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Wie die Bibel lesen?

Bibel lesen für Anfänger | 5 TIPPS fürs BIBELLESEN
23.04.2021

Einführung in das Bibellesen für Einsteiger

Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit. Heute geht es um ein angenehmes, richtig schönes Thema.

Wie kannst du als Anfänger, als Einsteigerin, als frisch Bekehrter oder neu im Glauben deine Bibel lesen? Wie kannst du sie besser verstehen? Und wie vermeidest du die häufigsten Bibellesefehler?

Dazu gebe ich dir jetzt fünf Tipps. Am Ende zeige ich dir außerdem ein paar wirklich nützliche Dinge. Schau dieses Video deshalb bis zum Ende, denn ich stelle dir mehrere Werkzeuge vor, die schon Tausenden Menschen vor dir geholfen haben, neu fasziniert von ihrer Bibel zu sein und sie viel, viel tiefer zu verstehen als je zuvor.

Bevor wir starten, kannst du ganz kurz der Community hier helfen, damit solche christlichen Videos auf Social Media nicht verborgen bleiben. Bist du gerade auf Instagram, dann doppeltippe doch mal schnell auf dein Handy.

Und auf YouTube danke ich allen, die jede Woche hier die Glocke drücken. Das ist so ein technisches Ding, und nur weil Hunderte Menschen vor dir diese Glocke drücken, wird dir dieses Video überhaupt angezeigt. Das ist wirklich so. Also vielen Dank!

Die Erfahrung mit dem Bibellesen und die Motivation dahinter

Siehst du, Bibellesen ist in gewisser Weise wie alles andere, was du bisher gelernt hast. Irgendwann bist du an einem Punkt, an dem du einfach „drin“ bist. Dann kommen diese Momente, in denen es klick macht, in denen Aha-Effekte auftreten, und es wieder klick macht – immer wieder. So fügen sich die einzelnen Teile zu einem großen Ganzen zusammen und ergeben tatsächlich Sinn.

Ich persönlich lese seit über fünfzehn Jahren die Bibel. Ich habe sie schon viele Male in verschiedenen Übersetzungen gelesen – in deutschen und englischen Übersetzungen. Einige Bücher habe ich im altgriechischen und im hebräischen Urtext gelesen. Inzwischen habe ich die meisten Bibelübersetzungen in Deutschland durchgelesen. Gerade arbeite ich mich durch die Basisbibel.

Was mir damals am meisten Feuer unterm Hintern gemacht hat, waren ehrlich gesagt die Fragen aus meinem Umfeld. Ich bin atheistisch aufgewachsen, und viele der Leute, mit denen ich zu tun hatte, könnten durchaus als militante Atheisten bezeichnet werden. Da kamen sehr kritische Fragen. Ich musste ganz schnell lernen, diese Fragen zu verstehen, um sie anderen erklären zu können.

Viele Jahre später habe ich Bibelwissenschaften und Theologie studiert. Ich habe verschiedene Workshops gehalten, Lesungen gegeben und Bibelleseabende organisiert. Jede Woche werden die Inputs hier von Tausenden Menschen gesehen, gehört und gelesen. So kannst auch du Hashtag Bibelfit werden.

Das nur mal nebenbei: Das sind Dinge, die jeder von uns tun kann. Wir brauchen keinen großen Influencer. Es ist zwar schön, solche Persönlichkeiten wie Jana Highholder zu haben, die 40 Menschen erreichen. Aber was wir wirklich brauchen, sind 40 Christen, die jeweils einen Menschen erreichen.

Tipp 1: Perfektionismus beim Bibellesen vermeiden

Deswegen zuerst der wichtigste Tipp: Gib dem Perfektionismus keine Chance. Das ist besonders wichtig. Beim Bibellesen ist es ganz normal, dass du auf Stellen stößt, die du nicht sofort verstehst. Du kannst sie nicht gleich einordnen und fragst dich, was das mit dir zu tun hat.

Häufig – aber nicht immer – klärt sich das in den nächsten zwei Kapiteln auf, manchmal sogar schon nach wenigen Versen. In jedem Fall ist es wenig sinnvoll, denselben Vers immer wieder zu lesen, ohne ihn zu verstehen. Wenn du ihn zum vierten, fünften oder sechsten Mal liest und versuchst, ihn auf ein Blatt Papier zu schreiben oder auf deinem Handy festzuhalten, damit er sich dir irgendwie erschließt, wird das wahrscheinlich nicht funktionieren.

Es wäre auch nicht klug, solange du den Vers nicht in seinen Gesamtkontext einordnen kannst, dich perfektionistisch und nächtelang in Bibliotheken einzuschließen oder Onlinearchive zu durchforsten, um dich isoliert an diesem einen Vers festzubeißen. Das macht wenig Sinn.

Es wäre zudem absurd, wenn jemand, der dieses Video zusammen mit dir schaut und ein blutiger Anfänger ist, beim ersten Lesen oder sogar beim flüchtigen Überfliegen der Bibel ein annähernd ähnliches Verständnis haben will wie manche Gelehrte, die ihr Leben lang studiert haben. Das ist einfach nicht möglich.

Deshalb: Sobald du auf eine schwierige Stelle beim Bibellesen stößt – und das meine ich genau so, wie ich es sage – lies einfach weiter. Wirklich, einfach weiterlesen. Die richtigen Zusammenhänge und die großen Lichtblicke zeigen sich meistens erst beim dritten Mal Bibel lesen. Das habe ich selbst erlebt, und viele Menschen haben mir das bestätigt.

Das braucht Zeit, und das ist völlig in Ordnung. Diese Zeit bewirkt deine eigene geistliche, geistige und spirituelle Reife, damit du das auch begreifen und empfangen kannst. Das ist okay.

Das Stichwort für dich lautet also: Erwartungsmanagement. Hab nicht den Anspruch, am Anfang alles sofort zu verstehen. Das ist vollkommen in Ordnung.

Tipp 2: Eine einfache Bibelübersetzung wählen

Tipp Nummer zwei: Nimm für den Anfang eine einfache Übersetzung.

Eine „Hoffnung für alle“ ist zum Beispiel total okay. Auch die BasisBibel oder die Volksbibel sind gute Möglichkeiten. Ich habe diese Übersetzungen selbst mit großem Gewinn gelesen. Das ist vollkommen in Ordnung.

Lass dir dabei bitte nicht von anderen einreden, dass du unbedingt eine Elberfelder, eine New King James Version, eine Schlachter-Bibel oder Luther 45 nehmen musst. Das ist alles Quatsch.

Weißt du, die sprachlichen Feinheiten, die manche Übersetzungen besser beherrschen, kannst du später immer noch in einer kommentierten Ausgabe nachholen. Darum geht es am Anfang gar nicht. Es geht zunächst darum, eine gewisse Strecke zu gewinnen und mehr über die Bibel zu erfahren.

Um für dich persönlich herauszufinden, welche Bibelübersetzung gut geeignet ist, habe ich einen eigenen Leitfaden erstellt. Diesen kannst du dir kostenlos herunterladen. Den Link findest du in der Videobeschreibung. So kannst du selbst herausfinden, welcher Bibeltyp du bist und welche Übersetzung in dieser Phase für dich passend ist.

Tipp 3: Die Bedeutung der richtigen Reihenfolge beim Bibellesen

Tipp Nummer drei: Die Reihenfolge ist wichtig.

Zum Hintergrund: Die Bibel ist nicht chronologisch geschrieben oder angeordnet. Es stimmt zwar, dass die Bibel im Buch Genesis mit dem Anfang der Welt beginnt und in Offenbarung 22 mit dem Ende der Welt endet, aber dazwischen ist das sehr häufig nicht der Fall.

Jetzt denkst du vielleicht: „Hä, das ist doch total benutzerunfreundlich.“ Vielleicht ja. Es ist einfach eine andere Herangehensweise, die einen geschichtlichen Hintergrund hat. Damals wurde der sogenannte Kanon der Bibel, also die Zusammenstellung dessen, was in die Bibel gehört und was nicht, vor allem nach den Genres sortiert.

Diese Genres entsprechen den Literaturarten der Bibel, wie zum Beispiel Briefe, Gebete, Psalmen, Geschichtsbücher und so weiter. Alle Bücher oder Schriften eines Genres wurden zusammengefasst – zum Beispiel alle Briefe oder alle Psalmen. Manchmal wurden auch alle Prophetenbücher zusammengefasst.

Diese wurden dann sehr häufig nach der Länge sortiert, nicht nach der zeitlichen Abfolge. Das sieht man besonders deutlich bei den Briefen und bei den Prophetenbüchern. Eine chronologische Reihenfolge ist bei den Prophetenbüchern sogar eher die Ausnahme.

Das war für mich damals einer der entscheidenden Gründe, diesen Bibelleseplan für Einsteiger zu erstellen. Er ist genau für Leute gedacht, die noch nie die Bibel durchgelesen haben, kaum Vorwissen besitzen und einen ganz einfachen, niedrigschwelligen Einstieg suchen. Dieser Plan kann dir sehr weiterhelfen.

Ich habe den gesamten Inhalt der Bibel dabei eins zu eins beibehalten. Die Reihenfolge habe ich nur so verändert, dass sie deutlich einfacher zu verstehen ist. Der Plan ist jetzt nach Wichtigkeit, Lesbarkeit und auch chronologisch sortiert.

Schon hunderte Menschen haben ihre Bibel damit durchgelesen und viele haben dankbares Feedback gegeben. Einer nannte es sogar seinen Durchbruch – das ist natürlich cool.

Jedenfalls kannst du dir den Bibelleseplan gratis mitnehmen. Klicke dafür einfach auf den Link in der Videobeschreibung.

Die Bedeutung des Genres beim Bibellesen

Achte auf das Genre, also auf die Literaturart. Was bedeutet das? Jedes Genre hat seine eigenen Spielregeln, und das ist ganz einfach zu verstehen.

Du kennst das ja von dir selbst: Du hast einen eigenen Stil in einem Bewerbungsschreiben, einen anderen Stil, wenn du eine kurze Nachricht an eine Freundin schreibst, die du durch den Lockdown lange nicht gesehen hast, und wieder einen anderen Stil, wenn du eine Traueranzeige oder Ähnliches liest. Das ist ganz normal.

Deshalb versuche, bei biblischen Texten ein Gefühl für das Genre zu entwickeln. Das ist meistens ziemlich leicht.

Was für ein Genre liest du eigentlich gerade? Was liest du genau? Ist es ein historischer Augenzeugenbericht, wie in den Evangelien oder in der Apostelgeschichte? Sind es Gebetstexte, ein Gedicht, eine Prophezeiung oder ein Brief?

Die Frage, was du gerade liest, hilft sehr dabei, viele Dinge besser zu verstehen und dem Sinn des Textes besser auf die Spur zu kommen.

Tipp 5: Lautes und gemeinsames Lesen als Schlüssel zum Verständnis

Tipp Nummer fünf: Laut und zusammen lesen.

Jetzt denkst du vielleicht: Nein, das ist ja albern. Vielleicht. Manche biblische Texte, die etwas dichter sind und zu denen du nicht sofort Zugang findest, klären sich tatsächlich auf, sobald du sie laut liest – am besten laut in der Gruppe.

Ich gebe dir ein Beispiel: Damals war ich in einer kleinen Gruppe mit ein paar anderen Christen zusammen, und wir haben gemeinsam das Prophetenbuch Jesaja wirklich gelesen. Das hat auch seine drei, vier Stunden gedauert, aber okay. Dieses Buch hatte ich vorher immer irgendwie nur überflogen und definitiv nie richtig verstanden. Doch in dem Moment, als wir es laut lasen, wurde vieles klar.

So war es ja auch häufig gedacht: Die biblischen Texte wurden über Jahrtausende hinweg laut vorgelesen. Manche sind sogar genau zum Lautlesen geschrieben. Plötzlich fallen einem Dinge auf, wie Schuppen von den Augen.

Es geht dabei nicht einmal darum, dass in einem Hauskreis diskutiert wird oder dass du Exeget bist und einen Kommentar hast. Es reicht schon, wenn du die Texte in einer guten, sinnvollen Übersetzung laut vorliest. Das macht einen – ja, ich wollte gerade sagen – himmelweiten Unterschied. Es ist wirklich ein großes Ding.

Bonustipp: Dranbleiben und eine feste Routine etablieren

Und einen Bonustipp, dann kommen wir zum schlechten Witz der Woche.

Bonustipp: Bleib dran. Dranbleiben heißt einfach, dranbleiben – mach’s einfach, vertrau mir. Beim Bibellesen lernst du wirklich dazu. Viele hier in der Community sagen, sie schaffen es, am Tag gut durch vier Kapitel ihrer Bibel zu kommen, manche sogar sechs oder mehr. Wir bleiben aber nur ganz kurz bei vier Kapiteln, also zwei morgens und zwei abends.

Nimm dir doch auch eine ganz feste, ganz bestimmte Zeit vor, zum Beispiel morgens. So steht es ja auch im Psalm 1, wo es heißt: Selig ist derjenige, der das Wort des Herrn studiert und Tag und Nacht darüber nachdenkt – morgens und abends. Halt dich daran fest. Du musst eine ganz, ganz feste Routine haben, sodass du weißt: Egal was passiert, morgens, wenn du aufstehst, einmal schnell duschen, Zähne putzen und dann – boom – sofort Bibel lesen.

Ich übertreibe nur ganz leicht, aber es ist wirklich wichtig. Christen haben das über Jahrhunderte so praktiziert. Das Volk Gottes macht das seit Jahrtausenden so: einen ganz festen Zeitpunkt an deiner Woche und für uns an deinem Tag zu haben. So kommst du gar nicht erst in Versuchung, das Bibellesen nur irgendwie zwischendurch reinzuquetschen oder reinzuwurscheln, wenn andere Sachen anstehen. Sondern du weißt: Das ist die Zeit, in der ich Bibel lese und mich im Wort Gottes vertiefe. Dann passiert es. Alles andere muss jetzt warten. Punkt.

Das empfehle ich dir massiv. Und dann wirst du auch ganz, ganz schnell Fortschritte machen.

Wo anfangen? Der Einstieg in die Bibel

Bleibt noch eine Frage übrig, und dann enden wir mit dem schlechten Witz der Woche. Wo fängst du an?

Weißt du, die Bibel hat je nach Übersetzung über sechshundert Seiten. Das sind bis zu sechzig verschiedene Bücher. Ich könnte jetzt noch viele weitere Zahlen nennen, aber lange Rede, kurzer Sinn: Das ist schon ein Ding. Es lohnt sich wirklich, die Frage zu stellen, wo man am besten anfängt.

Sehr viele Leute berichten, dass sie Schwierigkeiten haben, wenn sie von vorne anfangen und einfach von der ersten Seite bis zum Ende durchlesen wollen. Die ganz Taffen schaffen es noch bis zum dritten Buch Mose, dem Buch Levitikus. Aber dann, ganz ehrlich, hört es bei den meisten auf. Das ist einfach so. Du hast dann keine Ahnung mehr, warum da etwas steht, denn es ist irgendwie undeutlich und verwirrend. Es ist wirklich so, und das kenne ich auch von mir.

Die Antwort darauf ist tatsächlich dieser Bibelleseplan für Einsteiger. Ich habe dir ganz leicht zugänglich und niederschwellig alles zusammengestellt. Dadurch habe ich die Reihenfolge so verändert, dass es für dich viel leichter ist.

Dank der Hilfe der Spender-Community hier kann ich das Hunderten Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen, vielen Dank euch!

Nimmst du gern gratis mit? Klicke einfach jetzt auf den Link in der Videobeschreibung. Danach nimm dir sofort deine Bibel oder deine Bibel-App und lies gleich das erste Kapitel vom Markus-Evangelium. Das wäre jetzt der perfekte Handlungsschritt.

Zusammenfassung und Abschluss

Zusammengefasst: Bibel lesen ist wirklich wichtig. Jesus selbst hat die Bibel inspiriert und immer wieder betont, dass wir uns sorgfältig daran halten sollen. Deshalb halten wir uns als Christen daran, weil wir Nachfolger von Jesus sind. Das ist die Grundidee.

Wir Christen halten uns nicht an Jesus, weil die Bibel es sagt. Sondern wir halten uns an die Bibel, weil Jesus es sagt. Deshalb ist die Bibel so wichtig für uns. Und deswegen weißt du jetzt Bescheid.

Das war's erst einmal. Gleich erzähle ich noch den richtig schlechten Witz der Woche. Aber zuerst: Was hat dich in diesem Video überrascht? Was macht dich nachdenklich? Was nimmst du mit? Für mich persönlich ist es das wichtigste Anliegen, sich nicht in Details zu verlieren, bevor man nicht den ganzen Überblick hat.

Schreib mir gern ehrlich in die Kommentare, was das für dich bedeutet. Ich lese tatsächlich jeden einzelnen Kommentar. Auf jeden Fall schön, dass du hier bist.

Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Thema Nachfolge verstehen – um Nachfolge zu leben und zu verteidigen. Mach dich #Bibelfit. Dazu lade ich dich ein, jetzt zusammen mit den anderen die Glocke zu drücken.

Während du das tust, beenden wir das Video mit dem schlechten Witz der Woche.

Der schlechte Witz der Woche

Am See Genezareth kommt ein Tourist zur Anlegestelle, um mit der Fähre über den See zu fahren. Der Kassierer sagt zu ihm: „Okay, das macht dann zweihundert Scheckel, bitte.“

„Zweihundert Scheckel?“, antwortet der Tourist erschrocken.

„Na ja“, erklärt der Fährmann, „das ist der See Genezareth. Da ist ja schon Jesus übers Wasser gelaufen.“

„Also ja“, sagt der Tourist, „kein Wunder bei den Preisen.“

Oh Mann, ey. Okay, wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.