21.10.2026
Serie•Teil 4 / 52 Johannes
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Generierte Mitschrift
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Der zweite Johannesbrief.
Tumartage zweitausendsechsundzwanzig. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.
Der zweite Johannesbrief Tumartage zweitausendsechsundzwanzig Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, nachfolge praktisch dein geistlicher Impuls für den Tag.
Ein persönlicher Einstieg in die Frage nach Wahrheit und Gehorsam
Ich habe Urlaub und deshalb ein paar Gedanken zum zweiten Johannesbrief.
Hier, also in Vers sieben: Warum ist dieser Wandel in Wahrheit so wichtig? Warum braucht es den Gehorsam? Warum braucht es die Gebote, vor allem das Liebesgebot? Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen. Es ist nicht nur einer oder zwei, sondern es sind viele.
Und sie sind in die Welt hinausgegangen im Sinne von: Da ist jemand, und es sind meistens, im Johannesbrief, also im ersten Johannesbrief zumindest, zweimal ehemalige Gemeindeglieder. Es sind Leute, die irgendwann einmal in der Gemeinde waren. Sie wissen also, wie gläubige Leute ticken, und verbreiten jetzt mit diesem Wissen Irrlehre. Ehemalige Mitglieder christlicher Gemeinden.
Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, merkt er ja: in die Welt hinaus. Die waren mal bei uns, aber jetzt sind sie hinausgegangen. Und doch sind sie immer noch da.
Was machen die, die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist? Hier geht es nur um eine Irrlehre, und es gäbe, wie gesagt, viele, die man an dieser Stelle einfügen könnte. Hier kommen Leute und sagen: Also Jesus, das musst du verstehen, ist im Fleisch gekommen, dass da Gott, das Wort, ein Aspekt des Schöpfergottes, Mensch wird. Ja, aber ganz ehrlich: Das ist ein bisschen kitschig, oder? Das glauben vielleicht irgendwelche Heiden, ja, aber das glauben wir nicht. Das musst du nicht glauben, das ist nicht so wichtig, dass Gott Mensch wird.
Wie gesagt, ganz populär heute wird von den meisten Christen in Deutschland Jesus wahrscheinlich einfach nur als ein guter Lehrer gesehen, als ein moralisches Vorbild, als jemand, der unter tragischen Umständen für seine Liebe geopfert wurde, irgendwie so etwas. Das ist genau das hier: die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist.
Wenn das Zentrum verloren geht
Jesus, der Christus: Da ist jemand gekommen aus der unsichtbaren Welt in die sichtbare Welt. Gott wurde Mensch, richtig Mensch. Und jetzt gibt es Leute, die sagen, das stimmt nicht. Dies ist der Verführer und der Antichrist.
Verführer und Antichrist werden hier gleichgesetzt. Man muss dazu wissen, dass es in der jüdisch-apokalyptischen Literatur die Idee eines mächtigen, endzeitlichen, Gott entgegengestellten Anführers gibt. Es gibt eine ganz mächtige Figur, eben den Antichristen. Aber um den geht es für Johannes hier gar nicht, denn es sind ja viele, die hier gekommen sind. Also geht es ihm darum, dass, bevor diese endzeitliche Figur kommt, vorher schon Vorläufer unterwegs sind.
Wir lesen das auch in 1. Johannes 2,18: Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten. Es ist nicht nur ein Antichrist, der irgendwann einmal kommen mag. Hier sind viele Antichristen unterwegs, und daran erkennen wir, dass die letzte Stunde ist. Und um diese vielen Antichristen geht es hier. Das sind die Verführer. Die haben quasi den Geist des Antichristen in sich. Sie wollen bewusst verführen und zerstören.
Ich könnte ein Stück weit heulen über die Entwicklung in Deutschland, gerade wenn ich sehe, wie ein Thema durch evangelikale Gemeinden geht, das man Dekonstruktion nennt. Dekonstruktion bedeutet, dass Leute ihren Glauben Stück für Stück kaputtgehen lassen. Dass man ihnen einredet: Du musst die Grundlagen deines Glaubens hinterfragen, weil man doch nicht mehr so blöd sein kann, das zu glauben, was die Großeltern und Eltern geglaubt haben. Man muss doch modern sein.
Und letztlich ist genau dieser Gedanke es, an dem im Moment wirklich viele Leute scheitern. Daran verlieren viele ihren Glauben. Man kommt mit Leuten ins Gespräch, die sagen: Ich kann nicht mehr an diesen Gott glauben.
Warnung vor dem schleichenden Verlust des Glaubens
Es fängt immer dort an, wo im Fundament, also genau an der Stelle, an der die Dinge sind, die man eben nicht kaputt machen darf, etwas kaputtgeht. Dass dir jemand sagt: Ich nehme dir dein Fundament weg. Das ist, wie gesagt, nur ein Beispiel, etwa die Christologie.
Johannes sagt hier: Seht auf euch selbst. Pass auf, dass dir das nicht passiert.
Wie verliert ein Mensch seinen Glauben? Wollt ihr wissen, wie Kinder ihren Glauben verlieren? Bei Jugendlichen ist das relativ einfach: Erstens hast du Fragen an deinen Glauben und bekommst keine vernünftigen Antworten. Zweitens triffst du in der Gemeinde auf Leute, die sich irgendwie schräg verhalten, sodass du denkst: Wenn das Christen sind, dann will ich keiner sein. Und drittens triffst du auf kluge Heiden. Das sind die drei Gründe.
Ich erlebe etwas, das nicht passt in meinem Leben. Ich verliere, was weiß ich, meinen Job, mein Kind, werde schwer krank, bekomme vielleicht die Dinge nicht, die ich mir wünsche, meinen Traumpartner oder sonst irgendetwas. Ich verstehe Gott nicht. Dazu kommt, dass ich in der Gemeinde auf Leute treffe, die zwar jedes Lied mitsingen, in dem wir alle einander lieben sollen, aber hinter meinem Rücken über mich reden, nicht vergebungsbereit sind und mit denen es wirklich mühsam ist zu leben. Und dann treffe ich auf Heiden, die eigentlich ganz nett sind, und ich denke: Vielleicht haben die ja doch Recht.
Und du kannst auch sehr intelligente Heiden auf YouTube treffen, die ganze Vorträge darüber machen, wie blöd du bist.
Das, was hier steht, lautet: Seht auf euch selbst. Pass auf, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Bitte denkt nicht, das könne mir nie passieren. Der christliche Buchmarkt ist voll von Leuten, die mal Pastoren waren und jetzt irgendeinen Stuss glauben. Da denkst du: Wie kann man denn das glauben? Ja, das ist einfach passiert. Da ist eine Ehe zerbrochen, da ist eine Theologie zerbrochen, und irgendwann ist der Glaube zerbrochen.
Bitte nehmt das ernst. Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir, oder es gibt eine Textvariante: was ihr erarbeitet habt. Pass auf, bitte geh nicht davon aus, dass dein Glaube einfach bestehen bleibt, nur weil du regelmäßig am Sonntag im Gottesdienst bist.
Die Dringlichkeit, das eigene Ende im Blick zu behalten
Tu das nicht, wenn es euch nicht erwischt, weil ihr jetzt hier in so einer Bibelwoche seid. Ihr seid ja noch die Besseren, die Guten, die Interessierten. Glaubst du wirklich, dass in zwanzig Jahren noch jeder von euch dabei ist? Schön wär’s, oder?
Ich wette, die Alten haben alle, wie ich, eine Liste mit alten Freunden, mit denen man zusammen in die Jugend gegangen ist und die heute nicht mehr im Glauben sind. Geht es euch auch so? Ich mag alte Bilder nicht anschauen. Warum? Kennt ihr so alte Gemeindefreizeit-Bilder, zwanzig Jahre zurück? Du siehst sie da alle, wie sie da stehen. Und dann denkst du dir: geschieden, nicht mehr dabei, nicht mehr dabei. Das ist die Realität.
Und vielleicht ist sie im Erzgebirge, vor allem im oberen Erzgebirge, noch ein bisschen weniger deutlich ausgeprägt. Da, wo ich herkomme, Missionsland. So ist es zwar Westen, aber so westlich ist das gar nicht. Ja, glaub mir, das ist ziemlich östlich. Also, das ist einfach irre.
Und deswegen: Bitte nehmt das ernst. Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben. Es ist nicht sicher, dass du am Ende dabei bist. Die zehn Jungfrauen: Wie viele kommen an? Fünf. Und die anderen? Ja, die dachten auch, sie sind dabei. Ja klar, dachten sie, sind sie aber nicht.
Und deswegen: Dieser Text kommt so harmlos daher. Ja, es geht darum, dass wir richtig über Jesus denken. Bitte denke über dich nach und frage dich: Habe ich das verstanden, worum es geht? Lebe ich eigentlich Beziehung zu Jesus? Habe ich das richtig verstanden und lebe ich das auch richtig?
Das eine ist, dass ich weiß, wer Jesus ist. Aber kommt denn aus diesem Wissen, wer Jesus ist, jetzt ein Leben? Liebst du, weil Jesus das ultimative Vorbild ist zum Thema Liebe? Betest du, weil Jesus für dich das Vorbild ist zum Thema Gebet? Vergibst du, weil Jesus sagt: Füße waschen, es ist angesagt, machen, ich habe es dir vorgemacht?
Ist Jesus für dich wirklich das Zentrum? Oder war das etwas, wo du sagst: Ja, als ich in der Teenie-Zeit war, da hatte ich mal so eine Phase, das war so ein bisschen eine Hochphase. Ja, aber inzwischen: Ach, ich habe mich an Jesus gewöhnt, so wie an einen Pickel. Er ist halt da, geht auch nicht wieder weg. Versteht ihr? Das darf nicht sein.
Das Verhältnis zu Jesus als Prüfstein des Glaubens
Und es fängt damit an, dass wir irgendwo in unserem Herzen anfangen, falsch über Jesus zu denken, sodass er uns weniger wichtig wird. Dass er nicht mehr die Bedeutung bekommt, die ihm eigentlich zukommt. Dass er nicht mehr der einzigartige Sohn Gottes ist, der mich prägt, dem mein Leben gehört, der dir sagen darf: Du stirbst heute, und du sagst Amen, weil du einfach sagst: Mein Leben ist in deiner Hand.
Seht auf euch selbst, bitte passt auf. Ich muss immer an Aser denken. Kennt ihr Aser, den König im Alten Testament? Er lief eine ganze Weile gut, und im Alter – ja, ganz genau, im Alter. Bitte, bitte, bitte seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt.
Wir leben ein Leben, damit wir Gott begegnen und damit er zu uns sagen kann: Gut gemacht. Darum geht es. Das ist das Einzige, was zählt. Wie viel Karriere du gemacht hast, was du hier auf der Welt sonst noch schaffst, das ist egal. Am Ende zählt nur, dass Jesus dir entgegentritt und sagt: Komm her, haben wir es geschafft, gut gemacht. Das ist der Punkt. Und da hast du deine Berufung.
Und wenn du diese Berufung leben willst, dann brauchst du ein sauberes Verständnis von Jesus. Und aus diesem sauberen Verständnis muss ein Leben erwachsen. Die Wahrheit muss Richtung Liebe, das muss gelebt werden.
Die Konsequenz falscher Lehre
Johannes ist hier so drastisch. Und jetzt, in Vers neun, sagt er:
Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht.
Wenn du auf diese Verführer hereinfällst, die dir Jesus als etwas anderes verkaufen wollen als das, was er eigentlich ist, dann gilt das. Wenn da jemand weitergeht, wenn jemand sagt: Ich habe hier etwas Neues, etwas Exotisches, etwas, was du noch nicht gehört hast, und das hört sich natürlich erst einmal toll an, denn das Neue hört sich immer erst einmal gut an, dann ist Vorsicht geboten.
Logisch: Wenn jemand weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, wenn er Dinge über Jesus behauptet, die nicht orthodox, nicht alt und nicht apostolisch sind, dann gilt: Wer weitergeht, hat Gott nicht.
Das ist das Irre daran. Du verlierst auf der einen Seite nur so ein bisschen Christologie. Das ist doch nur ein bisschen Theologie, denkt man vielleicht. Aber das Problem ist: Mit dieser Christologie, die du verlierst, verlierst du die Bindung zum Vater. Wenn du falsch über Jesus denkst, dann wirst du deine Beziehung zum Vater ruinieren.
Das war's für heute.
Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Gehörte nachzudenken. Wo spricht der Brief in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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