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Die beiden Tiere - Bibelarbeit über Offenbarung 13

Offenbarung 13,1-1805.05.1997
Warum fasziniert Macht so schnell? Offenbarung 13 zeigt, wie Verführung, Angst und Selbsterlösung eine ganze Gesellschaft kippen können. Entscheidend bleibt: Wem vertraust du wirklich?

Einleitung und Ausgangspunkt

 Offenbarung 13 ist heute ein sehr kompaktes Kapitel. Wir haben den Antichristen und seinen Propheten.
Ich sah ein Tier aus dem Meer steigen. Es hatte zehn Hörner und sieben Häupter, und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther, und seine Füße wie Bärenfüße, und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.
Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet. Und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier. Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen?
Es wurde ihm ein Maul gegeben, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ihm wurde Macht gegeben, es zu tun zweiundvierzig Monate lang. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung, um gegen Gott zu lästern, seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht von Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.
Hat jemand Ohren, der höre. Wenn jemand ins Gefängnis soll, dann wird er ins Gefängnis kommen. Wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, dann wird er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen.
Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde. Das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Das ist der Kontrast. Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen. Und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und es tut große Zeichen, so dass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen. Und es verführt die, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist. Und es sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.
Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden könne und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn. Und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Das erste Tier und seine geschichtlichen Vorläufer

Diese Gestalt des Antichristen hat viele Generationen tief bewegt. Und es waren viele wache Christen, die im Hitlerreich viel entdeckt haben, was diesem Bild entspricht. Sie wissen das auch von vielen Gläubigen in der Zeit Napoleons. Viele entdeckten, was dem entspricht, was hier geschrieben steht.
Sie haben sich nicht getäuscht. Es ist in der Tat so, dass es durch die Weltgeschichte hindurch viele Vorläufer dieser einen großen Endgestalt gibt. Das erkennen Sie zum Beispiel daran, dass im ersten Johannesbrief steht, es sind viele Antichristusse da, jetzt schon. Das sind also Gestalten, die genau an der entscheidenden Stelle gegen Christus kämpfen und mit einem großen Anspruch von Macht und Gewalt auftreten.
Es ist gut, im Neuen Leben kennen Sie die Zeitschrift vom Missionswerk Neues Leben. In diesen Tagen, vor ein paar Tagen, ist bei mir ein Beitrag von Gerhard Maier gekommen, Ein Wort. Da kommt immer über ein Lieblingswort der Bibel. Und Gerhard Maier sagt, ich möchte eigentlich kein Lieblingswort haben, ich möchte auch die Worte der Bibel lieben, die mir nicht geläufig sind. Dann sagt er: Mir fällt immer mehr auf, die Bibel kennt keinen wachsenden Triumphgesang für den Glauben.
Und er spricht dann über den Vers sieben. Gerade in den Tagen haben wir heute genau dieses Thema. Es ist nicht wichtig, schreibt er hier, wie viele Konferenzteilnehmer da sind, wie viel Macht und Einfluss einer Kirche zukommt. Wichtig ist, dass die Gemeinde nicht zerstört werden kann. Denn hier steht: Die Gemeinde wird überwunden werden. Und am Ende der Zeit steht dies, dass die wiederchristlichen Mächte über die Gemeinde siegen.
Deshalb sind viele Erwartungen, die auch in diesen Tagen von Menschen sicher und guter Absicht genährt werden, falsch. Menschen tun so, als ob es uns gelingen würde, den Durchbruch zu schaffen. Auch das, was wir bei der Mission immer hören, ist interessanterweise immer nur eine kleine Zahl. Es geht nur um die Erfüllung aus allen Nationen, Völkern und Sprachen.
Wir bedauern das, dass wir nicht die ganze Welt christianisieren können. Aber wir spüren so deutlich, dass die Verbreitung des Namens Christen nichts nützt, wenn keine Bekehrung der Herzen erfolgt. Und um das soll es uns gehen.
Also, wenn Sie dieses Blatt zu Hause haben, bitte ich Sie, einfach das zu lesen. Von Gerhard Maier, überschrieben mit Gedankenspiele zu diesem Vers sieben, was es uns zu denken gibt, dass wir uns heute rüsten auf die Stunde, wenn das kommt.

Gegenwartserfahrungen und die Frage nach der Welteinheit

Ich habe in meiner Jugendzeit, noch in der Zeit, als ich bei Licht im Osten gearbeitet habe, natürlich selbstverständlich gedacht: Das ist doch Marxismus im Sozialismus. Denn die ganzen antichristlichen Strukturen, die man erlebt hat in China, die Mao-Revolution, die Kulturrevolution mit dem kleinen roten Buch und so weiter, waren alles so endzeitlich.
Ein Buch erschien: Chinas rote Sonne. Dort wurde eigentlich so einleuchtend gezeigt, dass es die letzte Versuchung ist, das Martyrium der Christen. Nun hat Gott noch einmal eine Atempause geschenkt, und diese Zeit müssen wir zur Evangelisierung der Welt nützen, damit das Evangelium noch dort vordringen kann. Aber am Ende wird die Bedrängnis stehen, und noch einmal werden diese antichristlichen Gestalten in eine antichristliche Gestalt münden, der es gelingt, die Welt zu einen.
Wir haben ja in der Offenbarung zwei große Gestalten. Das sind eigentlich die bekanntesten Stellen: der Antichrist und sein Prophet, und dann die Hure Babylon. Auch darüber werden wir noch reden, was dieses Bild bedeutet. Fritz Grünsweig hat viel darüber geredet. Das ist gerade in dieser Zeit auch wichtig, in der wir uns immer um den Kurs unserer Kirche sorgen.
Bei der Gestalt des Antichristen werden wir aber immer wieder wach, wenn heute die meisten Politiker schon sagen: Wir brauchen eine Welteinheitsregierung. Wir stehen irgendwo an dieser Schwelle, an der wir sagen: Es wäre sinnvoll, wenn es bei der UNO eine zentrale Lenkungsstelle für all die Konflikte gäbe. Und das Unheimliche wird geschehen, dass diese Welteinheitsregierung besetzt wird durch eine Gestalt, die ihr Hauptziel darin hat, Christus zu bekämpfen.
Das steht einfach in der Bibel, und wer Ohren hat zu hören, der höre. Darüber kann man sich streiten, aber das Wort wird sich erweisen. Im tiefsten Kern eines jeden Menschen steckt dieser Christushass. Und dass der Prophet, der den Antichristen noch hofiert, eine religiöse Macht ist, das ist so ähnlich wie eine Kirche. Das ist auch unheimlich. Und das kommt auch nachher noch in der Figur dieser Hure Babylon.

Das Wesen der Bestie und die Macht des Drachen

Jetzt gehen wir einfach mal hier entlang. Was beschreibt das Wort Gottes? Ein Tier. Diese antichristliche Gestalt ist bestialisch, sie ist nicht menschlich. Ohne Gott wird der Mensch zur Bestie. Und dieser Mensch der Letztzeit, der Macht und Gewalt hat, trägt Züge des Tieres. Das ist eine ganz einfache Darstellung der Bibel, da will man jetzt gar nichts mehr dazusetzen.
Sie sollten vielleicht jetzt noch einmal hier den Finger drin lassen und 2. Thessalonicher 2 aufschlagen, die Stelle, die mir immer so wichtig ist im Blick auf den Antichristen. 2. Thessalonicher 2,3-4. Da spricht Paulus von dieser antichristlichen Gestalt, und er sagt: Am Ende muss der Abfall kommen. Lasst euch nicht verführen, in keinerlei Weise, denn zuvor muss der Abfall kommen. Der Mensch der Bosheit muss offenbar werden. Man kann auch sagen, so hat es Jesus genannt: der Mensch der Gesetzlosigkeit. Auch das ist interessant, die Auflösung jeder Ordnung.
Ich verstehe es ja bis heute immer noch nicht, warum auch in Christenfamilien so ein rasender Siegeszug halten darf, dass heute auch die ganzen Ordnungen Gottes, auch im ehelichen Zusammenleben, plötzlich nicht mehr wichtig sind. Vielleicht wegen der Rente oder was? Dann muss man doch nicht mehr heiraten. Aber es ist irgendwo ein Geist der Gesetzlosigkeit in unseren Zeiten. Man weiß gar nicht, wo man sich wehren soll. Ausrufung der Korruption und was alles. Jesus sprach vom Menschen der Gesetzlosigkeit, der am Ende auftreten wird.
Die Offenbarung spricht vom Tier, hier spricht er vom Menschen der Bosheit, dem Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt, Vers 4, über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.
Ich möchte jetzt gar nicht über Spekulation reden. Das ist reine Spekulation, wenn ich sage, es erinnert uns auch viel heute an diese Weltmacht Islam, immer wieder an diese antichristlichen Mächte, dieser wiederchristliche Kampf des Islam, der ja so ungeheuer ist. Und dann eben an der Stelle, dass er in dem Tempel Gottes sitzt, seit dem Jahr sechshundertirgendwas, wo der Felsendom gebaut wurde, an der Stelle des Heiligtums steht dieser Tempel mit seiner ganz unheimlich harten antichristlichen Spitze. Ganz kompromisslos. Es gibt im Islam überhaupt nichts bei Christus, es gibt keinen Kompromiss.
Unsere Kirche ist in weiten Teilen völlig gelähmt und sieht in einem solchen Wort, wenn ich es ausführe, und sagt hier nur: Das sind radikale Scharfmachertöne. Nein, es geht doch gar nicht ums Zusammenleben als Bürger. Sonst muss uns in unserer missionarischen Verantwortung völlig klar sein, was heute in der Begegnung mit dem Islam möglich ist. Es gibt überhaupt keinen wirklich sinnvollen Toleranzdialog, vielleicht solange eine Minderheit da ist. Aber den gibt es natürlich überhaupt nie, nicht mal in Ägypten, wo so viele Christen leben.
Aber das ist Spekulation. Ich sage noch einmal: Das möchte ich von der Bibelauslegung trennen. Passen Sie auf, wir bleiben bei der Bibelauslegung.

Zeichen, Wunder und die Verführung der Massen

Diese Bestie hat zehn Hörner, Ausdruck der großen Macht, sieben Häupter des überlegenen Auftretens. Die Hörner sind Gewalt, die Kronen sind Herrschaft, und auf seinen Häuptern stehen lästerliche Namen.
Was wird denn gelästert? Viele Ausleger meinen, er wird sich anmaßen, die Welterlösung zu schaffen. Das ist eine Provokation mit Recht, nachdem es all die Jahrhunderte nicht geschafft hat, die großen Weltprobleme zu lösen. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass der Antichrist am Ende die Begeisterung der Massen findet, weil er die Brotfrage lösen wird.
Wir verstehen ja nie, warum die Welt ihre Lebensmittel nicht so verteilen kann, dass alle satt werden. Er wird auch die soziale Frage lösen. Es wäre nämlich genauso möglich, die soziale Frage zu lösen. Es wird nur im antichristlichen Reich möglich sein, wenn die Kräfte alle auf eine Person übergehen. Dass diese Person antichristlich ist, das ist ein Geheimnis der widergöttlichen Macht dieser Welt.
Und das Tier ist da wie ein Panther, das zum Angriff bereit ist, die Füße wie Bärenfüße und ein Rachen wie ein Löwenrachen. Aber ganz entscheidend ist, dass er seine Macht von wem hat: vom Drachen, von dem Drachen, den wir schon gekannt haben als diese unheimliche, widergöttliche Höllenmacht. Das ist dieser Drache, der das Knäblein, das geboren wurde, den Erlöser Jesus, verschlingen will. Das ist der Drache, der die Gemeinde, die bekennende Gemeinde, in die Wüste der Welt treibt.
Sie erinnern sich: Letztes Mal haben wir davon gesprochen. Wir können gar nicht alles auslegen. Im ersten Vers ist eine Erinnerung daran, dass man schon mit den Parallelstellen so viel in seiner Bibel hat, dass man gar nicht alles auf einmal verstehen kann. Daniel 7,3-7 ist schon beim Propheten Daniel geweissagt gewesen, dass das eine Tiergestalt sein wird. Am Ende sind durch die Bibel hindurch immer Zeugnisse, die sich ergänzen und die sich gegenseitig bestätigen.
Das ist auch ganz wichtig: Wir Christen haben zu der Staatsmacht keine kritische Haltung. Gerade Daniel war eigentlich so offen, auch dem Staat zu dienen. Aber er wusste ganz genau, wo der Missbrauch der autoritären Staatsmacht geschieht und wo ausgerechnet dort in dieser Staatsmacht etwas Widergöttliches zum Vorschein kommt.
Und der Drache gab ihm seine Kraft, seinen Thron und seine große Macht, auch seine Klugheit. Er ist bevollmächtigt vom Drachen, und er kann über die Menschen herrschen. Wenn Sie jetzt, wir haben es vorne zugeschlagen, weiterlesen würden, im 2. Thessalonicher 2, dann finden Sie dort im Vers 9, dass diese Gestalt, diese Macht, die dort kommt, durch lügenhafte Kräfte und Zeichen die Menschen verwirrt. Lügenhafte Kräfte und Zeichen.
Ich weiß, wie viele von Ihnen sich auch immer ein bisschen wundern, warum ich immer wieder meine kritischen Bedenken äußere zu manchen frommen christlichen Bewegungen unserer Tage, die sehr viel mit Wundern und Zeichen zu tun haben. Ich war am Samstag wieder mit jungen Leuten vom Bibelkreis zusammengesessen. Die sagen: Bei euch hört man es nimmer heraus im Gottesdienst, dass ihr Gebetserhörung erlebt und Wunder mit Gott. Und wir erleben fortwährend wahnsinnige Wunder, so gewaltige Wunder, Krankenheilungen und Heilungen von Krebs und alles Mögliche gibt es doch. Natürlich, sonst würden wir gar nicht beten.
Aber wir wissen, dass Gott auch Leiden auferlegt. Und wir wissen auch, dass der Antichrist am Ende durch lügenhafte Zeichen und Wunder ein wirkliches Wunder verführen wird. Viele der heute groß herausgestellten Wunder sind gar keine Wunder. Ich halte auch viel Scharlatanerie heute dabei. Man erlebt in der Stille oft viel gewaltigere Dinge, die einen ganz arg bewegen, was man mit Gott erlebt.
Der Antichrist wird Wunder vollbringen, wo uns Hören und Sehen vergeht. Und es sind Höllenmächte. Es ist ja immer erschütternd: Schon bei Mose, als er seine Wundertat vor Pharao hatte, haben die Zauberer genau die gleichen Wunder vollziehen können. Wir können das heute auch in der Welt der Religionen immer erleben.
Ich habe im November das große Vorrecht, dass endlich mein Lebenswunsch in Erfüllung geht. Ich habe sechzehn Monate ein Visum beantragt nach Nordostindien. Die haben ein Jubiläum, und die Regierungen haben Aussicht gestellt, dass eine ganz kleine Zahl, ich glaube, zwei oder drei aus dem Westen teilnehmen. Das sind diese Provinzen dort, und die haben so große Erweckungen im Erleben mit großen Zeichen und Wundern. Das ist an der Grenze nach Burma von der indischen Seite her. Und da erzählen die Leute immer wieder: Wir haben bald festgestellt, dass die Zauberpriester mit ihren Teufelsmächten genau die gleichen Wunder gemacht haben.
Die erzählen Dinge, dass da Dollarscheine aus der Luft hergezaubert wurden und Dinge, wo wir eigentlich den Kopf schütteln. Aber dann sagen wir: Wir haben sie nicht mehr wollen, nachdem wir gewusst haben, es sind keine eindeutigen Wunder. Das einzige Zeichen, das eindeutig ist, ist das Kreuz Jesu und seine Auferstehung. Es ist ja immer so, dass auch all die erlebten Wunder für die anderen nicht so überzeugend sind. Deshalb sind wir vorsichtig.
Auch in der Bibel wird ja so vieles beschrieben. Es ist im Evangelium beschrieben, und ich hoffe, dass Sie es einfach verstehen: Wir sind nicht deshalb gegen Zeichen und Wunder, sondern wir erwarten auch viel. Wir beten ja sehr aktiv und wollen Gottes Macht erleben. Hier: Der Antichrist wird Wunder tun.

Die tödliche Wunde und die Nachahmung Christi

Das war übrigens der Grund, warum für viele bibeltreue Christen nach dem 20. Juli eigentlich die Sache klar war, dass Hitler der Antichrist ist, dass er dieses Attentat von Graf von Stauffenberg überlebt hat und nur leicht verletzt war. Die tödliche Wunde, und er war nicht verletzt. Das war ein gesunder Schock, weil ja nach allen menschlichen Ermessen auch das eigentlich klar war in der Wolfschanze: Der muss tot sein, wenn man die Bombe da an den Tisch hinlegt, wo er da über der Karte gebeugt ist, und dem hat es nichts ausgemacht.
Aber wie gesagt, das ist nicht die Antichristlichkeit. Es war nur ein Vorläufer des Antichristen. Das wird noch einmal ganz kompakt kommen: Irgendetwas passiert, eine Wunde, tödlich verwundet, und er ist doch heil. Und alle Welt wundert sich über dieses Mirakel, über diesen unerwarteten Ausgang.
Und jetzt müssen wir aufpassen, versehen Sie, genau an dieser Stelle sagen die Schriftausleger immer: Der Antichrist ist der Affe Gottes. Er macht genau Christus nach und verändert das Heilsgeschehen an der entscheidenden Stelle. Aus Kreuz und Auferstehung macht er ein Mirakel der Selbsterlösung des Menschen. Dieser Mensch ist bestialisch, der sich erhebt und der vor Gott auftrumpft: An mir prallt alles ab. Er braucht keinen Gott zur Erlösung.
Und das führt dazu, dass alle Welt, die ganze Erde, diese Macht anbetet, bewundert und vergöttlicht. Auf einmal bricht die Religion sich wieder eine Bahn, aber in der Verehrung einer menschlichen Selbsterlösung, wieder christlichen Selbsterlösung. Man kann jetzt bloß ganz langsam reden und sagen: Ich brauche nichts mehr. Man hat es einmal gelesen, man liest wieder, die Schriftworte genügen. Es ist eine Macht, die die Menschen so fasziniert, dass sie das müssen. Der Glaube ist nie eine Macht, der Glaube ist ein einzelnes Ringen zum Durchbrechen. Aber das wird eine Massensuggestion sein, die über die ganze Welt kommt.
Und wer einmal die großen Massenhysterien erlebt hat, dem wird Angst, wie man da überhaupt noch bestehen kann. Und gleichzeitig redet dieses Maul. Das war auch immer dann, ich kenne es aus den Erzählungen meiner Eltern, wie das sie immer fasziniert hat, als damals der Volksempfänger erfunden wurde. Überall war das Radio gestanden, das Maul, überall haben wir die Propaganda gehört. Aber irgendwie würde es ganz toll sein, dass diese Stimme dieses Antichristen an die letzten Orte durchdringt. Aber mit diesem Propagandainstrument redet er große Dinge von seinen Taten, Erlösungstaten, Welterlösung ohne Gott. Auf die warten wir ja, wenn wir diese ohnmächtigen Parteienkämpfe da in Bonn, die die Probleme nicht mehr lösen können. Meint doch jeder Rechte irgendwie. Schrecklich, die Welt ist unfair, in der UNO, außer Spesen nichts gewesen und so, und die Kinder kommen um da in Zaire und so. Einfach so schrecklich.
Und da wird es gelingen. Der wird große Dinge tun und wird da in Lästerworten reden gegen Gott und sein Haus und die, die im Himmel wohnen. Wenn man heute als Lästerworte hört, haben wir immer wieder schwer, weil man sich wundert, wie hartnäckig sich auch die ganzen Lügen halten gegen das Evangelium. Es gibt viel, was man gegen die Christen und gegen Kirchen vorbringen kann, aber die Lästerungen gegen Jesus, den Gottessohn, sie sind unheimlich, wenn sie kommen, gegen alle Gottes Kraft. Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen, und das ist der Vers, den Gerhard Meyer ausgelegt hat in der Zeitschrift „Neues Leben“: zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden.
Das wird das Ende sein, dass die Jesusbekenner überwunden werden. Sie haben keine Stimme mehr, sie haben kein Recht mehr in den Tagen vor der Wiederkunft Jesu. Es gibt auch vorher keine Entrückung. Ich halte übrigens diese Lehre für nicht biblisch gerechtfertigt. In der Bibel steht nur etwas für die, die in dem Zeitpunkt, wenn Jesus wiederkommt, auf Erden leben. Die müssen nicht vorher noch in den Saal gelegt werden, die werden zum Herrn entrückt und so verwandelt werden. Aber es gibt nicht, dass ich dieser Entwicklung vorher entfliehen kann. Das ist eine Lehre, die übrigens die Entrückungslehre erst im neunzehnten Jahrhundert von einer kleinen Gruppe aufgebracht wurde, die vorher nicht einmal in all den Jahrhunderten bekannt war. Also wir sollten da ganz vorsichtig sein.
Sondern die Macht dieser antichristlichen Gewalt über die Christengemeinde ist unheimlich: kämpft mit den Heiligen und überwindet sie. Die Heiligen kämpfen, die Märtyrer, und es gelingt ihnen nicht, diese unheimliche Finsternismacht zu überwinden. Sie stehen da als die, über die der Spott der Welt sich ergießt. Und das müssen Sie immer wissen, dass selbst das Martyrium nicht einmal mehr die Anerkennung findet. Übrigens ist das ganz arg schwer, dass das Martyrium ja häufig schon so war, dass die Märtyrer ganz allein gestanden sind und gesagt haben: Bin ich eigentlich blöd? Und selbst ihre Freunde gesagt haben: Du bist bloß extrem und radikal.
Heute können wir Bonhoeffer preisen und sagen, warum haben sie nicht mehr gemacht. Aber dass damals ihn seine Freunde oft schon nicht mehr verstanden haben, ist wichtig zu wissen. Es gilt auch Vertrau Gott an und viele andere. Es ist ganz entscheidend wichtig, ob man sein Leben nicht liebt bis in den Tod. Und für uns ganz wichtig: Was ist das, wofür ich zu sterben bereit bin?
Wenn man all die Märtyrergeschichten liest in Madagaskar, wo sie ein Seil über den Felsen gehangen haben, dann gerufen haben: Widerrufst du, dann ziehen wir dich hoch, sonst hacken wir das Seil ab. Und alle riefen: Jesus ist mein Herr. Sehen Sie, das ist ja alles geschehen im letzten Jahrhundert schon, für uns eine Frage wieder: Und was ist uns wert? Und wir wissen nicht, wann das kommt. Wir haben vorher mal gehört, bei den letzten Auslängern, es wird ganz schnell gehen, es wird gar keine Zeit mehr zur Buße sein, wenn diese letzten Entwicklungen anfangen.
Und das einzige, was dann sein kann, dass wir dann wissen und sagen: Da steht es in der Schrift. Wer es liest, der merke darauf, sagte Jesus. Uns ist gar nicht nötig, dass wir vorher da irgendwelche Spekulationen anstellen, und bitte verstehen Sie meine Worte vorher auch nicht so. Aber wenn diese Mächte so auftreten, da wird es gar keine Abstimmung mehr geben, da gibt es auch keine evangelikale Organisation, wo man sich gegenseitig Parolen zurufen kann. Da gibt es nur noch das Geborgensein in Jesus und das Bekennen.

Das zweite Tier und die religiöse Verführung

Und ihm wurde Macht gegeben über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen. Und alle, die auf Erden wohnen, beteten es an, deren Namen nicht von Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.
Das Einzige, was bleibt, ist, dass wir aus Gnaden errettet werden. Der Name, der in das Buch des Lebens eingeschrieben ist, ist etwas, was Jesus schon sagt. Das hängt zusammen mit unserer Glaubensentscheidung, mit unserem Annehmen. Es ist ein bewusstes Stehen im Glauben und das Wissen, dass das Blut Jesu der Garant meiner Rettung ist.
Und übrigens wird an dieser Stelle deutlich, dass das zwei Wege sind, die nicht zusammengehen. Und deshalb bleibt es dabei, dass das Kreuz, auch die Erlösungsfrage, der Mittelpunkt des Geisteskampfes in der Welt sein wird. Es gibt keine andere Mitte des christlichen Glaubens. Es geht also um die Frage, was mich im Gericht Gottes löst, im letzten Sterben. Und ich werde durchgetragen, auch wenn ich äußerlich überwunden werde.
Es wird also gar keine Vorbereitung möglich sein, anders als dass ich sage: Ich bin geborgen in der Hand Jesu. Niemand kann mich aus der Hand Jesu reißen. Wir stehen da und können bloß noch murmeln: Jesus, mein Herr. Sie können aber mit den Christen werden, sie werden sie alles tun, sie werden sie schleifen und wegtun und alles. Aber der Glaube steht dennoch als das einzelne Glaubenszeugnis.
Ganz gut, dass Sie noch einmal so fragen. Ja, ja, ja, das bleibt, das bleibt am Ende. Es ist ja interessant, in der Offenbarung hat die Anbetung des Lammes eine so große Rolle gespielt. Und uns ist ja das Wort Lamm immer etwas fromm, und bei manchen Liedern haben wir gesagt, es ist so komisch. Aber Sie verstehen, warum Johannes das schreibt oder warum es der Herr ihm offenbart hat: dass das Lamm das Gegenteil ist von der Bestie. Das Lamm, das erwürgt ist, Jesus Christus, für unsere Schuld gestorben.
Auf der anderen Seite dieser Mensch: Natürlich war es für diese Christen damals schon der autoritäre römische Kaiser, der hat ja schon die Züge getragen. Ich kann Sie immer bloß darauf hinweisen, dass es durch all die Jahrhunderte hindurch geht. Der Kaiser Augustus ist das völlige Gegenstück zu Jesus. Dort der prunkhafte Herrscher, dort all diese Personen, die sich selber als Gott bezeichnen lassen. Auf der anderen Seite das Kind in Bethlehem geboren, der Diener. Da können wir stundenlang darüber reden, diesen Gegensatz einmal darzustellen, dass das Bild, das Jesus uns gibt, als ein Höhepunkt des Menschenlebens: Er ward gehorsam bis zum Tod. Und dort diese wahnsinnige Triumphentfaltung, wie Sie es sich nur aus dem Film Ben Hur vielleicht vorstellen können.
Und dieser Gegensatz bleibt und kommt am Ende zu der ganz großen Entfaltung. Und das ist jetzt so wichtig, dass wir auch die Art des Lammes behalten. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass wir in der Anbetung wissen, vor wem wir die Knie beugen. Das war ja bei Daniel so wichtig, dass eben die Knie nicht gebeugt wurden, als das Bild aufgerichtet wurde. Auch das ist interessant, als dieses Riesen-Götzenbild aufgebaut wird und als gesagt wird, man darf nirgendwo mehr beten als allein zum König von Babel und so weiter. Und genau Daniel weiß: An dieser Stelle fehlt meine Gehorsamsfrage.
Das war ja lange bevor der Antichrist kommt. Das ist eine Grundfrage, die für uns heute ganz aktuell ist. Ich will auch heute diesen antichristlichen Mächten nicht gehorsam leisten. Für mich ist das kein Problem. Manche haben ja Angst und sagen, ich will keine Scheckkarte haben und wegen der Zahl und so weiter. Das ist für mich nicht die Frage, sondern die Entscheidungsfrage liegt genau dort, wo ich eine antichristliche Weltmacht in ihrem inneren Kern bejahe, wo Christus gelästert wird. Und da möchten wir nicht dabei sein. Da geht es nicht um äußere Teilhabe, dem können wir uns nicht entziehen, sondern es geht genau darum, dass ich nicht teilhabe an der Lästerung gegen Christus.
Und das ist für mich eine ganz wichtige Frage, wo wir sagen: Da geht heute schon alles darum, dass die Ehre des gekreuzigten Jesus in meiner Gegenwart gelästert wird. Das darf doch nicht sein, an dieser Stelle nicht. Wir lassen uns von der Schrift nichts abbrechen. Wir wollen keine Radikalinskis sein, die da irgendeinen Terror ausschieben. Und es ist ja interessant: Die Gemeinde darf auch nicht der Versuchung verfallen, was ja immer wieder die Gefahr war, mit Gewalt etwas zu erreichen. Wir werden auch über die Welt nichts erreichen. Aber wenn es noch so verlockend aussieht, dass man vielleicht das Fernsehen einmal erobert, das gelingt doch gar nicht.
Wir haben nur das Wort, die Predigt des Evangeliums. Und das wird hier und da, schenkt es der Herr, dass Menschen das hören. Solang wir das haben, wie mir ein deutscher Missionar aus Bonn in Malawi jetzt sagte, dort in Malawi sagte: Bring Missionare ins Land. Die Aufnahmebereitschaft ist zehnmal größer als in Brasilien, da hat er bisher gearbeitet, und in Brasilien ist sie sehr groß. Das ist Offenheit für das Evangelium. Solange solche Dinge in der Welt noch da sind, ist es eine Zeit der Ernte, die wollen wir nutzen.
Auch in unserem Volke ist noch eine sehr große Offenheit. Ich wundere mich immer, überall, wo man hinkommt, dass man mit den Menschen beten darf, dass man ihnen Liedverse sagen darf. Das sind oft Leute, die gar keinen Bezug zum Glauben haben, und sie sind offen über die großen Lebensfragen. Es ist noch nicht die antichristliche Zeit.
Und dann kommt das mit dem Gefängnis. Er wird ins Gefängnis kommen, mit dem Schwert getötet werden. Und was bleibt, ist eben nicht die Machtwirkung. Man kann auch nichts mehr mit Protzen tun, sondern Geduld, Entschuldigung, jetzt machen wir das andere doch nur fertig: Geduld und Glaube der Heiligen, Ausdauer, Aushalten und das Bekenntnis des Glaubens, die Christusnähe festhalten.

Der falsche Prophet und das Zeichen an Hand und Stirn

Jetzt kommt der falsche Prophet. Es kommt ein zweites Tier aus der Erde herauf. Es hatte auch zwei Hörner und äfft nun wieder Jesus nach, wie ein Lamm, aber wach wie ein Drache. Es hatte eine höllische Macht.
Und da sind wir wieder beunruhigt, dass sich die unheimliche Macht der Finsternis verkleidet, in eine lammähnliche Gestalt. Es wird ganz schwierig sein, das zu unterscheiden. Ich kann es nur unterscheiden, wenn ich auf das sehe, was diese Macht tut.
Und diese Gestalt übt alle Macht des ersten Tieres aus und verführt die Menschen, diesen Antichristen anzubeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und wieder tut sie große Zeichen, so dass auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen. Vor den Augen der Menschen verführt sie die, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen. Und sie sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollten dem Tier. Und diese Bilder fangen plötzlich an zu sprechen und sind plötzlich lebendig. Es ist eine ungeheure Suggestion, die hier abläuft, eine ungeheure Macht. Und es geschieht, dass alle, die dieses Tier nicht anbeten, getötet würden.
Wir brauchen uns nicht zu ängstigen, denn der Herr wird uns auch durch diese letzten Tage hindurchtragen. Aber was mir wichtig ist: dass wir unsere Kindergeneration auf diese Sache vorbereiten, so wie ich dankbar bin, dass meine Eltern mir auch davon gesprochen haben, auch von dem, was in ihrem Leben wichtig war und was ihnen in ihrem Leben geholfen hat, antichristliche Strömungen zu erkennen und dagegenzustehen.
Es gibt nicht bloß einen politischen Blick für Zeitströmungen, sondern man muss einen biblischen, geistlichen Blick haben, um sich aus gewissen Massenbewegungen zu lösen. Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, die machen sich ein Zeichen an die Hand oder an die Stirn. Auch dies ist etwas, was man sich sehr gut vorstellen kann. Wer dieses Zeichen, dieses Mahlzeichen, nicht hat, der kann nicht mehr kaufen oder verkaufen. Er ist ausgeschlossen von allem. Auch dies ist heute nicht der Fall, aber es wird etwas Unheimliches sein, wenn man aus der Gesellschaft ausgestoßen ist.
Und dann das Geheimnisvolle der Zahl: Also, die Zahl lässt sich einfach erklären. Das sind ja immer diese Zahlensymboliken. Wenn man 1, 2, 3 und 4, die Traude rechnet es geschwind aus, bis 36 addiert, kommt man auf 666. Das ist der Witz, also die Zahlen hintereinander geschrieben und dann addiert. Es gibt noch ein paar andere Sachen, wie man es rechnen kann. Andere haben gesagt, wenn man diese Zahl in Buchstaben wieder umschreibt, kommt Nero raus, und so weiter. Da gibt es immer wieder manche Dinge. Aber sehr entscheidend ist, dass es uns jetzt gar nicht wichtig ist, irgendwelche Parallelen zur Zeit wieder zu sehen. Es hat von Gott her alle seine Bestimmung und den Raum. Und Gott lässt das geschehen, weil er darin seine Gemeinde zubereitet und rüstet.

Die Gemeinde zwischen Warnung, Freiheit und Bewährung

Ich habe mir noch mitgenommen aus der sehr guten Erklärung von Helmut Frey, die ich für eine der besten halte. Der Mann aus dem Baltikum, Professor dann in Bethel gewesen, hat hier niedergeschrieben, das war noch in der Zeit des Dritten Reiches: An welchen Merkmalen kann die Kirche des Antichrists erkannt werden, diese Prophetengestalt des Antichristen?
Dann sagt er erstens: Diese Kirche verkündigt statt der Botschaft des Lammes, statt Demut und Gehorsam unter dem Kreuz, die stolze Botschaft des Drachen: Ihr werdet sein wie Gott. Wichtig ist die Demutsbotschaft.
Zweitens: Diese Kirche nimmt aus anderen Quellen Kraft und dient anderen Mächten neben Christus. Sie nimmt vom christusgegnerischen Staat Macht an und lässt sich vor die Ziele des Staates spannen. Da dürfen wir auch nie ruhig werden. Wir, die der Landeskirche angehören, da ist etwas faul. Bloß ist es heute keine akute Sache, sondern wenn es gefährlich wird, müssen wir wissen, was zu tun ist.
Drittens: Die Wunder und Zeichen dieser Kirche dienen nicht dem einen Zweck, Christus zu verherrlichen, sondern andere Größen neben Christus groß zu machen. Die Wundernzeichen, die Jesus getan hat, haben Christus groß gemacht. Und so ist es auch bei den Wundern heute, die von Christus kommen: Die machen sein Evangelium groß. Hier geht es aber um Menschen.
Viertens: Die Erlebnisse und Offenbarungen dieser Kirche sind nicht im Umgang mit Christus und der Bibel gewonnen, kommen auch nicht vom Tröster, vom Heiligen Geist.
Fünftens: Diese Kirche kämpft nicht mit den Waffen des Lammes, das heißt mit dem Wort der Liebe und mit dem leidenden Gehorsam, sondern mit den Waffen der Gewalt, die Menschen töten, die nicht ihr gefügig sind.
Sechstens: Im tiefsten macht diese Kirche die Seelen nicht frei durch die Kunde von der vollbrachten Erlösung, sondern bindet sie an immer neue Weisen der Selbsterlösung.
Und es ist interessant, dass all diese Mächte nur eines fürchten: das Blut Christi. Der Paulus schreibt mir am Ende vom Galaterbrief, er trägt die Mahlzeichen Christi. Jetzt weiß ich nicht, warum er das Wort Mahlzeichen gebraucht hat. Die Wundmale Christi. Es war dem Paulus nie schlimm, dass er einen kranken Körper hatte, dass die Kraft Gottes sich in seiner Schwachheit verlinnt.
Jetzt verstehen Sie aber, warum der Gerhard Maier sagt: Wir müssen aufpassen, am Ende steht nicht der Triumphgesang der Gemeinde. Es ist auch nie schlimm, wie wir es bei unseren Alten und Leidenden erleben, dass sie einen schweren Weg gehen durch Schmerzen und durch Krankheit hindurch, wenn sie im Glauben in Christus geborgen sind. Das ist der Weg der Gemeinde.
Und es ist mal wichtig. Ich hoffe, dass Ihnen ein paar Linien deutlich geworden sind. Und alles andere ist Spekulation. Passen Sie einfach auf, nicht diesen Spekulationen zu erliegen. Es gibt immer wieder viele Büchlein und Leute, die das wissen wollen. Wenn der Antichrist kommt, wird es diese Büchlein nimmer geben. Das ist schon ein Zeichen, dass der Antichrist noch nicht da ist, denn da wird gar nichts mehr erlaubt sein.
Und deshalb ist das alles ein bisschen harmlos heute und auch Verdummung. Wir wollen dankbar sein für den Raum der Freiheit, wir wollen dankbar sein für den Staat. Übrigens verdient auch diese Gesellschaftsordnung unsere ganze Unterstützung. Es ist heute keine antichristliche Gesellschaftsordnung. Es ist auch immer wichtig gewesen, wie der Bundesminister dieser Regierung auch bei unserem Entwicklungsdienst gesagt hat: Solch eine Missionsarbeit mit verkündigendem Evangelium, die einen so guten Sozialdienst hat, verdient die Förderung aus Staatsmitteln. Nicht um etwas zu vermischen, sondern weil die Arbeit so gut ist, die sie in der Entwicklung tut. Das schadet nicht, dass das Evangelium verkündet wird. Das ist kein antichristlicher Staat, der das Evangelium nicht will.
Aber wir wissen, wie schnell sich das alles drehen kann. Deshalb wollen wir das auseinanderhalten und wollen heute auch nicht mit denen übereinstimmen, die heute alles ablehnen und heute am liebsten schon in ein Ghetto flüchten. Wir wollen dankbar sein, heute mitzuwirken, auch in den Schulordnungen und Gesellschaftsordnungen, öffentlichen Ordnungen, wo wir können. Auch in den Medien, überall ist noch Raum da. Aber wir wollen dem Trug nicht verfallen, als ob wir dadurch Christus der Welt hoffähig machen können.
Es wird in dieser Welt nur in der breiten Wirkung ein Evangelium geduldet werden, wo nicht mehr von Schuld, von Gericht und vom Blut Jesu geredet wird. Und das liegt nicht an den Worten, sondern an der Sache. Denn der Mensch will nicht wahrhaben, dass er Erlösung nur durch das Opfer Jesu bekommen kann. Und es ist wichtig, dass es heute in der Gemeinde wieder in der Mitte steht, dieses Wort von Erlösung.