Zum Inhalt

Ego eimi - Teil 1

Jesu Leben und Lehre | Episode 445
Johannes 8,23-3008.07.2024
SerieTeil 1 / 2Ego eimi
Die härteste Frage ist nicht, wer Jesus ist, sondern was du mit deiner Schuld machst. Wer ihn ablehnt, bleibt mit ihr allein – wer ihm vertraut, findet Rettung.

Einleitung und Ausgangspunkt des Gesprächs

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 445: Ego Amy, Teil 1.
Jesus ist immer noch im Gespräch mit seinen Gegnern. Johannes 8,23-24:
Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
Es liegt Autorität in der Tatsache, dass Jesus nicht von dieser Welt ist. Es macht eben doch einen Unterschied, wer mit mir redet. Und der Mann aus dem Himmel verweist auf das größte Problem im Leben seiner Gegner. Daher sage ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet.
Das ist das größte Problem, das ein Mensch hat: seine Sünde. Wir dürfen nicht in unseren Sünden sterben. Das heißt, ich darf nicht sterben, solange das Problem meiner Sünde noch nicht gelöst ist, sprich: solange ich sie noch nicht los bin. Und der einzige Ausweg, um nicht in den Sünden zu sterben, das ist der Glaube.
Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Frage: Was muss ich glauben? Antwort: dass ich es bin. Eine mehr als merkwürdige Formulierung, oder?
Ego Amy steht hier. Und das bedeutet: „ich bin“. Sogar auf eine betonte Weise, weil „Amy“ allein schon „ich bin“ bedeutet. Und „Ego Amy“? Dann so viel wie „ich, ich bin“. Damit wird das „ich“ in „ich bin“ noch unterstrichen.

Die Bedeutung der Formulierung und ihr alttestamentlicher Hintergrund

Was meint Jesus damit? Und an dieser Stelle wird es jetzt interessant. Eigentlich geht es ja immer noch um die Aussage aus Vers 12: „Ich bin das Licht der Welt.“ Weil die Pharisäer sich darüber aufregen, dass der Herr Jesus so etwas sagt, verweist er auf das Zeugnis des Vaters, der ihn gesandt hat. Aber dabei bleibt er nicht stehen. Er kommt auch noch auf seine Himmelfahrt zu sprechen, also auf seine Rückkehr zum Vater.
Wer ist dieser Mann, der nicht von dieser Welt ist? Die Antwort steckt in dem Ego Eimi, genau genommen in der Verwendung dieser außergewöhnlichen Formulierung im Alten Testament. Dort wird sie in der Septuaginta nämlich für Gott selbst verwendet.
 Jesaja 41,4: Wer hat es gewirkt und getan? Der die Generationen ruft von Anbeginn, ich, der Herr, bin der Erste, und bei den Letzten bin ich derselbe, wörtlich: Ego Eimi. Gott bezeichnet sich hier im Blick auf die Letzten als Ego Eimi.
Oder Jesaja 43,10: Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich es bin, Ego Eimi. Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Merkt ihr: Wieder bezeichnet Ego Eimi Gott selbst.
Jesus wird sich in Johannes 8 noch zwei weitere Male als „Ich bin“, also Ego Eimi, bezeichnen, in den Versen 28 und 58. Wenn wir in Johannes 8,58 angekommen sind, schauen wir uns das Ego Eimi noch ein wenig genauer an und werden dann sehen, dass es sich dabei um so etwas wie einen Gottesnamen oder Titel handelt.

Jesu Antwort auf die Frage nach seiner Identität

Wenn Jesus also formuliert: Johannes 8,24: Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. Wenn Jesus das sagt, dann will er damit auf eine etwas verborgene Weise zum Ausdruck bringen, dass er selbst Gott ist. Und das fällt seinen Zuhörern natürlich schwer anzunehmen.
 Johannes 8,25: Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede.
Dieses „Wer bist du?“ bedeutet so viel wie: „Wer denkst du, dass du bist? Für wen hältst du dich?“ Und die Antwort Jesu ist klar: Ich bin genau das, was ich zu sein behauptet habe. Nur wisst ihr was? Das Urteil seiner Gegner spielt überhaupt keine Rolle. Es ist völlig egal, was Menschen über Jesus denken. Er ist nicht von ihnen oder von ihrem Urteil abhängig. Es ist gerade andersherum: Es ist sein Urteil, das sie interessieren sollte. Ein Urteil, das der Wahrheit entspricht, weil der Sohn ausspricht, was er vom Vater hört.
 Johannes 8,26: Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.
Und so traurig das ist: Sie verstehen es einfach nicht.
 Johannes 8,27: Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen sprach.

Unverständnis, spätere Erkenntnis und die Rolle des Kreuzes

Aber wird sich das einmal ändern? Wenigstens für einige seiner Zuhörer? Die Antwort ist ja: Auch Pharisäer werden zum Glauben kommen. Nicht, dass diese Tatsache nicht auch Probleme für die frühe Kirche verursacht hätte, aber es wird passieren. So lesen wir in Apostelgeschichte 15,5 von einigen aus der Sekte der Pharisäer, die gläubig waren.
Was steht also zwischen dem Unverständnis der Pharisäer jetzt und dem Glauben der Pharisäer später? Die Antwort: das Kreuz.
 Johannes 8,28: Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin, Egoemi, und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich.
Das Kreuz macht den Unterschied. Wenn sie ihn erhöht haben werden, eine andere Bezeichnung für gekreuzigt, wenn sie das tun und dann erleben, was passiert, dann werden sie begreifen, dass ich bin, wie der Egoemi. Sie werden die Göttlichkeit Jesu begreifen. Wenn sie ihn kreuzigen und dann erleben, dass der Tod diesen Rabbi aus Nazaret nicht festhalten kann, dass er aufersteht, in den Himmel auffährt und damit das Gesetz mit all seinen Hinweisen und Prophezeiungen erfüllt, dann werden sie verstehen, dass er nichts von sich selbst tut.
Das heißt, Jesus ist eben nicht nur ein gebildeter Rabbi, der theologische Streitgespräche gewinnen und Menschen in Form von Predigten herausfordern kann. Er spricht das aus, was der Vater im Himmel ihm beibringt. Und auch wenn es jetzt vielleicht so aussieht, als würden alle politischen Kräfte sich gegen Jesus verschwören, Jesus ist nicht allein.

Die Gemeinschaft von Vater und Sohn und die Wirkung auf die Zuhörer

 Johannes 8,29: Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue.
Es gibt diese enge, ganz außergewöhnliche Beziehung zwischen Vater und Sohn. Sie beruht darauf, dass der Sohn allezeit das Gottwohlgefällige tut. Hier lebt jemand im Willen Gottes und schafft damit die Voraussetzung für eine so nahe Beziehung, dass der Vater durch den Sohn wirken kann.
Und das müssen Menschen gespürt haben, denn seine Zuhörer reagieren auf ihn.
 Johannes 8,30: Als er dies redete, glaubten viele an ihn.
Die Frage ist: Was ist von diesem Glauben zu halten? Leider nicht sonderlich viel, aber das betrachten wir dann in der nächsten Episode.

Schlussgedanken und Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, warum der Herr Jesus sein Gottsein so vorsichtig präsentiert. Was wäre passiert, wenn er einfach gesagt hätte: „Hey, hört her, ich bin Gott! Das war’s für heute.“ Falls du noch nicht bekehrt bist, tu Buße und kehre heute zu Gott um. Pass auf, dass du nicht in deinen Sünden stirbst. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.