Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung: Der größere Hunger
Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit mehr als 800 Millionen Menschen an Mangel an Essen. Das entspricht fast zehn Prozent der Weltbevölkerung. Das ist traurig, das ist schlimm, das ist ein Notfall.
Es gibt tatsächlich genug Lebensmittel in der Welt, aber Krieg, Korruption und gesellschaftliche Ungerechtigkeit führen oft dazu, dass die bedürftigsten Menschen keinen Zugang zu Nahrung haben.
Aber es gibt noch einen größeren Hunger in der Welt, der viel schlimmer ist, weil er viel mehr Menschen betrifft, sogar alle, und weil seine Folgen viel gravierender sind. Und weil wir Menschen nicht in der Lage sind, diesen Hunger zu lindern, geschweige denn ihn zu beseitigen. Ich rede von geistlichem Hunger.
Von Natur aus leiden wir alle daran. In der Tat sind wir nicht nur verhungert, sondern wir sind schon geistlich tot. Wir brauchen also Lebensmittel, die uns nicht nur am Leben erhalten, sondern uns überhaupt Leben schenken.
Gott sei Dank, er hat dafür gesorgt. Er hat uns das wahre Lebensmittel gesandt, Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes, also jemanden, der Leben vermittelt. So möchte ich Lebensmittel heute verstehen.
Das ist die Botschaft unseres Textes heute Abend. Ihr könnt das gerne mit mir öffnen: Johannes 6,48-58. Johannes 6,48-58. Das ist auf Seite 115 in der ausliegenden Bibel im hinteren Teil.
Johannes 6,48:
„Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Das ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“
Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.
Lasst uns beten.
Vater, wir danken dir für dein wunderbares Wort, die Wahrheit, die du uns offenbarst. Herr, wir beten, dass du unsere Augen und unsere Herzen öffnest, damit wir die Wunde in deinem Gesetz sehen. Bitte hilf mir beim Predigen deines Wortes und uns beim Zuhören. In Jesu Namen, Amen.
Der Aufbau des Abschnitts und die Hauptgedanken
Nun hat diese Stelle viel mit Essen zu tun, viel mit Brot, mit Trinken und so weiter. Ihr habt es sicherlich gemerkt: Es geht im ganzen Abschnitt tatsächlich darum. Denn Essen und Trinken ist nicht nur höchst befriedigend für uns, sondern es ist auch lebensnotwendig. Ebenso will Jesus durch diesen Abschnitt, dass wir ihn als höchst befriedigend und als lebensnotwendig erachten.
Diese Stelle hat eine sogenannte Sandwich-Struktur. Wir reden über Essen, von daher benutze ich auch das Wort. Sandwich-Struktur bedeutet einfach, dass es oft so in der Bibel ist, dass man zwei Gedanken hat, die einen weiteren Gedanken umrahmen. Ein Gedanke steht am Anfang und am Ende, und in der Mitte gibt es einen weiteren Aspekt. Das ist oft auch der zentrale Aspekt, nicht immer. Hier auf jeden Fall sehen wir das.
In den Versen 48 bis 51 und dann am Ende in Vers 58 sehen wir, dass Jesus das wahre himmlische, das geistliche Lebensmittel ist, das tatsächlich vermag, Leben zu geben. Im Gegensatz zu Manna, das nur eine irdische Auswirkung hatte. Es war begrenzt und vergänglich. Das ist also das, was wir in 48 bis 51 und 58 sehen.
In der Mitte sehen wir dann den zweiten Punkt: Jesus wird als das allein notwendige Lebensmittel vorgestellt, ohne den wir keine Hoffnung auf Leben haben.
Das sind meine zwei Punkte heute: Jesus als das himmlische Lebensmittel und dann zweitens Jesus als das notwendige Lebensmittel.
Jesus als das himmlische und lebensspendende Brot
Erstens: Jesus, das himmlische Lebensmittel
Diese Worte sind Teil einer längeren Rede von Jesus, die er gehalten hat, nachdem er ein grosses Zeichen vollbracht hat. Und ja, dieses Zeichen hat mit Essen zu tun. Am Anfang von Kapitel sechs lesen wir von der Speisung von fünftausend Männern, plus Frauen und Kindern.
So ergriffen waren die Menschen, als er das gemacht hat, also durch dieses Wunder, dass sie Jesus gleich zum König machen wollten. Jesus hat aber erkannt, dass sie ihn nicht suchten, weil sie plötzlich von seiner göttlichen Autorität überzeugt waren, sondern weil sie leiblich satt geworden sind. So viel sagt er in Vers 26: Ich sage euch, ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid.
Also eine reine körperliche Sache hat sie dazu getrieben, ihn zum König machen zu wollen. Sie wurden nicht wirklich von geistlichen Anliegen getrieben. Und so fordert Jesus sie heraus, das wahre geistliche Brot zu suchen, das Leben gibt.
Nun, was, oder besser: wer ist das? Er sagt es uns: Ich bin das Brot des Lebens. Das ist übrigens eine Wiederholung, weil er in den Versen 32 bis 35 das schon thematisiert hat. Jesus will ihren Blick weg von irdischem Brot richten, das nur für eine kurze Zeit am Leben erhält, hin zum Brot, das in der Tat Leben gibt, und zwar ewiges Leben.
Diesen Gegensatz sehen wir in den Versen 49 und 50. Er sagt: Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.
Was meint er mit dem Manna, und warum greift er das auf? Wir haben das in der Textlesung gehört, um euch ein bisschen mehr Kontext zu geben. Manna war die Nahrung, das Lebensmittel, das die Israeliten assen, als sie in der Wüste waren, vierzig Jahre lang. Wir haben in der Textlesung gehört, dass es ihnen gegeben wurde, und tatsächlich klang das schon durch: Es wurde ihnen gegeben, nachdem sie gemurrt hatten.
Also nicht, dass Gott sie nicht versorgen wollte. Das hatte er versprochen. Aber da war viel Murren mit dabei, und das Volk wollte eigentlich einfach ihren Magen voll kriegen, auch damals in der Wüste. Die hatten kein geistliches Anliegen. Sie haben dadurch kein Vertrauen Gott gegenüber gezeigt, und deswegen haben sie auch Gottes Zorn in diesem Moment erlebt. Davon kann man in 2. Mose 16 und ein paar Kapitel weiter lesen.
Nun, diese Geschichte aus dem Alten Testament, also diese Manna-Geschichte und auch andere Geschichten, die über Essen in der Wüste reden, hat einen starken Eindruck beim Volk Israel hinterlassen. So stark, dass sie jetzt, Hunderte Jahre später, hier im Gespräch mit Jesus darauf zurückgreifen.
Vor unserer Stelle heute haben sie ein Zeichen von Jesus gefordert, genauso wie die Männer in der Wüste, damit sie an Jesus glauben. Es ist interessant, dass sie nach einem Zeichen fragen, denn was hat Jesus gerade gemacht? Er hat ein grosses Zeichen gemacht. Er hat fünftausend Männer plus Frauen und Kinder in der Wüste ernährt, also dort, wo sie waren. Das war wohl aber nicht genug.
Die Juden waren scheinbar stolz darauf, dass ihre Väter Manna assen, aber sie merken nicht, dass es ihren Vätern nicht wirklich geholfen hat. Umso weniger konnte es ihnen helfen. Denn das Manna wirkte als Lebensmittel nur lebensverlängernd, und zwar nur für eine kurze Zeit, für eine begrenzte Zeit, und auch nur für das Volk damals, für ihre Väter. Irgendwann sind sie alle gestorben, und irgendwann war das Manna auch nicht mehr da.
Jesus aber stellt sich als Lebensmittel vor, das viel besser ist. Denn er ist nicht nur lebensverlängernd, sondern lebensspendend, lebensschaffend. Dieses Brot, das er selbst ist, gibt ewiges Leben, das sagte er in Vers 51.
Wie genau gibt dieses Brot Leben? Jesus erklärt das auch in Vers 51: Das Fleisch, das er geben wird, bedeutet Leben für die Welt. Dieses Lebensmittel ist auch besser, denn es ist nicht nur begrenzt auf eine einzige Generation und auch nicht auf eine einzige Nation, sondern es ist für die ganze Welt, für alle Zeit. Das betont er am Ende von Vers 51.
Also, in anderen Worten: Jesus wird sein Leben hinlegen als stellvertretendes Opfer, damit die ganze Welt Anteil haben darf an ihm, damit die ganze Welt, die durch Sünde und Übertretungen tot ist, das Leben bekommen kann. Durch sein Leben schenkt Jesus Leben, ewiges Leben. Dieser Punkt wiederholt Jesus dann noch einmal am Ende in Vers 58.
Deshalb sollen sie Acht haben auf das wahre Himmelsbrot, das wahre Lebensmittel: Jesus Christus selbst.
Die Frage nach dem wahren Leben
Worauf setzen wir unsere Hoffnung auf Leben? Was ist unsere wichtigste Nahrung, wenn man so will? Woher schöpfen wir unsere Lebenskraft, unsere Freude? Und wonach sehnen wir uns am meisten?
Wir haben gelesen, oder im Kontext lesen wir, dass die Juden nach jemandem suchten, der ihre leiblichen, ihre irdischen Sehnsüchte stillen konnte. Sie waren weniger interessiert an jemandem, der ihr tieferes Problem lösen und ihre tiefere Hungersnot stillen konnte. Geht es uns auch so? Sind wir so fokussiert auf das Leben hier und jetzt, dass wir an Jesus und das, was er bedeutet, vorbeisehen?
Ihr Lieben, Jesus ist viel, viel besser als das, was wir sonst in der Welt oft suchen. Versuchst du, dich satt zu machen durch Reichtum und sonstige Vergnügungen? Sie sind vergänglich, Jesus ist aber ewig. Suchst du Hoffnung in einem gesunden Lebensstil? Auch der gesundeste Mensch muss einmal sterben. Jesus kann uns aber ewiges Leben geben, über dieses Leben hinaus.
Suchst du Sicherheit in einer guten Ausbildung, einem sicheren Job, einer ausreichenden Rente? Diese Dinge sind allesamt schwankend und unbeständig, ja, sogar unsicher. Jesus verspricht dir aber eine ewige Zukunft, die gesichert ist, mit allem, was du jemals brauchen wirst. Setzt du alles auf die irdische Karte, auf irdische Lebensmittel, dann wird eines Tages alles vergehen. Jesus aber, das himmlische Lebensmittel, gibt dir Leben in Ewigkeit.
Wenn du bisher nur für die Sachen dieser Welt gelebt hast und dir keine Gedanken über geistliche Realitäten und darüber gemacht hast, wie es um deine Seele geht, wie die Juden in Johannes 6, oder wenn du dir schon Gedanken über Jesus machst, aber deine Priorität ist, deinen Magen zu füllen, wie die Juden in Johannes 6, oder wenn du zwar nach Jesus fragst, aber nur insofern, als er das schnellste Mittel zu deinen eigentlichen Träumen ist, also zu den irdischen Sachen, wie die Juden in Johannes 6, dann möchte Jesus uns darauf aufmerksam machen, dass alles, wofür wir in diesem Leben leben, uns letztlich nicht am Leben erhalten kann.
Setz deine Hoffnung, Liebe auf Jesus Christus. Er ist das wahre Lebensmittel, der tatsächlich Leben vermittelt. Er ist unentbehrlich für unser Leben. Deshalb lädt er uns ein, von ihm zu essen. Wir kommen jetzt darauf zu sprechen, im zweiten Punkt, was das genau bedeutet und warum das so wichtig und notwendig ist.
Jesus als das notwendige Lebensmittel
Jesus als das notwendige Lebensmittel, das ist unser zweiter Punkt.
Die Juden verstehen Jesus nicht, das sehen wir in Vers 52. Sie reden untereinander. Scheinbar nehmen sie seine Worte wörtlich. Jesus redet über geistliche Nahrung, aber sie denken weiterhin im Sinne von irdischer Nahrung. Das zeigt auch ihren Fokus: Sie sind sehr irdisch gesinnt, deswegen macht es für sie auch keinen Sinn.
Interessant ist, dass Jesus nicht darauf eingeht, sondern seine Aussage sogar noch verschärft. In Vers 53 beginnt er mit den Worten: Wahrlich, wahrlich, also Amen, Amen. Das bedeutet: Hört genau zu, was ich euch sage, das ist jetzt wirklich wichtig. Und dann sagt er es ganz klar: Ohne mich gibt es kein Leben. Manche haben die Vorstellung, dass Jesus nur eine Möglichkeit unter vielen ist, ins Leben zu kommen. Jesus sagt aber schwarz auf weiß: Ihr müsst mein Fleisch essen und mein Blut trinken, ansonsten seid ihr verloren. Er will, dass seine Zuhörer und wir, die Leser, das mit Nachdruck hören und verstehen.
Er wiederholt diesen Punkt noch einmal in Vers 54, aber diesmal positiv ausgedrückt. Also andersherum: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tag auferwecken. Wenn wir von ihm essen und trinken, dann haben wir das Leben.
Nun zwei Fragen, die aufkommen könnten: Zum einen, warum kann nur Jesus uns Leben geben? Und zweitens, was heißt es genau, Jesu Fleisch zu essen und Blut zu trinken?
Erste Frage: Warum kann nur Jesus uns Leben geben? Weil kein anderer Mensch Leben in sich hat. Wissenschaftler versuchen, den Tod hinauszuschieben, und das mit ein bisschen Erfolg. Dafür können wir auch dankbar sein. Den Tod aber zu überwinden, das hat noch keiner geschafft. Unsterblichkeit gehört deswegen eher in den Bereich von Science-Fiction und wird auch immer so bleiben. Unsterblichkeit kann nur Gott schenken, denn Leben kann nur Gott schenken.
Und das Problem ist, dass wir Menschen in der Rebellion der Sünder uns von dieser Lebensquelle getrennt haben. Deshalb sind wir von Natur aus geistlich tot geboren, und physisch sind wir sterbende Menschen. Sobald wir geboren sind, starten wir diesen Prozess des Sterbens. Aber Jesus kann sterbenden Menschen Leben schenken. Weil er uns sein Fleisch und sein Blut gibt, das eben wahres Lebensmittel ist. Das sagt er in Vers 55: Denn mein Fleisch ist die wahre Speise und mein Blut ist der wahre Trank.
Indem Menschen diese Speise und diesen Trank essen und trinken, wird ihnen Leben vermittelt. Sie eignen sich sozusagen Jesus und seine Lebenskraft an. Ganz veranschaulicht: Menschen, die ihn essen und trinken, leben in vollkommener Abhängigkeit zu ihm.
Schaut mit mir in Vers 56: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. In Jesus ist Leben. Das heißt: Wenn Menschen ihn annehmen, ist Leben in ihnen. Er ist eine Lebensquelle in ihnen. Und sie sind auch in ihm. Das sagt er ebenfalls: Sie sind in mir, und nur in ihm können sie leben.
Das ist wie Menschen in U-Booten tief im Meer. Da ist der Druck so groß, dass man außerhalb des U-Boots sofort stirbt. Aber innerhalb des U-Boots bleibt man am Leben. So sollen wir auch diese geistliche Realität vorstellen: Außerhalb von Jesus sind wir tot, in ihm aber leben wir.
Aber wir haben die Frage noch nicht beantwortet, warum nur Jesus das tun kann. Warum kann nur Jesus uns Leben geben? Schaut Vers 57: Er sagt, wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. Der Sohn lebt „um des Vaters willen“, heißt es hier, oder anders übersetzt: „wegen dem Vater“.
Was bedeutet das? Ausleger verbinden diese Aussage mit Kapitel 5, Vers 26, und ich lese das kurz vor. Da steht in Kapitel 5, Vers 26: Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber. Also: Der Vater hat das Leben in sich und überträgt dem Sohn dieses in sich Leben haben. Demnach hat nur der Sohn dieses Leben in sich, niemand sonst.
Und in diesem Sinne ist Vers 57 zu verstehen. Jesu Aussage ist ungefähr so zu verstehen: Der lebendige Vater, damit meint er also den Vater des Lebens, den Vater, der das Leben in sich hat, gibt Jesus, dass er das Leben in sich hat. Er ist also wie sein Vater eine Lebensquelle, die Lebensquelle. Jeder, der Jesus zu sich nimmt, hat diese Lebensquelle in sich und wird also wegen ihm leben.
Jesus hat das Leben in sich selbst, deshalb kann er Menschen am jüngsten Tag auferwecken. Und deswegen kann nur Jesus wahres Lebensmittel sein, denn nur er kann Leben vermitteln, weil er das Leben in sich hat. In anderen Worten hat der Vater bestimmt, dass wir nur durch Jesus Zugang zu seiner Lebenskraft haben. Manche meinen, Gott kennen zu können, ohne Jesus kennen zu müssen. Das geht nicht. Andere meinen, Gott kann uns Leben schenken, auch so, ohne irgendeinen Bezug auf Jesus. Das geht nicht. Ewiges Leben ist untrennbar mit Jesus Christus verbunden.
Nun, die erste Frage ist beantwortet: Warum kann nur Jesus uns Leben geben? Die zweite Frage: Was heißt es dann, Jesu Fleisch zu essen und Blut zu trinken? Wie können wir ihn eben zu uns nehmen?
Nun, es wird von manchen gelehrt, dass Jesus hier die Eucharistie meint, das Abendmahl, die Teilnahme am Tisch des Herrn. Das sei es, was Leben spendet. Nun, erst einmal geht es hier nicht primär um das Abendmahl, denn das Abendmahl war noch nicht eingesetzt. Das heißt, keiner der ersten Zuhörer hätte über das Abendmahl oder die Eucharistie nachgedacht, als Jesus diese Worte sagte. Also ist es sehr unwahrscheinlich, dass Jesus das Abendmahl zukünftig im Blick hat.
Noch weniger lehrt Jesus hier, dass wir durch den Akt des Essens und Trinkens in der Eucharistie Leben vermittelt bekommen. Das wird auch von manchen gelehrt. Im Kontext wird uns stattdessen ganz klar, was Jesus mit seinem Fleischessen und seinem Bluttrinken meint.
Schau mit mir kurz in Vers 35. Da sagte er: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Also: Wer zu mir kommt, isst mich, und deswegen wird er nicht hungern. Wer an mich glaubt, also trinkt, deswegen wird er nicht dürsten.
Und dann Vers 40: Da sagt er, denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag. Dieses „Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag“ ist parallel zu Vers 54, wo es um Essen und Trinken geht. Er redet hier über dieselbe Sache. Das sind Parallelgedanken, das sind Parallelaussagen von Jesus. Sie erklären uns, was es heißt, Jesu Fleisch zu essen und Jesu Blut zu trinken.
Es bedeutet, zu Jesus zu kommen. Es bedeutet, ihn zu sehen. Es bedeutet, an ihn zu glauben. Wenn wir anerkennen, was er für uns gemacht hat, und das im Glauben annehmen, dann ist das sein Fleisch essen und sein Blut trinken. So haben wir Anteil an ihm und an dem Leben, das er schenkt. Das ist das Entscheidende.
Das schützt uns davor, aus dem Tisch des Herrn etwas Mystisches oder Magisches zu machen, denn darum geht es nicht, sondern um den Glauben. Und ich werde später noch dazu kommen, zu erklären, inwiefern das Abendmahl so eine wunderschöne Sache ist. Aber nicht im mystischen oder magischen Sinn, das soll uns klar sein.
Und noch wichtiger: Das hier fordert uns heraus. Jesus fragt hier: Haben wir ihn im Glauben angenommen? Nur so haben wir Anteil an ihm, nur so leben wir.
Ich möchte dich also einladen: Falls du das noch nie gemacht hast und bisher dein Leben in irdischen Dingen gesucht hast, setz dein Vertrauen auf Jesus Christus. Er gibt wahres Leben. Alles andere in dieser Welt kann dir kein Leben schenken.
Und falls du hier bist und dich auf das Ritual des Abendmahls verlässt: Es ist nicht das Ritual, das dich rettet, sondern allein der Glaube an Jesus Christus. Vertraue ihm, nimm ihn an, such die persönliche Beziehung zu ihm, anstatt dich auf das Ritual zu verlassen.
Und ihr, die an Jesus Christus glaubt, ihr sollt wissen, dass ihr Anteil an ihm und an dem Leben habt, das er schenkt. Du darfst dich darüber freuen: Du wirst nimmermehr hungern und nimmermehr dürsten, wenn du an Jesus Christus glaubst. Du hast Leben über dieses Leben hinaus.
Als Gläubiger kann es oft geschehen, dass wir es vergessen oder dass wir es nicht immer spüren. Ja, das Leben kann zum einen so hektisch werden, dass wir es bald aus den Augen verlieren. Oder das Leben kann so hart und herausfordernd werden, dass wir uns über die Zukunft Sorgen machen. Oder die Kämpfe auch im geistlichen Bereich können so hart werden, dass wir daran zweifeln, ob wir ins ewige Leben ankommen werden. Wir werden sehr schnell verunsichert.
Das Abendmahl als sichtbare Erinnerung und Stärkung
Ihr Lieben, ich habe vorhin gesagt, dass dieser Text nicht primär im Hinblick auf das Abendmahl zu verstehen ist, denn Jesus will auf den Glauben aufmerksam machen. Dennoch ist es interessant, dass Johannes der einzige Evangelist ist, der nicht über das Abendmahl schreibt.
Es ist gut möglich, dass Johannes diese Rede von Jesus auch hervorgehoben hat. Jesus benutzt darin sehr ähnliche Bilder wie beim Abendmahl, um uns etwas über die Bedeutung des Abendmahls zu lehren.
Das Abendmahl spendet kein Leben direkt. Aber wenn du an Jesus glaubst, darf das Abendmahl dir persönlich zur Erinnerung und als Symbol dieser Wahrheiten dienen. Jesus hat uns das Abendmahl gegeben, nicht weil es uns rettet, sondern weil es geistliche Wahrheiten für uns real und spürbar macht, die wir so oft nicht vor Augen haben. Dadurch versichert er uns, dass er und das Leben, das er uns schenkt, uns in der Tat gehören, wenn wir ihn im Glauben angenommen haben.
Deshalb lehrt Jesus alle, die an ihn glauben, an seinem Tisch teilzunehmen. Denn er weiß, wie vergesslich wir sind und dass wir Erinnerung brauchen. Er weiß, dass wir mutlos sind und Ermutigung brauchen. Er weiß, dass wir geistliche Realitäten nicht immer sehen und spüren können. Also gibt er uns etwas, das wir physisch sehen und physisch schmecken können.
Wenn du an Jesus glaubst und das Abendmahl im Glauben annimmst, wenn du das Brot isst und den Traubensaft trinkst, darfst du wissen, dass Brot und Saft dir ganz persönlich von Gott gegeben sind. Sie sind eine Bestätigung dafür, dass du Jesus Christus im geistlichen Sinne angenommen hast, dass du Anteil an Jesus Christus hast, dass du dich von ihm ernährst und aus ihm herauslebst, dass du das wahre Lebensmittel in dir hast, die Lebensquelle in dir.
Ein Theologe hat es so ungefähr ausgedrückt: So wahr du das Brot spürst und isst, so wahr du den Wein oder Traubensaft schmeckst und trinkst, so sicher sind die geistlichen Realitäten, die Gott dir in Jesus Christus verspricht.
Lass dich durch das Abendmahl stärken, ernähren und neue Kräfte schöpfen, lass dich neu beleben. Denn Jesus gab wahrlich sein Fleisch und sein Blut zu deiner Errettung und deinem Leben.
Schlussgebet
Lass uns beten.
Vater, wir danken dir so sehr für Jesus Christus, der uns zum wahren Lebens-Mittel geworden ist. Er rettet uns, die wir doch in Sünde und Übertretung tot waren. Er belebt uns und erhält uns am Leben, nicht nur jetzt, sondern für alle Ewigkeit. Wir danken dir so sehr dafür.
Herr, lass uns diese Wahrheit erfreuen und stärken, vor allem dann, wenn wir sie immer wieder aus den Augen verlieren. Und wenn wir gleich das Abendmahl zu uns nehmen, Herr, dann lass uns mit unseren physischen Sinnen spüren, welche geistlichen Realitäten uns gehören. Lass das unseren Glauben nähren und stärken.
Wir danken dir so sehr für deine Güte und Liebe zu uns. In Jesu Namen, Amen.
