Serie•Teil 5 / 7Titus
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Übergang zum Thema
Ich möchte mit euch weitermachen im Titusbrief. Letztes Mal hatten wir die alten Männer, und jetzt kommen logischerweise die reifen Schwestern. Wir werden uns anschauen, was der Titusbrief über die reifen Schwestern zu sagen hat. Wie sieht gesunde Lehre für reife Schwestern aus?
Das sind gar nicht so viele Verse. Letztes Mal waren es auch nicht viele Verse. Also bleiben wir heute bei Titus 2, Verse 3 bis 5. Es geht um die Frage: Worauf muss man achten, wenn man eine reife, ältere Schwester ist?
Gut, also Titus 2. Schön, dass ihr die Bibel dabei habt. Vers 3: Am Anfang heißt es: ebenso. Das ist so der Literaturmarker, damit man weiß: Wir hatten eben die alten Männer, jetzt kommen die alten Frauen. Ebenso die alten Frauen in ihrer Haltung, dem Heiligen angemessen.
Alte Frauen stehen also für das Heilige. Ihre Haltung, und damit ist ihr Auftreten gemeint, aber auch ihr Erscheinen, das Ganze, wie sie sich geben, soll dem Heiligen angemessen sein. Früher hieß das in der Elberfelder: wie es der Heiligkeit geziemt.
Das Auftreten einer reifen Schwester soll ihrer Stellung als einer Priesterin Gottes entsprechen. Sie repräsentiert Gott in dieser Welt. Sie ist ein lebendiger Stein im Tempel Gottes, und das ist nichts anderes als die Gemeinde. Und ihr Leben soll ein Ausdruck davon sein, wer sie ist, ein Ausdruck ihrer Hingabe an Gott.
Das haben wir schon bei den Männern gesehen, und das werden wir jetzt wiedersehen. Das ist dann eigentlich so eine ganz praktische Sache. Wir können geistliches Leben, oder müssen immer aufpassen, dass wir geistliches Leben nicht vergeistigen und ihm so eine mystische Aura geben, wo es nicht wirklich darum geht, wie man lebt, sondern nur so irgendwie einen halben Meter über dem Boden zu schweben. Geistliches Leben ist superpraktisch, und deswegen geht es hier auch weiter.
Ich lese nochmal Titus 2, Vers 3: ebenso die alten Frauen in ihrer Haltung, dem Heiligen angemessen, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten.
Worte, Umgang und die erste Warnung
Ihr merkt schon, heute wird das ein lustiger Text. Also nicht verleumderisch, da geht es tatsächlich um Tratsch und Klatsch. Es geht darum, hinter dem Rücken anderer schlecht über sie zu reden. Und das dürfen Männer natürlich auch nicht. Aber in der Bibel ist, wenn man so das Problem des Tratschens einmal verfolgt, durchaus ein weibliches Thema. Auch in 1. Timotheus 3 geht es um die Qualifikation von Frauen, die je nach Auslegung entweder Diakonissen sind oder die Frauen von Gemeindediakonen. Genau derselbe Punkt: nicht verleumderisch. Also da ist irgendetwas, wo man sagt, man muss ein bisschen aufpassen, einfach ein bisschen aufpassen.
Lasst uns, wenn es ums Reden geht, bitte immer den Blick auf Epheser 4,29 richten. Ich weiß nicht, ob ihr den Vers auswendig wisst. Da gibt es so einen dreifachen Filter, durch den alles, was wir sprechen, durchgehen soll. Es soll gut sein, es soll erbaulich sein, und es soll dem Hörer Gnade geben. Gut, erbaulich, Gnade geben: Das heißt, alles, was nicht gut ist, was nicht wirklich weiterbringt und den Zuhörer nur unnötig belastet, das brauchen wir eigentlich nicht auszusprechen.
Was ich jetzt nicht damit meine, und auch Paulus nicht meint, ist natürlich: Wir belasten Menschen damit, wenn wir ihnen unsere Probleme mitteilen, wenn wir Hilfe suchen. Das ist hier nicht gemeint. Sondern wenn du dich ganz normal mit Leuten unterhältst: Wie redest du dann? Ist das, was du dann sagst, erbaulich? Ist es gnadegebend, ist es gut? Oder wenn du in dein Leben hineinschaust: Gibt es da so Momente, die sind geprägt, sagen wir mal, von Tratsch und Klatsch? Müsste man eigentlich nicht sagen, hilft auch keinem. Oder ein bisschen schlimmer dann von Diffamierung und Verleumdung. Oder ganz übel, wenn es um Hetze und Rufmord geht. Gibt es so etwas? Und immer wenn so etwas auf unserer Zunge liegt, dann greift Epheser 4,29. Nicht, wenn du Probleme hast, sondern wenn du merkst: Jetzt würde ich gerne mal so richtig einen ablästern.
Und damit wir uns da nicht aneinander vorbeireden: Der Umgang mit Worten, sagt Jakobus, der Umgang mit der Zunge ist das, was man die Meisterklasse der Heiligung nennt. Also müssen wir uns der Tatsache stellen, dass die Zunge nicht gebändigt werden kann. Jakobus 3,8. Da heißt es: Die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen, sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes. Du kannst und du musst deine Zunge zügeln, du musst ihr deinen Willen aufzwingen, aber sie wird sich ein Leben lang nicht unterwerfen. Sie bleibt für unser geistliches Leben eine ständige, andauernde Gefahr.
Du weißt nicht, wenn du morgens wach wirst, ob du am Abend nicht ins Bett gehst, zurückschaust auf den Tag und sagst: Boah, was habe ich da einfach vor mich hingequatscht. Das kann dir jeden Tag einfach mal passieren. Und wenn wir das dann tun, okay, dann müssen wir das bekennen, wir müssen es lassen und eben nicht verleumderisch sein.
Und ich weiß nicht, wie es euch mit diesem Gebot geht. Ganz ehrlich: Ich empfinde dieses Gebot als echte Herausforderung. Also nicht über andere Menschen schlecht zu reden. Wisst ihr, das macht einfach Spaß. Das ist im ersten Moment unglaublich befriedigend, und zwar völlig egal, ob man selber ablästert oder einfach nur zuhört. Das ist einfach schön, das hat was, das geht einfach ein. Die Worte des Ohrenbläsers sind Leckerbissen, heißt es in den Sprüchen. Da hört man gerne zu. Tratsch, tratsch, tratsch, Klatsch, klatsch, klatsch – ja, da macht man die Ohren auf.
Und jetzt kommt so ein Vers daher, für ältere Schwestern geschrieben, aber wir merken: Wir dürfen das auch alle auf uns anwenden. Es entspricht nicht der Heiligkeit Gottes, wenn unser Leben davon geprägt ist, dass wir andere verleumden. Wir sollten das sein lassen. Und deswegen so dieser Gedanke: Wie sieht es in deinem Leben aus? Bist du jemand, der das tut? Ich, wie gesagt, ertappe mich immer wieder dabei. Immer wieder. Und es ärgert mich, wenn wir denken: Ach, und deswegen nehmen wir das schon mal mit.
Nüchternheit, Vorbilder und die Frage nach dem Alkohol
Der zweite Punkt bei den älteren Schwestern: nicht Sklavinnen von vielem Wein. Das ist lustig, weil man, wenn man sich in der Antike anschaut, wie alte Frauen in den Schauspielen und so beschrieben werden, merkt, dass sie immer zwei Probleme hatten, oder meistens eines von beiden. Das eine war Tratschsucht, und das andere war Trunksucht. Also: typisch alte Frau in der Antike, Lästermaul und Alkoholikerin. Ja, es ist ein bisschen traurig, aber das ist halt so, wenn man sich die Kultur anschaut.
Woher hat Paulus diese Gedanken? Er schaut sich an, wofür alte Frauen repräsentativ sind. Das war halt so der Gang und Gebe. Und jetzt muss man sagen: Alte Christinnen sollen da schlicht und ergreifend einen Unterschied machen. Wenn es in der Gesellschaft etwas gibt, wofür alte Frauen negativ bekannt sind, dann gilt das natürlich auch für alte Männer und von mir aus auch für junge Männer und junge Frauen. Ja, das gilt immer. Aber wir dürfen eine Gegenkultur leben. Und deswegen nicht Sklavinnen von vielem Wein.
Also: Sie sollen nicht verleumden, und im Umgang mit Alkohol darf einfach keine Abhängigkeit sein, keine Sklaverei. Wir sind zu einem Leben in Heiligkeit berufen. Und da kommt dann noch etwas dazu: Alte Frauen sollen wissen, wie man redet. Wir sollen mit Alkohol gut umgehen können. Und jetzt sollen sie, dritter Punkt, Lehrerinnen des Guten sein.
Und ich finde das so schön, weil Mentoring so ein ganz moderner Begriff ist. Mentoring, ja, wir müssen Mentoring-Beziehungen in der Gemeinde haben. Ja, dann müssen Leute voneinander lernen. Das ist die effektivste Form von Jüngerschaft. Nur so geht es richtig voran. Und es ist etwas ganz Neues, fast. Also wenn man vergisst, dass hier in Titus 2,4 genau das steht, nämlich Lehrerinnen des Guten, damit sie die jungen Frauen unterweisen. Also, das ist genau diese Idee.
Eine alte Frau merkt: Ich bin wer. Ich habe etwas gelernt. Ich bin jetzt 20, 30 Jahre mit Gott unterwegs. Ich kenne Gott, ich kenne sein Wort, ich habe genügend Lebensstürme durchlebt, um zu wissen, wie vertrauenswürdig Gott ist. Und jetzt schnappe ich mir einfach eine Mentee, eine junge Frau, und bringe ihr das bei, was ich gelernt habe. Ich finde das total klasse. Mentoring als Prinzip tief im Neuen Testament verankert.
Beziehungen in der Ehe und die Rolle der älteren Frauen
Was bringen jetzt die älteren Frauen den jüngeren Frauen bei? Ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben. So, damit fangen wir mal an. Schönes Thema: Männer lieben. Ja, ich meine, wann hat man die Möglichkeit, darüber mal zu predigen? Ich meine, überlegt mal, das steht nicht oft in der Bibel. Und hier kommt es jetzt so: bang! Also, die älteren Schwestern sollen den jüngeren Schwestern beibringen, Männer zu lieben, ihre Männer zu lieben.
Paulus geht hier von der Regel aus. Er spricht eine Gemeinde an, und damals wie heute waren die meisten Frauen verheiratet. Also spricht er hier verheiratete Ehefrauen an. Die Frage ist: Was kann dann eine Single-Frau von dieser Aufzählung lernen? Dass sie möglichst schnell heiraten soll? Ehrlich?
Also, auch wenn das hier so beschrieben ist, wenn die verheiratete Frau als die Norm beschrieben wird, Paulus wäre wahrscheinlich der Erste, der jede unverheiratete Frau dazu ermutigen würde, genau zu prüfen, ob Heiraten dran ist. Es gibt, und da will ich einfach mal von hier vorne predigen, gute Gründe dafür, unverheiratet zu bleiben, vielleicht mit der Einschränkung, wenn man die Gabe der Ehelosigkeit hat. Das wäre gut, weil es dann leichter ist.
Es ist definitiv keine Sünde, zu heiraten. In der kirchlichen Geschichte gab es immer den Hang zur Ehelosigkeit, als wäre das eine besonders heilige Sache. Das kennt die Bibel nicht. Es ist keine Sünde, zu heiraten. Aber Ehelosigkeit hat, obwohl sie nicht irgendwie besser ist, Vorteile. Also wenn man heiratet, muss man sich der Folgen bewusst sein.
Da heißt es in 1. Korinther 7,34: Die unverheiratete Frau, und das ist also an Witwen und Geschiedene in dem Fall, ja, und die Jungfrau, also die unverheiratete Frau und die Jungfrau, beide ohne Mann, ist für die Sache des Herrn besorgt. Spannend, oder? Damit sie heilig sei an Leib und Geist. Wenn du keinen Mann hast, kümmerst du dich um die Sachen Gottes. Die Verheiratete aber ist für die Sache der Welt besorgt, wie sie dem Mann gefallen möge.
Ganz nüchtern: Ihr dürft diesen Text jetzt nicht ethisch aufladen. Es geht nicht darum, das eine gegen das andere auszuspielen. Es geht einfach nur darum: Ich beschreibe mal, wenn du unverheiratet bist, dann bist du so für die Sache des Herrn besorgt. Wenn du verheiratet bist, dann möchtest du deinem Mann gefallen. Dann hat das Folgen. Eine Ehefrau ist geteilt. Wer heiratet, ist Teil einer Ehe.
Als Unverheirateter kann ich mein Leben ganz nach Gott ausrichten. Ist das nicht super? Ich kann mir so viel Zeit fürs Gebet nehmen, wie ich will. Ich kann, wenn ich das für nötig halte, jeden Tag Geschwister besuchen. Ich könnte, da gibt es diese Tabitha in der Apostelgeschichte, die hat sich irgendwie irre um die Bedürfnisse von Witwen gekümmert und ganz viel für die genäht. Das kann ich machen. Ich kann das tun. Warum? Weil zu Hause kein Mann auf mich wartet.
Und wisst ihr, wenn ich dann so als Single-Schwester nicht so groß koche, wenn ich mehr so von Döner, Streuselschnecke und Kaffee to go lebe, ja, wen interessiert es? Na, niemanden. Das ist wirklich ein großes Plus von Single-Sein. Ich kann so viel ich will um die Sache des Herrn besorgt sein.
Und deswegen, bevor ihr gleich denkt, ich muss verheiratet sein: Nein, musst du nicht. Wenn du das schaffst und wenn du sagst, hey, ich krieg das hin, das ist ein Plus. Du kannst als unverheiratete Frau so viel du willst um die Sache des Herrn besorgt sein. Und deswegen warnt Paulus in gewisser Weise davor, sich das Verheiratetsein zu rosig auszumalen. Dieses „Endlich einen Mann haben“ löst nicht alle Probleme. Genau genommen schafft es neue.
Es gibt einen Amerikaner, Eddie Cantor, der hat das mal humorvoll auf den Punkt gebracht. Der sagte: Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man allein niemals gehabt hätte. Der Mann war 48 Jahre verheiratet, hat fünf Kinder, also scheint auch irgendwie gelaufen zu sein, und ich finde, er liegt nicht ganz falsch. Und dieses Torschlusspanik-Heiraten, ich kenne nicht viele Leute, wo das wirklich gut ausgegangen ist. Da muss man ganz nüchtern sein.
Also Fazit: Niemand muss heiraten. Aber wenn ich verheiratet bin, dann muss ich mir darüber klar werden, dass ich ganz praktisch Teil einer Ehe bin. Und jetzt kommen wir zurück zu den Ehefrauen. Für Ehefrauen heißt das dann: Liebe deinen Mann.
Oder wir sind ja eigentlich bei den älteren Schwestern: Lass dir von älteren Frauen, und jetzt sage ich mal, Klammer auf, auch von mir aus auch von guten Büchern, Klammer zu, erklären, wie Männer ticken.
Was Männer brauchen und wie Liebe praktisch wird
Und jetzt schmunzeln wir wahrscheinlich: „Das hat er jetzt nicht gepredigt, oder? Der hat nicht gesagt, dass ich bei einer alten Frau fragen soll, wie Männer ticken.“
Wir können darüber schmunzeln, bei so einem Gebot. Das ist ein Gebot, das in der Bibel steht. Aber ich kann gerade nicht so darüber schmunzeln, und zwar aus einem einfachen Grund: Ich schaue mir an, woran in den letzten Jahren so Ehen zerbrochen sind oder zumindest, wo unnötige Belastungen in Ehen hineingekommen sind. Und das Verrückte ist: Mehr und mehr rücken dabei die Ehefrauen in den Fokus. Das ist ganz komisch.
Werner und ich schütteln öfter den Kopf über Ehefrauen, die sich einfach nur komisch und eigensinnig verhalten, also ganz weit davon entfernt, die Männer zu kennen, geschweige denn sie zu lieben. Und ich habe keine Ahnung, woran das liegt, aber mir scheint, wir müssen jungen Frauen vielmehr wieder beibringen, wie man das macht: einen Mann zu lieben. Um wieder zu sagen: Was braucht ein Mann?
Umgekehrt gilt das auch. Ein Mann, der seiner Frau keine Sicherheit vermittelt, ihr nicht regelmäßig sagt, dass sie schön ist, oder mit ihrer Zartheit einsichtig umgeht, der liebt auch nicht. Nur: Wir sind heute Morgen nicht in Epheser 5, sondern wir sind in Titus 2. Und deswegen geht es tatsächlich mal um die andere Seite. Es geht um die Frage: Was heißt das denn, ich soll meinen Mann lieben? Worauf stehen Männer?
Ich werde das jetzt etwas vereinfachen. Ich werde mir jetzt den Vorwurf einhandeln: Jürgen, was du jetzt machst, ist, du nimmst deine eigenen Vorlieben und versuchst, sie biblisch auszugeben. Ich lasse auch die Bibelstellen weg, aber ihr könnt sie im Skript nachlesen. Ich habe zu jedem Punkt Bibelstellen dazugeschrieben. Ganz am Ende von dem Skript könnt ihr euch das einfach anschauen.
Ich glaube, dass man sechs Dinge bezeichnen kann, wo man ganz grob, und lasst die Steine liegen, ich weiß, es ist grob, aber wo man mal ganz grob sagen kann: Die Richtung stimmt. Und im Allgemeinen würden wenig Männer aufspringen und sagen: Nein, der eine vielleicht würde an einer Stelle ein bisschen sagen: Hm. Aber kaum einer würde sagen: Nein, das stimmt nicht.
Also, ihr lieben Schwestern, Männer lieben: Was müsst ihr wissen?
Punkt eins: Geistliche Männer stehen auf geistliche Frauen, also auf Frauen, die Gott fürchten und ein eigenes geistliches Leben besitzen, ihre Bibel kennen, gerne beten, gerne gute Werke tun. Das ist einfach, da geht unser Herzchen auf.
Dann, zweiter Punkt: Männer stehen auf sanfte, einsichtige Frauen. Ich will euch das Gegenteil skizzieren: Das ist die nörgelnde Zicke, das, was die Sprüche nennen, die zänkische Frau. Damit zu leben, ist einfach nur Krampf. Also nach Hause kommen und zu wissen: Wenn die Tür aufgeht, fängt der Kampf an, das will kein Mann.
Dritter Punkt: Männer stehen, und da muss man nicht mal gläubig sein, auf Respekt. Ich liebe die Bewunderung meiner Frau, aber ich möchte hören, dass sie mich schätzt. Und ich brauche das Lob meiner Frau übrigens nicht unbedingt für das, was ich tue, sondern für das, wer ich bin. Unterschied.
Vierter Punkt: Männer stehen, zumindest wenn die Männer selber Männer sind, ja, bei Männchen ist das immer ein bisschen anders, aber wenn du ein Mann bist, Männer stehen auf einer Gefährtin an ihrer Seite, die fleißig, stark, kompetent, treu, eigenständig ist. Also ein bisschen Sprüche 31, so ein Teamplayer, wo du einfach sagst: Hey, super, ja. Ich weiß, wo wir hinwollen, und du an meiner Seite und ich, wir sind ein tolles Team, wir kriegen das zusammen gerockt, wunderbar. Mit dir an meiner Seite, da geht es richtig los.
Fünfter Punkt, müsste eigentlich sechster Punkt sein, aber es ist der fünfte Punkt: Männer lieben Sex. Also regelmäßige romantische Zeiten, entspannte Sexualität. So, jetzt weißt du schon fast alles.
Ich wiederhole noch mal: Was wünscht sich ein Mann? Eine Frau, die gottesfürchtig ist, sich was sagen lässt, ihn bewundert, kompetent ist, zärtlich und jetzt kommt der letzte Punkt und die immer bereit ist, mir zu sagen, was sie sich wünscht, weil ich möchte Ritter sein. Problem: Ich kriege in den Augen nicht abgelesen, was sie will. Sie schaut mich zwar an und sie hofft, dass ich in ihren Augen sehe, was sie sich wünscht, tu ich aber nicht. Also der Letzte und der Punkt: Ja, sag’s ihm.
Deswegen fängt Hohelied auch an mit: „Küss mich.“ Er kriegt das nicht mit, deswegen braucht er das.
Jetzt wisst ihr also, wie man einen Mann liebt. Zumindest so ganz grob. Wenn du diese Punkte im Blick hast und sagst: Okay, das möchte ich beherzigen, guter Weg. Und wenn du mir nicht glaubst, frag irgendeinen Mann danach, welchen Punkt würdest du gerne gestrichen haben, und jeder würde sagen: Lieber keinen, wir wollen die alle behalten.
Kinder, Alltag und die praktische Form des Haushalts
Nächster Punkt: Also Mann lieben, Kinder lieben. Sollte eigentlich eine relativ einfache Sache sein, kann ich auch nicht viel dazu sagen. Ich merke aber, dass es gerade bei jungen Müttern natürlich schon dazu kommen kann, dass da so eine Überforderung passiert. Da ist es gut, wenn dann, ich sage mal so, alte Schwestern mit ihrem Know-how hineingehen und sagen: Ist nicht so schlimm, kriegen wir hin, bleiben wir uns auch nicht anders, ja, mach das mal so. Das ist einfach gut, damit das auch funktioniert.
Kommen wir zu Vers fünf. Ich lese noch einmal vier und fünf: Lehrerinnen des Guten, damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben. Jetzt wisst ihr, wie das geht. Ihre Kinder zu lieben, das wisst ihr noch nicht, dann müssen sie die alten Frauen fragen. Besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde.
Punkt eins: besonnen. Dazu brauche ich nichts mehr sagen, weil wir es, glaube ich, schon zwei oder drei Mal abgehandelt haben. Das kommt immer und immer wieder im Titusbrief: Sei besonnen, sei nüchtern, denk nach. Das gilt also auch für Frauen. Und da die Älteren den Jüngeren das beibringen sollen, gilt es anscheinend für beide.
Keusch. Keusch, tolles Wort, außer dass man es nicht mehr verwendet, aber schön. Die Betonung bei dem Wort liegt auf der sexuellen Treue zum Ehemann, wobei man nicht immer gleich an Fremdgehen denken muss. Es geht allgemein um das Verhalten der Ehefrau, wie sie sich anzieht, wie sie sich gibt. Es geht um Freizeitangebote, darum, ob sie mit anderen Männern flirtet, wie sie sich, heute würden wir auch sagen, in sozialen Medien präsentiert, wie viel Distanz sie zu erotischen und pornografischen Angeboten wahrt.
Und bitte lasst uns an der Stelle nüchtern sein: Wir leben in einer unglaublich sexistischen Kultur. Wenn heute eine Frau sagt: Ich möchte keusch sein, handelt sie sich sofort den Vorwurf ein: Du bist prüde. Das ist total irre. Also wenn heute eine Frau sagt, ich verzichte, sagen wir, auf einen Saunabesuch, weil ich habe da erst 1. Mose 9 gelesen, habe gesehen, das ist die Sache mit dem nackten Noah, irgendwie ist das nicht cool, wenn jeder meine Scham sehen kann, ich mache das nicht. Oder wenn sie sagt: Ich habe den Eindruck, bei jedem Junggesellinnenabschied kommt dann irgendwann der obligatorische Stripper, wenn sie dann sagt, ich gehe jetzt, das mache ich nicht mehr mit. Wenn sie allein dann gerade googeln und uns ganz toll finden, wenn es richtig losgeht. Oder wenn sich eine Frau sagt: Ey, ich möchte, ja, habt ihr Sprüche 7 fast 10 gelesen, die Frau im Hurenkleid, die Männer verführt. Ich möchte mal überlegen, wo fängt das eigentlich an, wo mache ich ganz bewusst mit Kleidung Männer an, laufe eigentlich rum wie eine Nutte? Wenn eine Frau darüber nachdenkt, über diese Dinge und sagt, ich möchte keusch leben, dann wird das die Gesellschaft nicht toll finden.
Und dann müssen wir auch als Männer sagen: Hey, das wollen wir feiern, wenn Frauen so sind. Denn in Gottes Augen ist das eine ganz feine Sache. Und es sind die alten Schwestern, die hier an dieser Stelle den jungen Schwestern so ein Stückchen in diesen ethischen Fragen rund um das Wie lebe ich keusch, wie lebe ich als heilige Frau in diesen Belangen der Sexualität und der Äußerlichkeit, dass die jungen Frauen da ihren Weg finden. Das ist der Job der alten Schwester. Es ist nicht mein Job, von hier vorne so viele Beispiele zu machen, bis der Letzte das verstanden hat. Ich kann nur sagen: Das steht hier, das ist ein Ziel, und wir müssen uns darüber Gedanken machen. Und die alten Schwestern sollen bitte den jungen Schwestern das beibringen.
Keusch. Dann mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein. Ich ziehe die beiden Begriffe mal zusammen, weil ich glaube, dass sie inhaltlich zusammengehören. Hier wird eine Frau beschrieben, die ihren Haushalt gut führt. Aber Achtung! Wir müssen jetzt ganz vorsichtig sein, wenn wir die Formulierungen, die hier stehen, ins einundzwanzigste Jahrhundert übertragen. Man kann da ein paar Fehler machen.
Punkt eins: Eine häusliche Frau in der Antike ist kein Heimchen am Herd, sondern sie ist die Managerin eines Kleinbetriebes, die ganz nebenbei in Kriegszeiten auch mal die Aufgaben des Mannes mit übernehmen musste. Deswegen, auch wenn ihr Sprüche 31 lest, da ist sie zäh, fleißig, klug, die geht profitorientiert ihren Geschäften nach. Ich schmunzle ja immer, wenn die da so dieses Feld kauft. Ich weiß nicht, ob ihr das vor Augen habt, als Sprüche 31 wäre das. Sie sieht ein Feld und kauft es. Und ich denke mir, wenn ich das übertragen würde, wäre das etwa so: Meine Frau, wir haben gerade einen alten Golf, wir wollen jetzt irgendwann mal ein anderes altes Auto kaufen. Jetzt stellt euch vor, ich komme nach Hause und meine Frau sagt: Ey, ich habe da dieses Auto gesehen und es war super, habe ich gekauft. Ich würde als Mann erst mal ein bisschen zucken, würde denken: Du hast dein Auto gekauft? Aber eigentlich ja, wenn ich meiner Frau vertraue und wenn sie kompetent ist und weiß, was wir brauchen, was spricht dagegen, dass sie das Auto nicht aussucht? Seien wir mal ganz ehrlich, so viel kann man da auch nicht falsch machen. Also jetzt nicht in unserer Preisklasse. Ja, das muss man einfach mal sagen, ja. Also ich weiß, wie viel Geld wir ausgeben wollen, ich weiß, wie viele Räder es haben soll, wie viel Kofferraumvolumen, wie viele Sitzplätze, das wissen wir ja alles. Und trotzdem denke ich mir: Will ich so etwas Kompetentes zu Hause haben, die dann einfach ein Feld kauft oder ein Auto oder so?
Die Bibel würde sagen: Ja, das ist mit häuslichen Arbeiten beschäftigt. Jetzt merkt ihr, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt sein hat erst einmal nichts mit dem zu tun, was wir Hausarbeit nennen. Warum? Weil das Haus für Paulus nicht der Ort ist, wo man wohnt, sondern die erweiterte Familie. Und da gehören dann Kinder dazu, logisch, da gehören aber auch Angestellte dazu, also Knechte und Mägde, und in der Antike halt auch Sklaven.
Jetzt drehe ich das mal um: Wenn man zu einem Mann gesagt hat, du bist ein häuslicher Mann, was hat man damit, also den gleichen Begriff genommen, was hat man damit zum Ausdruck gebracht? Ein häuslicher Mann war einer, der nicht bereit war, in den Krieg zu ziehen. Also ein häuslicher Mann, das ist durchaus nicht positiv gemeint. Er war nicht bereit, für den Staat oder für das Gemeinwohl den Beitrag zu leisten, zu dem er eigentlich verpflichtet gewesen wäre. Also das Gegenstück zu Haus ist nicht Außerhaus, sondern das Gegenstück zu Haus ist der Dienst für den Staat beziehungsweise das Gemeinwohl. Und das Gegenstück zur Frau, die mit häuslichen Arbeiten beschäftigt ist, das ist eine Frau, die, und ich greife jetzt mal aus dem ersten Timotheusbrief zurück, da haben wir ein ähnliches Problem, 1. Timotheus 5, das ist eine Frau, die zu wenig zu tun hat, schwätzchenhaltend müßig ihren Tag mit unnützen Dingen zubringt und die Zeit verplendert. Das ist das Gegenteil zu dieser fleißigen Frau, die gut ihren Haushalt führt.
Jetzt merkt ihr schon, wie breit das zu denken ist. Das ist das Gegenteil dazu. Und jetzt merken wir: Boah, das ist ja total kompliziert, wie soll ich das denn übertragen? In der Moderne heute gibt es eine Trennung zwischen Wohnort und Arbeitsort, wie kriege ich denn das auf die Reihe? Es ist wirklich schwer geworden. Als ich zum Glauben kam, war es sehr klar, dass man sagt: Der Mann geht arbeiten, die Frau bleibt zu Hause. Das ist nicht biblisch, aber es ist eine Lösung dafür, wie man dieses Dilemma irgendwie lösen kann. Jetzt verdienst du aber immer weniger, und die Mieten gehen hoch. Jetzt musst du das irgendwie lösen, diese Frage: Wie kriege ich das hin, dass ich einerseits einer Frau sage, du hast das Potenzial, aus deiner Familie, aus deinem Wohnort ein gemütliches Zuhause zu machen. Du hast diese Wärme, dieses Zusammenhaltende einer Frau. Und auf der anderen Seite: Wenn du einen Beitrag zum Familieneinkommen leisten willst, was die Sprüche 31 vorher auch tut, dann musst du draußen sein. Das ist total schwierig geworden.
Ich könnte das Problem verschärfen, wenn ich zeigen würde, dass Väter immer seltener zu Hause sind und immer weniger ihrer Vaterschaft nachkommen können. Da Modelle heute zu finden, wie eine junge Frau Mutter und gleichzeitig auch fleißige Frau sein kann, die ihren Beitrag zum Familieneinkommen leistet, ey, Respekt, das ist wirklich nicht einfach. Das ist wirklich nicht einfach. Ich glaube, wir brauchen an dieser Stelle kluge, alte Schwestern, die jungen Schwestern auf diesem Weg helfen, weil man sich da ganz leicht verrennt und dann Modelle schafft, wo man in letzter Konsequenz irgendetwas opfert, sei es meine Feminität, sei es die Beziehung zu den Kindern, sei es ich weiß nicht was sonst noch, aber irgendetwas bleibt schnell auf der Strecke, wenn man da nicht aufpasst.
Und doch ist es die Verantwortung der Frauen, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein, an dieser Stelle ein Modell zu finden, als Gehilfin an der Seite ihres Mannes ihren Beitrag zu leisten. Ich finde das schwierig, das will ich wirklich von hier vorne sagen. Ich denke öfter darüber nach: Welchen Rat gebe ich heute jungen Frauen? Wie sie das irgendwie managen sollen, auch dann noch im Angesicht der Tatsache, dass wenn du Kinder bekommst, sie einfach richtig zu Hause bleiben für eine Weile, weil es für die Kinder toll ist, und jetzt brauche ich einen Job, der das möglich macht, mit Wiedereinstieg oder Teilzeitarbeit oder irgendwie. Ich finde das richtig, richtig schwierig. Man muss da, glaube ich, gut den jungen Frauen helfen, dass sie da einen guten Weg finden.
Unterordnung, Grenzen und die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit
Letzter Punkt, schwierigster Punkt: den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde.
Ich fange mal damit an. Es geht um die eigenen Männer. Das ist wichtig, damit wir das nicht aus dem Blick verlieren. Es geht um Ehefrauen und Ehemänner, die zusammen eine Ehe bilden.
Es gibt noch einen wichtigen Punkt hier: Es geht um das Wort Gottes. Es geht um gesunde Lehre für Christen. Es geht nicht primär darum, sich an die Sitten und Gebräuche der Antike anzupassen, um irgendwie keinen Anstoß zu haben.
Warum ist das wichtig? Weil beim Thema Unterordnung, bei diesem Wort, das ist auch eines dieser total negativ besetzten Worte, natürlich beim Thema Unterordnung gerne behauptet wird, es gehe dem Apostel gar nicht um Unterordnung, sondern um Einordnung in das vorherrschende Gesellschaftsmodell. Der Grad an Unterordnung, Schrägstrich Einordnung, hänge dann ab von der Gesellschaft, in der ich mich befinde. Und das bedeutet für uns heute im einundzwanzigsten Jahrhundert ganz praktisch: Von der Unterordnung bleibt vielleicht gerade noch übrig, dass der Mann am Vatertag frei kriegt. Das war es dann.
Und das ist natürlich eine angenehme Auslegung, wenn man das so macht. Wer möchte denn schon als ein rückständiger, patriarchalischer, frauenverachtender Fundi gesehen werden? Will ja keiner. Ja, sie ist angenehm. Sie ist nur recht unwahrscheinlich.
Warum? Weil das griechische Wort für Unterordnung, was bedeutet? Unterordnung. Ja, es ist halt einfach mal so. Das heißt, das bedeutet, dass ich mich freiwillig einem anderen unterstelle, dass ich die Leiterschaft eines anderen anerkenne.
Und das Verrückte: Der Begriff Unterordnung war, auch wenn das gern anders behauptet wird, in der griechischen Literatur nicht weit verbreitet und wurde gewöhnlich nicht auf die eheliche Beziehung angewandt. Also gibt es zwei Ausnahmen in der griechischen Literatur, wo das der Fall ist. Das zeigt: Wenn Paulus das hier macht, wenn Paulus das Wort benutzt, was man sonst in der Gesellschaft nicht benutzt, dann geht es ihm nicht darum, einfach die Gesellschaft abzukupfern und zu sagen, wir machen das, wie die das machen. Sondern er möchte uns ein geistliches Prinzip verdeutlichen, das genau so, wie er es beschreibt, in der Antike nicht die Norm war.
Deswegen auch: Es ist Wort Gottes, es ist gesunde Lehre, es ist etwas, was Gott uns mitgibt, damit Ehe funktioniert.
So, jetzt: Was bedeutet das Wort Unterordnung oder das Verb sich unterordnen? Es geht ganz praktisch um die freiwillige Anerkennung einer Leitungsposition und natürlich dann auch um das dazu passende Verhalten.
Jetzt formuliere ich mal gefährlich, vielleicht auch überraschend: Wie sich Jesus seinem Vater unterordnet, so soll sich eine Frau ihrem Mann unterordnen. Und jetzt merkt ihr schon: Wie hat sich Jesus seinem Vater untergeordnet? Ja, gleiches Wort. Also: Wie sich Jesus, der Sohn, dem Vater unterordnet, soll sich eine Frau ihrem Mann unterordnen.
Und jetzt merkt ihr schon: Dann kann ja Unterordnung nichts zu tun haben mit Minderwertigkeit oder mit geringerem Wert oder geringerer Würde. Stimmt, es ist sogar andersherum. 1. Korinther 11,7, da wird gesagt, dass die Frau die Herrlichkeit des Mannes ist, also nicht der Fußabtreter, sondern die Herrlichkeit. Sie gibt dem Mann Ausstrahlung, sie ist das, was in einer Ehe strahlt.
Das ist auch logisch, weil du bei jeder Hochzeit sehen kannst: Wenn es losgeht, die zwei betreten den Saal, alle schauen auf das Brautpaar. Nein, alle schauen auf die Braut. Ach ja, da ist auch noch der Bräutigam, schön, hat auch einen schwarzen Anzug an. Braut! So hat Gott das gemacht.
Und obwohl das so ist, nicht minderwertig, nicht geringere Würde, mehr Herrlichkeit, trotzdem gibt es Unterordnung. Und es geht darum, dass eine Frau es zulässt, dass ihr Mann als Haupt die Familie führt.
Ist die Frage: Hat Unterordnung Grenzen? Definitiv ja. Ich denke, dass Abigail im Alten Testament ein gutes Beispiel ist für eine kluge Frau, die das Leben ihrer Familie dadurch rettet, weil sie bewusst gegen ihren Mann handelt.
Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass das Konzept Unterordnung nur dort wirklich gelingt, wo eine Frau auf einen Mann trifft, der sie liebt und von ganzem Herzen das Beste der Frau sucht. Wo das nicht so ist, wird es schwierig. Aber wenn diese beiden Prinzipien zusammenfinden, und sie gehören in der Bibel immer zusammen, wenn auf der einen Seite eine Frau ist, die sich in allem unterordnet, das ist Epheser 5,24, und auf der anderen Seite ein Mann, der sich mit Haut und Haaren dem Wohlergehen seiner Frau verschreibt, dann ist das eine unglaubliche Mischung, die wirklich unglaubliches Potenzial hat, um miteinander glücklich zu werden und in dieser Welt auch ein leidenschaftliches, erfolgreiches Leben zu rocken.
Aber die beiden Sachen gehören zusammen. Bis dahin.
Grundlinien, Einwände und praktische Hinweise zur Unterordnung
Jetzt hätte ich, weil das letzte Thema so selten gepredigt wird, noch sechs grundlegende Punkte zum Thema Unterordnung, sechs kritische Anmerkungen zum Konzept der Unterordnung, sechs ergänzende Gedanken zum Thema Unterordnung und sechs Tipps, wie eine Frau ihren Mann positiv beeinflussen kann.
Fangen wir an.
Sechs grundlegende Punkte zum Thema Unterordnung
Punkt eins: Unterordnung betrifft den eigenen Mann. Deshalb ist es wirklich wichtig, keine Lusche zu heiraten.
Punkt zwei: Sie erkennt den Ehemann als formale Autorität an, weil er von Gott mit der Verantwortung für die Familie, Führung, Schutz und Leitung beauftragt ist. Der Mann darf das Haupt der Familie sein.
Drittens: Eine Frau, die sich unterordnet, bringt ihrem Liebsten Vertrauen, Respekt, Akzeptanz, Anerkennung, Bewunderung, Zustimmung und Ermutigung entgegen. Sie unterstellt ihm keine bösen Absichten, nörgelt nicht an ihm herum, zieht nicht gegen seinen Willen ihr eigenes Ding durch, macht produktive Vorschläge und formuliert gewaltfrei und wegoffen.
Mit wegoffen meine ich Formulierungen, die es dem Mann erlauben, ein weibliches Bedürfnis auf eine Weise zu erfüllen, die auch ihm angemessen und irgendwie richtig zu sein scheint. Vielleicht eher: „Bring bitte bis heute Abend den Müll runter.“ Die zweite Formulierung erlaubt es dem Mann, das Bedürfnis der Frau und seine eigene Zeitplanung zu synchronisieren.
Hinweis: Eine kluge Frau erlaubt es ihrem Mann, Fehler zu machen. Tut sie es nicht, wird sich schneller als sie will Folgendes einstellen: Sie wird sich in der Führungsrolle wiederfinden. Auf der Strecke bleibt nämlich dann der Mann mit der starken Schulter, an den man sich anlehnen und auf den man stolz sein kann.
Zur Unterordnung gehört Gehorsam, der mit respektvollen Gedanken und Worten beginnt. Auch hier noch einmal der Hinweis, dass Gehorsam Grenzen hat.
Fünfter Punkt: Das Ziel der Unterordnung ist die Unterstützung des Mannes beziehungsweise die Teambildung in der Ehe. Eine Teambildung kann dann gelingen, wenn sich liebevolles Leiten und unterstützendes Geleitetwerden zu einem wunderbaren Ganzen miteinander verbindet. Die Frau soll den Raum schaffen, in dem dem Mann Führung Spaß macht, und der Mann soll den Raum schaffen, in dem Unterordnung Spaß macht.
Letzter Punkt, dann sind wir fertig mit den sechs grundlegenden Punkten zum Thema Unterordnung: Die praktische Seite der Unterordnung, das heißt ihre alltägliche Ausgestaltung, ist immer auch von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen abhängig. Immer geht es darum, dass das Verhalten einer Ehefrau nicht dazu Anlass gibt, dass das Wort Gottes von Außenstehenden schlecht gemacht werden kann.
Sechs kritische Anmerkungen zum Konzept der Unterordnung
Erstens: Das Verhältnis zum Ehemann ersetzt nicht das Verhältnis zu Gott. Im Zweifelsfall gilt in diesem wie in Bezug auf alle Autoritätsverhältnisse: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen. Apostelgeschichte 5,29.
Zweitens: Unterordnung bedeutet nicht, das selbständige Denken aufzugeben. Wo das Verhalten des Mannes dumm ist oder die Familie gefährdet, muss eine Gehilfin einschreiten. Abigail in 1. Samuel 25. Unterordnung ist nicht Unterjochung, nicht Entwürdigung oder Versklavung. Der Mann hat nicht das Recht, alle Lebensbereiche der Frau zu kontrollieren. Vielmehr ist es seine Aufgabe, die eigene Frau durch Liebe und Hingabe zu einer starken, selbstbewussten, schönen, reifen Frau zu entfalten, einer Frau, wie sie in Sprüche 31 dargestellt wird. Das heißt: Ein Team aus einem peniblen Kontrollfreak und einer hilflosen Ja-Sagerin ist nicht Gottes Idee von Ehe.
Viertens: Unterordnung bedeutet nicht, dass eine Ehefrau ihre Bemühungen aufgibt, auf ihren Mann einzuwirken und ihn positiv zu beeinflussen. Aber auch ein bisschen Achtung: Frauen sollen sich dieser Tendenz überzogener Kritik bewusst sein. Da lässt du die zänkische Frau aus den Sprüchen grüßen. Dieser Tendenz muss man sich bewusst sein.
Fünftens: Das Prinzip der Unterordnung will nicht zum Ausdruck bringen, dass Frauen weniger intelligent, weniger begabt oder weniger von Gott gewollt wären als Männer. Darum geht es überhaupt nicht.
Sechster Punkt: Unterordnung soll immer in Ehrbarkeit geschehen. Ein Mann, der auf eine Weise seiner Familie vorsteht, dass er in der Gesellschaft dafür geächtet wird, lebt falsch. Zum Wesen biblischer Unterordnung gehört es, dass der Mann seine Frau nicht überfordert oder entmutigt, nicht zum Zorn reizt oder einfach auch nur unfair behandelt.
Das waren jetzt sechs Punkte, sechs kritische Anmerkungen zum Konzept der Unterordnung.
Jetzt noch sechs ergänzende Gedanken.
Punkt eins: Wo sich Furcht in der Unterordnung findet, mangelt es an männlicher Liebe. Eine Frau, die vor ihrem Mann wirklich panische Angst hat, weil er Unterordnung auf eine Weise fordert, dass ihr die Haare zu Berge stehen, hat nichts mit biblischer Unterordnung zu tun.
Zweitens: Eine Ehefrau kann sich ihrem Ehemann nur dann ohne Vorbehalt unterordnen, wenn dieser seine Aufgabe auch mit Hingabe, Fleiß und Grips wahrnimmt. Unterordnung ist kein singuläres Schutzziel, das vom Mann im innerfamiliären Machtkampf so als Totschlagargument eingesetzt werden darf. Als Kind Gottes, als königliche Priesterin, als Frau und als verantwortungsbewusste Mutter darf und muss eine Ehefrau ihrem Mann Grenzen setzen, wenn der ihr eigenes Leben oder das der Kinder gefährdet.
Dritter Punkt: In einer Ehe geht es nicht darum, dass wir eine Rolle spielen, sondern dass wir als Team Matthäus 6,33 umsetzen. Wir wollen auf bestmögliche Weise gemeinsam Gottes Reich bauen.
Viertens: Muss sich eine Ehefrau ihrem Ehemann unterordnen, wenn der Mann gar kein Leiter sein will? Wo Sünde gelebt wird, geht es fast nur noch um die Verwaltung eines Mangels. Und in einem solchen Fall wird eine Frau nicht aufhören, ihren Mann zu respektieren und zu fördern, aber gleichzeitig eben auch Leitungsverantwortung übernehmen müssen. Wer so ein bisschen die Bibel kennt, denkt an Deborah und Barak. Richter 4,5.
Fünfter Punkt, auch wieder wichtig: In der Ehe treffen zwei unfertige Menschen aufeinander. Lassen wir uns bitte Zeit, in unseren unterschiedlichen Aufgaben zu wachsen und in sie hineinzuwachsen.
Sechster Punkt zum Thema sechs ergänzende Gedanken: Achtung vor geheuchelter Unterordnung. Biblische Unterordnung ist zuerst eine Sache des Herzens, also der Einstellung und nicht des Lebensstils. Ein Geist der Eigenwilligkeit kann sich hinter einer äußeren Fassade von Unterwürfigkeit verstecken, die meilenweit von biblischer Unterordnung entfernt ist. Es kommt wie immer auf das Herz an.
Konkrete Wege, Einfluss zu nehmen und das Thema abzuschließen
Zum Schluss sechs Tipps, wie eine Frau ihren Mann positiv beeinflussen kann.
Punkt Nummer eins: Gebet, Gebet, Gebet. Bete viel für deinen Mann.
Punkt Nummer zwei: Seine Frau nach seinem Herzen. Und das bedeutet für einen Mann tatsächlich sehr stark Sexualität. Zieh dich vor allem im Bett nicht zurück. Es mag sein, dass er seine Rolle noch nicht vollkommen ausfüllt, aber tu es ihm nicht gleich.
Punkt Nummer drei: Präsentiere liebevoll deine eigenen Bedenken und Wünsche, und zwar so, dass der Mann sie versteht und auf eine ihm passend erscheinende Weise darauf reagieren kann. Eine regelmäßige, sensible, gewaltfreie Kommunikation in passender Atmosphäre, Eheabende, das wäre super. Eine Frau, die stark mit ihrem Ratschlag auftritt, so befehlhaft, mit ärgerlicher Mimik, wird den Mann im Allgemeinen in passive Schweigsamkeit oder in aktiven Zorn treiben.
Punkt Nummer vier: Bereite Entscheidungen vor. Zum Beispiel die Vorauswahl von Farben bei der Renovierung, des Restaurants für den Eheabend usw. Lass ihn entscheiden, aber hilf ihm im Vorfeld, damit er mutiger wird und sich nicht überfordert fühlt. Man muss Leitung lernen; nicht jeder Mann ist ein geborener Anführer.
Punkt Nummer fünf: Manchmal ist es gut, einem Mann einen Wink zu geben. Ich denke da an Ruth und Boas in Ruth 3, wo sie sich zu ihm legt. Männer sind manchmal auch ängstlich oder eben abweisend.
Und der letzte Tipp: Übernimm bei einem passiven Mann nicht zu schnell die Deborah-Rolle. Halte die Spannung ein wenig aus.
Das war es zu dem Thema. Amen.
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