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Gebet und Glauben – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 689/689
06.03.2026Matthäus 21,21-22
SERIE - Teil 689 / 689Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Glauben und Zweifel

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 689: Gebet und Glauben, Teil 2, Markus 11, Verse 22 und 23.

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird, ‚Heb dich empor und wirf dich ins Meer‘, und nicht zweifelt in seinem Herzen, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden.“

In der letzten Episode ging es um die Frage, was mit Zweifeln gemeint ist. Ist jedes Zögern oder jede Frage, die ich an Gott habe, bereits ein Zweifeln, das sich zwischen mein Gebet und seine Erfüllung stellt? Die Antwort lautet: Nein. Wir müssen unser Leben nicht immer verstehen, und wir dürfen uns fragen, was das alles soll.

Manchmal ist eine kritische Rückfrage oder eine aufrichtige Klage sogar der ehrlichste Ausdruck von Glauben, den wir haben können. Nichts zu sagen wäre in so einem Fall ein Hinweis auf eine gestörte Gottesbeziehung. Wer mitten im Leid nur so tut, als würde es ihm gut gehen, weil er denkt, dass Gott vorgespielten Glaubenseifer schätzt, der vergisst, wie sehr Gott Heuchelei verabscheut.

Zudem tut er seiner eigenen Seele nichts Gutes. Gott sucht keine Gläubigen, die mitten im Chaos mit zusammengebissenen Zähnen „Ich glaube, ich glaube“ skandieren, obwohl sich alles in ihnen nach Trost und Entlastung sehnt.

Umgang mit Schmerz und Zweifel im Glauben

Gib Gott deinen Schmerz, dein Unverständnis, deine Hoffnungslosigkeit und dein Nichtmehrweiterwissen. Mach dich nicht auch noch selbst fertig, wenn der Sturm tobt. Es reicht, dass du dich bei Gott birgst. Er ist der starke Turm, in dem wir sicher sind.

Du kannst und musst nicht immer stark sein. Der Zweifel, von dem Jesus und später sein Halbbruder Jakobus sprechen, ist der Zweifel, der sich zwischen mein Gebet und seine Erfüllung stellen kann. Es ist der Zweifel des Wankelmütigen. Es ist der Zweifel dessen, der nicht wirklich weiß, ob er Gott vertrauen soll.

Deshalb ist Jesus so deutlich: Habt Glauben an Gott. Interessant, oder? Dass er das seinen Jüngern sagen muss. Aber angesichts der Ereignisse, die auf sie warten, ist das doch auch verständlich.

Vor ihnen liegen Tage, die wirklich schwierig werden. Tage, die ihren ganzen Glauben an Gott herausfordern werden. Es ist wichtig, dass sie jetzt, bevor der Sturm losbricht, die Sache mit dem Glauben an Gott verstehen.

Die Kraft des glaubenden Gebets und seine Grenzen

Aber stimmt das denn, dass wir einfach alles im Glauben bitten können und es dann auch passiert? Vor allem, wenn wir lesen, wie Matthäus die Aussage Jesu zitiert. In Matthäus 21, Verse 21 und 22 heißt es:

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem Feigenbaum Geschehene tun. Sondern wenn ihr auch zu diesem Berg sagt: ‚Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!‘, so wird es geschehen. Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.“

Wie ist dieser Vers zu verstehen, besonders das: „Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen“?

Auch wenn ich jetzt als Spielverderber rüberkomme: Dieser Vers ist kein Freifahrtschein dafür, dass wir einfach jeden Unsinn bitten können und Gott dann unser Gebet erfüllen muss. Nein, das muss er nicht.

Der Herr Jesus will hier den Jüngern die radikale Effektivität von Gebet vor Augen malen. Aber er macht aus ihnen keine Zauberer. Ihre Worte sind nicht magisch. Nur weil sie etwas sagen, muss Gott nicht plötzlich springen.

Die Bedeutung von Glauben und Beziehung im Gebet

Ja, aber es steht doch da: Hier steht alles, alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen – ohne Einschränkung.

Doch, und lass es mich so erklären: Dieses „alles“ beschreibt die prinzipielle Offenheit Gottes für jede Art von Bitte. Es schließt jedoch nicht aus, dass es um Glauben und damit um Beziehung geht. Jesus beschreibt die Möglichkeiten, die sich für den auftun, der Glauben an Gott hat und ohne Zweifel aus diesem Glauben heraus Gott seine Bitten vorbringt.

Und nun zur Einschränkung: Für den wahrhaft Gläubigen bleibt Gott immer Gott, also die Norm und der Souverän. Natürlich hört Gott nicht auf selbstsüchtige Gebete (Jakobus 4,2-3): „Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden.“

Der Gläubige lebt Beziehung. Deshalb geht es dem Gläubigen auch nicht um die Durchsetzung eigener Wünsche, sondern um die Verwirklichung von Gottes Reich. Erinnern wir uns ans Vaterunser oder an die Gebete Jesu in Gethsemane: Immer geht es um „Dein Reich komme“ und „Dein Wille geschehe“.

Wir dürfen nie vergessen, wer wir im Gefüge der Heilsgeschichte sind. Wir sind Gottes Mägde und Knechte, wir sind nicht autonom, wir sind auch keine kleinen Götter.

Voraussetzungen für erhörtes Gebet

Jesus beschreibt hier das Gebet von Gläubigen. Da es sich um das Gebet von Gläubigen handelt, schadet diesem Gebet auch alles, was der Glaubensbeziehung schadet. Den wankelmütigen Zweifel und das selbstsüchtige Gebet kennen wir bereits. Doch ich möchte euch noch vier weitere Aspekte zeigen.

Erster Johannes 3,22: „Und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.“ Gott erhört Gebete, weil wir seine Gebote halten und das tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Sünde ist Gift für die Glaubensbeziehung und damit für erhörliches Gebet.

 Johannes 14,13-14: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht wird im Sohn. Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.“ Gott erhört Gebete, wenn sie im Namen Jesu gesprochen werden. Etwas im Namen Jesu zu bitten bedeutet dabei nicht, am Ende des Gebets noch schnell die Floskel „dies bete ich im Namen Jesu“ anzufügen. Im Namen Jesu zu bitten heißt, so zu beten, wie Jesus gebetet hätte – in seinem Sinn, in seinem Auftrag und mit seinen Prioritäten. Das heißt: Eigenwille ist Gift für die Glaubensbeziehung und damit für erhörliches Gebet.

 Sprüche 28,9: „Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes, dessen Gebet ist sogar ein Gräuel.“ Gott erhört unsere Gebete, wenn wir Interesse an der Bibel haben. Wenn wir nicht wissen wollen, was er uns zu sagen hat, warum sollte er dann auf das hören, was wir ihm zu sagen haben? Das ist Beziehungslogik. Das Interesse an Gottes Wort ist Gift für die Glaubensbeziehung und damit für erhörliches Gebet.

Und ein letzter Punkt: 1. Petrus 3,7: „Ihr Männer, ebenso wohnt verständnisvoll mit ihnen zusammen, als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß, und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.“ Gott erhört Gebete von Ehemännern, wenn sie verständnisvoll und ehrerbietig mit ihren Frauen umgehen. Was hier den Ehemännern gesagt wird, gilt als Prinzip natürlich auch für Ehefrauen. Lieblosigkeit im Umgang mit anderen Christen ist Gift für die Glaubensbeziehung und damit für erhörliches Gebet.

Zusammenfassung und Ausblick

Was will ich sagen, wenn Jesus sagt: „Alles, was ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen“?

Wenn Jesus so formuliert, steckt in dem Wort „glaubend“ eine wichtige Einschränkung. Wir beten nie losgelöst nur für uns selbst, sondern immer als Jünger Jesu und als Kinder Gottes. Wir beten als Gläubige, die Teil von Gottes Heilsgeschichte sind.

Unser Gebet hat das Potenzial, Berge zu versetzen. Doch es ist Gott, dessen Wille geschehen und dessen Reich kommen soll.

Was könntest du jetzt tun? Überlege gut, ob es konkrete Gründe gibt, warum Gott dein Gebet vielleicht nicht erhören will.

Das war’s für heute. Wenn du deine Bekehrungsgeschichte noch nicht aufgeschrieben hast, dann tue das doch einmal.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und schenke dir seinen Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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