
04: DARUM ist Alltagsmission auch FÜR DICH machbar - mit Jochen Endres
Einführung in das Thema Alltagsmission
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Machbar, dem Podcast für Alltagsmissionare. Ich bin weiterhin Christian Kaspari, und neben mir ist Jochen Endres. Hallo Jochen!
Hallo!
Wir kennen uns schon lange, und du bist mal wieder mit dabei, sehr schön. Wir freuen uns, dass wir heute gemeinsam mit euch darüber nachdenken können, wie wir unseren Glauben authentisch im Alltag leben und teilen können. So wollen wir unseren Nächsten einen Schritt näher zu Jesus bringen.
Das ist unser Anliegen: Dich dabei zu unterstützen, selbst Erfahrungen zu machen. Auch wir sind noch Lernende – dazu kommen wir gleich noch etwas genauer.
Heute wollen wir uns konkret Gedanken machen über den „Machbar“-Aspekt unseres Podcasts. Warum ist es machbar? Dazu haben wir drei Punkte mitgebracht: Erstens, Jesus im Alltag erleben – das „R“ haben wir in Klammern gesetzt. Zweitens, Beziehung mit Ungläubigen. Und drittens, weil Gott uns als Auftraggeber auch ausrüstet.
Jochen, ich muss dir etwas erzählen, was du noch nicht weißt.
Jetzt bin ich gespannt.
Als wir uns Gedanken über den Namen des Podcasts „Machbar“ gemacht haben – ihr Zuhörer wisst das natürlich auch noch nicht – haben wir uns auf diesen Namen festgelegt. Das Setting hier ist alles in Orange- und Naturtönen gehalten.
Als wir dann im Baumarkt einkaufen waren für die Farben und so weiter, fiel uns plötzlich eine Kampagne von Obi auf. Sie heißt ebenfalls „machbar“, natürlich in den Obi-Farben Orange. Ich dachte sofort: Oh Schreck, das passt ja überhaupt nicht! Wir wollen ja keine Werbung für Obi machen und auch keine Kooperation eingehen. Unser Thema ist ein ganz anderes. Uns geht es nicht darum, Hobbyhandwerker auszurüsten, sondern um eine Alltagsmission, die machbar ist.
Aber dann habe ich darüber nachgedacht – auch in der Vorbereitung auf diese Folge – und festgestellt, dass es doch gewisse Parallelen gibt, die ich gar nicht so schlecht finde, wenn man darüber nachdenkt.
Unser Anliegen ist es, dass jeder Jesusnachfolger seinen persönlichen evangelistischen Lebensstil entwickelt. Wir haben einen Auftrag, darüber haben wir schon öfter gesprochen. Es geht darum, Alltagsmission für sich zu entdecken – auf seine eigene Weise. Das ist natürlich eine sehr persönliche Geschichte, die stark von den Umständen, der Persönlichkeit, den Vorlieben und dem Wirkungsbereich abhängt. Es gibt kein Schema F. Man muss sich ausprobieren.
Genauso wie bei der Obi-Kampagne „machbar“. Dort geht es darum, aus Alt Neu zu machen, nichts wegzuwerfen, sondern etwas Neues daraus zu schaffen. Man soll sich ausprobieren.
Nur so als kleine Anekdote am Rande.
Ich finde, ein bisschen wollen wir das auch vermitteln. Obi oder der Baumarkt, dessen Name wir nicht kennen, will ja auch sagen: Das ist zu schaffen, gib nicht auf.
Wenn das hier auch rüberkäme, fände ich das sehr gut: Es ist zu machen.
Und auch in so einem Baumarkt hast du Leute, die du fragen kannst. Die wissen nicht immer alles, sind teilweise selbst keine Profis, nur wenige kommen aus dem Handwerk und verstehen das wirklich. Sie sind einfach Verkäufer. Trotzdem haben sie oft mehr Ahnung als manche Hobbyhandwerker und können gute Ratschläge und Tipps geben.
So verstehen wir uns auch: als Begleiter, die euch ermutigen wollen. Wir wollen dich ermutigen, einfach aus der Deckung zu kommen und dich nicht zu verkriechen, sondern Alltagsmission praktisch im Alltag zu leben. So kannst du deinen Nächsten einen Schritt näher zu Jesus bringen.
Jesus im Alltag erleben: Gaben und Berufung
Okay, kommen wir zum ersten Punkt, den wir uns vorgenommen haben: Jesus im Alltag erleben. In unserer letzten gemeinsamen Folge, die ja die allererste war, haben wir über Alltagsmission gesprochen. Dabei ging es darum, was Alltagsmission eigentlich bedeutet. Wir haben darüber gesprochen, dass es unser Auftrag ist und dass man dafür nicht ins Ausland gehen muss, um Mission zu machen. Stattdessen kann man direkt im eigenen Umfeld damit starten.
Man muss kein Profi sein.
Genau, kein Profi sein muss man. Wir haben auch kurz über Epheser Kapitel 4 gesprochen. Jochen, da steht doch drin, dass Gott Gaben in Form von Menschen gegeben hat. Unter dieser Auflistung ist auch der Evangelist genannt. Ist das nicht ein Profi? Das widerspricht sich doch irgendwie, oder? Wenn Gott Evangelisten gegeben hat, dann sind das doch die Profis, die die Arbeit machen sollen. Was denkst du dazu?
Ja, ich denke ähnlich wie du. Du denkst ja auch, dass das nicht so gemeint sein kann. Vielleicht lohnt es sich wirklich, noch einmal ein kurzes Studium zu den Geistesgaben zu machen und die Stellen einmal anzuschauen. Neben Epheser 4, Vers 11, das war glaube ich die Stelle, die du zitiert hast, steht dort: „Und er hat die einen als Apostel gegeben, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer.“ Hier werden also Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer genannt. Das sind die fünf Geistesgaben oder Personen mit Geistesgaben, die hier genannt werden.
Das ist allerdings die einzige Aufzählung dieser Art. Wir haben mehrere Aufzählungen von Geistesgaben. Ich habe mal nachgeschlagen, vielleicht schauen wir doch kurz hin: Erster Korintherbrief, Römer 12, Erster Petrusbrief 4. Willst du jetzt alle Stellen durchgehen und vorlesen?
Okay, wir haben ein bisschen Zeit, kein Problem. Dann lese ich erst Römer 12, Vers 6: „Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst uns sie gebrauchen: es sei Weissagung in der Entsprechung zum Glauben, es sei Dienst im Dienen, es sei der Lehrt in der Lehre, es sei der ermahnt in der Ermahnung, der abgibt in Einfalt, der vorsteht mit Fleiß, der Barmherzigkeit übt mit Freudigkeit.“
Hier haben wir eine ganz andere Liste. Wo ist denn der Evangelist? Genau, hier fehlt der Evangelist, wie in allen anderen Listen. Und hier haben wir eine Liste, die andere Gaben nennt. Vielleicht reicht das. Du hast recht, so viele können wir nicht alle lesen.
Dann noch kurz Erster Petrus 4. Ich referiere nur ganz kurz: Da ist von Reden und Dienen die Rede. Man merkt, dass die Geistesgaben tatsächlich zum Teil spezielle Gaben sind. Zum Beispiel in Vers 12 werden Menschen genannt, die ganz spezielle Gaben haben, wie in Sprachen reden oder Heilungswunder tun, die bestimmt nicht alle hatten.
Es gibt Geistesgaben wie hier Dienen, Lehren, Fleiß ausüben, Abgeben – das sind ja dem Christentum immanente Dinge. Sogar der Glaube wird als Geistesgabe bezeichnet. Das zeigt, dass Geistesgaben manchmal spezielle Gaben sind, die aber grundsätzlich in jedem vorhanden sind.
Ich kann ja nicht sagen: „Naja, du hast die Gabe des Gebens und ich habe die des Nebens“ oder so. Sondern wir haben beide die Gabe des Gebens. Wir dürfen vielleicht unterscheiden, dass manche das besonders gut können, zum Beispiel besonders gut lehren oder führen. Aber jeder muss in seinem Bereich in gewisser Weise lehren, führen, Verantwortung übernehmen, abgeben, Barmherzigkeit üben und so weiter.
So wäre die Frage: Wie ist das beim Evangelisten? Ist das eine spezielle Gabe, die alle evangelistischen Dienste abdeckt, während alle anderen die Füße stillhalten? Da hätte man schon im Epheser 4 Schwierigkeiten, weil dort auch der Hirte genannt wird. Wir sollen einander dienen, auch in der Seelsorge. Vielleicht gibt es Leute, die besonders begabt sind in diesem Bereich. Gar keine Frage.
Ich glaube, wir haben es beim letzten Mal schon gesagt, und das ist wirklich wert, auch noch einmal zu wiederholen: Das Ergebnis in Epheser 4 ist eben Vers 12, wo es heißt: „Zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi.“
Jeder kann zuhören, jeder kann ein kurzes Wort sagen. Nicht jeder kann vor hunderten Menschen predigen oder sagen: „So macht man das, ich habe die Strategie entwickelt.“ Dafür ist vielleicht die besondere Gabe, die man die Gabe des Evangelisten nennt. Aber jeder sollte zugerüstet sein durch den Evangelisten und jeder sollte mitwirken.
Niemand kann sagen: „Christian, du bist für Barmherzigkeit zuständig, ich bin eher unbarmherzig.“ So kann niemand sagen: „Ich bin kein Evangelist.“ Das stimme ich dir absolut zu.
Wir kommen später nochmal auf diesen Punkt zurück, was das konkret für uns bedeutet und welche Tipps wir für die Zuhörer haben. Ich dachte nur, die Gaben unterscheiden sich auch darin, dass jemand eine besondere Gabe hat oder dass sie besonders ausgeprägt ist.
Beim Evangelisten merkt man das: Der kann nicht anders. Für mich ist es immer eine Überwindung, auf Menschen zuzugehen. Ich habe ein Anliegen für Menschen und wünsche mir, dass sie zum Glauben an Christus kommen. Aber ich verzehre mich nicht davor, jedem das Evangelium zu sagen.
Ein Evangelist zeichnet sich dadurch aus, dass er diese Last auf dem Herzen hat und jede Gelegenheit nutzt. Er kann sehr fein das Evangelium erklären und Menschen wirklich zum Glauben führen.
Ich glaube auch, dass sich diese Gaben, gerade in Epheser 4, dadurch auszeichnen, dass jemand eine besondere Last hat, ein besonderes Anliegen. Er kann eigentlich gar nicht anders. Das ist nicht so natürlich bei uns, sondern etwas, das wir lernen und wofür wir Zurüstung brauchen.
Kann man das so sagen?
Ja, da stimme ich dir zu. Mir ist aber auch wichtig, dass wir das nicht als Ausrede nehmen. Wir können nicht sagen: „In der Gemeinde kümmern wir uns nicht umeinander, weil es ja einen Seelsorger gibt, der das macht, der hat die Gabe des Hirten.“
Es fällt uns vielleicht schwerer, auf andere zuzugehen und zu fragen: „Wie geht es dir?“ Aber wir dürfen das nicht delegieren. Es ist nicht nur Aufgabe der Profis. Wir dürfen nicht sagen: „Da gibt es Missionswerke oder Evangelisationsveranstaltungen, da wird das gemacht.“
Das ist unser ureigenster Auftrag, Zeugnis zu geben. Wir stehen viel eher in der Gefahr, das gerne zu delegieren, abzuschieben: „Der macht das, die machen das, wir haben jemanden dafür.“ Und wir verstecken uns dahinter. Das wollen wir deutlich machen: So ist es nicht.
Mission ist machbar. Es ist keine Arbeit, die nur Profis machen können. Jeder kann es tun. Es geht darum, unseren Glauben, unsere Hoffnung in Christus in unserem Leben transparent zu leben und zu zeigen. Auch, dass Gott unser Leben beeinflusst und unser Wesen verändert.
Mit allen Herausforderungen, die wir haben im Leben. Es ist nicht immer eitel Sonnenschein. Du hast nicht nur die Sonnenseiten des Lebens zu präsentieren, sondern kannst auch hineinschauen lassen in dein eigenes Leben und das teilen.
Ich erinnere mich an einen Trauerfall in naher Verwandtschaft, der noch nicht so lange her ist. Leute haben sehr beobachtet, wie jemand darauf reagiert, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Hat er wirklich die Hoffnung, von der er immer spricht? Da ist man herausgefordert.
Heißt das, wenn in unserer Familie ein Trauerfall ist, werde ich jubeln und singend durch die Straßen ziehen? Nein, natürlich nicht. Der Tod ist immer eine Überforderung der Seele. Es ist eine Trennung, ein Schmerz, besonders wenn der Mensch einem nahe stand und man ihn geliebt hat.
Aber trotzdem darf ich, vor allem wenn ich weiß, dass der Mensch im Glauben gestorben ist, diese Hoffnung haben: Dass es ihm jetzt viel besser geht, dass er angekommen ist, den Lauf vollendet hat und dass wir uns wiedersehen werden. Das ist ein unglaublicher Trost.
Das ist jetzt ein extremes Beispiel. Aber als du das sagtest, dachte ich an die Psalmen, wo eine gute Balance gefunden wurde. Es wird nicht so getan, als ob alles nur heile Welt ist.
Es gibt Klagepsalmen, zum Beispiel Psalm 13. Dort ruft der Psalmist aus: „Wie lange noch, Herr?“ Ich stelle mir vor, ich wäre nicht gläubig und höre jemanden rufen: „Bis wann, Herr, willst du mich vergessen? Bis wann soll ich Sorgen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen hegen?“
Der Psalmist sagt, was ihn bewegt. Aber was ich toll finde, ist, dass am Ende steht: „Ich aber habe deiner Gnade vertraut. Mein Herz soll jauchzen über deine Rettung. Ich will den Herrn singen, dass er mir Gutes erwiesen hat.“
Mir wäre es ein Anliegen, dass die Leute sehen können: Jetzt ist der Mann traurig, jetzt ist er nicht gut drauf, etwas nimmt ihn mit. Aber sie sollen auch sehen, dass wir Halt haben.
Das lässt uns nicht kalt. Wir sind keine gefühllosen Menschen, die sagen: „In der Zukunft wird alles besser.“ Wir kämpfen auch mit der Gegenwart. Aber auch in dieser Gegenwart hilft Gott, und wir haben diese Hoffnung, die in den vielen Klagen zum Schluss herauskommt.
„Ich bin verzweifelt, aber ich weiß, ich muss es nicht bleiben. Ich weiß, Gott wird eine Lösung schaffen, er wird retten.“
Mir fällt ein Beispiel von letzter Woche ein. Ich war mit Kollegen auf einer Konferenz, wo mehrere christliche Aussteller waren. Ein Werk, das besonders Aufklärungsarbeit zum Thema Abtreibung macht, war auch dabei.
Ein Kollege sprach mit ihnen und kam zurück zu unserem Stand. Er sagte, es sei erschütternd, im Detail zu hören, was da passiert – hunderttausendfach, millionenfach in der ganzen Welt, nicht nur in Deutschland – wo Kinder im Mutterleib getötet werden. Furchtbar!
Was macht das mit mir? Habe ich einen heiligen Zorn über diese Ungerechtigkeit? Er sagte, er müsse jetzt erst einmal einen Rachepsalm lesen.
Weißt du, es gibt Psalmen, in denen Gottes Zorn über die Ungerechtigkeit der Welt deutlich wird. Es gibt ein gerechtes Gericht bei Gott. Gott ist nicht ungerecht und wird eines Tages richten.
Er macht das nicht einfach so: „Ja, ist so, vergiss es.“ Nein, er hat einen heiligen Zorn über das, was passiert. Wie reagiere ich darauf? Sehen Menschen in meinem Umfeld, dass mir das nahegeht und mich nicht kalt lässt? Dass ich Mitgefühl habe?
Genau, ja. Wir müssen keine Fassade aufbauen oder Schauspielerei machen. Authentisch sein, glaube ich, ist wichtig.
Natürlich, wenn du die Frauen siehst, da haben wir ja auch Mitleid und Erbarmen. Wie kann man ihnen helfen? Das sind oft Verführte. Aber das ist jetzt nicht unser Thema.
Wir haben gesagt: Auf jeden Fall Transparenz. Nicht nur die schönen Seiten zeigen, sondern auch dort, wo wir selbst herausgefordert sind. Unseren Glauben daran teilen.
Authentizität und Wahrnehmung im Alltag
Aber wie können wir sicherstellen, dass unser Handeln, Reden und Denken nicht irgendwie selbstgerecht wirkt? Das ist schon eine Herausforderung. Jochen, wie wirst du in deiner Nachbarschaft wahrgenommen? Als der heilige Jochen, der sich vielleicht überhebt?
Ja, oder man läuft Gefahr, so wahrgenommen zu werden. Das stimmt. Ich glaube, es kommt darauf an, authentisch und lebendig zu sein. Ich kann auch ehrlich sagen, dass ich meine Kämpfe habe, zum Beispiel mit Sünde. Ich muss nicht so tun, als wäre ich perfekt. Das wissen die Menschen auch. Und das dürfen sie auch sehen.
Ich darf mich entschuldigen, wenn ich mal den falschen Ton getroffen habe. Aber ich muss nicht so tun, als wäre das nicht passiert. Als Moralapostel wirkt man oft dann, wenn man ständig derjenige ist, der andere verurteilt und sagt: „Das ist falsch, das macht man nicht.“ Dabei haben die Leute oft das Gefühl, dass man selbst nicht hinter die Fassade blicken lässt, ob es bei einem selbst vielleicht ähnlich ist. Warum eigentlich nicht?
Ich finde es schade, wenn wir uns streiten. Mir tut es auch leid, wenn wir uns in der Familie gestritten haben. Natürlich kann ich sagen, dass man sich nicht von seiner Frau scheiden lassen sollte. Aber warum nicht auf Augenhöhe bleiben? Dann wirkt man nicht so moralapostelhaft, ohne dabei das Schlechte gutzuheißen.
Ich habe genug Beispiele aus meinem Leben, bei denen ich sagen kann: Das ist nicht gut, und das möchte ich mit Gottes Hilfe ablegen. Aber ich bin noch nicht so weit. Das macht einen auf jeden Fall empathischer.
Wir arbeiten hier in einem christlichen Missionswerk. Missionswerke sind eigentlich immer christlich. Unsere Kollegen sind fast alle Christen. Mit ihnen reden wir nicht über den Glauben. Bei unseren Zuhörern ist das anders. Die meisten von ihnen sind im Alltag ganz normal unterwegs. In ihrer Familie, in der Verwandtschaft oder vielleicht sogar am Arbeitsplatz sind sie oft die einzigen Christen. Sie haben keinen christlichen Arbeitgeber. Das ist eine ganz andere Herausforderung.
Ja, das sind die Glücklichen. Wirklich. Ich kenne auch die Zeit, als ich bei einem weltlichen Arbeitgeber gearbeitet habe. In gewisser Weise ist es noch leichter, ein Alltagsmissionar zu sein.
Wir haben als Team schon oft gebetet, dass wir in unserer Freizeit, außerhalb der Arbeitszeit, Kontakte haben. Denn eine natürliche Quelle für Kontakte haben wir so nicht. Menschen beobachten uns und sagen vielleicht: „Ich möchte wissen, was Glaube ist.“ Klar, Christen beobachten sich auch gegenseitig und lernen voneinander. Aber vor Nichtchristen zu leben ist viel schwieriger.
Ich habe darüber nachgedacht, wie das bei mir ist. Ich muss mich anstrengen, Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen. Ich habe eine Familie, in der alle Christen sind – das ist etwas Schönes, wofür ich sehr dankbar bin. Auch meine Kinder sind im Glauben unterwegs, ebenso Verwandte.
Eigentlich habe ich nur noch meine Nachbarn als Möglichkeit, Glauben zu leben. Da arbeite ich dran. Aber das kann ich oft nur am Wochenende machen, weil abends Familie und Gemeinde oft Vorrang haben. Es ist etwas, das wir uns erkämpfen müssen.
Ich möchte auch andere ermutigen, denen es ähnlich geht. Die sagen: „Ich habe einen Job, aber keinen Kontakt zu Menschen. Ich sitze vor dem Computer und mache meine Arbeit.“
Oder im Callcenter.
Ja, es gibt auch Christen, die haben zu viele Kontakte, sehr viel Publikumsverkehr, und können gar nicht auf alles reagieren, was auf sie einströmt.
Ich arbeite im therapeutischen Bereich, vielleicht als Logopäde oder Physiotherapeut. In unserer Gemeinde funktioniert es gut, dass man Leuten eine Adresse zu jemandem nennt. Man kann auch das erste Mal gemeinsam hingehen und dann sagen: „Ich habe noch anderes zu tun, wende dich doch an den.“
So kann man Kontakte weitergeben und übernehmen. Auf jeden Fall sollte man dankbar sein für jeden Umgang, den man hat.
Auch über die Gemeindearbeit gibt es Möglichkeiten, evangelistische Arbeit zu leisten und Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die noch nicht im Glauben sind. Das ist gut, um gemeinsam in der Bibel zu lesen und so weiter.
Insgesamt ist es für uns anstrengender. Toll, wenn man solche Möglichkeiten hat. Wir wollen euch immer wieder ermutigen. Darum wird es auch in der übernächsten Folge gehen: wie wir ganz konkret Gelegenheiten suchen.
Beziehung ohne Kompromisse leben
Gut, kommen wir zum nächsten Punkt. Warum machbare Beziehungen ohne Kompromisse möglich sind.
Das ist eine große Sorge, die viele Christen berechtigterweise haben. Sie fragen sich: Wenn ich Beziehungen knüpfe, besonders mit Nichtchristen, werde ich dann nicht irgendwie beschmutzt? Werde ich nicht so wie sie? Lebe ich dann nicht weniger heilig, als wenn ich mich zurückziehe unter die christliche Decke? Bin ich dann eine Schnecke, die sich ins Schneckenhaus zurückzieht, und damit ist alles gut?
Das ist die Frage: Ist es wirklich machbar, wie manche sagen?
Du kannst dich einmal zurückziehen – das Beispiel mit der Schnecke. Aber du kannst auch assimilieren, also dich wie ein Chamäleon so anpassen, dass du nicht mehr zu unterscheiden bist und lebst wie die Welt. Für manche ist das das Schreckgespenst, die potenzielle Gefahr.
Aber ich glaube, eher sind wir versucht, das Schneckenhaus zu wählen. Wir sagen: „Die Welt da draußen ist böse, da mache ich mich lieber nicht mit eins.“ Aber den Nächsten zu lieben heißt nicht, an der Sünde teilzuhaben.
Nein, den Nächsten zu lieben heißt das nicht. Das kann man durchaus differenzieren.
Jesus – was war mit ihm? Er aß mit Sündern. Das wurde ihm sogar vorgeworfen. Die Pharisäer sagten: „Guck mal, der sitzt da und trinkt mit den Sündern, den Weinsäufern“, und hielten ihm das vor. Der Herr Jesus hatte offensichtlich ein anderes Verständnis von Heiligkeit als die Pharisäer, seine Widersacher. Er zeigte, dass man durchaus in der Welt leben kann, ohne Teil der Welt zu sein. Dass man durchaus mit Sündern leben kann, ohne ihr sündiges Verhalten gutzuheißen oder sich das selbst zu eigen zu machen.
Mir hat dabei dieses Buch geholfen. Ich habe hier das Titelblatt mitgebracht: „The Great Divide“ von Mark Green. Er hat auf Englisch darüber geschrieben, und man kann es auf seiner Seite herunterladen. Wir können das bestimmt auch in die Shownotes aufnehmen.
Mark Green schreibt, dass er glaubt, eine der größten Gefahren für unsere Evangelisation sei, zu trennen, wie wir vor Gott sind, wenn wir in der Gemeinde sind, und dann plötzlich anders zu sein und dem anderen Verhalten eine andere Gewichtung beizumessen, wenn wir unter anderen Menschen sind.
Wir müssen, wie du gesagt hast, nicht das Tier sein, das seine Farbe je nach Umgebung verändert. Wir können einfach wir selbst sein.
Ich kann vor meinem Gott auch montags und dienstags reden, und ich kann genauso wie in der Gemeinde aufstehen und sagen: „Lasst uns mal beten!“ So kann ich das auch meinem ungläubigen Freund sagen oder mit ihm machen.
Ich muss ihm nicht vormachen, dass ich genauso bin wie er. Ich kann ihm sagen: „Ich bin schon auch irgendwie ein bisschen anders.“ Wenn ich der schräge Vogel bin, wird er vielleicht sagen: „Nee, such dir einen anderen Freund.“ Aber ehrliche Menschen, die ehrlich anders sind – das liebt doch eigentlich jeder.
Ich brauche doch kein Spiegelbild. Ich mag an dir auch, dass du nicht genau so bist wie ich. Wenn du genauso wärst, wäre es langweilig. Mich kenne ich schon einigermaßen.
Was wir brauchen, ist konkret Liebe und Respekt im Umgang miteinander, aber nicht das gleiche Leben zu leben. Wir dürfen anders sein, manchmal vielleicht auch ein bisschen komisch anders, aber so, dass man sieht: „Ja, das ist ganz normal.“ Nicht komisch-komisch oder abstoßend.
Wenn ich mir bewusst mache, dass mein Gegenüber genauso von Christus geliebt ist wie ich, dass auch Christus sich für ihn hingegeben hat, dass er im Ebenbild Gottes geschaffen ist, dann wird das anders.
Er ist noch ein unerlöster Sünder, und das ist die Chance, dass ich ihm vorlebe, was es heißt, Christus zu leben.
Das ist eine tolle Möglichkeit. Wichtig dabei ist, zuzuhören, darauf einzugehen, nicht zu verurteilen, zu verstehen, wie er denkt, in seine Lebenswelt einzutauchen, wie er tickt.
Und wirklich einfach derselbe zu sein, der du auch sonntags bist. Keinen Unterschied zu machen.
Lebe mit dem Herrn nah, dann brauchst du keine Sorge zu haben, dass er dich infiziert. Stattdessen wirst du ihn interessieren für eine andere Art zu leben, glaube ich.
Wir haben gesagt: Weder Weinschnecke noch Chamäleon sein. Aber was ist ein gutes Bild dafür, wie wir sein sollen?
Es ist immer einfach zu sagen: „Das sollst du nicht“, „Das sollst du nicht.“ Wir haben es ein bisschen versucht zu umschreiben.
Ich hatte in der Vorbereitung an den Madenhacker gedacht. Kennst du den Madenhacker?
Nein, ist mir noch nicht begegnet. Ist das ein heimischer Vogel?
Wir können das in den Shownotes verlinken, zum Beispiel die Info bei Wikipedia über den Madenhacker.
Was ist ein Madenhacker? Das ist eigentlich ganz einfach: Es ist ein kleiner Vogel, der mit Krokodilen lebt.
Er hat keine Angst vor Krokodilen, weil er ihnen hilft. Er setzt sich bei ihnen ins Maul und pickt die Maden und den Dreck heraus, die sie mit ihrem „Zähneputzen“ nicht entfernen konnten.
So hilft er den Krokodilen, und die Krokodile lassen das mit sich geschehen.
Er hat einen Nutzen davon, denn er ernährt sich davon.
Das ist eine ganz interessante Symbiose, die da stattfindet.
Das ist vielleicht ein bisschen ein ekliges Bild, wenn man sich das vorstellt. Aber irgendwie ist es eine Win-Win-Situation.
Ich habe das Verständnis als Alltagsmissionar: Ich diene meinem Nächsten.
Mir gefällt das Bild, denn ein anderes Krokodil könnte das nicht machen. Es wäre nicht fähig, die Zähne seines Kumpels zu putzen.
Es muss jemand sein, der anders ist, der klein ist und sich auch für klein hält, aber einen wichtigen Dienst für den anderen hat.
Offensichtlich hat er auch keine Angst, gefressen zu werden, und er sieht wahrscheinlich auch nicht die Gefahr, selbst zum Krokodil zu werden.
Er macht seine Aufgabe, und es ist zum Nutzen.
Also: Sei ein Madenhacker.
Und das bedeutet auch, dass ich nicht immer und überall mit meinen Glaubenserfahrungen und meinem Wissen – wir haben es eben schon gesagt – von oben herab komme.
Ich muss nicht überall reinplatzen und meine Gespräche immer irgendwo reinpressen.
Es gibt viele Möglichkeiten, meine Lebenserfahrung mit dem Herrn auf eine natürliche Art und Weise zu erzählen.
Ich finde auch, wir können eine Grundstimmung von Glücklichsein rüberbringen, die nicht aufgesetzt ist.
Man sieht auch, dass ich mitleide, aber Isaak wurde mal gesagt, dass seine Umgebung sagt: „Du bist nun einmal ein Gesegneter des Herrn.“
Das können wir durchaus auf uns übertragen.
Psalm 1 sagt: „Glücklich ist, wer mit dem Herrn lebt.“
So versuche ich das auch immer rüberzubringen: Ich bin glücklich.
Ich muss nicht mit einer miesepetrigen Sicht herumlaufen.
Ich habe einfach immer Glück im Leben.
Natürlich geht auch mal mein Auto kaputt, und so weiter, aber ich kann das ganz anders angehen.
Ich habe eine ganz andere Grundstimmung.
Gerade in unserer Zeit hebt sich das schon ab und macht die Leute neugierig: „Bist du so ein Optimist?“ oder „Hast du einfach die rosarote Brille auf?“
Nein, ich kann die Dinge auch sehen, wie sie sind.
Wie du sagst: Es gibt Dinge, die einfach furchtbar sind.
Aber ich persönlich fühle mich wirklich gesegnet vom Herrn.
Wo du das gerade so ausführst und ich mir das praktisch überlege, das ist auch etwas, wo ich herausgefordert bin: geistliche Reife zu entwickeln.
Das bedeutet ja auch, dass ich charakterlich reif werde, dass ich charakterlich verändert werde.
Wenn ich früher vielleicht ein jähzorniger Mensch war, der gleich aus der Haut gefahren ist, wenn mir etwas nicht in den Kram passte, dann ist es jetzt eine wunderbare Gelegenheit, anders damit umzugehen.
Das praktisch zu leben und darauf hinzuweisen: Ich fahre jetzt nicht mehr aus der Haut, ich kann anders damit umgehen, weil Gott mich offensichtlich verändert hat.
Wenn andere das wahrnehmen, gerade die mich schon länger kennen, ist das eine tolle Gelegenheit, ein lebendiges Zeugnis zu sein.
Ich glaube auch, wir müssen uns gar nicht so verkrampfen.
Denn es ist uns ja verheißen, dass Gott die Frucht des Geistes in uns wirken will.
Ich glaube, dass Menschen merken, wenn wir sie einfach teilhaben lassen: Da ist etwas anders.
Da ist nicht so sehr Egoismus.
Wir haben auch unsere Fehler, aber es ist eine andere Grundhaltung, andere Charakterzüge haben sich entwickelt.
Ich kenne dich jetzt zehn Jahre, und du bist immer selbstloser geworden.
Das wäre toll, wenn das unsere Umgebung mitnimmt.
Oder: „Du bist immer freundlicher geworden. Du hast zwar ein paar Macken, aber die sind besser geworden.“
Ich wünsche mir das, und ich glaube, dass das auch passiert und dass Gott sich dafür verbirgt, das in uns zu wirken.
Von daher: Ja, es ist machbar, wirklich.
Beziehungen ohne Kompromisse sind machbar.
Befähigung durch Gott für Alltagsmission
Kommen wir zu unserem dritten und letzten Punkt. Wir haben gesagt, es ist machbar, weil wir von Gott befähigt sind. Darüber haben wir schon in der letzten Folge gesprochen. Dort habe ich darüber gesprochen, dass das Thema Gebet zeigt, dass Gott unser Auftraggeber ist. Er hat uns beauftragt, aber nicht nur das: Er ist auch derjenige, der uns befähigt und durch uns wirkt.
Eigentlich hängt also alles, viel, sehr viel oder sogar alles von ihm ab. Was sollten wir sonst tun? Ich hoffe nicht, dass jemand zum Alltagsmissionar wird, nur weil er unsere Sendung sieht oder hört. Ich hoffe, dass er versteht, dass das der Auftrag Gottes ist. Wir können dazu nicht befehlen, vielleicht Hilfe leisten, aber wir brauchen Gott. Wenn es nicht seine Idee gewesen wäre, dass wir als Alltagsmissionare hier leben und Zeugnis geben, hätte ich nicht viel Hoffnung, dass das, was wir hier machen, Sinn ergibt.
Aber so ist es einfach: Wir sind in der Spur Gottes, und er nimmt uns mit. Zum Beispiel durch den Geist Gottes. Ich finde das so beeindruckend. Diese Stelle ist bekannt, aber in der Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8 steht: "Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein."
Da steht nicht „Ihr sollt“ oder „Versucht es mal“, sondern: Was ist das Geheimnis von Alltagsmissionaren? Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist kommt. Der Heilige Geist ist der Schlüssel. Und dann wird das so sein. Nicht „Dann könnte es so sein“ oder „Dann wollen wir mal hoffen, dass es passiert“. Auch kein Befehl, „Setzt das jetzt um“, sondern eine Verheißung. Wenn wir die nicht hätten, wäre ich nicht so optimistisch.
Dennoch bin ich gefordert, dem Geist Gottes Raum zu geben. Ich kann den Geist Gottes auch dämpfen, klein halten. Ich gebe dem Geist Gottes Raum, wenn ich das bewusst tue, wenn ich den Herrn bitte, mich wirklich zu erfüllen. Und ich sehe, dass alles, was stört, ferngehalten wird: Sünde bekennen, mich aus dem Wort Gottes ernähren, die Beziehung mit ihm pflegen. Denn es geht um Beziehung, nicht um Religion. Es geht darum, Christus wirklich als Mitte des Lebens zu haben und mit ihm in einer lebendigen Beziehung zu leben.
Deshalb ist der zweite Punkt sicherlich Gottes Wort, die Beschäftigung mit dem Wort. Hier sehe ich, wie andere schon Alltagsmissionare waren. Hier sehe ich den Herrn Jesus als das große Vorbild, um ihm Macht zu eröffnen. Wenn wir in die Apostelgeschichte schauen, die du gerade schon zitiert hast, dann sehen wir, wie die ersten Apostel, Jünger und auch andere das gelebt und daran gearbeitet haben. Das fordert uns heraus, aber es ist schön und anregend.
Ich finde auch immer, wenn du richtig begeistert bist vom Wort Gottes, dann hast du auch ein Gesprächsthema, auch mit Ungläubigen. Du wirst ihnen nicht sagen: „Ich habe jetzt letztens Psalm sowieso gelesen“, aber dieses Gefühl, dass ich mich freue, Psalm 13 noch einmal gelesen zu haben und es nicht nur zitiere, sondern in Gesprächen weitergeben kann, ist wichtig.
Das heißt: Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über. Ich merke auch, wie Gott das benutzt. Meine stille Zeit, die ich gar nicht bewusst gelesen habe, beeinflusst dennoch, was ich mit meinem Nachbarn teile. Ich habe Prediger gelesen und über die Nichtigkeit all dieses Strebens nachgedacht. Mein Nachbar erzählt mir, wie furchtbar das alles ist, und ich denke: Ja, das ist fast wie Prediger, was er da zitiert. Und ich bin sofort im Thema und finde das begeisternd, während ich vielleicht sonst sagen würde: „Was soll ich dazu sagen?“
Du, das geht mir ganz genauso. Ich weiß nicht, wie oft du die Bibel schon durchgelesen hast. Aber es ist faszinierend: Immer wieder ist sie neu. Du kannst ein Buch zwei- oder dreimal lesen, und es wird langweilig. Aber die Bibel ist immer wieder voller neuer Entdeckungen. Ich finde das so gewaltig.
Damit haben wir echt einen unerschöpflichen Schatz, der uns auch befähigt. Dann haben wir den dritten Punkt: Gott hat uns, wie wir schon zu Anfang gesagt haben, Gaben gegeben. Zum Beispiel die Evangelisten, die sich zurüsten.
Jetzt sagst du vielleicht: „Ja, aber ich habe keinen Evangelisten in der Gemeinde. Wir sind nur zwanzig Leute, und ich wüsste nicht, wer da ein Evangelist ist.“ Was sagen wir da? Macht es wie ihr, wovon haben wir gelernt? Vielleicht nicht unbedingt in der Gemeinde, aber es gibt viele Menschen, die ein Vorbild sein können, die wirklich eine Gabe haben.
Ich kann sagen: Der hat diese Gabe, der hat jene Gabe. Zum Beispiel ein gutes Buch, das jemand geschrieben hat, der vielleicht Evangelist ist und einen anleiten kann. Oder einen Kurs, der sich Gedanken gemacht hat, wie Menschen ticken. Das hilft mir, das Buch zu lesen. Genau, ich höre Leuten zu, die Vorträge halten oder Gesprächskreise leiten.
Das war echt eine gute Frage, die gerade gestellt wurde. Mehr wollen wir eigentlich nicht. Wir wollen nicht sagen: „Folgt uns nach“, sondern wir haben einfach unsere Ideen von anderen. Trotzdem kannst du den Podcast ruhig hören.
Das ist richtig. Wir wollen euch gerne ermutigen, kreativ zu werden und Möglichkeiten zu suchen. Hängt euch an einen solchen Evangelisten, betet für ihn. Vielleicht gibt es mal eine Veranstaltung oder eine Evangelisation in der Gemeinde, bei der jemand von außen eingeladen wurde, der begabt ist. Frag ihn, ob du ihn besuchen oder mit ihm gehen kannst.
Lernt einfach von Leuten, die so eine Gabe für die Gemeinde haben. Es geht ja nicht nur um die Geistesgabe, sondern in Epheser 4 ist der Mensch mit dieser Gabe der ganzen Gemeinde gegeben und nicht nur seiner kleinen Ortsgemeinde.
Ja, und nicht nur seiner Gemeinde. Da müssen wir uns vielleicht auch dranhängen. Gut, aber wir können euch auch gerne in den Shownotes Tipps geben. Na ja, in den Shownotes ist vielleicht zu viel. Was richtig gut ist: Wenn ihr Ideen, Vorträge oder Bücher habt, die euch beim Alltagsmissionarwerden geholfen haben, schreibt uns an machbar@heukebach.org. Das würde mich sehr interessieren, dich bestimmt auch, Jörgen.
Wo habt ihr Prägungen und Erfahrungen von anderen bekommen, von denen ihr lernen durftet? Davon können wir bestimmt auch lernen. Dadurch, dass Gott den Auftrag gibt, ist es auch machbar. Gott gibt keine unlösbaren Aufgaben, kann man das so sagen?
Absolut, oder? Ich finde das Beispiel der Liebesgebote im Neuen Testament gut. Wie kann Gott befehlen, dass sich jemand lieben soll? Er befiehlt uns nicht einfach, sondern er hat eine Liebe in unser Herz gelegt. Genau so ist es auch bei der Evangelisation: Er würde uns das nicht befehlen, wenn es nicht möglich und machbar wäre. Er will, dass Menschen gerettet werden, auch heute noch. Deshalb befähigt er uns und bereitet alles vor. Er wirkt durch uns einfach genial.
Wir haben uns heute damit beschäftigt, was es heißt, dass Mission für jeden von uns machbar ist. Letztlich heißt Alltagsmission nichts anderes, als dass wir als Christen unseren Glauben authentisch in unserem Umfeld leben. So haben wir das gesagt. Jeder kann das von uns. Wie ihr das ganz konkret tun könnt und welche guten Ansätze hilfreich sind, wollen wir euch natürlich auch weiterhin mit dem Podcast gerne vermitteln.
Wir wollen Madenhacker sein, auch wenn das vielleicht ein niedriges Beispiel ist. Aber wir wollen wirklich einander dienen, dem Nächsten dienen, ihn lieben. Nicht nur einfach das Evangelium sagen, sondern es ihm vorleben und dienen. Mission ist machbar, weil Gott uns auf verschiedene Weise befähigt hat und weil er durch uns wirkt.
Uns ist wichtig, dass ihr, unsere Zuhörer, nicht eingeschüchtert seid vom Gedanken, selbst Alltagsmissionare zu sein. Beim nächsten Mal geht es genau darum, was wir von Jesus über Authentizität lernen können.
Wenn du Fragen oder Anregungen hast, lass es uns wissen. Schreib uns gerne an machbar@heukebach.org. Es freut uns auch, wenn dir der Podcast gefällt, wenn du einen Like oder Kommentar hinterlässt, eine Bewertung gibst oder ihn weiterempfiehlst. Drück bei YouTube die Glocke, damit du keine neue Folge verpasst. Bleib unbedingt dran!
Ja, wir wollen gemeinsam Alltagsmissionare werden und sein, darin wachsen, wirkungsvoller werden und nah an Gott sowie nah an den Menschen bleiben. Wir sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal.