Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein stilles Herz als unerfüllte Sehnsucht
Psalm 131
Herr, mein Herz ist nicht hoffertig. Jetzt weiß ich nicht, ob die jungen Leute wissen, was Hoffart ist. Wer schön, ihr werdet nicht davon berührt: Hoffart heißt hochtrabend, arrogant, anmaßend, ehrgeizig.
Herr, mein Herz ist nicht hoffertig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Ich lasse auch Geheimnisse mit meinem Denken stehen. Das ist für moderne, kluge Leute ganz besonders schwierig.
Und jetzt kommt dieses Wort, das mir wichtig ist für ihren Urlaub: Wahrlich, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter. Wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.
So etwas Gutes steht im Time-Psychologie-Buch zur Seelenerforschung. Israel, hoffe auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.
Ich las dieser Tage, dass bei einer dieser üblichen Umfragen die Touristen, also die Touristen, von ihren Urlaubszielen gesprochen haben. Da hat eine überwältigende Mehrheit, ich weiß nicht, 96 oder so, als schönstes Urlaubsziel genannt: Ich brauche einen Platz, wo ich ganz allein bin, niemand um mich herum, keine Geräusche, nur noch die Natur. So will ich Urlaub machen.
Jetzt sehen ja die Urlaubsziele ganz anders aus. Ich weiß auch nicht, ob die Leute, die da ihr Häkchen an so ein Kästchen hinmachen, ob die schon eine Stunde in ihrem Leben mit sich selber allein waren. Es kann furchtbar sein, eine Stunde allein. Darum braucht man ja so viele Animateure und Programmgestalter und Gruppenveranstalter und was weiß ich nicht, was alles an Geräten und Unternehmungen gemacht wird für den Urlaub.
Das ist ja merkwürdig, ganz widersprüchlich, was wir eigentlich sehen. Ich kann es gut verstehen, ich kann genauso sprechen. Ich suche ein ganz stilles Plätzchen irgendwo in der Natur, und dann fällt einem die Decke auf den Kopf, wenn es mal ein paar Stunden regnet, wenn man allein im Zimmer sitzt.
Die Unruhe, die wir mit in die Ferien nehmen
Da kommt es ja zum Vorschein: Das Schlimmste im Urlaub ist nicht der Presslufthammer, der Straßenarbeiter oder die Eisenbahn, die direkt vor dem Fenster vorbeirattert, oder der Düsenjet, der gerade in der Nähe landet, oder das Kofferradio vom Campingnachbarn, der immer so laut dreht. Es sind auch nicht die Menschen, die uns auf die Nerven fallen.
Wir bringen als Urlauber eine Unruhe mit uns mit, Sehnsüchte, die in ganz verschiedene Richtungen gehen. Wir suchen Ruhe und Zeitvertreib. Das kriegt man nicht zusammen.
Die Bibel nennt das ja immer unser Herz, dass da tief in uns wie ein Vulkan brodelt. Und wenn wir bloß einmal ein paar ruhige Minuten haben, dann fängt das an. Dann sprechen die Wünsche, die Hoffnungen, das, was man alles gerne hätte, die Enttäuschung, die Verwundung, das, was in unserem Leben zusammengestrichen wurde, die Bitterkeit. Dann kommt das alles aus uns heraus.
Hier spricht die Bibel von der Seele, jenem geheimnisvollen Tiefen, das uns im Innersten dreigt. Was ist das? Und David sagt: Mein Innerstes, mein Herz, meine Seele ist ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter.
Ja, schön wäre es, wenn Sie das auch so hätten. Es gibt nicht einen unter uns, der das so nachsprechen kann. Ich kann es nicht nachsprechen. Mein Herz ist nicht ruhig. Ich arbeite seit Jahren daran, und ich schaffe es nicht, so ruhig wie ein Kind auf dem Schoß der Mutter, so meine Seele in mir zu sagen: Lass doch alles laufen, lass doch alles fahren, auch in der Stille habe ich den großen Frieden.
Jetzt muss ich zuerst darüber sprechen: Das ist eine unerfüllte Sehnsucht, eine unerfüllte Sehnsucht.
Das wissen ja alle, die die Ferienreisen verkaufen, dass man eigentlich jeden ködern kann, indem man ihm im Prospekt so ein Bild hinmacht von einem einsamen Strand, wo kein Mensch ist, nur weißer Sand, Wellen und blauer Himmel. Das zieht uns ja alle an, diese Stille.
Wir betrachten ja immer den Urlaub mit unseren Erwartungen. Wenn wir in Urlaub gehen, muss es ein toller Urlaub werden. Wir freuen uns wie die Kinder darauf. Ja, wir haben es verdient.
Heimkehr, Enttäuschung und die Grenzen äußerer Erfüllung
Aber wahrscheinlich ist noch keiner von Ihnen wieder nach Hause gekommen, und bevor man die Glastüre aufschließt und über die Schwelle geht, sagt man: Am schönsten ist es doch daheim. Es gehört fast zum Urlaub dazu, dass man sich wieder auf das Heimkommen freut. Aber schon drei Tage später, wenn man seine Kollegen wieder gesehen hat, sagt man: Jetzt bin ich wieder urlaubsreif, jetzt reicht es.
Und wenn man wieder in seinen Verpflichtungen steckt und alles wieder läuft wie in der Tretmühle, in der man immer die gleichen Schritte gehen muss, dann hängt es uns schon wieder zum Hals heraus. Ja, wie ist das? Wir sehnen uns nach so einem stillen Platz, wir sehnen uns nach Frieden. Diese Urlaubsbilder, die uns da ködern, sind eigentlich nur etwas, das unser Inneres anspricht. Unser Herz, unsere Seele, sie hängen sich mit ihren Wünschen so gern an solche Bilder. Unsere Augen sind dadurch so leicht verführbar. Nicht, dass ich es Ihnen nicht gönne, aber das ist eigentlich nur ein Traum, eine unerfüllte Sehnsucht.
Und dann merken wir: Weder TUI noch Condor können uns diese Sehnsucht stillen. Man ärgert sich nachher über den Stau, über das, was im Urlaub passiert ist, über Ärger, über schlechtes Essen, über den Regen, der vielleicht da war, und über alles, was sonst noch kommt. Und ich habe meine Erfüllung nicht bekommen.
Woran liegt das? Weil in mir diese Erfüllung gar nicht gestillt werden kann.
Dieser Psalm ist von David. David war ein großer Staatsmann, ein genialer Staatsmann. Er war ein Dichter, ein Künstler, unsere Akronomen sagen, er war Tierproduzent, also würden wir sagen: Er war Hirte. Viele Berufe hatte dieser David, aber seine größten Taten hat er vollbracht, als er gegen die Feinde stritt. Mit welchem Mut ist er dem Goliath entgegengezogen, als alle den Mut schon sinken ließen? Er sagte: Ich gehe doch dem Goliath entgegen, ohne Rüstung, nur mit seiner Schleuder. Ein mutiger Mann.
Aber er sagt: Den schlimmsten Kampf, den ich in meinem Leben je gefochten habe, kämpfe ich mit meinen ungestillten Sehnsüchten.
Der innere Kampf des Königs
Es kommt in unserer deutschen Übersetzung nicht ganz so zum Ausdruck, wie schön bildhaft das im Hebräischen dasteht. David sagt: Ich habe meine Seele ruhig gemacht. Ich habe meine unerfüllten Sehnsüchte zum Schweigen gebracht.
Nun gibt es ja immer Leute, die sagen: Oh, das ist doch kein Problem. Wenn einer alt ist, 95, jenseits von Gut und Böse, dann hat er keine ungestillten Sehnsüchte mehr. Das ist klar. Dann hat er keinen Blutdruck mehr, oder er resigniert und sagt: Im Leben ist sowieso alles mies, und nichts klappt.
David war aber ein Mann mit feurigem Blut. Wir wissen doch, wie seine Augen durchgingen, als er die Batseba sah, wie sie am Waschtrog stand. Dann ist alles mit ihm durchgegangen. Er kannte etwas von den Sehnsüchten, die in einem Menschen toben.
Da hilft nicht einfach beten. Aber wie kann man so fromm sein? Muss man dafür beten? Nein, sondern: Ich habe einen Kampf geführt, schlimmer als mit Goliath. Ich habe in meinem Leben die ungestillten Sehnsüchte niedergerungen. Ich habe sie ruhig gestellt. Und das kann ich nur tun, indem ich sie als falsch vor Gott erkenne, auch mit manchem, was sie mir vorgaukeln, und wo er sagt: Ich will das doch gar nicht.
Ich will doch eigentlich bloß wie ein Kind im Schoß der Mutter sein, ganz geborgen. Ich gehe nicht um mit großen Sehnsüchten, mit Träumen, die mich nicht erfüllen. Ich bin nicht hoffertig.
Ich bin sicher, für jeden von Ihnen ist das eine Not, die ihr Leben viel mehr bestimmt und ihren Glauben viel mehr blockiert, als sie sich selber eingestehen. Wir haben alle in unserem Leben unsere Dämpfer erhalten. Da wurde uns eine Karriere abgebrochen, durch eine ungerechte Behandlung. Da sind wir zurückgesetzt worden. Da wurde uns im Leben etwas durchgestrichen. Vielleicht sind wir auch durch einen Unfall körperlich geschädigt worden. Und dann sind wir das ganze Leben so die Enttäuschten, die Verbitterten, und sehnen uns nach etwas ganz Großem. Eigentlich habe ich ja etwas ganz anderes gelebt.
Und viele der alten Menschen im Altersheim sind deshalb so traurig: Mich hat das Leben betrogen, mir hat man alles weggenommen.
Ich bewundere heute meinen Vater, dem zwölf Jahre seines Lebens durch eine unheimliche Diktatur so hart eingegriffen haben, dass er nicht mehr Beamter werden konnte. Er wollte Lehrer sein. Und er war nicht so alt wie ich, als er starb. Und er hat das dankbar aus der Hand Gottes genommen.
Ich gehe nicht um mit großen Dingen. Ich bin nicht hochwertig. Ich will nicht irgendwo groß träumen, mein Leben. Ich will leben wie ein Kind im Schoß der Mutter.
Vom Abstillen zum Reifen
David hat das ausprobiert, in seinem Leben. Er hatte eine Frau, die ich Ihnen nicht wünsche: Michal, die Tochter Sauls. Weil es an dieser Frau so schlimm war, sah sie sicher rassig aus, aber sie hatte ein unheimlich loses Mundwerk. Die Schwaben sagen: eine Schlappergosch.
David hatte die Bundeslade nach Jerusalem geführt. Da war er so erfüllt, sprang auf der Straße herum und sang Lieder. Als er heimkam, stand Michal nicht mehr im Wohnzimmer, weiß, wie schlimm er war, die hat ihren Mund aufgemacht. Sie sagte: Wie fein hat sich der König heute entwürdigt vor den Frauen seiner Untertanen. Was für ein jämmerliches Bild du abgegeben hast in deiner kindischen Freude.
Und dann sagt David zu dieser bösen Frau, und Sie wissen, wie Worte einen verwunden können: Ich wäre hochgefahren, ich hätte rechts und links ins Gesicht gehauen, nicht? Sind Sie da so ruhig, wenn da einer Sie so packt und dann so süffisant dabei lächelt? David sagte: Ich will noch viel geringer werden. Was meint er in diesem Geheimnis? Ich will noch viel geringer werden.
Ich wünsche Ihnen im Urlaub, dass Sie das irgendwo klären in Ihrem Leben, wo die Verwundungen, die Enttäuschungen leben. Ein alter Seelsorger, Paul Deidenbeck, hat mir mal gesagt: Eine christliche Gemeinde ist eine Versammlung von Leuten, die im Leben zu kurz gekommen sind. Sind sie noch bitter, oder wissen sie, dass ihnen Jesus die Fülle schenkt und dass er ihr Leben ins Licht führt und sie gar nichts verloren haben, wenn der Herr Jesus sie führt?
Ich bin still geworden wie ein Kind im Schoß der Mutter. Aber jetzt muss ich davon sprechen. Das ist ein schwieriger Weg, das so wegzulegen. Und wenn Sie das in der Stille Ihres Urlaubs einmal tun, für Ihre ganzen Frustrationen, die Sie so haben, Herr Gerhard hat ja beschrieben, wie das ist mit den kleinen Kindern, dieser Friede, den sie haben: Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahrt werden, so auch und nicht minder lässt Gott sich seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schosse sitzen.
Erleben Sie das in Ihrem Urlaub, egal wo Sie hinfahren. Das ist gar nicht mehr wichtig. Egal, was passiert, egal wie das Quartier ist und das Wetter. Ich habe eine Zeit, wo ich ausatmen kann, mich freuen kann wie ein Kind bei seiner Mutter. Das ist ein ganz schwieriger Weg, das umzusetzen. Man schafft das überhaupt nicht. Ich habe ja vorhin gesagt, ich schaffe es nicht. Ich bestreite auch, dass Sie es so schnell haben. Es ist ein ganz harter Kampf.
Reifwerden im Glauben und die größere Nähe Gottes
Aber da muss ich noch etwas sagen: Hebräisch lohnt sich natürlich manchmal. Da steht es ein bisschen anders. Eine englische Bibel zur Hand zu nehmen, hilft ebenfalls. In Bruns Übersetzung ist es auch so wiedergegeben: Er ist eigentlich nicht ein kleines Kind, sondern wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter.
Im Orient wurde damals mit drei Jahren abgestillt, und das war ein Kampf. Es ist ja eigentlich die erste bittere, schwerste Enttäuschung, ein Entzug, den ein Kind mitmachen muss, ohne dass es das seelisch begreifen kann. An der Mutterbrust zu liegen ist der schönste Friede, und dann kommt der Augenblick, wo die Mutter sagt: Jetzt ist Schluss. Es muss größer werden, jetzt wird feste Nahrung gegessen.
Ich lese, ich weiß nicht, ob das stimmt, dass im Orient Mütter dann, um dem Kind das Trinken an der Brust zu verleiden, einfach die Brust schwarz anschmieren oder etwas darauf schmieren, damit das Kind sich ekelt und sich abwendet. Wie macht das Gott, dass er uns wie ein entwöhntes Kind an der Brust der Mutter liegen lässt? Es gibt ja viele Christen, die wollen immer an der Mutterbrust bleiben. Die sagen immer: Ich will immer trinken, wie ein Baby. Und das darf man ja auch in den ersten Tagen seines Glaubenslebens. Aber dann kommt der Augenblick, wo uns Gott seine Liebe auf größere Weise erfahren lässt.
Der große Philosoph aus Dänemark, Kierkegaard, hat viele Lobreden auf Abraham gehalten und das immer wieder geschildert. Er hat gesagt, das war wie ein Abstillen, wie Abraham plötzlich seinen einzigen Sohn, den er lieb hat, auf dem Brandopferaltar niederlegt. Verstehe, wer es will, wie Gott mit seinen Leuten so umgehen kann. Und das muss er, weil er wachsen muss und reif werden muss und feste Nahrung nehmen muss. Bleib nicht an den Gaben Gottes hängen.
Ich weiß, was für jeden von uns die Gesundheit bedeutet. Ich weiß, was für jeden von uns all die äußeren Dinge bedeuten. Das stimmt einfach nicht, dass Gott ihnen das alles gibt, wenn sie nur darum bitten, in den Anfangsstufen ihres Glaubens. Ganz bestimmt kommt dann die Zeit, wo er abstillt und wo er will, dass sie wie ein entwöhntes Kind in seinem Schoß sind. Und das entwöhnte Kind braucht die Mutterbrust nicht mehr. Es freut sich in einer viel größeren Weise an der Nähe der Mutter. Wie freut sich das Kind, wenn es mit der Mutter die ersten Worte reden kann, wie freut es sich, wenn es der Mutter ins Gesicht gucken kann.
Sehen Sie, wenn Gott uns etwas nimmt, dann will er uns Größeres schenken. Und darum noch einmal: So ein schwieriger Weg, sich da zu stillen. Ich habe meine Seele ruhig gesetzt. Ich glaube, dass Gott bei Ihnen ganz hautnah dran ist, und ich bin heute ganz seelsorgerlich. Ich wollte mit vielen von Ihnen persönlich weiterreden über Ihre Nöte, wo Sie sagen: Da bin ich gerade dran. Oder mit denen, die im Altenheim sitzen, oder mit denen, die krank sind und immer gesund werden. Dass Gott Sie da führen will, aber er will Ihnen viel mehr schenken und Sie nicht mit dieser Bitterkeit.
Es gibt ja so viele resignierte Christen. Ja, man muss eben alles tragen, und gut, Gott macht keine Fehler. Aber das ist nicht echt. Das kommt nicht aus dem Danken, aus dem Loben, sondern dass Sie das ganz neu entdecken. Ach, wie wunderbar ist doch der Herr, sagen Sie Ja zu seinen Führungen. Sie brauchen Urlaub, Sie brauchen Stille, um das einmal zu ordnen und diesen Frieden zu haben.
Vertrauen, Auftrag und die Weite der Schöpfung
Jesus hat einmal all die Leute eingeladen: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Hat er so die Leute verstanden, mit ihren Sehnsüchten, mit ihren Enttäuschungen, mit ihren Gefühlen? Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch! Was ist damit gemeint? Sagt Ja zur Führung Gottes. Ich will mich nicht mehr selber führen. Herr, deine Wege sind gut und sind Segenswege, und ich gehe fröhlich meine Straße, wie Abraham.
Noch ein Letztes, so eine fröhlich machende Erfahrung: Wenn Sie es dann erleben und Ja sagen können. Da hat mir letzten Sonntag einer von Ihnen ein Foto in die Hand gedrückt. Da ist noch seine Frau drauf, und am Bergkreuz ist sie inzwischen heimgegangen vom Urlaub. Sehr interessant, was so ein Bergkreuz auch für uns bedeuten kann. Vielleicht entdecken Sie es da ganz neu, dass Jesus in seiner Liebe über uns steht, dass nichts mich von ihm trennen kann, egal was kommt. Nichts soll mich scheiden von der Liebe Gottes. Und dann hat er unten schön hineingeblendet in dieses Foto von dieser Bergsteigergruppe.
Martin Luther pflegte bei seinen Waldspaziergängen seinen Hut vor den Vögeln abzunehmen und zu sagen: Guten Morgen, ihr Herren Theologen. Na, die Vögel sind die Theologen. Ihr wacht und singt, aber ich alter Dummkopf habe geringere Erkenntnis als ihr. Ich bange mich über alles und jedes, anstatt einfach der Fürsorge meines himmlischen Vaters zu vertrauen, sagt ein Witwer im Ruhestand, der seine Frau nötig bräuchte, mit den Worten Martin Luthers. Eine herrlich beglückende Erfahrung, wenn ich das wirklich so Gott überlassen kann.
Wie kann ich denn das? Jetzt auch erleben Sie brauchen in Ihrem Urlaub immer eine Bibel, und Sie brauchen Zeit mit der Bibel, sonst ist der ganze Urlaub futsch, egal was Sie erleben. Und auf einmal merken Sie: Wenn man acht Stunden am Flughafen steht, weil die Leute streiken, oder im Stau rund um München, oder es regnet unentwegt, oder Ihr Quartier ist ganz anders, als Sie meinten, und es ist gerade ein Kickplatz neben Ihrem Haus, oder was auch immer, und Sie merken: Das ist gar nicht wichtig. Wenn ich nur den Frieden Gottes schmecken und fühlen kann, wenn ich das in der Tiefe meiner Seele Ja sagen kann.
Im Psalm davor sagt David: Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Herr, höre meine Stimme! Der gleiche David hat das so empfunden, von der Unruhe. Oder ich sprach in einem anderen Psalm 30: Als es mir gut geht, werde ich nimmermehr wanken. Da war er ganz in der Freude: Ich werde nimmermehr wanken. Durch dein Wohlgefallen hast du mich auf einen hohen Felsen gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargst, erschrak ich.
Was tröstet Sie dann, wenn alles so dunkel wird? Der Friede Gottes, in Jesus geoffenbart. Die Freude: Ich bin geborgen. Ich kann der einen, der sagte, wenn ich in Urlaub gehe, freue ich mich auf meinen Nächsten, sagen: Wer ist denn mein Nächster im Urlaub? Dann sagt er: Auch die gescheuchten Bedienungen vom Personal, der Chauffeur im Bus, denen möchte ich ein Zeugnis der Liebe Jesu weitergeben im Urlaub. Ich will doch nicht bloß an mich denken. Ich bin doch beschenkt von der Liebe Jesu, ich will das weitergeben.
Und dann wünsche ich Ihnen, dass Sie im Urlaub das alles genießen: wunderbare bunte Sonnenuntergänge, auch Sonnenfinsternis, herrliche Blumen und Menschen und die gewaltige Schöpfung. Wie das schön ist, die singenden Vögel, so wie es jener Witwer dort geschrieben hat: Aber nichts soll mehr werden, lieber auf Erden, als du, der schönste Jesus mein.

