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Das ungläubige Staunen

2. Könige 7,12-2026.01.2020
Wenn alles verloren scheint, kann Gott in einem Augenblick wenden. Die Frage ist: Rechnen wir mit seinem Eingreifen – oder verpassen wir das Wunder, weil wir nur auf das Offensichtliche starren?

Ein dramatischer Anfang in Samaria

Was für ein Wunder! Die Situation der Israeliten in Samaria war dramatisch. Nur noch wenige Tage, und die Menschen wären alle komplett verhungert. Der Hunger war dermaßen groß, dass es Frauen gab, die ihre eigenen Kinder aßen.
Als der König von einem solchen Vorfall erfuhr, eilte er in Wut zum Propheten Elisa, der ihm eine erfreuliche Nachricht übermittelte. Er wollte ihm zwar den Kopf abschlagen, tat es dann aber nicht. Elisa hatte dennoch eine gute Botschaft für ihn: Am nächsten Tag werde die Hungersnot vorüber sein, und Nahrungsmittel im Überfluss würden zur Verfügung stehen. Niemand konnte sich vorstellen, wie so etwas möglich sein sollte. Doch Gott hatte einen Plan.
Vor den Stadtmauern Samarias saßen vier von Aussatz geplagte Männer. Sie wussten, dass sie hier sitzen bleiben und mit Sicherheit sterben würden. Die einzige kleine Überlebenschance sahen sie darin, sich ins feindliche Lager der Syrer zu schleichen, um zu sehen, ob sie dort Esswaren finden würden. Würden sie entdeckt, hätten sie vielleicht die Chance, dass die Syrer sie am Leben ließen. Oder die Syrer würden sie töten. Aber egal: Blieben sie vor der Stadtmauer sitzen, waren sie sowieso des Todes.
Also machten sie sich auf den Weg ins Lager der Syrer. Dort angekommen, stellten sie überrascht fest, dass kein einziger Syrer im Lager war. Die Zelte hingegen waren in einwandfreiem Zustand und voller Esswaren, Schmuck, Gold und vielem mehr. Natürlich stürzten sie sich zuerst auf die Esswaren. Und als sie satt waren, sammelten sie die wertvollsten Sachen zusammen und versteckten sie außerhalb des Lagers, denn sie wussten ja nicht, ob die Syrer wieder zurückkommen würden oder nicht.

Die überraschende Wende und die Nachricht an die Stadt

Doch plötzlich, in ihrem gierigen Handeln, realisierten sie, dass es nicht richtig ist, wenn sie sich hier die Bäuche vollschlagen, während ihre Volksgenossen in Samaria verhungern. Und sie sagten sich: Das ist nicht recht, was wir da tun. Heute ist ein großer Tag. Wir haben eine gute Nachricht zu überbringen. Wenn wir die auch nur bis morgen für uns behielten, würden wir uns schuldig machen. Kommt, wir gehen in die Stadt zum Palast des Königs und melden dort, was geschehen ist.
Gesagt, getan. Sie gingen zum Stadttor von Samaria und erzählten es den Torwärtern, denn sie durften ja nicht als Aussätzige in die Stadt hinein. Sie berichteten dort, was sie gesehen und erlebt hatten. Diese wiederum meldeten dem König alles. Und dann geschah Folgendes:
Der König stand auf, es war mitten in der Nacht, und beriet sich mit seinen hohen Offizieren. Er sagte: Ich will euch sagen, was die Syrer mit uns vorhaben. Sie wissen, wie sehr uns der Hunger zusetzt. Nun haben sie ihr Lager verlassen und halten sich im Gelände versteckt. Das nennt man in der Militärsprache: Sie legen einen Hinterhalt. Sie warten nur darauf, dass wir uns aus der Stadt herauswagen. Dann werden sie uns alle gefangen nehmen und in die Stadt eindringen.
Darauf meinte einer der Offiziere: Wir sollten ein paar von den Pferden, die uns noch geblieben sind, zur Erkundung ausschicken. Denn auch wenn wir sie hier behielten, würden sie zugrunde gehen, genauso wie die vielen Israeliten, die schon umgekommen sind.
Der König ließ also zwei Streitwagen anspannen und gab den Besatzungen den Auftrag, zu erkunden, wo sich das syrische Heer befinde.

Die Flucht der Syrer und die Erfüllung des Wortes

Die Kundschafter verfolgten dessen Spur bis zum Jordan. Der ganze Weg war übersät mit Kleidungsstücken und Waffen, die die Syrer weggeworfen hatten, um auf der Flucht schneller voranzukommen.
Nachdem die Kundschafter zurückgekehrt waren und dem König Bericht erstattet hatten, stürmte das ganze Volk aus der Stadt hinaus und plünderte das Lager der Syrer. Da trat ein, was der Herr durch Elisa angekündigt hatte: Fünf Kilo Weizenmehl und zehn Kilo Gerstenkörner waren für ein Silberstück zu kaufen. Ich erinnere mich an die erste Rede aus dieser Reihe; ich glaube, ein Eselskopf kostete noch kurz vorher 80 Silberstücke.
Den hohen Offizier, in dessen Begleitung der König zu Elisa gekommen war, hatte der König zum Stadttor geschickt, um dort die Ordnung aufrechtzuerhalten. Doch er wurde vom Volk zu Tode getrampelt. Auch dies geschah genau so, wie der Mann Gottes es vorausgesagt hatte.
Denn als Elisa dem König verkündet hatte: „Zehn Kilo Gerstenkörner und fünf Kilo Weizenmehl sind morgen um diese Zeit im Tor von Samaria für ein Silberstück zu kaufen“, hatte der Offizier ihm geantwortet: „Das ist unmöglich, selbst wenn der Herr Fenster in den Himmel machen würde.“ Darauf hatte Elisa ihm angekündigt: „Du wirst es mit eigenen Augen sehen, aber nichts mehr davon essen.“
Und genau so kam es. Das Volk trampelte ihn im Tordurchgang zu Tode.

Misstrauen, Unglaube und die Frage nach Gottes Handeln

Als der König diese gute Nachricht hörte, dass das Lager der Syrer frei war, freute er sich nicht. Stattdessen wurde er sehr misstrauisch. Er befürchtete eine List der Syrer. Er war der Meinung, sie würden auf diese Weise die Eliten aus der Stadt hinauslocken. Wenn sie ausgehungert sind und hören, dass es im Lager der Syrer zu essen gibt, und sie mit dieser Hoffnung aus der Stadt rennen, werden sie sich nicht mehr bewaffnen. Dann werden sie schutzlos den Syrern ausgeliefert sein. Es wäre für die Syrer ein leichtes Spiel. Dann werden sie uns alle gefangen nehmen und in die Stadt eindringen. Dann sind wir ganz verloren.
Das war die Befürchtung des Königs, und das war durchaus eine gute Überlegung. Der König, der selbst oft in den Krieg zog und eigentlich der höchste Heerführer war, wusste natürlich sehr genau, wie hinterlistig militärische Strategien sein können. Er wusste natürlich, dass man Hinterhalte legt, um den Feind zu täuschen. Das war alles klar.
Aber was erstaunlich ist: Der König zog offensichtlich nicht in Erwägung, dass sich hier die Prophetie des Elisa erfüllen könnte, der ihm wenige Stunden zuvor gesagt hatte, dass Gott die Hungersnot beenden würde und Esswaren im Überfluss vorhanden sein werden. Zehn Kilo Gerstenkörner und fünf Kilo Weizenmehl sind morgen um diese Zeit im Tor von Samaria für ein Silberstück zu kaufen. Das war doch eine eindrückliche Ansage Elisas.
Der König hätte auch überlegen können, ob das vielleicht die Erfüllung dieser Prophetie sein könnte. Das ist doch naheliegend. Doch das tat er nicht. Damit zeigt er uns, wie gottlos er war, obwohl er von dem Propheten eine klare und erfreuliche Vorhersage hatte. Er hat also nicht in Erwägung gezogen, dass dies die Erfüllung sein könnte. Er hat nicht mit Gott gerechnet. Das zeigt seine Gottlosigkeit.
Selbstverständlich hätte er dann immer noch vorsichtig sein müssen. Er hätte weiterhin misstrauisch sein können und abklären müssen, ob das die Erfüllung der Prophetie sein könnte oder ob es eine List der Syrer sei. Misstrauen, misstrauisch zu sein, das ist nicht grundsätzlich falsch. Und Misstrauen ist nicht mit Unglauben gleichzusetzen. Wer nicht misstrauisch sein kann, der neigt zur Leichtgläubigkeit und wird sich dadurch in Gefahr bringen.
Gott forderte sogar einmal vom Propheten Jeremia dazu auf, misstrauisch zu sein. Er warnte ihn nämlich: Auch wenn deine Brüder und das Haus deines Vaters treulos gegen dich sind, wenn sie hinter dir her aus vollem Halse schreien, trau ihnen nicht, auch wenn sie freundlich mit dir reden. Bleib misstrauisch. Trau ihnen nicht. Lass dich nicht täuschen. Sie sind listig und hinterlistig.

Vorsicht gegenüber Menschen und Vertrauen auf Gottes Veränderung

Und die ersten Christen waren auch misstrauisch, dass ihr hartnäckigster und brutalster Feind Christ geworden war. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sich ein Mensch so radikal ändern könnte. Paulus verfolgte die Christen bis aufs Blut, und plötzlich soll er ein eifriger Nachfolger von Jesus sein? Sie misstrauten dieser Sache, sie hatten Angst.
Als Saulus, Paulus, einmal heißt er Saulus, dann Paulus, der Saulus ist der Paulus, ich bringe nochmals ein Zitat, damit die, die das nicht kennen, es wissen: Wenn Saulus steht, ist der Paulus gemeint. Saulus wird der Paulus. Als Saulus wieder nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Aber sie hatten alle Angst vor ihm, weil sie nicht glauben konnten, dass jetzt auch er ein Jünger Jesu war. Sie trauten ihm nicht. Vermutlich hatten sie Angst, Paulus könnte die Gemeinde infiltrieren und dann plötzlich alle Christen in Jerusalem ausrotten.
Sie trauten ihm nicht, und das können wir gut nachvollziehen, denn den meisten von uns würde das genauso gehen. Ja, und so kann es auch heute sein. Wenn Menschen zu Jesus finden, die vorher Jesus gegenüber gleichgültig oder den Christen gegenüber sogar feindlich gesinnt waren, ist es nicht falsch, vorsichtig und misstrauisch zu sein. Doch ist es wichtig, dass wir das nicht übertreiben. Wir müssen immer wissen, dass Gott einen Menschen radikal verändern kann.
Als wir damals in unserer Gemeinde evangelistische Gottesdienste machten, „Sundtags-Day“ nannten wir das damals, war auch Daniel natürlich heftig damit involviert. Mit den Gottesdiensten wollten wir Menschen mit dem Evangelium erreichen. Und tatsächlich bekehrten sich Menschen und wurden Nachfolger. Ein Beispiel sehen Sie hier vorn. Sandra, sie hat ein Blockat im Traum gesehen und ist zum ersten Sonntagstakt gekommen. Sie hat sich für Jesus entschieden und ist bis heute noch da.
Aber es gab Leute, die behaupteten, dass das, was damals geschah, keine echte Bekehrung gewesen sei. Auf diese Weise, wie wir damals evangelisierten, mit Theater und Filmen und Botschaft natürlich und modernen Liedern, konnte in ihren Augen kein Mensch zu Jesus finden. Selbst dann, als sie diese Menschen sahen und ihre Berichte lasen, bestritten sie die Echtheit dieser Bekehrung.
Nun, wenn wir in diesem Jahr mit Live on Stage Menschen mit dem Evangelium erreichen, dürfen wir bei Bekehrung durchaus vorsichtig sein. Aber nehmen wir Abstand von pauschalen Vorurteilen und Verurteilungen. Wir wissen: Gott kann Menschen komplett verändern, wie Paulus schreibt: Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, etwas ganz Neues hat begonnen.

Begleitung neuer Glaubender und die Aufgabe der Gemeinde

Der Königin Samaria traute Gott nichts zu. Er war in seinem Unglauben gefangen. Wir wollen aber Gott viel zutrauen, denn ihm ist nichts, wirklich nichts, unmöglich.
Und wenn Menschen zu Jesus finden, dann sollten wir uns zunächst einmal darüber freuen. Die Zeit wird schon zeigen, wie ernst diese Hinwendung zu Jesus war. Unsere Aufgabe ist es, diesen Menschen zu helfen und sie auf dem neuen Weg in der Nachfolge Jesu zu unterstützen.
Bei Paulus hatte Barnabas diese Aufgabe übernommen. Er vertraute dem, was Gott möglich war. So lesen wir in der Apostelgeschichte, dass Barnabas dem Paulus zu Hilfe kam. Er brachte ihn zu den Aposteln und berichtete ihnen, wie Saulus auf seiner Reise nach Damaskus den Herrn gesehen und wie der Herr mit ihm gesprochen hatte. Er nahm ihn an der Hand und führte ihn in die Gemeinschaft der Gläubigen ein.
Und das ist es, was wir tun sollten. Es ist wichtig, dass wir Menschen, die zu Jesus finden, begleiten. Denn wenn man zum Glauben kommt, ist man noch kein gereifter Christ. Dann ist es wichtig, dass man begleitet wird.
Ein Offizier schlug vor, man sollte die Pferde nehmen, die noch leben würden, um zu erkunden, was es mit dieser Nachricht auf sich habe. Und wenn sie dadurch die Pferde verlieren würden, dann wäre das eigentlich ein unbedeutender Verlust, meinte er. Denn auch wenn wir die Pferde hier behielten, würden sie zugrunde gehen, genauso wie die vielen Israeliten, die schon umgekommen sind.
Also, was soll's? Behalten wir die Pferde hier. Sterben sie auch, können wir sie genauso gut einsetzen. Wir müssen sie nicht mehr für den Krieg zurückhalten. Wir werden ohnehin keinen Krieg mehr führen können, weil wir dermaßen am Boden sind. Eigentlich war schon alles verloren. Sie konnten eigentlich nur noch gewinnen.

Das Wunder wird sichtbar und bleibt doch ein Zeichen

Der König sandte eine kleine Truppe zum syrischen Heerlager. Die Männer trafen das Lager so an, wie es die aussätzigen Männer berichtet hatten. Nun folgten sie den Spuren und stellten Erstaunliches fest: Der ganze Weg war übersät mit Kleidungsstücken und Waffen, die die Syrer weggeworfen hatten, um auf der Flucht schneller voranzukommen.
Wir erinnern uns: Gott hatte den Syrern nur ein Geräusch gesandt. Sie hatten es wie ein anrollendes Heer gehört und waren dermaßen in panischer Angst, dass jeder nur noch um sein nacktes Leben rannte. Alles, was sie hätte hindern können, hatten sie weggeworfen. Waffen, Rucksäcke, alles, was sie mit sich trugen, hatten sie weggeworfen. Sie waren um ihr nacktes Leben gerannt.
Was nun die Kundschafter in Samaria berichten konnten, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Das ganze Volk strömte aus der Stadt hinaus und plünderte das Lager der Syrer. Es war eingetroffen, was Elisa im Namen Gottes angekündigt hatte: Fünf Kilo Weizenmehl, ich könnte es im Schlaf auswendig, fünf Kilo Weizenmehl, ich zitiere das jetzt nämlich schon etwa zum sechsten Mal, zehn Kilo Gerstenkörner waren für ein Silberstück zu kaufen. Aber es ist ja auch unglaublich.
Und Gott kann heute noch solche Wunder tun. Wir können da nur staunend davorstehen, denn so etwas hätten wir uns ja dann nicht vorstellen können. Natürlich ist es nicht die Regel, dass wir ständig große Wunder erleben. Ich habe einige große Wunder erlebt, wie ich euch erzählen kann, aber ich erlebe nicht jedes Jahr große Wunder.
Aber auch wenn so große Wunder nicht Standard sind, sollten wir Wunder nicht ausschließen. Wir dürfen nie vergessen, dass Gott in unsere Welt und in unser Leben eingreifen kann, wann, wo und wie er will. Und wenn Gott ein eindeutiges Versprechen gibt, so wie er es durch den Propheten Elisa getan hatte, dann können wir garantiert zweihundert Prozent sicher sein, dass sich das, was Gott gesagt hat, erfüllen wird, dass das eintreffen wird.

Die Hoffnung auf das kommende Heil

Deshalb können wir wissen, dass das Wunder eintreten wird, das Jesus uns versprochen hat. Er hat versprochen, noch einmal auf diese Erde zu kommen und uns zu sich zu holen. Auch wenn wir schon über zweitausend Jahre auf dieses grosse Ereignis warten, es wird eintreffen.
Jesus sagte seinen Jüngern, und das gilt für alle Menschen, die Jesus nachfolgen, dass er zu seinem himmlischen Vater gehen wird und dort für uns die Wohnungen für die Ewigkeit vorbereiten wird. Und dann sagt Jesus: Und wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wiederkommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Dieses grossartige Wunder, auf das wir alle hinleben, das eigentlich unser Lebensziel ist, wird eintreffen, hundertprozentig. Jeder, der Jesus liebt, wird dann dabei sein, ob er nun schon gestorben ist oder ob er noch lebt.
Die Menschen in Samaria waren dermassen ausgehungert, dass jeder nur noch damit beschäftigt war, etwas für sich zu ergattern. Notfalls benutzte man seine Ellbogen oder stolperte über Menschen hinweg, die zu Boden gefallen waren. Es war eine richtige Panikstimmung.
Da geschah es, dass ein Offizier, der vom König zum Stadttor geschickt wurde und dort für Ordnung sorgen sollte, von den Leuten umgestossen und zu Tode getrampelt wurde. Das war der Offizier, der dem Elisa nicht glauben wollte, dass Gott die Hungersnot beenden würde. Er sagte: Das ist unmöglich, selbst wenn der Herr Fenster in den Himmel machen würde.
Worauf Elisa antwortete: Du wirst es mit eigenen Augen sehen, aber nichts mehr davon essen.
Das wird nun in dieser Erzählung deutlich und intensiv berichtet. Wenn ihr den Text zu Hause noch einmal lest, wird euch auffallen, dass sich ein grosser Teil dieses Textes genau mit dem beschäftigt, was immer wieder wiederholt wird. Vermutlich will uns der Schreiber dieses Berichtes darauf hinweisen, dass er ungläubig das Glück von Gottes Wirken sehen wird, es aber nicht ergreifen kann.
Das Schicksal dieses Offiziers ist ein Beispiel für diese Tatsache.

Die Warnung vor verpasstem Glück und die Freude der Glaubenden

Natürlich könnte man sagen, dass noch viel mehr Israeliten hätten sterben müssen, denn kaum jemand glaubte Elisa, auch der König nicht, wie wir gesehen haben. Es ist aber ein Glück, oder man könnte auch sagen: Gottes Gnade, dass Gott nicht immer gleich alle bestraft, sondern an einzelnen Situationen zeigt, wie schlimm die Folgen des Unglaubens sind.
Mit dieser Intensität des Berichtes will uns der Schreiber dazu aufrufen, dass wir Gott unser volles Vertrauen schenken, damit wir nicht nur Zuschauer des Glücks sind, sondern das Glück genießen können.
Jesus erzählte eine dramatische Geschichte von einem reichen Mann und dem armen und kranken Lazarus. Der reiche Mann fragte nicht nach Gottes Willen und lebte sein Leben in Saus und Braus. Der arme Lazarus wandte sich in seiner Schwachheit an Gott. Als die beiden starben, begegneten sie sich in der für uns noch unsichtbaren Welt.
Jesus erzählt, dass der Reiche im Totenreich große Qualen litt. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham und an dessen Seite Lazarus. Er sah, dass es Lazarus viel besser ging und er keine Qualen zu ertragen hatte. So rief der Reiche zu Abraham hinüber: Vater Abraham, habe Barmen mit mir und schick Lazarus hierher. Er war sich immer noch gewohnt, die Leute zu sich zu beordern. Lass ihn seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und damit meine Zunge kühlen, ich leide furchtbar in dieser Flammenglut.
Das war leider nicht möglich. Der Reiche sah das Glück und konnte es nicht ergreifen. Das ist das Schicksal der Menschen, die Gott ablehnen. Sie werden das Glück der Menschen sehen, die Jesus nachfolgten, aber sie werden es nicht ergreifen.
Sie werden erkennen, dass Jesus der wahre Gott ist, wie Paulus dem Christen in Philippi schreibt: Alle werden dann erkennen, dass Jesus Christus der Herr ist und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben. Alle Menschen werden Jesus als Herrn über alle Herren erkennen und ihm die Ehre erweisen. Aber nicht alle werden das Glück ergreifen können, das Gott einem jeden Menschen von Herzen wünscht.
Der Apostel Petrus schreibt: Bisher habt ihr Jesus nicht mit eigenen Augen gesehen, und trotzdem liebt ihr ihn. Ihr vertraut ihm, auch wenn ihr ihn vorläufig noch nicht sehen könnt. Daher erfüllt euch schon jetzt eine überwältigende, jubelnde Freude, eine Freude, die die künftige Herrlichkeit widerspiegelt. Denn ihr wisst, dass ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet, eure endgültige Rettung.
Das ist das Glück eines Menschen, der Jesus nachfolgt: die endgültige Rettung. Weil wir Jesus nachfolgen, werden wir dieses Glück ergreifen können, die endgültige Rettung. Und wir wünschen, dass wir noch viele Menschen auf dieses Glück hinweisen können, in der Hoffnung, dass sie Jesus ihr Vertrauen schenken.

Abschluss mit Blick auf das Gemeindeprojekt

Ich weiss nicht, wie er über die Art und Weise der Evangelisation von Live on Stage denkt, an der wir uns als Gemeinde beteiligen. Vielleicht findest du das super, vielleicht denkst du, dass man besser anders evangelisieren würde. Oder dir gefällt die Grafik der Einladung nicht. Oder du findest den Veranstaltungsort nicht gut gewählt. Oder du würdest es generell einfach ganz anders machen, was es auch immer sein mag.
Eigentlich ist das alles gar nicht so wichtig: ob uns persönlich jedes Detail gefällt, ob wir alles genau so machen würden oder ob wir es komplett anders machen würden. Wichtig ist, ob Gott durch Live on Stage Menschen zu sich zieht.
Natürlich ist es von grösster Wichtigkeit und Bedeutung, dass bei Live on Stage das Evangelium richtig verkündigt wird und dass man dort keine Irrlehren verbreitet oder Menschen manipuliert. Wenn das der Fall wäre, würde ich zu den Ersten gehören, die sich distanzieren. Aber wenn das nicht der Fall ist, dann ist es gut, wenn wir uns mit den Gaben und Mitteln investieren, die uns Gott geschenkt hat.
Der schlimmste Fall von Live on Stage wäre, dass sich kein einziger Mensch für Jesus entscheidet. Das wäre der Worst Case. Aber wenn nur ein Mensch, nur ein Mensch, zu Jesus finden würde, dann wäre ein Mensch mehr auf dieser Welt, der das grösste Glück ergreifen wird.
So sind wir gespannt, was Gott tun wird. Eines ist unbestritten: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.
Ich bete mit uns.
Ich danke dir, Vater, für dein Wort. Dein Wort ist wie ein zweischneidiges Schwert, es trifft in unsere Herzen. Es zeigt uns, was Grossartiges du, Herr Jesus, für uns getan hast, weil du für unsere Schuld am Kreuz gestorben bist. Es zeigt uns deine grosse Liebe zu uns Menschen und dass es dein tiefer Wunsch ist, wie wir das auch im Lied gehört haben, am Anfang des Gottesdienstes, dein tiefster Wunsch, dass Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen und das Glück ergreifen können.
So wollen wir dich auch bitten, dass du uns auch als Gemeinde hilfst, auch jetzt in diesem Jahr mit diesem Projekt Live on Stage, dass du schenkst, dass wir erfahren dürfen, wie Menschen zu dir finden, so wie wir das auch bei unseren Sunty States auch gesehen haben, dass Menschen neues Leben bekommen.
Wir danken dir und beten dich an. Amen.