Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Ziel der Betrachtung
Ich wollte fragen, ob ich etwas machen muss, aber nein. Ich bin schon gefragt worden, ob das aufgenommen wird. Ich weiß nicht mehr, wer mich das gefragt hat.
Ja, ich bin sehr froh, wieder unter euch zu sein. Ein bisschen überrascht bin ich auch, dass ihr mich schon wieder hören möchtet. Aber ich denke, dass ihr eher von Gott hören möchtet. Und das werde ich heute versuchen zu tun: dass ich mich ein bisschen zurückziehe und dass ihr aus Gottes Wort hört, wo ihr Identität finden könnt.
Die Einleitung von Sabrine passt eigentlich perfekt zu dem, was ich sagen werde. Wir haben uns nicht abgestimmt, aber sie hat mir das gestern oder vorgestern zugeschickt, und ich habe gesagt: Das ist perfekt. Ich hoffe, ihr werdet ein bisschen von dem erkennen, was sie gesagt hat, in dem, was ich jetzt aus Gottes Wort sagen werde.
Wer war letztes Jahr dabei, als ich hier war? Ja, schon einige von euch. Und wisst ihr noch, was das Thema war? Reden in Christus. Damals haben wir einen Aspekt von diesem Thema nicht betrachtet, und zwar unsere Identität in Christus.
Denn ich denke, wir kennen alle dieses Gefühl der Unruhe, wenn wir nicht ganz sicher sind: Wer bin ich? Was soll ich hier tun? Was ist meine Aufgabe im Leben? Ja, und das ist eine Unruhe, die uns unser guter und gnädiger Gott sparen will. Aus seinem Wort finden wir die Antwort auf diese Frage: Wer bin ich? Und es ist wirklich in Gottes Wort, dass wir unsere Identität finden.
In Psalm 100,3 lesen wir die wichtigste Aussage der Bibel, was unsere Identität betrifft. Dort steht: Erkennt, dass der Herr Gott ist, er hat uns gemacht und nicht wir selbst. Das ist die biblische Wahrheit darüber, wer wir sind: die Tatsache, dass Gott unser Schöpfer ist und nicht wir selbst.
Das führt zu der Erkenntnis, dass Gott als Schöpfer das Recht hat, uns zu definieren. Gott darf uns als seine Schöpfung sagen, wer wir sind. Und ich weiß nicht, wie du auf diese Aussage reagierst. Heutzutage spricht man sehr viel über Selbstbestimmung. Und diese Selbstbestimmung geht so weit, dass behauptet wird, eine Frau habe das Recht, für sich zu entscheiden, ob sie überhaupt eine Frau ist. Ich weiß nicht, ob ihr davon schon gelesen habt oder gehört habt, aber das ist wirklich, wie weit es mit der Selbstbestimmung gekommen ist. So weit weg von Gottes Gedanken ist unsere Kultur.
Wir aber als Christen möchten hören, was der Schöpfer aller Dinge, unser Schöpfer, zu sagen hat, was er zu unserer Identität zu sagen hat. Und in dem, was wir heute aus seinem Wort sehen werden, wird klar, dass Gott uns Frauen mit einem Plan und einem Ziel geschaffen hat. Er hat uns eine Identität gegeben, die unsere wahre Identität ist und in der es keine Schwankungen gibt. Und wenn wir diese Identität annehmen, führt sie zur höchsten persönlichen Erfüllung und zur Freude.
Das Thema heute Vormittag heißt: „Nach Gottes Bild“.
Die gemeinsame Würde von Mann und Frau in der Schöpfung
Zusammen werden wir als Erstes überlegen, was es für unsere Identität bedeutet, dass wir Frauen nach Gottes Bild geschaffen sind. Denn wer wir als Frauen sind, heisst im Grunde, wie Gott uns als Frauen geschaffen hat. Und um das zu wissen, müssen wir zunächst verstehen, was Gottes Wort über die Schöpfung der Frau sagt. Warum hat er den Menschen als Mann und Frau geschaffen? Wozu hat er sie geschaffen? Inwiefern sind Frauen und Männer ähnlich, und wie unterscheiden sie sich?
Wir werden zwei besondere Aspekte der Identität der Frauen näher anschauen, in der Hoffnung, dass wir so ein Bild davon bekommen, wie unsere Identität fest gegründet sein kann in der Tatsache, dass Gott uns als Frau nach seinem Bild geschaffen hat.
Wir fangen am Anfang an, und Sabrina wird uns 1. Mose 1,26-28 vorlesen:
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild. Im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, und füllt die Erde und macht sie euch untertan. Und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde.
Also, ich glaube, diese Geschichte ist euch wahrscheinlich bekannt. Hier am sechsten Tag der Schöpfung wird der Mensch geschaffen, und dreimal wird das Vorhaben Gottes wiederholt. In Vers 26: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Und in Vers 27 gleich zweimal: Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild. Im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
Hier lernen wir, dass nach Gottes Bild Gott ähnlich bedeutet. Und gleich kommt eine sehr wichtige Frage: Wie ist denn Gott? Diese Frage ausführlich zu beantworten, würde den Rahmen unseres Themas heute sprengen. Aber wir können uns die Zeit nehmen, um ein paar relevante Bemerkungen zu machen.
Bei Gott gibt es zwei Arten von Eigenschaften: übertragbare und nicht übertragbare. Zu den nicht übertragbaren Eigenschaften gehören Dinge wie souverän, allmächtig, allwissend, allgegenwärtig, ewig und so weiter. Und mit diesen Eigenschaften haben wir uns schon letztes Jahr beschäftigt. Dass wir nach Gottes Bild geschaffen sind, bedeutet natürlich nicht, dass wir ihm in diesen Eigenschaften ähnlich sind.
Aber Gott ist auch gut, kreativ, liebevoll, gnädig und vieles mehr. Und es sind diese übertragbaren Eigenschaften, in denen Gott uns sich ähnlich geschaffen hat. In unserem Text, und für unseren Zweck, dass wir sehen, wie unsere Identität als Frauen in Gottes Bild geschaffen von Anfang an gedacht war, werden wir uns auf nur ein paar Ähnlichkeiten beschränken.
Gott gibt uns in 1. Mose 1 ein paar Hinweise darauf, was er meint, wenn er sagt: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Nachdem er die beiden gesegnet hat, gibt er dem Mann und der Frau einen Auftrag, der uns hilft zu verstehen, was es bedeutet, nach Gottes Bild geschaffen zu sein.
Den ersten Teil des Auftrags gibt er ihnen, dem Mann und der Frau zusammen, in Vers 28: Sie sollen fruchtbar sein, sich mehren und die Erde füllen. Aber womit füllen? Mit der Herrlichkeit Gottes, können wir antworten. Denn wenn der Mann und die Frau, die in Gottes Bild geschaffen sind, sich mehren und Kinder haben, wird die Erde mit weiteren Bildern Gottes gefüllt.
Um diesen Auftrag zu erfüllen, werden beide gebraucht, Mann und Frau. Ohne die Frau keine kleinen Bilder Gottes. Der Mann allein schafft das nicht, die Frau allein auch nicht. Dieses Thema werden wir später vertiefen.
Und der zweite Teil des Auftrags wird ebenfalls beiden, dem Mann und der Frau, gegeben. Sie sollen sich die Erde untertan machen, sie sollen über alles Lebendige, über die irdische Schöpfung, herrschen. Diese Herrschaft wird schon in Vers 26 erwähnt, eng geknüpft an die Gottähnlichkeit. Wie sich das bei uns Frauen verwirklicht, werden wir auch ein bisschen später sehen.
Wichtig ist zu verstehen, dass dies eine abgeleitete Herrschaft ist, die Gott widerspiegelt. Denn Gott ist der Herrscher über alles, und unser Teil des Auftrags soll auch gemeinsam von Mann und Frau ausgeübt werden. Beide sind dafür notwendig, obwohl mit unterschiedlichen Rollen.
So sehen wir aus diesen ersten Versen etwas ganz Wichtiges für unsere Identität als Frauen. In diesen Versen bei der Schöpfung werden Mann und Frau gleichgestellt. Gott hat ihnen beiden einen gemeinsamen Auftrag gegeben. Beide wurden von Gott gesegnet. Gott hat beide nach seinem Ebenbild geschaffen. Und dieser Auftrag war, die Erde mit Nachwuchs zu füllen und über alles auf der Erde zu herrschen, in gleichem Masse, auch wenn nicht auf gleiche Weise.
Indem der Mann in Gottes Bild geschaffen ist, ist auch die Frau ohne Unterschied, ohne Begrenzung in Gottes Bild geschaffen. Wir Frauen sind genauso wie Männer Gott ähnlich, genauso persönlich und selbstbewusst, mit derselben Kapazität des Denkens und des Handelns. Wie Männer werden wir Frauen zur moralischen Gerechtigkeit geschaffen, auch wenn diese Eigenschaft durch den Fall beschädigt worden ist. So wie Männer haben Frauen die Möglichkeit, Gott zu erkennen, mit ihm zu kommunizieren und eine Beziehung der Liebe mit ihm zu geniessen.
Gott legt für uns in 1. Mose 1 eine feste Grundlage, auf der er in weiteren Kapiteln bauen wird. Am Ende dieses sechsten Tages lesen wir in Vers 31 Gottes Urteil über den Menschen, den er als Mann und Frau geschaffen hat: Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
Und für uns Frauen ist die Wahrheit, dass wir nach Gottes Bild geschaffen sind, ihm ähnlich, von ihm gesegnet, mit Anteil an dem Auftrag, die Erde mit Gottes Bild, mit seiner Herrlichkeit, zu füllen und über die Erde mit dem Mann zu herrschen. Das ist auch für uns sehr gut und schon von Anfang an Grund zur Freude.
Die besondere Rolle der Frau als ergänzende Hilfe
Nach dem, was wir bis jetzt gesehen haben, könnte man meinen, dass nach Gottes Bild geschaffen zu sein bei Frauen genau dasselbe bedeutet wie bei Männern. Dann müssten wir uns die Frage nicht stellen, was es bedeutet, als Frau nach Gottes Ebenbild geschaffen zu sein. Aber stimmt das?
Die Schöpfungsgeschichte hört nicht bei 1. Mose 1 auf. Sie geht weiter in 1. Mose 2, wo Gott auf dieser Grundlage der Gleichwürdigkeit von Frau und Mann aufbaut und uns mehr darüber offenbart, wie er die Frau auf besondere Weise nach seinem Bild geschaffen hat.
In 1. Mose 2,7 und dann 15-25 lesen wir:
Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens. So wurde der Mensch eine lebendige Seele.
Jetzt ab Vers 15:
Und Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen, aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.
Und Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Und genau so, wie der Mensch die lebenden Wesen nennen würde, so sollte ihr Name sein. Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber für Adam fand er keine Hilfe, die ihm entsprach.
Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott, der Herr, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zum Menschen.
Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen.
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch werden. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
Ordnung, Autorität und die Bedeutung der Unterordnung
In diesem zweiten Bericht über die Schöpfung von Mann und Frau finden wir mehrere Details, die uns Klarheit verschaffen. Hier lesen wir von einer Schöpfungsordnung, auf die Paulus im Neuen Testament einige seiner Aussagen über Frauen in der Familie und in der Gemeinde begründen wird. Diese Ordnung ist wichtig, um die Identität der Frau richtig zu verstehen.
Diese Ordnung ist sowohl chronologisch als auch hierarchisch. Chronologisch sehen wir, dass Gott in Vers 7 den Menschen bildet. Er nimmt Staub von der Erde und haucht Adam den Odem des Lebens in seine Nase. Von Vers 7 bis Vers 20 ist der Mann der einzige Mensch. Erst später, aber immerhin noch am selben sechsten Tag, lesen wir in Vers 21 und 22, dass die Frau von Gott erschaffen wird. So kommt die Frau als zweiter Mensch in einer Art Geburtsreihenfolge.
Diese Geburtsreihenfolge ist wichtig, auch wenn sie heutzutage nicht mehr dieselbe Bedeutung hat wie in den Zeiten des Alten Testaments. Da Adam zuerst geschaffen wurde, gibt ihm dies Vorrang und einen Status der Autorität als Mann, der schon vor dem Sündenfall etabliert wird und der auch für Gottes Ordnung bis in unsere Zeit gilt.
Dazu kommt eine hierarchische Ordnung in diesem Kapitel. Diese macht den Vorrang des Mannes klar. In Vers 15 setzt Gott den Mann in den Garten Eden, um ihn zu bebauen und zu bewahren. Er ist aber noch allein, die Frau gibt es noch nicht. In Vers 18 spricht Gott der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.
Was sagt uns diese Aussage über die Frau? Was ist eine Gehilfin? Zunächst ist dies eine Nebenrolle. Aber diese Nebenrolle ist in Gottes Augen und für seinen Plan auch eine notwendige Rolle. Es war nicht gut, dass der Mann allein sei. Gott hatte den Auftrag im Sinn, den wir schon in Kapitel 1 gesehen haben. Diesen Auftrag kann der Mann nicht allein erfüllen. Auch wenn er sozusagen die Hauptrolle spielt, braucht er eine Gehilfin. Diese Gehilfin soll ihm entsprechen, sie soll ihm ein Gegenüber sein, mit dem er Gemeinschaft und auf Augenhöhe genießen kann.
Und die Tiere, denen der Mann Namen gibt, entsprechen ihm nicht. Sie sind nicht nach Gottes Bild geschaffen, sie kommen also nicht in Frage. Gott will sein Ebenbild ergänzen, eine Ergänzung, die er schon vor der Schöpfung geplant hat. So wie Gott innerhalb der Dreieinigkeit Gemeinschaft mit dem Sohn und mit dem Heiligen Geist genießt, soll es auch bei den Menschen sein. So schafft Gott für Adam eine Gehilfin, die ihm entspricht.
Schauen wir uns diesen wichtigen Bestandteil der Identität der Frau etwas näher an. Was bedeutet es, als Gehilfin geschaffen zu sein? Ich denke, es ist klar, dass eine Gehilfin hilft. Das heißt, sie unterstützt, sie arbeitet mit, um das Ziel des Menschen zu erreichen, dem sie hilft. Normalerweise setzt sie nicht das Ziel, doch sie bringt Hilfe, Unterstützung und ihre Kraft und Gaben dazu. Und wenn die Frau ihre Rolle als Gehilfin gut spielt, dann spielt der Mann am besten seine Hauptrolle als Leiter, und das Ziel wird von beiden erreicht.
Es gibt leider viele Missverständnisse über das Wort Gehilfin, auf beiden Seiten, bei Männern und bei Frauen. Auf Hebräisch ist das Wort Ezer, und Ezer bedeutet Hilfe oder Helfer. Es wird im Alten Testament am häufigsten für Gott selbst gebraucht. Und wenn wir verstehen wollen, wie diese Identität der Frau ein Teil des Bildes Gottes ist, müssen wir sehen, wie das Wort in Bezug auf Gott gebraucht wird.
In den Psalmen kommt dieses Wort oft vor, zum Beispiel in Psalm 33,20: „Unsere Seele harrt auf den Herrn, er ist unsere Hilfe und unser Schild.“ Oder in Psalm 70,5: „Meine Hilfe und mein Retter bist du, o Herr.“
Im Neuen Testament übernimmt Gott, der Heilige Geist, die Rolle des Ezer und wird von Jesus als Helfer bezeichnet. Er steht uns bei, er hilft uns, an unser Ziel zu kommen, besonders an unser Ziel, Jesus immer ähnlicher zu werden. Der Ezer ist eine notwendige Hilfe und keine zweite Geige.
Weil es Gott klar war und weil er es auch so gewollt hat, dass der Mann den Auftrag, den Gott ihm gegeben hat, nicht ohne die Frau erfüllen konnte, hat er ihm von Anfang an geplant die Frau als Gehilfin gegeben. Es wäre also falsch zu denken, Gehilfin bedeute unwichtig oder irgendwie weniger wert.
Es gibt aber Stimmen, die sagen: Wenn das Wort Ezer für Gott gebraucht wird, muss das bedeuten, dass die Frau auch eine Stellung mindestens der gleichen Autorität hat wie der Mann. Denn es ist ganz klar, dass Gott, auch wenn er ein Helfer ist, niemandem untertan ist.
Aber neben dem Grund, warum Gott die Frau geschaffen hat, ist auch der Vorgang ihres Schaffens bedeutsam. Den Mann hat Gott aus Staub gebildet. Die Frau nimmt er aus der Seite des schlafenden Mannes. Als der Mann die Frau zum ersten Mal sieht, ist seine Freude und Begeisterung groß. Neben der Bestätigung, dass sie das gleiche Wesen hat – Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch –, zeigt er seine Autorität über sie, indem er ihr einen Namen gibt, nämlich Männin. Genau wie er schon vorher den Tieren Namen gegeben hat, über die er mit der Frau herrschen soll, gibt er der Frau auch einen Namen.
Dieses Vorgehen, zusammen mit der Tatsache, dass der Mann zuerst geschaffen worden ist, zeigt eine Hierarchie in der Beziehung zwischen Mann und Frau und gibt dem Mann die führende Rolle, auch wenn wir das ungern hören.
Aber inwiefern widerspiegelt die Frau Gottes Bild als Gehilfin, die sich der Autorität des Mannes unterordnen soll? Ordnet sich Gott irgendjemandem unter? Hier müssen wir daran denken, dass Gott in drei Personen existiert, die alle gleichermaßen Gott sind, aber jede ihre bestimmte Rolle hat. Gottes Sohn, unser Herr Jesus Christus, die zweite Person der Dreieinigkeit, der, in dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt, ordnet sich freiwillig dem Vater unter, damit das Ziel der Errettung von Gottes Auserwählten erreicht wird.
Die Bibel hört nicht auf, uns klarzumachen, dass Jesus Gott ist, dass er eins mit Gott ist und keineswegs weniger als Gott. So sehen wir, dass Unterordnung keine Wertabstufung ist, sondern eine Frage der Rolle. Und wenn wir im Neuen Testament sehen, dass der Heilige Geist als Beistand oder Helfer bezeichnet wird, und wenn wir sehen, dass zwischen Gott und Gott auch eine Hierarchie der Unterordnung existiert, ist es nicht zu viel gesagt, dass die Frau in ihrer Rolle als Gehilfin, die dem Mann entspricht und dem Mann untertan ist, Gott in seiner Dreieinigkeit hervorragend widerspiegelt.
Hier möchte ich eine kurze Bemerkung machen: Es gibt einen Grund, warum 1. Mose 1 vor 1. Mose 2 steht. Die Gleichwürdigkeit dient als Grundlage dieser Autoritätsstruktur. Sie wird dadurch nicht beeinträchtigt. Erstgeschaffen bedeutet nicht wertvoller oder würdiger. Gehilfin bedeutet nicht minderwertig oder unwürdig. Die Identität der Frau als Gehilfin, wenn sie auch angenommen wird, führt nicht zur Unterdrückung, sondern zur Erfüllung.
Und so war am Ende von 1. Mose 2 die Schöpfung mit Mann und Frau nach Gottes Bild vollendet. Und in Gottes Augen war sie sehr gut. Am Ende von 1. Mose 2 lesen wir: „Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.“ Diese Aussage bestätigt die Vollkommenheit des Menschen. Ihnen fehlt nichts, der Frau fehlt nichts.
Leben schenken und Gottes Ehre widerspiegeln
Wir machen aber noch ein bisschen weiter, weil es in 1. Mose 3 nach dem Sündenfall einen zweiten Hauptbestandteil der Identität der Frau gibt, wie Gott sie in seinem Bild geschaffen hat. Und wir werden uns eigentlich heute Nachmittag mit den Folgen des Sündenfalls beschäftigen. So überspringe ich im Kapitel 3 die ersten neunzehn Verse und gehe direkt zu Vers 20. Was geschieht in diesem Vers? Ich lese:
Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie würde die Mutter aller Lebendigen.
In 1. Mose 2,23 hatte der Mensch der Frau den Namen Mennen gegeben. Nach dem Sündenfall gibt der Mann der Frau einen zweiten Namen, Chawa oder auf Deutsch Eva. Chawa ist ein hebräisches Wort, das ins Leben rufen oder Leben spenden bedeutet. Dieses Wort kommt nur hier und in 1. Mose 4,1 vor, nur als der Name der ersten Frau. Und der Mensch gibt als Begründung für diesen Namen die vorausgesehene Tatsache, dass Eva die Mutter aller Lebendigen wird.
Auch wenn die Frau diesen Namen erst nach dem Sündenfall bekommt, ist es klar aus dem Auftrag in Kapitel 1, dass Gott sie schon vorher so geschaffen hat. Und es ist erstaunlich, wenn man daran denkt, dass das Wichtigste, was man über Gott sagen kann, ist, dass er der Ursprung allen Lebens ist. Und jetzt bekommt die Frau diesen Namen.
Gehen wir zurück zum ersten Teil des Auftrags, den Gott den Menschen gegeben hat: Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde. Gott hätte eigentlich die Erde selbst füllen können, indem er weitere Männer und Frauen schuf, aber er hat diesen Auftrag dem Mann und der Frau gegeben. Er hat die Frau sowohl körperlich als auch in ihrem Charakter für diesen wichtigen Auftrag ausgestattet.
Ein großer Teil unserer Identität als Frau besteht in unserer Fähigkeit, Kinder zu gebären, auch wenn wir die Kinder bekommen. Es gibt in dieser gefallenen Welt mehr als eine Möglichkeit, Leben zu spenden. So bleibt es Teil unserer Identität, auch wenn keine eigenen Kinder kommen. Überlegen wir, wie das sein kann.
Leben geben ist ein Akt der Kreativität. Gott gibt Leben in der Schöpfung. Er macht das aus nichts. Das können Frauen natürlich nicht. Aber wir können Leben spenden, indem wir Kinder, auch Kinder, die wir nicht geboren haben, pflegen oder betreuen. Wir spenden auch Leben, wenn wir Gastfreundschaft üben und Menschen Essen und Unterkunft anbieten. Diese Dinge können auch Single-Frauen tun. Auch wenn eine Frau ihr Zuhause gemütlich einrichtet, so dass Menschen sich bei ihr wohlfühlen, zeigt sie diesen Aspekt ihrer Identität als Lebensspenderin.
Mit Worten wird auch Leben gespendet. So lesen wir in Sprüche 18,21 zum Beispiel: „Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge.“ Oder in Sprüche 15,4: „Eine heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens.“
Am Anfang aber, als der Mensch der Frau diesen Namen Eva gegeben hat, war der hauptsächliche Sinn, Kinder zu gebären. Nur so konnte der erste Teil des Auftrags erfüllt werden und die Erde gefüllt werden.
Diese drei Kapitel aus 1. Mose sagen uns das Wesentliche über unsere Identität, Dinge, die wir wissen müssen: Wir sind nach Gottes Bild geschaffen, als Gehilfen, damit Gottes Ziel mit den Menschen erreicht werde, und wir sind als Lebensspender geschaffen, damit die Erde mit Gottes Herrlichkeit erfüllt werde. Wenn wir diese Wahrheiten über unsere Identität richtig verstehen und sie annehmen, können wir erfüllt und befreit als Frau leben und gedeihen.
Gottes Ziel und die Berufung zur Ehre
Was wir bei diesem Bericht von der Schöpfung von Mann und Frau nicht finden, wird von Gott in Jesaja geklärt. Mit der ganzen Schöpfung, besonders mit den Menschen, hat Gott ein Ziel. Dieses lesen wir in Jesaja 43,6-7, wo Gott sagt: Ich will zum Norden sagen: Gib heraus! Und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist, den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe.
Dieses Ziel Gottes, seine Ehre, wird von Paulus wiederholt in 1. Korinther 10,31: Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.
Unsere Identität ist nicht ohne diesen weiteren Bestandteil vollständig. Gott hat uns geschaffen, damit seine Herrlichkeit sichtbar wird, damit er von uns und durch uns verherrlicht wird. Wie er alles tut, was er tut, hat er uns als Frauen zu seiner Ehre geschaffen.
Lass mich das, was wir gelernt haben, zusammenfassen. Und das will ich aus einer Erklärung von Eva formulieren, die ihre Identität als Frau mit Freude annimmt und bestätigt, vor dem Fall. Sie hätte sagen können: Ich bin ein geliebtes, gesegnetes Geschöpf Gottes. Ja, der herrliche Schöpfer des ganzen Universums hat mich in seinem Bild geschaffen, damit ich, wie auch die ganze Schöpfung, zu seiner Ehre sei.
Ich und der Mann sind in Gottes Augen gleichwertig und gleichwürdig, aber wir sind trotzdem unterschiedlich. Gott hat mich für den Mann geschaffen, aus seiner Seite, damit ich eine Gehilfin für ihn bin. Es ist schön, Adam zu helfen. Unser Vater Gott wird auch Gehilfe genannt. Ich habe mit Adam einen Auftrag von Gott bekommen, den wir zusammen erfüllen sollen. Wir sollen über alle Tiere und über die ganze Erde herrschen. Adam kann diesen Auftrag nicht alleine erfüllen, ich bin notwendig dazu.
Aber Adam wurde vor mir geschaffen, und er hat die Leitung. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Wenn ich mich ihm unterordne, dann denke ich an Gottes Sohn, Jesus Christus, der, obwohl er auch Gott ist, sich seinem Vater unterordnet. Es ist eigentlich herrlich zu denken, dass ich in dieser Rolle Gott dem Sohn ähnlich bin.
Mein Schöpfer, Gott, und ich haben vieles gemeinsam. Wie er über alles herrscht, so herrschen Adam und ich über die Tiere und die Erde. Wir sind in seinem Bild geschaffen, und wir sollen die Erde mit unserem Nachkommen auch in seinem Bild füllen. So wird die Erde mit seiner Herrlichkeit gefüllt.
Für diesen Auftrag hat Gott mich besonders befähigt, denn nur ich kann als Mutter Leben spenden. Diese Wahrheit erfüllt mich mit Freude. Es freut mich auch, dass andere Gottes Wesen in mir sehen, dass ich zu seiner Ehre geschaffen bin. Ich liebe es, als Frau im Gottesbild geschaffen zu leben. Wenn ich so lebe, sehen andere in mir, wie herrlich mein Gott ist, der Leben spendet und der unsere Hilfe ist.
Ja, so hätte sich Eva vielleicht vorgestellt, von Gott nicht nur geschaffen, sondern auch von ihm geliebt und angenommen, vor dem Sündenfall. Könntest du dich auch so vorstellen, mit dieser Zufriedenheit und Sicherheit, was deine Identität betrifft? Für viele unter uns ist die Antwort vielleicht ein trauriges oder auch ein wütendes Nein.
Was aus dieser fröhlichen, sicheren Identität als Frau in Gottes Bild geschaffen geworden ist und was Gott getan hat, um uns wieder Freude in unserer Identität zu schenken, sind unsere Themen für heute Nachmittag.
Gebet und Ausblick
Ich werde beten, Herr, was für ein Gott du bist und was für ein Privileg es ist, zu wissen, dass wir nach deinem Ebenbild geschaffen worden sind, dass du uns liebst, dass du uns angenommen hast.
Herr, ich bete für uns, dass wir wirklich diese Identität, diese Bestandteile unserer Identität annehmen können und uns auch darüber freuen können, dass du uns als Gehilfen geschaffen hast, nicht nur für Männer, sondern auch für unsere Familie, für die Gemeinde, für unsere Nachbarn, denn du hast uns dazu ausgerüstet.
Ich danke dir auch, dass du uns als Lebensspender geschaffen hast, dass wir Leben schenken können. Wer Kinder hat, hat das wirklich buchstäblich getan. Aber du hast uns auch die Gabe gegeben, durch unsere Worte, durch Gastfreundschaft, durch andere Mittel Leben zu spenden. Und wir bitten dich, dass du uns zeigst, wo wir das tun können.
Herr, ich bete auch für die Gespräche, die jetzt folgen werden, dass du dabei bist, dass du bei den Frauen bist und dass du gute Gespräche schenkst, Herr. Ich bete das im Namen Jesu. Amen.
Ich möchte auch gleich sagen: Falls ihr Fragen habt, könnt ihr auf mich zukommen. Es wird auch später die Gelegenheit geben, Fragen zu stellen. Danke.
