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Ströme lebendigen Wassers – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 435/697
22.05.2024Johannes 7,37-39
SERIE - Teil 435 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 434: Ströme lebendigen Wassers, Teil 2.

Jesus ist im Tempel.

Einführung: Jesus als Quelle lebendigen Wassers

An dem letzten, dem großen Tag des Festes, stand Jesus und rief: „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.“ Das ist die Einladung des Messias an jeden, der Durst hat – Durst auf Leben, auf Sinn, auf Hoffnung und auf Vergebung.

Hier ist die Quelle der Rettung, von der Jesaja spricht. Hier ist der zweite Mose, der lebendig machendes Wasser gibt, während die Priester nur immer die gleichen, selbsterdachten Rituale anbieten. Und das Angebot des Messias geht noch weiter: Er will nicht nur den Durst nach wahrem Leben und Rettung stillen, sondern jeden Glaubenden zu einer Quelle lebendigen Wassers machen.

 Johannes 7,38: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Wir wissen nicht genau, ob der Herr Jesus hier an eine einzelne Stelle denkt, wenn er sagt „wie die Schrift gesagt hat“, oder ob er eher das prophetische Gesamtzeugnis im Blick hat. Sucht man eine einzelne Stelle, wird es wohl Jesaja 58,11 sein. Dort heißt es über den Gerechten:

 Jesaja 58,11: „Und beständig wird der Herr dich leiten, und er wird deine Seele sättigen an Orten der Dürre und deine Gebeine stärken; dann wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegt.“

Der Gerechte ist also jemand, der an Orten der Dürre gesättigt wird und der selbst wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell sein wird. Lasst uns das bitte gut verstehen: Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Die Einladung, die Jesus ausspricht, ist also eine Einladung zum Glauben. Wenn er im Vers davor davon spricht, dass jemand kommen und trinken soll, dann sind das Bilder für Vertrauen, für Glauben.

Dieser Glaube macht lebendig. Aus geistlich toten Menschen werden lebendige. Oder um im Bild zu bleiben: Aus dürren Orten wird ein bewässerter Garten, ja eine Wasserquelle.

 Johannes 7,38: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Gott stillt also nicht nur den Lebensdurst eines Menschen durch den Glauben, er verwandelt den Gläubigen. Aus einem, der Durst hat, wird jemand, der selbst zu einer Quelle wird. Aus einem Bedürftigen wird ein Satter, der Überfluss hat und abgeben kann. Aus einem, dem Segen fehlt, wird jemand, der zum Segen wird.

Das ist Gottes Vorstellung von Leben: nicht einfach nur genug haben, um irgendwie vor sich hin zu leben, sondern mehr als genug haben, um abgeben zu können, um andere satt zu machen und ihren Lebensdurst zu stillen.

Warum ist mir persönlich dieser Gedanke so wertvoll? Ganz einfach, weil ich heute immer wieder auf Christen stoße, die alles andere als ein bewässerter Garten sind und aus denen auch nicht sonderlich viel Ströme lebendigen Wassers fließen. Ich frage mich schon, woran das liegt. Es kann ja kaum am Herrn Jesus liegen und daran, dass er seine Verheißungen in uns nicht erfüllt. Wir sind mit den Worten des Apostels Paulus in Christus zur Fülle gebracht.

Woran liegt es dann, dass Worship-Lieder und geistliche Übungen Hochkonjunktur haben, die sich nach einem „Mehr“ an Erfahrung, an Kraft, an Leben und Fülle ausstrecken? Wenn ich diese Frage beantworten müsste, würde ich auf drei Dinge tippen.

Erstens auf eine unrealistische Vorstellung davon, was es heißt, als Nachfolger Jesu in einer nichtigen Welt zu leben. Oft werden auch von Christen Leid, Ablehnung und Ängste als etwas Fremdes angesehen, dabei sind uns genau diese Dinge doch verheißen.

Zweitens habe ich manchmal den Eindruck, dass Christen nicht mehr wissen, wie der innere Mensch durch einen inspirierenden Umgang mit dem Wort Gottes und dem Gebet in Gott ruht. Ich kann das nur für mich sagen: Ich brauche dieses Ruhen in Gott durch das Nachdenken über die Bibel und durch ein Gebetsleben, das sich am Vaterunser ausrichtet. So bekomme ich im Hören auf Gott und im Reden mit Gott genau den Input, der mich zu einer Quelle für andere werden lässt.

Und dann ist da drittens ganz banal noch ein Mangel an guten Werken. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie sehr sich auch gläubige Christen nach einem guten Leben ausstrecken, in dem dann aber recht wenig Platz für gute Werke bleibt. Das ist umso verwunderlicher, als der Herr Jesus den Werken, die wir tun, als Ausdruck unseres Glaubens ganz viel Aufmerksamkeit schenkt – mehr Aufmerksamkeit, als das vielen protestantischen Gläubigen heute bewusst zu sein scheint.

Wenn ich den Eindruck hätte, ein defizitäres geistliches Leben zu führen, dann würde ich mein Augenmerk auf diese drei Punkte lenken: Realismus, Ankommen bei Gott und gute Werke.

Aber kommen wir zurück zu Jesus. Wie macht Gott das, dass wir für andere zum Segen werden? Die Antwort: Er gibt uns seinen Geist.

 Johannes 7,39: „Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.“

Jesus spricht hier von Dingen, die für alle Zuhörer zukünftig sind. Der Geist war noch nicht da, das heißt: Er war zwar grundsätzlich da, aber eben noch nicht auf die Weise, wie es ab Pfingsten der Fall sein sollte.

Ab Pfingsten ist der Heilige Geist das Geschenk, das Gott allen Gläubigen macht. Ab Pfingsten ist der Heilige Geist ein im Gläubigen wohnender, ihn leitender, ihn begabender und verändernder Geist der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung.

Und diese Erfahrung mit dem Heiligen Geist für die Gläubigen war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war. Hier spricht Johannes zusammenfassend von dem Kreuz, der Auferstehung und der Himmelfahrt. Die Verherrlichung geht der Sendung des Geistes am Pfingsten voraus.

Was Jesus hier seinen Zuhörern verheißt, liegt in der Zukunft: Erst die Verherrlichung des Messias, dann die Ausgießung des Geistes am Pfingsten auf alle Gläubigen.

Und jetzt müssen wir eines verstehen: Der Heilige Geist ist für die Juden vor allem ein Geist der Prophetie und der Inspiration. So heißt es in einem Bußgebet:

 Nehemia 9,20: „Und deinen guten Geist hast du gegeben, um sie zu unterweisen.“

Wenn wir uns also die Frage stellen, wie Ströme lebendigen Wassers aus uns herausfließen, und wenn dieser Segen, zu dem wir für andere werden, mit dem Heiligen Geist zu tun hat, dann spricht viel dafür, dass der Herr Jesus daran denkt, wie der Heilige Geist die Gläubigen befähigt, Zeugen des Evangeliums zu sein.

Erst macht im Bild das Evangelium aus unserem Leben einen bewässerten Garten und dann eine Quelle. Erst werde ich durch die Begegnung mit dem Evangelium satt, und dann gebe ich, was mich satt gemacht hat, unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes weiter.

Erst kommt meine Errettung durch das Evangelium, und dann folgt die Berufung – die Berufung dazu, ein Botschafter genau dieses Evangeliums zu sein.

Was könnte man jetzt tun? Man könnte darüber nachdenken, wo man mit dem eigenen Leben für andere zum Segen wird und wo man sich vielleicht zu sehr um sich selbst und die eigene Vorstellung von einem guten Leben dreht.

Das war’s für heute. Ein Tipp: Versucht doch mal, einen Podcast in einem Hauskreis zu besprechen. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Herausforderungen im geistlichen Leben heutiger Christen

Warum ist mir persönlich dieser Gedanke so wertvoll? Ganz einfach: Weil ich heute immer wieder auf Christen stoße, die alles andere als ein bewässerter Garten sind. Aus ihnen fließen auch nicht sonderlich viele Ströme lebendigen Wassers.

Ich frage mich schon, woran das liegt. Es kann ja kaum am Herrn Jesus liegen oder daran, dass er seine Verheißungen in uns nicht erfüllt. Wir sind mit den Worten des Apostels Paulus in Christus zur Fülle gebracht.

Woran liegt es dann, dass Worship-Lieder und geistliche Übungen Hochkonjunktur haben, die sich nach einem „Mehr an Erfahrung“, einem Mehr an Kraft, Leben und Fülle ausstrecken? Wenn ich diese Frage beantworten müsste, würde ich auf drei Dinge tippen.

Erstens auf eine unrealistische Vorstellung davon, was es heißt, als Nachfolger Jesu in einer nichtigen Welt zu leben. Oft genug werden auch von Christen Leid, Ablehnung und Ängste als etwas Fremdes angesehen, dabei sind uns genau diese Dinge doch verheißen.

Zweitens habe ich manchmal den Eindruck, dass Christen nicht mehr wissen, wie der innere Mensch durch einen inspirierenden Umgang mit dem Wort Gottes und dem Gebet in Gott ruht. Ich kann das nur für mich sagen: Ich brauche dieses Ruhen in Gott durch das Nachdenken über die Bibel und durch ein Gebetsleben, das sich am Vaterunser ausrichtet. Nur so bekomme ich im Hören auf Gott und im Reden mit Gott genau den Input, der mich zu einer Quelle für andere werden lässt.

Und dann ist da drittens ganz banal noch ein Mangel an guten Werken. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie sehr sich auch gläubige Christen nach einem guten Leben ausstrecken, in dem dann recht wenig Platz für gute Werke bleibt. Das ist umso verwunderlicher, als der Herr Jesus den Werken, die wir tun, als Ausdruck unseres Glaubens ganz viel Aufmerksamkeit schenkt – mehr Aufmerksamkeit, als das protestantischen Gläubigen heute bewusst zu sein scheint.

Wenn ich den Eindruck hätte, ein defizitäres geistliches Leben zu führen, würde ich mein Augenmerk auf diese drei Punkte lenken: Realismus, Ankommen bei Gott und gute Werke.

Die Gabe des Heiligen Geistes als Quelle der Kraft

Aber kommen wir zurück zu Jesus. Wie macht Gott das, dass wir für andere zum Segen werden?

Antwort: Er gibt uns seinen Geist. Johannes 7,39 sagt: „Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.“

Jesus spricht hier von Dingen, die für alle Zuhörer zukünftig sind. Der Geist war noch nicht da, das heißt, er war zwar grundsätzlich vorhanden, aber noch nicht auf die Weise, wie es ab Pfingsten der Fall sein sollte.

Ab Pfingsten ist der Heilige Geist das Geschenk, das Gott allen Gläubigen macht. Er ist ein im Gläubigen wohnender, ihn leitender, ihn begabender und verändernder Geist der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung.

Diese Erfahrung mit dem Heiligen Geist für die Gläubigen war jedoch noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war. Johannes fasst hier das Kreuz, die Auferstehung und die Himmelfahrt zusammen. Die Verherrlichung geht der Sendung des Geistes am Pfingsten voraus.

Was Jesus hier seinen Zuhörern verheißt, liegt in der Zukunft: Erst die Verherrlichung des Messias, dann die Ausgießung des Geistes am Pfingsten auf alle Gläubigen.

Der Heilige Geist als Befähiger zum Zeugnis

Und jetzt müssen wir eines verstehen: Der Heilige Geist ist für die Juden vor allem ein Geist der Prophetie und der Inspiration. So heißt es in einem Bußgebet: Nehemia 9,20: „Und deinen guten Geist hast du gegeben, um sie zu unterweisen.“

Wenn wir uns also die Frage stellen, wie Ströme lebendigen Wassers aus uns herausfließen, und wenn dieser Segen, zu dem wir für andere werden, mit dem Heiligen Geist zu tun hat, dann spricht viel dafür, dass der Herr Jesus daran denkt, wie der Heilige Geist die Gläubigen befähigt, Zeugen des Evangeliums zu sein.

Zuerst macht das Evangelium in unserem Leben im Bild einen bewässerten Garten aus uns und dann eine Quelle. Zuerst werde ich durch die Begegnung mit dem Evangelium satt, und dann gebe ich weiter, was mich satt gemacht hat – unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes.

Erst kommt meine Errettung durch das Evangelium, und dann folgt die Berufung, die Berufung dazu, ein Botschafter genau dieses Evangeliums zu sein.

Abschluss: Einladung zur Selbstreflexion und Ermutigung

Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, an welchen Stellen du mit deinem Leben für andere zum Segen wirst. Und wo du dich vielleicht zu sehr auf dich selbst und deine Vorstellung von einem guten Leben konzentrierst.

Das war es für heute.

Ein Tipp: Versuche doch einmal, einen Podcast in einem Hauskreis zu besprechen.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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