Matthäus 4,2315.07.2026
Serie•Teil 2 / 3Eigenwilligkeit
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Generierte Mitschrift
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Eigenwilligkeit
Wenn mein Wille sich dem Wort Gottes entzieht
Eigenwilligkeit
Wenn der eigene Wille auf Distanz zum Wort Gottes geht
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch – dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und während ich auf der Sommerbibelschule bin, bekommt ihr eine frische Predigt.
Wir sind beim Thema Eigenwilligkeit. Und wir haben die ersten zwei Punkte schon behandelt, die mir wichtig waren. Wir haben uns Saul angeschaut, wie er in 1. Samuel 15 zum abschreckenden Beispiel für den Rest der Kirchengeschichte wird, wie man es nicht machen soll: indem man Gott, der einem einen Auftrag gibt, diesen Auftrag nur halb erfüllt. Und dann, wenn man gefragt wird, warum hast du das eigentlich nur halb gemacht, dann kommt man erst mit: Naja, wir haben ja fast alles richtig gemacht. Und dann: Naja, die anderen waren es. Und dann irgendwann sagt man: Ich hatte Angst.
Und wir hatten am Ende des ersten Blocks mal versucht, unsere eigenen Stimmen zu identifizieren. Wir sollten uns mal so eine Episode im Leben herausgreifen, wo wir wissen: Da sind wir nicht wirklich gut unterwegs. Und dann uns die Frage zu stellen: Was hält uns eigentlich davon ab, den Willen Gottes so ganz konsequent umzusetzen?
Und ich hatte euch drei Stimmen vorgestellt. Das waren die drei Stimmen: erste Kontrolle, zweite Anerkennung, dritte Selbstschutz. Also: Was bringt mich dazu, in einer Welt zu leben, zu behaupten, ich bin Christ, und dann doch nur so eine halbe Sache mit Gott zu machen?
Wie gesagt, das kann man oft auch noch religiös verbrämen, so dass man auch noch anderen erklären kann, warum das gar nicht so schlimm ist, während hoffentlich im Hintergrund immer noch der Geist Gottes ganz sanft und still sagt: Bitte wenden.
Und es ist gut, solange du diese Stimme noch hören kannst. Gefährlich wird es, wenn du so lange Dinge auf deine eigene Weise machst, bis du gar nicht mehr hören kannst, dass da eigentlich etwas falsch ist.
Und das Traurige ist, dass das ganz, ganz häufig passiert. Dass man eigentlich Leute braucht, die von draußen reinkommen, von draußen auf das Leben draufschauen, um zu sagen: Sag mal, warum machst du das eigentlich? Warum hast du deine Prioritäten eigentlich so gesetzt, wie du sie gesetzt hast? Das passt doch eigentlich überhaupt nicht zu dem, was in der Bibel steht.
Und dann merkt man häufig erst: Ja, stimmt, eigentlich hast du recht. Das passt nicht. Warum mache ich das eigentlich?
Und da gibt es, wie gesagt, die Möglichkeit, dass ich einerseits Kontrolle behalten will, weil ich aus einer Vergangenheit komme, wo Kontrolle abgeben sehr gefährlich war. Und ich habe mir das angewöhnt. Und jetzt bin ich Christ, und ich bleibe einfach dabei. Nicht bewusst, sondern einfach unterbewusst, weil ich eben so bin. Es fällt mir schwer.
Oder aber es geht mir um Anerkennung. Ich möchte, dass andere Leute mich nicht für komisch halten, deswegen passe ich mich an.
Oder aber ich vertraue Gott gar nicht wirklich. Ich habe da schon Schlimmes erlebt und vielleicht sogar etwas mit Gott erlebt, was mich dazu gebracht hat, so ein ganz kleines bisschen Gott zu misstrauen. Und das zahlt leider dann auf Eigenwilligkeit ein.
So, da waren wir stehen geblieben.
Gottes Diagnose und die Schärfe der Wahrheit
Ich möchte jetzt einen Schritt weitergehen, und ich möchte uns Gottes Diagnose vorstellen. Jetzt kommt der Satz, der der ganzen Geschichte nämlich Dramatik verleiht: Gottes Diagnose ist ganz klar: Eigenwilligkeit ist geistlich gefährlich.
Das ist vielleicht einer der markantesten Sätze aus dem Alten Testament: Gehorchen ist besser als Schlachtopfer. 1. Samuel 15,22-23
Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn jetzt kommt also die Begründung: Widerspenstigkeit ist eine Sünde wie Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.
Lass das mal ganz kurz wirken: Saul hat ein frommes Angebot gemacht. Wir opfern das verschonte Vieh dem Herrn, das klingt gut. Und jetzt sagt Gott: Nein, ich will keine religiöse Leistung als Ersatz für deinen Gehorsam. Das ist das, was hier steht. Ich will kein Opfer, das deinem Ungehorsam einen frommen Anstrich gibt. Ich will etwas ganz anderes, ich möchte ein gehorsames Herz.
Und ich glaube, dieser Satz darf immer wieder eine Erschütterung sein für jeden, der fromm ist. Wisst ihr, Freikirchler sind fleißig. Ich glaube, dass Schwaben besonders fleißig sind. Das heißt, wir engagieren uns, wir sind präsent, und das ist gut. Und jetzt stellt Gott uns hier eine Frage, und die lautet: Ist das alles, was du tust, vielleicht manchmal ein Opfer dafür, um an anderer Stelle deinen Ungehorsam zu überdecken?
Aktivität kann ein wirklich wunderbarer Ausdruck von Liebe sein. Sie kann aber auch der Versuch sein, mein Widerstreben und meine Widerspenstigkeit zu verstecken.
Und dann wird Samuel noch ein bisschen schärfer. Er vergleicht die Widerspenstigkeit, die er bei Saul erlebt, mit der Sünde der Wahrsagerei. Und den Eigenwillen, also dieses Trotzige, vergleicht er mit Götzendienst. Und das ist eine harte Diagnose.
Wenn man sich die Frage stellt, warum er das tut, dann geht es darum, dass, wenn wir uns mit Eigenwilligkeit beschäftigen, im Kern Eigenwilligkeit genau das ist, was Götzendienst tut. Sie setzt nämlich das eigene Urteil an die Stelle von Gottes Wort.
Also der eigenwillige Mensch sucht seine Orientierung nicht mehr im Hören auf Gott. Er fragt nicht mehr: Was sagt Gott? Er fragt vielmehr: Was halte ich in der Situation jetzt für richtig? Und praktisch sagt er damit: Mein Wille entscheidet letztgültig über das, was ich tue.
Das heißt, mein Wille entscheidet, und damit werde ich zur höchsten Instanz in meinem Leben. Und immer dann, wenn ich die höchste Autorität in meinem Leben bin, dann setze ich mich auf den Thron meines Lebens, auf den Thron, wo eigentlich Gott hingehört. Und genau das, dass ich mich auf den Thron meines Lebens setze, dass ich darüber bestimme, wie ich in letzter Konsequenz zu leben habe, genau das ist die Definition eines Götzen.
Das klingt hart. Und ich möchte noch einmal ausdrücklich sagen: Gottes Klarheit ist eine Härte, aber nicht ohne Liebe. Also wir brauchen hier an der Stelle eine klare Ansage. Wenn wir so eine unklare, weichgespülte Diagnose hätten, das würde niemandem helfen. Also kein Arzt würde, wenn jemand schwer krank ist, irgendwie sagen: Ach, wird schon nicht sein. Das ist nicht liebevoll, das ist fahrlässig.
Und genau deshalb sagt uns Gott hier an dieser Stelle etwas zum Thema Eigenwilligkeit.
Warum Verharmlosung Veränderung verhindert
Wenn jemand seine Eigenwilligkeit nur so deutet: „Na ja, ich bin halt so, das ist halt meine Persönlichkeit“, dann wird er nie frei davon. Versteht ihr: Man wird nie frei von etwas, das man verharmlost. Erst wenn ich bereit bin, ehrlich zuzugeben, wie es um mich steht, erst wenn ich die Vermeidung durchbreche, dann kann etwas gut werden. Solange ich um mein Problem herumrede, verändert sich nichts.
Erst wenn ich aufhöre, mich selbst zu erklären, und wenn ich die Wahrheit über mich eine Weile aushalte, ohne sofort zu flüchten, erst wenn ich Sünde bekenne und sie beim Namen nenne, also bei dem Namen, den Gott ihr gibt, erst dann beginnt überhaupt Veränderung.
Das ist übrigens ein gutes Zeichen für geistliche Reife, das müsst ihr euch merken: dass man Korrektur nicht mehr als Angriff versteht. Wirklich geistlich reif zu sein heißt, ich verstehe Korrektur nicht mehr als Angriff, sondern ich verstehe Korrektur, egal ob sie durch Geschwister oder durch das Wort Gottes kommt, als eine Einladung. Also eine Einladung, einen Schritt in die Freiheit zu tun.
Ich weiß nicht, ob ihr Hebräer 12 vor Augen habt. Dort nimmt der Schreiber das Bild auf von einem Vater, der seinen Sohn erzieht. Und sinngemäß heißt es da: Verachte nicht die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist; denn wen der Herr liebt, den erzieht er auch.
Wir müssen diese Verbindung verstehen: Korrektur ist nicht das Gegenteil von Liebe. Korrektur, dass uns jemand auf so einen Punkt hinweist, wo wir womöglich alle ein Problem haben, ist Ausdruck von Liebe. Wenn Gott uns zurechtbringen möchte, wenn er uns erziehen möchte, dann ist das ein Ausdruck davon, dass wir ihm wichtig sind. Wenn er uns nicht erziehen, nicht korrigieren, nicht konfrontieren würde, das wäre schlimm. Dann wäre er nämlich nicht unser Vater.
Und deswegen ist unser Text in 1. Samuel 15 so ehrlich, und er beschönigt nichts. Auch wenn uns das für den Moment der Korrektur, wo man über sich nachdenkt und vielleicht ehrlich einsieht: Mann, da gibt es eine ganze Menge Verse in der Bibel, die mich zu einem Verhalten auffordern, das sich überhaupt nicht in meinem Leben widerspiegelt. Vielleicht habe ich ein viel größeres Problem, als ich eigentlich denke.
So ein Moment kann sehr schmerzhaft sein. Und ja, wenn Gott in dein Leben einbricht und deinen Eigenwillen anspricht und dann auch zerbricht, dann tut das weh. Aber hinterher ist das eine ganz großartige Sache. Wenn du diesen Weg zulässt, dass Gott dich verändern darf, dann bekommst du nämlich einen erneuerten Charakter. Versteht ihr? Gott spricht in unser Leben hinein, damit es ein positives Danach gibt.
Wenn Gott mich auf meine Sünde hinweist und sagt: Jetzt ändere dich, schmeiß den Eigenwillen bitte raus, wenn Gott das tut, dann deshalb, weil er diese Korrektur wie so eine Geburtswehe versteht. Da kommt am Ende Leben bei raus. Das tut weh in dem Moment, wo das Ding da ist und denkt: Ich will das jetzt nicht, will sich nicht ändern, da muss ich ja über mich nachdenken, und da muss ich ja überlegen. Ja, das stimmt. Aber du bist Gott so wertvoll, dass er dich in deinem Trotz, in deiner Eigenwilligkeit und deiner Widerspenstigkeit nicht verrecken lassen möchte. Das ist das Geschenk, das Gott vorhat.
Befreiung statt Unterwerfung des Willens
Wir müssen eines wirklich klar verstehen, damit kein Missverständnis entsteht: Es geht Gott nicht darum, einfach deinen Willen zu dominieren. Das ist überhaupt nicht sein Plan. Gott will keinen willenlosen, gebrochenen, farblosen Menschen, der einfach nur funktioniert wie eine Marionette. Das ist überhaupt nicht sein Plan.
Gott hat dir deinen Willen gegeben, damit du ihn liebst. Und was Gott tun möchte, ist, deinen Willen zu heilen, damit du ihn wieder lieben kannst. Damit du wählen kannst, was wirklich gut für dich ist. Damit du ihm aus freien Stücken gehorchen kannst.
Versteht das bitte richtig: Wenn Gott dich verändert, dann ist das ein geheilter Wille. Das ist kein toter Wille, sondern ein befreiter Wille. Und deswegen heißt der Kernsatz hier: Gottes Wort entlarvt Eigenwilligkeit nicht, um den Menschen klein zu machen, sondern um ihn aus der Tyrannei des eigenen Ichs zu befreien.
Da müssen wir nämlich raus, weil Eigenwilligkeit wie Götzendienst ist. Du setzt dich auf den Thron deines Lebens und bildest dir ein, Christ zu sein, was du nicht bist. Du bist ein Götzendiener, und glaub bloß nicht, dass Götzendiener in den Himmel kommen. Warum sollten sie? Wir haben da nichts verloren. Das Neue Testament warnt davor, dass wir Götzendiener sind. Flieht die Götzen, hau ab, lass es nicht zu, dass irgendetwas anderes in deinem Leben die Rolle spielt, die Gott spielt.
Und wenn du weißt, dass es Dinge gibt, die in meinem Leben falsch sind, dann mach wenigstens heute mal eine Liste und fang an, dafür zu beten, okay? Das wäre das absolute Minimum. Vielleicht weißt du noch nicht, wie du es ändern kannst. Vielleicht hast du noch nicht so eine richtige Idee. Vielleicht brauchst du Leute, die an deine Seite treten und dir an der Stelle mal eine Idee geben, wie sie das gemacht haben, wie sie mit den Problemen umgegangen sind, wie sie ihre Zeit einteilen, ihre Prioritäten einteilen, ihr Geld einteilen. Vielleicht brauchst du Hilfe, aber setz dich wenigstens hin und lauf nicht länger davon. Das ist das, was ich euch gerne mitgeben würde.
Schlussgedanken für den persönlichen Weg
Das war’s für heute? Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Thema Eigenwilligkeit nachzudenken. Was solltest du ändern? Welche Bibelverse könntest du auswendig lernen? Welche Aspekte des Themas müsstest du noch studieren?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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