Ende, das sich in aller Dramatik im Jahr 70 nach Christus mit dem Fall von Jerusalem ereignen sollte.
Vorsicht bei der Deutung der Hölle
Lasst uns bitte sehr vorsichtig sein, wenn wir diesen Text zu schnell auf die Vorstellung einer ewigen Hölle übertragen. Der Text aus Jesaja macht deutlich, dass es hier um die Leichen der Menschen geht. Das entspricht nicht unbedingt der landläufigen Vorstellung von der Hölle, in der die Bestraften ja lebendig und nicht tot sind.
Es geht noch weiter. Es heißt hier: „und das Feuer nicht erlischt“. Das ist leider eine eher unglückliche Übersetzung. Wörtlich steht hier: „und das Feuer nicht ausgelöscht wird“. Wo liegt der Unterschied? Ein Feuer, das von Menschen nicht ausgelöscht werden kann, geht trotzdem irgendwann aus.
Wir müssen uns vorstellen, dass Menschen in der Antike einfach nicht in der Lage waren, einen großen Waldbrand zu löschen. Heute können wir solche Brände mit Löschflugzeugen und gut ausgerüsteten Feuerwehren in den Griff bekommen. In der Antike war es jedoch unmöglich, einen großen Waldbrand zu beherrschen.
Es gibt einige Beispiele dafür, dass Gottes Gericht über Nationen als Feuer bezeichnet wurde, das nicht ausgelöscht werden konnte. So warnt Jeremia seine Zeitgenossen mit diesen Worten:
Jeremia 4,4: „Beschneidet euch für den Herrn und entfernt die Vorhäute eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer und unauslöschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten.“
An anderer Stelle warnt Gott Israel, so heißt es bei Hesekiel:
Hesekiel 21,3-4: „Und sage zum Wald des Südlandes: Höre das Wort des Herrn! So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden, das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht verlöschen, und vom Süden bis zum Norden werden alle Gesichter durch sie versengt. Alles Fleisch soll sehen, dass ich, der Herr, es angezündet habe; es wird nicht erlöschen.“
Das Feuer als Symbol für den Zorn Gottes
Warum sage ich das? Weil ich zeigen möchte, dass das Bild vom Feuer, das unauslöschlich brennt, im Alten Testament kein Bild für ein Feuer ist, das ewig brennt. Vielmehr steht es als Symbol für den Zorn Gottes, den kein Mensch mehr auslöschen kann, wenn er erst einmal entbrannt ist.
Genau darum geht es Jesus hier. Er will uns warnen: Wehe den Menschen, durch die der Anstoß zur Sünde kommt, und wehe denen, die die Sünde im eigenen Leben auf die leichte Schulter nehmen.
Persönliche Reflexion und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie du das Thema Zorn Gottes betrachtest.
Kannst du dir vorstellen, dass deine Sünde dich unter den Zorn Gottes bringt?
Das war es für heute. Auf frogwords.de findest du jeweils hundert Episoden als Sammelskript zum Nachlesen.
Im Skript verlinke ich dir das Dokument, in dem du die Episoden 189 und 194 nachlesen kannst.
Der Herr segne dich, schenke dir seine Gnade und lasse dich in seinem Frieden leben. Amen.
