Event•Teil 9 / 10Spurgeon-Konferenz 2014
Generierte Mitschrift
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Der grundlegende Gegensatz im Brief
Ich bin mir sicher, dass euch beim Durchlesen dieser Passage dieser Kontrast zwischen Fleisch und Geist sehr stark aufgefallen ist. Und wenn wir jetzt zu dem letzten Abschnitt des Briefes kommen, dann ist das der Fokus, den Paulus uns hier gibt.
Denn in diesem Brief insgesamt sehen wir immer wieder Kontraste: Gesetz und Gnade. Wir haben auch gesehen, wie das Wirken des Geistes wirklich die Erfüllung des Gesetzes ist, also Verheißung und Erfüllung. But here we have the contrast between living by the flesh and living according to the spirit. Und hier haben wir jetzt den Kontrast zwischen dem Leben im Fleisch und dem Leben nach dem Geist.
Und natürlich müssen wir daran denken, dass diese Passage zwar als Aussage über das christliche Leben gelesen werden kann, dass sie aber vor allem eine Passage an die Galater ist. Und deswegen wollen wir uns ganz bewusst fragen: Warum steht das hier so, wie es hier steht, gerade vor dem Hintergrund des Kontexts des Galaterbriefes?
Ich denke, wir sehen hier in Kapitel 5 zwei relativ klare Abschnitte. In den Versen 2 bis 12 geht Paulus der Frage nach, was Versklavung dem Fleisch gegenüber ist. Und wir sehen, dass die Versklavung die Knechtschaft zum Fleisch ist, also wirklich zurückzugehen zum jüdischen Gesetz. Aber dann, in den Versen 13 bis 24, sehen wir die Freiheit, die wir im Geist haben. Und so wollen wir die Frage beantworten: Wie sieht das nun aus, und wie kommt das zustande?
Also lasst uns zuerst die Verse 2 bis 12 anschauen. Und wir wollen uns die Frage stellen: Was heißt es eigentlich, nach dem Fleisch zu leben? Zuerst einmal macht Paulus hier ganz deutlich, dass das bedeutet, dass Christus für dich überhaupt gar keinen Wert hat. So heißt es ja in Vers 2: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen. Und erinnert euch vielleicht an Kapitel 2, Vers 21, dass Christus vergeblich gestorben ist oder wäre. Es ist wirklich wieder genau die gleiche Idee hier: der Gedanke, dass, wenn wir die Beschneidung für so wichtig nehmen, Christus uns nichts nützt.
Aber es ist noch mehr, denn in Vers 4 heißt es: Ihr habt Christus verloren, ihr seid von ihm getrennt, und ihr seid aus der Gnade gefallen. Das ist eine umfassende Aussage darüber, was es alles beinhaltet, in die falsche Richtung zu gehen. Denn du sagst zum einen, der Tod von Christus war für mich von keinerlei Bedeutung. Und so bist du dann von ihm getrennt, und seine Gnade spielt keine Rolle in deinem Leben.
Du könntest jetzt natürlich die Frage stellen: Paulus, überreagierst du hier nicht ein wenig? Weil du dann doch im nächsten Kapitel sagst, dass weder Beschneidung noch Unbeschnittensein wirklich eine Rolle spielt. Warum machst du jetzt hier so ein großes Ding aus dieser einen Fragestellung?
Aber hier geht es natürlich darum, worauf du deine Hoffnung setzt. Wir haben gestern über diese Mächte dieser Welt, die Stoiker, gesprochen. Und wir müssen uns klar machen, dass wir alle, weil wir sündige Menschen sind, letztendlich nach diesen Prinzipien auch immer wieder etwas lieben. Und weil wir eben Sünder sind, versuchen wir immer wieder, uns auch selbst zu rechtfertigen. Eine Gesetzlichkeit, eine Gerechtigkeit aus Werken, das ist so die Ausgangsposition des menschlichen Herzens. Von Natur aus werden wir immer wieder dahin zurückkehren, dass wir uns selbst rechtfertigen wollen.
Also wenn du deine Hoffnung in das setzt, was die jüdischen Lehrer dir bringen, dann kannst du nicht gleichzeitig auch deine ganze Hoffnung auf den gekreuzigten Jesus gesetzt haben. Und deswegen gibt es hier eine ganz dringende Entscheidung, die du treffen musst. Paulus sagt hier nicht, dass sie schon alle abgefallen sind, denn in Vers 5 spricht er ja davon, dass wir im Geist warten. Er sagt also nicht: Ihr seid hoffnungslos verloren, ich habe überhaupt gar keine Hoffnung für euch. Er sagt vielmehr: Wenn du wirklich ein Christ bist, dann weißt du, dass du Christ bist, denn deine Zukunftshoffnung ist das, was dein heutiges Leben dominiert. Wenn du wirklich ein Christ bist, dann wirst du das genau daran erkennen, dass deine zukünftige Hoffnung die Ausrichtung deines Lebens bestimmt.
Und deswegen heißt es dann in Vers 6, dass weder Beschneidung noch Unbeschnittensein wirklich von Bedeutung ist. But the only thing that counts, he says in that verse, is faith expressing itself through love. Sondern er sagt ja in diesem Vers, dass das Einzige, was wirklich zählt, der Glaube ist, der durch die Liebe tätig wird.
Ihr seht also, wie er jetzt von dieser falschen Zuversicht der jüdischen Lehrer kommend zu dem wirklichen Merkmal eines echten Jüngers in Christus geht. Wie er sich letztendlich von den Werken hin zum Glauben bewegt und wie er eben von diesen äußeren Zeichen hin zu einer inneren Motivation kommt. Und das ist eben die Motivation der Liebe.
Das ist ein ganz bedeutender kurzer Abschnitt, weil er uns sagt, wie wir im Licht des Evangeliums leben sollten. Zwei Dinge sollten wir noch klarstellen. Das eine ist, dass uns das Evangelium eine Zukunftsperspektive gibt. Denn so entsteht in uns ja der Glaube, der in uns die Hoffnung weckt auf die völlige Rettung hinein in die himmlische Stadt. Daneben ist alles andere, was die jüdischen Lehrer sagen, eigentlich bedeutungslos. Denn wenn du wirklich in Christus bist, dann ist es dein Glaube, der in dir diese Motivation der Liebe hervorbringt.
Und das ist der erste Punkt, den er hier wirklich sagt: Diese beiden Dinge können nicht koexistieren. Und dann spricht er aber auch davon, wie die falschen Lehrer sie eben versklaven, verknechten wollen. Schaut noch einmal in Vers 7 bis Vers 12. Es ist ein sehr lebhaftes Bild, das hier gebraucht wird, wenn jemand in einem Rennen läuft. Und sie werden in ihrem Lauf letztendlich gestoppt, dadurch, dass jemand vor sie läuft, ihnen in den Weg läuft und sie ins Stolpern bringt. Und so etwas habt ihr sicherlich schon einmal im Fernsehen gesehen, wenn ihr eine Übertragung von einem Wettkampf gesehen habt, dass so etwas passiert.
Ihr habt das vielleicht schon einmal gesehen, zum Beispiel bei einem Langstreckenlauf, dass da vielleicht auch um die beste Position gekämpft wird und einer sich vor den anderen drängt und der dahinter dann ins Stolpern gerät. Und er sagt, letztendlich scheint hier mit euch auch der Fall zu sein. Aber wenn er dann sagt: Wer hat euch da aus der Bahn gebracht?, dann fragt er nicht, wer genau das war. Er sucht nicht die Identität dieser Person. Lies Vers 8 mit Vers 7 zusammen. Denn er sagt, dass der, der euch berufen hat, das ist natürlich Gott durch Jesus Christus, euch nicht aufhalten wird in dem Lauf, zu dem er euch berufen hat.
Das heißt, in anderen Worten sagt er: Diese jüdischen Lehrer, die kommen nicht von Gott. Und wenn ihr diese kleinen Kommentare in ihren Auswirkungen letztendlich betrachtet, dann seht ihr, wie hier jetzt die Lehre komplettiert wird. Sie haben vielleicht eine ganz tolle Autorität, mit der sie dort reden, aber die ist nicht von Gott.
Und wenn du jetzt immer noch denkst: Paulus, warum regst du dich jetzt so sehr darüber auf?, dann zeigt das Zitat aus Vers 9 eigentlich genau warum. Weil auch nur ein ganz kleiner bisschen Sauerteig den ganzen Teig letztendlich durchsauert. Und so ist es eben auch, dass die ganze Gemeinde letztendlich Schaden nimmt, selbst wenn nur ein paar Leute jetzt wirklich diese falsche Lehre aufgenommen haben. Weil Paulus eben weiß, dass diese falschen Lehren sich sehr schnell verbreiten können.
Und das ist der Grund, warum, wenn in einer lokalen Gemeinde eine solche Irrlehre auftaucht, diese sofort gehandhabt werden muss, damit umgegangen werden muss. Wenn also da eine Lehre auftaucht, die eindeutig im Widerspruch zur biblischen Lehre steht, dann sagt der weise Leiter eben nicht: Naja, wir lassen das jetzt mal so ein paar Monate ruhen und beschäftigen uns später damit. Wenn du weißt, dass hier etwas falsch ist, dann gehst du das an, so schnell du kannst. Das ist der Grund, warum Paulus diesen Brief schreibt. Das ist nämlich sein Weg des Umgangs mit diesem Problem, das er erkannt hat. Und weil er weiß, dass sie wirklich Gläubige sind, gerade deshalb hat er diese Zuversicht, dass seine Worte von Gott wirklich gebraucht werden, um die Menschen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Aber der zweite Teil von Vers 10 erinnert uns daran, dass falsche Lehrer eine Strafe für ihre falschen Aktionen tragen. Es ist also nicht so, dass es keine Rolle spielt, ob du das Richtige lehrst oder etwas Falsches. Das betrifft Leben und Ewigkeit. Das heißt, wenn jemand kommt, der ein anderes Evangelium predigt, das das wahre Evangelium kaputt macht, das wirkliche Evangelium, das dem Sohn Gottes sein Leben gekostet hat, als er am Kreuz leidend starb, dann sagt Paulus: Glaubst du wirklich, dass jemand, der so etwas tut, ungestraft davonkommt? Es gibt ein gerechtes Urteil Gottes über Irrlehren.
Und so sagt er: Die, die euch in Verwirrung bringen, die werden dafür gerichtet werden, wer auch immer sie sind. Damit meint er nicht nur, wie auch immer sie heißen mögen, sondern ich glaube, was er mehr damit sagen will: wie imposant sie auch erscheinen mögen, wie nah sie auch an den Hierarchien der Jerusalemer Muttergemeinde dran sein mögen. Sie werden gerichtet, egal was ihr Titel ist und was ihre Vergangenheit, was ihre bisherigen Errungenschaften sind. Wenn er einen solchen Schaden anrichtet, dann wird er dafür von Gott zur Rechenschaft gezogen.
Vers 11 ist ein ziemlich schwieriger Vers. Die Gegner vertreten Paulus offensichtlich so, dass sie ihm vorwerfen, er sei selbst scheinheilig. Denn sie sagen ihm: Ja, du unterstützt ja die Beschneidung der jüdischen Christen, aber wenn es dann zu den Eingangskriterien für die heidnischen Christen kommt, dann senkst du auf einmal die Eingangsschwelle.
Und hier kommen wir zu einem Thema, wirklich zu einer Frage, die jemand auch in dieser Fragekiste abgelegt hatte. Nämlich die Frage, warum zum Beispiel Timotheus und Titus unterschiedlich behandelt worden sind im Hinblick auf Beschneidung. Nämlich dass Timotheus zum Beispiel letztendlich beschnitten wurde und Titus nicht. Und es könnte sein, dass die Feinde von Paulus hier eben eine gewisse Inkonsequenz bei Paulus angreifen.
Und der Galaterbrief ist ja der erste Brief, und manchmal brauchen wir dann die späteren Schriften, um noch ein bisschen besser zu verstehen, worum es hier vielleicht geht. Ich denke, das hat vielleicht mit dem zu tun, was Paulus später in 1. Korinther 9 anspricht. Lasst uns einfach mal 1. Korinther 9,19-21 lesen:
Denn obwohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, damit ich möglichst viele gewinne. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden, obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin, damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden, obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin im Gesetz Christi, damit ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne.
Das ist auch wiederum kein ganz leichter Abschnitt, aber ich denke, ihr seht sofort den großen Gedanken, den er hier vermittelt. Er sagt letztendlich: Weil alles, was er tut, letztendlich zum Nutzen des Evangeliums ist, erlaubt er eben nicht, dass jüdische oder heidnische, rein kulturelle Dinge eine wirkliche Barriere für das Evangelium werden im Reden zu den jeweiligen Leuten.
Und deswegen sagt er eben in Vers 19: Ich habe mich für jedermann zum Knecht gemacht. Damit sagt er letztendlich: Ich habe meine ganz persönlichen Freiheiten in bestimmten Bereichen aufgegeben, weil es wichtiger ist, die Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Ich möchte so viele gewinnen wie irgend möglich. Also wenn das für die Juden zum Beispiel bedeutet, dass er immer noch in den jüdischen Tempel geht, so wie wir das ja in der Apostelgeschichte sehen, oder dass er zum Beispiel dann seinen Haupt scheren lässt wegen eines Eides, den er abgelegt hat, dann sind das aber natürlich trotzdem nicht Dinge, die er jetzt als Grundlage für seine Rechtfertigung irgendwie annimmt. Er macht das einfach nur, weil er eben nicht unnötigerweise Anstoß erregen will bei den Juden. Er will einfach eine Tür für das Evangelium auftun. Und deswegen wird er wie ein Jude zu den Juden, um sie zu gewinnen.
Er sagt sehr deutlich: Ich bin nicht unter dem Gesetz, ich lebe unter der Gnade. Aber solange das Evangelium hier nicht in Gefahr ist, werde ich diese kulturellen Aspekte nicht zu einer Hürde aufrichten. Und das Gleiche gilt eben auch, wie wir in Vers 21 sehen, im Hinblick auf die Heiden. Und so sagt er in Vers 22: Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.
Und wenn du in diesem Kontext dann bedenkst, dass weder Beschneidung noch Unbeschnittensein irgendetwas bedeutet, dann kannst du verstehen, warum es für Paulus eigentlich von großer Bedeutung ist, dass eben das Evangelium vermittelt wird. Und natürlich können einige Leute sagen: Ja, aber er ist ja ganz inkonsequent hier. Er verhält sich auf eine bestimmte Art und Weise mit den Juden und dann wieder ganz anders mit den Heiden. Und Paulus sagt: Nein, ich bin nicht inkonsequent, sondern ich bin total konsequent im Hinblick auf das Evangelium, weil das Evangelium nämlich mein ganzes Verhalten bestimmt.
If Peter comes to Antioch and starts not to eat with the Gentiles, that's against the Gospel. Und dort eben nicht mehr mit den Heiden ist, das ist gegen das Evangelium. Und deshalb werde ich ihn von Angesicht zu Angesicht konfrontieren, weil es eben ein Evangeliumsthema ist. Aber einige dieser kulturellen Dinge, die haben letztendlich keine große Relevanz für das Evangelium. Und deswegen richte ich hier keine großen Hindernisse auf, sondern ich will ja, dass das Evangelium so klar wie möglich rüberkommt.
Ich habe nur als Beispiel vor einiger Zeit in Nordirland in einer sehr formalen Gemeinde gepredigt, und die Frauen waren alle so angezogen, als wenn sie gerade zu einer Hochzeit gehen würden, mit ganz großen Hüten und ihrer besten Sonntagskleidung. Und die Männer waren alle so angezogen, als wenn sie zu einer Beerdigung gehen, mit dunklen Anzügen, dunklen Krawatten. Und wenn irgendeiner so hineingegangen wäre, wie du jetzt im Moment angezogen bist, dann hättest du sofort gespürt: Hier bin ich nicht so richtig willkommen. Und jeder hätte dich angestarrt.
Aber warum in dieser Gemeinde überhaupt keine Leute zum Glauben finden? Weil den Leuten nämlich ihre Kultur wichtiger ist als das Evangelium. Es ist wichtiger, deine beste Sonntagskleidung zu tragen, als sich den Menschen außerhalb der Kirche zuzuwenden, zu den Leuten dich hinzubewegen, die du erreichen willst. Und das ist letztendlich eben genau das Argument, was Paulus hier bringt, auch ohne dass wir jetzt weiter im 1. Korinther bleiben. Also es sollten keine kulturellen Dinge sein, die uns davon abhalten, das Evangelium weiterzugeben.
Und von daher mag es schon sein, dass einige Leute mich kritisieren und sagen, ich predige immer noch die Beschneidung, aber was für Blödsinn! Und dann gibt es hier noch so einen anderen wirklich interessanten Kommentar, der sagt nämlich letztendlich: Ja, wenn ich das immer noch tue, warum werde ich dann verfolgt? Denn er sagt, ich werde doch verfolgt für das, was er letztendlich das Ärgernis des Kreuzes nennt.
Wie würdest du das definieren, was ist das Ärgernis des Kreuzes? Denk mal darüber für einen Moment nach: Was ist das Ärgernis des Kreuzes? Ganz sicher ist das Ärgernis des Kreuzes doch, dass du das Kreuz verkündigst als den einzigen Weg zur Errettung. Erinnert euch noch am Ende von Kapitel 4, dass der Sohn der Magd immer den Sohn der Freien verfolgt? Also das Ärgernis des Kreuzes hier ist ein beschneidungsfreies Evangelium, wo es nämlich allein um die Gnade Gottes geht und das allein durch den Glauben zu Menschen kommt. Das ist ein Ärgernis für alle Werkgerechtigkeit. Ich will ja meinen eigenen Weg zu Gott herstellen, denn das ist doch die natürliche Einstellung des menschlichen Herzens. Und das Kreuz ist ein Ärgernis gegen diese Position, weil das nämlich sagt: Es gibt keinen anderen Weg, außer eben durch das Kreuz von Jesus, um zu Gott zu kommen.
Lassen Sie uns noch anschauen, was er in Vers 12 sagt, am Ende des Abschnitts. Einige finden diesen Vers sehr peinlich, weil sie sich fragen, warum Paulus jetzt so eine komische Aufforderung macht. Und manche sagen, Paulus hat hier die Contenance verloren, er wird jetzt verbal brutal. Aber ich denke, hier ist eine ganz ernste Aussage, denn die Beschneidung, die Kastration, hat Menschen disqualifiziert, noch zur jüdischen Gemeinschaft zu gehören. Und wenn die Beschneidungsgruppe also behauptet, dass das der Weg ist, um dann gerechtfertigt zu werden, dann sagt er: Dann wünschte ich mir, dass sie gleich den ganzen Weg gehen und sich nicht nur beschneiden lassen, sondern sich ganz gleich kastrieren, weil dann würden sie auch nach ihren eigenen Grundlagen deutlich machen, dass sie nicht mehr zu Gottes Volk gehören. Und das ist nämlich genau das, was sowieso schon der Fall ist: Sie gehören so nicht mehr zur Gemeinschaft der Gläubigen. Also ich glaube von daher nicht, dass Paulus hier seine Contenance verliert. Er sagt letztendlich nur in sehr klaren Worten, dass das alles dich wirklich heraus aus der Gemeinschaft der Gläubigen führt.
Vielleicht machen wir hier eine kurze Pause, um zu sehen: Gibt es Fragen jetzt zu diesem allerersten Abschnitt? Fragen zu den ersten zwölf Versen, Alex.
Du hast vorhin so ein bisschen über falsche Lehrer geredet, dass sie bestraft werden können. Da ist die Frage, wie es ist: Können auch falsche Lehrer gerettet sein, oder sind die automatisch im Gericht verstanden?
Ich sage das nochmal auf Deutsch, damit es alle hören. Also die Frage war: Du hattest gesprochen über falsche Lehrer, dass sie gerichtet werden. Wie ist das denn eigentlich, können dann falsche Lehrer trotzdem gerettet sein oder sind sie auf jeden Fall verloren?
Das hängt natürlich auch davon ab, was ihre falsche Lehre genau beinhaltet. Wenn sie zum Beispiel sagen, deine Rechtfertigung hängt wirklich davon ab, ob du beschnitten bist, dann frage ich mich schon, wie sie denn überhaupt christlich sein können, ob sie wirklich gerettet sein können. Sie mögen sich so vorstellen als Christen, die Leute kommen aus einer christlichen Gemeinde in Jerusalem, aber durch ihre Lehre verneinen sie das Evangelium. Und es gibt halt keinen anderen Weg zur Erlösung. Und Paulus will halt, dass die Galater verstehen: Das ist nicht nur so ein kleiner Nebenaspekt, das ist absolut zentral.
Andere Fragen zu den zwölf Versen? Ja, ganz schön, Sebastian. Du fragst, ob christliche Lehrer, also unter diesen Lehrern auch christliche Lehrer sein können. Oder ob das auch unsere Zunge dazu würde. Okay, also ob jemand, der heutzutage selber als christlicher Lehrer auftritt und solche Dinge verkündet, ob auf den auch das Gericht käme. Sie is asking if, putting it in today's terms, if a Christian teacher who is teaching kind of these kinds of false things, I guess he is assuming you can be a Christian and teach something like this, and then the question is: What will the judgment be?
That is God's prerogative, not ours. Only the Lord knows the heart, but the warning is very strong. Denn der Herr allein kennt wirklich das Herz der Menschen, aber die Warnung hier ist sehr, sehr ernsthaft.
Waldemar. Aha! Hat er wahrscheinlich nicht gemacht, er hat sich angepasst. Warum? Und wann ist es Zeit? Also Waldemar, ich gebe die Frage nochmal für den Turm weiter. Waldemar fragt: David hat ja gerade beschrieben, dass er in einer sehr formalen Gemeinde aufgetreten ist, er hat auch die Probleme dieser Gemeinde beschrieben, aber scheinbar hat er da ja gepredigt und sich da so irgendwie wohl auch angepasst. Wann ist eigentlich der Punkt gekommen, dass man sich eben nicht mehr anpasst, sondern so wie Paulus vielleicht auf den Tisch haut?
David, du hast gesagt, dass du in einer sehr formalen Kirche warst und du hast die Probleme mit dem Thema gesprochen hast. Aber assuming you kind of try to fit in a bit as you preached, when would a point come when fitting in and preaching there is not what you should do anymore, but really slam your fist on the table just like Paul to point out that what they are doing is really wrong?
Yeah, um, I think I would need to be there more than one visit. Also, ich glaube, ich müsste da mehr als einmal sein, um das zu tun. So it would be presumptuous of me in the first visit. Es wäre schon ein bisschen anmaßend, wenn ich das beim ersten Besuch machen würde. It took me completely by surprise. Es hat mich völlig überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass die Gemeinde so wäre. Denn ich wurde dahin eingeladen von einem ehemaligen Studenten von mir, der Assistenzpastor war, und er sagte mir eigentlich nur, ich habe hier so ein paar kleine Probleme, aber er hat mir nicht gesagt, was genau die Probleme sind.
Die Gefahr wäre natürlich, dass ich Dinge, die ich auf den ersten Blick wahrnehme, irgendwie gleich beurteile und dass ich dann letztendlich zum großen Kritiker werde, ohne wirkliche Erkenntnis. Aber nachdem ich dann nachher mit ihm gesprochen hatte, da wurde mir deutlich, dass meine erste Wahrnehmung nicht verkehrt war. Er hatte mal so in Khaki mit einem blauen Jackett einen Gottesdienst geleitet. Da kamen dann mehrere Mitglieder nachher auf ihn zu und sagten: Also ein richtiger Pastor zieht einen schwarzen Anzug an. Das heißt, da ist eben eine Gemeinde, die wirklich allein auf das Äußere schaut und eben nicht auf den Inhalt. Und ich bin nicht wieder zurück eingeladen worden, und er hat inzwischen die Gemeinde verlassen.
Aber wenn ich dann doch noch mal zurückkehren sollte, dann wäre vielleicht der zweite Besuch genau der Punkt, wo ich tatsächlich mit der Faust auf den Tisch hauen würde, weil diese Gemeinde, die wird sterben, die wird eingehen.
Okay, let's move on. Chapter 5, Verse 13. Dann Kapitel 5, Vers 13. Now the text for the whole chapter is Verse 1: stand firm. Also um noch einmal deutlich zu sagen: Der Hauptaufruf für das ganze Kapitel ist Vers 1: Steht nun fest. Und so bewegen wir uns jetzt, wie ich schon gesagt habe, von Gesetz und Gnade hin zu Fleisch und Geist.
Und lasst uns nicht vergessen, Kapitel 2, Vers 20, diesen Kernvers, der wirklich das alles letztendlich bestimmt: Ich lebe doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat. Und dieses neue Leben, wie es hier im Vers heißt, das leben wir im Glauben an den Sohn Gottes. Das heißt, das Kreuz Gottes gibt das objektive Kriterium für die Vergebung der Sünden, dass wir also wirklich bei Gott Vergebung haben, angenommen sind, allein aus Gnade. Und die Frucht des Kreuzes dann ist, wie in Kapitel 3, Vers 14 gelehrt wird, eben die Gabe des Geistes. Die Gabe des Geistes nun, die die Kraft vermittelt, so im Glauben dann auch zu leben.
Erinnert euch vielleicht noch an Kapitel 4, Vers 4, dass Gott seinen Sohn gesandt hat, das ist also das Werk des Kreuzes, worum es hier geht, und dann in Kapitel 4, Vers 6, dass Gott eben auch seinen Geist gesandt hat. Also was Gott für uns getan hat am Kreuz, das tut Gott jetzt in uns durch seinen Geist. Und der Geist, der ihm jetzt Zeugnis gibt, dass wir angenommen sind als Kinder Gottes, ist ja derjenige, der uns dazu befähigt, Gott, unseren Vater, Abba zu nennen. Dieser gleiche Geist befähigt uns nun und gibt uns Richtung, unser Leben als Christen zu leben.
Und so machen wir jetzt weiter bei Kapitel 5, Vers 13: Der Aufruf des Evangeliums ist ein Aufruf zur Freiheit. Aber hier kommt jetzt ein neuer Gedanke hinzu: Gebraucht eure Freiheit nicht, um dem Fleisch Raum zu geben. Ja, in der englischen modernen Übersetzung wird Fleisch als sündige Natur übersetzt. Und ich glaube, das ist sehr hilfreich, weil ich nicht glaube, dass er sagen will, dass das Fleisch, also einfach der menschliche Körper, grundsätzlich sündig ist. Wir sind tatsächlich von Grund auf sündig in unserer Natur. Aber die Bibel lehrt uns nicht, dass wir deshalb den Körper als solchen ablehnen sollten. Und manchmal, wenn man Fleisch hört, denken Leute eben an das Physische. Und deswegen ist sündige Natur, denke ich, ein sehr guter Weg, das auszudrücken, worum es hier wirklich geht.
If you are free, are you going to indulge that sinful nature? Das heißt, die Frage, die hier aufwirft ist: Wenn du also jetzt frei bist, gibst du jetzt deiner Sündennatur Raum? Und das ist scheinbar das, was die Kritiker da behaupten. Denn die Leute sagen dann wohl: Wenn du das gesetzlich hast, dann machen die Leute, was sie wollen. Und dann können die Christen da machen, die ja nur, was sie wollen, und geben ihrer Sündennatur viel Raum.
Aber der Punkt, den er hier eigentlich macht, ist, dass das Gesetz dir ja auch nicht dabei hilft, damit aufzuhören. Denn das Gesetz wird dir letztendlich zwar zeigen, was falsch ist, aber es gibt dir keine Kraft, das jetzt anders zu machen. In der Tat heißt es in Römer 7 sogar, dass ich gar nicht wusste, was Sünde ist, bis mir das Gesetz das dann deutlich gemacht hat. Und in Großbritannien gibt es diese Schilder, auf denen steht: Nicht auf das Gras treten. Und ich hatte überhaupt kein Verlangen, auf das Gras draufzutreten, bis ich das Schild sah: Nicht draufzutreten. Aber als ich dann dieses Schild sah, das heißt, nicht auf das Gras auftreten, da kam in mir so etwas hoch, wo ich dann gefragt habe: Warum eigentlich nicht?
Das heißt, das Gesetz selbst hat nicht die Kraft, in sich richtig zu leben. Nein, ganz im Gegenteil: Die Kraft, also richtig zu leben, findet sich in dem, was wir am Ende von Vers 13 sehen, denn die Freiheit durch den Geist ist, einander in Liebe zu dienen. Denn das ist die Erfüllung des Gesetzes. Vers 14 zeigt hier, dass es in beide Richtungen geht. Er sagt nämlich: Wenn du also das Gesetz halten willst, dann nimm einfach einmal zur Kenntnis, dass das ganze Gesetz zusammengefasst ist in diesem Satz: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Also wenn du wirklich guter Gesetzestreuer bist, dann gehst du den Weg der Liebe sowieso.
Aber nur der Heilige Geist wird dir wirklich die Fähigkeit geben, so zu leben. Und wenn du in einer christlichen Gemeinschaft eben nicht diese dienende Liebe siehst, dann weißt du, dass es eine Gemeinschaft ist, die nicht vom Geist erfüllt ist. Und weil eben diese falsche Lehre sich in den galatischen Gemeinden ausbreitet, sagte er, weil das eben der Fall ist, da sehe ich ja, dass ihr euch eben nicht untereinander liebt, sondern dass ihr einander fresst und beißt. Das heißt, die Gemeinde ist erfüllt voller gewalttätiger Auseinandersetzung. Du kommst zu einer Gemeindeversammlung, es ist wie so ein Kampf von zwei bissigen Hunden. Das ist nicht das Werk des Geistes. Da geschehen offensichtlich Dinge, die im Widerspruch stehen zum Evangelium und zum Wirken des Geistes.
Und jetzt schau, was sein Gegenmittel dagegen ist. So sagt er dann in Vers 16: Ich sage aber, lebt im Geist! Dieser Vers ist doch sehr typisch für den Galaterbrief, nicht wahr? Denn die würden ja sagen: Lebt nach dem Gesetz, und dann werdet ihr nicht tun, was das Fleisch will. Aber er sagt, das Gesetz hat auch gar keine Kraft, das zu tun. Du musst nach dem Geist leben, denn der richtige Kampf ist ja zwischen dem Fleisch und dem Geist.
Vers 17 ist ein sehr hilfreicher praktischer Vers, weil wir alle erleben, dass das das Gleiche ist, was auch in unserem Leben geschieht. Unsere Sündennatur will eben tun, was im Widerspruch steht zu dem, was der Geist will. Aber dann der Geist in uns, der will wiederum kämpfen gegen unsere Sündennatur. Das ist das ganz normale Christsein. Und das muss man gerade auch den jungen Leuten in der Gemeinde lehren. Das ist das normale christliche Leben. Wir sind befreit dazu, diesen Kampf zu führen, nicht um gegeneinander zu kämpfen, sondern eben diesen Kampf zu führen gegen das Fleisch und gegen die Welt und den Teufel.
Und das christliche Leben, das ist immer ein Kampf. Und Christus gibt uns durch seinen Geist diese einzigartige Kraft, durch die wir siegreich sein können in diesem Kampf. Denn in diesem Kampf können wir nach der Kraft rufen, die Kraft in Anspruch nehmen, die wir durch den Geist haben, um dann erfolgreich zu sein. Aber es gibt eben nicht einen Sieg, der dich dann irgendwann aus diesem Kampf herausbefördert. Nicht bis zu dem Zeitpunkt, wo wir dann verwandelt werden in sein Ebenbild hinein, im Himmel.
Also wenn er hier sagt, die beiden streiten gegeneinander, so dass du nicht tust, was du willst, also wenn er sagt, dass das Fleisch gegen dich kämpft, weil es dich in diese Versuchung hineinführen will, dann kämpft der Geist dagegen, um dir dabei zu helfen, dass du nicht fällst. Und gleichzeitig, wenn der Geist in dir wirkt und dich immer mehr in das Ebenbild Christi hineingestalten will, dann wird eine Sündennatur in dir wieder den Kampf aufnehmen und versuchen, dich davon abzuhalten. Denn das ist die Realität des christlichen Lebens.
But if you are led by the spirit you are not under the law. Vers 18: If you are led by the spirit, you are not under the law. Aber wenn du durch den Geist regiert wirst, dann bist du nicht mehr unter dem Gesetz. Now you see what he is saying, he is just repeating that it is lived by the spirit, not lived by the law. Ihr seht, was er hier tut: Er hat gerade noch einmal betont, dass wir eben nicht unter dem Gesetz leben, sondern durch den Geist. So he wants us to put all our confidence in the gift of the spirit, the grace of God. Das heißt, er will, dass wir unsere ganze Zuversicht eben in die Gabe des Geistes setzen und eben nicht in das Gesetz. Und das heißt, der Weg hier ist eben nicht der des Gesetzes oder der Sündennatur zu folgen, sondern durch den Geist.
Und das Ganze bleibt hier nicht ganz abstrakt, sondern er gibt uns sehr einleuchtende direkte Beispiele dafür, ab Vers 19. Denn all die Sünden, die er hier erwähnt, das sind ja letztendlich die Sünden der menschlichen Natur, des Fleisches. Es geht ja letztendlich hier in allen Dingen um diese Selbstsucht, danach zu streben, was ich selber für mich will. Und wir wissen, dass das Gesetz und Religiosität keine Macht dagegen haben. Eure Religionen geben vielmehr sogar einen Kontext, in dem diese Dinge dann weiter wachsen können und sich ausbreiten können.
Und seht mal, wie umfassend diese Liste ist hier. Es kommt von der Unzucht und führt uns hin zum Götzendienst. Es kommt von dem Zwischweil zwischen Menschen, Zwietracht, Zorn, Zank, und dann führt es uns dahin, wie sich Gruppen entwickeln, die sich allen möglichen Dingen hingeben und die Gemeinde letztendlich zerstören. Und dann führt es uns letztendlich hin zum Saufen und Fressen, also den Dingen, wo man einfach seinen eigenen Gelüsten freien Raum lässt.
Und die Antwort gegen all diese Dinge ist eben nicht das Gesetz, sondern das Werk des Geistes. Das heißt, das Gesetz zeigt dir, dass die Dinge falsch sind, aber nur der Geist befähigt dich, anders zu leben.
Wonderful little passage 22 und 23, where he lists the fruit of the spirit. Und so kommen wir dann zu dieser wunderbaren Auflistung in den Versen 22 und 23, wo uns dann die Frucht des Geistes zeigt. Please notice the contrast between acts of sinful nature and fruit of the spirit. Und bitte beachtet hier den Unterschied zwischen den Werken der Sündennatur und der Frucht des Geistes.
The fruit is produced by the life within. Das heißt, die Frucht entsteht durch das innewohnende Leben, und ihr pflückt Äpfel vom Apfelbaum, weil da eben Apfelbaumleben in diesem Baum ist. Und so pflückst du auch die Früchte des Geistes oder die Frucht des Geistes, weil der Geist innen wohnt. Und viele Ausleger betonen, dass es eigentlich nur eine Frucht gibt, and that is love. Und das ist die Liebe. Und das würde gut passen zu Kapitel 5, Vers 6, sondern dass das Einzige, was eben zählt, der Glaube ist, der durch die Liebe tätig wird. Und wenn das so zutrifft, dann sind all diese anderen Dinge dann Ausdrucksformen dieser Liebe für Gott und für andere.
Und ich finde es sehr hilfreich, über sie in drei Dimensionen nachzudenken: zuerst einmal unsere Beziehung zu Gott, dann unsere Beziehung zu anderen und dann unsere Beziehung mit uns selbst. Ich denke, wir kriegen drei Beispiele von jeder dieser drei Dimensionen. Das heißt, wenn der Geist in uns die Frucht der Liebe produziert, dann ist das zuerst einmal Liebe zu Gott. Und das zeigt sich in der Freude, und das ist nämlich, dass der Heilige Geist die Gnade des Evangeliums in unser Leben bringt mit großer Freude. Wir erfreuen uns an Gott. Und damit einher geht der Friede, so dass wir wissen, dass wir in einer richtigen, in einer guten Beziehung mit Gott stehen.
Also in unserer Beziehung zu Gott zeigt sich die Liebe durch Freude und Frieden. Und es wird gesagt, dass bei manchen die Freude an Gott so tief sitzt, dass man sie nie sieht. Aber eine Befürchtung ist dann vielleicht, dass gar keine Freude da ist. Das heißt natürlich nicht, dass wir nach außen hin immer ganz überbordend fröhliche Menschen sein müssen, ihr wisst, mit diesem festgefrorenen Grinsen. Aber richtige Freude, das ist so diese tiefe innere Freude, immer wieder an dem, was Gott für uns getan hat, uns an seinen Segnungen zu erfreuen, zu wissen, dass wir dieses große Privileg haben, Frieden zu haben mit Gott durch Jesus Christus, dass das Werk des Geistes eben in uns diese Frucht produziert.
Und dann gegenüber anderen: Geduld, Freundlichkeit, Güte. Und das ist ja, wie Gott mit uns umgeht, und wenn wir diese Liebe in uns tragen, dann handeln wir eben gegenüber anderen auch so. Und dann in Bezug auf uns selbst, im Inneren, in unserem Leben: Treue. Weil Gott eben seine Verheißung hält, sollten wir das auch tun, auch unsere halten. Sanftmut, weil der Herr eben sanftmütig uns gegenüber war. Und deswegen soll dann unsere eigene Persönlichkeit eben auch nicht laut und überbordend sein, sondern eben so wie die von Christus. Und dann Selbstkontrolle, die nicht von Verhältnissen, sondern von Charakteren gewählt wird, nicht kontrolliert werden durch das Fleisch, sondern eben, dass unser Charakter so verändert ist.
Wenn er also sagt, dass Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist, also wenn die Frucht des Geistes die Erfüllung des Gesetzes ist, dann ist das in gewisser Weise eben ein ausführliches Charakterbild Gottes, und das ist das, was Gott in uns wirken will. Und deswegen gibt es eben kein Gesetz gegen all diese Dinge, das Gesetz ist unbedeutend in Bezug auf diese Dinge.
Und die letzten beiden Verse des Kapitels bringen das dann alles zusammen. Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln, lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden.
Es gibt also kein Gesetz, das dich irgendwie überführen kann, wenn du durch den Geist regiert wirst. Und was eben passiert, wenn der Geist in dir wohnt, dann wirst du mit Christus gekreuzigt. Das ist etwas, wozu du dich im Prinzip schon entscheidest in dem Moment, wo du die Bekehrung erlebst. Christus sitzt auf dem Thron, und sein Werk für mich bringt mir die Vergebung. Und so lebe ich eben nicht länger für meine Sündennatur. Sondern das Leben des Geistes befähigt mich dazu, mit ihm zu leben, im Gehorsam ihm gegenüber.
Ihr seht wirklich diese Ermahnung in Vers 25: Seid, was ihr eigentlich schon seid. Das Evangelium im christlichen Leben sagt letztendlich: Dann bleib, bleib im Geist. Und der letzte Vers bringt das Ganze wieder in den Kontext von Galatien, weil sich ja sehr verschiedene Szenarien in der Gemeinde entwickeln. Denn ihr seht ja, wo sich so Neid und Provokation und Streit ausbildet, das ist doch nicht in Einheit mit dem Geist. Im Gegenteil, das sind doch die Dinge, die dich ins Straucheln bringen, wenn du den guten Lauf läufst. Und diese Verfälschung des Evangeliums, die bringt dich doch dahin, dass du letztendlich von der Gnade Gottes wegkommst.
Nein, im Gegenteil, unser neues Leben ist doch komplett kontrolliert durch den Geist, und bleib jetzt einfach im Geist. Lass den Geist das Tempo auch bestimmen und lass ihn die Richtung bestimmen. Leb im Geist, und dann wirst du nicht dem Verlangen, den Gelüsten des Fleisches nachgehen. Worum es hier geht, ist eben nicht nur eine theologische Frage, sondern dass es ganz praktisch um das christliche Leben geht. Denn unser ganzes Verstehen der Rechtfertigung allein aus dem Glauben führt uns jetzt zu diesem Leben im Geist. Und wenn die Leute also im Geist leben, dann wird auch die Kraft des Evangeliums sichtbar. Aber wenn du zurückgehst zum Gesetz, dann alles, was du dann kriegst, ist das Verlangen der Sündennatur.
So, und damit haben wir noch einmal Zeit für ein paar Fragen. Stefan.
Ich hätte mal eine vortische Frage. Ich denke, keiner der falschen Lehrer hat sich vorgenommen, ich möchte irgendwann mal ein falscher Lehrer sein. Und deswegen ist die Frage: Es ist immer sehr leicht darüber zu reden, die Pharisäer, die falschen Lehrer, aber wie erkenne ich das in meinem Herzen, ob ich irgendwie die Gefahr habe, Pharisäer zu sein oder zu werden oder ein falscher Lehrer zu werden?
Ich wiederhole die Frage noch einmal auf Deutsch. Die Frage, die Stefan fragt, ist: Wahrscheinlich nimmt sich ja kaum ein falscher Lehrer vor, irgendwann möchte ich auch mal ein falscher Lehrer sein. Sondern es sind ja wahrscheinlich mehr Dinge, die einfach so hineinkommen. Und wie können wir uns selbst davor schützen? Das heißt, wie können wir auf uns selbst so Acht haben, dass wir nicht in so ein Pharisäertum hineinkommen?
that it's a carelessness that causes people to drift away and then really end up teaching false things, become pharisees in a way. It says, do you have some practical advice what we could do to put safeguards on ourselves to make sure we are not drifting away from sound doctrine?
Right, yeah, thank you. Very good question. Good Frage, danke. What Paul does is to teach the truth, confident that the truth will undermine the error. Was Paulus hier tut, ist: Er lehrt die Wahrheit in der Überzeugung, dass die Wahrheit eben den Fehler letztendlich austreiben wird.
Von daher denke ich, das Erste, was wir tun müssen, ist: Wir müssen in der Wahrheit leben. Nicht nur die Bibel dazu gebrauchen, dass wir unsere Predigten vorbereiten, sondern dass wir das Wort Christi reichlich in uns selbst leben lassen. Denn es ist letztendlich nur das Wort der Wahrheit, das mich davon abhält, ein falscher Lehrer zu sein.
A good brother or two to help me do that. So I would look for one or two friends with whom you can be completely open and honest. Und deswegen würde ich dir empfehlen, such dir ein oder zwei Freunde, denen gegenüber du komplett ehrlich sein kannst.
As you have a relationship together as two or three brothers, wenn du eine Beziehung hast mit ihnen, so mit zwei, drei Brüdern, dann könnt ihr euch helfen, einander dem Evangelium treu zu bleiben. Ich kenne leider einige Leute, die für vielleicht gut zwanzig Jahre im christlichen Dienst waren und auf einmal ist dann alles so explodiert und kaputt gegangen. Und es hat fast immer etwas zu tun, entweder mit Sex oder mit Geld oder mit Macht.
A little group of people to whom they are accountable. Und was ich da festgestellt habe: Die Leute haben fast immer niemanden gehabt, keine Kleingruppe gehabt, wo sie zur Rechenschaft gezogen wurden. Sie waren immer so ganz für sich alleine.
So I think there is great value in being part of a little fellowship, two or three brothers or sisters who are keeping us true to the... Und deshalb denke ich, es ist von ganz großem Wert, so eine kleine Gemeinschaft zu haben, von zwei oder drei Gläubigen, die sich gegenseitig dabei helfen, treu zu bleiben.
Und was man gemeinsam von vornherein grundlegend festlegt, ist, dass es nichts gibt, was nicht gefragt werden darf. Und ich bin ja jetzt im Ruhestand und bin eben nicht mehr da unter irgendeinem Aufsichtsrat. Aber ich habe drei liebe Glaubensbrüder, die für mich trotzdem noch so ein bisschen diese Rolle wahrnehmen. Und die dürfen mich fragen, was auch immer sie wollen, wie ich meine Zeit verwende, ob ich wirklich immer noch das Evangelium glaube, es gibt nichts, was sie nicht fragen dürfen. Und ich darf das gleich auch in ihrem Leben tun. Und ich finde, das ist eine große Stärke, etwas Wunderbares.
Klaus. Er fragt eine Frage zu Galater 5,22. Wie unterscheidest du eigentlich genau zwischen Charaktereigenschaften und Dingen, die hier als Frucht des Geistes genannt werden? Es gibt eine Menge nette Leute in der Welt. Und die haben vielleicht eine Persönlichkeit, die einfach freundlich ist und gnädig. Aber ich glaube, die Konsequenz in dem Leben dieser Dinge, das ist das Merkmal des Geistes. Das ist das Merkmal des Wirkens des Geistes in einem Menschen.
Das heißt, wenn wir Leute in ganz schwierige Situationen hineinbringen, dann sehen wir, ob das vielleicht nur so Charaktereigenschaften waren oder ob da wirklich die Frucht des Geistes ist. Ich möchte euch dazu noch einmal eine Geschichte über Spurgeon erzählen. Da kommt ein Mann zu Spurgeon und sagt: Ich habe eine ganz tolle Nachricht für dich, lieber Pastor. Sechs Monate. Und er sagt: Lieber Pastor, ich habe seit sechs Monaten nicht mehr gesündigt, ich habe die Sünde ausgemerzt in meinem Leben. Und dann sagt der Pastor: Ja, dann ist das ja prima, dann komm am besten diese Woche mal zum Abendessen zu mir, dann reden wir da mal drüber.
Und dann beim Abendessen erzählt dann dieser Mann, wie er überhaupt nicht mehr sündigt. Und Spurgeon stellt aber einmal fest, na ja, der hat einfach nur die Definition so ein bisschen verschoben, denn was die Bibel Sünde nennt, das nennt der Mann jetzt einfach nicht mehr Sünde. Und wie würde der Pastor ihm jetzt also diese Lektion lehren? Er nimmt das Wasserglas in die Hand und schüttet ihm das Wasser ins Gesicht. Der Mann wird sehr ärgerlich, und dann kommt die Sünde raus. Und dann sagt Spurgeon zu ihm: Halt, halt, warte mal, warte mal, ich möchte dir das kurz erklären. Er sagte: Der alte Mensch, der ist noch nicht tot. Der war nur bewusstlos, aber man konnte ihn mit einem Glas Wasser wieder aufwecken.
Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich so war bei Spurgeon, aber es gibt ja diese tollen Geschichten über Spurgeon. Und ihr seht, es illustriert eigentlich diesen Punkt, dass wir nie an den Punkt kommen, wo dieser Kampf wirklich aufgehört hat. Und je härter der Kampf ist und je mehr dann die Frucht des Geistes rauskommt, desto mehr ist das eine gute Arbeit Gottes im Leben eines Menschen.
Ganz hinten die Frage: Kann das Reich Gottes nicht erben. Es gibt jetzt durchaus Leute, die das vielleicht verwenden können, um zu sagen, ein Christ, der sündigt, kann das Reich Gottes nicht erben. Wie kann ich mithilfe des Kontextes eventuell dagegen argumentieren?
Sinn in any of these ways, you can't be saved. How could I potentially with help of the context argue against such an Argumentation?
Right, thank you. I think the English version says, those who live like this. In der englischen Übersetzung zumindest heißt es: die, die so leben. So I think, doing these things means, this is your lifestyle. Das heißt, diese Dinge so zu tun, wenn das dein Lebensstil ist. Das heißt nicht, wenn du mal sündigst, dann bist du kein Christ.
Weil Johannes ja sagt in 1. Johannes 1, dass wenn wir behaupten, dass wir nicht sündigen, dann täuschen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. Denn das Merkmal eines Christen ist ja gerade, dass wir diesen Kampf kämpfen. Und natürlich sind das Dinge, in die wir immer mal wieder auch reinfallen können. Aber wir bleiben da nicht drin, wir verharren da nicht drin, wir leben nicht so, sondern wir kommen wieder raus und sagen: Ach Herr, ich habe es wieder gemacht, und vergib mir, und es war wieder mein Fleisch. Und gib mir die Kraft deines Geistes, diesen Kampf zu gewinnen. Und ich denke, so sollten wir diese Passage verstehen. Das heißt, dass wir eben nicht achtlos sind und einfach weiter sündigen. Aber es heißt ganz sicher nicht, dass wir sündenfrei sind.
Ja, Sebastian. Darauf vielleicht ein Stück aufbauen: David hat vorhin im Vortrag gesagt, dass Gesetz und Religiosität eben uns nicht helfen, gegen das Fleisch zu arbeiten usw. und dass sie im Gegenteil sogar den Kontext teilweise schaffen können, unter denen Sünde sogar gedeiht oder wächst oder das Fleisch sich stärker auslebt. Da würde mich noch interessieren, wer das genau gemeint hat.
Ruhm für sinnvolle Tendenzen zu wachsen. Das ist eine sehr gute Frage, weil es ja in der Tat etwas ist, was wir uns so jetzt erst einmal gar nicht vorstellen. Aber schau, wenn du dir die Pharisäer zum Beispiel mal anguckst, die haben also wirklich die tollste Lehre von der Schrift von irgendjemandem im ganzen jüdischen System. Das sind ja die biblisch konservativen Leute ihrer Zeit. Aber der religiöse Stolz, der damit einhergeht, der bereitet einen sehr fruchtbaren Boden, in dem eben diese Pflanzen der Sündennatur wachsen können.
Dieses Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen, dass ich kein Sünder bin wie dieser Zöllner. Und diese Mentalität ist ja letztendlich genau ein Erheben des Fleisches. Der Sünder. Und im Gegensatz dazu der Mann, der ihm selber sagt: Oh Herr, vergib mir, ich bin ein Sünder. Das ist der, der gerecht ist. Und deswegen glaube ich, dass eben so Religiosität ein sehr fruchtbarer Boden ist, in dem so Sünde wachsen können.
Von der Kanzel herkommen, weil ich wichtig sein möchte, jemand, der die Leute beeindruckt, vielleicht auch weil ich denn diese ganz besondere Kleidung trage, wenn ich den Gottesdienst halte. Sie können aber auch in dem Herzen der Gläubigen in der Gemeinde wachsen, weil ich jede Woche im Gottesdienst bin und immer da bin und Gott jetzt wirklich in meiner Schuld steht und ich gebe Geld und Zeit der Gemeinde und all diese Dinge, das ist wirklich Sündennatur.
Von daher sollten wir nicht nur sagen, dass diese sündige Welt mit ihrer Trunkenheit und all diesen Ausartungen, dass das die Sündennatur ist. Das ist sie aber nicht nur. Denn die Sündennatur ist ja nicht nur in deren Herzen, sondern in all unseren Herzen. Und du wirst morgen früh auf jedem Platz in der Gemeinde wirst du das haben. Und ich bin so dankbar, dass die Bibel so realistisch darüber redet. Wir müssen nämlich nicht vorgeben, irgendwie etwas Besseres zu sein, als wir es wirklich sind. Deswegen brauchen wir das Kreuz jeden Tag.
