Johannes 12,35-3602.11.2026
Serie•Teil 10 / 10Vom Sterben des Menschensohnes
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Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 754: Vom Sterben des Menschensohnes, Teil zehn.
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 754 Vom Sterben des Menschensohnes Teil zehn.
Die offene Frage und die geforderte Entscheidung
Ganz interessant: Im Raum steht die Frage, wer dieser Sohn des Menschen ist. Das will die Volksmenge wissen, aber Jesus beantwortet die Frage nicht. Stattdessen fordert er eine Entscheidung.
Johannes 12,35: Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, während ihr das Licht habt, damit nicht die Finsternis euch ergreift. Und wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wohin er geht.
Wenn der Herr Jesus hier von einem Licht spricht, dann meint er sich selbst. Er ist das Licht. Schon an anderer Stelle hat er sich so bezeichnet. Johannes 8,12: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 9,5: Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Wenn er davon spricht, dass das Licht noch eine kleine Zeit da sein wird, dann bezieht er sich auf das kurz bevorstehende Ende seiner öffentlichen Wirksamkeit. Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt stehen unmittelbar bevor.
Im Licht leben, bevor die Dunkelheit kommt
Wandelt, während ihr das Licht habt! Jesus geht es hier um die Lebensführung. Es geht darum, in dem Licht zu leben, das Jesus spendet, sich an seinen Worten zu orientieren und an ihn zu glauben.
Jesus sagt also nicht: Wartet mit einer Entscheidung, bis ihr sämtliche theologischen Fragen gelöst habt. Er fordert die Menschen auf, das Licht zu nutzen, das sie bereits haben.
Warum ist das so wichtig, und zwar genau jetzt? Damit nicht Finsternis euch ergreift oder überwältigt oder einholt. Das Bild erinnert an einen Menschen, der bei Tageslicht unterwegs ist, aber sein Ziel noch nicht erreicht hat, wenn die Dunkelheit hereinbricht. Dabei steht Finsternis bei Johannes für Gottesferne, Unglauben oder Orientierungslosigkeit.
Noch einmal Johannes 12,35: Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, während ihr das Licht habt, damit nicht Finsternis euch ergreift. Und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.
Merkt ihr: Ohne das Licht des Christus fehlt dem Menschen die entscheidende Orientierung. Deshalb gilt es jetzt, nicht stehen zu bleiben, sondern weiterzugehen und dafür zu sorgen, dass die Finsternis einen nicht ergreift.
Licht schafft Verantwortung. Wer Gottes Offenbarung begegnet, darf die Entscheidung für den Christus nicht beliebig aufschieben. Das hier ist eine Warnung. Beharrlicher Widerstand gegen das Licht führt zu zunehmender geistlicher Orientierungslosigkeit.
Der Ruf zum Glauben und die neue Zugehörigkeit
Und was sollen die Zuhörer tun? Das ist nun keine Überraschung. Sie sollen an das Licht glauben. Johannes 12,36: Während ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet. Dies redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.
Jesus betont noch einmal die begrenzte Zeit seiner öffentlichen Gegenwart. Während ihr das Licht habt, glaubt an das Licht. Es geht ihm hier nicht um Glauben an Gott, sondern ganz klar um den Glauben an ihn. Er ist das Licht, und sie sollen an ihn, an das Licht, glauben, um Söhne des Lichts zu werden.
So wie ein Sohn der Wüste jemand ist, dessen Leben von der Wüste bestimmt wird, so ist ein Sohn des Lichts jemand, der nicht nur viel über das Licht weiß, sondern dessen Identität und Lebensführung vom Licht bestimmt werden.
Paulus wird diesen Gedanken aufgreifen, wenn er den Thessalonichern schreibt: 1. Thessalonicher 5,4-6: Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, da euch der Tag wie ein Dieb ergreift. Denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.
Schön formuliert: Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis, wir gehören nicht dem Bösen und wir gehören nicht der Orientierungslosigkeit. Und deshalb sollen wir wachen und nüchtern sein.
Und dann wird der Apostel noch ergänzen: 1. Thessalonicher 5,8: Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, bekleidet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils.
Kurz zu den Söhnen des Lichts oder den Söhnen des Tages: Mit der Formulierung sind nicht nur Männer gemeint, sondern auch Frauen, weil es sich bei der Bezeichnung um eine geistliche Zugehörigkeit handelt, nicht um das biologische Geschlecht. Söhne des Lichts sind alle, die durch den Glauben an Christus zu Gott gehören und von seinem Licht geprägt werden. Es sind dieselben, die mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und dem Helm, nämlich der Hoffnung auf das Heil, bekleidet sind, also die eine geistliche Waffenrüstung tragen, um sich gegen den Teufel und seine Dämonen zur Wehr zu setzen.
Die entscheidende Nähe und das plötzliche Weggehen
Was will Jesus von seinen Zuhörern? Dass sie sich ihm anschließen und seine Nachfolger werden. Dass sie eine neue Identität annehmen, ihm ähnlich werden oder, mit den Worten aus Johannes 1,12, Kinder Gottes werden.
Und jetzt wird es interessant: Eben noch warnt der Herr Jesus seine Zuhörer davor, dass sie nicht mehr viel Zeit haben. Und dann lesen wir: Dies redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Jetzt ist er tatsächlich weg.
Merkt ihr, wie die entscheidende Frage wirklich nicht die ist, wie viel Licht ich schon bekommen habe, sondern wie ich mit dem Licht umgehe, das Gott mir bereits gegeben hat?
Zwei abschließende Gedanken für den Alltag
Lasst mich deshalb mit zwei Gedanken abschließen.
Erstens: Heute ist entscheidend. Hebräer 3,7-8. Deshalb spricht der Heilige Geist: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung an dem Tag der Versuchung in der Wüste.
Buße braucht in allen Facetten immer eine Liebe zum Heute. Ich muss die Momente ergreifen, in denen Gott mich zur Umkehr auffordert, damit sich mein Herz nicht durch Egoismus und Unglauben verhärtet. Das ist für ungläubige Menschen übrigens genauso wichtig wie für Christen.
Zweitens: Es gibt ein Zu-spät. In den Sprüchen ist es die Weisheit, die es folgendermaßen formuliert: Sprüche 1,24-28. Weil ich rief und ihr euch weigertet, weil ich meine Hand ausstreckte und niemand aufmerkte, und ihr fahren ließet all meinen Rat und meine Mahnung nicht wolltet, so will auch ich bei eurem Unglück lachen, will spotten, wenn der Schrecken über euch kommt. Wenn wie ein Unwetter der Schrecken euch naht, euer Unglück hereinbricht wie ein Sturm, wenn Bedrängnis und Angst über euch kommen, dann rufen sie mich, doch ich antworte nicht; dann suchen sie mich, doch sie finden mich nicht.
Es gibt ein Zu-spät. Dann kann ich mich zwar noch nach Gott und seiner Weisheit ausstrecken, aber ich kann mein Schicksal nicht mehr abwenden.
Schlusswort und praktischer Impuls
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie es sich in deinem Leben konkret zeigt, dass du ein Sohn des Lichts bist.
Das war es für heute. Ein Tipp fürs Leben: Formuliere für eine deiner Lieblingssünden oder Lieblingsversuchungen eine neue gute Gewohnheit, um dieser Sünde oder Versuchung zu widerstehen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden! Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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