29.09.2026
Serie•Teil 7 / 8Der Judasbrief
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Generierte Mitschrift
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Die Tumatage 26.26. Der Judasbrief. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und statt Jesu Leben und Lehre gibt es ein paar Gedanken von seinem Halbbruder.
Es geht dann weiter in Judas 16: „Und ihr Mund redet stolze Worte.“
Das eine ist der, der demütig sagt: Gott, was hast du für mich? Ich will diesen Weg gehen, den du für mich hast. Und wenn ich das kleinste Rädchen in der Gemeinde bin, will ich mich einfach darüber freuen, weil da passe ich genau hin.
Und dann gibt es den, der nicht demütig, sondern arrogant ist. Der will sich nicht beugen, sondern den Weg gehen, den er selbst für den richtigen hält. Der will in seinem Leben der Regisseur sein. Der will nicht nur eine Rolle spielen. Das ist jemand, der glaubt, er dürfe Gott anklagen. Das ist nicht jemand, der in der Hand Gottes Werkzeug sein möchte, sondern jemand, der Herr seines Lebens sein möchte.
Und wenn du diese Aspekte bei dir findest, wenn du merkst: Ich hadere manchmal mit meinem Schicksal. Ich kann nicht Danke sagen zu allem, was in meinem Leben passiert, weil ich Gott irgendwie doch misstraue. Wenn du merkst, es geht mir schon ein bisschen mehr darum, dass meine Vorstellung vom Leben gelingt, und wenn Gott da nicht mitspielt, dann ist das so etwas, wo ich so ein bisschen denke: Gott, das ist nicht fair. Ja, wer bist du denn, dass du dich in mein Leben so einmischt?
Wenn du merkst, es fehlt dir in den Worten so ein bisschen an Demut, du überhebst dich schnell in dem, was du sagst, sei vorsichtig.
Und auch das ist dann der vierte Punkt: Sie bewundern Personen um ihres Vorteils willen. Also wenn du merkst, ich bin ein Schmeichler, ich rede mit anderen Leuten und ich benutze Übertreibung, um mir in einer Beziehung einen Vorteil zu sichern.
Also hier geht es nicht darum, dass ich jemanden lobe. Das darfst du tun. Du darfst auch mal ein bisschen überschwänglich jemanden loben, das ist völlig okay. Da darfst du auf jemanden zugehen und sagen: Der hat das richtig gut gemacht. Und vielleicht hat er das nur gut gemacht, aber du weißt, richtig gut trifft es an der Stelle besser. Das darfst du tun.
Aber wenn du das tust, weil du denkst, hier an der Stelle verbindet sich mein Lob mit ein bisschen Habgier, mit ein bisschen Täuschung, mit ein bisschen Parteilichkeit, dann musst du vorsichtig sein. Schmeichelei ist eine ganz gefährliche Sache. Der andere könnte glauben, was du sagst, und könnte in der ganz falschen Richtung unterwegs sein.
Ja, was sollen wir denn dann tun, wenn wir das alles nicht tun sollen? Ha, ganz einfach: Vers 17. „Ihr aber, Geliebte, gedenkt der von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagten Worte.“
Wir müssen zuerst einmal überlegen: Was haben die Apostel gesagt? Das dürfen wir nicht vergessen. Jetzt die Frage: Was haben die denn gesagt? Na, die haben gesagt, dass am Ende der Zeit Spötter kommen. Also dass genau solche gottlosen Leute die ganze Gemeindegeschichte prägen werden.
Du wirst in den Gemeinden die Typen finden, die haben uns davor gewarnt. „Gedenkt der von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagten Worte.“ Und du kannst das im 2. Petrusbrief lesen, du kannst das im 1. Timotheusbrief lesen. Überall sind diese Warnungen: Achtung, falsche Propheten. Achtung, Irrlehrer. Pass auf.
Vers 18: „Denn sie sagten euch, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren gottlosen Begierden wandeln.“
Also wenn solche Leute kommen, dann sei bitte nicht überrascht. Sei eher überrascht, wenn du keine siehst, weil dann gibt es wahrscheinlich welche, die du übersiehst. Es ist die Norm, dass Leute kommen, die ihr eigenes Ding drehen und die nach ihren gottlosen Begierden wandeln und dir ihren Lebensstil als christlich verkaufen. Das ist die Norm.
Ihr kriegt davon vielleicht weniger mit, weil die Bücher von den Leuten und die Videos von den Leuten unter euch nicht gehandelt werden. Die stehen halt nicht draußen im Bücherregal. Aber wenn ihr mal in so eine theologische Buchhandlung geht, die so ein bisschen breiter aufgestellt ist, da ist ein Mumpitz drin, das kannst du dir nicht vorstellen. Da ist Zeug drin, wo du denkst, das hat mit dem Christentum nichts mehr zu tun. Aber davon gibt es noch und nöcher.
Der größte Teil der Literatur, die im Moment verkauft wird, hat mit echtem Christentum eigentlich nichts mehr zu tun. Diese Leute, vor denen wir uns hüten müssen, kommen in die Gemeinden. Und sie wollen, dass Gemeinden kaputtgehen.
Vers 19: „Diese sind es, die Trennungen verursachen.“
Die wollen, dass um sie herum ein Grüppchen entsteht und dieses Grüppchen anfängt, genau so zu leben, wie sie das tun. Und damit gehen Gemeinden kaputt. Es sind Spaltpilze, Menschen, die Trennungen verursachen. Irdisch gesinnte Menschen. Also das sind keine geistlichen Menschen. Die mögen eine geistliche Sprache haben, die mögen eine Bibel haben, die mögen eine schöne PowerPoint-Präsentation haben, aber es sind irdische Menschen, die den Geist nicht haben.
Es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen. Es gibt viele Menschen, die behaupten: Ich bin Christ, die aber nicht wirklich Christen sind. Leute, die sich hinstellen und sagen: Ich möchte in eurer Gemeinde mitarbeiten. Und du musst genau hinschauen, dass du dir nicht Leute anziehst, die in ihrem Herzen eigentlich gottlos sind.
Gib mir mal Römer 8,9. Da heißt es in Römer 8,9: „Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottesgeist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“
Das muss uns immer wieder klar sein. Es kann, es darf niemand ohne den Geist Gottes als Christ bezeichnet werden. Wenn du sagst: Ich bin Christ, aber ich habe nicht den Geist Gottes, nein, dann bist du noch keiner.
Ja, woher weiß ich denn, dass ich den Geist Gottes habe? Ah, gute Frage. Manche fragen Jugendliche das. Woher weiß ich denn, dass ich den Geist Gottes habe?
Da gibt es verschiedene Aspekte. Ich würde immer sagen: Der Geist Gottes wirkt nach Römer 8 in mir drin das Wissen, dass ich Kind Gottes bin. Ich würde die Frage stellen: Ist in deinem Leben diese Gewissheit da, ich bin Kind Gottes? Das wäre ein wichtiger Punkt.
Ein zweiter Punkt: Wenn der Geist Gottes ins Leben eines Menschen hineinkommt, dann bewirkt er eine Sehnsucht, und zwar eine mehrfache Sehnsucht. Die Leute, die am Anfang in der Apostelgeschichte sich bekehrt haben, getauft wurden und den Geist Gottes bekamen, denen musste man anscheinend nicht sagen, dass es jetzt weitergeht mit der Lehre der Apostel, dem Gebet, der Gemeinschaft und dem Brotbrechen. Das war völlig normal.
Das heißt: Wo der Geist Gottes ins Leben eines Menschen hineinkommt, da entsteht ein Interesse an der Bibel, ein Interesse am Beten, ein Interesse an Gemeinschaft und ein Interesse daran, den Herrn Jesus zu feiern.
Und was dann dazukommt, das ist immer so der Start. Und was dann später dazukommt, das ist die sogenannte Frucht des Geistes, dass der Heilige Geist in mir Dinge wie Freude, Friede, Liebe, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit wirkt und ich merke: Ich verändere mich. Nicht, weil ich irgendwie disziplinierter werde, sondern ich verändere mich, weil der Geist Gottes mich umgestaltet.
Und genau diesen Geist Gottes, den haben diese Irrlehrer eben nicht. Sie sind irdisch gesinnte Menschen mit einer irdischen Weisheit. Und jetzt kommt Judas und sagt: Ich stelle euch mal das Gegenprojekt vor. „Ihr aber, Geliebte.“
Und dann heißt es hier, und das ist vom Griechischen her ein klein bisschen komplex, wenn ihr mal, gebt mir mal Vers 21 bitte noch mit dazu. In Vers 21 heißt es: „Erhaltet euch in der Liebe Gottes.“
Erhaltet euch in der Liebe Gottes. Das ist, wenn man so will, der Hauptsatz. Und um diesen Hauptsatz herum gibt es jetzt Nebensätze. Wie erhalte ich mich in der Liebe Gottes?
Erstens, und das ist jetzt in Vers 20: „Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem heiligsten Glauben.“
Und ich möchte, dass ihr euch das Wörtchen „euch“ unterstreicht in eurer Bibel. Das, was jetzt kommt, dieses „Ich erbaue mich selber auf der Grundlage dessen, was ich schon weiß“, da gibt es den ein für alle Mal heiligen überlieferten Glauben und jetzt die Aufforderung: Bau auf diesem Fundament auf.
Aber merkt ihr, nicht du baust auf, sondern er baut euch. Das heißt, jetzt merkst du, wofür Gemeinschaft wichtig ist. Du kannst dir eine Predigt alleine anhören, aber in dem Moment, wo du sagst, ich möchte mich in der Liebe Gottes erhalten, ich möchte jemand werden, der in dieser Liebe zu Gott bleibt, und dazu ist es nötig, dass ich auf dem Fundament des Glaubens aufbaue, das kann ich nicht alleine.
Du brauchst die Gemeinschaft. Du brauchst die anderen, die dir dabei helfen mit ihren Gaben, und die brauchen dich. Ihr seid ein Organismus, und ihr wachst entweder gemeinsam oder gar nicht. Es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen.
Also die Aufforderung ist: Erhaltet euch in der Liebe Gottes. Da, wo die Gottlosen in die Gemeinde Lieblosigkeit, Härte und Streiterei reinbringen, sagt Judas: Bleib bloß in der Liebe.
Ja, wie bleibe ich da drin? Indem ich auf dem Glaubensfundament als Gemeinschaft aufbaue. Du brauchst die anderen. Und es ist gerade am Anfang wichtig, dass wir, dass die Älteren die Jüngeren unter ihre Fittiche nehmen und sagen: Hey, wir machen das gemeinsam.
Dass ihr Angebote schafft, wo man lernt, wie man betet, wo man lernt, wie man Bibel liest, wie man die Bibel studiert, wie man kluge Lebensentscheidungen trifft. Dass Angebote da sind, wie man gute Werke tut. Das muss man in der Gemeinde lernen.
Das ist, wenn man auf dem, was überliefert ist, das ist ein bisschen die Theorie, dann ein Glaubensleben draufsetzt. Dafür braucht man Gemeinde, und dafür braucht man gute Angebote.
Und das Nächste ist dann: „Betet im Heiligen Geist.“
Auch das gehört dazu, dass wir uns in der Liebe Gottes erhalten, dass wir Leute sind, die Beter sind. Also wir beten im Heiligen Geist im Sinne von: Wir beten initiiert und geleitet durch den Heiligen Geist.
Und jetzt ist wieder die Gottlosen, die Spötter: Die haben eine irdische Gesinnung, die haben nicht den Heiligen Geist. Wir haben den Heiligen Geist, und deswegen haben wir eine himmlische Gesinnung. Und wir können diesen Geist Gottes nehmen, um ganz starke Beter zu werden.
Wir bauen auf dem Glaubensfundament ein Leben, und dieses Leben hat ganz stark im Zentrum Gebet. Wenn ihr für die Tumortage mal noch ein Thema braucht, nehmt mal Gebet. Warum? Jesus war vor allem ein Beter.
Also das ist total stark zu sehen, wie er sich immer wieder zum Beten zurückzieht. Und nicht nur eine halbe Stunde vor den Tumortagen, das ist dann immer mal gleich so eine Nacht. Oder in Gethsemane: eine Stunde weg, beten, kommt er wieder, dann geht er wieder eine Stunde weg, beten, kommt er wieder, geht er wieder eine Stunde weg. Und ich denke mir: Die kleinste Einheit von Gebeten, bei denen Jesus scheint, eine Stunde zu sein. Das ist irre, das zu sehen.
Und jetzt kommt Judas und sagt: Bau auf diesem Fundament auf und betet im Heiligen Geist. Auch hier wieder der Plural. Auch da gehört die Gemeinschaft irgendwie ein bisschen dazu. Es gibt auch dieses Private, aber auch da braucht es die Gemeinschaft, dass man angereizt wird zum Beten. Wir beten im Heiligen Geist.
Es hat nichts mit Zungenrede zu tun, das habt ihr euch wahrscheinlich schon gedacht. Es ist einfach ein Beten und Flehen, wo wir füreinander eintreten.
Wenn du wissen möchtest, welchen Wert dein Glauben hat, wie tief er geht, dann schau dir dein Gebetsleben an. Dein Glaube geht genau so tief wie dein Gebetsleben. Woher weiß ich das? Lukas, Lukas Kapitel 18, ein Gleichnis von einer Witwe, die zu einem ungerechten Richter geht. Das Gleichnis wird gesprochen, sagt Jesus am Anfang, damit ihr allezeit betet. Und am Ende von dem Gleichnis heißt es dann: Wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er wiederkommt, den Glauben finden auf der Erde?
Der Herr Jesus setzt am Ende eines Gleichnisses über Gebet das Gebet selber mit dem Glauben gleich. Dein Glaube wird sichtbar im Gebet. Du schaust dir deine Gebetsanliegen an, du schaust dir die Ernsthaftigkeit deines Betens an, die Häufigkeit, und ich zeige dir deinen Glauben.
Es gibt keinen Glauben am Gebet vorbei. Es gibt auch kein geistliches Wachstum am Gebet vorbei. Und wenn du irgendwo sitzt und denkst: Da bin ich noch nicht so fit, dann ist Gebet das Thema, was du maximal forcieren musst. Und vielleicht beten und fasten, wenn du schon ein bisschen älter bist, weil du dann noch mal eine Schippe nachlegen möchtest, weil du ein paar Themen hast, wo du sagst, sie sind richtig wichtig, da möchte ich, dass wirklich was im Himmel ankommt.
Und hier ist der Text: „Betet im Heiligen Geist“ und dann eben dieses „Erhaltet euch in der Liebe Gottes, indem ihr die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus erwartet zum ewigen Leben.“
Wenn der Herr Jesus wiederkommt, bringt er Gnade mit. Wenn der Herr Jesus wiederkommt, bringt er Barmherzigkeit mit, und er bringt ewiges Leben mit.
Jetzt wirst du vielleicht denken: Ja, aber ich habe doch schon ewiges Leben. Wie kann das sein, dass hier steht, dass das ewige Leben etwas Zukünftiges ist? Hier erwarte ich das ewige Leben, ich kann doch nicht erwarten, was ich schon habe.
Doch, das ist Bibel. Bibel heißt: Du hast ewiges Leben. Das ist Johannes 5,24. Da steht das ganz, ganz klar drin. Schauen wir uns gerade mal an Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben.“ Ganz eindeutig.
Es gibt sonst noch 1. Johannes 5,13: „Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt.“
Du hast ewiges Leben. Die Qualität von Leben, die du jetzt hast, das ist ewiges Leben. Aber dieses ewige Leben, was du hast, das möchte noch ausreifen. Das möchte überführt werden in eine, wenn man so will, reifere Form, vollkommene Form. Und diese vollkommene Form von ewigem Leben, da wo ewiges Leben nicht in einem alten, brackigen, sündigen Körper drinsteckt, mit schrägen Ideen, einer schrägen Biografie, in einer Welt, die geprägt ist von Ungerechtigkeit und wo alle möglichen Einfallstore hier sind für irgendeinen Blödfug, den ich denke und fühle, das ist irgendwann mal weg, und dann gibt es ewiges Leben.
Ja, aber es bleibt das gleiche ewige Leben. Es wird nur anders, qualitativ reifer, vollkommener gelebt. Und diese andere Form, die kriegst du, wenn der Herr Jesus wiederkommt, weil dann ist Schluss mit dieser Erde. Dann gibt es Erde und Himmel 2.0, und da wollen wir hin. Da ist dann keine Ungerechtigkeit mehr, kein Tod mehr, kein Schmerz mehr, keine Krankheit mehr, keine Sünde mehr, nicht mal ein Teufelchen mehr, nichts mehr. Einfach nur noch happy clappy. Da wollen wir hin.
Das war's für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über den Judasbrief nachzudenken. Wo spricht er in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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