Begeistert von Gottes Güte Beschenkt von Gott - Unsere Identität in Christus
Psalm 13603.03.2018
Serie•Teil 1 / 3Begeistert von Gottes Güte
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Generierte Mitschrift
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Ein gemeinsamer Einstieg in den Psalm
Also, ich möchte, dass wir am Anfang, wir müssen ja irgendwie gemeinsam in dieses Thema reinkommen, einen Psalm lesen. Und ich möchte, dass wir, es ist jetzt ganz einfach, ihr braucht keine Bibel dazu. Also, ich werde mit euch Psalm 136 lesen. Ich werde das machen nach der guten Luther 2017. Das liegt einfach nur daran, dass die Elberfelder an der entscheidenden Stelle mit Gnade übersetzt, und Luther übersetzt mit Güte. Und wir wollen uns über Güte unterhalten, also brauche ich eine Übersetzung, wo Güte drin vorkommt.
Außerdem habe ich ein bisschen auch das Problem, inhaltlich eine Übersetzung mit Gnade. Wenn man das so vom Ende her als nach der Reformation lebender Christ liest, liest man sehr viel in diesen Begriff Gnade hinein, so etwas Lutherisches, was da jetzt vom Hebräischen gar nicht drinsteckt. Und von daher möchte ich mit euch gerne das tun, was man wahrscheinlich in einem hebräischen Gottesdienst getan hat, nämlich Psalm 136 im Wechsel zu lesen. Wobei ich immer den ersten Teil eines Verses mache und ihr dann immer den zweiten. Und der zweite heißt: Denn seine Güte währt ewiglich. Denn seine Güte währt ewiglich, fünf Worte, das kriegt ihr hin.
Das Schöne an dem Vers ist, oder an dem ganzen Psalm, ist immer: Ich sage was, und dann sagt ihr immer dasselbe: Denn seine Güte währt ewiglich. Okay, also wir probieren das einmal mit Vers eins, und dann machen wir den ganzen Psalm. Ich würde jetzt sagen: Dank dem Herrn, denn er ist freundlich, denn seine Güte währt ewiglich. Ihr habt’s, ihr seid gut, super. Wahrscheinlich ist der Psalm tatsächlich so im Gottesdienst verwendet worden, es war wahrscheinlich eher ein Wechselgesang. Okay, dann lasst uns mal singen:
Dank dem Herrn, denn er ist freundlich,
dank dem Gott aller Götter,
dank dem Herrn aller Herren,
der allein große Wunder tut,
der die Himmel mit Weisheit gemacht hat,
der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat,
jetzt nicht weniger enthusiastisch werden,
der große Lichter gemacht hat,
die Sonne, den Tag zu regieren,
den Mond und die Sterne, die Nacht zu regieren,
der die Erstgeborenen schlug in Ägypten
und führte Israel von dort heraus mit starker Hand und ausgestrecktem Arm,
der das Schilfmeer teilte in zwei Teile
und ließ Israel mitten hindurchgehen,
der den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß,
der sein Volk führte durch die Wüste,
der große Könige schlug und brachte mächtige Könige um:
Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan,
und gab ihr Land zum Erbe,
zum Erbe seinem Knecht Israel,
der an uns dachte, als wir unterdrückt waren,
und uns erlöste von unseren Feinden,
der Speise gibt allem Fleisch.
Danket dem Gott des Himmels.
Wir reden heute über das Thema begeistert von der Güte Gottes, und ich glaube, hier in diesem Psalm, der, der den geschrieben hat, der war definitiv davon begeistert. Und deswegen ist es für mich wichtig, das an den Anfang gestellt zu haben. Ich habe nämlich Angst, dass man nach drei Vorträgen über Gottes Güte am Ende verpassen könnte, was dieses Tagesseminar eigentlich will. Es will nämlich Begeisterung schüren.
Also Gottes Güte ist nichts, was es nur zu verstehen gilt. Man muss Gottes Güte schmecken. Gottes Güte will unseren Kopf und unsere Hormone packen. Und deswegen dieses Lied, ein Stück Poesie, das uns mit Gottes liebevoller Fürsorge konfrontiert, das von Israel aus zurückblickt an den Anfang ihrer Geschichte.
Gottes Güte schmecken oder, wie Petrus es ausdrücken möchte, möchte das lesen: 1. Petrus 2,1-3. Da heißt es:
Legt nun ab alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid und alles üble Nachreden und seid wie neugeborene Kinder begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachst zur Rettung.
Und jetzt kommt es in Vers 3:
Wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.
Also, was Petrus macht, ist: Er sagt, ich will in eurem Leben Heiligung sehen, aber das Halten von Geboten muss aufsetzen auf der Güte Gottes. Legt Sünde ab, streckt euch nach Wahrheit aus, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.
Ich kann aus den unterschiedlichsten Gründen mich bemühen, ein heiliges Leben zu führen. Aber die richtige Motivation, jetzt hier im Sinne, wenn ich Petrus fragen würde: Was ist das Richtige dafür? Warum sollte ich das tun? Dann würde Petrus sagen: Es ist die Güte Gottes, weil ich etwas geschmeckt habe von der Güte Gottes, davon, dass Gott es richtig gut mit mir meint. Deswegen strecke ich mich dann nach mehr aus. Deswegen will ich so leben, dass mehr von dieser Güte in meinem Leben sich wiederfinden und entfalten kann.
Verzeiht mir vielleicht dieses Beispiel, aber ich mag manchmal ein Beispiel bringen. Gott ist wie eine Eisdiele. Es gibt bei uns unten im Hafenland die Insel Werder, es gibt so ein Baumblütenfest, vielleicht hat das der eine oder andere mal gehört. Da gibt es auch eine kleine Insel, und wenn man über die Brücke auf dieser Insel läuft, dann ist da vielleicht 50 Meter hinter der Brücke links eine kleine italienische Eisdiele. Und diese kleine italienische Eisdiele hat, in meinen Augen, das beste Schokoladenkirsch-Chili-Eis, was ich je in meinem Leben gegessen habe. Ich mag Schokoladeneis, Schokoladen-Chili-Eis finde ich super, und mit etwas Kirsch ist es der Hammer.
Als ich das das erste Mal aß, und ich wollte eigentlich nur so eine kleine Runde mit meiner Frau drehen, musste ich auf dem Rückweg den Weg so legen, dass ich dann noch mal dran vorbeigehen kann. Ich weiß nicht, ob ihr da, ja, du ziehst los mit der Nase, ja, lass uns auf dem Rückweg noch mal. Es war so lecker, ich wollte unbedingt mehr. Und das ist die Idee hinter dem Wort schmecken, wenn Petrus sagt: Wenn ihr wirklich die Güte Gottes geschmeckt habt, man probiert etwas von dieser Güte Gottes. Man sagt: Hey, ich will davon einfach noch viel mehr.
Und mit dieser Vorbemerkung möchte ich einsteigen in die eigentlichen Vorträge und möchte meinen ersten Vortrag, der Titel heißt: Beschenkt von Gott, unsere Identität in Christus, wagen. Also man könnte ja viel, beschenkt von Gott, unsere Identität in Christus, man könnte ja viel zu dem Thema Identität sagen, wer ich in Christus bin. Und ich dachte mir, aus der Fülle der Möglichkeiten, was man dazu sagen kann, nehme ich mir einfach mal fünf raus. Also bitte, alles das, was ich jetzt sage, es gibt noch viel mehr.
Wenn du am Ende der Predigt sagst, oh, das Thema ist wirklich spannend, dann kann ich nur sagen: Lies deine Bibel, finde mehr. Da ist richtig, das ist ein richtig großer Schatz, diese Frage: Wer bin ich in Christus? Es ist nämlich unglaublich, wenn wir sehen, wie Gott uns über und über beschenkt. Da reichen fünf Beispiele bestenfalls als Appetizer, so als etwas, was ein bisschen Geschmack macht. Mehr kann dieser Vortrag auch nicht.
Vielleicht noch eine Vorbemerkung: Natürlich sage ich nicht alles in drei Vorträgen, was man zum Thema Güte Gottes sagen kann. Ist irgendwie klar, oder? Ich gebe euch ein paar Impulse mit, und ihr müsst dann selber einfach weiterdenken, tiefer denken, manches ausarbeiten. Das gehört einfach dazu.
Woran echter Glaube erkennbar wird
Bevor ich mich mit der Frage der Identität in Christus beschäftige, eine Vorbemerkung. Die Vorbemerkung ist unschön, und ich hoffe, dass sie keinen von euch trifft.
Die Vorbemerkung heißt: Nicht jeder, der sich Christ nennt, ist es auch. Wenn ich also sage, wer ich in Christus bin, wer ich als Christ bin, dann muss ich auch sagen: Nicht jeder ist Christ. Oder andersherum: Nicht jeder Glaube rettet.
Es gibt in der Bibel einen Glauben, der nicht rettet. Es gibt so einen Groupie-Glauben. Kennt ihr Groupies? Das sind die, die den Rockstars hinterherfahren und am Straßenrand stehen und schreien usw. Es gibt so einen Glauben, der sich für Glauben hält, aber nicht mehr als Begeisterung ist. Und in dem Moment, wo der Glaube dann mit Nachteilen oder Verfolgung verbunden ist, zieht er sich sofort zurück.
Der Herr Jesus spricht im Sämannsgleichnis von so einem falschen Glauben. In Lukas 8,13 wird das so beschrieben: Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen. Ja, Freude ist da das Zentrum. Und diese haben keine Wurzel; für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.
Das ist kein echter rettender Glaube, wenn ich einfach nur begeistert bin und mein Glaube den Test der Versuchung nicht standhält. Das ist die eine Seite von Glauben, die nicht rettet.
Es gibt eine zweite Seite. Jakobus kennt einen Glauben, der nur ein Lippenbekenntnis ist, so ein Blabla-Glaube. Ja, man sagt: Bist du Christ? Klar. Aber das Leben zeigt es nicht.
Und deswegen als Vorbemerkung: Was macht echten rettenden Glauben aus? Ich denke, es sind wenigstens drei Kriterien.
Das erste Kriterium lautet: Echter rettender Glaube glaubt an Jesus, und zwar an den Jesus der Bibel. Das ist nicht so ein selbstgemachter Patchwork-Jesus, den ich mir zusammenstricke mit all den Eigenschaften, die ich gerne hätte. Sondern rettender Glaube glaubt an den Jesus, den es wirklich gibt. Er hat den richtigen Inhalt.
Das Zweite: Rettender Glaube startet mit Buße. Ich zerbreche vor Gott. Ich glaube. Ich lasse mich taufen, damit jeder sehen kann, dass ich zu Gott gehöre.
Und dann gibt es einen dritten Aspekt: Rettender Glaube, weil er ja echt ist, und weil Gott auf diesen Glauben auch reagiert und etwas in mir verändert, wie wir gleich noch sehen werden, zeigt sich in meinem Leben. Rettender Glaube zeigt sich in meinem Leben. Ich sage nicht nur, dass ich Christ bin, sondern ich lebe als ein Jünger Jesu.
Also: der richtige Inhalt, der richtige Start und ein glaubhaftes Leben gehören zusammen.
Warum ist mir das so wichtig? Weil ich euch jetzt einfach mal fünf Dinge zeige, womit Gott uns beschenkt hat. Güte Gottes, womit Gott uns beschenkt hat, wenn wir zu ihm umkehren und es ehrlich meinen. Fünf Dinge. Die fünf werden sein: Ich bin geliebt, ich bin lebendig gemacht, ich bin berufen, ich bin erneuert, ich bin gerecht. Einfach mal fünf Dinge.
Wie gesagt, ihr könntet problemlos zehn, zwanzig weitere in eurer Bibel finden. Es wäre überhaupt kein Ding. Ihr müsst einfach nur mit offenen Augen lesen. Ich habe mir fünf rausgesucht, fünf Dinge, die uns zeigen, in welchem Übermaß Gott uns in dem Moment, wo wir zu ihm umkehren, wo wir es ernst meinen mit ihm, in welchem Übermaß er uns beschenkt.
Und ich schaue mir jetzt mit euch diese fünf mal kurz an.
Die erste große Zusage: angenommen und lebendig
Erstens: geliebt
Da heißt es in 1. Johannes 3,1: Seht, welche eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen, und wir sind es.
Ich hoffe, ihr spürt etwas von der Begeisterung, die der Apostel Johannes hat. Schaut euch das an, ja: Was für eine unglaubliche Liebe! Womit will mich Gott beschenken? Damit, dass er mich zu seinem Kind macht. Seine Liebe geht so weit, dass er mich in seine himmlische Familie adoptiert.
Ich vermute mal, dass es für viele von euch völlig normal ist, wenn ich das sage. Aber machen wir uns eines einmal ganz kurz klar: Gott hat auch nach unserer Bekehrung, oder trotz unserer Bekehrung, es überhaupt nicht nötig, uns zu seinen Kindern zu machen. Ja, es könnte auch sein: Du bekehrst dich, und Gott sagt: Ey, schön, dass du dich bekehrt hast. Für die Bekehrung kriegst du tausend Jahre extra, mit relativ wenig Krankheit und einem ordentlichen Durchschnittsverdienst.
Das ist deutlich weniger als das, was Gott uns schenkt. Aber selbst das wäre schon genug, um zu sagen: Dann lohnt sich eine Bekehrung. Ja, ohne Scherz: Wenn du sagst, tausend Jahre drauf, und er garantiert mir, dass ich nicht so oft krank bin, dass ich halbwegs gesund bin – ja, was mache ich? Das wäre schon super!
Gott will uns viel, viel mehr schenken. Gott möchte, dass wir Teil seiner Familie sind. Und ich weiß aus eigener, auch leidvoller Erfahrung, dass dieser Begriff Familie, vielleicht auch der Begriff „Gott will mein Vater sein“, nicht bei jedem so positiv klingt.
Eltern lassen ihre Kinder manchmal im Stich. David selbst kann im wahrsten Sinne des Wortes davon ein Lied singen. In Psalm 27,10 dichtet er: Sogar mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, aber der Herr nimmt mich auf.
Und mit diesem Vers macht David denen Mut, die Ähnliches erlebt haben. Wir dürfen glauben, dass Gott ein Vater ist, der uns bedingungslos liebt, der gerade dann, wenn wir schwach sind, zu uns steht. Wir gehören zu ihm, und er gibt uns nie wieder her. Er will sich wirklich um uns kümmern.
So, da könnte man jetzt ein eigenes Tagesseminar aus diesem Thema machen. Mache ich nicht. Ich halte nur fest:
Punkt eins: Wer bin ich in Christus? Ich bin ein geliebtes Kind Gottes.
Zweitens: Ich bin lebendig. Die Bibel spricht davon, dass alle Menschen geistlich tot sind. Sie laufen zwar noch auf zwei Beinen, aber ihre Beziehung zu Gott ist kaputt. Mit der Bekehrung ändert sich das ganz grundlegend.
Wir bekommen, und ich habe das nicht gesagt, ich sage es jetzt einmal: Lernt Bibelverse auswendig. Okay, ich stehe da total drauf, dass man Bibelverse auswendig lernt. Das betrifft die Älteren mehr als die Jüngeren, weil die Älteren im Allgemeinen so schlechte Vorbilder sind, dass die Jüngeren das auch nicht machen. Bitte fangt an, ihr Älteren! Also alle, die über 35 sind: Ihr seid alt in den Augen der Jungen. Lernt Bibelverse, damit die Jungen anfangen, Bibelverse zu lernen.
Und Johannes 5,24, wo drinsteht, dass wir ewiges Leben kriegen, ist ein guter Vers, um damit anzufangen. Also: Wir bekommen ewiges Leben. Wir werden, geistlich gesprochen, Epheser 2, auferweckt. Und ewiges Leben ist jetzt nicht nur unendlich lang, sondern es beschreibt auch einen Begriff der Lebensqualität.
Obwohl wir noch auf der Erde leben, gehören wir nämlich schon in den Himmel. Das ist eine total verrückte Sache. Etwas von uns hat sich schon von diesem Leben hier auf der Erde verabschiedet. Wir leben irgendwo zwischen den Welten, in so einer Warteposition.
In Epheser 2,6 sagt Paulus: Er hat uns mit auferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus. Ich weiß nicht, ob du dich jemals als Mitsitzender in der Himmelswelt so vorgestellt hast. Also: Ich stehe hier und sitze oben, also in Christus. Als Christ gehöre ich irgendwie da oben so richtig hin.
Jesus sitzt im Himmel, zur Rechten Gottes, auf dem Thron. Achtung: Diese Begriffe Himmel, rechte Hand, Gottes Thron sind Bilder, mit denen wir eine unbeschreibliche Realität in der unsichtbaren Welt beschreiben. Aber bleiben wir kurz bei dem Bild: Jesus sitzt zur Rechten Gottes, und wir sitzen da auch in Christus.
Also, wir leben noch auf der Erde, aber wir sind Leib Christi. Jesus wohnt durch seinen Geist in jedem Gläubigen. Jeder Gläubige ist, wenn er wirklich echt ist, eine lebendige Zelle am Leib Christi. Jesus ist der Kopf, und wir gehören so sehr zu ihm, dass man uns nicht mehr von ihm trennen kann. Wo er ist, nämlich im Himmel, da sind wir auch.
Klar, wir haben hier auf der Erde noch einen Job zu erledigen, aber wir gehören hier schon nicht mehr hin. Wir sind lebendig gemacht, auferweckt worden, um Himmelsbürger zu sein.
Philippa 3,20: Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter oder Heiland erwarten.
Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln. Wir haben keine doppelte Staatsbürgerschaft. Wir haben nur eine. Wir sind Bürger des Himmels, da gehören wir hin.
Ich habe zwar noch einen deutschen Pass, das gebe ich zu, aber eigentlich ist er irrelevant, weil er mich nicht sauber beschreibt. Ja, der bringt mir manche Vorteile, solange ich hier bin, aber mehr auch nicht. Ich bin eigentlich Himmelsbürger.
Also, wer bin ich? Zweiter Punkt: Ich bin ein Himmelsbürger, der ewiges Leben besitzt.
Ist das der Hammer? Also, ich hoffe, dass ein bisschen ... Ich meine das ja nur so als Einstiegsvortrag, um euch ein bisschen aufzuwärmen, um euch ein bisschen für die Güte Gottes zu begeistern. Ist das der Hammer?
Überleg mal: Du bist vielleicht hier und überlegst dir, wer bin ich denn so? Geliebtes Kind Gottes. Ich bin Himmelsbürger. Ich gehöre schon gar nicht mehr so richtig hierher. Ich lebe unter der Sonne, aber ich weiß, dass es hinter der Sonne eine Realität bei Gott gibt, die mich viel mehr definiert und bestimmt als alles, was dieses Leben hier zu bieten hat.
Berufung, Auftrag und neue Wirklichkeit
Dritter Punkt: Ich bin berufen.
Warum kam Jesus auf die Erde? Er kam auf die Erde, um die Machenschaften des Teufels zu vernichten. Er kam, um Menschen zu befreien. Wie hat er das getan? Im Wesentlichen durch zwei Dinge: durch die Predigt und durch das Kreuz.
Am Kreuz hat er den Tod und den Teufel besiegt und den Weg für die Gläubigen zu Gott freigemacht. Und seine Predigt? Was hat Jesus eigentlich gepredigt? Ich finde die Zusammenfassung bei Markus am treffendsten. Markus fasst den Predigtinhalt von Jesus folgendermaßen zusammen: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Schön, oder?
Also ist Jesus am Kreuz gestorben, um den Weg frei zu machen, um die Schulden zu bezahlen, um Sünde, Tod und Teufel in die Tonne zu treten. Und auf der anderen Seite stellt er sich hin und sagt: Tut Buße, glaubt daran! Glaubt an das Evangelium, glaubt, dass Gott es gut mit euch meint!
Selbst ist Jesus heute nicht mehr hier, aber wir sind hier. Und unsere Aufgabe ist es, den Auftrag, den Jesus angefangen hat, Menschen zu retten, zu Ende zu bringen. Wir müssen nicht ans Kreuz, weil er diesen Teil ein für allemal erledigt hat. Aber da, wo es um Predigt geht, da machen wir weiter. Wir sind dazu berufen, die ganze Welt mit dem Evangelium zu erreichen.
Ich lese euch 2. Korinther 5,18-20 vor, weil sie einfach so unglaublich schön sind: Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns jetzt kommt’s den Dienst der Versöhnung gegeben hat, nämlich dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. Und jetzt Vers 20, lernt ihn auswendig, er ist gut, ein ganz wertvoller Vers: So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Boah, was für ein Auftrag! Aber auch was für eine Auszeichnung! Wir hier sind ein Team von begabten Mitarbeitern Gottes. Jeder von uns ist ein Stück anders und wird für andere Aufgaben gebraucht. Aber zusammengenommen sind wir Gottesbotschafter. Wir bringen Gott zu den Menschen.
Wieder die Frage: Wer bin ich? Ich hoffe, dass du das auch kannst, voller Stolz sagen: Gott hat mich dazu berufen, sein Botschafter zu sein. In meinem Mund befindet sich die wichtigste Botschaft des Universums. Eine Botschaft, bei der ich sagen kann: Wer die nicht glaubt, der geht ewiglich verloren.
Ich weiß, das hört sich für mich heute noch völlig plemplem an, irgendwie. Wenn ich mir das so vergegenwärtige, denke ich mir: Wozu machst du dich? Das ist doch irre, zu sagen: Ich habe die Wahrheit, und wer das nicht glaubt, was ich ihm sage, der geht ewiglich verloren.
Man kann das immer noch nicht so richtig greifen, das will ich ehrlich zugeben. Aber es ist anscheinend so. Und deswegen gehört es zu den Dingen, womit Gott uns in seiner Güte in dem Moment beschenkt, in dem er zu unserer Identität macht, in dem Moment, wo wir zu ihm umkehren.
Vierter Punkt: Wir sind erneuert.
In 2. Korinther 5,17 heißt es: Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Christsein ist viel mehr als ein Set von Regeln, mehr als eine Philosophie, an die ich glaube. Bekehrung ist tatsächlich ein Reset. Das Alte bleibt zurück, und etwas völlig Neues wird geschaffen, eine, wie der Text es sagt, neue Schöpfung.
Und diese neue Schöpfung steckt zugegebenermaßen noch in dem alten Körper. Deshalb spricht der Apostel Paulus auch davon, dass wir auf die Erlösung unseres Leibes noch warten. Aber sie wird kommen. Woher weiß ich das? Ich weiß das daher, weil Gott uns seinen Heiligen Geist als Anzahlung schon mal gegeben hat.
Aber nur weil wir noch keinen Auferstehungsleib besitzen, heißt das nicht, dass wir noch die Alten sind. Ist euch das klar? Sind wir nämlich nicht. Es ist, und das sagt der Text, etwas Neues entstanden.
Und das ist wichtig. Es ist deshalb wichtig, weil ich nur deshalb, weil Gott etwas Neues geschaffen hat, wissen darf, dass meine Vergangenheit nicht meine Zukunft bestimmt. Das tut sie nämlich nicht.
Wir sind mit Christus gestorben, und wir sind mit ihm auferweckt worden. Wenn wir früher Sklaven der Sünde waren, so leben wir jetzt für Gott und aus der Kraft, die Gott uns gibt.
Es mag sein, und es ist auch so, dass wir das erst lernen müssen, mit diesem neuen Leben richtig umzugehen. Aber das ändert überhaupt nichts daran, wer wir sind. Wir sind ein Kunstwerk Gottes, dafür geschaffen, ein komplett neues, anderes Leben zu führen. Das ist die Realität.
Gerecht gemacht und von Gott erfreut
Letzter Punkt: Gerecht.
Ich habe ja manchmal wirklich Bammel, wenn man so etwas predigt, was ihr wahrscheinlich schon x-tausendmal gehört habt. Dass wir uns irgendwann so sehr daran gewöhnen, dass wir nicht mehr zuhören.
Jesus hat uns gerecht gemacht. Da heißt es in 2. Korinther 5,21: Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.
Der Vers wäre auch ein Tagesseminar wert. Es sind heute viele dieser Verse. Den, der Sünde nicht kannte, Jesus, hat er für uns zur Sünde oder zum Sündopfer gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.
Jesus hat unsere Sünde auf sich genommen, und wir haben seine Gerechtigkeit dafür geschenkt bekommen. Was für ein irrer Tausch! Jesus nimmt meine Sünde, und ich darf rein vor Gott dastehen. Jesus macht sich mit meiner Sünde dreckig. Er war absolut sündlos, aber als das Lamm Gottes nimmt er die Sünde der Welt weg, indem er sie auf sich selbst legt. Er nimmt meine Sünde mit ans Kreuz, und er bezahlt dort mit seinem Leben. Und das macht mich gerecht.
Das ist die Gerechtigkeit, die Gott dem anbietet, der glaubt. Wenn Gott mich sieht, und das ist so irre, dann ist es bis heute für mich ein Glaubensakt, das zu glauben. Weil ich so manches Mal denke: Ich fühle mich nicht so. Aber wenn Gott mich sieht, dann stehe ich als Gerechter vor ihm.
Und Psalm 45,8 wird, wenn ich mir den anschaue, noch etwas deutlich. Psalm 45,8 ist in Hebräer 1,9 zitiert. Gerechtigkeit begeistert Gott. Im Blick auf den gerechten Messias heißt es in Psalm 45,8: Darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl. Wo Gott einen Gerechten sieht, da salbt er ihn mit Freudenöl.
Und das, was für den Messias gilt, gilt für uns, weil wir all das teilen, was ihn ausmacht. Wenn Gott sich über ihn und seine Gerechtigkeit freut, dann freut er sich über uns, die wir seine Gerechtigkeit haben, in gleicher Weise.
Ich weiß nicht, ob du das glauben kannst. Die meisten Christen, die ich kenne, tun sich irre schwer mit dem, was ich jetzt sage. Aber ich sage es trotzdem, weil es einfach wahr ist: Gott freut sich über dich.
Und ich möchte dir einen meiner Lieblingsverse, die das zum Ausdruck bringen, am Ende noch präsentieren, damit wir verstehen, womit Gott uns beschenkt. Gott macht uns nicht einfach nur gerecht, sondern indem er uns gerecht macht, werden wir zum Zentrum seiner Freude.
Da heißt es in Zephania 3,17, und ich mag diesen Vers, weil er aus dem Alten Testament stammt und sich dort auf alttestamentliche Gläubige bezieht, die Buße tun. Und ich mache einen Analogieschluss und sage: Was im Alten Testament für diese Leute gilt, muss erst recht im Neuen Testament gelten, weil Gott, der das sagt, sich nicht ändert.
Und da heißt es in Zephania 3,17: Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet. Er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel.
Und ich weiß nicht, wer hier im Raum sitzt und sagt: Klar, mit dem Gedanken bin ich heute aufgestanden. Na ja, als ich da vor meinem Müslischälchen saß, da dachte ich mir: Boah, Gott jubelt im Himmel jetzt über mich.
Ich habe ein bisschen die Sorge, dass wir das nicht wirklich glauben. Dass wir nicht wirklich glauben können, dass wir nicht wirklich glauben, dass wir in der Liebe Gottes so umfanglich bedingungslos angekommen sind, wie es seiner Güte entspricht. Dass wir viel zu leicht von uns, von unseren menschlichen Möglichkeiten, von unseren Erfahrungen mit anderen Menschen ausgehen, wenn wir so einen Begriff wie Güte füllen wollen.
Und jetzt kommt Gott und sagt: Ich bin auch gütig. Und wir denken: Ja, das kenne ich ja von meinen Großeltern. Da durfte ich dann, wenn ich da war, auch ein bisschen mehr Süßigkeiten essen. Irgendwie so etwas, ja. Aber wir vermuscheln da etwas hinein, weil wir uns vielleicht nicht die Mühe gemacht haben zu sehen, dass, wenn Gott schenkt, er in einer Radikalität schenkt, die alles in den Schatten stellt, was wir an Güte kennen.
Und in meinem ersten Vortrag, Identität: Was schenkt mir Gott in dem Moment meiner Bekehrung?, habe ich euch jetzt fünf Dinge vorgestellt. Ich habe gesagt, wir sind geliebte Kinder Gottes, wir sind Himmelsbürger mit einem ewigen Leben, wir sind predigende Botschafter Gottes, wir sind neue Menschen, wir sind Menschen, über die Gott jubelt, weil er sie gerecht gemacht hat.
Ich habe euch das an den Anfang gestellt, weil ich davon überzeugt bin, dass es uns meistens nicht gelingt, das zu glauben. Dass wir meistens durchs Leben gehen und nicht glauben können, dass Gott mich so sehr schätzt, so bedingungslos liebt, nicht dauernd kritisch auf mein Leben schaut, sondern mich mit seiner Freude und mit seinem Jubel beschenken will.
Wir reden heute von der Güte Gottes. Überschrift über dem Tag, wisst ihr noch? Begeistert von Gottes Güte, das ist die Überschrift. Ich hoffe, ihr ahnt langsam etwas davon, wie man die Güte Gottes schmeckt und feiert und wie man sich davon inspirieren lässt.
Alles fängt damit an, dass ich mich damit beschäftige, wer ich bin. Womit mich Gott beschenkt hat. Und ich kann euch jetzt nur zum Schluss noch mal diesen Tipp geben: Lest die Bibel! Ich weiß, der ist banal, und die meisten von euch sagen: Habe ich schon mal gemacht. Gut, macht es noch mal. Ja, ich habe schon zweimal die Bibel gelesen. Okay, macht es noch mal.
Lest die Bibel, schreibt euch heraus, was dort über euch steht: Wer bin ich? Lernt die Verse auswendig. Mein Tipp: Benutzt sie in der Anbetung! Ihr wisst ja, wie ein Gebet strukturiert sein soll, nach dem, was der Herr Jesus sagt. Es beginnt mit Anbetung, und Anbetung kann man grob einteilen in Danksagung und echte Anbetung.
Und in der Danksagung, da ist Platz dafür, dass ich Gott danke für das, was ich in ihm sein darf. Da gehört das hin. Und ich glaube, in dem Maß, wie wir uns damit beschäftigen, zu verstehen, wie übermäßig Gott uns liebt und beschenkt hat, in dem Maß wird unser geistliches Leben mehr und mehr getragen sein von Danksagung. Und wir werden mehr und mehr ein Gespür dafür bekommen, was das heißt, Güte Gottes zu schmecken.
Und das wünsche ich euch. So viel für den Start.
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