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Jesus: Hat er wirklich existiert?

Why not?! Glaubensfragen
06.09.2026
Serie•Teil 40 / 42Why not?! Glaubensfragen
Gibt es Jesus wirklich – oder ist alles nur Legende? Historische Quellen außerhalb der Bibel sprechen erstaunlich klar dafür, dass er gelebt hat.

Ein hitziger Einstieg in die Religionsfrage

Why not Glaubensfragen, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams: kniffelige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Boah, Paul, das war gerade echt wieder was in Philo.
Ja, vor allem ein bisschen anstrengend.
Dass Frau Meier gemeint hat, die meisten Religionsgründer sind legendenhaft?
Ja, voll. Also tatsächlich hat sie gesagt, eigentlich alle. Das finde ich schon irgendwie extrem verallgemeinert. So stimmt das auch einfach nicht.
Legendenhaft bedeutet ja, dass da zwar irgendeine Sache im Hintergrund mal war, aber eigentlich wurde dann nur irgendeine Person erfunden, die hauptsächlich ausgedacht ist. Und genau das ist eben nicht bei allen der Fall.
Das hast du ja dann auch irgendwie versucht zu sagen, ne?
Ja, genau. Also naja, ich hab’s probiert.
Frau Meier hat dich dann schon ziemlich von oben herab behandelt, fand ich.
Ja, voll. Ich glaube, ich muss mir das noch mal in Ruhe mit ihr angucken. Sie ist ja sonst nicht so.
Aber jetzt sag doch mal, wieso bist du dir eigentlich so sicher, dass es Jesus wirklich gegeben hat?
Willst du es wirklich wissen?
Klar will ich, du kennst mich doch.
True, also gut.

Die Bibel als Ausgangspunkt und ihre historische Einordnung

Zuerst einmal haben wir ja die Bibel. Da steht wirklich viel über Jesus drin, was er gemacht und gesagt hat und so weiter, und zwar von einer ganzen Menge verschiedener Leute aufgeschrieben. Nein, mir ist nicht unwohl, aber das, was in der Bibel über Jesus steht, beweist ja noch gar nichts. Es ist eben das Buch der Christen.
Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Bibel ist ja eine Sammlung von verschiedenen Berichten und Briefen unterschiedlicher Autoren. Und die meisten Historiker haben festgestellt, dass die historischen Ereignisse, die in der Bibel erwähnt werden, und die Personen aus der Bibel eben gerade nicht erfunden sind. Die ganzen Wunder können Historiker doch gar nicht überprüfen, oder wie meinst du das?
Nein, das meine ich nicht. Aber die Situation der Juden unter römischer Herrschaft, der Stern von Bethlehem als besondere Erscheinung am Sternenhimmel oder auch die Namen von Königen und Statthaltern, das passt eben alles. Es ist nicht sauber, wenn man die Bibel als Informationsquelle zu Jesus einfach komplett auslässt.
Na gut, aber müsste es nicht über eine so wichtige Person wie Jesus nicht viel mehr Literatur auch außerhalb der Bibel geben?
Ja, wie man es nimmt. Aus Sicht der römischen Geschichtsschreiber und anderer Leute war Jesus vermutlich überhaupt nicht wichtig. Ich meine, überleg mal: ein kleines, unbedeutendes Volk am Rand des römischen Imperiums, nicht besonders beliebt bei den Römern, weil die Juden irgendwie immer schwierig waren. Und da taucht dann so ein Wanderprediger auf. Da gab es vermutlich auch noch mehrere. Also warum sollte man darüber schreiben?
Dazu hätte man sich schon genauer mit Jesus beschäftigen müssen, damit man überhaupt merkt, wie besonders er war. Und das hat man eben eigentlich erst später gemacht, als es schon viel mehr Christen gab.
Du meinst, das wäre so, als würde jemand irgendwo in Mecklenburg auf einem Dorf mit zehn Häusern Leuten beibringen, wie man, keine Ahnung, Hühner züchtet? Das würde dann auch keinen interessieren, außer irgendwelchen Hühnerfans vielleicht.
Ja, genau.

Zeugnisse außerhalb der Bibel

Also gibt es dann gar keine Informationen über Jesus oder die ersten Christen außerhalb der Bibel? Ja, doch.
Hm, warte mal, wie ist der Typ noch gleich? Ah ja, Tacitus. Gut, dass ich noch mobile Daten habe. Ich google das mal kurz.
War der Christ? Nee, im Gegenteil, der war römischer Geschichtsschreiber und lebte ganz kurz nach Jesus. Hör mal, was der über die Christen schreibt. Es geht wohl um den Brand der Stadt Rom und darum, dass der damalige Kaiser Nero daran nicht schuld sein wollte. Daher schob Nero, um das Gerücht über die Brandursache zu beseitigen, Schuldige vor und verhängte äusserst ausgesuchte Strafen über sie, die das Volk als wegen der Schandtaten verhasste Christiana bezeichnete, also Christen.
Der Namensspender Christus war unter der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus zum Tode verurteilt worden. Und der für den Augenblick unterdrückte verderbenbringende Aberglaube brach wieder hervor, nicht nur in Judäa, dem Ursprung dieses Übels, sondern auch in der Stadt Rom, wo von überall her alles Grässliche und Schändliche zusammenfliesst und gefeiert wird.
Also, ausgesuchte Strafen wurde den Christen angetan, was sie wohl nicht vom Glauben abgebracht hat. Aber was ich eigentlich meine ist, dass die Aussagen zur Verurteilung von Jesus durch Pontius Pilatus, dem Verwalter des Kaisers Tiberius, genau mit der Bibel übereinstimmen.
Den christlichen Glauben muss Tacitus gehasst haben, wenn man den so hört. Aber dass Jesus Christus wirklich gelebt hat, war ihm klar.
Ja, okay, das ergibt Sinn. Kennst du noch mehr?
Hm, ja, warte mal, da gab's noch so einen jüdischen Geschichtsschreiber. Wie hiess denn der? Ah ja, Flavius Josephus, crazy Name. Moment, ich muss das mal kurz googeln.
Okay, hier, also der wurde wirklich ganz kurz nach der Kreuzigung von Jesus geboren. Er hat sehr viel über das jüdische Leben geschrieben. War auch im Krieg gegen die Römer, aber dann lebte er auch mal in Rom. Also, der hat sogar ziemlich viel über Jesus geschrieben.
Ah, hab ihn jetzt auch. Aber da steht doch, dass die Christen bei dem viel später Sachen dazu geschrieben haben, die im Original gar nicht drinstehen.
Ja, schon, allerdings ist das schwierig, weil man das Original gar nicht mehr hat. Aber hier, sieh mal, mindestens dieser Satz war nach der Ansicht der meisten Fachleute auf jeden Fall schon im Original drin: Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu.
Und der hier: Als es um die Ermordung von Jesus Bruder Jakobus geht, da war ein Bruder von Jesus, genannt dem Christus.
Verstehen. Und dieser Flavius hätte ja auch nichts über die Christen geschrieben, wenn es Jesus gar nicht gegeben hätte. Er hätte ja nichts davon gehabt. Der lebte ja später in Rom, und da war man ja auf die Christen auch nicht so gut zu sprechen. Und bei seinen eigenen Leuten, den Juden, war vielleicht auch nicht so beliebt, dass die Vornehmsten, also die Leiter der Juden, mit den Römern bei der Verurteilung zusammengearbeitet haben.
Genau, und Tacitus hätte das erst recht nicht machen müssen. Der wusste, dass Jesus Christus wirklich gelebt hat, und war sauer auf ihn, weil seine Jünger sogar bis Rom gekommen waren.
Na gut, okay, das finde ich jetzt auch überzeugend.

Die Grenze historischer Beweisbarkeit

Aber die Sache mit den Wundern und damit, wer Jesus nun wirklich war, steht eben nur in der Bibel. Klar: Wer kein Christ ist, wird das vermutlich nicht weiter aufschreiben, weil er es für Blödsinn hält. Und wer es nicht für Blödsinn hält, wird vermutlich Christ und gilt dann nicht mehr als neutraler Schriftsteller. Da beißt sich die Katze dann in den Schwanz.
Hey, wollen wir in den Club und eine Runde kickern? Ich muss mich jetzt irgendwie bewegen.
Gute Idee, aber nicht zu lange. Ich muss noch für die Deutscharbeit am Freitag üben.
Oh nee, ja, ich auch. Wollen wir dann zusammen üben?
Klar!
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