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Galater 4,1–31

Galater 4,1-4,3109.08.2014
EventTeil 7 / 10Spurgeon-Konferenz 2014
Ein Vortrag von David Jackman auf der Spurgeon-Konferenz 2014.
Also zurück in den Galaterbrief. Und wir lesen Kapitel vier. Ich lese das ganze Kapitel vier aus dem Galaterbrief, inklusive Kapitel fünf, Vers eins. Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter. Sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt. Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen, der da ruft: Aber, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott. Wenn aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind, nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt? Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe.
Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder. Ich bitte euch: Ihr habt mir kein Leid getan. Ihr wisst doch, dass ich euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe beim ersten Mal. Und obwohl meine leibliche Schwäche euch ein Anstoß war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, ja, wie Christus Jesus. Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch: Ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben. Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte?
Es ist nicht recht, wie sie um euch werben. Sie wollen euch nur von mir abspenstig machen, damit ihr um sie werben sollt. Umworben zu werden ist es gut, wenn es im Guten geschieht, und zwar immer und nicht nur in meiner Gegenwart, wenn ich bei euch bin. Meine lieben Kinder, die ich abermals unter Wehen gebäre, bis Christus in euch Gestalt gewinne! Ich wollte aber, dass ich jetzt bei euch wäre und mit anderer Stimme zu euch reden könnte, denn ich bin irre an euch.
Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr das Gesetz nicht? Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, den einen von der Magd, den anderen von der Freien. Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch gezeugt worden, der von der Freien aber kraft der Verheißung. Diese Worte haben tiefere Bedeutung, denn die beiden Frauen bedeuten zwei Bundesschlüsse: einen vom Berg Sinai, der zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar. Denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis für das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt. Aber das Jerusalem droben ist frei, das ist unsere Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst; brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder als die, die den Mann hat.
Ihr aber, liebe Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. Aber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch gezeugt war, den verfolgte, der nach dem Geist gezeugt war, so geht es auch jetzt. Doch was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, liebe Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.
Hier ist eine ganze Menge, finden wir hier, wo wir uns hinein vertiefen können. Und es ist eine ganz wichtige Entwicklung der grundlegenden theologischen Lehren aus Kapitel drei. Und es baut wirklich so die Brücke hin zu der praktischen Anwendung in Kapitel fünf. Und zu Beginn von Kapitel vier kehrt Paulus jetzt zurück zu seinem bildhaften Gebrauch von Kindern, von Kindschaft. Und er hat das in Kapitel drei angewandt auf die Juden, die als Samen Abrahams auf die Erfüllung der Verheißung warteten. Und er sagte dort, sie waren wie Kinder, die Erben von etwas, was sie erhalten, aber noch nicht haben. Sie waren wie Kinder, die eines Tages etwas ererben würden, aber es noch nicht empfangen hatten.
Und das Erstaunliche dann in Kapitel vier, Vers eins, ist, dass er sagt, das ist so ein bisschen so, wie wenn man ein Knecht ist. Du bist noch nicht frei, du bist noch unter einer Autorität. Und er beschreibt diese Autorität als vom Vater so eingesetzt, und deshalb bist du Subjekt der Verwalter, die der Vater eingesetzt hat. Eines Tages wird das Kind alles vom Vater ererben, aber es hat zur Zeit noch nicht die Freiheit, sich daran schon zu erfreuen. Er sagt, das ist genau die Situation, in der wir uns einst befunden haben. Und er beschreibt uns hier, und da spricht er wohl von Juden und Heiden. Er beschreibt uns hier als Kinder, die in der Knechtschaft waren. Und du würdest jetzt denken, dass er doch sagt: unter dem Gesetz. Aber das sagt er natürlich nicht, weil die Heiden ja nicht unter dem Gesetz waren. Und deswegen gebraucht er einen umfassenderen, weiteren Begriff. Und er schreibt hier also von den Mächten der Welt oder Prinzipien der Welt. Und die von euch, die Griechisch lernen, die wissen das Wort Stoicheia. Und es ist ein ganz schwer zu übersetzendes Wort.
Also, was meint er jetzt damit, wenn er sagt, dass Juden und Heiden, bevor sie Christen wurden, in der Gefangenschaft dieser Stoicheia waren? Und an dieser Stelle müssen wir jetzt die Bibel im Licht der Bibel betrachten. Nämlich ein grundsätzliches Prinzip von Bibelauslegern ist, dass biblische Worte eine typisch biblische Bedeutung auch haben. Deswegen gehen wir nicht zuerst zu einem Lexikon, sondern wir schauen im weiteren Umfeld der Bibel, wie dieses Wort im Rest der Bibel gebraucht wird. Und wir finden dann dieses gleiche Wort wieder in Kapitel vier, Vers acht, heute ist es Vers neun. Denn da heißt es ja in Vers neun: Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu? Und er beschreibt also hier die Stoicheia als schwach und dürftig. Und warum würdest du jemals zurückgehen wollen, um ein Knecht zu sein, zu so etwas?
Aber was meint Paulus jetzt hier mit diesen Aussagen? Und wenn du dieses Wort dann weiter im Neuen Testament suchst, kommst du zu Kolosser 2,8. Und dann lasst uns mal anschauen, wie er in dem Kontext von Kolosser 2,8 dieses Wort gebraucht. Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leere Täuschung, gegründet auf die Lehre vom Menschen und auf die Stoicheia der Welt und nicht auf Christus. Und Paulus zeigt uns hier also sehr deutlich, was das grundsätzliche Prinzip dieser Mächte der Welt sind: kraftvolle Ideen, mächtige Ideen, die zu uns kommen durch die menschlichen Philosophien. Das sind also die Normen in der Kultur, in der wir leben. I don't know if that's a good German word to use, but that's what we would say. All German words are good. Das ist ein gutes deutsches Wort, was auch im Englischen dafür gebraucht wird, nämlich der Zeitgeist. Das sind die grundsätzlichen Prinzipien der Welt, in der wir leben, der Kultur, in der wir leben. Professor F. F. Bruce, der britische Bibelausleger, gibt die Definition als the current climate of opinion. Er beschreibt das als das gegenwärtige Meinungsklima, das gegenwärtige Meinungsklima, so wie die Leute um uns herum eben alle denken.
Und dahin führt uns eben diese menschliche Philosophie. Und wir werden hineingedrängt in ein solches Denkmuster, wenn wir uns nicht intensiv darum bemühen, dem zu widerstehen. Aber was Paulus hier erklärt, ist, dass dies Prinzipien sind, die religiös in ihrer Natur sind. Das sind Prinzipien, die von ihrer Natur her religiös sind. Es gibt natürlich auch ganz viele Prinzipien in dieser Welt, die nicht religiöser Natur sind. Aber seine große Sorge ist, dass wir eben nicht diese menschlichen Prinzipien nehmen und sie irgendwie religiös werden lassen. Denn sie kommen hier von dieser Welt, und sie werden dann aber so vorgestellt, als wenn sie vom Himmel kämen. Die kommen also letztendlich von den Menschen, aber sie behaupten, dass sie Menschen zu Gott bringen. Now let's keep that in mind that's what he's talking about in verse three, und das sollten wir im Hinterkopf haben, wenn wir sehen, hier auf Vers drei schauen.
Also Menschen sind grundsätzlich immer gerne bereit, so religiösen Ideen zu folgen, die uns irgendwie zu Gott bringen, zumindest dann, wenn sie selber die Kontrolle über diese Ideen erlangt haben. Aber wenn diese Prinzipien letztendlich von dir verlangen, dass du dich dem Herrn Jesus Christus unterordnest, dann ist das zu revolutionär für viele religiöse Menschen. Also wie kommt jetzt Gott hinein in diese Stoicheia? Das bedeutet letztendlich so diese, das ABC von Dingen, so diese ganz fundamentalen Dinge von etwas. Also das ist letztendlich der ganz grundlegende Weg, wie wir denken als gefallene Menschen.
Und Vers vier bis sechs, das sind ganz herrliche Verse. Hier kommt jetzt Gott hinein, indem er zwei ganz wichtige Dinge tut. Vers 4: Gott sendet seinen Sohn. Vers 6: Gott sendet den Geist seines Sohnes. Und bei diesen beiden großen Handlungen Gottes, durch diese beiden Handlungen Gottes ist dann die Verheißung Abrahams erfüllt. Und so ist die Zeit eben in Fülle gekommen. All diese Jahrhunderte des Wartens kommen jetzt hier zu ihrem Ende, zu ihrer Erfüllung, als Jesus geboren wurde. Und er betont hier die wirkliche Menschlichkeit von Jesus, geboren durch eine Frau, und er beschreibt seinen jüdischen Hintergrund: Er ist unter dem Gesetz geboren worden. Aber er ist, wie wir in Vers fünf lesen, gekommen, um uns zu erlösen, die wir unter dem Gesetz waren, um den Preis zu bezahlen, damit sie befreit sein können. Du erlöst oder befreist einen Sklaven, indem du den Preis für ihn bezahlst, um ihn dann in die Freiheit zu entlassen. Und dieses Vokabular des Freiwerdens ist sehr stark im Galaterbrief. In Kapitel drei haben wir schon gesehen, wie Christus uns befreit hat, weil Paulus wirklich betonen will, wie ihr seid befreit worden von dieser Knechtschaft, nun um ein befreites Leben zu leben in Christus. Also die Befreiung, unter der Knechtschaft des Gesetzes zu sein, und dabei ist es erst einmal nebensächlich, ob das das Gesetz des Alten Testamentes ist oder das Gesetz der Kultur, in die ihr lebt. Christus ist gekommen, um uns von dieser Knechtschaft zu befreien und uns zu Söhnen zu machen.
Und von da ist dieses erste große Eingreifen Gottes in dem Erlösungswerk durch Christus. Aber vielleicht erinnert ihr euch auch, wie wir gesehen haben, wie die Rechtfertigung und Empfangen des Geistes Hand in Hand miteinander gehen. Und diese Verbindung sehen wir hier wieder auch in Vers sechs, dass Gott nämlich den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt hat. Und hier ist also der zweite große Bestandteil der Erfüllung dieses Versprechens. Es ist also nicht nur, dass er uns befreit hat aus der Vergangenheit durch die Gabe seines Sohnes, sondern er gibt uns auch für das Hier und Jetzt ein neues Leben durch das In-uns-Wohnen seines Geistes. Und es ist durch den Geist, dass wir uns nun an dieser neuen Gemeinschaft mit unserem Vater erfreuen. Es ist ein sehr intimes, familiäres Wort. Einige Ausleger behaupten, dass das Wort „Abba“ eben ein Wort ist, das ein Kind als allererstes lernt, das erste Wort. Wie so das kleine aramäische Baby sitzt in seinem Pram und seinen Vater sieht, wie so das kleine aramäische Baby sich so ein bisschen aufrichtet und seinen Vater sieht: Abba, Abba, Abba, Abba. Well, ja, perhaps, vielleicht war das so, but don't let's make this too childish, aber lasst uns das mal nicht zu kindisch machen. Worum es hier wirklich geht, ist vor allem, dass es eine ganz intime Beziehung ist, ein tiefes Vertrauensverhältnis, was dadurch zum Ausdruck kommt. Und das ist das, was der Heilige Geist in uns tut, dass er uns dieses Zutrauen, dieses Vertrauen in unseren himmlischen Vater gibt.
Er zeigt uns den großen Vorteil, ein christlicher Gläubiger zu sein. Und er sagt, alles, was dieses Halten von Gesetz und was diese Beschneidungsgruppe da hineinbringen will, das kann überhaupt nichts hinzufügen, denn das bringt dich letztendlich zurück zur Knechtschaft. Schau mal Vers sieben: Du bist nun nicht mehr Knecht, sondern Kind. Und hier kommt dann die Verbindung zustande: Wenn aber Kind, dann auch Erbe. Die ganze Erfüllung der Verheißung, die er bei Abraham schon versprochen hatte, die kommt jetzt hier zu uns.
Wir müssen hier also unterscheiden zwischen dem, was wir in der Gegenwart schon haben, und was noch nicht das unsere ist. Denn auf eine gewisse Weise empfangen wir jetzt noch nicht unser ganzes Erbe. Im Hier und Jetzt sind wir schon erlöst durch Christus, wir sind schon Kinder unseres himmlischen Vaters. Wir haben schon den Heiligen Geist empfangen, er lebt in uns. Aber er ist jetzt nur die Zusicherung des zukünftigen Erbes. Also in gewisser Weise sind wir immer noch auch Erben, die noch warten auf die Fülle, die wir empfangen werden. Es ist nur ein Beispiel, es ist wunderbar, hier so in dieser Gemeinschaft zusammen zu sein in diesen Tagen, aber ich kann euch sagen, im Himmel wird es noch mal viel besser sein als das hier. Und dieses sich daran erfreuen zu können, an der kompletten Erfüllung, darauf warten wir jetzt. Und wenn wir wirklich darauf vertrauen, dass das eines Tages kommen wird, dann werden wir in der heutigen Zeit schon mit dieser Erwartung leben.
Deswegen müssen wir immer klar unterscheiden zwischen den Dingen, die jetzt schon die unseren sind, und die noch nicht die unseren sind. Ihr seht das Wohlstandsevangelium, was viele Gemeinden überall in Afrika vor allem zerstört, das Wohlstandsevangelium behauptet nämlich, dass du das, was eigentlich jetzt noch nicht ist, hier schon haben kannst, wenn du nur doll genug daran glaubst. Und so wird dir unterstellt, dass du jetzt schon reich und gesund und einfach alles haben kannst, was der Himmel für dich hat, schon hier und jetzt, wenn du es nur doll genug glaubst und natürlich dann auch noch große Spenden gibst einem Prediger, der dir das entspricht. Das sind nämlich dann die, die wirklich Wohlstand haben im Wohlstandsevangelium, das sind die Prediger. Die Menschen, denen sie das predigen, die sind nämlich nicht wohl, die haben keinen Wohlstand.
So ist es nämlich, wenn du das, was jetzt einfach noch nicht das Unsere ist, versuchst, in das Hier und Jetzt zu bringen. Dann veränderst du auf illegitime Weise das, was Gott hier schon offenbart hat. Deswegen ist es die Aufgabe des Bibelauslegers, die Wahrheit zu lehren, und zwar die ganze Wahrheit und nichts außer der Wahrheit. Das allererste Diagramm, das wir jemals bei Proclamation Trust in unseren Seminaren gebraucht haben, ist dieses, und dieses Diagramm illustriert eine bestimmte Aussage: Bleib auf der Linie. Die Linie, das ist die Bibel, was die Bibel sagt, die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts außer der Wahrheit. Es ist sehr anstrengend, sich von dieser Linie zu entfernen. Und ich möchte euch das aus meinem eigenen Leben mal illustrieren.
Als ich in der Schule war, da gab es Religionsunterricht. Da hat man uns beigebracht, dass natürlich die Wunder von Jesus nicht wirklich geschehen sind. Als die 5.000 zum Beispiel genährt wurden, da war das kein Wunder der Multiplikation der Speisen. Der kleine Junge hat einfach sein Essen da rausgeholt, sein Brot und die Fische, und das hat dann den Leuten so einen tiefen Eindruck vermittelt über ihre eigene Selbstsucht, so dass sie dann eben auch ihr Essen rausgeholt haben und es miteinander geteilt haben. Und wenn es dann da wirklich ein Wunder gegeben hat, na ja, dann war es das Wunder, dass die Leute jetzt einmal bereit wurden, miteinander zu teilen.
Aber das ist unterhalb dieser Linie, weil es weniger lehrt, als die Bibel wirklich sagt. Es zerstört oder verändert die Botschaft, weil es wirklich die Wahrheit verneint. Und im zwanzigsten Jahrhundert hat es in Westeuropa wirklich dazu geführt, dass die Kirchen immer leerer wurden. Das ist der Grund, warum wir heute da sind, wo wir sind, aufgrund dieser negativen Lehre, die einfach unterhalb der Lehren des Evangeliums war. Aber das war genau das, was mir als Kind beigebracht wurde. Aber warum würdest du an einen Jesus glauben, der nichts Besonderes tun kann? Er ist natürlich nicht auf Wasser gelaufen, das kann doch keiner auf Wasser laufen. Er ist einfach so auf so einer Sandbank gelaufen, wo man so ganz unter der Wasseroberfläche, wo man drauf laufen konnte. Und er ist einfach so auf diesem Schlamm unter der Wasseroberfläche gelaufen, und diese blöden Leute haben alle gedacht, der läuft tatsächlich auf dem Wasser. Aber das ist wiederum unterhalb der Linie.
Und als evangelikalen Christen können wir das auf weite Distanz sofort erkennen, wenn das geschieht, weil wir genau wissen, das ist das, was der Liberalismus tut und was er auch schon getan hat. Und es ist richtig, dass wir dagegen kämpfen. Also das ist negativ, es ist unterhalb der Linie. Worin wir aber nicht ganz so gut sind, ist zu erkennen, wenn es oberhalb der Linie ist. Also ging ich dann von der Schule zur Uni. Und da habe ich ein paar Christen getroffen, die haben gesagt, wir haben den Weg entdeckt, wie wir perfekt werden können. Wir haben eine ganz besondere Erfahrung gemacht, die du auch machen kannst, die uns erhebt über Versuchung und Sünde. Du wirst dann auf einem ganz hohen Level sein als Christ. Was ist das für eine Erfahrung? Einfach in Christus zu ruhen. Du musst nicht kämpfen oder beten oder kämpfen. Das ist einfach so ein bisschen im Jacuzzi sitzen, zurücklehnen im Wasser. Und der Herr macht dann alles. Da war ich natürlich, da ist man ja sofort gleich in der ersten Reihe und sagt: Da bin ich für. Das hätte ich auch ganz gerne.
Aber natürlich ist das oberhalb der Linie. Es sagt dir etwas, was die Bibel eben nicht sagt. Es versucht das, was noch nicht der Fall ist, in das Hier und Jetzt zu bringen. Also bekam ich ein kleines Kärtchen, das sagte: nicht kämpfen, nur nasseln. Sondern mach es dir bequem, und dann wirst du ein Superchrist. Und innerhalb von drei Monaten ist dann die ganze Gruppe auseinandergefallen, weil sie alle nicht miteinander einer Meinung sein konnten. Und das lehrt dich dann als junger Christ, dass du eben auf der Linie bleiben musst, nicht zur Bibel hinzuzufügen, nicht zu versprechen, was die Bibel nicht verspricht, aber eben auch nicht unter die Linie zu gehen und weniger zu sagen, als die Bibel uns sagt. Deswegen ist es die Wahrheit, die ganze Wahrheit, aber nichts außer der Wahrheit.
Und wir sehen jetzt, wie Paulus sagt: Wenn wir auf der Linie bleiben, jetzt lasst uns erkennen, was Gott uns zu sagen hat. Und in Vers acht heißt es eben hier, ihr wart versklavt zu den Dingen, die nicht von Gott sind. Denn es ist ja letztendlich so, dass die Dinge, die wir anbeten, uns zu deren Knecht machen. Und als Christen haben wir wahrscheinlich gelernt, hoffentlich gelernt, dass die Götzen in unseren Herzen uns letztendlich versklaven. Aber er sagt in Vers neun, aber in dieser Situation seid ihr ja heute nicht mehr. Denn er sagt ja jetzt hier: Ihr kennt ja jetzt Gott, oder noch genauer genommen: Ihr seid von Gott erkannt worden, denn er hat die Initiative ergriffen. Also wenn Gott wirklich in dein Leben hineingekommen ist, so dass du ein Gläubiger bist, wenn er dich erlöst hat und dir seinen Geist gegeben hat, warum würdest du dann zu diesen Dingen zurückkehren? Die sind schwach in diesen dürftigen Prinzipien zurückkehren. Die sind schwach, weil sie keine Kraft haben, dich zu retten. Und die sind wertlos, dürftig, weil sie dir nichts zu geben haben. Denn das Gesetz und auch diese Beschneidungsgruppe, die können dir nichts geben, und sie können dich auch nicht erlösen. Er rettet uns durch den Sohn seines Sohnes. Und Gott gibt seinem Volk seinen Geist, damit sie darin leben können.
Aber seht ihr, wie verzweifelt diese Darstellung ist? Er sagt, diese Lehre, die sie aus der Gemeinde in Jerusalem gebracht haben, gehört tatsächlich an die Stoicheia. Die gehört nämlich eigentlich zu dieser Stoicheia. Das gehört zu den Prinzipien dieser Welt und eben nicht zur Offenbarung von Gott. Und wenn du also zu diesen Dingen zurückgehst, zu diesen besonderen Tagen, Monaten und Zeiten, zu diesen Festen, dann gehst du zurück zu etwas, was komplett leer und wertlos ist. Besondere Tage hier in Vers zehn, das könnte zum Beispiel der Sabbat sein, und der Monat, das ist wahrscheinlich das Neumondfest, und die Zeiten, das sind also wahrscheinlich die besonderen Festzeiten, das Laubhüttenfest und Ähnliches. Und Jahre, das bezieht sich eventuell dann auf das Jubeljahr.
But you see they are all passed now, because they belong to this side of the big divide. Das ist alles Vergangenheit, weil es auf der anderen Seite dieser großen Trennlinie steht. Sie gehören also zu dieser vormaligen Erfahrung und nicht zu dieser jetzigen. Und was er ihnen jetzt sagt, ist: Ihr kehrt zurück zu etwas Vormaligem und macht damit das Kreuz von Jesus unnötig. Ihr sagt letztendlich das, was er in Kapitel zwei, Vers einundzwanzig sagt, dass Christus vergeblich gestorben wäre. Und deshalb fürchtet er, dass er vielleicht seine Zeit an ihnen verschwendet hat.
Und in den Versen zwölf bis zwanzig, da wird es jetzt sehr persönlich. Lass uns noch mal Vers zwölf lesen: Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder. Was er damit meint ist: Ich wurde wie ein Heide, um den Heiden das Evangelium zu bringen, und die Segnung des Evangeliums zu den Heiden ist die Freiheit in Christus. Also erfreue dich an deinen Freiheiten als ein heidnischer Christ. Und geht doch nicht zurück zu dieser alten Knechtschaft des jüdischen Gesetzes. Und dann erinnert sie an die Erfahrung, die sie ja mit ihm gemacht haben, als er das erste Mal kam. Warum habt ihr euch verändert? Weil ihr vergessen habt die Segnung, die ihr zuerst gehört habt. Als ich kam, hat er gesagt, da sei jeder Grund, warum du mich nicht zuhören oder mich willkommen hättest. Also als ich das erste Mal kam, da hätte es jede Menge Gründe gegeben, warum ihr mir vielleicht nicht zugehört hättet oder mich nicht willkommen geheißen hättet.
Aber er hat gesagt, du hättest mir nicht eine wärmere Willkommen, wenn ich Jesus selbst gewesen wäre. In der Tat, ihr habt mich ganz herzlich aufgenommen. Es hätte nicht herzlicher sein können, selbst wenn Jesus selber gekommen wäre. Also die große Frage, die sich dann hier stellt, ist das, was er in Vers fünfzehn sagt: Was ist daraus geworden? Und ihr erinnert euch vielleicht noch an unsere allererste Einheit, als wir über den Gesamtbrief nachgedacht haben, da haben wir diesen Vers kurz bedacht. Also wenn vielleicht ein Teil seiner physischen Schwachheit seine schlechte Sicht war, dann erklärt das Vers fünfzehn sehr gut, dass sie nämlich sogar bereit gewesen wären, ihre Augen auszureißen, wenn es denn möglich wäre. Es wäre eine seltsame Formulierung, wenn er nicht vielleicht irgendein Problem mit seinen Augen gehabt hätte. Und ich denke, was er letztendlich sagen will, ist: Ihr hättet alles für mich getan, um mir einfach zu helfen, dass es mir etwas besser geht. Und jetzt bin ich euer Feind geworden? Und wie? Einfach nur, weil ich euch die Wahrheit gesagt habe.
Das ist eine sehr von Herzen kommende persönliche Ansprache an sich. Und er beantwortet dann seine Frage darüber, was ist denn eigentlich passiert? Indem er in Vers siebzehn dann von diesen anderen spricht. Denn was passiert ist, dass diese anderen Leute in eure Gemeinde gekommen sind, und ihr habt ihnen zugehört, anstatt auf Gott zu hören. Und ihr habt angefangen, das Evangelium zu vergessen und euch mehr zu binden an ihre Lehren. Aber worum geht es jetzt diesen Leuten? Sie sind sehr bedacht darauf, euch zu gewinnen, aber nicht zu einem guten Zweck. Also worum es ihnen vor allem geht, ist, dass du in ihre Gruppe mit hineinkommst. Und sie wissen, um damit erfolgreich zu sein, müssen sie euch entfremden von Paulus und dem apostolischen Evangelium. Und das ist das, was wir in Vers siebzehn sehen. Aber siehst du, wenn du getrennt bist vom Evangelium und den Aposteln, dann bist du letztendlich von Gott selbst getrennt, denn es ist nur das apostolische Evangelium, das dich hineinbringen kann in die Erfüllung der Zusagen Gottes.
Also ist nichts falsch daran, intensiv nach etwas zu streben, solange das die richtigen Dinge sind. Also wenn das Ziel gut ist, ja, dann lasst uns anstrengen so sehr wir können. Aber deren Ziel ist nicht gut. Die wollen dich gefangen nehmen in ihrer Gruppe und schließen dich aus Paulus und dem Evangelium aus. Und das ist der Grund, warum sie in Vers achtzehn und Vers zwanzig zweimal die Begrifflichkeit gebraucht haben: Als ich bei euch war. I am not sure where you are. Sorry, verse eighteen. When I was with you, it was for the good purpose of the Gospel, that we were working together. Okay, my translation doesn't work here. Sorry. Als ich mit euch war, da war es zum guten Zweck des Evangeliums. Aha. Und er erklärt dann noch mal, ich wäre jetzt gerne wieder bei euch, damit wir wieder da anknüpfen können, wo wir einst waren. Es war alles gut, als er bei ihnen war in ihren Gemeinden. Und wenn er jetzt noch mal da sein könnte, dann könnte er vielleicht auch wieder eine gewisse Normalität hineinbringen.
Aber schau in Vers neunzehn: Es ist fast ein bisschen so, als wenn du noch mal neu geboren werden möchtest. Und Vers neunzehn sagt vielleicht sogar so ein bisschen: Bist du wirklich schon neu geboren worden? Müssen wir durch diesen Prozess noch einmal durchgehen? Denn Christus nimmt in euch keine Form an, ihr lauft ja von ihm weg. Du gehst zurück in die Knechtschaft. Also ganz offensichtlich muss er sie so ein bisschen durchschütteln und dazu bringen, dass sie nachdenken. Er möchte, dass sie letztendlich sagen: Doch, doch, natürlich sind wir Gläubige in Jesus Christus. Und so sagt er ihnen: Wenn das so ist, dann gibt es auch nur einen Weg, wie du leben kannst. Und das ist eben nicht der Weg, den euch hier diese Lehre aus Jerusalem zeigt.
Also von daher haben wir hier diese ganz persönliche Ansprache. Hier sehen wir das Herz eines Pastors, denn der Pastor liebt und kümmert sich um seine Leute. Paulus sagt nämlich nicht: Ja, ihr trefft halt die falschen Entscheidungen, na ja, euer Problem, schade, also macht's gut. Nein, er ringt um sie, er möchte sie warnen vor den Konsequenzen ihrer falschen Entscheidungen. Und, liebe Brüder und Schwestern, wenn wir im pastoralen Dienst erfolgreich sein wollen, dann müssen wir ein solches Herz haben.
Vor einigen Jahren habe ich einen jungen Mann für einen Cornhill-Kurs interviewt, und ich habe das Privileg, hunderte solcher Leute über die Jahre zu interviewen. Aber ich erinnere mich an diesen einen Mann besonders, weil als ich ihn fragte: Warum willst du diesen Kurs machen? Da sagt er: Ich möchte die Bibel mehr predigen als immer, ich möchte die Bibel predigen, das möchte ich mehr als irgendetwas anderes. Ich liebe es, die Bibel zu studieren, ich möchte meine Zeit zu studieren, ich möchte meine ganze Zeit darauf verwenden. Und ich möchte dann jemand sein, der die Bibel lehrt, der Gemeinde. Mein Kollege, der dieses Interview mit mir gemeinsam führte, der fragte dann: Und liebst du auch die Leute, denen du das dann lehrst? Das war ein ganz neuer Gedanke für ihn. Er liebte also das Lehren. Liebst du die Leute? Das ist nämlich das Herz des Paulus, das wir hier sehen, er liebt diese Menschen. Also wenn du ein Diener am Evangelium sein willst, dann musst du die Menschen lieben. Ja, sie werden dich immer mal wieder frustrieren und manchmal sogar zur Weißglut treiben. Aber die Berufung zur pastoralen Arbeit ist, die Menschen so zu lieben, wie Gott uns geliebt hat. Und das ist, warum wir uns sehr darum bemühen, sauber am Text zu arbeiten, sorgfältig am Text zu arbeiten und den Text auch hart daran zu arbeiten, den Text gut anzuwenden, denn wir möchten der Kanal sein, durch den die Offenbarung Gottes jetzt zu den Menschen kommt, die wir lieben.
Und somit kommen wir jetzt zum letzten Abschnitt dieses Kapitels. Und ich denke, Paulus ist brillant, hier ist eine Meisterstärke in seinem Argument. Tolle Art und Weise, wie er das jetzt weiterbringt, sein Argument. Und er greift jetzt die Dinge auf, die er in seiner persönlichen Ansprache vorgebracht hat. Und er spricht jetzt genau die an, die beeinflusst sind durch diese Unruhestifter und die zurückgehen wollen zum Gesetz. Und er sieht hier diese direkte Ansprache: Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr gut genug zu, was das Gesetz wirklich sagt, das heißt, was das Gesetz von dir verlangt und was das Alte Testament dich lehrt. Und dann kommt nämlich hier diese ganz, ganz großartige Aussage: Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte. Möchtest du ein Sohn Abrahams sein? Was für ein Sohn willst du dann sein? Er geht jetzt also in ihr Territorium mit ihren Argumenten. Denn das ist ja genau das, was diese jüdischen Christen tun, die sagen, ihr könnt ein Kind Abrahams sein, obwohl du eigentlich Heide bist. Und Paulus sagt: Okay, du willst ja so ein Kind Abrahams sein, aber Abraham hatte zwei Kinder.
Er sagt, eins war das natürliche Kind, und das zweite Kind, das ist aufgrund einer göttlichen Verheißung geboren worden. Einer war ein Knecht, der andere war frei. Also was wirst du sein? Was für ein Sohn wirst du sein, was wird sich zeigen in deinem Leben? In Vers 24 bis 27 da gebraucht er jetzt eine historische Illustration. Er greift jetzt nämlich auf die Geschichte von den beiden Söhnen Abrahams zurück und er zieht ein paar Parallelen. Er sagt, diese Dinge kann man auch bildhaft nehmen. Und er sagt damit nicht, genau so muss man das Alte Testament auslegen. Er sagt damit nicht, dass im Alten Testament die Geschichten alle Allegorien sind, die versteckte Aussagen haben, die wir jetzt irgendwie herausfinden müssen. Er sagt vielmehr, lasst uns mal die alttestamentliche Geschichte anschauen und sehen, was sie uns durch ihre Parallelen beibringen kann.
Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich einmal mit dem australischen Prediger Philip Jensen bei einer Konferenz war und wir diese Passage angeschaut haben. Und da hat jemand gefragt: Ja, warum kann Paulus jetzt hier so einen allegorischen Ansatz wählen und wir sollten das nicht tun? Und Philip Jensen hat gesagt: Weil er ein Apostel war und du bist keiner. Und da ist Wahrheit in dieser Aussage. Dies ist also keine allgemein gültige Methode der Auslegung. Es ist eine biblische Illustration. Und er zieht also hier Parallelen zwischen diesen beiden Kindern. Die hatten unterschiedliche Mütter, und er sagt dann in Vers 24, diese beiden Frauen repräsentieren zwei unterschiedliche Bundesschlüsse, nämlich den alten und den neuen Bund. Und dann schaut mal, wo kommt der alte Bund her? Vom Berg Sinai. Das ist nämlich der Ort, wo das Gesetz gegeben wurde. Und was es dann produziert, das sind die Kinder, in denen am Anfang des Kapitels die Rede von war, das sind die Kinder, die noch Knechte sind und noch warten auf die Erfüllung der Verheißung. Und das ist das, wofür die Hagar hier steht. Sie steht letztendlich für den Berg Sinai in Arabien.
Aber dann schaut euch mal diesen Vers 26 an. All this is about slavery and law. Und er sagt, hier geht es ja um Gesetz und Knechtschaft, und das ist letztendlich eine Parallele zu der gegenwärtigen Situation. Na, und da geht die Temperatur hoch. Und wenn da jetzt jüdische Lehrer sitzen, die wären zornig über das. Er sagt nämlich letztendlich, die Juden, das sind die Araber. Und das ist nämlich das, was er sagt: Das ist Berg Sinai, das ist Arabien, und das ist das, was ihr in Jerusalem seid. Weil er nämlich letztendlich sagt, sowohl die Araber wie auch die Juden außerhalb von Jesus sind getrennt von Jesus. Und da sind wir letztendlich nämlich alle. Und von daher versteht er, dass die gegenwärtige Stadt Jerusalem nichts anderes ist als eine Stadt in Knechtschaft. Denn wenn in Jerusalem das befreiende Werk von Christus abgelehnt wird, dann ist es egal, wie toll die Gesetz halten, sie sind immer noch Knechte. Aber es gibt ein freies Jerusalem, und das ist das Jerusalem, das von oben kommt, das ist das himmlische Jerusalem. Und unsere Mutter, wenn wir Christen sind, das ist dieses himmlische Reich.
Also Sarah, die Mutter des Freien, die repräsentiert letztendlich das Evangelium, das die Kinder befreit in diese ewige Stadt, in ihr ewiges Reich. Und ganz interessant ist, dass er dann Jesaja 54 zitiert, wo es um die Frau geht, die unfruchtbar ist und viele Kinder gebiert. Hier geht es um die Ausdehnung der Familie Gottes. Und die Unfruchtbare hat deshalb dann mehr Kinder als die verheiratete andere Mutter. Jesaja 54, Vers eins, wo sich dieses Zitat findet, kommt direkt nach Jesaja 53. Und ihr wisst, worum es in Jesaja 53 geht, oder? Da geht es ja um den, der unsere Sünden und Übertretungen auf sich genommen hat, dass der Herr auf ihn all unsere Schuld gelegt hat. Und so wie Kapitel 53 dann eben vom Kreuz spricht und von dem Tod, der Auferstehung von Jesus Christus, dann heißt es eben gleich zu Beginn von Kapitel 54, dass sich diese ganze Gemeinschaft von Gottes Volk ausdehnen wird.
Also basierend auf dem Werk dieses Gottesknechts aus Kapitel 53 wird eben die Familie Gottes viel, viel größer. Also wiederum gebraucht er ein alttestamentliches Zitat, um zu den Menschen zu sprechen, die so begeistert sind von Jerusalem. Und er sagt: Schaut, die Erfüllung all dieser tollen Prophetien, das ist doch das, was jetzt hier geschieht in der heidnischen christlichen Gemeinde. Und so seid ihr dann die Söhne der freien Frau. Und so bist du wie Isaak dann ein Sohn der Verheißung. Das verknechtete Kind, das geknechtete Kind wurde auf ganz natürliche Art und Weise geboren, weil Abraham es schwierig fand, Gottes Verheißung zu vertrauen. Und so hat er dann eben mit seiner Magd ein Kind. Aber Isaak wurde der Sarah geboren, die eigentlich in einem Alter war, wo man keine Kinder mehr haben konnte, ganz unmittelbar in der Erfüllung dieser Verheißung von Gott. Was ist dann also seine Schlussfolgerung? Ist, dass wir wie Isaak, Vers 28, die Kinder der Verheißung sind.
Aber wie werden jetzt diese beiden Kinder miteinander leben? Und der nächste Vers sagt uns, dass es Verfolgung ist. Dass nämlich der Sohn nach dem Fleisch den verfolgt, der durch den Geist gezeugt ist. Und ihr wisst, wie in dem Bericht im ersten Mose der Isaak verspottet wird durch Ismael. Und das Wichtige dann hier in Vers 29 ist: Es ist genauso auch heute noch die Verfolgung der wahren Kirche durch die, die alles verdrehen. Und das kleine Zitat, ich denke, ist geschrieben für uns, es ist das Gleiche jetzt. Und ich denke, dieses kleine Zitat, das ist auch für uns geschrieben, weil es genauso auch heute ist, das ist direkt anwendbar auch auf unsere Zeit heute. Wo immer das Evangelium klar gelehrt und geglaubt wird, da wird die formale Religion das Evangelium verfolgen. Und das war immer schon so, dieses Muster. Und so sagt er, seid nicht überrascht davon, dass ihr durch diese jüdischen Lehrer unter Druck gesetzt werdet. Manchmal mag es so sein, dass sie euch erst mal bedrohen, und sie scheinen so wichtig und so mächtig zu sein.
Aber wie reagierst du nun auf diese Verfolgung durch diesen illegitimen Sohn? So spricht es in der Schrift: Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. Er muss das jetzt gar nicht mehr weiter anwenden, weil das eigentlich schon ganz klar ist, was er meint. Er sagt: Verstoßt diese falsche Lehre! Tretet euch, wendet euch davon ab! Denn so sagt er dann in Vers einunddreißig: Wir sind ja nun nicht Kinder der Magd, sondern der Freien. Und das ist wirklich die Zusammenfassung von Kapitel drei und vier. Nicht dahin hat uns ja das Evangelium gebracht, das ist doch das, woran wir uns als Evangeliumsmenschen erfreuen. Und deswegen sollte hier keine Kapiteleinteilung folgen bei Kapitel fünf, Vers eins. Denn da sagt er dann: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. In gewisser Weise ist es seltsam, was er da sagt, weil es ja klar ist: Wenn er uns befreit hat, dann damit wir frei sind. Aber er sagt das genau, damit er ihnen zeigen kann, wie dumm eigentlich das ist, was sie da tun.
Die Gefängnistüren sind geöffnet. Der Aufpasser sagt: Ihr seid frei, ihr könnt gehen. Und du schaust den anderen so an: Aber ja, herzlichen Dank für diese großartige Möglichkeit, aber ich finde sie eigentlich ganz nett, sie bleibt noch ein bisschen verrückt. Und das ist Vers eins in Kapitel fünf. Christus hat uns freigesetzt, und bleibt darin feststehen und lass dir nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auferlegen. Denn wenn du zurückgehst zu diesem, noch an Jesus etwas hinzuzufügen, all diese anderen Dinge, die dich irgendwie noch einen besseren Christen machen sollen, alles was dich von so einem normalen Christen zu einem super tollen Christen machen sollte, das sind alles nur Fesseln, das ist alles Sklaverei. Und zwar knechte dich gegenüber der Lehre und dem ganzen System, aber du bist befreit. Und so gebrauche doch lieber deine Freiheit, um Christus dadurch zu verherrlichen, wie er uns in Kapitel fünf erklärt. Das ist ein wunderbarer Höhepunkt am Abschluss seiner theologischen Argumentation hier.
Also nochmal: Kapitel eins und zwei Biografie und ein bisschen historischer Hintergrund, und Kapitel drei und vier sind dann die theologische Lehre und die Anwendung oder die Bedeutung davon, und Kapitel fünf und sechs zeigt uns dann, wie wir vor diesem Hintergrund leben sollten, nämlich genau das Leben, zu dem uns Gott befreit hat. Hiermit wollen wir jetzt hier erst einmal aufhören, und ich möchte sehen, es gibt Fragen von eurer Seite. Stefan hier vorne, einen kleinen Moment. Vielleicht eine kleine praktische Frage, auch wenn sie vielleicht schwer zu beantworten ist: Ab wann wird jetzt jemand ein falscher Lehrer, oder was ist einfach ein lehrmäßiger Unterschied, den es ja in jeder Gemeinde irgendwo gibt, und ab wann muss man dann sozusagen wirklich wie in Gaddafi jetzt sozusagen offen dagegen vorgehen? When does something become false teaching that you need to oppose publicly like Paul is doing it here and where might it just be a different understanding as you might have it in many churches in many towns so so how do you make this distinction how do you find it yeah as you say not an easy question wie du schon richtigerweise sagst das ist keine einfache Frage I would approach it through is the gospel being undermined durch die Lehre, die da verbreitet wird? Denn es ist ja das Evangelium, das die Gemeinde kreiert und uns vereinigt. Wenn er den Petrus anspricht, dann tut er das, weil Petrus nicht den Weg des Evangeliums geht. Das heißt, wenn du in falscher Lehre siehst, dass es wirklich ein Angriff ist auf das Evangelium selbst, dann sollten wir öffentlich dagegen anlehren.
Aber ich würde immer zuerst mit der entsprechenden Person reden wollen. Du siehst, wie Jesus in Matthäus 18 ja das Prinzip lehrt, dass wir zuerst zu dem Bruder persönlich gehen sollten. Und dass wir uns erst einmal darum bemühen sollten, sein Denken und sein Verhalten zu verstehen und es dann zu korrigieren. But it's only when there's a refusal to listen and to change that we have to tell it to the church. Und erst wenn da keine Bereitschaft ist, sich zu verändern, dass wir es dann auch vor die Gemeinde bringen. So I would hope that where there are big differences we could at least meet. Also meine Hoffnung wäre, dass da, wo wir mit sowas zu tun haben, wir erstmal mit der Person persönlich reden können und verstehen können, was da los ist.
Es ist gerade ein Buch erschienen in Großbritannien, in dem sehr kritisch mit Proclamation Trust umgegangen wird. Das wirklich Traurige ist, dass der, der das Buch geschrieben hat, nie mit uns gesprochen hat. Er missrepräsentiert das, was wir tun, ich weiß nicht, ob er das mit Absicht tut oder einfach, weil er es nicht verstanden hat. Aber es wäre hier nicht schwer für ihn gewesen, einfach mal zu uns zu kommen und mit uns zu reden. Und ich denke, das ist das, was wir tun sollten, wenn wir Leute treffen, von denen wir wirklich denken, dass sie falsch liegen. Aber wenn da kein Rapport ist, dann müssen wir das Evangelium gegen den falschen Lehrer verteidigen. Dann sollten wir dagegen anlehren, wenn das Evangelium in Gefahr ist.
Zurück zur Frage zur Allegorie im Alten Testament. Wie können wir uns schützen vor einem solchen Ansatz? Ich werde ein bisschen mehr Zeit dafür jetzt nehmen, weil ich glaube, das ist eine ganz wichtige Frage. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Typologie und Allegorie. Typologie ist eine apostolische Weise, Old Testament truth zu verstehen. Typologie ist ein apostolischer Weg, wie wir alttestamentliche Wahrheiten verstehen. Aber was Paulus hier tut, ergibt uns kein typologisches Verständnis des ersten Buchs Mose, sondern er gibt uns hier eine Illustration von Genesis, die er in allegorischer Weise entwickelt. Also was die Typologie ist, die schaut auf den Text und sie nimmt Dinge aus dem Text aus der Sicht des Neuen Testaments. Und das tut Paulus hier erst einmal auch, indem er sagt, er schaut auf den Text und sagt: Okay, lasst uns mal betrachten, in welchem Zusammenhang das steht mit unserer neutestamentlichen Situation. Aber eine Allegorie beginnt mit uns in unserer Situation und zieht das zurück in das Neue Testament. Aber eine Allegorie tut eigentlich genau das Gegenteil, sie kommt von unserer jetzigen Situation und transferiert sie zurück ins Alte Testament. Es ist also eine unterschiedliche Richtung. New testament christianity a tradition of allegorical interpretation und es gibt natürlich wie ihr vielleicht wisst in einer Textauslegung im neuen testament auch leute die genau allegorisch vorgehen.
Das soll ihr werden. Ihr wisst vielleicht, dass in den ersten zwei, drei Jahrhunderten in der Kirchengeschichte es zwei unterschiedliche Schulen gab in der Auslegung der Schrift: die Antioch-Schule, die die Grammatik-Historik-Methode, Antioch, die das, was wir heute vielleicht die historisch-grammatikalische Methode gebrauchten, und dann die Schule in Alexandria, die eher einen allegorischen Ansatz lehrte. Und der Kirchenvater Augustinus, der kam aus Nordafrika und er war stark beeinflusst durch die Schulen in Alexandria. Das heißt, immer wenn er narrative Texte auslegt, dann schaut er nach Allegorien. So zum Beispiel seine sehr bekannte Auslegung des Berichts zum guten Samariter. Der Mann, der den Räubern da zum Opfer gefallen ist, das ist die Menschheit. Und die Räuber, das sind der Teufel und seine Arbeit, und dieser Räuber, der Teufel und sein Werk, lässt die Menschheit letztendlich da halb tot liegen, und der Priester und der Levit können das Problem nicht lösen, die Religion kann das Problem nicht lösen, Jesus ist der gute Samariter, er bringt dich dann nämlich zur Gemeinde, das ist der Ort, wo der Geschundene dann hingebracht wird, und der Innkeeper, also der Wirt, das ist der Pastor, und Jesus gibt also dem Pastor dann zwei Münzen, das ist natürlich die Taufe und das Heilige Abendmahl, und er sagt: Ich komme auch mal wieder, und dann wirst du deinen Lohn kriegen, wenn ich wiederkomme. Sehr interessant. Aber ist das wirklich der Grund, warum Jesus die Geschichte erzählt hat und warum Lukas sie ins Evangelium niedergeschrieben hat? Nichts in dieser allegorischen Auslegung ist letztendlich dann ganz falsch, aber ich glaube einfach, dass das nicht der Grund ist, warum dieser Bericht in dem Text steht. Wenn du den Text in seinem Kontext auslegst, dann wirst du sehen, was er wirklich lehrt.
Also ich glaube, das Problem mit Allegorien ist, dass du einfach Dinge in den Bibeltext hineinliest. Und dann sagen die Leute: Boah, ist das nicht faszinierend, was er da jetzt rausgeholt hat. Aber was die Leute eigentlich sagen sollen, ist: Ist es nicht erstaunlich, was er da hineingeschmuggelt hat? Und deswegen würde ich sagen, lasst uns den Text auslegen, um zu verstehen, was der Text uns wirklich sagen will, so wie er uns gegeben wurde. Also wenn ihr dazu was Gutes lesen wollt, es gibt ein gutes Kapitel auf Englisch von John Goldingay. Ja, und das Buch gibt es halt nur auf Englisch, deswegen heißt es „Approaches to Old Testament Interpretation“. Ich muss das ja nicht übersetzen, weil es gibt es nicht so noch auf Englisch das Buch, aber wenn ihr das jetzt nicht versteht, könnt ihr das Buch auch nicht lesen, also hört einfach zu. Graham Goldsworthy, who writes a bit Gold, not Goldsworthy, Goldingay, Graham Goldsworthy, yeah, doesn't he have something? He may do, I'm not sure, Mike might know that, does he? Yeah, where? All the way through, yeah. Aber gibt es leider auch nicht auf Deutsch, also auf Deutsch gibt es dazu tatsächlich noch relativ wenig. Ein bisschen was findet sich in dem Michael-Lawrence-Buch, was ich vorhin verteilt habe. Da ist ein kurzer Einstieg zu Typologie und Allegorie. Wer sagt, ich habe wirklich ein großes Interesse daran, der kann nachher auf mich zukommen, vielleicht habe ich noch ein, zwei Bücher davon. Aber das gibt es auch nicht auf Deutsch. Also auf Deutsch gibt es noch ein Buch, das habe ich jemandem gelesen, ich weiß nicht, ob er das gelesen hat, Jim Anderson, auch Christus im Alten Testament oder sowas, im Lichtzeichen Verlag, also kommt eigentlich aus einer armenianischen Ecke, ist aber eher egal. Also das ist ein sehr einfacher Ansatz dazu. Klaus?
I'm very content with what you said about this georgical interpretation, but one has to mention that in Verse 24 in this Text, in Galatians Verse 24, the expression „alegumeno“ is used, but one should perhaps say that it's not in a technical sense used by Paul. Aber in der griechischen Wörter und in der ESV Übersetzung ist es auch so, dass es vielleicht allegorisch interpretiert wird, dass es so übersetzt wird, weil es die griechische Wörter nicht in der technischen Hinsicht verwendet ist.
Du sagst doch einmal auf Deutsch Wumstigen, Klaus, dann ist das vielleicht noch mal klarer für alle. Also in Vers 24 steht im Griechischen das Wort für Allegorie, ein griechisches Verb in der prinzipiellen Form, und das heißt also, man muss dann natürlich überlegen, wie hat Paulus dieses Wort hier verwendet, und ich meinte, dass es nicht in diesem technischen Sinn, wie es gerade erklärt worden ist, verwendet wird hier, sondern dass es eben im Sinne auch von Typologie übersetzt werden kann. Also nicht, wie wir von Allegorie oder allegorischer Bibelauslegung sprechen, ist hier davon die Rede, obwohl dieses Wort hier verwendet wird.
so i think in that sense the problem with the english translation is that we've gone from that to allegory and then we've imported all the ideas of allegory into verse 24 and i think what you're warning us against is that which i agree with i agree with your warning einfach nur nochmal in der hoffnung dass es dann für alle verständlich wird worum es geht. Das Problem, das wir hier vielleicht ein bisschen haben, dass hier das griechische Wort gebraucht wird, was man Allegorie übersetzen kann, was aber nicht als technischer Begriff gebraucht wird, wie wir oft das Verständnis Allegorie gebrauchen. Das heißt, wir haben schnell im Hinterkopf allegorische Schriftauslegung im Sinne der Alexandrinischen Schule, das griechische Wort meint das aber gar nicht unbedingt, und in der Übersetzung wird das eben nicht deutlich, und von daher kann ein Missverständnis aufkommen, wo wir in falscher Weise vielleicht eine Ermutigung herausnehmen könnten, allegorischen Text auszulegen. Darum geht es hier nicht. Klaus, habe ich das jetzt richtig wiedergegeben? Ja, gut, also dann hoffe ich, das war jetzt verständlich. Ich bin ja ein einfacherer Mensch, ich kann das einfacher ausdrücken.
Also die ganz einfache Anwendung, die wir daraus nehmen, ist, nicht Ismael zu sein. Und das ist ja letztendlich das absolut Erstaunliche hier drin, dass er sagt, du als Jude könntest sein wie Ismael. Und genau das passiert, wenn du das Kreuz ignorierst. Und wir sind deshalb in dem Reich Gottes auf keinen anderen Weg, als einfach nur durch das Kreuz von Jesus Christus. Herzlichen Dank.