Serie•Teil 1 / 8Abraham
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Ein erster Blick auf die Wege Abrahams
Ich möchte gerne mit Ihnen heute einige Kapitel aus dem Leben Abrahams betrachten, und wir wollen das erste Buch Mose aufschlagen. Ich darf hier noch herzlich grüssen, auch von meiner Familie und von der Gemeinde, wo ich regelmässig Gemeinschaft habe, in Hontengen.
1. Mose 12, beziehungsweise wir lesen schon ab 1. Mose 11,27, und dieses ist die Geschichte Terachs. Terach zeugte Abram, Nahor und Haran, und Haran zeugte Lot. Haran aber starb vor seinem Vater Terach in seinem Vaterland in Ur in Chaldäa. Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen. Abrams Frau hiess Sarai, und Nahors Frau Milka, die Tochter Harans, der der Vater der Milka und der Jiska war. Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind. Da nahm Terach seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa, um ins Land Kanaan zu ziehen. Und sie kamen nach Haran und wohnten dort. Und Terach war zweihundertfünf Jahre alt und starb in Haran.
Und Jahwe sprach zu Abram, oder man müsste hier übersetzen: Und Jahwe, oder der Herr, hatte zu Abraham gesprochen: Geh aus deinem Lande und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich zu einem grossen Volk machen und will dich segnen und dir einen grossen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Und ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen. Und in dir werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.
Dieser Abschnitt, diese letzten Verse, die ich jetzt gerade gelesen habe, sind sehr bekannt und sehr wichtig für das erste Buch Mose. Wir haben hier eine dreifache Verheissung. Es ist die berühmte Verheissung Gottes an Abraham, und sie ist eine dreiteilige Verheissung in Vers 2.
Erstens: Ich will dich zu einem grossen Volk machen. Also, der erste Teil der Verheissung ist der Same, die Nachkommenschaft.
Zweitens: Ich will dir einen grossen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Und ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen. Hier geht es um den Segen, also das Erste, da geht es um die Nachkommenschaft, den Samen, und das Zweite, da geht es um den Segen, den persönlichen Segen Gottes für Abraham.
Und drittens: In dir werden gesegnet werden, oder durch dich werden gesegnet werden, alle Geschlechter auf Erden. Hier geht es um die Verbreitung des Segens zu allen Geschlechtern der Erde.
Diese dreifache Verheissung finden wir, oder anhand dieser dreifachen Verheissung kann man auch die ganze Erzvätergeschichte verfolgen. Die Geschichte Abrahams ist vor allem die Geschichte des Samens, wie kommt Abraham zu seinem Samen, zu seinem Nachkommen Isaak. Die Geschichte Isaaks, da wird vor allem betont der Segen. Und dann die Geschichte Jakobs, da sehen wir dann, wie der Segen zu allen Geschlechtern der Erde kommt.
Also noch einmal: Abraham, hier wird dann vor allem, können wir dann verfolgen, wie es zu dem Samen kommt, zu Isaak. Dann zweitens Isaak, da sehen wir vor allem das Thema des Segens, und wenn wir die Geschichte von Isaak lesen, lesen wir sehr oft vom Segen. Da geht es sehr viel um diesen Segen. Und drittens in der Geschichte Jakobs ist dann, wie dieser Segen zu allen Geschlechtern der Erde kommt, vor allem zuerst einmal nach Ägypten, aber über Joseph dann weiter hinaus und über Juda weiter hinaus. Das ist dann der letzte Teil.
So haben wir also das ganze Buch, das erste Buch Mose, von diesen Kapiteln hier weg bis zum Ende. Wir haben drei grosse Teile: Zuerst die Geschichte Abrahams, dann die Geschichte Isaaks und dann die Geschichte Jakobs. Die Geschichte Abrahams geht von Kapitel 12 bis Kapitel 25, die Geschichte Isaaks geht von Kapitel 25 in der Mitte bis Kapitel 35 und dann, oder eigentlich 36 nehmen wir auch noch dazu. Und dann kommt die Geschichte Jakobs, Kapitel 37 bis zum Schluss.
Dort finden wir immer die Einleitung: Das ist die Geschichte, oder das sind ja auf Hebräisch die Toledot, oder eigentlich das ist das, was hervorgebracht wurde, das Hervorgebrachte. Also noch einmal: In 1. Mose 11,27 lesen wir: Das ist die Geschichte Terachs, und dann kommt Abraham, alles, was dann über Abraham berichtet wird. Dann in 1. Mose 25,12, glaube ich, lesen wir dann: Das ist die Geschichte Isaaks, und dann in 1. Mose 37,2 lesen wir: Das ist die Geschichte Jakobs.
Die drei Erzväter, die werden ganz gründlich behandelt.
Lebensabschnitte als Schlüssel zum Verständnis
Wir wollen uns in dieser Woche vor allem mit diesen Kapiteln 12 bis 25 beschäftigen. Wir werden nicht jedes Detail betrachten, sondern die großen Linien.
Heute Abend möchte ich mit Ihnen die Phasen oder Perioden im Leben Abrahams anschauen. Auch in unserem Leben gibt es verschiedene Phasen. Jeder kann, wenn er älter ist, sein Leben im Rückblick durchgehen und sagen: Ja, das war die Phase meiner Kindheit, die Vorbereitungsphase. Da kam ich zum Glauben, dann kam vielleicht die Heirat, und dann kam ein bestimmter Abschnitt nach der Ausbildung, nach dem Dienst und nach den ersten Berufserfahrungen. Dann gab es wieder einen neuen Abschnitt, und zum Schluss gibt es den letzten Lebensabschnitt.
So hatte auch Abraham verschiedene Phasen oder verschiedene Lebensabschnitte. Das lesen wir auch bei anderen Menschen der Bibel, bei denen wir viel erfahren. Zum Beispiel Mose: vierzig Jahre am Hof, erste Phase; vierzig Jahre in Midian beim Hüten der Schafe, zweite Phase; vierzig Jahre als Führer des Volkes durch die Wüste, dritte Phase. Mit hundertzwanzig Jahren ist er dann gestorben.
Oder Jakob: Er war lange Zeit zu Hause bei den Eltern, bis er auszog. Das ist also die erste Phase, die Vorbereitungsphase Jakobs, bis er nach Haran zu seinem Onkel Laban ging. Bei Laban war er dann zwanzig Jahre; das ist die zweite Phase, in der die Familie Jakobs entsteht. Dann kommt er wieder zurück nach Kanaan, die dritte Phase. Dort geht es in die Tiefe, und Jakob erlebt viele Tiefen seines Lebens. Danach folgt die vierte Phase, in der Jakob nach Ägypten kommt, der Lebensabend.
Hier sehen wir also vier Phasen im Leben Jakobs.
Oder Josef, auch das ist uns sehr bekannt: die erste Phase, die Kindheitsphase, in der er zu Hause ist, die siebzehn Jahre. Die zweite Phase, in der es abwärts geht, ins Leiden, nach Ägypten, Josef als Leidender in Ägypten, im Gefängnis. Und dann die Erhöhung Josefs als dritte Phase seines Lebens, ab dreißig Jahren, in der er zum großen Segen wird.
Wir haben diese Phasen. Und bei Abraham haben wir auch so drei Phasen, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll; Lebensabschnitt ist vielleicht der bessere Begriff. Drei Lebensabschnitte im Leben Abrahams, von denen uns hier berichtet wird. Ich rede jetzt nicht von der Kindheit oder von den ersten Jahren, über die wir nichts erfahren. Das war eine Vorbereitungszeit. Aber dann sprach Gott zu Abraham, und da beginnt das, was ich hier den ersten Abschnitt oder die erste Periode im Leben Abrahams nenne. Das geht von Kapitel 12 bis Kapitel 15.
Drei Etappen und ihre geistlichen Themen
Es ist interessant, wenn wir diese Kapitel betrachten. In den Kapiteln zwölf bis fünfundzwanzig haben wir drei Abschnitte, schön gegliedert: Kapitel zwölf bis fünfzehn, Kapitel sechzehn bis neunzehn und Kapitel 20 bis 23. Kapitel 24 ist dann noch so ein Nachsatz, sozusagen ein Nachspiel.
Also haben wir ein Vorspiel, dann drei Phasen, drei Perioden, und dann ein Nachspiel im Leben Abrahams. Und jedes Mal beginnt jeder Lebensabschnitt mit Sarah.
In Kapitel 12 beginnt die Geschichte mit Sarah. Dort kommt Abraham nach Kanaan, und dann verleugnet er Sarah in Ägypten: Nein, das ist nicht meine Frau. Dann folgen die Kapitel zwölf bis fünfzehn. Danach, in den Kapiteln sechzehn bis neunzehn, wird Sarah wieder zurückgestellt, und eine andere tritt dazwischen: Hagar. Sarah nein, Hagar ja. Abraham verleugnet Sarah hier sogar auf Anraten von Sarah selbst. Da geht es um die Frage des Kindes, wo Sarah die Idee hatte, vielleicht meint Gott, der Nachkommende wird durch Hagar kommen.
Dann sind das diese schweren Jahre, Kapitel sechzehn bis neunzehn. Und dann haben wir eine weitere Periode oder einen weiteren Abschnitt. In den Kapiteln 20 bis 23 beginnt es wieder mit Sarah. In Kapitel 20 finden wir wiederum eine Situation, in der Abraham Sarah verleugnet, wie beim ersten Mal, wie in Ägypten, so auch bei Abimelech bei den Philistern.
Und was noch interessant ist: Wenn wir diese drei Abschnitte betrachten, offenbart sich Gott in jedem Abschnitt besonders, und wir haben immer einen besonderen Gottesnamen, der das erste Mal in der Bibel vorkommt. Im ersten Abschnitt, Kapitel zwölf bis fünfzehn, ist es El Elyon, Gott der Höchste. Im zweiten Abschnitt, Kapitel sechzehn bis neunzehn, ist es El Shaddai, Gott der Allmächtige. Und im dritten Abschnitt, Kapitel 20 bis 23, ist es El Olam, Gott der Ewige.
Die erste Etappe: Besitz, Reichtum und Gottes Zusage
Ich sage euch die Verse: El Elyon kommt vor in Kapitel 14, Vers 18, 19, 20 und 22.
Gott der Höchste, El Elyon. El heißt Gott, und Elyon heißt der Höchste. Gott der Höchste, so hat Gott sich bisher noch nie offenbart. Das heißt, diesen Gottesnamen haben wir bis jetzt in der Bibel noch nie gelesen, bis zu Kapitel 14. Hier kommt er zum ersten Mal vor: Gott der Höchste. Melchisedek war Priester Gottes des Höchsten. „Gesegnet seist du, Abram, von Gott, dem Höchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde“, dem Besitzer des Himmels und der Erde. Oder Vers 22: „Ich hebe meine Hand auf zu Jahwe, zu Gott, dem Höchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde.“
Dann der zweite Abschnitt, also das war jetzt Kapitel 12 bis 15, erster Abschnitt. Zweiter Abschnitt: Kapitel 16 bis 19. Dort kommt der neue Gottesname in Kapitel 17, Vers 1 vor: „Ich bin Gott, der Allmächtige, El Shaddai, Gott der Sehrmächtige, der Starke. Wandle vor mir und sei fromm. Sei vollkommen!“
Kapitel 21, Vers 34, im dritten Abschnitt, also in der dritten Periode. Der dritte Abschnitt geht von Kapitel 20 bis Kapitel 23, und dort ist es in Kapitel 21, Vers 34. Dort kommt das erste Mal der Gottesname El-Olam vor: Jahwe, der ewige Gott, der Gott der Ewigkeit, El-Olam, der Gott der Ewigkeit.
Und was das Interessante ist: Diese Gottesnamen sind im Leben Abrahams sehr wichtig und passen genau zu dem jeweiligen Lebensabschnitt. Wir werden in dieser ganzen Woche noch viel darüber reden, aber ich möchte jetzt am Anfang einen Überblick geben, damit wir schon sehen können, was uns im Leben Abrahams erwartet.
Also, erster Lebensabschnitt: Kapitel 12 bis 15. Da sehen wir, dass sehr viel die Rede ist von Besitz, Luther übersetzt die Habe, die Güter. Immer wieder treffen wir diesen Gedanken. Gott sagt zu Abraham: Zieh aus, ohne Verwandtschaft und so weiter. Und er zieht dann nach Haran. Dann heißt es in Kapitel 12, Vers 5: Abraham nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihre Habe, all ihre Güter nahm er mit. Das wird hier betont. Und in Vers 7 erscheint ihm der Herr und sagt: Schau, deinem Samen werde ich dieses Land geben. Hier geht es um einen Besitz.
Oder als er dann in Ägypten ist, heißt es, Abraham erwarb sich viele Güter. In Vers 16 lesen wir, er hatte Schafe, Rinder, Esel, Knechte, Mägde, Eselinnen und Kamele. Kapitel 13, Vers 1: Da zog Abraham von Ägypten hinauf mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, mit seiner ganzen Habe. Vers 2: Abraham war sehr reich an Vieh, an Silber und Gold. Vers 5: Und auch Lot hatte Schafe und Rinder und Zelte, so viel, dass sie nicht einmal nebeneinander wohnen konnten, denn ihre Habe war groß, und sie konnten nicht beieinander wohnen. Vers 6 am Ende.
Oder weiter später, als dann diese Geschichte in Kapitel 14 kommt, diese Geschichte mit diesem kleinen Weltkrieg, der dort stattfindet: Wenn wir das lesen, in Kapitel 14, Vers 11, da kommen die Könige und nehmen die Sodomiter gefangen. Die vier gegen die fünf kämpfen miteinander, und die Sodomiter werden gefangen genommen. Vers 11: Und da nahmen sie alle Habe, alle Güter nahmen sie mit von Sodom und Gomorra und all ihren Nahrungsmitteln und so weiter. Vers 12: Sie nahmen auch Lot mit sich, den Sohn von Abrahams Bruder, und seine Habe, seine Güter, seinen Besitz, und zogen davon. Und dann befreit Abraham den Lot. Vers 16: Er brachte alle ihre Habe wieder zurück, auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück, auch die Frauen und das Volk.
Merken wir, wie immer wieder das betont wird? Der Besitz, die Güter. Vers 21: Der König von Sodom sprach zu Abraham: Gib mir die Seelen, die Habe behalte für dich, die Güter behalte für dich. Abraham sagte: Ich hebe meine Augen auf zu Gott, dem Höchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde, dass ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagst: Ich habe Abraham reich gemacht. Nichts für mich.
Und in Kapitel 15 spricht Gott mit Abraham, und das Thema ist Besitz, Erbbesitz. Was willst du mir geben?, sagt Abraham zu Gott. „Wird doch mein Knecht erben.“ Der Herr sagt: Nein, nicht der Knecht, nicht der Knecht wird erben. Und er gibt ihm diese große, wunderbare Macht, diesen wunderbaren Bund, den Bund Gottes mit Abraham, der wird da beschrieben, Kapitel 15. Dann heißt es, dass Gott dem Abraham voraussagt: Vierhundert Jahre lang wird ein Volk Sklave sein in Ägypten, vierhundert Jahre lang. Und dann, Kapitel 15, Vers 14, werden sie ausziehen mit, mit was? Mit großer Habe, mit viel Besitz. Eines Tages werden sie dann wieder aus Ägypten herausziehen.
Der Herr machte also einen Bund mit Abraham. Und in Kapitel 15 ist die Einleitung sehr interessant: „Nach diesen Begebenheiten geschah das Wort des Herrn zu Abraham in einem Gesicht: Fürchte dich nicht, Abraham, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.“ Da merken wir: Es geht immer wieder um Besitz.
Die Frage nach dem wahren Reichtum
Und gerade in diesem Abschnitt, in den Kapiteln zwölf bis fünfzehn, lesen wir, dass Gott der ist, der Himmel und Erde besitzt. Was können wir lernen? Es geht hier einmal nur um den Überblick. Ich zeige heute nur den Überblick.
Was können wir hier lernen? Die Frage in diesen Kapiteln zwölf bis fünfzehn ist: Was will ich? Was ist mein Ziel? Güter oder Gott? Das ist das Thema: Güter oder Gott. Und es ist sehr aktuell für uns, jedenfalls für mich. Es ist immer wieder der Kampf: Soll ich Reichtum ansammeln? Soll ich mir Vorsorge treffen für viele Jahre? Was ist mein Ziel?
Junge Menschen sagen: Ja, ich möchte etwas Anständiges lernen, und dann möchte ich viel Geld verdienen. Dann möchte ich ein Haus haben, ein Auto, eine schöne Frau und viele Kinder. Ich möchte viel haben in dieser Welt. Güter oder Gott?
Und in diesem Kapitel wird uns Gott vorgestellt als der, der Himmel und Erde besitzt, der alles besitzt. Der Herr ist der Besitzer Himmels und der Erde. Der Herr ist der Inhalt meiner Träume, nicht die Güter, nicht der Besitz, nicht der irdische Besitz. Ich bin dein Lohn und dein großes Schild. El Elyon. Weil Gott der El Elyon ist, deshalb kann der Gläubige sich Gott anvertrauen.
Wenn ich in dieser Wahrheit lebe, dass Gott mein Gott ist, der Besitzer Himmels und der Erde, dann brauche ich mir keine Sorgen zu machen über meine Karriere und über irdische Besitztümer. Ich brauche mich nicht darum zu kümmern, ich darf mich um Gott kümmern. Er ist mein Besitz, und er selbst ist der Besitzer von Himmel und Erde. Er ist mein Vater, und mein Vater besitzt alles. Und dann werde ich erleben, dass dieser Gott mir alles gibt, was ich für das Leben brauche.
Und das ist total neutestamentlich, wovon wir hier sprechen. Wir lesen das Alte Testament, und wir merken: Das ist total neutestamentlich. Der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, warum sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Du hast alles! Wie war das mit dem zweiten verlorenen Sohn, der immer zu Hause war? Was sagt der Vater zu ihm? Du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. Ich bin der reiche Vater, und alles, was ich besitze, was mir gehört, gehört dir. Weißt du, wie reich du bist?
Der Herr ist mein Hirte, deshalb mangelt mir nichts. Oder man könnte auch übersetzen: Ich habe keinen Mangel. Mangel, das kenne ich nicht. Aber wer bestimmt, was Mangel ist? Gott definiert, was Mangel ist. Gott sagt: Du hast keinen Mangel. Aber er definiert, was Mangel heißt.
Vielleicht sagen wir: Das stimmt nicht, Herr, ich habe so viel Mangel. Mir fehlt so viel, was ich eigentlich gern haben möchte. Und Gott sagt: Nein, nein, das brauchst du gar nicht. Das würde dich nur hindern.
Wenn Gott der El Elyon ist, und wenn dieser El Elyon, der Besitzer von Himmel und Erde, mein Vater ist, dann hilft mir das. Dieser Gedanke hilft mir ganz praktisch. Er hilft mir, dass ich mich nicht an die Reichtümer dieser Welt hänge.
Geschwister, heute haben wir ein ganz großes Problem, auch gerade unter Christen, und das ist der Materialismus. Wir besitzen sehr, sehr viel, und das ist gerade sehr häufig ein Hindernis für das Reich Gottes. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich weiß, wie es bei mir ist.
Da merken wir: Das ist so aktuell. Kapitel zwölf bis fünfzehn – das Thema Geld, Besitz auf der einen Seite und Gott auf der anderen Seite, er, der der Besitzer von Himmel und Erde ist. Ihm gehören alle Goldquellen der Erde und alles aufbewahrte, gesammelte Gold, was man irgendwo unter Manhattan oder wo versteckt hat. Es gehört alles Gott.
Der Weg des Fleisches oder der Weg des Glaubens
Die zweite Phase im Leben Abrahams, Kapitel 16 bis 19, worum geht es? Was ist der Gedanke? Was zieht sich durch diese Kapitel hindurch? Was geschah in diesem Abschnitt des Lebens Abrahams?
Kapitel 16 beginnt mit Hagar und mit dem fleischlichen Weg, sich Nachkommen zu verschaffen. Die Frage ist hier: Wie kommen wir zu den Nachkommen? Sarah hat eine Idee. Das ist der Weg des Fleisches, das heißt: eigene Kraft und eigene Weisheit.
Auf der anderen Seite sagt Gott: Nein, glaube an die Verheißung. Ich handle. Sollte mir etwas unmöglich sein? Sollte Gott etwas unmöglich sein? Kapitel 18. Sollte Gott keine Kraft und keine Weisheit haben? In seiner Kraft und in seiner Weisheit kann er das erfüllen.
Die große Lektion, die Abraham hier lernt, ist nicht eigene Kraft und nicht eigene Weisheit, sondern Gott. Wir haben also wieder, wie vorher in der ersten Phase, die Gegenüberstellung: Güter oder Gott. Jetzt haben wir den Weg des Fleisches oder den Glauben an Gott und seine Verheißungen. Fleischliche Kraft und Weisheit oder Gott. Es ist wieder diese Gegenüberstellung: fleischliche Kraft, fleischliche Weisheit oder Gott.
Was sagt das auch neutestamentlich? Was sagt Paulus? 1. Korinther 1,24. Wir verkündigen Christus. Gott ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit. El Shaddai, Gott ist der Mächtige. El Shaddai, Gott der Allmächtige.
Und wenn Gott der Allmächtige ist, wenn ich diese Wahrheit vor Augen habe, dass Gott der Allmächtige ist, dann ist mir das eine große Hilfe für mein praktisches Leben. Nicht ich und nicht meine Wege, sondern Gottes Wege.
Also die Hauptfrage ist hier: Fleisch oder Gott? Oder anders gesagt: fleischlicher Weg oder Gottes Kraft und Gottes Weisheit? Eigene Kraft und eigene Weisheit gegen Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Wenn ich diese Wahrheit vor Augen habe und wenn ich in dieser Wahrheit lebe, dass Gott der Mächtige ist, dann brauche ich mich nicht zu sorgen, wie Gottes Wege mit mir in Erfüllung gehen werden.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber als ich noch ein junger Christ war, hatte ich den Gedanken, Gott zu dienen. Und ich denke, dass jeder Mensch, der zum Glauben kommt, gerne Gott dienen möchte. Das hat Gott in uns hineingelegt. Das ist eine Sehnsucht, die er uns gegeben hat.
Und dann haben wir unsere Vorstellungen, wie wir Gott dienen. Und ich denke mir: Ich träume von der Zukunft und denke mir, ach, ich werde mal das und jenes tun. So stelle ich mir mein Leben vor, so werde ich Gott dienen. Und dann kam das Leben ganz anders, und der Herr zerschlägt und zerschlägt und zerschlägt alle Pläne, oder sehr viele Pläne.
Und dann lernt man die Lektion: Ach, welchen Fehler habe ich gemacht? Ich wollte Gott mit meiner eigenen Vorstellung dienen, nach meiner eigenen Vorstellung.
Gott zerschlägt bei Abraham sehr viel in diesen Kapiteln 16, 17, 18 und 19. Da wird zerschlagen. Gott sagt: Fleisch weg! Ja, Fleisch weg! Und als Symbolik machen wir das jetzt auch ganz praktisch. Abraham, du wirst jetzt jeden Männlichen beschneiden, und du selbst wirst auch beschnitten. Symbolisch steht das hier für eigene Kraft und eigene Weisheit.
Und gerade auf diesem Gebiet geht es um die Nachkommen, oder? Wie kriege ich die Nachkommen? Dann sagt Gott: Nicht deine Kraft und nicht deine Weisheit, Abraham. Fleisch weg. Und das ist der Sinn der Beschneidung: Gericht über das Fleisch.
Im Buch Josua war das auch so. Gilgal heißt es dort. Gilgal, da nahm er das Messer. Das ist der Ort, wo sie das Messer genommen hatten. Josua 5, ich glaube, es ist Kapitel 5. Da haben sie das Messer genommen und das ganze Volk wird beschnitten, weil sie während der ganzen Wüstenwanderung, die neue Generation, nicht beschnitten worden war.
Fleisch weg, eigene Kraft und eigene Weisheit weg. Und dann kann der Herr etwas tun. Wenn der Herr uns dahin bringt, wo wir sagen: Nicht ich, Herr, sondern Christus in mir, und nicht mein Weg, dir zu dienen, Herr, ich bin zufrieden damit, wenn du mich einfach dahin stellst, wo du mich haben willst.
Treue, Lohn und die Freiheit von menschlichen Vorstellungen
Kennt ihr die Geschichte? Natürlich kennt ihr die Geschichte von den Arbeitern im Weinberg. Das Thema ist der Lohn. Die Arbeiter im Weinberg: Die einen haben zwölf Stunden gearbeitet, die anderen eine Stunde. Der Lohn, das war das Thema. Welchen Lohn bekommen wir? Und der Lohn war schon geklärt.
Treu waren sie alle. Die einen haben zwölf Stunden treu gearbeitet, die anderen haben eine Stunde treu gearbeitet. Treu waren sie alle. Das war nicht die Frage der Treue. Die Frage war: Wie viel Lohn?
Der Herr Petrus hat den Herrn Jesus gefragt: „Herr Jesus, wir haben alles verlassen, und wir sind schon so früh mit dir. Und die ganze Zeit unseres Lebens, schau, was wir alles geleistet haben. Was kriegen wir dafür?“ Und dann erzählt Jesus dieses Gleichnis. Einige kommen früh, und einige kommen spät. Das ist nicht wichtig, das ist nicht wichtig. Wichtig ist: Sie waren treu, und sie kriegen alle ihren Lohn.
Ja, aber das ist ungerecht. Wieso kriegen die, die nur eine Stunde gearbeitet haben, gleich viel wie wir, die wir die ganze Hitze des Tages hatten? Wieso? Es ist nicht ungerecht. Das war so ausgemacht: Ihr bekommt Lohn.
Und jetzt vergleichen wir unser Leben. Ja, da ist ein Bruder, der ist schon fünfzig Jahre gläubig und diente mir die ganze Zeit, und sagt: Herr, ich habe wirklich viel geleistet. Er ist schon alt geworden und müde geworden am Ende seines Lebens und sagt: Gell, Herr, das war schon was für dich. Und da kommt ein anderer, der vielleicht im Alter zum Glauben kommt und die letzten fünf Jahre seines Lebens von ganzem Herzen dient. Und dann stehen sie vor dem Thron und kriegen alle das Gleiche. Warum? War das wirklich unsere Leistung? Ganz ehrlich: Ist es unsere Leistung?
Von wem ist die Gnadengabe? Ja, die ist von ihm. Wer hat die Kraft gegeben, die Gnadengabe auszuüben? Ja, die hat er gegeben. Wer hat denn die Gelegenheit gegeben zum Dienen? Ja, die hat auch er gegeben. Wer hat dich beflügelt zu dienen, innerlich, und die Bereitwilligkeit und diesen Eifer gegeben? Ja, das hat er getan. Und wer hat die Frucht gewirkt? Das hat auch er gemacht. Und beim anderen hat er vielleicht keine Frucht gewirkt. Ist der andere deshalb ein schlechterer Diener, weil der weniger Frucht sieht als der andere?
Johannes der Täufer hat gar keine Frucht gesehen. Und die Jünger kamen und haben geerntet, was Johannes der Täufer gearbeitet hat. Verstehen wir? Es ist alles der Herr Jesus, es ist alles Gnade.
Und da ist eine Schwester, die zieht die Kinder auf. Und da ist eine andere Schwester, die hat keine Kinder und dient auch so und dient so dem Herrn. Sie haben treu gedient, das setze ich jetzt voraus. Und jetzt stehen sie vor dem Herrn. Die eine hat vielleicht Frucht gesehen, die andere hat keine Frucht gesehen, aber sie haben treu gedient.
Jeremia hat treu gedient und hat keine Frucht gesehen. Und Noah hat treu gedient und hat keine Frucht gesehen. Bekommen die weniger Lohn? Die werden reichlich belohnt.
Da triffst du dich mit jemandem zum Bibellesen zehnmal oder vielleicht zwanzigmal. Jeden Montag lest er die Bibel, und du nimmst dir Zeit. Du bist müde, und du nimmst dir trotzdem Zeit. Du fährst hin mit ihm, du liest die Bibel, er wird interessiert, er ist mehr und mehr bereit, auf das zu hören, was er in der Bibel liest. Und nach zehn Treffen sagt er: „Du, ich habe jetzt was anderes zu tun“, und hat kein Interesse mehr. Du denkst dir: alles für die Katz, alles umsonst. Ich habe geschuftet, habe mir Zeit und Energie reingesteckt, habe gebetet, alles umsonst. Er hat sich wieder abgewandt.
Der Herr wird jede Anstrengung belohnen. Aber es war ja der Herr, es war ja gar nicht du, es war ja der Herr Jesus. Das war für mich so eine Ermutigung, denn ich habe genau das erlebt. So eine Ermutigung sehe ich: Der Herr wird all diesen Einsatz belohnen, denn es war von ihm.
Ein anderer hat Hilfsgüterdienste getan, fährt Tausende von Kilometern, bringt die Hilfsgüter dorthin, und dann streiten sich die Christen untereinander um die Hilfsgüter. Aber er hat in der Kraft des Heiligen Geistes seinen Hilfsgüterdienst getan, die anderen haben fleischlich gestritten über die Hilfsgüter. Der Herr wird den Bruder belohnen, der sich eingesetzt hat. Das ist so wunderbar.
Und der eine hat viele Jahre, und der andere wenige Jahre. Er kam erst später zum Glauben, aber hat genauso treu den Dienst getan. Wieso soll der Lohn verschieden sein? Wenn die Treue gleich war, wird der Lohn gleich sein. Und das ist wunderbar.
Was sucht man nun an einem Verwalter? Was sucht man anderes, als dass er treu erfunden wird, 1. Korinther 4. Treue, das ist das Entscheidende, und da waren alle treu im Weinberg.
Und was will ich sagen, warum kommen wir darauf? In dieser Periode vom Leben Abrahams geht es um die Frage: Fleisch oder Glaube an Gottes Verheißung. Gott tut alles, und unser Problem ist oft, dass wir aus dem Fleisch heraus Gott dienen wollen. Die Motivation ist gut, aber die Kraft ist von mir selber. Die Energie und die Pläne, die ich mir mache, kommen von mir selber. Vielleicht sollten wir mehr beten und weniger tun. Und dann kann der Herr etwas aufs Herz legen und sagen: Jetzt mach diesen Dienst, tu diesen Dienst.
Gehorsam statt eigener Planung
Ich habe eine Biografie von Buck Sing gelesen. Er lebte sehr eng mit dem Herrn und war Missionar in Indien. Er wurde, glaube ich, fast hundert Jahre alt und starb im Jahr 2000. Die letzten zehn Jahre litt er an Parkinson und lag, soweit ich weiß, die ganze Zeit im Bett.
Vorher hat der Herr ihn mächtig gebraucht. Er durfte viel Frucht sehen, denn es war eine Erweckungszeit in Indien. Aber das ist nicht das Wichtige. Das Wichtige ist, dass dieser Bruder gesagt hat, wir müssen wieder lernen, gehorsam zu sein. Sei gehorsam, diene nicht einfach irgendwo dort, wo gerade etwas zu tun ist, sondern sei gehorsam. Bete zum Herrn, lass dir zeigen, was du tun sollst, und dann geh hin und tu es.
Der Herr hat ihm einmal klargemacht, dass er 240 Kilometer zu Fuß gehen soll. Damals ging man diese 240 Kilometer zu Fuß in einen Ort. Und er sollte eine Bibel mitnehmen, und zwar in einer Sprache, die man dort nicht sprach. Es war ihm eine ganz bestimmte Sprache klar geworden. Er sagte also: Gut. Dann hat er seine Mitarbeiter mitgenommen. Sie gingen nicht allein, sondern machten sich gemeinsam auf diesen Fußmarsch.
Dort trafen sie einen Mann, der nicht die Sprache dieser Gegend sprach, sondern genau die Sprache, in der er die Bibel dabeihatte. Und dieser Mann sagte: Ich warte schon seit Jahren darauf, dass ich so eine Bibel bekomme. Daraufhin bekehrte er sich.
Buck Sing wollte einmal am Abend schlafen gehen. Er war todmüde von der Tagesarbeit, wirklich völlig erschöpft. Um ein Uhr in der Nacht hatte er sich noch hingekniet und gebetet, und wollte dann einschlafen. Während er betete, hatte er jedoch den Eindruck, als würde Gott ihm klar machen: Du musst noch einmal aufstehen. Du musst noch einmal rausgehen.
Er sagte: Nein, also wirklich nicht. Heute gehe ich schlafen, ich bin völlig k.o. Dann rang er sich doch durch und dachte: Also gut, ich gehe noch einmal. Todmüde stand er wieder aus dem Bett auf und ging hinaus. Gerade als er aus seiner Hütte trat, gingen zwei Leute an der Tür vorbei und auf der Straße vor ihm her. Er lief ihnen nach und sagte: Wartet, wartet, ich muss euch etwas sagen.
Sie drehten sich um. Er sagte: Ich muss euch von Jesus Christus erzählen. Dann bezeugte er, was Jesus Christus ihm wert war, und dass der Herr Jesus Christus wirklich auferstanden ist. Er bezeugte einfach Christus.
Dann sahen ihn die beiden an. Es waren zwei Moslems. Der eine sagte: Das suche ich schon die ganze Zeit, was du jetzt gesagt hast. Wie kann ich das bekommen? Sie machten einen Termin aus und trafen sich später. Der Mann kam zum Glauben.
Gehorsam. Werke des Geistes, nicht Werke des Fleisches. Nicht eigene Vorstellungen, wie man Gott dienen kann.
Sicherheit für die Zukunft und die letzte Phase
Ja, und dann der dritte Abschnitt des Lebens von Abraham. Da geht es um die Frage der Sicherheit, um Sicherheit in Bezug auf die Zukunft. Das sind die Kapitel zwanzig bis dreiundzwanzig: Sicherheit in Bezug auf die Zukunft. Menschliche Absicherung oder Gott, das ist die Frage.
Abimelech denkt sich: Ah, die Sarah, ich zahle ihr tausend Schäkel, dann ist das schon okay. Oder: tausend Schäkel als Augendecke, und du vergisst, was ich gemacht habe. Und dann war er sich doch nicht ganz sicher. Dann kommt er zu Abraham und sagt: Du Abraham ... Er und sein Heeroberster, Abimelech und Pichol, kamen zu Abraham. Und dieser Abraham ist ihnen nicht geheuer. Der wird immer stärker, der wird immer mächtiger. Und Abimelech hat Angst um die Sicherheit seines Sohnes. Er hat einen Nachkommen bekommen, der auch einmal auf dem Thron im Philisterland sitzen wird. Und dieser Abraham wird immer mächtiger und mächtiger. Wie kriege ich Sicherheit für meinen Sohn und für den Sohn meines Sohnes, für meine Dynastie, dass nicht die Abrahamiter kommen und sie niedermachen?
Er sagt: Er schwöre mir bei Gott, schwöre mir bei Gott, dann bin ich sicher. Es geht die ganze Zeit um die Sicherheit dort in diesem Abschnitt. Aber ich möchte jetzt da nicht näher darauf eingehen.
Gott ist meine Sicherheit, El Olam. Der Gott der Ewigkeit. Wenn ich an die Zukunft denke, was ist wirklich sicher? Da ist die Finanzkrise, und da ist die Schweinegrippe, und da ist dann noch alles Mögliche, was uns bedroht. Wo ist Sicherheit? Wenn der ewige Gott, der Gott der Ewigkeit, mein Vater ist, dann habe ich eine Person, die meine Sicherheit ist. Neudestermännlich gesprochen: Jesus Christus ist unsere Hoffnung. 1. Timotheus 1,1. Jesus Christus, unsere Hoffnung, das heißt unsere Sicherheit, denn in der Bibel ist Hoffnung eine Sicherheit. Da kommen wir dann später noch drauf.
Das war jetzt ein bisschen ein Überblick. Ich denke, wir müssen hier schließen. Sind vielleicht noch Fragen? Ich weiß nicht, wie wir es handhaben wollen in diesen Tagen. Wir werden ja nicht unbedingt einfach nur Vorträge halten. Sie können jederzeit Fragen stellen. Sie können jederzeit auch einen Zettel schreiben und nach vorne bringen oder auch am Ende, je nachdem, so dass wir wirklich arbeiten können. Das möchte ich gerne wirklich im Sinne eines Seminars sozusagen machen, nicht nur Vorträge.
Also, wenn Sie Fragen haben, bitte einfach die Fragen stellen. Ob Sie eine Antwort bekommen, ist eine andere Frage, aber wir werden versuchen, das von der Schrift zu beleuchten. Zuerst Fragen zum Text. Wenn Sie andere Fragen haben, können Sie auch gerne stellen. Wir können uns immer wieder auch Zeit nehmen für sonstige Fragebeantwortungen.
Also drei Phasen des Lebens Abrahams: Die erste Phase, Besitz oder Gott; die zweite Phase, der fleischliche Weg oder Gott; und die dritte Phase, Sicherheit in Menschen, in menschlichen Dingen, oder in Gott. Und dann kommt ein Nachspiel: Kapitel 24 ist das Nachspiel, wie dann dieser Isaak zu seiner Braut kommt. Und dann ist es aus. Das Leben Abrahams wird dann nur noch ganz kurz beleuchtet, ein paar Sätze zum Schluss, und dann heißt es, dass Abraham in die Ewigkeit ging. Er verschied.
Ja, soweit für heute. Vielen Dank für die Einleitung.
Rückblick und erneute Einordnung der drei Erzväter
Wir wollen heute also mit Abrahams Leben fortfahren. Wir schlagen unsere Bibeln auf bei 1. Mose 12 auf, und ich möchte gerne ein bisschen wiederholen, was ich gestern gesagt habe, also diesen Überblick, den ich gestern gegeben habe. Jetzt habe ich hier auch die Folien, die sehen wir jetzt.
Wir haben gestern also diese Verheißung Gottes an Abraham betrachtet. Und wir haben auch gesehen, dass das erste Buch Mose Abraham, Isaak und Jakob als die Geschichte der drei Erzväter darstellt. Also geht es bei Abraham vor allem darum, wie es zu dem Samen kommt, das heißt zu dem Nachkommen Isaak. Bei Isaak geht es vor allem um den Segen. Und bei Jakob geht es dann darum, wie der Segen zu allen Geschlechtern kommt, jedenfalls wie das beginnt, nämlich wie die Israeliten nach Ägypten kommen. Und schließlich wird Juda der Segensträger in dem Sinne, dass durch Juda der Messias kommen wird. Das Zepter wird nicht weichen aus dem Hause Juda, und durch diesen Messias wird dann der Segen Abrahams tatsächlich zu allen Geschlechtern kommen. Also: Abraham, Isaak und Jakob, diese drei Erzväter.
Wir wollen uns diese Tage Abrahams Leben anschauen, und ich habe gesagt, es gibt drei Phasen oder drei Lebensabschnitte, die hier im ersten Buch Mose betrachtet werden.
Der erste Lebensabschnitt Abrahams, oder man muss sagen Abrams, denn er heißt ja noch Abram, ist in den Kapiteln 12 bis 15. Da geht es um die Frage: Güter oder El Elyon? Hier dürfen Sie jetzt gratis Hebräisch lernen: El Elyon. El heißt Gott, und Elyon heißt der Höchste. Also die große Frage ist: Lebe ich für die Güter oder für El Elyon, für Gott den Höchsten, den Besitzer Himmels und der Erde? Dieser wird in Kapitel 14 dargestellt und geoffenbart.
Und wir haben dann auch in diesen Kapiteln 12 bis 15 diesen wichtigen Satz Gottes an Abraham: Ich bin dein sehr großer Lohn. Ich, nicht die Güter von dem König von Sodom, nicht die Güter des Pharao, ich bin dein sehr großer Lohn.
Dann haben wir einen zweiten Lebensabschnitt in den Kapiteln 16 bis 19, und hier geht es vor allem um die Frage: Gehe ich den Weg des Fleisches? Verwende ich fleischliche Mittel, das heißt eigene Kraft oder eigene Weisheit? Oder lebe ich aus der Kraft des El Shaddai und aus der Weisheit des El Shaddai? El heißt wieder Gott, und Shaddai heißt Gott der Mächtige, der alles kann. Sollte Gott etwas unmöglich sein? Sollte dem Herrn etwas zu wunderbar sein? So heißt es in diesen Kapiteln. Natürlich nicht.
Der dritte Lebensabschnitt ist dann in den Kapiteln 20 bis 23. Dort geht es um die Frage der Zukunftssicherung, also um Sicherheit für die Zukunft. Ist meine Sicherheit in Menschen oder ist meine Sicherheit in dem El Olam? El Olam wird in diesen Kapiteln dargestellt als der Gott der Ewigkeit. El heißt Gott, und Olam heißt Ewigkeit, also der Gott der Ewigkeit. Worin ist meine Sicherheit für die Zukunft? Ich schwöre bei mir selbst, sagt der Herr, ich schwöre bei mir selbst, und ich werde diese Verheißung erfüllen. Und wenn der Herr, Yahweh, mein Vater ist, und wenn dieser der El Olam ist, dann ist meine Zukunft gesichert.
Das war also das von gestern. Ich wollte das erst noch einmal darstellen.
Und heute wollen wir uns also vor allem diesen ersten Abschnitt, Kapitel 12 bis 15, betrachten. Wir werden schauen, wie weit wir kommen. Wir werden nicht jedes Detail betrachten können. Und was interessant ist: Jeder dieser drei Lebensbereiche ist in sechs Teile geteilt, und bei jedem dieser Lebensbereiche haben wir ein Muster A, B, C, C, B, A. Ihr werdet das gleich sehen.
Also geht es hier zuerst um Gottes Verheißung. Gott gibt dem Abraham die Verheißung eines großen Namens, ein großes Volk soll aus ihm kommen und ein großer Segen.
Der Anfang des Weges: Verheissung, Ankunft und Anbetung
In dem zweiten Abschnitt werden wir lesen von der großen Frage: Woher soll ich reich werden? Abraham verleugnet Sarah und erwirbt sich in Ägypten viele Güter. Unter anderem nimmt er auch die Haga mit. Dadurch holt er sich auch viele Probleme.
Dann geht es weiter in 1. Mose 13. Da erhebt Lot seine Augen und schaut: Wohin soll er sich wenden? Abraham sagt: Ja, wähle du, Lot. Es geht um die Frage der Güter, und Lot denkt sich: Ich will eine gute Karriere haben, ich will viele Güter, viel Reichtum, und ich wähle mir die fruchtbaren Gegenden des Jordan. Und dann hebt Abraham seine Augen auf zu Gott, und dann zeigt Gott ihm, was er ihm gibt. Die Frage ist: Was willst du wählen? Den irdischen Vorteil oder Gott?
Und dann geht es wieder um die Frage des Reichtums. Abraham hatte in Ägypten gelernt, jetzt will er vom König von Sodom lernen. In Ägypten ist er reich geworden, und jetzt will der König von Sodom den Abraham auch noch einmal reich machen. Abraham wird aber sagen: Nein, nur du sollst nicht sagen, du habest Abraham reich gemacht. Wir werden das dann noch sehen.
So bringt also Abraham Lot vor diesem Verderben in Sicherheit. Wir haben das gestern kurz angerissen. Abraham bringt Lot und seine Güter zurück, und Abraham verzichtet auf Sodoms Güter und auf den Reichtum, den der König von Sodom ihm anbietet, weil er die Sodomiter befreit hat. Abraham wählt El Elyon, den Gott, den Höchsten. An den Gottesverheißungsbund, wo Gott dem Abraham sagt: Ich bin dein großer Lohn. Und er sichert ihm mit diesem Bund, den er dann schließen wird, das Erbe: Ich bin dein großer Lohn.
Abrahams Nachkommenschaft wird noch einmal verheißen. Es wird gesagt, dass der Same Abrahams ein Sklave in Ägypten sein wird, die Israeliten werden in Ägypten sein, und dann werden sie ausziehen mit großem Gut.
Das wird uns also jetzt beschäftigen. Ich habe hier jetzt einfach diesen Überblick gegeben. Sie sehen, es sind sechs Geschichten: A, B, C und dann wieder C, B, A. Die erste und die letzte Geschichte haben etwas gemeinsam. Da geht es um den großen Namen und das große Volk in der ersten Geschichte, und in der letzten Geschichte geht es um diesen großen Lohn, denn der Herr ist der Herr für Abraham, und im Auszug mit großem Gut.
In der ersten und der letzten Geschichte geht es jeweils um die Verheißung. In der zweiten und in der vorletzten Geschichte, also B und B', geht es um die Frage des Reichtums. Reichtum: Abraham wird reich durch Pharao, und er macht seine Lektion, er lernt seine Lektion, woher man den Reichtum bekommen soll. Und dann in der Geschichte B' Reichtum durch Sodom. In der Mitte haben wir diese beiden Geschichten mit den Augen Lots und den Augen Abrahams: wohin Lot schaut und wohin Abraham schaut.
Also es geht immer um dasselbe, immer um diese große Frage: Güter oder Gott? Irdische Güter oder ist Gott mein Reichtum? So weit jetzt mal der Überblick.
Und wir lesen noch einmal 1. Mose 12,1: Der Herr sprach zu Abraham oder zu Abram: Gehe aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich werde dich zu einem großen Volk machen und so weiter.
Diese Verheißung hat Abraham bekommen, als er noch in Ur in Chaldäa war. Und dort ist Abraham ausgezogen. Stephanus sagt uns das. Stephanus sagt uns: Der Gott der Herrlichkeit erschien dem Vater Abraham, als er noch in Ur in Chaldäa, in Mesopotamien, war. Und dann zog er aus.
Mitgehen, loslassen und unterwegs sein
Jetzt dürfen die Kinder mitmachen. Wichtige Frage für die Kinder: Wer zog mit Abraham mit?
Ihr dürft alle antworten. Wer zog mit Abraham mit, oder ist Abraham ganz alleine gegangen? Wer kann mir helfen? Heute müsst ihr mitmachen, heute müsst ihr mitarbeiten.
Ist Abraham alleine gegangen? Nein, wer kam mit? Gott kam mit, wunderbar. Und noch jemand? Hat er noch jemanden mitgenommen von den Menschen, oder ging er sonst allein? Weiß das jemand?
Lot, seinen Neffen, hat er mitgenommen. Und noch jemand ging mit. Weißt du das noch? Weißt du das auch, oder weiß jemand anderes das? Ja, bitte?
Der Vater und Sarah, die Frau Abrahams. Der Vater Terach oder Tara, wie er in den Übersetzungen heißt. Also, sie waren eine Gruppe. Man reiste damals ohnehin nicht allein. Es gab wahrscheinlich auch Knechte und Mägde, die mitgereist sind.
Und es ist eine gewaltige Sache, wenn man von Gott einen Auftrag bekommt: Geh jetzt, geh! Im Hebräischen heißt es: Geh für dich, geh für dich, geh in deinem eigenen Interesse. Und Abraham ist gehorsam, und das ist immer im eigenen Interesse, wenn man Gott gehorsam ist.
Abraham zieht aus, und den Vater darf er ruhig mitnehmen, und den Neffen Lot darf er auch mitnehmen. Manche Ausleger der Bibel sagen, da hat Abraham einen Fehler gemacht, dass er seine Verwandten mitgenommen hat, denn Gott hat gesagt: Zieh aus deiner Verwandtschaft aus. Ja, aus der großen Verwandtschaft, aus dem großen Verwandtschaftsklan. Aber dass er den Papa nicht mitnehmen darf, das steht nirgends. Also war es nicht ein Fehler, meine ich.
Ich möchte jedenfalls nicht, dass der Abraham eines Tages zu mir sagt: Weißt du, du hast mir damals einen Vorwurf gemacht, und das kannst du gar nicht belegen und gar nicht beweisen, dass Gott es verboten hätte, dass ich Papa mitnehme. Der war ja schon älter, und man muss ja die Eltern versorgen.
Jedenfalls zogen sie aus. Dann kamen sie nach Haran. Dort in Haran verblieben sie eine Zeit lang, bis der Vater gestorben war. Das war eine ganze Reihe von Jahren. Und dann zogen sie weiter. Dann zogen sie in das Land Kanaan. Und dann kamen sie ins Land, und dann war der erste große Schock.
Wir lesen: Sie zogen aus, und dann waren die Kanaaniter im Lande. Das steht in Vers 7. Also, Abraham ging hin, Vers 4, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und zog mit ihm. Abraham war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. Und Abraham nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Seelen, die sie in Haran erworben hatte, also die Knechte und die Mägde usw. Die kamen alle mit.
Sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen, und sie kamen in das Land. Und Abraham durchzog das Land bis an die Stätte Sichem. Sichem heißt Kraft oder Schulter, bis zur Terebinthe More. More heißt Lehre oder der Lehrer. Und es waren zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.
Ich weiß nicht, was Abraham sich gedacht hat. Vielleicht hat Abraham gedacht: Wenn Gott mir jetzt etwas versprochen hat, ein großes Volk zu werden, dann ziehe ich in ein Land, und dort werde ich mich ausbreiten, und dort werde ich Häuser bauen usw. Und das wird jetzt meine neue Heimat.
Aber hier ist die erste große Ernüchterung. Hier waren Feinde im Lande. Kanaaniter waren im Lande, und ihm gehörte gar nichts. Keinen Fußbreit hat er gehabt.
Aber da erschien der Herr dem Abraham und sprach: Deinem Samen werde ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Namen, Orte und geistliche Bedeutung
Abraham hatte ein grosses Versprechen. Er kam mit einer grossen Verheissung, mit der Verheissung, die Gott ihm gegeben hatte. Gott hatte zu ihm gesagt: Ich werde deinen Namen gross machen. Gott hatte ihm gesagt, dass er ein Segen sein wird. Gott hatte ihm gesagt: Ich werde segnen, die dich segnen, und ich werde verfluchen, die dich verfluchen. Und später im Leben der Israeliten ist genau das auch eingetroffen.
Gott hat sich zu diesem Volk, das durch Abraham entstanden ist, gestellt. Wenn jemand das Volk Israel angegriffen hat, dann hat Gott auch angegriffen. Später einmal hat der Pharao das Volk Israel angegriffen. Und was hat er gemacht mit den Babys? Jetzt dürft ihr wieder mitmachen. Was hat er gemacht mit den Babys der Israeliten, bitte? Getötet. Wohin hat er sie geworfen? Ins Wasser, in den Nil. Und dann hat Gott gesagt: So, wenn ihr das macht mit meinen Israeliten, dann werde ich euch auch ins Wasser werfen.
Und wann hat Gott die Ägypter ins Wasser geworfen? Weiss das jemand, wo? Ganz genau: als sie die Israeliten verfolgt haben durch das Rote Meer, dort hat Gott die Ägypter ins Wasser geworfen. Seht ihr, wer euch flucht, den werde ich fluchen.
Und da gab es ja mal einen anderen Mann, der hiess Haman. Der Haman wollte den Mardochai an einem Baum hängen. Der Mardochai war ein Jude, ein Israelit, und der Haman war kein Israelit. Und der Haman wollte den Mardochai an einem Baum hängen, an einem Galgen. Da hat er ihn aufgerichtet, den Galgen, und alles war schon parat, um den Mardochai dort hängen zu lassen.
Und was war das Ende? Nicht der Mardochai hing, sondern der Haman wurde genau an dem Galgen aufgehängt, den er für den Mardochai ausgesucht hatte. Ganz genau. Merkt ihr, wie Gott das Volk, die Menschen, die sein Volk fluchen wollen, denen zahlt er es zurück?
Und der Haman, der sollte vorher geehrt werden. Der König wollte den Haman ehren, und der Haman denkt sich: Wunderbar, der König wird mich ehren. Aber dann kam es heraus, dass nicht der Haman geehrt wurde, sondern wer? Wisst ihr das in der Geschichte von Esther? Wer wurde damals geehrt? Der Mardochai, und zwar genau auf dem Ross, und genau so, wie der Haman hätte geehrt werden sollen, so wurde der Mardochai geehrt. Also der Haman wurde auf dem Galgen aufgehängt. Und der Mardochai wurde so geehrt, wie der Haman hätte geehrt werden sollen.
So dreht Gott die Sache, und er stellt sich zu seinem Volk Israel.
Und jetzt kommt dieser Mann Abraham, dem Gott diese wunderbaren Verheissungen gegeben hat. Jetzt kommt dieser Mann Abraham dorthin ins Kanaaniterland, und die Kanaaniter sind im Lande. Und dort kommt jetzt Gott zu ihm und erscheint ihm, wahrscheinlich um ihn zu ermutigen. Und er sprach: Deinem Nachkommen werde ich dieses Land geben, deinen Samen. Und er baute dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Und wozu baut man denn einen Altar? Jetzt dürft ihr wieder mithelfen. Wozu baut man denn einen Altar? Was hat man damals gemacht auf dem Altar? Gott Opfer gebracht. Das heisst, man hat Gott angebetet, man hat Gott Ehre dargebracht. Und Abraham hat das immer wieder getan. Wenn wir das Leben Abrahams anschauen, sehen wir: Immer wieder hat er das gemacht. An vier Stellen ist davon die Rede: Und er baute dem Herrn einen Altar, und er baute wieder einen Altar. Das hat das Leben von Abraham gekennzeichnet, das war seine Lebenshaltung. Er war ein Mann, der Gott anbetet.
Und das dürfen wir mitnehmen für uns selber, dass wir auch Menschen sind, die Gott anbeten. Und von dort brach er auf ins Bergland östlich der Stadt Bethel und richtete sein Zelt auf in Bethel. Und dann hat also Abraham ein Zelt gebaut. Und was macht man im Zelt? Was hat man in dem Zelt gemacht damals? Warum hat er sich denn kein Haus gebaut? Ha, der hat kein Grundstück bekommen. Der hätte ja übrigens viele Grundstücke haben müssen, denn er hatte viele Knechte und Mägde.
Er hat immer wieder in Zelten gewohnt, und in Zelten wohnen die Nomaden. Das sind Völker, die mit den Tieren immer herumziehen, und sie ziehen immer wieder an einen neuen Ort. Sie haben kein wirkliches Zuhause. Und so lebte Abraham in Zelten, ohne ein wirkliches Zuhause, wie ein Fremdling.
Und diese zwei Sachen, die prägten sein Leben. Er war ein Zeltbauer, der die Zelte immer wieder aufbaut und wieder abbricht und weiterzieht mit den Tieren, und er war ein Altarbauer. Und genau das dürfen wir auch sein. Wir dürfen Menschen sein, die Gott anbeten, die Altäre bauen, und wir dürfen Menschen sein, die Fremdlinge auf dieser Erde sind. Wir haben kein festes Zuhause.
Nun, Abraham jedenfalls zog hier also nach Bethel und wohnte dann zwischen Bethel und Ai. Das war eine andere Stadt, Ai. Und er baute dort dem Herrn wieder einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
Es ist sehr interessant, wenn man sich die ganzen Namen hier ansieht, die hier erwähnt werden. Es sind lauter für uns fremde Namen, ja. Aber er kommt aus Ur in Chaldäa. Ur heisst Feuer oder Licht. Und dann ging er nach Haran, das heisst Zorniger oder Hitziger. Und dann kam er nach Sichem, das heisst Kraft. Und dann nach More, das heisst Lehrer. Und dann nach Bethel, das heisst Haus Gottes. Und dann nach Ai, das heisst ein Trümmerhaufen. Und dann wieder nach Bethel, das heisst Haus Gottes. Und dann nach Mamre, das heisst Festigkeit, bei Hebron, das heisst Gemeinschaft. Es sind interessante diese Namen.

