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Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (1/10)

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?, Teil 1/10
29.03.2026
SERIE - Teil 1 / 10Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Ein Gespräch über Moral und Gottesfrage

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Von Chris Morphew

Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt Nachfolge praktisch Dein geistlicher Impuls für den Tag

Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb diese exklusive Lesung.

Große Fragen, Band vier Chris Morphew

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Kapitel eins

Können wir überhaupt wissen, was richtig und falsch ist?

Hm, ich verstehe, was du meinst, erklärte mein Freund mit einem Schulterzucken. Er lehnte sich zur Seite und machte dem Kellner Platz, der uns die Getränke brachte. Ich verstehe nur nicht, warum du unbedingt Gott ins Spiel bringen musstest.

Ich schob mir eine Nudel in den Mund, um mir etwas Bedenkzeit zu verschaffen, und fragte mich, wie in aller Welt wir auf dieses Thema gekommen waren. Vor fünf Minuten hatten wir noch entspannt über unsere Pläne für die Sommerferien geplaudert, und jetzt diskutierten wir plötzlich über den Sinn des Lebens und darüber, was es bedeutet, ein guter Mensch zu sein.

Nun, antwortete ich, nachdem ich endlich geschluckt hatte, wenn ich wissen möchte, ob etwas richtig oder falsch ist, nehme ich mir ein Beispiel an Jesus.

Das ist toll, wenn das dein Ding ist, erwiderte mein Freund, aber du weißt, dass ich nicht daran glaube.

Trotzdem hältst du mich für einen guten Menschen, oder?

Nun, ich meine, natürlich denke ich nicht, dass ich ein besserer Mensch bin als du, nur weil ich Jesus nachfolge, antwortete ich.

Aber genau darauf will ich hinaus. Wenn es keinen Gott gibt, wenn wir alle nur zufällig hier sind, wer entscheidet dann, was man überhaupt unter einem guten Menschen versteht?

Entscheiden das nicht wir?, fragte mein Freund. So kompliziert ist das doch gar nicht, oder?

Sieh es doch mal so. Er beugte sich zu mir herüber und gestikulierte mit seiner Gabel. Nehmen wir einmal an, du findest heraus, dass es Gott gar nicht gibt. Wie soll das möglich sein?

Keine Ahnung. Zum Beispiel könnte jemand das Grab von Jesus entdecken und feststellen, dass seine Knochen noch darin liegen.

Aber egal, irgendwie glaubst du plötzlich, dass es Gott doch nicht gibt. Würde das dein Leben tatsächlich auf den Kopf stellen?

Natürlich würde es das.

Aber würde es das wirklich? Würdest du aufhören, die Menschen zu lieben, die dir nahestehen? Würdest du herumlaufen und plötzlich töten und stehlen, nur weil es keinen Gott gibt, der es dir verbietet?

Na ja, um deinetwillen hoffe ich das nicht, aber genau, nun zeigte er mit seiner Gabel direkt auf mich, was ich damit sagen will: Du darfst gern glauben, was du glaubst, aber ich brauche keinen Gott, der mir sagt, was richtig oder falsch ist. Und du auch nicht. Mir scheint, wir beide kommen ganz gut allein klar. Letztlich basiert unser Verhalten auf nichts als unserem gesunden Menschenverstand.

Warum die Frage nach dem Guten nicht so einfach ist

Der Titel dieses Buches lautet: „Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?“

Es ist wichtig, dass man auf diese Frage eine Antwort findet, denn die meisten von uns wollen grundsätzlich gute Menschen sein, die gute Entscheidungen treffen. Und wir wollen mit anderen guten Menschen zusammenleben, die ebenfalls gute Entscheidungen treffen.

Ich könnte viel von der Unterhaltung mit meinem Freund erzählen, aber ich wollte dir davon erzählen, weil es ein gutes Beispiel dafür ist, wie die meisten Menschen in unserer Kultur über Moral denken, also darüber, was richtig und falsch ist. Sicher, wir alle haben unterschiedliche Weltanschauungen und Methoden, um das Richtige herauszufinden, aber kommen letztlich nicht alle zu ähnlichen Ergebnissen? Sei freundlich und nicht gemein, sei ehrlich und nicht unehrlich. Trage deinen Teil dazu bei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Behandle andere Menschen so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest. Man mag sich über das eine oder andere Detail streiten, aber im Grunde genommen ist die Sache mit der Moral doch ganz einfach, oder?

Man weiß, was richtig und falsch ist. Auf den ersten Blick klingt das nachvollziehbar. Was man allgemein als richtig und falsch ansieht, ist zumindest in der Theorie klar. Aber man muss nicht lange nachdenken, damit es komplizierter wird.

Überleg mal: Wenn es so offensichtlich ist, was richtig und was falsch ist, warum diskutieren Politiker dann den lieben langen Tag darüber, wie man ein Land am besten regiert? Warum verplempern Menschen so viel Zeit damit, sich im Internet mit völlig Fremden zu streiten? Warum zerbrechen so viele Familien und Freundschaften an ihren Konflikten und Meinungsverschiedenheiten? Wenn die Sache mit der Moral so einfach ist, warum die ganze Streiterei?

Nun, dafür gibt es wahrscheinlich eine ganze Reihe von Gründen. Ein Teil der Antwort besteht wohl darin, dass man sich zwar auf ein paar moralische Grundlagen einigen könnte, aber wehe, man würde diese Ideen auch in die Praxis umsetzen wollen. Dann würde die Übereinstimmung schnell bröckeln.

Zu erkennen, dass man freundlich zueinander sein sollte, ist leicht, aber zu wissen, wie man andere freundlich behandelt, ist viel schwieriger. Nehmen wir an, du hast einen Freund, der auf einmal Dinge tut, die du echt nicht gut findest. Bei diesen Dingen bist du dir sicher, dass sie ihm jede Menge Ärger einbringen und sogar richtig schaden werden. Wie sieht jetzt echte Freundlichkeit aus?

Solltest du dich heraushalten und akzeptieren, dass jeder Mensch sein eigenes Leben lebt? Oder solltest du wenigstens versuchen, mit deinem Freund zu reden? Solltest du versuchen, ihn von deiner Meinung zu überzeugen und davon, dass du in dieser Situation besser weißt, was richtig und falsch ist?

Angenommen, du nimmst deinen ganzen Mut zusammen und redest mit ihm. Was machst du, wenn er nicht auf dich hört? Ist es freundlicher, die Entscheidung zu respektieren, oder dranzubleiben und das Ruder herumreißen zu wollen? Gibt es in solchen Fällen nur eine richtige Entscheidung? Oder gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten, die alle gleichermaßen richtig sind?

Doch selbst wenn du denkst, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, was ist, wenn sich herausstellt, dass du das Richtige gar nicht tun willst? Oder was ist, wenn du es zwar willst, aber Angst vor den Konsequenzen hast? Ganz schön kompliziert, oder?

Wenn Moral auf die großen Fragen trifft

Das Gleiche gilt, wenn man sich größeren, globalen Fragen zuwendet. Wahrscheinlich sind sich alle darin einig, dass jeder Mensch die Welt besser machen sollte. Weitaus schwieriger ist es hingegen, sich darauf zu einigen, wie diese „bessere Welt“ aussehen soll und welche Schritte man unternehmen müsste, um dorthin zu gelangen.

Wenn man nur fünf Minuten im Internet surft, stößt man bereits auf alle möglichen Leute mit allen möglichen Meinungen zu Themen wie Klimawandel, Rassismus, Bildung, Flüchtlingspolitik, seelische Gesundheit oder dazu, wer der nächste Präsident beziehungsweise Kanzler werden sollte. Wenn wir uns also einig sind, dass wir eine bessere Welt wollen, uns aber nicht darauf einigen können, wie sie aussehen soll oder wie wir sie verwirklichen können, wie viel bleibt dann von unserer anfänglichen Einigkeit übrig?

Bei so vielen unterschiedlichen Meinungen über richtig und falsch und darüber, wie man die Welt zu einem besseren Ort machen kann, fragt man sich vielleicht: Ist es das, worauf dieser ganze moralische Kram letztendlich hinausläuft? Geht es nur um Meinungen? Oder sind einige Dinge wirklich richtig und andere wirklich falsch, unabhängig von unserer eigenen Meinung?

Okay, echt nicht so einfach. Doch es bleibt die Frage: Warum sollte man Gott damit in Verbindung bringen? Ich will zwar nicht spoilern, aber ich habe schon noch vor, über Gott zu reden.

Vielleicht hast du eine ähnliche Meinung wie mein Freund, mit dem ich mich im Restaurant unterhalten habe. Vielleicht bist du nicht davon überzeugt, dass Gott überhaupt existiert, und selbst wenn er oder sie oder es existiert, warum solltest du seine Hilfe brauchen, um dein Leben zu meistern? Oder vielleicht findest du Gott nicht bedeutungslos, sondern richtig schrecklich. Womöglich beobachtest du, wie sich religiöse Menschen verhalten oder welche Vorstellungen von richtig und falsch die Bibel zu lehren scheint, und denkst dir, dass dies das komplette Gegenteil eines guten und moralischen Lebens ist. Gott ins Spiel zu bringen, erscheint dir deshalb vielleicht nicht nur sinnlos, sondern sogar gefährlich.

Möglicherweise bist du aber auch in einer Familie aufgewachsen, die Gott liebt und ihm nachfolgt. Du hast dein Leben lang gehört, dass er unser guter und liebevoller König ist und deshalb selbstverständlich festlegen darf, was richtig und falsch ist. Bisher hast du vielleicht einfach angenommen, dass das stimmt, aber jetzt fängst du an, dich zu fragen, ob es wirklich wahr ist. Ist Gottes Meinung über richtig und falsch wirklich der einzige oder sogar der beste Weg für unser Leben? Was ist dann mit all deinen Bekannten, die Gott außen vor lassen und trotzdem gute, anständige und vorbildliche Menschen zu sein scheinen?

Mit diesen Fragen werden wir uns in diesem Buch beschäftigen, aber hier ist die Kurzfassung: Es gibt einen Grund dafür, dass ich trotz all dieser Fragen immer noch entschlossen bin, Gott ins Spiel zu bringen. Und zwar den Gott, von dem ich glaube, dass er uns durch Jesus offenbart wurde. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass er uns auf eine Weise helfen kann, wie es sonst niemand kann. Ich bin überzeugt davon, dass Jesus uns zu einem wahrhaftigen, klaren und lebensspendenden Weg einlädt, auf dem wir nicht nur richtig und falsch verstehen, sondern diese Realität in unserem Alltag mit Leben füllen.

Doch wie gesagt, man findet da draußen ziemlich viele verschiedene Meinungen. Bevor wir uns also Gott zuwenden, werden wir uns zunächst einige der anderen Methoden ansehen, mit denen die Menschen versuchen, herauszufinden, was richtig und falsch ist.

Abschließender Ausblick und Segenswort

Das war’s für heute.

Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern stattfinden, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe.

In seinem Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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