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Woher kommt die Bibel?

Wie ist biblischer Kanon entstanden?
16.04.2021

Einleitung und Ausgangspunkt der Diskussion

Es ist traurig, aber leider wahr: Die römisch-katholische Kirche hat beim Konzil von Nicaea für alle Christen festgelegt, wie mit der Bibel umzugehen ist.

Wir Christen halten uns nicht an Jesus, weil die Bibel es sagt, sondern wir halten uns an die Bibel, weil Jesus es gesagt hat.

Jetzt kommt der wirklich interessante Punkt: Um die Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit. Heute schauen wir uns an, was Jesus selbst über die Bibel sagt.

Zuerst betrachten wir, was heute manchmal Absurdes über die Bibel behauptet wird. Danach sehen wir uns an, was Jesus dazu sagt. Das wird dich ziemlich überraschen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle herausfordern.

Deshalb schau dieses Video bis zum Ende. Dort zeige ich dir, warum du mit Gelassenheit und Zuversicht wissen darfst, dass die Bibel in deiner Hand exakt die Augenzeugenberichte enthält, die vor etwa 1980 Jahren für dich niedergeschrieben wurden.

Am Ende des Videos erkläre ich dir außerdem, warum die Bibel eigentlich so ist, wie sie ist, und was davon für dich als Christ gilt.

Bevor wir starten, kannst du kurz der Community hier helfen, damit solche christlichen Videos in den sozialen Medien nicht verborgen bleiben?

Falls du gerade auf Instagram bist, doppeltippe doch mal rasch auf dein Handy. Und auf YouTube danke ich allen, die jede Woche hier die Glocke drücken. Das ist so ein technisches Ding. Nur weil hunderte Menschen diese Glocke gedrückt haben, wird dir dieses Video überhaupt angezeigt.

Vielen Dank euch!

Jesus als oberste Autorität und die Bedeutung der Bibel

Also mal ganz langsam, ja? Jesus sagt: Folge mir nach. Und wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Das ist ja auch das, was der Begriff Christen auf Altgriechisch eigentlich heißt. Das sind die kleinen Christusse, die dem großen Christus nachfolgen – wie eine große Ente und die kleinen Küken, die der großen Ente hinterherlaufen.

Das heißt also: Falls jetzt jemand kommt und sagt, na ja, das, was Jesus behauptet, ist für mich nicht gültig und nicht bindend, kann er das natürlich machen. Es ist ein freies Land. Aber derjenige ist dann einfach kein Christ. Am Ende des Tages kommt alles darauf zurück, was Jesus sagt. Jesus ist für uns die oberste Autorität.

Sagt Jesus denn überhaupt irgendwas über die Bibel? Das schauen wir uns jetzt an. Für manche Nichtchristen wirkt es so, als ob wir glauben, die Bibel wäre irgendwie magisch vom Himmel gefallen. Ich will mal kurz erklären, was dahintersteckt.

Weißt du, es gibt viele Christen, die sagen so etwas wie: Die Bibel ist von Gott inspiriert. Dafür gibt es eine gute biblische Grundlage. Ganz so machen wir es, alles okay. Aber in Gesprächen mit Nichtchristen wirst du auf zwei Herausforderungen treffen.

Erstens: Sie werden dir das sehr schnell um die Ohren hauen, weil das für sie wie ein Zirkelschluss wirkt. Nach dem Motto: Du begründest die Bibel aus der Bibel. Da könnte ja genauso gut jedes andere Buch kommen und sagen: Du sollst dich nicht an das halten, was in diesem Buch steht, weil es eben da steht. Und da ist irgendwie was dran. Von außen betrachtet muss man wirklich sagen, das ist eine faire Kritik – in aller Ehrlichkeit.

Das zweite Problem: Du müsstest irgendwie begründen, warum genau manche Sachen biblisch sind und manche nicht. Warum also manche Schriften in der Bibel drinstehen und andere nicht. Warum steht dieses eine Buch in der Bibel, aber nicht jenes? Warum gibt es zum Beispiel ein Johannesevangelium in der Bibel, aber kein Thomasevangelium? Warum gibt es die Offenbarung, aber nicht etwa die Hinochapokalypse? Ja, das sind alles Fragen, die irgendwie klar beantwortet sein müssen.

Wie gesagt, für viele von uns Christen ist das irgendwie klar: Die Bibel ist das Wort Gottes und inspiriert. Das ist okay. Aber sobald wir mal unseren christlichen Elfenbeinturm verlassen, laufen viele von uns – und die Erfahrung habe ich hunderte Male gemacht – so krass gegen die Wand, dass du das Echo davon sogar noch hören kannst.

Die Bibel als Sammlung von Schriften und ihre Entstehung

Aber gehen wir mal einen Schritt zurück. Ganz ehrlich, für viele von uns Christen ist das schon irgendwie mysteriös. Irgendwie gibt es dieses ganze Ding, die Bibel, die da ist. Und irgendwie ist das auch wichtig und hat etwas mit Gott zu tun. Aber warum eigentlich? Dazu musst du ein paar Dinge wissen.

Das Wort „Bibel“ ist im Deutschen ein Singular, also Einzahl. Die Bibel, die eine Bibel, steht für ein einziges Buch. Das ist aber, genau genommen, ein bisschen irreführend. Denn der Begriff „Bibel“ kommt vom griechischen „Ta Biblia“. „Ta Biblia“ ist ein Sammelbegriff. Das heißt, was „Ta Biblia“ eigentlich bedeutet, heißt „die Schriftrollensammlungen“. Ich wiederhole: „die Schriftrollensammlungen“.

Das heißt, von der Bibel im Singular zu sprechen, ist im Deutschen nicht ganz unproblematisch. Genau genommen sind es „die biblischen Schriften“, also die Schriftrollensammlungen. Es ist also von mehreren Sammlungen die Rede. Welche das sind, schauen wir uns mal an.

Im Wesentlichen gibt es zwei Gruppen. Es gibt einmal die Schriften vor Jesu Geburt und irdischem Wirken. Und dann gibt es die Schriften nach Jesu Geburt, irdischem Wirken, Tod und Auferstehung. Die Schriften vor Jesus werden das Alte oder auch das Erste Testament genannt. Die Schriften nach Jesus nennt man das Neue Testament. So weit, so gut.

Die Schriften nach Jesus sind deswegen in deiner Bibel drin, weil es etwas mit dem Autor zu tun hat. Warum? Weil mit Ausnahme vom Judasbrief und vom Hebräerbrief alle neutestamentlichen Schriften, also alle Schriften, die im Neuen Testament enthalten sind, zwei Kriterien erfüllen.

Erstens: Sie sind von Augenzeugen der Auferstehung geschrieben. Das heißt, sie stammen von Leuten, die den auferstandenen Jesus mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Ohren gehört, mit ihm gesprochen, ihn angefasst haben und Ähnliches.

Jetzt musst du wissen: Im 18. und 19. Jahrhundert gab es – und wenn es nicht traurig wäre, könnte man darüber lachen – immer wieder Leute, die aufgrund einer politisch-religiösen Agenda behaupteten, die gesamte Bibel sei eigentlich von ganz anderen Leuten Jahrhunderte später geschrieben worden. Die römisch-katholische Kirche hätte das beim Konzil von Nicäa festgelegt. Das sei ein abgekartetes Spiel. Die Wahrheit sei da draußen, man müsse sie finden.

Aber mal ganz im Ernst: Solche kruden Verschwörungstheorien findest du heutzutage vielleicht noch auf irgendwelchen Blogs im Dark Web oder in abgehalften Self-Made-Internet-Dokus. Wenn du diese Aluhut-Parallelwelt verlässt, wirst du feststellen, dass das im echten Leben bestens widerlegt ist.

Also, sorry: Wenn Leute behaupten, dass das Johannesevangelium im dritten Jahrhundert geschrieben worden sei, dann erklär mir mal kurz, warum wir Abschriften vom Johannesevangelium aus den Jahren 100 bis 125 haben. Das sind spätere Kopien vom Original. Wenn das ursprüngliche Johannesevangelium erst im dritten Jahrhundert niedergeschrieben worden wäre, wie kann das sein? Das ist wirklich albern.

Warum viele andere Behauptungen zu späteren Entstehungszeiten peinlich überholt sind und ziemlich peinliche Fehlbehauptungen darstellen, die in ein paar Jahren kaum noch jemand verbreiten wird, habe ich in meinem letzten Buch einfach verständlich und für Laien ohne Vorwissen lustig erklärt.

Das Buch steht seit Erscheinen auf Platz eins und zwei der Amazon-Bestsellerliste für biblische Handbücher und Fachbücher Christentum. Also ganz verkehrt kann es nicht sein. Wie immer kannst du dir das E-Book und das Hörbuch davon gratis mitnehmen unter marcusfoss.net/got.

Jedenfalls, mit Ausnahme vom Hebräerbrief und vom Judasbrief erfüllen alle neutestamentlichen Schriften zwei Kriterien.

Das erste ist, dass sie von Augenzeugen der Auferstehung geschrieben sind. Beim Lukasevangelium und der Apostelgeschichte ist das eine leichte Sonderstellung. Denn auch wenn Lukas streng genommen kein Augenzeuge der Auferstehung ist, hat er einerseits die Augenzeugen interviewt. Andererseits war er Wegbegleiter von Paulus, der ein Augenzeuge der Auferstehung ist.

Das zweite Kriterium für die neutestamentlichen Schriften ist, dass sie sich auf geistliche Themen beziehen. Ein Beispiel: Petrus ist Augenzeuge der Auferstehung. Aber würdest du jetzt Petrus’ Einkaufszettel finden, wäre das logischerweise irrelevant.

Deshalb wurden genau diese Schriften in den ersten Gemeinden zirkuliert. Sie wurden herumgereicht, abgeschrieben und weitergegeben, weil die Autoren als Augenzeugen bekannt waren. Man konnte sie oder zumindest ihre Freunde fragen.

Aber nur weil wir festhalten können, dass diese Schriften wirklich von den neutestamentlichen Autoren stammen, heißt das noch nicht, dass sie glaubhaft sind. Das ist ein anderes Paar Schuhe.

Warum sie glaubhaft sind, habe ich dir kurz und knackig in deinem Faktencheck zur Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments zusammengefasst. Den kannst du dir hier gratis mitnehmen. Klick dafür einfach auf den Link in der Videobeschreibung.

Das Alte Testament und seine Bedeutung für Christen

Und dann gibt es die große zweite Gruppe, die wir manchmal das Alte Testament oder auch das Erste Testament nennen. Manchmal wird es Erstes Testament genannt, weil es einzelne Leute gab, die da sensibel waren und gesagt haben: „Altes Testament“ kann veraltet klingen. Manche Sachen daraus sind ja heute noch gültig, dazu kommen wir gleich. Deshalb nennen es manche Leute Erstes Testament. Das hat nicht wirklich eine große Bedeutung, du kannst es nennen, wie du willst.

Jedenfalls haben wir Christen zu diesem, ich nenne es mal kurz Alten Testament, manchmal ein seltsam emotional aufgeladenes, fast schon hysterisches Verhältnis. Es gibt einige von uns, die wollen es vollkommen ignorieren. In sehr vielen Kirchen und Gemeinden wird niemals aus dem Alten Testament gepredigt, geschweige denn ein alttestamentliches Buch wirklich von Anfang bis Ende durchgepredigt. Das ist traurig, aber leider wahr.

Ich will noch etwas Harsches sagen: Ich finde es ehrlich gesagt auch peinlich, dass viele von uns Christen das Alte Testament nicht ein einziges Mal vollständig durchgelesen haben. Komm schon, das geht nicht! Ganz häufig werden in Diskussionen und Ähnlichem alttestamentliche Bibelstellen herangezogen, um angeblich zu zeigen, wie unsinnig die Bibel sei. Auf einige dieser Stellen gehe ich in einem späteren Video ein, also klickt gern die Glocke, dann wird das angezeigt.

Der Punkt ist aber: Sollte für uns Christen nicht eigentlich das gelten, was Jesus über diese Schriften gesagt hat? Was hat Jesus denn über diese Sammlungen gesagt, die wir als Altes Testament bezeichnen? Das schauen wir uns jetzt an, und dann enden wir mit dem schlechten Witz der Woche.

Jesus’ Bezug auf das Alte Testament

Ein paar Punkte dazu:

Der erste ist, dass Jesus aus dem Alten Testament zitiert. Er zitiert aus dem Propheten Maleachi, aus Sacharja, Micha, Jona, Hosea, Daniel, Hesekiel und Jesaja. Damit haben wir schon die wichtigsten Propheten abgedeckt. Außerdem zitiert er aus den Psalmen und aus den Königebüchern, also den Samuelbüchern. Das sind die Geschichtsbücher. Er zitiert auch aus dem Buch Josua sowie aus Deuteronomium, Numeri, Levitikus, Exodus und Genesis. Damit sind die gesamten Geschichtsbücher und der gesamte Pentateuch, also die ersten fünf Bücher Mose, vertreten.

Übrigens: Im Neuen Testament werden alle alttestamentlichen Bücher zitiert, mit Ausnahme des Buches Ruth, des Buches Esra, und beim Buch Esther ist es nicht ganz klar. Auch das Buch Kohelet (Prediger Salomo) wird nicht eindeutig zitiert, ebenso wenig der Prophet Zefanja. Abgesehen davon werden alle neununddreißig Bücher des Alten Testaments im Neuen Testament erwähnt.

Der zweite Punkt ist, dass Jesus Berichte aus dem Alten Testament zitiert, die wirklich passiert sind. Wir schauen uns einige Personen an, die Jesus nennt. Er erwähnt zum Beispiel den Propheten Elisa und den Propheten Elija. Hier besteht keine große historische Streitigkeit, ob es diese Personen wirklich gegeben hat.

Aber Jesus zitiert auch Erzählungen von der Königin von Saba. Manche Historiker im 18. und 19. Jahrhundert behaupteten, dass es diese Geschichte nicht gegeben habe und sie nur später eingefügt wurde, um König Salomo historisch zu legitimieren. Salomo selbst soll es angeblich auch nie gegeben haben. Jesus erzählt jedoch vom König Salomo und vom König David. Er erwähnt auch die Stammväter Jakob, Isaak und Abraham. Das sind alles Personen, die Jesus selbstverständlich als wirklich existierend voraussetzt.

Diese Figuren sind im Wesentlichen unstrittig, abgesehen von der Königin von Saba. Nun kommt ein besonders interessanter Punkt: In Matthäus 24 spricht Jesus davon, dass, wenn der Menschensohn kommt – damit meint Jesus sich selbst, also seine Wiederkunft – es so sein wird wie zur Zeit Noahs. Das heißt, Jesus nimmt an, dass die Geschichte von Noah und der Arche, wie sie in Genesis 6-8 erzählt wird, wirklich passiert ist. Er nutzt diese Erzählung als Parallele für die Ereignisse seiner Wiederkunft.

Es geht noch weiter: An einer anderen Stelle bezieht sich Jesus auf Abel und Kain. Abel war einer der ersten Menschen in der Menschheitsgeschichte, je nachdem, wie man den Bericht liest. Jesus nennt Abel den ersten getöteten Propheten. Dieser Satz ergibt nur Sinn, wenn Jesus davon ausgeht, dass Abel eine echte historische Person war.

Jesus bestätigt auch die übernatürlichen Ereignisse im Alten Testament. Er bekräftigt zum Beispiel, dass das Manna in der Wüste vom Himmel gefallen ist und essbar war. Jesus spricht so, als ob das wirklich so geschehen wäre.

Außerdem bestätigt er die Berichte über die Flucht aus Sodom und Gomorra. Er erwähnt, dass Lots Frau sich während der Flucht umdrehte und zur Salzsäule wurde. Jesus bestätigt damit die historischen Ereignisse rund um Sodom und Gomorra.

Das Thema Sodom und Gomorra ist sehr spannend und umfangreich. Vor einigen Monaten habe ich dazu eine Predigt gehalten, die aufgezeichnet wurde. Diese werde ich in wenigen Wochen als eigenes Video zur Verfügung stellen. Wer die Glocke aktiviert, bekommt eine Benachrichtigung. Dort gehe ich auch darauf ein, was es historisch mit Sodom und Gomorra auf sich hat und was man im Urtext darüber lesen kann – Dinge, die in der oberflächlichen deutschen Bibelübersetzung oft nicht zu finden sind.

Ein weiterer Punkt, auf den Jesus eingeht, ist die Erzählung von Jona und dem großen Fisch. Im Deutschen wird das manchmal als Wal übersetzt, aber im hebräischen Urtext steht nur „Hadag“ (Fisch). Jesus stellt diese Geschichte ebenfalls als etwas dar, das wirklich passiert ist. Das ist doch spannend, oder?

Jesus bestätigt die Autorenschaft und die Verlässlichkeit der Schriften

Großer Punkt drei: Jesus bestätigt Autorenschaften, die früher in Frage gestellt wurden.

Ja, es gibt ja – ich setze jetzt mal nicht wieder den Aluhut auf, ich glaube, der Witz nutzt sich langsam ab – aber manchmal gab es in der von mir heiß geliebten liberalen Theologie Strömungen, wo Leute gesagt haben, Jesaja sei gar nicht von Jesaja geschrieben worden, der Prophet Daniel sei nicht vom Propheten Daniel verfasst, Mose habe sowieso nicht die ersten fünf Bücher Mose geschrieben und so weiter und so fort. Das ist jetzt ein Thema für ein ganz anderes Mal.

Der Punkt ist: Jesus bestätigt, dass diese biblischen Bücher von den Personen geschrieben wurden, die auf der Schriftrolle als Urheber genannt sind. Er bezieht sich zum Beispiel darauf. In der Forschung war es zeitweise modern zu sagen, die Schriftrolle vom Propheten Jesaja bestehe in Wahrheit aus mindestens drei Teilen: Jesaja, Deutero-Jesaja und Trito-Jesaja. Das ist ein anderes Thema. Jesus bezieht sich jedenfalls auf Texte, die von Deutero-Jesaja und Trito-Jesaja stammen, und sagt, das sei von Jesaja, vom ersten Jesaja. Damit widerspricht Jesus komplett manchen Strömungen der liberalen Theologie, die behaupten, nur weil ein Autor auf der Schriftrolle steht, müsse es nicht der tatsächliche Verfasser sein.

Das ist spannend, oder?

Der Prophet Daniel, bei dem manche liberale Historiker zwischendurch vermuteten, er sei erst im dritten, zweiten oder vielleicht sogar ersten Jahrhundert vor Christus niedergeschrieben worden, wird von Jesus ganz deutlich als von Daniel stammend bestätigt.

Weiter geht Jesus darauf ein, dass Mose den Pentateuch geschrieben hat, also die ersten fünf Bücher Mose. Das ist in der liberalen Forschung ein heiß diskutiertes Thema. Dort gibt es viele spannende Theorien und Quellensysteme, die ich drei Jahre lang studieren und inhalieren durfte. Es war nicht alles schlecht, aber in der Forschung wurde das teilweise sehr unterschiedlich gesehen. Jesus sagt jedoch klar: Das hat Mose geschrieben. Auch das ist interessant, denn es gibt tatsächlich Widersprüche.

Dann stellt sich natürlich die Frage: Von wem stammen die biblischen Schriften als Ganzes? Wer ist der hauptsächliche Urheber?

Was sagt Jesus dazu? Er sagt insgesamt, dass die Schrift nicht gebrochen werden kann. Mehr noch: Er nennt das gesamte Alte Testament, also die Sammlung von Gesetzesbüchern, Schriften und prophetischen Büchern, das Wort Gottes.

Wie gesagt, es gibt im Alten Testament Aussagen, die nur für einen bestimmten Augenblick galten. Zum Beispiel, als Abraham aufgefordert wird, sein Messer zu ergreifen und seinen Sohn sofort zu opfern. Das bezieht sich ganz genau auf diese Situation, auf die Person und die Konstellation, die gerade da war. Es ist nicht so gemeint, dass jeder heute sein Kind nehmen, auf den Berg gehen und es opfern soll. Das ergibt sich aus dem Kontext und auch aus den grammatikalischen Formulierungen ganz klar.

Es gibt aber auch viele Aussagen im Alten Testament, die dauerhaft so gemeint sind und für dich und mich gelten. Viele dieser Aussagen bestätigt Jesus eindeutig, wie zum Beispiel mindestens neun der zehn Gebote. Damit macht Jesus ganz klar: Diese Gebote sind weiterhin gültig.

Warum sind sie gültig? Weil Jesus das sagt. Das heißt, wenn du einen theologischen Club gründen willst, dessen Mitglieder das Alte Testament ignorieren, dann solltest du wissen, dass Jesus deinem Club nicht beitreten würde.

Außerdem wollen manche Leute Ausreden finden, um sich nicht mit dem Alten Testament auseinanderzusetzen. Eine klassische faule Ausrede ist: Das ist alles nur übertragen gemeint, oder wir nehmen nur die Stellen heraus, die uns gefallen. Aber damit kommen wir an Jesus nicht vorbei.

Ein anderer Weg, der gar nicht so selten ist: Jesus wird diskreditiert als ein ahnungsloser, vorsintflutlicher, unwissenschaftlicher Wanderprediger, der keine Ahnung hatte und fast ein Analphabet war. Er habe nicht unseren heutigen Stand der Forschung gehabt, und deswegen sei alles, was Jesus sagt, ungültig.

Das kannst du machen. Aber wenn du Jesus als einen fast analphabetischen Wanderprediger siehst, der vor langer Zeit kam, dann starb und damit alles erledigt war, dann bist du halt nicht Christ. So funktioniert das nicht.

Deswegen ein kleiner Tipp, auch für Gespräche: Achte darauf, wenn Leute die Schriften verdrehen oder die Bibel diskreditieren wollen, wenn sie sagen, alles sei nicht so gemeint oder alles sei nur übertragen gemeint oder man müsse das heute alles anders sehen, differenzierter usw. Achte darauf, dass diese Personen oft auch ein bestimmtes Jesusbild vermitteln wollen. Häufig geht das damit einher, dass sie Bibel und Jesus gleichzeitig diskreditieren wollen.

Über die Bibel kann man diskutieren, aber an Jesus kommen wir im Christentum nicht vorbei. Das funktioniert so nicht.

Vertrauensvorschuss für die Auferstehung und die Glaubwürdigkeit der Aussagen Jesu

Und ein letzter Punkt dazu: Abgesehen von allem, was du und ich bisher diskutiert haben – Hermeneutik hin, Schriftverständnis her und so weiter – habe ich eine ganz einfache Daumenregel. Sie lautet: Wenn jemand von den Toten aufersteht, bekommt er erst einmal einen Vertrauensvorschuss.

Die letzte Ausrede ist die Behauptung, Jesus hätte diese Dinge angeblich gar nicht gesagt oder bestätigt. Auf diese Ausrede wollen wir jetzt zum Schluss eingehen. Danach endet das Ganze mit dem schlechten Witz der Woche.

Mal ganz logisch betrachtet: Diese Behauptung, Jesus habe etwas gar nicht gesagt, ist doch eine abgefahrene Geschichte. Denk mal kurz darüber nach. Ernsthaft und logisch: Wenn dir jemand so etwas um die Ohren hauen will, dann solltest du das Tempo rausnehmen und in Ruhe darüber nachdenken.

Wenn dein Gegenüber ernsthaft behauptet, Jesus hätte etwas Bestimmtes nicht gesagt, müsste er erst einmal alles wissen, was Jesus gesagt hat. Nur dann könnte er ausschließen, dass das, worum es geht, nicht dabei war. Also noch einmal: Wenn jemand behauptet, Jesus hat nie xy gesagt, muss er erst einmal alles wissen, was Jesus je gesagt hat, um abgleichen zu können, ob das betreffende Thema überhaupt dabei war.

Ganz ehrlich, was das angeht, haben wir Christen ein leichtes Spiel. Denn vieles von dem, was Jesus gesagt hat, ist bestens historisch belegt. Es tut mir leid, aber das Neue Testament zählt zu den bestbelegten historischen Dokumenten der Menschheitsgeschichte. An den allermeisten Stellen können wir bis auf den Buchstaben rekonstruieren, was in den ursprünglichen Niederschriften stand, als das zum ersten Mal aufgeschrieben wurde.

Warum das so ist, habe ich dir kurz und knackig in deinem Faktencheck zur Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments zusammengefasst. Dort zeige ich dir kurz und mit ein bisschen Humor, dass du als jemand ohne Vorwissen gar nicht viel brauchst, um zu verstehen, warum die Augenzeugenberichte des Neuen Testaments locker mit jeder anderen historischen Quelle der gleichen Zeit mithalten können. Du kannst mit absoluter Gelassenheit und Zuversicht sagen, dass die Bibel, die du in deiner Hand hältst, exakt die Augenzeugenberichte enthält, die vor 1980 Jahren aufgeschrieben wurden.

Dank der Hilfe der Spender-Community kann ich das hier Hunderten Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch! Nehmt es einfach gratis mit. Klickt dafür einfach auf den Link in der Videobeschreibung – es ist mein Geschenk an dich.

Zusammenfassung und Abschluss

Also zusammengefasst: Wenn Jesus wirklich auferstanden ist und der Mensch gewordene Gott ist, dann ist er der Boss. Deshalb halten wir Christen uns an das, was er sagt. Und weil Jesus sagt, wir sollen uns an die Heiligen Schriften halten, tun wir das auch. Wir sind als Christen Nachfolger von Jesus.

Zusammengefasst: Wir Christen halten uns nicht an Jesus, weil die Bibel das sagt, sondern wir halten uns an die Bibel, weil Jesus das sagt. Deshalb ist es so wichtig für uns zu wissen, was Jesus sagt. Du darfst und musst dich darauf verlassen können.

Das ist eines der Kernthemen von Mach dich Hashtag Bibelfit. Und das war’s.

Ich reisse gleich noch den richtig schlechten Witz der Woche. Aber sag du erst mal: Was hat dich in diesem Video überrascht? Was macht dich nachdenklich? Was nimmst du mit?

Bei mir persönlich ist es so: Ich denke, ich habe historisch keine großen Probleme damit, Dinge über Cicero, Caesar, Augustus oder Aristoteles anzunehmen. Dann ist es doch fünf- bis zehnmal so leicht, Dinge über Jesus anzunehmen, weil diese viel stärker historisch belegt sind. Trotzdem verhalten wir uns manchmal hysterisch oder so. Spannend, oder?

Schreib mir gern ehrlich in die Kommentare, was das für dich bedeutet. Ich lese tatsächlich jeden einzelnen davon.

In jedem Fall: Schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss und das war jetzt ein Input zum Thema Nachfolge verteidigen. Um Nachfolge zu verstehen und zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.

Dafür lade ich dich ein, jetzt zusammen mit den anderen die Glocke zu drücken. Während du das tust, enden wir mit dem schlechten Witz der Woche:

Was sagte das Einhorn, als es vor Noahs Arche stand?
„Mensch, die sieht ganz schön voll aus. Ich glaube, ich nehme die nächste.“

Okay, wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.