Serie•Teil 39 / 64Apostelgeschichte
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Rückblick auf die Situation in Philippi
Ich freue mich immer, bei euch zu sein. Und ich freue mich vor allem immer, wenn ich hier sein kann und ein freies Thema habe, selbst wenn es nur eine ganz kurze Predigt wird. Denn dann kann ich in meiner Reihe über die Apostelgeschichte weitermachen.
Die Laufzeit 2015, nicht jeder wird wissen, wo wir sind. Ich weiß es natürlich immer: Wir sind in Apostelgeschichte 16.
Kurz zurück: Wir stecken in Philippi fest, in der Missionsreise des Apostels Paulus. Und wir haben einen Moment, in dem es am Vortag, also bevor die Dinge passieren, die wir uns heute anschauen, in der Stadt einen riesigen Eklat gab. Die Apostel hatten eine Magd geheilt. Jetzt muss man sagen: Na ja, heilen ist doch eigentlich etwas super Gutes. Warum gibt es dafür Stress?
Ganz einfach: Diese Magd hatte einen Wahrsagegeist in sich. Die Apostel hatten ihn ausgetrieben, also einen Exorzismus vollzogen. Das Problem bei diesem Wahrsagegeist in der Magd war, dass das für die Herren dieser Magd durchaus eine lukrative Sache war. Die konnten damit Geld verdienen. Geist weg, Wahrsagerei weg, Gewinn weg. Und mit einem Mal gibt es Stress.
Und dieser Stress wird an den Aposteln ausgelassen. Es kommt zu einem Volksauflauf, sie werden geschlagen, sie werden ins Gefängnis gesteckt und müssen dort die Nacht verbringen.
So, da sind wir. Und das Gute ist: Da bleibt die Geschichte nicht stehen. Das hatten wir beim letzten Mal. In dieser Nacht bekehrt sich der Kerkermeister und große Teile seiner Familie, und es gibt ein Erdbeben. Also, das war schon gut, dass die Apostel da hingekommen sind. Und beim vorletzten Mal hatten wir auch gesagt, wie haben sie sich damit arrangiert? Ja, sie haben im Gefängnis gesungen. Auch das ist supergut.
Und jetzt machen wir an dem Punkt weiter. Die Nacht ist rum, was passiert jetzt?
Apostelgeschichte 16,35-36
Als es aber Tag geworden war, sandten die Hauptleute, und das ist so etwas wie Bürgermeister, also Verwaltung, Magistrat ganz oben, die Rutenträger, so etwas wie die Polizei, und sagten: Lass jene Menschen los.
Der Kerkermeister aber berichtete dem Paulus diese Worte: „Die Hauptleute haben hergesandt, damit ihr losgelassen werdet; so geht denn jetzt hinaus und zieht hin in Frieden.“
Man könnte denken: Ey, super! Ja, eine Nacht im Gefängnis. Wir wissen nicht genau, warum die Hauptleute an der Stelle jetzt Paulus und Silas freilassen wollten. Vielleicht haben sie gedacht, eine Nacht im Gefängnis ist Strafe genug. Vielleicht hatte man durch dieses Erdbeben auch so ein leicht ungutes Gefühl, was da sonst noch alles passieren könnte. Vielleicht hat man auch gedacht: Na ja, das Vergehen, das da gestern war, das war eigentlich nichts. Da wollen wir jetzt auch gar nicht weiter darauf eingehen.
Auf alle Fälle wollten sie die beiden, Paulus und Silas, freilassen. Nur Paulus möchte gar nicht freigelassen werden, jedenfalls nicht einfach so.
Der öffentliche Einspruch des Paulus
Nächster Vers, Vers 37: Paulus aber sprach zu ihnen, also zu diesen Polizisten, zu den Routenträgern: Nachdem sie uns, die wir Römer sind, öffentlich unverurteilt geschlagen haben, haben sie uns ins Gefängnis geworfen. Und jetzt stoßen sie uns heimlich hinaus? Nein, nicht doch. Sondern lass sie selbst kommen und uns hinausführen.
Und das, was Paulus hier sagt, klingt für uns ganz harmlos. Aber es ist alles andere als eine Bagatelle. Cicero schreibt davon, dass es nach römischem Recht verboten war, einen römischen Bürger zu binden und zu schlagen, ohne ein vorangehendes Gerichtsverfahren. Das heißt: Der Vorwurf, den Paulus hier bringt – ich bin römischer Bürger, und ihr habt mich unverurteilt einfach geschlagen und ins Gefängnis gesteckt – das war ein ganz ernster Vorwurf.
Und die Hauptleute, vorausgesetzt Paulus hätte Lust und Mittel gehabt, dagegen vorzugehen, das hätte an der Stelle ein ganz hässliches Nachspiel geben können. Man merkt das auch an ihrer Betroffenheit in der Reaktion.
Nächster Vers, Vers 38: Die Routenträger aber meldeten diese Worte den Hauptleuten, und sie fürchteten sich. Wir würden sagen: Die hatten richtig ins Klo gegriffen. Das war richtig daneben. Und sie fürchteten sich, als sie hörten, dass sie Römer seien. Damit hatten sie einfach nicht gerechnet.
Also bleibt ihnen tatsächlich nichts weiter übrig, als auf die Bedingungen einzugehen, die Paulus ihnen gestellt hat. Sie gehen ins Gefängnis, versuchen die Wogen zu glätten und führen dann die Gefangenen als freie Bürger aus dem Gefängnis hinaus.
Sechzehn, neununddreißig: Und sie kamen und redeten ihnen zu, und sie führten sie hinaus.
Warum Paulus nicht sofort seine Rechte geltend macht
Jetzt sind wir also an dem Punkt, dass sie wieder frei sind. Zwei Fragen, wenn man den Text so liest: Warum will Paulus eigentlich von ihnen hinausgeführt werden?
Aber eine zweite Frage, und mit der möchte ich auch anfangen, ist noch spannender: Paulus hat also diese Trumpfkarte, „Ich bin römischer Bürger“, das ist sozusagen wie bei Monopoly. Sie kommen aus dem Gefängnis frei. Warum spielt er diese Trumpfkarte eigentlich nicht gleich aus? In dem Moment, wo man ihm die Kleider vom Leib reißt und anfängt, ihn mit Ruten zu schlagen, warum sagt er nicht einfach: Stopp, stopp, Freunde, ich bin römischer Bürger, Schluss!
Warum macht er das nicht? Und es gibt zwei Möglichkeiten. Ja, eine Möglichkeit könnte sein, er hatte vielleicht doch keine Möglichkeit dazu. Ja, es ging vielleicht alles ein bisschen schnell oder so. Auf der anderen Seite: Schnell? Also sorry, wenn ich dir die Kleider vom Leib reiße, mir einen Stock suche und auf dich eindresche, da ist ein bisschen Zeit.
Und ein bisschen später dann, in Apostelgeschichte 22, ähnliche Situation: Da schnappt man auch Paulus, will ihn geißeln, und er sagt sofort: Stopp, ich bin römischer Bürger. Habt ihr das jetzt wirklich vor, mich zu geißeln, unverurteilt? Und mit einem Mal, von jetzt auf gleich, wendet sich die Situation. Er ist frei. Oder das heißt frei: Er wird zumindest nicht gegeißelt, sondern er wird mit dem Anstand behandelt, den ein römischer Bürger verdiente.
Warum macht er das hier nicht? Ich glaube, er macht es nicht, weil er ganz bewusst keinen Eindruck erwecken will, der damit verbunden gewesen wäre. Nämlich den Eindruck, dass man das Evangelium nur leben kann, dass man nur Christ sein kann, wenn man römischer Bürger ist. Und ich glaube, dass er aus diesem Grund ganz bewusst darauf verzichtet. An einer anderen Stelle hat er andere Beweggründe, aber an dieser Stelle verzichtet er bewusst darauf, um durch sein Leiden ein Zeichen zu setzen dafür, was es heißt, Christ zu sein. Und dass es in manchen Situationen einfach so ist: Weil wir Christen sind, werden wir leiden.
Und Paulus macht uns das an dieser Stelle ganz bewusst deutlich. Obwohl er mit zwei Sätzen der Sache hätte ein Ende bereiten können, macht er uns an dieser Stelle ganz bewusst deutlich, wie wichtig es ist, diese Bereitschaft zu haben, für das Evangelium zu leiden. Und wie gefährlich es ist, sich hinzustellen und zu sagen: Haha, ich kann nicht leiden. Und damit den Eindruck zu erwecken, Christsein ist nur etwas für römische Bürger, die unter dem Schutz des Staates stehen, und für sonst niemanden.
Schutz der Gemeinde und Verzicht auf Vergeltung
Zweite Frage: Warum will er von den Hauptleuten hinausgeführt werden? Was Paulus nicht will, ist Rache. Er will die Vorurteile gegen seinen Dienst auch nicht unnötig schüren. Aber er will, dass die Verwaltung öffentlich eingesteht, dass sie einen Fehler begangen und einen römischen Bürger nicht beschützt hat.
Dieses öffentliche Schuldeingeständnis war nötig. Zum einen, um seinen Namen in der Stadt reinzuwaschen, zum anderen aber auch, um die Gläubigen in der Stadt zu schützen. Wir müssen uns vorstellen: Hier sind Leute gegen Paulus vorgegangen. Es ist doch klar, die Nächsten auf der Abschlussliste sind die ersten Christen, die es in Philippi gibt, diese erste kleine Gemeinde.
Sie ist jetzt in gewisser Weise für den Moment ein bisschen geschützt. Warum? Die Hauptleute wissen, sie haben einen Fehler begangen: Wir sind zu weit gegangen. Dieser Paulus und auch seine Leute, das sind keine Gesetzlosen, mit denen man eben mal umspringen kann, wie man will. Und die Hauptleute wussten mindestens: Wir dürfen uns so einen Fehler jetzt nicht noch ein zweites Mal erlauben.
Sie standen in gewisser Weise in der Schuld des Paulus, dass er das nämlich jetzt einfach mal auf sich beruhen lässt. Und von daher sorgt er, indem er das macht, dafür, dass die Gemeinde Gottes in Philippi für den Moment sicher ist. Und trotzdem kann er nicht bleiben. Es heißt dann in Vers 39 am Ende: Und sie kamen und redeten ihnen zu, und sie führten sie hinaus und baten sie, dass sie aus der Stadt gehen möchten.
Seine Zeit ist tatsächlich abgelaufen. Bleiben hätte die Probleme mit den Geschäftsleuten, die schon da waren, unnötig verschärft. Die Apostel müssen gehen. Und sie können gehen, das ist das Gute. In Vers 40 heißt es: Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu Lydia, und als sie die Brüder gesehen hatten, ermahnten sie sie und zogen weg.
Und das ist so schön, wenn man das liest: Diese Episode in Philippi beginnt alles mit dieser Frau Lydia. Es beginnt mit ihrer Bekehrung draußen am Fluss, es beginnt mit ihrer Gastfreundschaft. Sie ist die, die sagt: Ihr wohnt bei mir. Und es endet alles mit dieser unglaublich bemerkenswerten Frau.
Und ihr Haus, dieser Ort, wo sie wohnt und die Apostel aufgenommen hat, wird zu einer Keimzelle für eine erste kleine christliche Gemeinde. Und diese Gemeinde hat jetzt, wo die Apostel wegziehen, den Auftrag, die ganze Stadt zu erreichen. Und wie gut diese Gemeinde tatsächlich diesen Auftrag erfüllt, woran sieht man das in der Bibel? Na ja, unter anderem daran, dass es einen Philipperbrief gibt. Also der Philipperbrief ist das Ergebnis von dem, was die Gemeinde in Philippi hier an Evangelisation geleistet hat.
Der Blick auf das Abendmahl und die Haltung des Dienens
Wir feiern heute Abendmahl oder Brotbrechen, und ich möchte meinen Schwerpunkt heute ganz bewusst so legen, dass wir auf das Abendmahl zusteuern. Ich möchte den Fokus noch einmal auf das richten, was Paulus bereit war zu leiden.
Paulus ist bereit, Unrecht zu erdulden, sich nicht zu rächen, egal, was es ihn kostet. Er lebt einfach immer so, dass die Gemeinde Gottes einen Vorteil davon hat. Alles, was Paulus tut, dient der Gemeinde. Paulus kann verzichten, wenn die Gemeinde dadurch einen Vorteil hat, wenn das Evangelium läuft, wenn Menschen das Evangelium hören, sich bekehren und zur Gemeinde hinzugetan werden.
Dafür ist Paulus bereit, sich von einem Dämon belästigen zu lassen. Dafür lässt er sich mit Ruten schlagen. Dafür geht er gerne ins Gefängnis. Da lässt er sich auch öffentlich wieder rausführen und aus der Stadt verweisen. Solange du mein Recht mit Füßen treten kannst, wie du willst, ist mir das völlig egal, solange die Gemeinde Gottes einen Vorteil davon hat.
Und genau das, was wir hier sehen, ist die Lebenseinstellung eines Christen. Ein Christ ist niemand, dem es darum geht, möglichst schnell zu seinem eigenen Recht zu kommen. Ein Christ ist einer, der so leben sollte, dass die Gemeinde Gottes durch sein Leben vorangebracht wird. Unsere erste Sorge als Christen sollte nicht uns selbst gelten, sondern der Gemeinde Gottes.
Deswegen kann Paulus an einer anderen Stelle im 1. Korinther 6,7 in einem ganz anderen Zusammenhang Folgendes schreiben: Es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshändel miteinander habt? Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun, warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?
Das ist einer der Texte im Neuen Testament, die mich immer ziemlich herausfordern. Was ist der Hintergrund? In Korinth gibt es in der Gemeinde zwischen den Geschwistern Streitigkeiten, Streitigkeiten, die sie nicht innerhalb der Gemeinde klären können, und sie gehen vor Gericht. Paulus muss dann entsetzt feststellen, wie es im Vers davor heißt: Es streitet Bruder mit Bruder, und das vor Ungläubigen?
Das ist durchaus eine sehr hässliche Angelegenheit. Das möchte er nicht. So etwas geht in seinen Augen gar nicht. Sein eigenes Recht vor weltlichen Richtern einzuklagen und am besten noch alle fairen und unfairen Mittel einzusetzen, damit man auch gewinnt, das geht nicht.
Paulus fragt die Korinther: Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun, warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen? Die Antwort ist einfach: Weil ich nicht auf mein Recht verzichten will oder auf das, was ich dafür halte. Dass die Gemeinde Gottes damit in ein schlechtes Licht gerückt wird, dass wir als Gläubige vor ungläubigen Richtern streiten, was muss die Welt denken über eine Gemeinde, in der das passiert? Dass die Gemeinde Gottes dadurch Schaden davonträgt, ist mir an der Stelle egal. Warum? Weil mein Recht vorgeht.
Und natürlich wissen wir: Jesus hat davon gesprochen, dass man als Christ sein Kreuz tragen muss. Und Kreuz tragen heißt doch so viel wie: Ich lebe wie einer, der auf dem Weg zur Hinrichtung ist. Eigentlich erwarte ich von diesem Leben doch gar nichts. Aber wer wird schon so weltfremd sein, nur weil er sich Christ nennt?
Tja, es gibt einen, nämlich Paulus. Paulus lässt sich schlagen, einkerkern und vertreiben. Und er lässt das zu, weil sich sein ganzes Leben um eine einzige Frage dreht. Diese Frage lautet: Wie fördere ich die Gemeinde? Oder mit anderen Worten: Was braucht meine Gemeinde jetzt?
Das ist sein Fokus, und er ist bereit, auf sein Recht zu verzichten, wenn das nötig ist, um die Gemeinde voranzubringen. Nochmal: Gemeinde voranbringen, das ist sein Fokus. Dafür lebt er.
Das Vorbild Jesu und die Einheit der Gemeinde
Und wenn wir uns die Frage stellen, woher er eigentlich diesen Fokus hat, dann ist die Antwort ganz einfach. Ich mag es, dass Christsein so herrlich einfach ist. Ich mag es einfach. Ich meine, ich bin nicht der Klügste, und deswegen wäre so eine ganz schwierige Sache nichts für mich. Ich brauche etwas Einfaches.
Und die Antwort hier lautet: Paulus liebt, was Jesus liebt. Ganz einfach. Paulus liebt, was Jesus liebt. Und das macht doch im Kern Christsein aus, oder? Wir sollen lieben, was Jesus liebt, und wir sollen so leben, wie Jesus gelebt hat. Ganz einfach. Lasst es uns bitte nie komplizierter machen. Und glaubt mir: Wenn es komplizierter wird, dann kommt meistens noch eine komische andere Motivation mit rein.
Ich zeige euch, wo das steht, dass Jesus die Gemeinde geliebt hat: Epheser 5,25-27. Hier dürfen alle Männer zuhören. Ich werde nicht darüber reden, dass das eigentlich euch gilt, sondern gleich auf Jesus eingehen. Aber ihr Männer dürft die Verse, wenn ihr sie noch nicht auswendig gelernt habt, gerne auswendig lernen. Ganz, ganz wichtig.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.
Wie gesagt: ein Aufruf an Männer. Liebt eure Frauen! Und wenn dann die Männer fragen: Wie viel? So viel, wie ich mein Auto liebe oder meinen Job? Oder vielleicht noch ein bisschen mehr als ich vielleicht abends eine Flasche Bier vor dem Fernseher liebe? Wo ist da so die Grenze? Dann kommt Paulus und sagt: volle Kanne.
Dann sagen die Männer: Was ist volle Kanne? Na ja, mach mal ein Beispiel. Du liebst deine Frau bitte so, wie Jesus Christus die Gemeinde geliebt hat. Das ist mal ein Ansatz. Da weißt du, wo dann die Grenze ist. Die ist so weit oben, da kommst du nie hin.
Der Fokus des Lebens des Herrn Jesus ist die Gemeinde. Er liebt sie, und er gibt sich für sie hin. Und der Clou: Damit ist er noch nicht mal fertig. Er stirbt nicht nur für die Gemeinde, sondern er sorgt auch dafür, dass sie immer heiliger wird und damit in seinen Augen immer schöner.
Merkt ihr: Das Leben des Herrn Jesus dreht sich bis heute um die Frage, was kann ich tun, damit Gemeinde entsteht und eine immer heiligere Gemeinschaft wird. Das ist der Fokus des Lebens von dem Herrn Jesus. Dass wir gläubig werden konnten, dass wir in der Bibel lesen können, dass wir Gottes Wort hören dürfen, dass wir Gottes Führung, Erziehung und Korrektur erfahren, das ist bis heute alles eine Folge davon, dass sich das Leben Jesu um Gemeinde dreht.
Er ist für die Gemeinde Gottes gestorben, er hat der Gemeinde seinen Geist gesandt, und er ist der Hohe Priester, der sich vor dem Vater bis heute für die Gemeinde einsetzt. Das ist Jesus. Wäre sein Fokus nicht Gemeinde, würde es Gemeinde nicht geben.
Und deswegen dürfen wir heute, wenn wir Abendmahl miteinander feiern, daran denken, dass Jesus nicht nur persönlich für uns gestorben ist. Das stimmt: Meine Schuld ist am Kreuz getilgt. Jesus starb wirklich für meine Sünde. Ich hätte sterben müssen, aber er nahm meine Vergehen auf sich. Er ließ sich stellvertretend hinrichten. Ich gehe frei aus, weil er diesen Becher des Zornes Gottes genommen hat, und er hat ihn wirklich bis zur Neige ausgetrunken für mich.
Jetzt kommt aber: Das stimmt alles, aber am Kreuz geschieht noch mehr. Jesus hat nicht nur den einzelnen Menschen, den einzelnen Gläubigen im Blick, der durch ihn ewiges Leben bekommt, sondern er hat eine Gemeinschaft im Blick. Am Kreuz möchte Jesus eine Gemeinschaft erschaffen, den Leib Christi. Sein Fokus gilt in dem Sinne gar nicht mir, sondern sein Fokus gilt uns, uns als Gemeinschaft.
Und das ist ein Aspekt, den wir durch das Brotbrechen heute zum Ausdruck bringen. In 1. Korinther 10,17 heißt es über das Brot, und da ist die Idee im Hintergrund, dass man tatsächlich ein ganzes Brot hat, wo Leute etwas abreissen, damit wird das Bild noch klarer: Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.
Seht ihr, wir sind ein Leib, wir gehören zusammen. Und jeder, der heute am Abendmahl teilnimmt, sagt: Ich bin Teil dieser Gemeinschaft, die entstanden ist, weil Jesus für uns gestorben ist. Für mich ja, aber auch für uns, um aus vielen eins zu machen, um uns zusammenzubringen zu einer Gemeinschaft.
Schlussgedanken zum gemeinsamen Leben in Christus
Und so sind wir heute in Apostelgeschichte 16 gestartet. Wir haben gesehen, wie Paulus gelebt hat und dass er bereit ist, auf sein Recht zu verzichten und alles so zu tun, dass die Gemeinde Gottes gefördert wird.
Wir sind dann einen Schritt weitergegangen und haben uns die Frage gestellt: Wo hat er das her? Wir sehen denselben Fokus im Leben des Herrn Jesus, der sich für die Gemeinde hingibt, damit Gemeinde entsteht, geheiligt wird, wächst, reift und immer schöner wird.
Ich möchte jetzt übergehen und euch bitten, wenn ihr nachher am Abendmahl teilnehmt, dass ihr euch diese Frage stellt: Was bedeutet mir Gemeinde? Und dass ihr, wenn ihr das Brot nehmt und esst, es mit diesem bewussten Gedanken tut: Ich esse das als Teil einer größeren Gemeinschaft, und ich möchte lernen, diese Gemeinschaft zu lieben und für diese Gemeinschaft zu leben.
Oder um es abschließend mit einem frühchristlichen Gebet, das man zum Abendmahl gesprochen hat, auszudrücken:
Zitat:
Die Körner dieses Brotes wuchsen, jedes für sich, auf den Höhen heran. Erst durch das Sammeln wurden sie ein Leib.
Und dann kommt der Wunsch:
Ebenso sammle deine Kirche aus allen Gegenden der Erde, dass sie eins wird in deinem Reich.
Und das ist das, was ich mir wünsche: dass wir eins werden in seinem Reich, dass das in unserem Herzen beginnt und dass das durch das Abendmahl zum Ausdruck gebracht wird. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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