Zum Inhalt

Bibel lesen trotz Pastor

Top 5 Gründe
25.03.2022

Willkommen beim Bibelfit-Projekt. Hier versuchen wir, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und schwierige Fragen von Nichtchristen zu beantworten.

Jeden Beitrag ergänze ich mit Übersichten, biblischen Entscheidungshilfen, kompletten Hörbüchern und sogar Onlinekursen. All das gibt es kostenlos auf der Website, finanziert durch freiwillige monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir.

Dies ist ein besonderer Beitrag. Es ist das hundertste öffentliche Video auf diesem Kanal. Zusätzlich gibt es fast hundertfünfzig nichtöffentliche Videos, die du auf der Website ansehen kannst.

Heute möchte ich eine grundlegende Frage beantworten, die kürzlich ein Zuschauer namens Wilhelm gestellt hat. Wilhelm schreibt: „Markus, warum willst du eigentlich, dass Leute bibelfit werden? Warum soll ich überhaupt die Bibel lesen? Ich habe doch meinen Pastor – kann er das nicht für mich machen?“

Wer zum Beispiel freikirchlich ist oder sogar aus einer Brüdergemeinde kommt, schlägt bei dieser Frage möglicherweise die Hände über dem Kopf zusammen. Auch ich war beim ersten Mal überrascht, als ich diese Frage hörte. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch bemerkt, dass sie mehrfach gestellt wurde – oft von Zuschauern, die katholisch aufgewachsen sind.

Ich selbst bin nicht katholisch, daher weiß ich, dass viele Menschen diese Frage stellen, weil sie sich nicht geduldig genug mit dem römischen Katholizismus auseinandergesetzt haben. Das hängt teilweise damit zusammen, dass die Bibel in der römisch-katholischen Lehre einen teilweise ganz anderen Stellenwert hat.

Ich habe das mehrere Jahre lang studiert und die Ergebnisse einfach und verständlich für Außenstehende im Bibelfitleitfaden zu den christlichen Konfessionen zusammengefasst. Dieser Leitfaden wird teilweise auch im Religionsunterricht und an Schulen genutzt, um die verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen zu erklären.

Anhand von drei einfachen Übersichten kannst du dort verstehen, was die Stärken, Schwächen und Eigenarten der jeweiligen Glaubensrichtung sind. Ich halte das für sehr wichtig, damit man auch ohne großes Vorwissen nachvollziehen kann, woher eigentlich wer kommt.

Falls du diesen schönen Leitfaden noch nicht hast: Der Link ist unten in der Videobeschreibung. Nimm ihn dir gern kostenlos mit, denn alles, was wir jetzt machen, baut direkt darauf auf.

Praktische Erreichbarkeit des Pfarrers

Okay, also warum sollte man die Bibel lesen, wenn man doch einen Priester, einen Pastor oder einen Pfarrer hat? Hier sind fünf Antworten.

Antwort Nummer fünf: In der Praxis scheitert es oft daran, dass selbst wenn der Geistliche bibelfest ist, du ihn nicht immer und jederzeit für alle Fragen erreichen kannst.

Eine normale kirchliche Gemeinde in Deutschland hat je nach Statistik zwischen fünfzig und siebzig Mitgliedern – und zwar Mitglieder, nicht nur Gottesdienstbesucher. Das bedeutet, der Pfarrer wird und sollte übrigens auch nicht allen seine Handynummer geben, um bei jeder Kleinigkeit rund um die Uhr erreichbar zu sein.

Bibelkenntnis bei Theologen

Punkt Nummer vier, und das sage ich als jemand, der das komplette Theologiestudium und die Ausbildung zum evangelischen Pfarrer absolviert hat, einschließlich des abgeschlossenen ersten theologischen Examens. Ich weiß, wie es bei meinen Kollegen und bei mir selbst streckenweise aussah.

Es ist nun mal wirklich so, und das sage ich in aller Selbstkritik: Es sind keineswegs alle Leute, die Theologie studiert haben oder Pfarrer sind, bibelfest – überhaupt gar nicht.

Jemand hat mir einmal gesagt: „Markus, stimmt das, dass das Studium bei euch nur Sex, Drugs und Rock and Roll war?“ Ich weiß es nicht genau, aber es war teilweise nicht so harmlos. Da sind schon Sachen gelaufen.

Oh Mann! Aber ich würde mal sagen, dass von den Leuten, die damals mit mir angefangen hatten zu studieren, im Laufe des Studiums ungefähr einer von vier die Bibel durchgelesen hat. Nicht, dass sie es vorher nicht durchgelesen hätten, sondern im Verlauf des Studiums.

Wenn das stimmt – und ich gehe davon aus, dass es stimmt – dann heißt das, dass mindestens zwei von drei Menschen, die danach auf Kanzeln standen, um zu predigen, die eine Kanzel bestiegen haben, ohne jemals die Bibel durchgelesen zu haben.

Orientierung bei widersprüchlichen Aussagen

Was heißt das nun? Was passiert, wenn der Pfarrer etwas Falsches sagt?

Die Frage ist einfach: Wem willst du dann mehr folgen?

Schau dir an, was Petrus und Johannes dazu geantwortet haben. Sie sagen: Urteilt selbst, ob es vor Gott gerecht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. An einer anderen Stelle wird es noch deutlicher formuliert: Es ist wichtiger, Gott zu gehorchen als den Menschen.

Was bedeutet das für dich? Es heißt, wenn dein Pfarrer etwas anderes sagt als die Bibel, musst du dich im Ernstfall daran orientieren, was in der Bibel steht. Wenn es hart auf hart kommt, woran willst du dich dann halten?

Verantwortung für den eigenen Glauben

Punkt drei

Es ist kein neutestamentliches Prinzip, dass du und ich die Verantwortung für heilsrelevante Fragen – also dafür, wo wir die Ewigkeit verbringen werden, im Himmel oder in der Hölle – einfach abschieben und delegieren können.

Ich möchte das noch einmal deutlich betonen. Ich bezweifle ernsthaft, dass diese Ausrede beim Jüngsten Gericht irgendeine Bedeutung haben wird. „Ja, ich hatte keine Lust, die Bibel zu lesen. Außerdem gibt es in unserer Gemeinde einen Pfarrer, Klaus, verstehst du?“

Ich glaube nicht, dass diese Argumente beim Jüngsten Gericht jemandem helfen werden, der durch Jesus Christus hätte gerettet werden können, wenn er nur gewusst hätte, wie.

Falls du wissen möchtest, was Jesus selbst dazu sagt, wie du vor dem Jüngsten Gericht gerettet werden kannst, dann schau in die Videobeschreibung. Dort habe ich dir die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Notwendigkeit von Bibelkenntnis für alle Gläubigen

Punkt zwei

Es geht mir keineswegs darum, dass jedes Gemeindemitglied alles weiß. Mir geht es vielmehr um die heilsrelevanten Themen. Und da scheitert es ja schon bei vielen studierten Pfarrern, sage ich in voller Selbstkritik.

Wenn das aber schon bei uns scheitert, die wir studierte Pfarrer sind, wie soll das dann erst bei allen anderen von uns aussehen? Nach meiner persönlichen Erfahrung befürchte ich das Schlimmste. Der Zulauf, den Kanäle wie dieser hier haben, bestätigt, dass es einen großen ungestillten Hunger danach gibt, das Wort Gottes tiefer verstehen zu wollen.

Damit kommen wir zu Punkt eins.

Kannst du mir ganz kurz vorher einen Gefallen tun? Könntest du mal kurz die Glocke unter diesem Video hier drücken? Je mehr Menschen diese Glocke drücken, desto mehr unterstützt YouTube ganz von sich aus christliche Kanäle. Man selbst muss nichts dafür tun.

Würde das keiner machen, diese Glocke drücken, dann würde YouTube christliche Inhalte immer mehr zurückstellen, weil Christliches in sozialen Medien so eine kleine Nische ist. Irgendwann würde YouTube das niemand mehr anzeigen. Von daher sind wir Christen der Öffentlichkeit da ein bisschen auf deine Hilfe angewiesen.

Punkt eins

Ich bin damals als Atheist unter Atheisten aufgewachsen. Das heißt, bis ich im jugendlichen Alter war, hatte ich keine zwei Kirchen von innen gesehen und noch nie mit einem bekennenden Christen ein Wort gewechselt.

Als ich als junger Mann zum ersten Mal eine Bibel in der Hand hatte und sie Jahre später durchgelesen hatte, war das eine Offenbarung. Mir persönlich will einfach Folgendes nicht in den Kopf gehen: Wenn ich die Möglichkeit habe, den Willen des lebendigen Gottes, den lebendigen Gott, zu studieren und die Worte Jesu Christi höchstpersönlich einfach griffbereit zu haben – wie kann es sein, dass jemand, der wirklich begreift, was ihm da in der Bibel geboten wird, nicht eine brennende Leidenschaft dafür entwickelt?

Wie kann es sein, dass ich nicht eine unglaubliche Sehnsucht danach spüre, diese Worte des lebendigen Gottes regelrecht aufsaugen zu wollen?