Serie•Teil 16 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Hinführung zum heutigen Abschnitt
Bibelwoche 2018
Ja, wir haben es fast geschafft. Wir werden zwar nicht mit dem Hebräerbrief fertig, aber wir nähern uns unserem Zielpunkt dann am Sonntag. Heute geht es um Kapitel 9, die Verse 11 bis 28. Und weil wir gestern sozusagen auf dem Höhepunkt aufgehört haben, machen wir direkt weiter.
Hebräer 9,11-12.
Ich freue mich über die vielen jungen Gesichter, die ich sehe. Wenn ich euch an der einen oder anderen Stelle abhänge: Man wird älter, das wird besser. Ansonsten fragt einfach nach, und ich will euch gerne jede Frage beantworten.
Das einmalige Werk Christi als Schlüssel zum Kreuz
Hebräer 9,11-12: Christus aber ist gekommen. Jesus ist gekommen als der Hohe Priester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen und hat uns eine ewige Erlösung erworben.
Gestern haben wir uns das Alte Testament, die Stiftshütte und den Hohen Priester angeschaut, der in dieses irdische Heiligtum vorne hineingeht, ja, durch das Heiligtum hindurch ins Allerheiligste. Das war das Vorbild. Das war ein Zeichen, da konnte man etwas von lernen. Das war nicht das Eigentliche.
Und jetzt schauen wir uns das Eigentliche an. Und dieses eigentliche Christus aber, dieser Text, den ich eben vorgelesen habe, das ist der Text, von dem ich denke, dass wir ihn verstehen müssen, wenn wir begreifen wollen, was am Kreuz passiert ist. Also, wenn du sagst: Ich möchte tiefer verstehen, was am Kreuz passiert ist, dann ist das der Text.
In meinen Augen ist das jedenfalls einer der besten Texte, um tief und umfassend zu begreifen, was am Kreuz für dich passiert ist. Toller Vers!
Wenn man die zwei Verse liest, stellt man fest: Es gibt ein Hauptverb, nämlich dass er hineingegangen ist, ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen. Und dieses Hineingegangen wird dann auf fünf Weisen qualifiziert.
Erstens: Er kam als Hoher Priester der zukünftigen Dinge. Zweitens: Er ging durch das Zelt, das nicht von dieser Schöpfung ist. Drittens: Nicht mit Tierblut. Viertens: Sondern mit seinem eigenen Blut. Und fünftens: Er hat eine ewige Erlösung erworben.
Diese fünf Dinge möchte ich einfach mit euch anschauen.
Die Güter des neuen Bundes und der Zugang zu Gott
Punkt eins: Jesus Christus ist der Hohepriester der zukünftigen Dinge.
Diese zukünftigen Dinge heißen deshalb zukünftig, weil wir uns gestern den alten Bund angeschaut haben, den Bund, der 1500 Jahre vor Christus am Horeb zwischen dem Volk Israel und Gott geschlossen wurde. Aus der Perspektive dieses alten Bundes heraus gibt es jetzt zukünftige gute Dinge, zukünftige Güter.
Christus ist derjenige, der als Hohepriester der zukünftigen Dinge dafür gesorgt hat, dass diese guten Dinge des neuen Bundes für uns Realität werden.
Was ist das? Was ist das, was wir als Gläubige im neuen Bund haben und was die Gläubigen im alten Bund nicht hatten? Da ist zum Beispiel die Reinigung des Gewissens, dass ich weiß: Aber das gilt nur, wenn du gläubig bist. Aber wenn du wirklich gläubig bist, dann darfst du das wissen.
Ich weiß, dass meine Beziehung zu Gott vollkommen in Ordnung ist. Ich weiß, dass ich uneingeschränkten Zugang zu Gott habe. Der Weg zu Gott ist frei für mich. Ich weiß, dass ich eine ewige Errettung habe. Ich weiß, dass ich die Verheißung auf ein ewiges Erbe habe.
Das sind alles Dinge, die Gott mir geschenkt hat als etwas Gutes, das zum neuen Bund dazugehört. Etwas, das ich bekomme, wenn ich durch Buße, durch Glauben und durch Taufe in diesen neuen Bund hineintrete. Und das natürlich auch echt ist.
Dann heißt es, er ging durch das Zelt, das nicht von dieser Schöpfung ist. Wir haben das hier schon in den letzten Tagen betrachtet: Es gibt das irdische Heiligtum, und Mose bekommt, bevor er es bauen kann, so etwas wie einen Bauplan von Gott. Er darf sich das himmlische Heiligtum auf eine gewisse Weise anschauen. Er bekommt es kurz gezeigt, auf eine Art, die er sehen kann. Ich weiß nicht genau, wie das geht, aber er hat danach zumindest etwas im Kopf, was er auf der Erde bauen soll.
Und Jesus, wenn er stirbt und wenn er am Kreuz als Hoherpriester dann den Dienst für uns tut, der geht nicht durch das irdische Heiligtum. Er geht nicht in den Tempel in Jerusalem, sondern er geht durch das Zelt, das nicht von dieser Schöpfung ist. Durch die Stiftshütte, die im Himmel steht, die himmlische Version des Vorzelts vom Heiligtum.
Und da heißt es dann im Text: durch das größere und vollkommenere Zelt. Also ist dieses himmlische Heiligtum größer, majestätischer, erhabener, würdiger und vollkommener. Es erfüllt die Funktion viel besser.
Es ist nämlich so, dass Jesus, wenn er dort hineingeht, nicht nur in ein Zelt geht, wo er dann am Ende nach dem zweiten Vorhang vor der Bundeslade steht, sondern er tritt hinein ins Allerheiligste und begegnet dort direkt Gott.
Und das ist das, was Jesus tut: Er ging durch das Zelt, durch dieses himmlische Heiligtum, und begegnet direkt Gott. Und er begegnet nicht nur direkt Gott, sondern er macht diesen Weg frei.
Blut, Opfer und die Reinigung des Gewissens
Wie geht er da hinein? Nicht mit Tierblut, sondern mit seinem eigenen Blut. Jetzt merkt ihr schon: Hier wird das Kreuz interpretiert. Am Kreuz hängt Jesus, und es reicht eben nicht, wenn wir beim neuen Bund nur anschauen, dass Tierblut vergossen wird, um menschliche Sünde zu tilgen. Aber Jesu Blut ist genug.
Vielleicht sagst du dir: Jürgen, ich habe das nie so richtig verstanden. Wie kann es sein, dass, wenn Jesus am Kreuz stirbt, dadurch meine Sünde getilgt wird? Das ist irgendwie ein ganz komischer Punkt. Ich verstehe schon, dass das ganze Alte Testament mit seinen Opfern die Menschen darauf vorbereitet, dass es da eine Verbindung gibt zwischen Opfer und Sühnung von Schuld. Und ich verstehe auch, dass Jesus dann kommt und dieses einmalige Opfer bringt. Aber wie genau funktioniert das?
Ich weiß nicht, ob euch solche Gedanken durch den Kopf gehen. Wenn das so sein sollte und du mich das fragen würdest, dann würde ich sagen: Ich weiß es nicht. Etwas Geheimnisvolles. Und ich finde es total schwierig zu sagen: Ja, genau so funktioniert das. Denn wir beschäftigen uns ja gerade gedanklich damit, dass Jesus gar nicht mehr auf der Erde ist, sondern als himmlischer Hoher Priester in ein himmlisches Heiligtum hineingeht und dort sein Blut, also das Opfer, das er gebracht hat und bei dem Blut geflossen ist, mitbringt.
Und ganz ehrlich: Was da genau passiert, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Nachdem es passiert ist, ist der Weg frei. Und nachdem das passiert ist, ist für jeden Gläubigen Schuld getilgt. Das Einzige, was ich tun kann, ist, mir den großen Versöhnungstag anzuschauen. Ich kann verstehen, was der Priester da tut. Ich kann von diesem großen Versöhnungstag die Prinzipien nehmen und sie übertragen. Dann muss ich allerdings verstehen, dass Jesus, wenn er sein Opfer bringt, gleichzeitig der Priester und das Opfer ist. Und dass er das auch nicht jedes Jahr wieder neu machen muss, sondern dass er ein für allemal ins Heiligtum gegangen ist.
Jetzt merkt ihr, warum es sich tatsächlich lohnt, über das Alte Testament nachzudenken. Denn man bekommt an dieser Stelle die Bilder, um etwas denken oder zumindest nachvollziehen zu können, was ansonsten, weil es im Himmel stattfindet, in der unsichtbaren Welt direkt bei Gott, unser Denken komplett übersteigt. Schön, oder? Also nur für den Fall, dass ihr nicht genau wisst, warum ihr mal das AT durchlesen sollt: Das wäre eine Idee.
Dann heißt es, er hat eine ewige Erlösung erworben. Über die Erlösung am großen Versöhnungstag haben wir uns ja schon viele Gedanken gemacht. Wofür sorgte sie? Nun, dafür, dass einmal im Jahr so alles an Sünden pauschal noch einmal vergeben wurde. Alles, was noch zwischen dem Einzelnen und Gott stand, wurde erst einmal vergeben, sodass die wieder ein Jahr lang weiter Gottesdienst feiern durften.
Und jetzt kommt Jesus, und er bringt uns eine ewige Erlösung. Ewige Erlösung heißt also: Es ist nicht nur so, dass die Sünden vom letzten Jahr vergangen sind. Es ist auch nicht so, dass du sagst: Okay, wenn ich mich bekehre, dann sind vielleicht meine vergangenen Sünden erledigt, aber dann muss ich mich halt nach meiner Bekehrung anstrengen.
Es gab eine ganze Weile in der Kirchengeschichte, in der Leute dachten: Wenn ich mich bekehre und mich taufen lasse, dann sind alle Sünden bis dahin vergeben. Dann darf ich danach nicht mehr sündigen, denn dafür gibt es keine Vergebung mehr. Das hat dann eine Weile in der Kirchengeschichte dazu geführt, dass Leute sich sehr spät, am besten so auf dem Totenbett, taufen ließen. Nach dem Motto: Wenn ich da erst mal liege, dann kann ich auch nicht mehr groß machen, dann ist gut.
Das ist natürlich eine schräge Vorstellung, wenn man sich solche Texte hier anschaut. In Wirklichkeit ist es so: Jesus bringt eine ewige Erlösung. Und das heißt, alle vergangenen und zukünftigen Sünden stehen nicht mehr zwischen Gott und seinem Volk. Das ist das, was es bedeutet.
Die Wirkung des Opfers auf Gewissen, Leben und Gottesdienst
Ver 13 und 14 Denn wenn das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh auf die Unreinen gesprengt, zur Reinigung des Fleisches, heiligt, wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient.
So dass also mit dem Blut von, hier steht immer Böcken im Text, ich sage mal Ziegenböcken, dann ist so ein bisschen klar, worum es geht. Mit dem Blut von Ziegenböcken und Stieren kennen wir uns schon ein bisschen aus, das muss ich nicht noch mal sagen. Das ist das, was der Hohe Priester mitbringt beim großen Versöhnungstag.
Es gibt da noch so eine andere Geschichte, das hatten wir gestern kurz mit der roten Kuh. Ja, das ist die Asche der roten Kuh. Das arme Vieh wurde verbrannt, eben Asche. Und dann hat man diese Asche benutzt, um ein besonderes Reinigungswasser herzustellen. Und zwar: Wenn Personen oder Gegenstände mit einer Leiche in Berührung kamen, waren sie auch unrein. Sie durften also nicht am Gottesdienst teilnehmen oder dafür verwendet werden. Um das wieder zu entsündigen, sie wieder reinzumachen, gab es diese Asche der roten Kuh. Und da kam dann auch so ein Reinigungswasser raus.
So, es ist jetzt Wurst, wir brauchen das ja nicht mehr, es sei denn, ihr wollt den AT-Kult wiederherstellen. Ja, vielleicht ruft ja auch die rote Kuh.
Was hier passiert, ist jetzt wieder eine Argumentation vom Kleineren zum Größeren. Eine Argumentation vom Kleineren zum Größeren geht immer so: Wenn ein Wespenstich wehtut, dann tun zehn Wespenstiche noch mehr weh. Vom Kleineren zum Größeren.
Wenn das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh schon irgendetwas bewirkt, also wenn im Alten Bund das Sterben von Tieren im Opferalltag einen Effekt hatte, und sei es auch nur, dass diejenigen, die zeremoniell unrein waren, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, dass die äußerlich gereinigt wurden, ja, also wenn Menschen, die unrein waren, wieder rein wurden, wieder mit anderen Gott anbeten durften, wieder Opfer bringen durften, wieder am Gottesdienstfeier mitmachen durften, also wenn das Blut von toten Tieren schon so einen Effekt hat, wie viel wirkungsvoller, ja, vom Kleineren zum Größeren, wie viel wirkungsvoller ist das Blut Christi.
Es reinigt nämlich nicht nur äußerlich, sondern innerlich. Das ist der Unterschied. Es erlaubt nicht nur, dass du in den Gottesdienst gehen darfst, sondern sein Opfer hat Schuld und Sünde ganz weggenommen und hat unsere Trennung von Gott ein für allemal vollständig überwunden.
Wenn ich das so sage, noch mal der Hinweis: Hier heißt es immer, das Blut ist gemeint. Nicht die Substanz als solche, sondern das Sterben, bei dem Blut fließt. Dass Jesus für uns zum Opfer geworden ist, dass er sein Blut für uns vergossen hat.
Und dabei ganz wichtig: Jesus ist kein Märtyrer. Also ein Märtyrer ist einer, der eigentlich nicht sterben will, aber dann treffen ihn tragische Umstände oder eine Verfolgung, und dann wirft man ihn den Löwen zum Fraß vor oder verbrennt ihn irgendwo, und der wollte das eigentlich nicht. Jesus ist einer, der kein Märtyrer war, sondern der ein Opfer dargebracht hat. Sein Tod war nicht die Folge tragischer Umstände, er hat das gewollt. Er hat sich selber als ein Opfer ohne Fehler dargebracht, das heißt, er war selber sündlos. Er hätte nicht sterben müssen, aber er tut es trotzdem absichtlich aus Liebe für dich. Das ist das, was Jesus tut. Er hätte nicht sterben müssen, aber er stirbt für dich, damit du nicht in die Hölle kommst, damit du nicht ewig verloren gehst. Das ist das, was Jesus tut.
Und das, was ihn dabei antreibt, wird hier beschrieben, und zwar durch den ewigen Geist. Das heißt, der Heilige Geist wirkt in Jesus, während er dieses Opfer darbringt, und unterstützt ihn.
Jetzt sehen wir das Kreuz, und wir merken: Das Kreuz offenbart die Dreieinigkeit, die Dreiheit Gottes. Da ist einmal der Sohn, der das Opfer bringt, sich selber als Opfer bringt. Da ist der Heilige Geist, der ihn unterstützt und stärkt in dieser schwierigen Zeit. Und da ist der Vater, der das Opfer empfängt.
Und die Folgen, die sind einfach nur grandios. Hier heißt es, dass unser Gewissen von toten Werken gereinigt wird. Also tote Werke sind Werke, die den Tod zur Folge haben, wir würden sagen Sünden. Wenn Jesus stirbt und wenn Jesus uns reinigt, dann haben Schuld und Scham ein Ende. Dann weiß ich, dass nichts mehr zwischen Gott und mir steht.
Das heißt nicht, dass du nicht noch Gewissensbisse kriegst. Okay, ja, also ich hoffe, du kriegst welche, die gehören dazu zum Leben. Wenn du etwas Falsches machst, darfst du einen Gewissensbiss haben. Aber dieser Gewissensbiss, das ist kein schlechtes Gewissen im Sinne von: Ah, gehe ich jetzt wieder verloren? Das darf es nicht mehr geben. Du darfst dich ärgern und einen Gewissensbiss haben und etwas ändern wollen, mach das! Aber die Frage, ob da etwas grundsätzlich zwischen Gott und mir steht, ob irgendeine Sünde mich noch einmal aus der Hand Gottes reißen und rauben kann, wo ich doch sein Kind geworden bin, da musst du ganz klar sagen: Nein, das geht nicht.
Es kann sein, dass mein Glaube nicht echt ist. Aber wenn ich weiß, dass er echt ist, wenn er nicht nur so gespielt ist, wenn es nicht nur etwas ist, was ich mache, weil meine Eltern das von mir verlangen, sondern wenn es wirklich echt ist, wenn ich zerbrochen bin vor Gott und wenn ich gesagt habe: Er hat mein Leben, ich habe mein Leben verleugnet, ich habe mein Kreuz auf mich genommen und ich folge Jesus nach mit allem, was mir so persönlich zur Verfügung steht, wenn ich wirklich Buße getan habe, mich weggewandt habe von meinem alten Leben, jetzt Jesus folgen möchte, wenn das wahr ist, dann darfst du hundertprozentig wissen, dass dieses Opfer, das Jesus gebracht hat, dich umfassend reinigt, dass es tatsächlich für meine ganze Schuld reicht.
Das ist die eine Folge, dieses Wissen darum, dass zwischen Gott und mir alles in Ordnung ist und dass da auch nie wieder etwas dazwischen kommen kann, weil Gott nicht ein Gott ist, der sagt: Heute möchte ich dich, und dann wieder sagt: Morgen möchte ich dich nicht. Es ist bedingungslose Liebe, bitte vergiss das nie, bedingungslos. Das ist eine Liebe, die mich liebt, obwohl ich so bin, wie ich bin, die einfach sagt: Ich will dich, ich kenne dich, ich durchschaue dich, ich durchschaue dich wie so eine frisch geputzte Fensterscheibe, ich blicke mitten ins Herz hinein, ich kenne dich wirklich, sagt Gott, und ich will dich trotzdem.
Die zweite Folge ist die, dass Gott uns nicht nur unser Gewissen reinigt von toten Werken, sondern er befreit uns dazu, dem ewigen Gott zu dienen. Dass wir mit einem Mal bekommen unser Leben eine ganz neue Perspektive. Jetzt, wo ich zu Gott gehöre und wo Gott wirklich Herr ist in meinem Leben und ich ihm folge, weiß ich, dass mein Leben sich um nichts anderes mehr drehen darf als um diesen Gott.
Der neue Bund, schwierige Verse und das Blut des Bundes
Vers 15: Und darum ist er Mittler eines neuen Bundes. Er, Jesus, ist also Mittler eines neuen Bundes, damit, nachdem der Tod geschehen ist, zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfangen.
Der Hebräerbrief redet, sage ich mal, zu Ex-Juden, also zu Leuten, die aus dem Judentum stammen. Für sie wurde Jesus zum Mittler eines neuen Bundes, der sie von den, wie es heißt, Übertretungen unter dem ersten Bund rettete.
Wir sind Ex-Heiden, okay? Wir standen nie unter diesem ersten alten Bund. Aber keine Sorge, wir waren genauso verloren. Du musst nicht unter dem Bund stehen, um verloren zu gehen. Es ist nur so: Es trifft nicht genau auf uns zu, was hier steht, zumindest nicht der Anfang. Die Folge dann schon, denn wir haben als Berufene auch die Verheißung des ewigen Erbes empfangen.
Also, wenn du dir die Frage stellst: Hat Gott mir ewiges Leben versprochen? Ja, hat er. Hast du. Ist das nicht schön?
So, und jetzt wird es richtig schwierig. Richtig schwierig heißt: Es gibt immer mal so ab und an Texte in einem Text, wo man so als Prediger sagt: Oh wow, wow, wow, wow, was mache ich denn damit? Was mache ich denn damit? Also, die sind schon schwer. Das sieht man dann, wenn man Kommentare liest. Das ist dann eben seitenweise Auslegung mit: könnte man so oder so verstehen.
Jetzt haben wir so Verse. Zum Glück sind die nicht sonderlich wichtig, und deswegen fliege ich da ein bisschen drüber. Und wenn du sagst: Oh Jürgen, das hat mich aber total interessiert, und da habe ich schon so viel drüber gehört, dann müssen wir unbedingt noch mal reden. Kannst du machen, dann schreib mir eine E-Mail.
Ich fliege jetzt über die nächsten drei Verse hinweg. Da heißt es nämlich in Hebräer 9,16: Denn wo ein Testament – und da würde ich anders übersetzen wollen, und ich glaube auch besser: Denn wo ein Bund ist, das gleiche Wort im Griechischen – da muss notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament, besser den Bund, gemacht oder geschlossen hat.
Wie gesagt, ich finde in dem Vers die Übersetzung Testament schwierig, irreführend. Denn es geht die ganze Zeit um den alten Bund. Woher weiß ich das? Ich lese einfach zwei Verse später, Vers 18. Und in Vers 18, da wird quasi aus den zwei schwierigen Versen, die man so schwer verstehen kann, ein Fazit gezogen. Und das Fazit geht so: Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden.
Merkt ihr? Es geht immer noch um den Bund. Es geht darum, dass, als der erste Bund eingeweiht wurde, man dafür Blut gebraucht hat. Diese nicht ganz einfachen Verse 16 und 17 führen zu diesem Vers 18 hin. Sie beschreiben, warum der alte Bund mit Blut eingeweiht worden ist, und die Antwort lautet etwa so: Ein Bund lebt davon, dass man symbolisch stirbt.
Also, man nimmt einen Bund im Alten Testament so ernst, dass man ein Tier schlachtet. Und man schlachtet dieses Tier, um damit zum Ausdruck zu bringen: Wenn ich den Bund nicht halte, dann soll man mit mir umgehen wie beim Bundesschluss mit diesem Tier. Das ist die Idee dahinter.
In diesem Sinn tritt, wenn jemand einen Bund schließt, er immer ein als einer, der sagt: Ich bin bereit zu sterben für diesen Bund. Ich bin bereit, wenn ich mich nicht an die Bundesabsprachen halte, den Preis dafür zu bezahlen. Und in diesem Sinn, also nicht wirklich, aber symbolisch, tritt bei einem Bundesschluss immer der Tod dessen ein, der den Bund schließt.
Wenn du jetzt sagst: Ich habe nur Bahnhof verstanden, ich habe vorher gesagt, das waren schwierige Verse. Ich mache mal Folgendes: Ich lese mal Vers 19 noch. Da heißt es: Denn ein Testament, besser Bund, ist gültig, wenn der Tod eingetreten ist, weil es niemals Kraft hat, solange der lebt, der das Testament, besser den Bund, geschlossen hat.
Sondern was ich jetzt mache, ist: Ich übersetze das einfach mal mit meinen Worten. Und vielleicht kriegst du dann eine ungefähre Idee, wo es hingeht. Und wenn du sagst: Habe ich immer noch nicht, dann sage ich dir einfach freimütig von hier vorne: Okay, wenn du diese drei Verse bis zum Ende deines Lebens nicht verstehst, damit kommt man in den Himmel. Das ist nicht so schlimm, okay?
Aber ich gebe euch mal so eine Idee, was ich glaube, dass diese kryptischen, geheimnisvollen Verse bedeuten, mit meinen Worten: Denn wo ein Bund ist, da muss notwendig der symbolische, durch geschlachtete Tiere dargestellte Tod dessen eintreten, der den Bund gemacht hat. Denn ein Bund ist nur gültig aufgrund der toten Opfertiere, weil er keine Kraft hat, solange der Bundesstifter, rituell betrachtet, noch lebt.
Wenn du sagst, das konnte ich mir auf die Schnelle nicht merken: Die gute Nachricht lautet, zu jeder Predigt gibt es ein Skript. Das Skript könnt ihr euch bei Frogwords anschauen. Also wenn er sagt: Den Satz will ich mir gern noch mal anschauen, weil das ist ja schon ein ziemlich heikler Text, und Jürgen, du bist so der Erste, der das so auslegt, da muss ich noch mal ein bisschen drüber nachdenken, holt euch den Text!
Der Bundesschluss am Sinai und die Bedeutung des Blutes
Für uns mag es genügen, was der Autor über den alten Bund in Vers 18 feststellt, nämlich dass er nicht ohne Blut eingeweiht worden ist. Darum geht es ihm, denn er beschreibt jetzt, was zu Beginn des alten Bundes alles passiert ist.
Ihr müsst euch das vorstellen: Der alte Bund, Sinai. Mose bekommt oben auf dem Berg die Zehn Gebote, kommt wieder herunter, und da kommt noch ein bisschen mehr als nur die Zehn Gebote. Er erklärt dem Volk: Schaut mal, das ist der Bund. Wollt ihr das oder wollt ihr das nicht? Und das Volk sagt: Ja, wollen wir haben, genau unser Ding.
Ich weiß nicht, wie man an der Stelle so begeistert sein kann, wenn man irgendwie noch ums goldene Kalb getanzt ist. Aber hey, Menschen sind halt so leicht euphorisch.
Jetzt wird dieser Bund geschlossen. Da heißt es dann in Vers 19 und 20, Hebräer 9: Denn als jedes Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk mitgeteilt war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk und sprach: 2. Mose 24,8 Dies ist das Blut des Bundes, den Gott für euch geboten hat.
Also: Ich habe Blut, Wasser, und dann besprenge ich so das Volk. Jetzt hast du vielleicht noch nie in deinem Leben Ysop gesehen. Das hier mit der Purpurwolle geht vielleicht noch, also Wolle kann man sich noch vorstellen, Purpur ist rot. Ich zeige euch einen Ysop. Das ist ein Ysop. Also wie so ein Staubwedel sieht das aus, eine Pflanze. Du hast irgendwie so dein Blut und tunkst das da rein und versuchst, möglichst weit zu spritzen, damit du jeden erreichst. Denn in dem Moment, in dem du so einen Spritzer abkriegst, merkst du: Oh Backe, das ist jetzt wirklich ernst. Denn wenn ich mich nicht daran halte, ist es das nächste Mal vielleicht mein Blut. Das ist die Gefahr.
Ihr merkt: Die Tieropfer hier stehen für die Israeliten. Sie werden mit Blut besprengt, um anzudeuten, dass sie sterben müssen, wenn sie den Bund brechen. Es bleibt aber nicht bei den Israeliten stehen. Also, sie sprengen weiter. Ich weiß nicht, das waren ja Hunderttausende von Leuten. Ich weiß nicht, wie man da durchgeht und die ganze Zeit sprengt. Es muss eine Riesenschweinerei gewesen sein, ja? Ich weiß nicht, es ist lach.
Verse 21 und 22: Also, die machen dann weiter, die hören dann nicht auf. Aber auch das Zelt und alle Gefäße des Dienstes besprengte er ebenso mit Blut. Also, die Stiftshütte kriegt was ab, und der Räucheraltar kriegt was ab. Und ich weiß nicht, wahrscheinlich auch der Leuchter und das Reinigungsbecken und so weiter. Er kriegt alles was ab.
Und fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung. Eben mal so: Bams, ohne Blutvergießen keine Vergebung.
Blut, also das Opfer, kann eine ganze Menge. Ich glaube, das ist uns jetzt an der Stelle klar. Wenn man im Hebräerbrief nur Kapitel 9 nimmt, was Blut beziehungsweise ein Opfer alles erreicht, dann lesen wir da: Ein Opfer erlaubt den Zugang ins Allerheiligste für den Hohenpriester. Der darf nur mit einem Opfer ins Allerheiligste. Ein Opfer ist in der Lage, unser Gewissen von toten Werken zu reinigen. Es dient der Einweihung eines Bundes, es weiht das Volk für den Bund, es reinigt kultische Gegenstände, es reinigt fast alles im Alten Testament, und das ist dann eben klasse. Es dient der Vergebung von Sünden.
Das himmlische Heiligtum und die Reichweite menschlicher Sünde
Und jetzt kommt Vers 23, und das finde ich eine sehr scharfe Formulierung: Es ist nun nötig, dass die Abbilder der himmlischen Dinge hierdurch gereinigt werden.
Also, na ja, es spritzt, spritzt, spritzt, alles wird rein. Eigentlich wird es sehr dreckig, aber kultisch gesehen wird es rein. Vor Gott darf es jetzt verwendet werden. Das sind die Abbilder der himmlischen Dinge.
Und jetzt heißt es hier: die himmlischen Dinge selbst, also das himmlische Heiligtum, aber durch bessere Schlachtopfer als diese. Und du fragst dich: Wie kann das sein?
Also, ich finde es nicht schwierig zu verstehen, dass die Abbilder der himmlischen Dinge, also die Stiftshütte und ihre Geräte, mit Blut gereinigt werden. Das ist okay, das kriege ich hin. Gott will deutlich machen, dass man nicht einfach so ihm dienen kann. Das darf man nur, wenn man gereinigt ist. Also bitteschön, warum nicht?
Aber warum müssen die himmlischen Dinge, also warum muss das himmlische Heiligtum gereinigt werden, und dazu noch durch bessere Schlachtopfer? Versteht ihr mein Problem?
Sündige Menschen bauen auf der Erde ein Zeltheiligtum. Ja, sie tun das nach dem Vorbild, das Mose oben auf dem Horeb gesehen hat. Die Baumeister werden vom Heiligen Geist inspiriert, und das Projekt wird durchaus von einer ordentlichen Portion Euphorie getragen. Aber es bleiben sündige Menschen. Menschen, die, ja, ich sage mal, wenn Mose nicht gleich vom Berg runterkommt, auch schon mal anfangen, um ein goldenes Kalb herumzutanzen.
Solche Menschen sind es, dass so ein Heiligtum, das sie bauen, gereinigt werden muss. Okay. Aber warum gilt das Prinzip, dass so etwas gereinigt werden muss, auch für das himmlische Heiligtum, das Jesus gemacht hat und das im Himmel ist? Warum? Warum ist es nötig, wie der Text sagt, die himmlischen Dinge durch bessere Schlachtopfer zu reinigen?
Ich gebe euch mal einen Antwortversuch. Das himmlische Heiligtum war an sich heilig, aber durch die Beziehung zum Menschen brauchte es Reinigung. Also das himmlische Heiligtum braucht Reinigung, weil es in Beziehung steht zu sündigen Menschen.
Versteht ihr: Wenn schon das irdische Heiligtum durch seine Beziehung zu sündigen Menschen gereinigt werden musste, warum sollte dann nicht auch das himmlische Heiligtum von der Sünde der Menschen, auch der Gläubigen, verunreinigt werden? Wenn wir sündigen, dann hat das Auswirkungen auf die ganze Schöpfung. Und wir denken manchmal, das betrifft nur diese Welt, und irgendwie wäre die unsichtbare Welt von unserer Sünde nicht betroffen. Aber warum denken wir das?
Ist es nicht so, dass das irdische Heiligtum das himmlische Heiligtum abbildet? Kann es nicht sein, dass das irdische Heiligtum gerade deshalb von der Sünde des Volkes gereinigt werden musste, weil es das Abbild eines von Sünde verunreinigten himmlischen Heiligtums war?
Ich weiß nicht, ob ihr das jemals gedacht habt, aber das himmlische Heiligtum wird nicht gereinigt, weil Jesus ein levitisches Ritual irgendwie vergeistigt. Sondern es ist genau andersherum: Das irdische Heiligtum wird gereinigt, weil das himmlische von der Sünde verunreinigt wird.
Sünde hat in ihrer, ich nenne das mal Negativität, viel mehr Auswirkung auf die Welt Gottes, auf die unsichtbare Welt, als auf die sichtbare. Sie ist unser permanentes Nein. Das permanente Nein des Menschen zu allem Göttlichen, zu aller Heiligkeit und zu aller himmlischer Souveränität.
Sünde beschmutzt immer die ganze Schöpfung, die sichtbare und die unsichtbare. Und da, wo es am saubersten ist, da fällt Schmutz am meisten auf. Und deswegen, wenn du dachtest, meine Sünde bleibt hier auf der Erde und hat mit Gott gar nichts zu tun, nein, der Text hier macht klar, dass das himmlische Heiligtum, bevor Jesus sein Opfer dann wirklich bringen kann zur Sühnung des Volkes, erst einmal gereinigt werden muss.
Ich finde das total spannend, diesen Gedanken, dass Gott ein Heiligtum errichtet und es zulässt, dass dieses Heiligtum von der Sünde der Menschen erst einmal völlig verdreckt wird, fast schon unbrauchbar gemacht wird. Und dann kommt Jesus als der himmlische Hohepriester, und so wie der Hohepriester am großen Versöhnungstag Opfer bringt für das Heiligtum und für das Volk, so bringt Jesus sein Opfer dar, das zuerst einmal das Heiligtum reinigt, die Sünde wegnimmt und dann Sühnung erwirkt für uns Menschen.
Das endgültige Opfer und das Ende der Sünde
Vers 24 Denn Christus ist nicht hineingegangen in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Abbild des wahren Heiligtums, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen. Das ist, was wir geschenkt bekommen haben. Es wird hier nicht noch einmal explizit gesagt, aber er reinigt mit seinem Opferblut das himmlische Heiligtum. Er erscheint vor dem Angesicht Gottes für uns. Und was macht er dort? Er erledigt das Thema Sünde, und zwar ein für allemal.
Ich lese mal die Verse 24 bis 26: Denn Christus ist nicht hineingegangen in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Abbild des wahren Heiligtums, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen, auch nicht, um sich selbst oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alljährlich mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbar geworden, um durch sein Opfer die Sünde aufzuheben.
Der Hohepriester im Tempel in Jerusalem, zur Zeit, als dieser Brief geschrieben wurde, geht jedes Jahr mit Blut ins Allerheiligste. Jesus stirbt einmal am Kreuz für unsere Sünden, und damit ist das Thema erledigt. Das bedeutet natürlich auch, dass dieses eine Opfer das Opfer ist, von dem die Errettung aller Menschen zu aller Zeit abhängt. Also, wenn jemand vor Jesus lebte und geglaubt hat, dann hat er auf dieses Opfer hingeglaubt. Sein Glaube war quasi nach vorne gerichtet. Und wenn jemand nach Jesus geboren wurde, so wie wir, und geglaubt hat, dann glauben wir zurück.
Das ist ein komischer Gedanke, aber ich glaube daran, dass etwas, was in der Vergangenheit passiert ist, heute noch in meinem Leben eine riesige Bedeutung hat. Alles dreht sich um dieses Kreuz. Rettung dreht sich immer um das Kreuz. Sein Opfer ist das einzige Opfer, das Sünde aufheben kann. Und deshalb auch der Begriff hier im Text: Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter gekommen.
Mit Jesus ist die Geschichte abgeschlossen. Es gibt diesen kosmischen Konflikt zwischen dem Guten und dem Bösen um das Thema Sünde, und dieser Konflikt wird beendet. Der Satan ist besiegt. Die Gläubigen sind erlöst. Deswegen ist das Kreuz der Dreh- und Angelpunkt der Heilsgeschichte. Mag es auch sein, dass noch etwas kommt. Mir ist schon klar, das jüngste Gericht fehlt noch. Aber ich glaube, wir können die Apostel verstehen, wenn sie die Zeit, in der wir leben, seit zweitausend Jahren als die letzten Tage beschreiben.
Der Höhepunkt liegt hinter uns. Das Wesentliche ist passiert. Diese Zeitbombe, Sündenfall, ist ein für alle Mal entschärft worden. Da kommt nichts mehr. Das trudelt jetzt noch aus, diese Welt, das sehe ich schon, ja, aber lass trudeln. Das Wesentliche ist passiert. Das ist so wie Silvester, ja. Das Wesentliche passiert so um Mitternacht herum. Ja, danach ist man noch drei, vier, fünf Stunden wach und macht irgendwas. Aber das ist nur noch so ein Austrudeln. Und so leben wir in dieser Austrudelfase. Das Wesentliche ist passiert, Vollendung der Zeitalter, alles passiert. Wir sind nur zu spät gekommen, das ist alles. Wir hätten auch zu früh kommen können, wenn wir vor dreitausend Jahren gelebt hätten, haben wir aber nicht.
Sterblichkeit, Gericht und die Hoffnung auf die Wiederkunft
Kommen wir zum Schluss, Vers 27 und 28. Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um viele Sünden zu tragen, zum zweiten Mal ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten.
Manchmal kommen Leute und sagen: Jürgen, glaubst du an Reinkarnation? Da denke ich immer: Na ja, es gibt einen Vers in der Bibel, der meines Erachtens etwas zum Thema Reinkarnation sagt, und das ist der hier. Ja, und hier steht: Einmal wird gestorben, und dann kommt das Gericht. Klingt irgendwie nicht nach Reinkarnation.
Die Bibel spricht sehr deutlich. In dem Vers kann man wirklich nehmen, dass „einmal“ nicht irgendeinmal bedeutet, sondern das Einmal als Zeitwort, genau eins. Einmal wird gestorben, dann kommt das Gericht. Man kann den Vers bringen, mal abgesehen davon, dass der Gedanke einer Reinkarnation, solange ich mich nicht an das andere Leben, das ich gelebt haben soll, erinnere, sowieso keinen Sinn ergibt. Wozu mehrere Leben, wenn ich aus den Fehlern des ersten Lebens nichts lernen kann? Das ist eh schon komisch, aber okay. Der Text hier ist ziemlich klar: Einmal wird gestorben, danach das jüngste Gericht.
Also, wenn du denkst, ich kriege bestimmt noch mal so einen zweiten Durchgang, so wie bei Computerspielen. Es gibt diese Computerspiele, am liebsten so diese, ich sage mal, etwas Ballerspiele, wo man auch mal abgeschossen werden kann. Da gibt es dann wieder so Safepunkte, wo man wieder zurückgehen kann. Du bist nicht ganz tot. Du darfst dann irgendwie fünf Minuten vorher wieder einsteigen ins Spiel, darfst wieder weiterspielen. Und manch einer lebt so, als wäre das Leben so, als könnte man es beliebig oft durchspielen. Das ist aber nicht so.
Das ist so wie in diesen uralten Automaten, wo man dann eine Mark reingeworfen hat. Und wenn die durchgespielt war, war sie durchgespielt. Da stand dann so: Game over. Und das war ernst gemeint. Also bis du halt wieder eine Mark reinschmeißt. Aber: Game over. Und das ist das, was der Text sagt. Wir leben einmal dieses Leben, und dann ist irgendwann Game over. Und dann kommt das Gericht. Dann stehst du vor Gott, und Gott fragt dich: Sag mal, warum sollte ich dich in den Himmel lassen? Ja, so wie du aussiehst, ganz ehrlich: Warum dich?
Und die richtige Antwort lautet: Weil ich mein ganzes Vertrauen auf das gesetzt habe, was Jesus getan hat. Weil ich einen hohen Priester habe, der zu deiner Rechten sitzt und der mich vertritt. Frag ihn, und er wird dir sagen, dass ich in den Himmel gehöre. Und zwar nicht, weil ich toll bin. Null. Es gibt nichts an mir, was auch nur im Ansatz rechtfertigen würde, in den Himmel zu kommen. Aber zur Rechten der Majestät, auf dem Thron, sitzt der Herr Jesus, und er wird das bezeugen, dass ich zu ihm gehöre, dass ich Teil seines Leibes bin, dass ich mich durch meinen Glauben an ihn gebunden und mein Leben lang für ihn gelebt habe. Er wird das bezeugen, und das ist alles, was ich brauche.
Der Abschluss in der Verheißung des Messias
So wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, einmal, wie einmal gestorben wird, im Allgemeinen so ist auch Jesus nur einmal gestorben. Zum zweiten Mal wird er ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten.
So wissen wir jetzt, wie das geht, dass Jesus die Sünde aufgehoben hat. Er hat sie selbst getragen oder, wenn man das Bild von einem Opfertier nimmt, weggetragen, sich aufgeladen. Er hat die Bestrafung dafür erlitten.
Lasst uns mit einem Vers aus Jesaja 53 enden, der das im Alten Testament schon auf den Punkt bringt. Da heißt es im zweiten Teil von Jesaja 53,11: Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den vielen zur Gerechtigkeit verhelfen. Merkt ihr die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament? Hier geht es um den Messias. Und er wird den vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich aufladen.
Jesus wird wiederkommen. Wenn er wiederkommt, dann ohne Bezug zur Sünde, denn das Thema Sünde hat er bei seinem ersten Kommen wirklich völlig erledigt. Wenn Jesus das nächste Mal wiederkommt, dann kommt er für uns, und wir sind die, die auf ihn warten. Dann kommt er, um uns aus einer Welt, in der wir seine Zeugen sind und die vom Bösen dominiert wird, zu retten. Dann kommt er nicht, um uns zu vergeben. Das liegt hinter uns, die Sünde ist bezahlt. Sondern dann kommt er, um uns das zu geben, was uns an unserer endgültigen Errettung zum ewigen Leben noch fehlt.
Und darauf dürfen wir uns freuen, denn das, was wir heute erleben, ist noch nicht das Beste. Das Beste kommt noch. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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