
Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (9/10)
Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Diese Frage beschäftigt viele Menschen. Oft wünschen wir uns klare Regeln, damit wir in schwierigen Situationen sicher entscheiden können. Doch im Alltag ist es nicht immer leicht, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Manchmal hängt eine Entscheidung von der Situation ab, manchmal von den Folgen und manchmal auch von dem, was das eigene Gewissen sagt.
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist, ehrlich zu prüfen, welche Werte für einen selbst gelten. Wer sich fragt, was gerecht, liebevoll und verantwortungsvoll ist, hat bereits einen guten Maßstab. Dabei kann es helfen, nicht nur an den eigenen Vorteil zu denken, sondern auch daran, wie sich das eigene Handeln auf andere auswirkt.
Auch Erfahrungen spielen eine Rolle. Aus Fehlern lernt man oft mehr als aus Erfolgen. Wer bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, kann mit der Zeit klarer erkennen, was gut und was schädlich ist. Trotzdem bleibt vieles schwierig, weil Menschen unterschiedliche Ansichten haben und nicht jede Situation eindeutig ist.
Deshalb ist es oft sinnvoll, innezuhalten und eine Entscheidung nicht vorschnell zu treffen. Gespräche mit vertrauenswürdigen Menschen können helfen, eine Sache aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ebenso kann es hilfreich sein, sich an festen Grundsätzen zu orientieren, statt nur nach dem zu handeln, was gerade bequem erscheint.
Ganz sicher sein kann man sich vielleicht nicht immer. Aber man kann lernen, sorgfältiger zu prüfen, verantwortungsvoller zu handeln und offener für Korrektur zu bleiben. So wächst mit der Zeit die Fähigkeit, das Richtige besser zu erkennen.
Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Von Chris Morphew
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch.
Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb gibt es diese exklusive Lesung.
Kapitel neun
Was soll ich tun, wenn ein anderer Christ nicht meiner Meinung ist?
Wenn Christen sich uneinig sind
Wenn du Jesus schon eine Weile nachfolgst oder viel Zeit mit Menschen verbringst, die das tun, ist dir wahrscheinlich aufgefallen, dass Christen ziemlich gut darin sind, einander zu widersprechen. Manchmal streiten Christen miteinander, manchmal streitet eine Gemeinde mit einer anderen darüber, was die Bibel lehrt, und manchmal können Menschen in derselben Gemeinde nicht miteinander einig werden.
Oder vielleicht hast du auch schon gemerkt, dass selbst bei Familien, die gemeinsam Jesus nachfolgen, Diskussionen und Streitigkeiten nicht auf magische Weise ferngehalten werden. Es zeigt sich also, dass Christen sich zwar darüber einig sind, dass Gott richtig und falsch definiert, doch das bedeutet nicht, dass sie sich automatisch darüber einig sind, wie das in der realen Welt aussehen soll.
Die Gründe dafür sind meistens offensichtlich. Zum einen ist unser Entwicklungsprozess längst noch nicht abgeschlossen.
Warum unser Urteil noch reift
Was aber richtig gut ist: Seitdem ich mein Vertrauen in Jesus gesetzt habe, hat Gott mir all die selbstsüchtigen Motive vergeben, die es mir erschweren, zu wissen und auch zu tun, was richtig ist. So nahm er mir zum Beispiel den Wunsch, dass die Leute von mir denken sollen, dass ich immer Recht habe, oder das Verlangen, andere zu beeindrucken, oder den Fehler, alles auf meine Art zu machen.
Doch die schlechte Nachricht ist, dass diese alten Gewohnheiten immer noch in meinem Herzen herumspuken. Ich vertraue darauf, dass Gottes Geist mich Tag für Tag in der Nachfolge Jesu verändert, damit ich ihm ähnlicher werde. Aber das ist ein lebenslanger Prozess, und währenddessen sind meine Motive weiterhin widersprüchlich. Es gibt viele Situationen, in denen das, was ich „richtig“ nenne, immer noch mehr mit dem zu tun hat, was ich will, als mit dem, was Gott will. Das gilt für jeden Nachfolger Jesu.
Selbst wenn wir all das einmal kurz vergessen, bleibt eine Tatsache, mit der wir uns die ganze Zeit auseinandersetzen müssen. Auch wenn unsere grundlegenden Vorstellungen von Richtig und Falsch ziemlich einfach sind, erweist sich die Umsetzung dieser Ideale in die Praxis oft als kompliziert.
Gottes Wort als Ausgangspunkt
Was sollten Christen also tun, wenn sie sich über Richtig und Falsch nicht einig sind?
Beginnen wir an dem Punkt, an dem sich alle Nachfolger Jesu hoffentlich einig sind. Um herauszufinden, was in einer Situation richtig oder falsch ist, müssen wir herausfinden, was Gott zu diesem Thema zu sagen hat. Unabhängig von unserer Meinung müssen wir immer zuerst Gott nach seiner Meinung fragen.
Obwohl Gott auch in Träumen oder Visionen oder durch eine hörbare Stimme oder auf andere Weise zu uns sprechen kann, ist die Bibel der eindeutigste Weg, um seine Anweisung herauszufinden. Außerdem haben wir alle Zugriff darauf. So hat schon der Apostel Paulus an seinen Freund Timotheus geschrieben: Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt. Ihr Nutzen ist entsprechend: Sie lehrt uns, die Wahrheit zu erkennen, überführt uns von Sünde, bringt uns auf den richtigen Weg und erzieht uns zu einem Leben, wie es Gott gefällt. Mit der Schrift ist der Mensch, der Gott gehört und ihm dient, allen seinen Aufgaben gewachsen und ausgerüstet zu jedem guten Werk. 2. Timotheus 3,16-17.
In der Bibel entdecken wir Gottes zeitlose, unveränderliche Wahrheit für alle Menschen, überall auf der Welt und durch die ganze Weltgeschichte hindurch. Das sollte für uns als Nachfolger Jesu viel wichtiger sein als alles, was wir zu sagen haben.
Um herauszufinden, was Gott für richtig und falsch hält, müssen wir immer wieder zur Bibel zurückkehren und Gott erlauben, unser Leben und unsere Gedanken zu prägen. So weit, so gut.
Wenn die Bibel Auslegung braucht
Doch falls du es noch nicht bemerkt hast, die Bibel ist manchmal gar nicht so leicht zu verstehen.
Zum einen wurde die Bibel von Menschen geschrieben, die in einer völlig anderen Zeit, Kultur und Sprache lebten als wir. Bevor wir also herausfinden können, was sie uns hier und jetzt sagen möchte, müssen wir erst einmal herausfinden, was sie den ursprünglichen Lesern damals sagen wollte. Das erfordert eine Menge Arbeit und Weisheit.
Zum anderen ist die Bibel grösstenteils keine Liste von Regeln oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein moralisch einwandfreies Leben. Sie ist vielmehr eine grosse, schöne, komplexe, kunstvoll strukturierte, das Weltgeschehen prägende Geschichte, vollgepackt mit tiefgreifenden Einsichten, die wir unser Leben lang entdecken und wiederentdecken dürfen.
Wenn sich zwei deiner Freunde streiten, kannst du nicht einfach den Abschnitt „Was tun, wenn sich deine Freunde streiten“ aufschlagen und die Antwort vorlesen. Auch hier brauchen wir Weisheit.
Zum Glück ist Gott bereit und willens, uns zu helfen. Wie der Halbbruder von Jesus, Jakobus, schreibt: Wenn jemand von euch nicht weiss, wie er das tun soll, dann darf er Gott um diese Weisheit bitten. Er wird sie ihm ohne weiteres geben und ihm deshalb keine Vorwürfe machen, denn er gibt allen gern. Jakobus 1,5
Weisheit und Gebet im Umgang miteinander
Eine weitere wichtige Sache bei Meinungsverschiedenheiten mit anderen Christen ist das Gebet. Wir sollen beten, dass Gott uns hilft, einander weiterhin zu lieben, auch wenn wir uns uneinig sind. Wir sollen beten, dass er uns hilft, einander gut zuzuhören. Und wir sollen um Gottes Weisheit beten, während wir nach einer Antwort suchen, im Vertrauen darauf, dass er sie uns versprochen hat.
Aber vergiss nicht: Weisheit ist ein Weg, keine Tür. Wir bekommen nicht alles auf einmal. Wir wachsen in der Weisheit, Schritt für Schritt. Solange wir auf diesem Weg sind, wird es immer wieder Zeiten geben, in denen wir mit Meinungsverschiedenheiten umgehen müssen.
Was tun wir also, wenn wir die Bibel durchforstet, gebetet und alles miteinander besprochen haben und wir uns immer noch nicht einig darüber sind, was Gott unserer Meinung nach von uns will? Zum Glück haben Gott und die Schreiber der Bibel das kommen sehen. So ist die Bibel voller Ratschläge, was bei Meinungsverschiedenheiten zu tun ist.
Liebe als Maßstab für Entscheidungen
Wie du hoffentlich schon ahnst, läuft alles auf die Liebe hinaus. Dazu noch einmal Paulus: Tut nichts aus Streitsucht oder Ehrgeiz, sondern seid bescheiden und achtet andere höher als euch selbst. Denkt nicht nur an euer eigenes Wohl, sondern auch an das der anderen. In euch soll die Einstellung regieren, die auch in Christus Jesus war. Philipper 2,3-5
Mit anderen Worten: Wann immer du die Wahl hast zwischen dem, was für dich am besten ist, und dem, was für den anderen am besten ist, solltest du die Bedürfnisse des anderen über deine eigenen stellen, wenn du so lieben willst wie Jesus.
Das bedeutet nicht, dass du zulässt, dass dich jemand verletzt oder ausnutzt. In solchen Situationen musst du dir Hilfe holen oder aus der Nummer aussteigen, oder beides. Es bedeutet auch nicht, dass wir etwas, das Gott als falsch bezeichnet hat, akzeptieren und so tun, als sei es in Ordnung, nur um freundlich zu unserem Gegenüber zu sein. Denn vergiss nicht: Was Gott als richtig bezeichnet und was für uns am besten ist, ist immer dasselbe.
Letztendlich besteht Freundlichkeit im gegenseitigen Umgang am besten darin, den anderen auf Gottes Sicht von richtig und falsch hinzuweisen und ihn nicht davon abzubringen.
Das meint Folgendes: Jesus ruft uns auf, einander die gleiche Liebe zu erweisen, die er uns erwiesen hat. Wenn du also alles getan hast, was in deiner Macht steht, und ihr euch immer noch nicht einigen könnt, dann entscheide dich, was auch immer du tust, für die Liebe.
Natürlich wird keiner von uns das immer richtig machen. Aber je mehr wir unsere Aufmerksamkeit auf Jesus richten, je mehr wir uns von seiner Liebe erfüllen lassen, desto mehr Energie und Zuversicht werden wir haben, um die Menschen um uns herum weiter zu lieben.
Wir tun das im Vertrauen darauf, dass der große Gott aller Liebe, Wahrheit und Güte bei jedem Schritt des Weges bei uns ist.
Abschluss und Gebet
Das war’s für heute.
Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern stattfinden. Bitte bete darum, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden!
Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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