
Matthäus 2,1-2,1219.11.2000
Serie•Teil 2 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Eine einleitende Provokation
Ich wollte mit einer Frage anfangen, einer ganz allgemeinen Frage, die lautet: Wie hießen die heiligen drei Könige, die zu Weihnachten das Kindlein in der Krippe aufsuchten? Wie sind ihre Namen? Kann ich mal was hören?
Die Namen sind meines Erachtens unbekannt, als alles durch eine Lippe endet. Okay, also normalerweise hätte ich jetzt gehofft, dass irgendeiner auf den Trick reinfällt und reinbrüllt: Kaspar, Melchior, Balthasar. Dann hätte ich ihm sagen müssen: Hör her, wir wissen es nicht, man weiß es nicht.
Klar ist nur, dass sie erstens nicht heilig sind, zweitens keine Könige, wahrscheinlich nicht drei, und außerdem nicht an Weihnachten kamen, sondern deutlich später. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar sind tatsächlich mittelalterliche Erfindungen. Das heißt, wenn ihr das bisher geglaubt habt, mögt ihr an der Stelle jetzt wissen, dass ihr da eher einem Aberglauben aufgesessen seid.
Und man kann auch sagen, dass diese drei Namen ja nicht dadurch richtiger werden, dass man diese Abkürzel CMB zwischen der Jahreszahl an die Tür schreibt. Das machen viele, viele Leute schon seit x Jahren. Man sieht das gerade in katholischen Gegenden noch ein bisschen häufiger als in Berlin, aber man sieht es einfach. Dadurch wird es auch nicht richtiger.
Also, wir wissen nicht, wie sie heißen. Wir wollen heute gemeinsam fortfahren im Matthäusevangelium, und ich habe heute vor, mit euch Matthäus 2 zu betrachten. Da tauchen nämlich die, jetzt nenne ich sie mal so, heiligen drei Könige auf, die wie gesagt nicht heilig und nicht drei und keine Könige und auch nicht an Weihnachten gekommen sind. Also Matthäus 2. Und wenn ihr den Zettel ausfüllen wollt, dann sind Kaspar, Melchior, Balthasar falsche Namen, oder tragt irgendwas ein, was ihr denkt, dass es dahin passt.
Machen wir weiter in unserer Betrachtung des Matthäusevangeliums? Wir wollen uns heute mit einem Thema auseinandersetzen, und dieses Thema heißt: Wie können Menschen auf die Ankunft des Königs reagieren?
Beim letzten Mal haben wir gesehen: Jesus wird geboren, er kommt mit dem richtigen Stammbaum, er hat die richtige Geburt, die richtigen Eltern. Und heute geht es um die Frage: Wie reagieren denn jetzt die Menschen darauf, dass er kommt? Und wir werden uns da auch ein paar Begriffe vornehmen müssen, die ich einmal jetzt bringen möchte, um sie dann einfach in der Zukunft auch ein Stück vorauszusetzen. Und wir werden auch heute einen kleinen Abstecher in die Geographie machen, aber nur ganz klein.
Matthäus 2, die Verse 1 und 2:
Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise, oder unten bei der Elberfelder in der Anmerkung heißt es Magier, vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.
Der Ort der Geburt und seine Bedeutung
Ich hatte das schon erwähnt: Der Besuch der Magier fand nicht an Weihnachten statt, sondern wahrscheinlich einige Monate nach der Geburt. In Kapitel 2, Vers 11 lesen wir, dass sie, also die Magier, in das Haus gekommen waren, wo Maria, Josef und Jesus lebten. Das ist etwas anderes als der Ort, an dem Jesus geboren wurde. In Lukas 2,7 lesen wir, dass das ein Stall war. Inzwischen scheinen sie also umgezogen zu sein.
Noch etwas deutet darauf hin, dass die Magier deutlich später erschienen sind. Nach der Geburt eines Kindes hatte man als Elternpaar die Aufgabe, ein Opfer zu bringen. Das ist jetzt etwas, was Peter nicht machen muss. Aber wenn Peter ein jüdischer Vater gewesen wäre, hätte er nach einer gewissen Zeit zum Tempel gehen und dort ein Opfer bringen müssen. Dieses Opfer wäre ein Lamm gewesen. Es sei denn, Peter hätte sich das Lamm nicht leisten können. Dann hätte er die Möglichkeit gehabt, dieses Opfer durch ein anderes, preiswerteres Opfer zu ersetzen, nämlich durch zwei Tauben. Das war sozusagen das günstigste Opfer.
In Lukas 2 können wir lesen, welches Opfer Maria und Josef brachten. Brachten sie das Opfer der Normalverdiener, also das Lamm, oder brachten sie das Opfer der armen Leute? Sie bringen diese beiden Turteltauben. Sie bringen also das Opfer, das Menschen bringen, die ganz, ganz wenig Geld haben.
Wie ihr noch sehen werdet, hatten sie, nachdem die Magier da waren, nicht mehr wenig Geld. Sie hatten dann Dinge wie Gold, Weihrauch und Myrrhe, also Dinge, die in der damaligen Zeit einen immensen Wert darstellten. Und falls die Magier vor dem Zeitpunkt gekommen wären, zu dem dieses Opfer hätte gebracht werden müssen, dann hätten sie sich natürlich ganz locker ein Lamm leisten können. Wir merken also: Die Magier kamen erst nach diesem Zeitpunkt.
Das heißt, Josef und Maria bekamen das Kind, waren eine ganze Weile noch arm, und erst später, nachdem sie dann umgezogen waren und in einem Haus in Bethlehem wohnten, tauchten diese Magier auf.
Ein Blick auf Bethlehem und die politische Lage
Für euch ein kleiner Einblick:
Das ist eine Karte von Israel beziehungsweise Palästina zur Zeit des Neuen Testaments. Ihr seht hier unten Judäa, in der Mitte Samaria und hier oben Galiläa. Hier ist der See Genezareth, hier ist das Tote Meer.
Und wir befinden uns jetzt bei Bethlehem, damit wir ungefähr eine Vorstellung bekommen, wo das eigentlich liegt. Wir befinden uns hier, etwa zehn Kilometer südlich von Jerusalem.
Bethlehem liegt auf einem Hauptverkehrsweg, sogar auf einem Haupthandelsweg nach Ägypten. Bethlehem heißt wörtlich übersetzt „Haus des Brotes“.
Es wird mehrfach im Alten Testament erwähnt. Vielleicht habt ihr das schon gelesen: das Wort Ephrata. Das ist ein anderer Name für Bethlehem. So hieß es nämlich, bevor Josua das Land eingenommen hat. Später wird der Name dann immer wieder auch als Synonym für Bethlehem verwendet. Also Ephrata und Bethlehem, das sind zwei Begriffe, die austauschbar sind.
Bethlehem spielt in der jüdischen Geschichte eine vielleicht nicht super wichtige, aber auch nicht total unbedeutende Rolle. Rachel wird dort begraben, das könnt ihr auf euren Zettel eintragen, da habe ich die Namen weggelassen. Dann Ruth und Boas, das sind die beiden, die dort zueinander finden und heiraten. Und einer, der natürlich total bekannt geworden ist, das ist David.
David beziehungsweise sein Vater Isai stammt aus Bethlehem. Das heißt, wir können uns das so vorstellen: Irgendwo hier in der Gegend hütete David die Schafe seines Vaters, denn sie wohnten dort. Und weil David dort groß geworden war, bekommt Bethlehem auch relativ früh den Namen die Stadt Davids.
Und wenn sich manch einer gefragt hat, warum mussten Joseph und Maria denn unbedingt nach Bethlehem in dieses Kast ziehen? Dann lag es genau daran, dass David dort groß geworden war. Joseph musste an den Ort seiner Vorväter, und das war eben Bethlehem, der Ort, wo David geboren und groß geworden war. Da musste Joseph für diese Steuerzählung hin und kam dann anscheinend auch nicht mehr so schnell davon los.
Herodes als Gegenbild
Dann haben wir hier in dem Text neben Bethlehem noch einen ganz interessanten Namen, nämlich den Namen Herodes. Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes.
Lasst euch beim Bibellesen nicht verwirren, ihr werdet auf viele Herodes stoßen. Hier ist Herodes der Große gemeint. Herodes der Große war zu diesem Zeitpunkt ungefähr seit 40 vor Christus, also vielleicht seit ein paar 30 Jahren, König in Judäa. Er war ein recht fähiger Kriegsmann. Er war ein guter Redner, ein guter Diplomat, und er hatte ein Problem.
Sein Problem war: Er war nicht Jude. Und jetzt herrsche mal über das Volk der Juden, wenn du selbst kein Jude bist. Und was dir zuerst hilft, ist: Du heiratest die richtige Frau. Also das Erste, was du machst, ist, irgendeine jüdische Prinzessin zu heiraten. Und genau das hat er gemacht: die Mariamne, er hat sie geheiratet.
Und das Zweite, was du machst, wenn du ein guter jüdischer König sein willst: Du baust den Tempel wieder auf. Oder er stand ja noch, insofern machst du ihn größer. Und das hat er getan. Seit 19 vor Christus hat er das Tempelareal, das oben auf einem Berg lag, verbreitern lassen. Das heißt, er hat Stützmauern hochgezogen, damit oben das Areal noch breiter wurde und damit man noch mehr darauf bauen konnte.
Und was wir heute noch als Klagemauer in Jerusalem sehen, ist nicht eine Mauer, die irgendetwas mit dem ehemaligen Tempel zu tun hat, sondern es ist eine dieser Stützmauern, die Herodes der Große hochgezogen hat, um oben die Platte von dem Berg zu verbreitern, damit man oben noch mehr darauf bauen konnte.
Aber das klingt alles sehr positiv. Herodes war ein unglaublich grausamer Mann. Er war eifersüchtig und hatte beständig Angst davor, seinen Thron zu verlieren. Man kann sagen: Ihm war jedes Mittel recht, um seinen Thron zu behalten.
Ich mache mal ein paar Beispiele. Da gibt es einen Hohen Priester, Aristobulus. Er ist nebenbei der Bruder seiner Frau, also sein Schwager. Als er Angst hat, er könne ihm gefährlich werden, lässt er ihn ertränken. Eine ähnliche Angst befällt ihn dann auch bei seiner Frau. Die kommt kurze Zeit später um, dann deren Mutter. Dann lässt er einen Sohn von sich umbringen, dann einen zweiten und kurz vor seinem Tod noch den dritten.
Da merken wir: Es ist ziemlich gefährlich, in der Nähe von Herodes zu leben. Ein römischer Kaiser hat mal gesagt, es sei sicherer, sein Schwein als sein Sohn zu sein. So ein Mann war das.
Und wir können uns vorstellen, dass, als es mit ihm langsam zu Ende ging, das Volk froh war. Und dass er genau wusste: Wenn er sterben würde, würde durch Jerusalem ein Aufatmen gehen. Keiner würde ihm auch nur eine Träne nachweinen. Und wisst ihr, wie man das macht, dass mitten in einer Stadt am Tag deines Todes geweint wird? Du lässt einfach wahllos Leute einkerkern, und in dem Moment, wo du stirbst, werden sie alle umgebracht. Und zig Familien weinten, nicht über Herodes, aber sie weinten über ihre Verlorenen.
So ein Mensch war Herodes, als wir ihn nachher noch kennenlernen werden und auch wenn wir uns mit dem Kindermord beschäftigen werden. Herodes war ein Machtmensch durch und durch, und er war bereit, jedes Mittel einzusetzen, um seinen Thron zu erhalten. Er war bereit, jeden, und wirklich jeden, über die Klinge springen zu lassen, der sich ihm in den Weg gestellt hat.
Das ist quasi die negative Seite der Geschichte.
Die Herkunft und Rolle der Magier
Jetzt kommen wir zu der positiven. Ich möchte euch noch die Weisen aus dem Morgenland oder die Magier aus dem Morgenland vorstellen. Und ich bin mir sicher, die meisten von euch haben das gleiche Bild im Kopf: Da kommen drei Kamele, auf den Kamelen sitzen drei Leute, möglichst bunt angezogen, am besten ist einer davon noch ein Neger. Und die trotteln da halt und irgendwie vor ihnen ist der Stern her, und sie sind da mehr oder weniger hinter dem Stern her, ein bisschen stur und ansonsten naja.
Und dieses Bild ist, ich weiß nicht, man kann es sich nicht falscher vorstellen als das, was damals wirklich passiert ist. Ich will euch jetzt mal ein bisschen einen Eindruck geben, wer diese Magier eigentlich sind, von denen wir, wie gesagt, nicht den Namen wissen. Wir wissen nicht, wie viele es waren. Wir wissen auch nicht, ob sie auf Kamelen kamen oder in Karren oder auf Pferden oder gelaufen sind. Ich will einfach mal, dass ihr einen Eindruck bekommt: Mit wem haben wir es hier zu tun?
Das Wort Magier ist ein Begriff für, und jetzt müsst ihr ein bisschen zuhören, die Priesterkaste der Parther. Die Parther, das war ein Volk östlich vom Römischen Reich, also auch östlich von Judäa. Und die Parther gehörten zu den Persern, vielleicht könnt ihr euch das irgendwie zusammen machen: Parther und Perser, alles östlich von Judäa. Und genau diese Parther hatten bis Herodes der Große kam über Judäa geherrscht. Das waren also die ehemaligen Herrscher über das ganze Land.
Und bei diesen Parthern gab es diese Priesterkaste, die Magier. Und diese Magier, das waren schon seit jeher, das fängt mit dem babylonischen Königreich an, geht über das medopersische und geht bis hinein in die Zeit Jesu, die Berater am Königshof. Also stellt euch einfach die einflussreichsten Leute am Königshof vor, und ihr trefft das ungefähr. Aber ihr trefft es noch nicht ganz, denn das waren die Leute, die den zukünftigen König ausgebildet hatten. Es konnte niemand König werden, der nicht bei den Magiern vorher ein Studium absolviert hatte. Sie haben ihn eingesetzt und gekrönt.
Es waren, wenn man es mal auf eine Kurzformel bringen will, im persischen Reich die Königsmacher. Männer einfach mit Macht und Einfluss. Wir lesen von den Magiern, die im Buch Daniel als die Weisen beschrieben werden. Wenn ihr im Buch Daniel lest, dann sind es immer die Weisen am babylonischen Hof. Das ist das Gleiche wie hier: Magier.
Wir lesen an verschiedenen Stellen des Alten Testaments von diesen Leuten. Und wir sehen, dass zum Beispiel die Gesetzgebung in ihrer Hand lag. Ihr könnt das nachlesen in Esther 1,13, nur um so einen Einblick zu bekommen, wie eng sie in die politischen Geschäfte des Königshofes damals, bei Esther logischerweise des persischen Königshofes, verstrickt waren. Wie eng sie da drin steckten. Sie waren die eigentlichen Macher, sie waren die Drahtzieher, sie waren die, die alles in der Hand hatten.
Daniel, die Prophezeiungen und die Suche nach dem Messias
Und jetzt gehen wir einen Schritt zurück. Woher konnten diese Weisen oder diese Magier überhaupt etwas über den Messias wissen? Habt ihr eine Idee?
Ja, von Daniel. Das könnt ihr in Daniel 2,24 nachlesen. Er war ihr Vorgesetzter. Er hatte ihnen ihr Leben gerettet, und er wurde von Nebukadnezar zum Oberweisen eingesetzt, also zum Vorsteher der Weisen. Die Weisen haben ihn zeitlebens sehr hoch geachtet.
Als er aufgrund eines Komplotts in die Löwengrube geworfen wurde, waren an diesem Komplott alle beteiligt, die in der Regierung standen, mit Ausnahme der Weisen. Und wir können uns vorstellen: Wenn ein Mann wie Daniel mit den Prophezeiungen, die er erhalten hatte, unter ihnen war – und wer sich mit dem Buch Daniel beschäftigt hat, weiß, dass Daniel in seinen Schriften Prophezeiungen über den Messias hat, darüber, wann er geboren werden sollte und welche Macht er haben würde. Sogar ein Name wie „Menschensohn“ als Messias-Titel geht auf das Buch Daniel zurück.
Und jetzt stellen wir uns einmal vor: Wir haben hier eine Priesterkaste, die es gewohnt ist, Träume zu deuten und sich mit übernatürlichen Phänomenen zu beschäftigen. Und wir haben einen Daniel, der diese Prophezeiungen hat. Was liegt näher, als das zusammenzunehmen und zu sagen: Aha, da scheinen Leute noch außerhalb Judäas auf das Kommen des Messias gewartet zu haben.
Und in dem Moment, wo sie den Stern sahen, sind sie losgezogen. Dann hat sie einfach nichts mehr aufhalten können.
Die erste Reaktion: ehrfürchtige Suche
Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem. Sie sprachen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.
Ihr Ziel ist nicht einfach nur: Na ja, ich komme mal, und wir machen Besuch, so nach dem Motto: Hallo, hier sind wir. Sie wollen ihm huldigen, und huldigen ist ein anderes Wort für anbeten. Wie das im Einzelnen aussehen wird, sehen wir unten.
Und jetzt stellt euch die Überraschung vor: Da kommen diese Leute, wissen selbst nicht so genau, wie wir uns da verhalten werden. Wie gesagt, es waren wahrscheinlich nicht drei auf drei kleinen Kamelen. Jetzt stellen wir es uns mal ein bisschen anders vor.
Wir stellen uns jetzt mal die Topdiplomaten ihrer Zeit vor, die in ein Gebiet reisen, das sie vor dreißig Jahren noch beherrscht haben, das man ihnen dummerweise entrissen hatte, wo die Römer jetzt drin herrschen und wo sie nicht genau wissen, wie sicher sie sind.
Also stellen wir uns jetzt mal einfach eine große Karawane vor, in der diese Leute reisen, mit ihrer privaten Leibgarde von zwei-, drei- oder fünfhundert Soldaten, top ausgebildet. In der damaligen Zeit waren die Reiterei und die Bogenschützen der Perser immer noch gefürchtet, davor hatten alle Angst. Da waren sie einfach top.
Und die kommen da jetzt an, und sie ziehen mit einem Riesengepränge nach Jerusalem ein und sagen: Wo ist der König? Und dieses Wort, sie sprachen, die Form, in der das Wort dasteht, das heißt, sie haben das immer wieder gefragt: Wo ist der König?
Man kann sich das vorstellen, wenn man den Ersten anspricht und denkt, der wird es wissen, weiß jeder hier, der weiß es nicht. Und sie sprechen den Nächsten an: Wo ist der König? König? Welcher König? Na, der neugeborene König, der Kleine. Wir kennen keinen neugeborenen König.
Wie, ihr kennt keinen neugeborenen König? Und alle schauen sich so ein bisschen um und sehen diese Leute da stehen, sehen womöglich Rüstungen, sehen diesen Riesenauflauf und sagen sich: Na, was wollen die denn hier? Die suchen den König, und wir wissen nichts von dem König.
Da kommen Ausländer, Heiden, nach Jerusalem, um den Messias anzubeten, und nehmen einen irren Aufwand in Kauf. Und sie finden den König nicht, er ist nicht da. Sie wollen ihm Geschenke bringen, und da ist niemand, dem sie die Geschenke abgeben können. Sie sind losgezogen, weil sie genau wussten, die Prophezeiungen haben es gesagt, der Stern war da, und dann kommen sie da an, und da ist nichts.
Die Reaktion Jerusalems und die Antwort der Theologen
Vers Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt, und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle hohen Priester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
Herodes wird bestürzt, und ganz Jerusalem mit ihm. Also, Herodes sieht diese Leute da und denkt: Oh, was wollen die jetzt? Wollen die womöglich einen neuen Krieg anzetteln? Suchen die nur irgendeinen Anlass, damit wir wieder kämpfen müssen?
Herodes war der Mann, der die Parther vertrieben hatte. Das hatte er mit römischer Hilfe getan. Und jetzt steht da so eine ganze Legion Parther irgendwie im Hof. Und die sagen: Wir hätten gern den König gesprochen. Und wir hätten gern den kleinen König gesehen. Und der kleine König, den gibt es nicht.
Und Herodes denkt sich: Ich muss doch wissen, wo der kleine König ist. Ich meine, ich bin der Große. Und er kriegt langsam ein Problem, und er wird bestürzt, und ganz Jerusalem wird bestürzt, weil man weiß: Wenn Herodes einen schlechten Tag hat, dann kostet das das Blut der anderen.
Aber Herodes ist nicht dumm. Wie gesagt, er lässt sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten holen. Und er fragt sie: Wo soll eigentlich der Christus geboren werden? Christus ist ein anderes Wort für Messias.
Und merkt ihr was? Herodes schaltet sofort. Er kennt jüdische Theologie. Er weiß: Der neue König, der geboren werden soll, das muss der Messias sein. Und dann hole ich mir doch die theologischen Fachleute und frage mal: Wo ist das?
Die kommen, Vers 5 und 6, und antworten ihm dann: Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht durch den Propheten geschrieben: Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.
Also, die Theologen kommen und geben ihm die richtige Antwort. Der Messias muss in Bethlehem geboren werden, das steht beim Propheten, um genau zu sein beim Propheten Micha.
Ich hoffe, ihr könnt etwas von der Tragik dieser Situation erahnen. Ein ungläubiger König lässt sich die Theologen seiner Zeit holen. Er fragt sie die entscheidende Frage: Wo wird der ewige König geboren werden? Und er bekommt die richtige Antwort. Aber die Theologen halten es nicht einmal für nötig, in Bethlehem nachzuschauen, ob da etwas sein könnte.
Könnt ihr euch das vorstellen? Ihr kennt die Antwort auf die Frage schlechthin. Alles spricht dafür, dass der Messias kommt. Die ganze Stadt ist entsetzt und spricht über das Thema. Und du weißt, wo es sein muss. Du hast die Antwort. Du kennst deine Bibel. Aber du gehst nicht hin.
Es interessiert dich nicht. Dann lass doch den Messias kommen. Ich weiß doch, wo er geboren werden soll. Es reicht doch, dass ich meine Bibel kenne. Ich muss doch nicht danach leben. Ich muss doch nicht das tun, was da drinsteht. Ich muss doch nicht auf das reagieren, was in der Bibel steht. Furchtbar!
Und es wird noch schlimmer. An dieser Stelle sind sie einfach ignorant. Sie haben kein Interesse an dem Messias. Aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo sie Jesus nicht mehr übersehen können. Und wisst ihr, was dann aus Ignoranz wird? Hass. Wenn sie ihn nicht mehr übersehen können, werden sie ihn umbringen.
Herodes’ heimliche Absicht und die drei möglichen Antworten
Vers 7 Dann berief Herodes die Weisen heimlich und erforschte genau von ihnen die Zeit der Erscheinung des Sternes. Das interessiert ihn: Er will wissen, wann der Stern da war, oder anders ausgedrückt, wann das Kind geboren worden ist. Das würde ihn ungefähr interessieren.
Wir können uns überlegen, warum. Ja, einfach, um zu wissen: Wenn ich auf Nummer sicher gehen will, bis zu welchem Alter bringe ich denn alles um?
Vers 8 Und er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kindlein. Wenn ihr es aber gefunden habt, so berichtet es mir, damit auch ich komme und ihm huldige.
Wie seine Form von Huldigung oder Anbetung aussieht, das wissen wir schon: Er wird alle Kinder abschlachten lassen. Aber er weiß jetzt Folgendes: Er weiß, wann das Kind geboren worden ist, und er weiß, wo es geboren werden wird. Und er versucht, diese Magier jetzt zu verwenden. Er möchte sie einsetzen, er möchte sie gebrauchen. Er möchte, dass sie für ihn dieses kleine Baby finden, und dann würde er schon seinen Teil tun.
Und schaut mal her, ich habe euch diese Folie, die ihr auch habt, mitgebracht: Wie kann ein Mensch auf die Ankunft des Königs reagieren? Du hörst davon, dass Jesus geboren wird, es ist Weihnachten. Wie können wir darauf reagieren, dass wir wissen, dass der Retter der Welt geboren wird?
Und das sind die drei Varianten, die ein Mensch hat. Du kannst entweder wie die Magier kommen und mit dem bisschen Verständnis, was du hast, einfach anbeten, vor ihm niederfallen und sagen: Ich will dich suchen, egal, was es mich kostet. Ich will alles einsetzen, weil du mir wirklich wichtig bist.
Oder du kannst wie Herodes der Große einfach nur Hass haben und sagen: Mit diesem Jesus will ich nichts zu tun haben. Denn wenn dieser Jesus in mein Leben kommt, mischt er sich womöglich in das ein, was ich leben will. Er lässt mich womöglich nicht auf dem Thron meines eigenen Lebens sitzen. Er schmeißt mich womöglich runter. Er sagt mir womöglich, wo es langgeht. Er lässt mich nicht mehr König über mein eigenes Leben sein.
Oder, und das ist die elegante Variante, wenn man sich nicht festlegen muss zwischen Anbetung und Hass, du sagst: Oh ja, wenn ich mal sechzig bin, dann kümmere ich mich um das Thema. Wenn ich in der Rente bin, dann werde ich mir mal über Gott und diese Dinge Gedanken machen. Heute nicht.
Das ist Ignoranz. Und vielleicht Ignoranz sogar, wie Sie es hier haben, diese Extremformen nach dem Motto: Ja, eigentlich weiß ich schon, dass die Bibel ein gutes Buch ist. Ich habe auch schon ein bisschen drin gelesen, und ich merke schon, die Bibel hat so manchen Anspruch an mein Leben. Aber heute möchte ich mich mit dem Anspruch noch nicht auseinandersetzen. Das ist mir noch ein bisschen zu extrem. Heute möchte ich erst mal mein Leben weiterleben. Ich möchte das noch nicht umsetzen, was ich weiß.
Und dass der Retter geboren wird: Ja, ich weiß, eigentlich bräuchte ich einen Retter. Und eigentlich weiß ich, dass Jesus dieser Retter ist. Aber heute, das geht mir ein bisschen zu weit. Heute möchte ich mich noch nicht damit auseinandersetzen. Vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, vielleicht in fünf Jahren.
Das sind die drei Reaktionen im Text: Anbetung, Hass und Ignoranz.
Die Freude der Suchenden und das Wesen der Anbetung
Und ich denke, es sind die drei Reaktionen, wie Menschen generell auf Jesus reagieren können, wenn sie einmal verstanden haben, dass der Retter der Welt tatsächlich in Bethlehem geboren worden ist.
Schauen wir uns die Geschichte in den letzten vier Versen noch an. Sie aber zogen hin. Also verlassen die Magier mit ihrer riesigen Karawane jetzt Jerusalem. Zehn Kilometer, das ist ja gar nichts, ja? Super, gleich um die Ecke, gar nicht mal weit zu fahren.
Sie aber zogen hin, als sie den König gehört hatten. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her. Merkt ihr was? Jetzt kommt der Stern wieder. Also die Idee, sie ziehen die ganze Zeit einem Stern hinterher, könnt ihr auch beerdigen. Jetzt kommt der Stern wieder. Bis zu diesem Zeitpunkt, bis sie nach Bethlehem kamen, bis sie nach Jerusalem kamen, kein Stern. Sie sind einfach in die Hauptstadt gezogen, haben sich dort umgehört, haben dann gehört: Bethlehem. Sie sind dann Richtung Bethlehem weitergezogen, und jetzt kommt plötzlich der Stern. Und ihr merkt: Wow, wir sind auf dem richtigen Weg. Das steht hier: Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er kam und oben über dem Ort stand, wo das Kindlein war.
Und jetzt hört euch Vers 10 an: Als sie aber den Stern sahen, freuten sie sich mit sehr großer Freude. Das sind Superlative, ja? Die waren ekstatisch begeistert. So nach dem Motto: Schaut mal da oben, da ist er, ja Wahnsinn, super, klasse, wir haben ihn wieder! Oh, wir konnten ihn gar nicht einfangen. Wir haben den Stern wieder, er ist wieder da. Und sie ziehen ihm hinterher. Warum? Weil das eine Begeisterung ist, zu sagen: Endlich sind wir wieder auf der richtigen Spur. Wir haben die ganze Zeit herumgefragt, und keiner konnte uns sagen, wo er ist. Und jetzt haben wir ihn wieder. Da ist unser Führer, jetzt geht es endlich weiter.
Und merkt ihr ein bisschen was von der Begeisterung dieser Leute? Soll ich euch was sagen? Da sind Leute, die sind total begeistert, endlich diesen Messias anbeten zu können, endlich einen Gegenstand für Anbetung zu haben. Und wisst ihr was? Diese Leute sind mir darin ein totales Vorbild. So möchte ich morgens aufstehen zur stillen Zeit. So möchte ich sagen: Endlich klingelt der Wecker, endlich kann ich raus aus dem Bett, endlich kann ich mich hinsetzen und die Bibel lesen. Und endlich ... ja, es wurde auch langsam Zeit, die Nacht war lang genug.
Oder lasst mich andere Beispiele bringen: Lasst mich die Gebetstunde nehmen oder das Brotbrechen. Es wurde auch wirklich Zeit, dass endlich die Woche zu Ende geht. Ich habe mich so riesig darauf gefreut, so voller Freude, das kann ich gar nicht mehr mit Worten fassen. Endlich ist es dran, super. Wo du sagst: Egal, was es mich kostet, da will ich hin.
Das ist das, was die Magier gelebt haben. Das ist das hier: Als sie aber den Stern sahen, freuten sie sich mit sehr großer Freude. Das lässt sich nicht mehr in Worte fassen. Endlich können wir anbeten. Endlich werden wir unsere Geschenke los. Endlich können wir dem neuen König sagen, was wir ihm schon immer sagen wollten. Endlich hat das Ziel unserer Reise ein Ende.
Ist das eine Haltung für Brotbrechen, Gebetstunde und stille Zeit? Ich finde schon.
Merkmale echter Anbetung
Und ich möchte euch noch etwas zeigen, was Anbetung ist. Damit mache ich dann Schluss, weil wir von den Magiern lernen können, wie echte Anbetung aussieht.
Schaut euch das mal an: Das sind Punkte echter Anbetung. Ein echter Anbeter wird immer die Gelegenheiten finden. Er wird immer den Stern sehen. Er wird immer einer sein, der wartet. Matthäus 2,2 als Belegstelle.
Ein echter Anbeter wird immer Kraft und Zeit investieren. Wisst ihr, diese Leute waren vielleicht wochen- oder monatelang unterwegs und nicht im Intercity Night, sondern irgendwie auf einem Pferderücken oder in einem schaukelnden Karren oder wie auch immer. Sie haben Zeit und Kraft investiert. Das war für sie total normal.
Ein Anbeter überwindet Widerstände. Du möchtest jemanden anbeten. Das ist wie wenn du hier beim Brotbrechen vor der Tür stehst und nicht mehr reinkommst. Was machst du dann? Gehst du wieder nach Hause? Oder klingelst du, springst über das Tor, kletterst die Fassade hoch, klopfst oben an? Das haben die gemacht. Sie haben Widerstände überwunden. Was, wir müssen da ein paar hundert Kilometer fahren? Kein Problem. Was, wir finden ihn nicht? Wir werden ihn finden, wir werden weiter fragen. Sie haben alles gemacht, was an Schwierigkeiten da war. Sie haben alle Schwierigkeiten überwunden.
Dann, und das möchte ich jetzt vorlesen: Anbetung ist eine Sache des Körpers, des Redens und des Geldbeutels, oder anders ausgedrückt: Sie umfasst den ganzen Menschen. Da heißt es in Vers 11: Und als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kindlein mit Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder und huldigten ihm, und sie taten ihre Schätze auf und opferten ihm Gaben, Gold und Weihrauch und Myrrhe.
Lasst uns aufpassen, dass wir Anbetung nicht als etwas sehen, was irgendwo nur mit Reden zu tun hat. Anbetung ist eine Haltung. Und genau so beginnt Anbetung da, wo ich bereit bin, etwas zu investieren: an Zeit, an Kraft, auch Unbequemlichkeit zu ertragen. So hat Anbetung damit zu tun, dass ich mich dem anderen hingebe mit meiner ganzen Person, dass ich ihn wirklich mit meinen Worten anbete, aber dass ich auch sage: Wenn ich irgendwie anders anbeten kann, sei es durch Geld, sei es dadurch, dass ich durch meine Art, hier jetzt in Hingabe, niedergefallen bin.
Sie fielen nieder. Könnt ihr euch das vorstellen? Leute, die es gewohnt sind, dass andere vor ihnen niederfallen, liegen da auf dem Boden vor einem kleinen Kind, vielleicht konnte es gerade krabbeln, und legen die Stirn auf den Boden und sagen: Wir beten dich an, du bist es allein. Das hat etwas mit dem Körper zu tun. Der ganze Mensch ist an dieser Stelle von Anbetung erfasst.
Und da wird Anbetung etwas, was nicht mehr abstrakt ist, sondern etwas, was sehr, sehr persönlich, sehr, ich will fast sagen existenziell ist, etwas, das entweder zu deiner Persönlichkeit dazugehört, aber das gehört nicht dazu.
Gehorsam und die ausschliessliche Ehre für Christus
Und dann Vers zwölf: Und als sie im Traum eine göttliche Weisung empfangen hatten, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg in ihr Land.
Das ist der letzte Punkt, den ich dazu geschrieben habe, weil ich denke, dass er sich zwingend aus den ersten ergibt: Anbeter haben ein gehorsames Herz.
Und davor, in Vers elf, noch dieser Punkt als Abschluss: Anbetung gehört nur Jesus. Sie fallen vor dem Kind nieder und beten das Kind an. Weder Josef noch Maria, weder Herodes noch die Priester, weder die Schriftgelehrten noch sonst irgendjemand bekommt in diesem Abschnitt Anbetung. Ein Einziger bekommt sie, und das ist unser Herr Jesus als kleines Kind.
Und ich hoffe, wir lassen uns von den Magiern motivieren, von ihrem Einsatz, von ihrer Begeisterung und von ihrer Geradlinigkeit, dass auch wir solche Anbeter werden. Gerade jetzt, wo Weihnachten kommt und wir mehr und mehr auch durch das ganze Ambiente draußen, durch die Dekoration und durch die Lieder daran erinnert werden, dass tatsächlich der Retter der Welt geboren wurde, dass Gott Mensch wurde, um die Welt mit sich zu versöhnen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
