30.09.2026
Serie•Teil 8 / 8Der Judasbrief
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Generierte Mitschrift
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Die Tumatage 2026: Der Judasbrief
Die Tumatage zwanzigsechsundzwanzig Der Judasbrief
Ein geistlicher Impuls mit Blick auf das Ziel
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und statt Jesu Leben und Lehre gibt es ein paar Gedanken von seinem Halbbruder.
Judasbrief
Wir erwarten die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus, und es ist wichtig, dass wir das verstehen. Auch am Ende der Zeit, wenn wir die endgültige Form des ewigen Lebens bekommen, hat das nichts mit Verdienstlichkeit zu tun.
Wir sollen ein Überwinderleben leben, wir sollen hören und folgen. Du darfst im Geist beten, auf dem Glauben aufbauen, du darfst all die richtigen Dinge tun, du darfst das genialste Leben leben, das du dir vorstellen kannst. Du darfst Gott mit einem Leben beschenken, das seinem Tod am Kreuz wert ist.
Und dann wird es trotzdem so sein, dass Gott am Ende sagt: Ich bringe Gnade mit, ich bringe Barmherzigkeit mit. Und dann wirst du aus seiner Hand als Geschenk das ewige Leben bekommen.
Zwei Gruppen in der Gemeinde
Und was machen wir jetzt mit den Leuten in der Gemeinde? Also, ich habe die Typen ja da. Ich habe die da, die so gottlos leben, und ich habe die da, die vielleicht schon ein bisschen von ihnen beeinflusst sind.
Fangen wir mit der ersten Gruppe an, die schon ein wenig beeinflusst ist. Die sehen diese Irrlehrer. Die sehen, wie die irgendwie ein nettes Leben führen, wie die all das machen, was die Heiden auch machen. Und im Allgemeinen ist das attraktiv. Das ist Zeitgeist. So zu leben wie alle anderen leben, das kann attraktiv sein.
Dann fangen Leute an zu zweifeln und überlegen sich: Ist das, was ich gelernt habe in der Sonntagsschule oder in der Predigt, richtig?
Vers 22: Und der einen, die zweifeln, erbarmt euch.
Da, wo Leute ins Zweifeln kommen, da müssen wir uns um sie kümmern. Rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt.
Barmherzigkeit für die Zweifelnden
Warum ist es wichtig, dass wir hier Barmherzigkeit üben? Denn in einer schwierigen Gemeindesituation besteht häufig keine große Lust, sich mit den Leuten zu beschäftigen, die gerade dabei sind, den Spöttern und den Gottlosen auf den Leim zu gehen.
Sich mit diesen Leuten zu beschäftigen, die so komische Fragen haben und zu zweifeln anfangen, das ist eine mühsame Sache. Das kostet Kraft. Und da kann man sich in einer schwierigen Gemeindesituation überlegen: Komm, wir opfern die. Ein Bauernopfer. Sollen die draufgehen, aber wir müssen hier die ganze Gemeinde irgendwie retten.
Und manchmal kommt da auch so ein bisschen Hochmut dazu. Man sieht Leute, die auf jeden Blödsinn abfahren, und denkt sich: Na ja, komm.
Und jetzt kommt Judas und sagt: Nein. Wenn du Leute siehst, die auf der Kippe stehen, kümmere dich. Reiße sie aus dem Feuer. Das Bild dahinter ist ein Stock, der im Feuer liegt und brennt. Und bevor der Stock verbrennt, reißt du ihn raus. Du gehst da hin und machst aktiv etwas.
Wenn du Leute siehst, bei denen du den Eindruck hast, dass sie die falschen Predigten auf YouTube hören, ihre Zeit mit Unsinn verbringen, eine merkwürdige Art haben, Geld auszugeben und Prioritäten zu setzen, und du merkst, dass sie im Hintergrund vielleicht schon den einen oder anderen Prediger haben, von dem du eigentlich denkst: Na, der taugt nichts, dann höre diesen Text bitte als Warnung.
Und höre diesen Text auch als Aufforderung: Warnung, dass du dich nicht auf den gleichen Weg begibst. Aber auch als Aufforderung, dass du jetzt einen Job zu erledigen hast. Du musst da hingehen. Es ist deine Aufgabe, diese Leute zu retten.
Zieh dich nicht zurück im Sinne von: Okay, geht mich ja nichts an, ich höre mir das ja nicht an, ich bleibe meinem Weg treu. Nein, wenn du das mitbekommst und merkst, da sind Leute dabei, ihren Glauben zu verlieren, geh hin.
Vorsicht im Umgang mit tief verstrickter Sünde
Und was mache ich mit denen, die ihren Glauben quasi schon verloren haben, bei denen ich nicht genau weiß, ob das wirklich Gottlose sind oder ob das nur Mitläufer sind, die sich diese Gottlosen zum Vorbild nehmen? Das ist die zweite Gruppe.
Das eine sind die Zweifelnden. Zu ihnen gehe ich hin, erbarme mich ihrer und kämpfe um sie. Dann heißt es aber bei den anderen: Der anderen aber erbarmt euch mit Furcht.
Also: Diejenigen, die bereits begonnen haben, einen Lebensstil zu übernehmen, der gottlos ist, zu imitieren, zu denen musst du auch hingehen. Die sollst du ebenfalls retten. Aber du musst das mit einer gewissen Vorsicht angehen. Du musst aufpassen, dass ihr kaputter Lebensstil, in dem jemand nach seinen Begierden lebt, in dem jemand, was weiß ich, einen sehr luxuriösen Lebensstil hat, einen sehr von Sexualität und Freizügigkeit geprägten Lebensstil hat, einen sehr auf Urlaub, Annehmlichkeiten, Genuss und Karriere ausgerichteten Lebensstil hat, nicht auch auf dich abfärbt.
Wenn du zu so jemandem hingehst und sagst: Ich möchte dich retten, dann muss dir klar sein, dass du auch ein Mensch bist. Und dass das, was der andere tut, in deinem Fleisch einen Anknüpfungspunkt haben kann. Dann siehst du womöglich einen Lebensstil, bei dem du dir denkst: Boah, das Auto hätte ich auch gern. Die Stereoanlage zu Hause wäre nett. Der Urlaub auch.
Nähe ohne Verstrickung
Und deswegen musst du an so einer Stelle, wenn du dich auf Leute einlässt, die schon richtig tief in dem Verhalten der Gottlosen drinstecken, die nach ihren Begierden wandeln, die selber, was weiß ich, stolze Worte reden und hochmütig sind, darauf achten, dass du dir der Gefahr bewusst bist. Wenn du dich auf sie einlässt und sagst, die will ich retten, dann musst du dir darüber im Klaren sein, dass sie auch für dich eine Gefahr darstellen können. Denn ihr Lebensstil kann dich dazu verführen, dir Dinge zu wünschen, die für dich nicht gut sind.
Und deswegen heißt es hier: „Erbarmt euch mit Furcht, indem ihr sogar das vom Fleisch befleckte Gewand hasst.“ Das ist natürlich ein Bild dafür, dass wir mit aller Kompromisslosigkeit Sünde ablehnen sollen. Und dass wir aufpassen müssen, dass wir uns nicht täuschen, wenn da an einem Menschen Sünde klebt. Dieses Bild vom befleckten Gewand macht deutlich, dass wir uns nicht selber verunreinigen dürfen, indem wir durch den Kontakt Dinge attraktiv finden, mitmachen und uns selber Dinge wünschen, die uns einfach nicht guttun.
Also gilt auf der einen Seite auch bei denen, die so richtig tief in Sünde verstrickt sind: Es geht darum, darüber nachzudenken, wie kann ich sie retten? Aber gleichzeitig brauchen wir eine strikte Distanz zu der sündigen Praxis, die irgendwie anhaftet. Nähe zum Sünder, ohne dass wir uns mit der Sünde identifizieren.
Das kennen wir von dem Herrn Jesus. Der kann mit Sündern und Zöllnern essen. Das versteht sonst keiner. Aber diese Leute werden für ihn einfach nicht zur Gefahr, weil er ihren Lebensstil nicht an sich heranlässt.
Nüchternheit und persönliche Erfahrung
Und wie gesagt: Seid an der Stelle bitte nüchtern, wenn ihr auf Leute trefft, die vorgeben, Christen zu sein, aber habgierig leben. So ein Lebensstil kann verlockend sein. Wenn jemand mit sexueller Freizügigkeit spielt, können das interessante Erfahrungen sein. Man denkt dann vielleicht: Das würde mich aber auch mal interessieren.
Wenn du auf Prasserei, auf Hochmut, auf schlechtes Reden oder auf Partykultur stößt, kann das für dich eine Herausforderung sein. Ich habe das selbst einmal an einer Stelle erlebt, wo ich auf jemanden traf, dem ich helfen wollte. Irgendwann merkte ich, dass mir das nicht mehr gut tut. Der Mensch selbst war dann auch unbußfertig, mit seiner Liebe zu weltlichen Dingen. Da habe ich mir gedacht, dass es mir nicht gut tut, weil es für mich wie ein permanentes Hineingehen in eine Versuchungssituation war. Ich habe das dann auch irgendwann abgebrochen.
Bewahrung bis zum Ziel
Kommen wir zum Schluss. Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag.
Wenn du jetzt Angst bekommen hast und denkst: Boah, hoffentlich schaffe ich dieses Leben, das ist ja Wahnsinn. Ja, also da kann man ja alles Mögliche falsch machen. Wir bleiben bei dem, was wir ganz am Anfang gesagt haben, okay? Es ist Jesus, der dich bewahrt. Es ist Gott, der dich bewahrt. Du musst einfach nur: Meine Schafe hören meine Stimme, okay? Und sie folgen mir, und ich gebe ihnen ewiges Leben, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
Du darfst einfach Gott folgen. Gott wird dich ans Ziel bringen. Er ist derjenige, der dich ohne Straucheln zu bewahren weiß. Und Straucheln ist hier ein Bild für den Schiffbruch im Glauben. Du musst keine Angst haben.
Aber bitte bleibe in seiner Nähe. Bitte tu das, was er sagt. Bau dein Glaubensleben auf diesem alten orthodoxen Glauben auf. Werde jemand, der viel betet. Ich kann euch das nur noch einmal sagen: Gebet ist beziehungsstiftend, weil Gebet Kommunikation mit Gott ist. Es gibt eine tiefe Beziehung mit Gott nur, wenn du ein tiefes Gebetsleben hast.
Bitte nimm das ernst. Bitte nimm es ernst, dass du darauf achtest, am Herrn dranzubleiben. Und dann wird er dich dorthin bringen, wo du hinwillst, nämlich zu sich selber.
Leben auf den kommenden Jubel hin
Er wird uns vor seine Herrlichkeit hinstellen. Das ist der Moment, auf den wir zuleben: dass wir vor Gott, tadellos und mit Jubel, stehen.
Das ist das, was wir wollen. Dafür leben wir, und für nichts anderes. Wir leben nicht für unsere Begierden. Wir leben nicht, um über unser Schicksal zu hadern. Wir leben nicht, um Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir leben nicht als Scheinheilige. Wir leben nicht ... Wir leben dafür, dass wir diesen Moment erwarten, in dem wir vor Gott stehen.
Du stirbst, du wirst wieder lebendig, du stehst vor dem Herrn Jesus, und der Herr Jesus schaut dir in die Augen. Und was soll er dann sagen? Du möchtest doch, oder wir möchten doch, einen Satz hören, oder? Du guter und treuer Knecht. Das wollen wir doch. Wir wollen hier abtreten, auf der anderen Seite wieder rauskommen, vor Jesus stehen und sagen: Herr, hier bin ich, habe meinen Job erledigt. Und er sagt: Ich weiß, ich weiß, es war tough, ja, es war tough, hast du gut gemacht.
Das ist das, was wir wollen. Keiner von uns wird sagen: Ja, alles richtig gemacht. Nein. Aber wir wollen abtreten, tadellos, da soll nicht irgendein Dreck an uns kleben. Versteht ihr? Nicht irgendwo, dass man sagt: Ja, da habe ich dann ein bisschen rumgespielt. Nein, haben wir nicht, wir haben gekämpft. Mit Jubel. Ich will jubelnd auf der anderen Seite rauskommen. Tschaka, geschafft. Das ist der Punkt.
Doxologie und Abschluss
Dem alleinigen Gott, unserem Retter, durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Gewalt und Macht. Vor aller Zeit und jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Amen.
Das war's für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über den Judasbrief nachzudenken. Wo spricht er in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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