Wir haben im Römerbrief bisher Folgendes gesehen: In Kapitel 1 wird deutlich, dass Gottes Zorn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen offenbar wird. In Kapitel 3 erfahren wir, wie Gott die Menschen sieht – dass alle Menschen in seinen Augen wirklich verloren sind. Gegen Ende von Kapitel 3 wird Gottes Weg der Rettung dargestellt.
In Kapitel 4 zeigt Paulus noch einmal ganz deutlich, dass all das, worauf die Menschen bisher ihre Hoffnung gesetzt haben, nicht zählt. In Kapitel 5 erleben wir Paulus’ Begeisterung, wie er sich wirklich der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes rühmt. Er rühmt sich sogar der Trübsale, weil darin eine Festigkeit und ein Echtheitszertifikat seines Glaubens sichtbar werden. Paulus rühmt sich, dass Gott sein Gott ist.
In der zweiten Hälfte von Kapitel 5 wird erklärt, wie es überhaupt sein kann, dass die Tat eines einzelnen Menschen so viel bewirken kann. Paulus vergleicht das mit Adam und zeigt, dass es ein Beispiel aus der Geschichte gibt, in dem die Tat eines einzelnen Menschen so viel bewirkt hat: damals die Verlorenheit der Menschheit durch Adam und heute das Potenzial zur Rettung der Menschheit durch das, was Jesus in seinem Gehorsam und am Kreuz getan hat.
Kapitel 5 endet in Vers 20 mit den Worten: „Wobei die Sünde überhandgenommen hat, ist die Gnade noch viel reicher geworden. So wie die Sünde im Tod geherrscht hat, so herrscht auch die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“ Die Gnade herrscht oder regiert.
Mit dieser Aussage, die Paulus einfach so in den Raum stellt, endet Kapitel 5. Damit endet auch der Teil des Römerbriefs, den man als evangelistisch bezeichnen kann – also der Teil, in dem das Evangelium erklärt wird und der für Ungläubige, für Menschen, die noch gerettet werden müssen, relevant ist. Ein solcher Abschnitt kommt dann noch einmal in Kapitel 10 vor, wenn es speziell um die Juden, Israel und die Zukunft Israels geht.
An dieser Stelle ist es jedoch erstmals zu Ende. Mit dem Satz „Die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn“ geht Paulus dazu über, in den nächsten drei Kapiteln quasi ausschließlich zu Gläubigen zu sprechen.
Die Herausforderung des christlichen Lebens: Von der Gnade zur Lebensführung
Ja, was heißt es, dass die Gnade regiert?
In den Kapiteln sechs bis acht geht es um die Frage: Wie wollen wir leben? Wie sollen wir leben? Und wie können wir so leben, wie wir eigentlich sollen? Wie können wir als Christen so leben, wie wir eigentlich sollen? Und wie sollen wir überhaupt leben als Christen?
Wenn man diese drei Kapitel grob einteilen möchte, dann behandelt Kapitel sechs im Wesentlichen die Frage: Wie sollen wir leben? Oder positiver formuliert: Wie wollen wir als Christen leben?
Die Kapitel sieben bis acht, ungefähr bis Vers vierzehn, beschäftigen sich mit der Frage, wie wir es schaffen können, so zu leben, wie wir eigentlich sollen. Dabei werden wir zwei Teile unterscheiden.
In Kapitel 8, Vers 15, gibt es einen Ausblick. Wenn wir in einer bestimmten Weise leben sollen und es offensichtlich oft schwierig ist, so zu leben, stellt Paulus dort vor unsere Augen, wofür sich der ganze Aufwand eigentlich lohnt. Das ist die Frage, die Paulus in Kapitel 8, Vers 15, noch einmal klar macht: Wozu lohnt es sich, ein solches Leben zu führen?
Die zentrale Frage des Lebenswandels: Ist Sünde noch erlaubt?
Aber fangen wir einfach jetzt an und schauen mal rein in Römer Kapitel 6. Wie wollen wir leben? Wie sollen wir leben?
Ich werde den Text ein bisschen in zwei Teile unterteilen. Beide fangen ganz ähnlich an. Im Text, Kapitel 6, Vers 1, heißt es: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme?“ Und in Vers 15 steht: „Was nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade sind?“
Also stellt Paulus in diesem Kapitel zweimal die Frage: Ist es okay zu sündigen? Ist es vielleicht sogar gut, im Extrem zu sündigen?
Im ersten Abschnitt, Kapitel 6, Verse 1 bis 14, wird diese Frage gestellt. Sie wurde ganz ähnlich schon von Ungläubigen ein paar Kapitel vorher gestellt. So nach dem Motto: „Doch unsere Sünde zeigt, wie gnädig Gott ist. Ist es da nicht eigentlich gut, weiter zu sündigen? Immerhin zeigt sich dadurch doch noch mehr, wie gnädig Gott ist. Ist das nicht eigentlich gut für ihn? Dann kann er zeigen, wie geduldig und gnädig er ist und wie viel er vergibt.“
Also könnten wir doch eigentlich weiterleben wie bisher. Gott würde dadurch doch letzten Endes nur besser dastehen.
Na ja, und wir wissen, dass das meistens, wenn solche Fragen gestellt werden, eigentlich nur eine Ausrede ist. Es gibt Menschen, die würden gerne so weiterleben wie bisher.
Von daher können wir die Frage, glaube ich, ein bisschen verallgemeinern und auch ohne dieses seltsame Argument so stehen lassen: Wenn wir zu Gott gekommen sind, wenn wir zu Jesus gekommen sind – können wir eigentlich so weiterleben wie bisher?
Ab Vers 15 glaube ich, dass die Frage eine Nuance anders ist. Hier geht es nicht mehr um das Thema: „Wir ändern unser Leben einfach gar nicht.“
Sondern hier geht es, glaube ich, mehr darum: „Wir leben ja prinzipiell schon mal anders. Aber ist es denn so schlimm, wenn wir einzelne sündige Gewohnheiten beibehalten? Oder ist es so schlimm, wenn wir sündigen? Sündigen kann doch ganz nett sein, wenn wir einfach mal eine Gelegenheit suchen oder eine Gelegenheit wahrnehmen, zwischendurch zu sündigen. Ist das so schlimm? Wir wissen doch, dass die Gnade regiert und dass Gott uns vergibt.“
Okay, also in der ersten Hälfte sprechen wir darüber, ob wir unser Leben überhaupt ändern müssen. In der zweiten Hälfte sprechen wir darüber, ob es schlimm ist, ab und zu mal mit der Sünde zu spielen – ein bisschen überspitzt ausgedrückt.
Die Antwort auf die Frage nach dem Lebenswandel: Neues Leben durch Taufe
Ich lese mal ein paar Verse vom Anfang von Kapitel sechs. Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme? Das sei fern.
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch darin leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir alle auf Christus Jesus getauft worden sind, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, damit wir, so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, auch in Neuheit des Lebens wandeln.
Denn wenn wir mit ihm eins gemacht worden sind in der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch in der seiner Auferstehung sein. Wir wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei und wir der Sünde nicht mehr dienen.
Wenn wir gestorben sind, sind wir freigesprochen von der Sünde. Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Denn wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist und nicht mehr stirbt. Der Tod herrscht nicht mehr über ihn.
Denn was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben. Was er aber lebt, lebt er Gott. So haltet auch ihr dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebendig in Christus Jesus.
Also herrsche nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, um seinen Begierden zu gehorchen. Stellt doch nicht eure Glieder der Sünde dar als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit.
Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.
Paulus gibt auf die Frage, ob wir einfach so weiterleben sollen wie bisher, zuerst eine ganz kurze Antwort: Das sei fern. Er meint damit: Seid ihr verrückt? Wie könnt ihr auf die Idee kommen, ihr, die ihr der Sünde gestorben seid, noch darin zu leben? Wie kann man überhaupt auf so eine Idee kommen, dass man weiterleben soll wie bisher?
Paulus ist entsetzt, dass man so eine Frage überhaupt stellt. In den Versen drei bis elf gibt er dann eine ausführlichere Antwort. Ich möchte nun Stück für Stück mit euch diese Antwort anschauen.
Kapitel 6, Vers 3: Oder wisst ihr nicht, dass wir alle auf Christus Jesus getauft worden sind, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, damit wir, so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, auch in Neuheit des Lebens wandeln.
Paulus sagt: Wisst ihr, unser altes Leben ist beendet. Schaut mal, sagt er, ihr seid doch zu Jesus gekommen. Ihr seid zu Jesus gekommen, ich meine, ihr habt Kapitel 2 und 3 gelesen. Ihr seid zu Jesus gekommen als Menschen, die verstanden haben, dass sie in den Augen Gottes wirklich hoffnungslose Verbrecher sind.
Ihr seid zu Jesus gekommen im Glauben, dass da jemand ist, der für eure Sünden gestorben ist. Was heißt das denn?, fragt Paulus. Was heißt es, dass jemand für eure Sünden gestorben ist? Das heißt, dass euer altes Leben so schlimm war, dass es in den Augen Gottes die Todesstrafe verdient hat.
Das ist für uns schwer vorstellbar. Wir haben schon mal darüber gesprochen im Rahmen des Römerbriefs, weil wir uns selbst oft noch für relativ gut halten. Natürlich sind wir keine guten Menschen, und intellektuell würde keiner von uns sagen, ich bin wirklich gut. Aber wir fühlen uns doch alle noch als relativ anständige, gute Bürger.
Es ist für uns ein schwerer intellektueller Prozess, so weit zu kommen, dass wir sagen: Nein, Gott sieht es anders. Gott empfindet mein Leben, wie ich es geführt habe, und meine Persönlichkeit, die dahintersteckt, vor allem so, dass ich die Todesstrafe verdient habe. Dass es besser wäre, wenn ich nicht weiterlebe.
Damals ist Jesus gekreuzigt worden, das war ziemlich brutal. Das haben wir heute nicht mehr. In manchen Ländern kann man heute mit einer Giftspritze hingerichtet werden oder auf dem elektrischen Stuhl.
Paulus sagt: Als ihr zu Jesus gekommen seid, habt ihr gesagt, das ist das, was ich verdient habe – von meinem Charakter her, von meiner Persönlichkeit, von meinem Leben. Und dann habt ihr euch taufen lassen, sagt Paulus. Ihr habt es noch einmal gesagt, ihr habt es richtig ausgedrückt: Jesus ist gestorben für mein altes Leben. Ich möchte wirklich anerkennen, dass mein altes Leben die Todesstrafe verdient hat.
Symbolisch habt ihr euer altes Leben unter Wasser begraben. Ihr habt gesagt, es ist nur den Tod wert, und Jesus ist für mich gestorben. Damit soll mein altes Leben nicht nur bezahlt, sondern auch zu Ende sein.
Das ist das, was ihr in der Taufe ausgedrückt habt. Ihr seid auf seinen Tod getauft worden. Ihr seid mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod. Ihr habt gesagt: Das ist das Ende meines alten Lebens in der Taufe.
Und jetzt wollt ihr wirklich ernsthaft fragen, ob ihr nach eurer Taufe so weiterleben könnt wie vorher? Ernsthaft? Fragt Paulus. Habt ihr vergessen, was das Urteil über euer altes Leben war? Das könnt ihr nicht ernst meinen.
Gottes Ziel ist es, dass wir ein neues Leben führen. Am Ende von Vers 4 lesen wir: Wir sind mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, damit, so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
Paulus sagt: Gott hatte ein Ziel damit. Er hatte ein Ziel, dass er dich bis zu dem Punkt gebracht hat, dass du verstehst, was dein Leben in den Augen Gottes bedeutet und wert ist.
Gott hatte ein Ziel, dass du verstehst, dass Jesus für dich gestorben ist und dass dein altes Leben in Jesu Tod auch zu Ende sein soll und muss.
Er hatte das Ziel, dass du ein neues Leben führst mit dem auferstandenen Jesus. Darum hat Gott sich den ganzen Stress mit dir gemacht, nicht nur, damit du irgendwann mal im Himmel ankommst, sondern auch dafür, dass du neues Leben führst, ein anderes Leben.
Frage nicht danach, ob du dein altes Leben weiterführen kannst. Gott hat so viel investiert, um dir die Möglichkeit zu geben, ein neues Leben zu führen.
Die Bedeutung des Todes mit Christus und das neue Leben
Vers fünf: Denn wenn wir mit Jesus eins gemacht worden sind in der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch in der Gleichheit seiner Auferstehung sein. Wir wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei und wir der Sünde nicht mehr dienen.
Paulus sagt, wir sind in den Augen Gottes organisch mit Jesus verwachsen. Auf der einen Seite ist Jesus hingerichtet worden, und Gott tut einfach so, als wäre es unsere Hinrichtung gewesen. Damit sind alle deine Sünden bezahlt, du hast die Strafe dafür getragen. Jesus hat die Strafe getragen, aber Gott sieht uns so eng mit Jesus verbunden, dass er sagt: Deine Strafe ist bezahlt, deine ganze Sünde ist bezahlt. Du musst sie nicht mehr mit dir herumtragen, nicht mehr hochholen und hervorholen. Du bist schon dafür hingerichtet worden.
Mehr kann man nicht machen, also kannst du so schlecht sein, wie du willst – mehr als dich umbringen kann man nicht mit dir tun. So sieht Gott uns letzten Endes als mit Jesus hingerichtete Menschen. Aber genauso verwachsen mit ihm sollen wir auch leben.
Paulus erklärt das in den nächsten Versen, besonders in Vers sechs: Da wir dieses Wissen haben, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, sollen wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.
Das ist der erste Punkt des Heilsmittels Gottes, des Mittels zur Befreiung. Darauf wird Paulus in Kapitel 8 zurückkommen. Immer wieder kehrt er zu diesem Punkt zurück, der in Vers 7 steht: Wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.
Das bedeutet: In den Augen Gottes ist die Höchststrafe für deine Sünde bereits bezahlt – egal, was du noch tun kannst in deinem Leben. Wie der Vorhersehung im Römerbrief bewahrt uns weiterhin davor zu sündigen, gilt: Egal, was du noch an Sünde tun kannst, du kannst nicht mehr verdienen als die Todesstrafe, und diese Strafe ist schon bezahlt. Du kannst keine Sünde mehr tun, für die noch nicht bezahlt ist.
Warum ist das eine Befreiung? Die Sünde ist schon bezahlt. Das ist eine Befreiung, weil der Mensch darauf angelegt ist, mit Gott zu leben. Leider hat der Mensch eine Natur, die dazu neigt und hingezogen ist, zu sündigen. Es gibt eigentlich nur eine Chance für uns, ein verändertes Leben zu führen: wenn wir in enger Gemeinschaft mit Gott sind.
Wenn wir mit Gott reden, wenn wir ihn eingreifen lassen in unser Leben, wenn wir vor ihm offen sind und uns von ihm verändern lassen. Paulus schreibt in Kapitel 8 darüber, wie das geschieht – durch den Heiligen Geist, der uns wirklich verändert.
So sind wir gemacht. Ganz allein und ohne Gott rutschen wir immer tiefer in Dinge hinein, die Gott hasst, die er Sünde nennt. Aber wenn wir in Beziehung mit Gott sind, wenn wir wirklich mit Gott unser Leben führen, wenn wir mit Gott den Tag anfangen und immer wieder im Laufe des Tages zu ihm aufschauen, dann gibt es die Kraft und die Möglichkeit, anders zu leben.
Die Dynamik von Sünde, Gewissen und Vergebung im neuen Leben
Okay, was ist normalerweise passiert, bevor Jesus gestorben ist? Na ja, irgendwann hat jeder Mensch gesündigt. Und dann steht da: Eure Sünden haben eine Trennung gemacht zwischen euch und eurem Gott. Jede Sünde belastet unser Gewissen und bringt uns ein Stück weiter weg von Gott.
Was hat es bewirkt, wenn wir ein Stück weiter weg waren von Gott? Na ja, wir haben noch weniger Kraft, das Gute zu tun. Der Sog der Sünde wird stärker, und umso schneller haben wir wieder gesündigt. So sind wir wieder einen Schritt weiter weg von Gott, weil unser Gewissen und diese Sünde die Mauer zwischen uns und Gott höher gemacht haben.
Jetzt hatten wir noch weniger Verbindung zu Gott und noch weniger Kraft, der Sünde zu widerstehen. Ihr versteht das Prinzip.
Und was Paulus jetzt sagt: Genau dieses Prinzip, dieses Naturgesetz, ist durchbrochen worden, indem Jesus gesagt hat, ich habe für alle eure Sünden bezahlt.
Was passiert jetzt, wenn wir als Christen sündigen? Wenn wir als Christen sündigen, trennt es von unserem Gewissen her und ein Stück weit von Gott. Aber was wir tun können, ist: Wir können in demselben Augenblick, in dem uns das auffällt, in demselben Augenblick, in dem wir merken, wir haben etwas falsch gemacht, das belastet unser Gewissen und unsere Beziehung zu Gott.
In dem Augenblick können wir zu Gott kommen und sagen: Es tut mir leid. Du hast es vorher gewusst, du weißt, wie ich bin. Du hast gesagt, ich habe den Tod verdient, die Todesstrafe. Und mit Jesus, deinem Sohn, bin ich schon gestorben.
Danke, dass du mir vergibst. Wir können unsere Sünde bekennen und Vergebung in Anspruch nehmen – und das in einem Augenblick. Denn du musst nicht sagen: Ja, es ist ja blöd, jetzt habe ich schon etwas getan gegen Gott. Dann muss ich zumindest mal einen Tag in Sack und Asche sein, traurig sein und darf ihn nicht angucken, damit er richtig merkt, wie leid mir das tut.
Nein, nein! In dem Augenblick weißt du: Die Sünde ist schon bezahlt. Du musst sie nicht durch Reue bezahlen, durch Asche und Sack und sonst irgendwas. Vor allem musst du nicht mehr wegschauen von Gott.
In dem Augenblick, in dem dir die Sünde bewusst wird, kannst du zu Gott aufschauen. Dann kannst du sagen: Vergib mir und danke, dass es schon bezahlt ist.
Die Sünden, die wir ab und zu in unserem Leben tun, müssen unsere Beziehung zu Gott nicht mehr belasten. Und das gibt eine Dynamik für ein neues Leben, weil die Beziehung zu Gott, die nicht unterbrochen wird, uns hilft, nicht immer tiefer in die Sünde zu fallen und nicht immer weiter wegzukommen von Gott.
Das ist das Geheimnis – oder ein Geheimnis – dessen, was es heißt, dass unsere Sünden jetzt schon bezahlt sind. Nicht erst im Himmel ganz zum Schluss bei der Abrechnung, wenn Gott sagt: Okay, und jetzt sage ich dir, deine Sünden sind bezahlt worden. Nein, er möchte hier ein verändertes Leben.
Und das funktioniert, indem er uns hier klar macht, dass unsere Sünden bezahlt worden sind. Denn wer gestorben ist – in den Augen Gottes sind wir mit Jesus gestorben an diesem Kreuz – ist freigesprochen von der Sünde.
Die Sünde muss uns nicht mehr belasten. Sie muss uns nicht mehr von Gott wegbringen. Darum kann die Sünde auch nicht mehr die Macht über uns entfalten, die sie vorher hatte – diese Macht, uns immer weiter von Gott wegzuziehen.
Leben in der Auferstehung: Gemeinschaft mit dem lebendigen Christus
Ja, und das Zweite, was uns hilft, ein neues Leben zu führen, steht in Vers 8: Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist und nicht mehr stirbt. Der Tod herrscht nicht mehr über ihn.
Denn was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben. Was er aber lebt, lebt er Gott. Wisst ihr, sagt Paulus, in den Augen Gottes seid ihr organisch mit Jesus verbunden – nicht nur in seinem Tod, sondern auch in seinem Leben.
Wir können jetzt mit dem auferstandenen Jesus zusammenleben. Und was ist das für ein Leben? Es ist das Leben mit jemandem, der einmal für Sünden bezahlt hat und nie mehr stirbt. Gott sagt: Ihr gehört mit Jesus zusammen, jetzt und für immer.
Wie lange lebt Jesus? Wann stirbt er wieder? Wie lange geht unser Leben mit Jesus? Paulus sagt, Jesus stirbt gar nicht mehr. Und wenn ihr zu ihm gehört, dann dürft ihr ewig mit ihm leben. Euer Leben und das, was ihr in eurem Leben tut und tun könnt, hat eine Perspektive, die in die Ewigkeit hineinreicht.
Paulus sagt: Leute, Gott hat so deutlich gesagt, für was er das alles investiert hat, was er in euch investiert hat. Gott hat gesagt: Ich investiere es in euch, damit ihr in Neuheit des Lebens wandelt. Gott hat seinen Sohn gegeben, damit er für dein Leben stirbt, das du vorher geführt hast, und damit du mit ihm zusammenleben kannst – ein neues Leben.
Und ihr wollt wissen, ob ihr weiterleben könnt wie vorher? Ihr müsst verrückt sein, sagt Paulus. Vers 11: So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus.
Haltet fest, dass die Sünde rechtlich keine Macht mehr über euch hat, euch nicht in ihren Strudel ziehen und euch von Gott wegbringen kann. Haltet daran fest, dass die Sünde nicht herrschen kann und auch nicht herrschen soll in unserem Leben, denn das ist offensichtlich Gottes Ziel.
Und haltet es fest, dass ihr in Gemeinschaft mit Jesus für Gott leben dürft und sollt.
Der Aufruf zum bewussten Lebenswandel: Werkzeuge der Gerechtigkeit
Vers zwölf: Herrscht nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, um seinen Begierden zu gehorchen. Es ist wichtig, gleich darauf einzugehen, was das bedeutet.
Stellt nicht eure Glieder der Sünde als Werkzeuge der Ungerechtigkeit zur Verfügung. Stattdessen stellt euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten. Das ist sein Appell: Stellt euch vor Gott, stellt euch Gott zur Verfügung wie Menschen, die tot waren und lebendig geworden sind – aus Dankbarkeit.
Stellt euch Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten. Stellt eure Glieder Gott zur Verfügung als Werkzeuge der Gerechtigkeit. Lebt nicht für die Ungerechtigkeit dieser Welt. Stellt euch Gott zur Verfügung!
Stellt euch selbst Gott als Lebende aus den Toten dar und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.
Ein Weiterleben wie bisher ist völlig indiskutabel, denn Gott hat so viel investiert, um ein neues Leben zu ermöglichen. Und er hat ganz andere Ziele für unser Leben.
Die Gefahr der Gewohnheitssünde trotz Gnade
Okay, Paulus, das ist das Prinzip: nicht mehr so leben wie vorher. Aber schau mal, du hast gerade gesagt, wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. Und wenn wir nicht unter dem Gesetz stehen – also nicht eine Regel nach der anderen und eine Vorschrift nach der anderen –, sondern unter der Gnade, bei der Gott sagt: „Ja, auch wenn es bei dir im Leben schiefgeht, ich bin gnädig und du kannst zurückkommen“ – ist es dann so schlimm, wenn wir ab und zu sündigen? Wenn wir ein paar Lieblingssünden haben, die wir ab und zu tun?
Du hast uns jetzt erklärt, dass unser ganzes Leben im Großen und Ganzen natürlich anders sein soll und für Gott sein soll. Aber wenn ich sündige, kann ich doch immer zu Gott kommen und seine Gnade wieder in Anspruch nehmen. Es ist schwierig für den Menschen, wenn wir so gern sündigen. Ich weiß nicht, welche Sünde du gerne tust, aber es entspricht hundert Prozent der menschlichen Natur. Irgendwie haben wir den Eindruck, dass es etwas ist, was wir brauchen. Und darum stellen wir immer wieder diese Fragen: Wie schlimm ist es, wenn ich sage, Gott vergib mir die Sünde, die ich heute Abend tun will? Man kann es ja schon mal im Vorhinein so ein bisschen sagen, oder?
Was nun? Vers 15: „Sollten wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind?“ Das sei fern. Niemals! Seid ihr verrückt? Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch darstellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht – entweder der Sünde zum Tod oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?
Wisst ihr, sagt Paulus, wahrscheinlich habt ihr es jetzt verstanden: Juristisch gesehen seid ihr nicht mehr Sklaven der Sünde. Die Sünde kann euch nicht dauerhaft immer weiter von Gott wegbringen, weil ihr gar keinen Weg zurück mehr findet. Juristisch gesehen könnt ihr immer kommen, ihr könnt immer Vergebung bekommen, ihr könnt immer zu Gott zurückkommen. In diesem Sinn seid ihr nicht mehr Sklaven der Sünde und des Todes.
Aber, sagt Paulus, das ist nicht der einzige Aspekt unseres Lebens, oder? Ich meine, Jura spielt in Deutschland eine große Rolle, wir haben so viele Gesetze. Aber das ist nicht der einzige Aspekt unseres Lebens, wie wir vor Gericht abschneiden würden. Paulus sagt, es gibt nicht nur rechtliche Sklaverei, also dass du unter einem fremden Herrn verkauft bist, sondern es gibt auch Sklaverei aus Gewohnheit.
Es gibt viele Geschichten – ich weiß nicht, ob irgendwelche davon stimmen –, aber es gibt Geschichten, als die Sklaven damals im amerikanischen Bürgerkrieg befreit wurden, offiziell, nachdem die Nordstaaten gewonnen hatten. Und wie viele davon, die diesen Aufruf „Ihr seid frei, ihr könnt weggehen von da, wo ihr seid“ nicht gefolgt sind! Und nicht nur die, die dachten, sie hätten es gut bei ihrem Herrn, sondern einfach Menschen, die es nie gewöhnt waren, selbständig zu leben und die, obwohl ihre Herren sie schlecht behandelt haben, einfach aus Gewohnheit da geblieben sind, aus Gewohnheit ihnen weiter gehorcht haben, aus Gewohnheit sich haben weiterschlagen lassen.
Es gibt also nicht nur eine rechtliche Sklaverei. Rechtlich waren sie in diesem Augenblick in Amerika frei. Gut, ich meine, sie mussten immer noch weggehen und irgendwie loskommen, falls ihre Herren versucht haben, sie mit Gewalt festzuhalten. Aber theoretisch rechtlich waren sie frei. Aber das heißt noch nicht, dass sie innerlich frei waren, dass sie frei waren von dieser Gewohnheit, als Sklaven zu leben.
Gut, ich meine, wir leben nicht als Sklaven der Sünde, obwohl wir es so schrecklich finden, sondern meistens, weil wir irgendetwas Erstrebenswertes an der Sünde finden. Paulus sagt: Leute, Sünde ist für uns offensichtlich so attraktiv, dass die Suchtgefahr extrem ist. Ich glaube, das ist das, was er hier sagen will.
Wenn du sagst, ich kann ab und zu sündigen und bekomme ja dann wieder vergeben, bilde dir nicht ein, dass du frei bist. Sondern dieses Ab und zu deinen Lieblingssünden nachgehen wird dich in die sündige Abhängigkeit von Sünde führen. Ihr seid Sklaven dessen, dem ihr gehorcht, ganz einfach und ganz praktisch. Und wenn ihr der Sünde und eurem Verlangen nach Sünde gehorcht, versklavt ihr euch wieder unter die Sünde, obwohl ihr das nicht mehr müsstet.
Pass auf, sagt Paulus, Sünde, mit der ich spiele, geht immer weiter, und es wird zu einer Sucht. Und das ist nicht das, was im Leben eines Christen passieren sollte.
Vers 17: „Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid. Freigemacht aber von der Sünde seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.“
Ihr wart Sklaven der Sünde, aber ihr seid von Herzen gehorsam geworden Gott gegenüber. Ich finde den Ausdruck hier so schön: Da steht, ihr seid von Herzen gehorsam geworden dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid. Weißt du, was das heißt?
Ich meine, einmal ist es eh toll, dass er diesen Römern von ganzem Herzen sagen kann: Ich weiß, dass ihr von Herzen gehorsam geworden seid Gott gegenüber. Aber was heißt das hier? Von Herzen gehorsam geworden dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Die eine Möglichkeit ist so diese – ja, wie gesagt, diese deutsche und auch die, die so ein bisschen im Alten Testament ist und die die Pharisäer dann so bis zum Extrem praktiziert haben: Ich bin gehorsam jedem Gesetz, das ich irgendwo aufgeschrieben finde. Und um mich wirklich auf den richtigen Weg zu bringen, muss man auf jeden Fall genügend Gesetze haben, um jeden Fall abzudecken. Denn eigentlich möchte ich ja sündigen, und wenn ich eine Lücke finde, eine Gesetzeslücke von etwas, was nicht ausdrücklich verboten ist, dann darf ich das hier offensichtlich machen. Das ist Gehorsam dem Buchstaben meines Gesetzes.
Aber Paulus sagt: Ihr seid anders. Christen sind anders. Christen sind von Herzen gehorsam geworden dem Bild der Lehre, dem sie übergeben worden sind. Das ist das, was wir im Neuen Testament haben. Wir haben bestimmte Sachen, die uns gezeigt werden, die Gott möchte. Wir haben Dinge, die uns gezeigt werden, die Gott nicht möchte, die seinem Charakter nicht entsprechen.
Wir haben sehr viel davon gezeigt bekommen, wie Jesus ist und wie Gott ist, und das Ganze gibt so etwas, was wie ein Bild ist, wie ein großes Bild. Und jetzt muss ich nicht mehr herumlaufen und sagen: Finde ich irgendwie eine Lücke in diesen Tausenden von Gesetzen? Sondern ich sage: Ich möchte so leben, dass es in dieses Bild passt, ob es ausdrücklich etwas dafür oder ausdrücklich etwas dagegen gibt. Das interessiert mich nicht.
Ich habe verstanden, wie Gott prinzipiell ist, ich habe verstanden, was Gott prinzipiell möchte, was ihm gefällt, und ich möchte so leben, dass es in dieses Bild passt. Gott hat uns sein Wort gegeben, vielleicht uns speziell noch das Neue Testament, aber auch vieles aus dem Alten, um uns dieses Bild zu geben.
Paulus hat gesagt, ihr habt euch bekehrt durch mich oder durch jemand anders, bei den Römern meistens durch jemand anders. Und nachdem ihr euch bekehrt hattet, habt ihr das Wort Gottes beigebracht bekommen, wie ein großes Bild, wie Gott ist und was er möchte. Und dann musste derjenige euch irgendwie allein lassen und hat gesagt: Das ist das Bild, diesem Ziel, diesem Rahmen übergebe ich euch, darin lebt.
Paulus sagt: Und ihr seid von Herzen gehorsam geworden dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid. Freigemacht aber von der Sünde seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.
Paulus sagt, wisst ihr, so leben wir, so lebt ihr und so leben wir. Wir sind frei, aber wir leben so, als wären wir unter diesem Weg, unter diesem schmalen Weg mit Gott versklavt, als wären da rechts und links hohe Zäune und wir könnten gar nicht rechts und links weg, wir leben so.
Da sind keine Zäune, wir können nach rechts und links, aber wir haben uns entschieden, das nicht zu tun. Wir haben uns entschieden, wie wir früher unter der Sünde versklavt waren, so zu leben, als Menschen, die unter der Gerechtigkeit versklavt sind.
Wir haben gesagt, so wollen wir leben, auf diesem schmalen Weg wollen wir leben, als wären wir Sklaven und könnten nicht anders und dürften nicht anders, als genau den Weg zu gehen, den Gott gehen möchte mit uns.
„Ich rede menschlich“, sagt er, „wegen der Schwachheit eures Fleisches, denn ebenso, wie ihr eure Glieder dargestellt habt als Sklaven der Unreinigkeit und der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit, so stellt jetzt eure Glieder dar als Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit.“
Wir haben uns für den Herrn entschieden, und wir wissen, dass wir nicht zwei Herren dienen können. Und wir wissen, dass wir zur Sünde neigen. Und darum haben wir uns für den Herrn entschieden und haben uns dafür entschieden, ein Leben zu führen – ich sage es einfach mal mit meinen Worten – als wären wir versklavt unter diesem gerechten Weg.
Wir haben uns entschieden zu leben, manchmal gegen unsere Vorstellung, manchmal gegen unsere Gefühle, manchmal gegen unsere Wünsche. Wir haben gesagt: Ich bin befreit worden, Gott hat so viel für mich getan, ich möchte freiwillig als Sklave Gottes leben, wie dieser Sklave im Alten Testament, der gesagt hat: Mein Herr würde mich freilassen, aber ich will gar nicht. Ich will mein Leben lang unter diesem Herrn leben, denn ich liebe meinen Herrn.
Und Paulus sagt, so zu leben kann wirklich eine Gewohnheit werden – im sehr positiven Sinn. Früher waren wir Sklaven von Unreinheit und Gesetzlosigkeit und bis zu einem gewissen Grad zu einer Zügellosigkeit.
Und jetzt stellen wir unsere, ja, unsere Glieder – das, was wir tun, da, wo wir hingehen, letzten Endes, aber auch was wir denken und was wir wollen – wir stellen es Gott zur Verfügung, Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit. Irgendwie, um schön zu sein, um rein zu sein, um nah bei Gott sein zu können. Das ist uns das wert.
Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, dann wart ihr frei von der Gerechtigkeit. Welche Frucht hattet ihr denn damals von den Dingen, über die ihr euch jetzt schämt? Denn ihr Ende ist der Tod.
Damals konntet ihr tun und lassen, was ihr wolltet, weil das waren die Dinge, die ihr wolltet. Ihr musstet nicht gerecht sein, da wart ihr frei davon. Ihr konntet das mal sein zwischendurch, aber ihr wart nicht daran gebunden.
Schaut euer Leben an, wie es war, was ist dabei herausgekommen? Oder wenn ihr noch sehr jung wart, als ihr euch bekehrt habt, was wäre dabei herausgekommen?
Paulus beschreibt es mit einem Wort: Tod.
„Ja wie, ich wäre irgendwann tot umgefallen.“ Ja, das auch. Aber ich glaube, Paulus meint hier mehr mit Tod: Wozu führt denn ein Leben in Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit, sagt Paulus?
Wir versuchen all das, was uns reizt, all das, was uns begehrenswert erscheint, mitzunehmen. Was kommt dabei heraus? Na ja, im besten Fall, dass wir Dinge festhalten, die Jahre unseres Lebens, die wir irgendwann nicht mitnehmen können, die wir sehr schmerzlich zurücklassen müssen. Das ist ein Stück weit tot.
Manche kann man schon nicht mitnehmen ins Alter, weil sie an die Jugend gebunden sind. Keine davon kann man mitnehmen über die Grenze des Sterbens hinaus. Wir investieren in Dinge, die tot sind.
Aber im ungünstigeren Fall – und das ist in vielen Dingen unseres Lebens – bedeutet Tod, dass wir Dinge kaputt machen. Nicht nur, dass wir Dinge festhalten wollen, die eh kaputtgehen, sondern dass wir Dinge kaputt machen.
Wie oft machen wir Beziehungen kaputt, weil wir Sünde leben. Die Frucht der Sünde ist Tod. Und wie kaputt macht uns das letztlich, wenn wir so viel kaputt gemacht haben.
Und wir bespielen das und versuchen doch noch ein bisschen Vergnügen aus unserem Leben herauszuholen. Und Paulus sagt: Habt ihr euer altes Leben nicht beobachtet? Habt ihr es nicht mal extrapoliert, irgendwie weitergeführt? Zu was es führt? Hat der nicht gemerkt, dass die Frucht ihres Lebens ohne Gott in vieler Beziehung tot ist?
Ich meine, das Erste, was wir kaputt gemacht haben, ist dieses Angebot der Beziehung mit Gott überhaupt. Die Beziehung zu Gott war als erstes tot, als wir diesen Lebensweg angefangen haben.
Und so viele Dinge, sagt ein Vers 21, über die wir uns jetzt schämen, und ihr Ende ist der Tod.
Jetzt aber – aber – ja, jetzt aber: Von der Sünde freigemacht und Gott zu Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht ja, nicht mehr Sachen, über die man sich schämt, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, irgendwie diesen Genuss, ein Leben zu führen, wie es Gott gefällt, und ein Leben zu führen, wie es eigentlich auch moralisch schön ist.
Heiligsein hat etwas mit Schönheit zu tun, mit innerer Schönheit. Und ich weiß nicht, ob du Schönheit noch wirklich genießen kannst, was so ein Genuss, wirkliche Schönheit zu sehen, ist.
Und Paulus sagt, diese Chance habt ihr. Wenn ihr euch Gott wirklich unterordnet und wirklich freiwillig als Sklaven Gottes lebt, dann kann die Frucht Heiligkeit sein. Dann könnt ihr – das ist jetzt alles zu pathetisch, gell – wirklich schön sein in den Augen Gottes und irgendwie dieses Empfinden bekommen, so, euer Leben wird Stück für Stück schöner.
Nicht angenehmer, aber schöner, dass euer Charakter schöner wird. Das ist Frucht. Als das Ende aber nicht Tod, sondern als das Ende aber ewiges Leben.
Und ewiges Leben – wisst ihr, was Jesus gesagt hat, was ewiges Leben ist? Das war keine rhetorische Frage. Also, was hat Jesus gesagt, was ewiges Leben ist? Das war schon die Hälfte, ja? Dass sie nicht allein waren, Gott und ...?
Genau. Das war jetzt zwei Drittel der Wahrheit, denn was ist die Wirbelstelle? Eine 17. Okay.
Das Ende aber ewiges Leben, nicht Tod, nicht Zerstörung, nicht festhalten an Dingen, die kaputtgehen, nicht Dinge selber kaputt machen, nicht sich selbst zerstören, nicht die Beziehung zu Gott zerstören, sondern Leben haben, eine Beziehung mit Gott, die lebendig ist, die da ist und die dann auch Beziehungen zu Menschen heil und gesund machen kann.
Leben, sagt Gott dazu. Ewiges Leben.
Ewiges Leben ist in der Bibel immer, hat immer zwei Bedeutungen. Die eine Bedeutung ist die Länge des Ganzen, gell, ewig ist lang. Und die zweite Bedeutung, ewiges Leben ist aber immer ein Qualitätsmerkmal.
Und ich denke, Paulus spricht hier von beidem und wahrscheinlich noch mehr von dem zweiten: Leben in einer wirklichen Qualität.
Denn der Lohn der Sünde, die gerechte Bezahlung für Sünde, ist der Tod.
Ja, natürlich, die gerechte Bezahlung für Sünde war, dass wir ewig tot sein sollten. Aber es ist nicht nur das. Die gerechte Bezahlung für Sünde ist, dass wir jetzt in diesem Leben schon Tod erleben – beides.
Das erste ist ja nur für die Ungläubigen, hier spricht Paulus für die Gläubigen.
Wisst ihr nicht, dass die Bezahlung, der gerechte Lohn von einem sündhaften Leben, der Tod ist? Ihr sagt es den Leuten in der Evangelisation, sagt er, wenn ihr euch nicht zu Gott bekehrt, werdet ihr den ewigen Tod leiden.
Aber das Prinzip gilt auch für euer Leben, sagt Paulus. Wenn ihr meint, als Christen könnt ihr mit Sünde spielen, das Ergebnis, der gerechte Lohn von Sünde ist Tod.
Für euch nicht mehr ewiger Tod, ihr seid gerettet, weil ihr Christen seid, weil Jesus für euch gestorben ist. Aber trotzdem werden so viele Dinge in eurem Leben, in eurer Beziehung zu Gott kaputtgehen, wenn ihr in diese Sucht der Sünde verfallt oder daran festhaltet.
Die gerechte Bezahlung der Sünde ist der Tod. Die Gnadengabe Gottes aber, das, was Gott euch aus Gnade gibt, ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
Sündigt nicht, sagt Paulus, spielt nicht mit Sünde, sonst werdet ihr Sklaven. Und was bei dieser Sklaverei herauskommt, habt ihr erlebt, das habt ihr beobachtet, das habt ihr euch ausrechnen können: Vieles stirbt.
Gott hat euch ewiges Leben, Gemeinschaft mit ihm, ein Leben in Heiligkeit als Gnadengabe gegeben und angeboten. Lebt darin.
Die Frage war: Können wir so weiterleben wie bisher? Und es ist schlimm, mit Sünde zu spielen. Paulus sagt: Tut es nicht.
Ihr habt so eine riesige Möglichkeit, anders zu leben, so viel schöner zu leben, in so viel gesündere Gemeinschaft zu leben – letzten Endes sogar mit dem lebendigen Gott und mit seinem auferstandenen Sohn. Werft es nicht weg.
Tja, und jetzt steht die Frage im Raum: Aber wie ist es, wenn ich in mein Leben reinschaue? Ich möchte es ja gerne, ich möchte ja gerne so leben, aber ich schaffe es doch nicht. Diese Kraft, die mich nach unten zieht, scheint immer noch so groß zu sein. Ich bin so weit von dem weg, wie ich leben möchte. Paulus, du hast gut reden in Römer 6.
„Es ist gut reden, mir die Trauben vor die Nase zu halten, was ich alles habe, wenn ich heilig lebe, aber ich schaffe es nicht, heilig zu leben.“
Das ist das Thema von Römer 7.
Die praktische Konsequenz: Von der Unreinheit zur Heiligkeit
Ich rede menschlich, sagt er, wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn ebenso, wie ihr eure Glieder dargestellt habt als Sklaven der Unreinigkeit und der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit, so stellt jetzt eure Glieder dar als Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit.
Wir haben uns für den Herrn entschieden, und wir wissen, dass wir nicht zwei Herren dienen können. Wir wissen auch, dass wir zur Sünde neigen. Darum haben wir uns für den Herrn entschieden und dafür, ein Leben zu führen – ich sage es einfach mal mit meinen Worten – als wären wir versklavt unter diesem gerechten Weg.
Wir haben uns entschieden zu leben, manchmal gegen unsere Vorstellung, manchmal gegen unsere Gefühle, manchmal gegen unsere Wünsche. Wir haben gesagt: Ich bin befreit worden, Gott hat so viel für mich getan. Ich möchte freiwillig als Sklave Gottes leben, wie dieser Sklave im Alten Testament, der gesagt hat: Mein Herr würde mich freilassen, aber ich will gar nicht. Ich will mein Leben lang unter diesem Herrn leben, denn ich liebe meinen Herrn.
Paulus sagt, so zu leben kann wirklich eine Gewohnheit werden – im sehr positiven Sinn. Früher waren wir Sklaven von Unreinheit und Gesetzlosigkeit und bis zu einem gewissen Grad auch von Zügellosigkeit. Jetzt aber stellen wir unsere Glieder – das, was wir tun, wo wir hingehen, und letzten Endes auch, was wir denken und wollen – Gott zur Verfügung. Wir sind Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit.
Irgendwie, um schön zu sein, um rein zu sein, um nah bei Gott sein zu können – das ist uns das wert. Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit.
Die Folgen eines Lebens ohne Gott und die Frucht der Heiligkeit
Welche Frucht hattet ihr damals von den Dingen, über die ihr euch jetzt schämt? Denn ihr Ende ist der Tod. Damals konntet ihr tun und lassen, was ihr wolltet, weil das die Dinge waren, die ihr wolltet. Ihr musstet nicht gerecht sein, ihr wart davon frei. Ihr konntet das mal sein zwischendurch, aber ihr wart nicht daran gebunden.
Schaut euer Leben an, wie es war. Was ist dabei herausgekommen? Oder wenn ihr noch sehr jung wart, als ihr euch bekehrt habt, was wäre dabei herausgekommen? Paulus beschreibt es mit einem Wort: Tod.
„Ja, wie? Ich wäre irgendwann tot umgefallen.“ Ja, das auch. Aber ich glaube, Paulus meint hier mehr mit Tod. Wozu führt denn ein Leben in Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit, sagt Paulus? Wir versuchen all das, was uns reizt, all das, was uns begehrenswert erscheint, mitzunehmen. Was kommt dabei heraus? Na ja, im besten Fall, dass wir Dinge festhalten, die Jahre unseres Lebens ausmachen, die wir irgendwann nicht mitnehmen können. Die wir sehr schmerzlich zurücklassen müssen. Das ist ein Stück weit tot. Manche Dinge kann man schon nicht mitnehmen ins Alter, weil sie an die Jugend gebunden sind. Keine davon kann man mitnehmen über die Grenze des Sterbens hinaus. Wir investieren in Dinge, die tot sind.
Im ungünstigeren Fall, und das ist in vielen Dingen unseres Lebens so, bedeutet Tod, dass wir Dinge kaputt machen. Nicht nur, dass wir Dinge festhalten wollen, die eh kaputtgehen, sondern dass wir Dinge kaputt machen. Wie oft machen wir Beziehungen kaputt, weil wir Sünde leben? Die Frucht der Sünde ist Tod. Und wie kaputt macht uns das letztlich, wenn wir so viel kaputt gemacht haben?
Und wir bespielen das und versuchen doch noch ein bisschen Vergnügen aus unserem Leben herauszuholen. Paulus sagt: Habt ihr euer altes Leben nicht beobachtet? Habt ihr es nicht mal extrapoliert, irgendwie weitergeführt, zu was es führt? Hat der nicht gemerkt, dass die Frucht ihres Lebens ohne Gott in vielerlei Beziehung tot ist?
Ich meine, das Erste, was wir kaputt gemacht haben, ist dieses Angebot der Beziehung mit Gott überhaupt. Die Beziehung zu Gott war als erstes tot, als wir diesen Lebensweg angefangen haben. Und so viele Dinge, sagt ein Vers 21, über die wir uns jetzt schämen, und ihr Ende ist der Tod.
Jetzt aber, aber, ja, jetzt aber: Von der Sünde freigemacht und Gott zu Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht. Nicht mehr Sachen, über die man sich schämt, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, irgendwie diesen Genuss, ein Leben zu führen, wie es Gott gefällt und ein Leben zu führen, wie es eigentlich auch moralisch schön ist.
Heiligsein hat etwas mit Schönheit zu tun, mit innerer Schönheit. Und ich weiß nicht, ob du Schönheit noch wirklich genießen kannst, was so ein Genuss, wirkliche Schönheit zu sehen, bedeutet. Paulus sagt, diese Chance habt ihr. Wenn ihr euch Gott wirklich unterordnet und wirklich freiwillig als Sklaven Gottes lebt, dann kann die Frucht Heiligkeit sein.
Dann könnt ihr — das ist jetzt alles zu pathetisch, gell — wirklich schön sein in den Augen Gottes und irgendwie dieses Empfinden bekommen, dass euer Leben Stück für Stück schöner wird. Nicht angenehmer, aber schöner, dass euer Charakter schöner wird. Das ist Frucht.
Als das Ende aber nicht Tod, sondern als das Ende aber ewiges Leben. Und ewiges Leben, wisst ihr, was Jesus gesagt hat, was ewiges Leben ist? Das war keine rhetorische Frage. Also, was hat Jesus gesagt, was ewiges Leben ist? Das war schon die Hälfte, ja? Dass sie nicht allein sind, Gott und ...? Genau. Das war jetzt zwei Drittel der Wahrheit, denn was ist die Wirbelstelle? Eine siebzehn.
Okay. Das Ende aber ewiges Leben, nicht Tod, nicht Zerstörung, nicht Festhalten an Dingen, die kaputtgehen, nicht Dinge selber kaputt machen, nicht sich selbst zerstören, nicht die Beziehung zu Gott zerstören, sondern Leben haben, eine Beziehung mit Gott, die lebendig ist, die da ist und die dann auch Beziehungen zu Menschen heil und gesund machen kann.
Leben, sagt Gott dazu. Ewiges Leben. Ewiges Leben ist in der Bibel immer, hat immer zwei Bedeutungen. Die eine Bedeutung ist die Länge des Ganzen, ewig ist lang. Und die zweite Bedeutung: Ewiges Leben ist aber immer ein Qualitätsmerkmal. Und ich denke, Paulus spricht hier von beidem und wahrscheinlich noch mehr von dem zweiten Leben in einer wirklichen Qualität.
Denn der Lohn der Sünde, die gerechte Bezahlung für Sünde, ist Tod. Ja, natürlich, die gerechte Bezahlung für Sünde wäre, dass wir ewig tot sein sollten. Aber es ist nicht nur das. Die gerechte Bezahlung für Sünde ist, dass wir jetzt in diesem Leben schon Tod erleben — beides.
Das erste ist ja nur für die Ungläubigen. Hier spricht Paulus für die Gläubigen. Wisst ihr nicht, dass die Bezahlung, der gerechte Lohn von einem sündhaften Leben, Tod ist? Ihr sagt es den Leuten in der Evangelisation, sagt er: Wenn ihr euch nicht zu Gott bekehrt, werdet ihr den ewigen Tod leiden. Aber das Prinzip gilt auch für euer Leben, sagt Paulus. Wenn ihr meint, als Christen könnt ihr mit Sünde spielen, das Ergebnis, der gerechte Lohn von Sünde ist Tod.
Für euch nicht mehr ewiger Tod, ihr seid gerettet, weil ihr Christen seid, weil Jesus für euch gestorben ist. Aber trotzdem werden so viele Dinge in eurem Leben, in eurer Beziehung zu Gott kaputtgehen, wenn ihr in diese Sucht der Sünde verfallt oder daran festhaltet.
Die gerechte Bezahlung der Sünde ist der Tod. Die Gnadengabe Gottes aber, das, was Gott euch aus Gnade gibt, ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
Sündigt nicht, sagt Paulus, spielt nicht mit Sünde, sonst werdet ihr Sklaven. Und was bei dieser Sklaverei herauskommt, habt ihr erlebt, das habt ihr beobachtet, das habt ihr euch ausrechnen können: Vieles stirbt.
Gott hat euch ewiges Leben, Gemeinschaft mit ihm, ein Leben in Heiligkeit als Gnadengabe gegeben und angeboten. Lebt darin.
Die Frage war: Können wir so weiterleben wie bisher? Und es ist schlimm, mit Sünde zu spielen. Paulus sagt: Tut es nicht. Ihr habt so eine riesige Möglichkeit, anders zu leben, so viel schöner zu leben, in so viel gesündere Gemeinschaft zu leben, letzten Endes sogar mit dem lebendigen Gott und mit seinem auferstandenen Sohn. Werft es nicht weg.
Die Herausforderung der Lebensführung: Der Kampf mit dem Fleisch
Tja, und jetzt steht die Frage im Raum: Wie sieht es aus, wenn ich in mein Leben hineinschaue?
Ich möchte es ja gerne. Ich möchte gerne so leben, wie es richtig ist. Aber ich schaffe es nicht. Diese Kraft, die mich nach unten zieht, scheint immer noch so groß zu sein. Ich bin so weit entfernt von dem, wie ich leben möchte.
Paulus, du hast es gut gesagt in Römer 6. Es ist leicht, mir die Trauben vor die Nase zu halten und zu sagen, was ich alles habe, wenn ich heilig lebe. Aber ich schaffe es nicht, heilig zu leben.
Genau das ist das Thema von Römer 7.
