Serie•Teil 5 / 7So hat alles begonnen
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Die Folgen des ersten Ungehorsams
Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein. Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang, du allein von allen Tieren.
Und Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. Er wird dir den Kopf zertreten, doch du wirst ihn in die Ferse beißen.
Die Strafe, die ich über dich verhänge, ist, dass du Mühsal und Beschwerden bei allen deinen Schwangerschaften hast. Du wirst Kinder zur Welt bringen, aber nur unter Schmerzen. Es wird dich mit aller Macht zu deinem Mann hinziehen, doch er wird über dich herrschen.
Und zum Mann sagte Gott: Du hast auf deine Frau gehört und hast von der Frucht des Baumes gegessen, obwohl ich es dir verboten hatte. Darum ist nun der Acker deinetwegen verflucht. Mit Mühsal wirst du dich davon ernähren dein Leben lang. Du wirst die Pflanzen des Feldes essen, aber dort werden Dornen und Disteln wachsen. Im Schweiß deines Angesichts wirst du arbeiten müssen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Ja, du bist Staub, und zu Staub musst du wieder werden.
Der Mensch nannte seine Frau Eva, Leben, denn sie sollte die Mutter aller Menschen werden, die auf der Erde leben würden. Und Gott der Herr machte für den Menschen und seine Frau Kleider aus Fellen.
Dann sagte Gott der Herr: Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden, und alles Wissen steht ihm offen. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst, sonst wird er ewig leben.
Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeitete, aus dem er gemacht war. So trieb Gott der Herr die Menschen hinaus und stellte östlich von Eden die Cheruben und das flammende Schwert als Wächter auf. Niemand sollte mehr zum Baum des Lebens gelangen können.
Was diese Worte eigentlich bedeuten
Was wir heute als die ersten Sanktionen betrachten werden, sind die Folgen des ersten Aufstandes. Es sind die Folgen des Ungehorsams gegenüber Gott. Ungehorsam gegenüber Gott ist ja bekanntlich Sünde.
Es sind nicht Gebote Gottes, das ist ganz wichtig. Was hier Gott sagt, sind nicht seine Gebote, die Gott Adam und Eva weitergibt. Gott erklärt Adam und Eva lediglich, was jetzt die Folge dieser Sünden sind, oder anders gesagt, was dadurch kaputtgegangen ist.
Es ist so, wie wenn ich mit meinem Auto gegen eine Wand fahre: Die Scheinwerfer, die Blinker, die Front sind kaputt. Und dann sagt jemand: Das hast du jetzt davon, wenn du gegen eine Mauer donnerst. Dann kannst du ja nachher mit einem Auto nicht mehr fahren. Das ist das, was Gott hier macht. Er erstellt nicht Gebote, das ist jetzt das neue Gesetz, das macht er später. Jetzt sagt er einmal, was für ein Schaden entstanden ist durch diese Sünde.
Blenden wir nochmals zurück und schauen, was die Schlange der Eva versprach: Gott weiss, an dem Tage, da ihr davon essen werdet, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und erkennen, was gut und böse ist.
Die Faszination, von dieser Frucht zu essen, war die Vorstellung, so zu werden wie Gott. Also ein noch besseres Leben zu bekommen, als sie ohnehin schon hatten, Adam und Eva. Und uns geht es doch heute genauso. Wenn wir etwas tun, von dem wir wissen, dass es Gott allenfalls nicht gefällt, dann tun wir es, weil wir meinen, dass wir dadurch etwas Besseres bekommen können, etwas, was uns mehr Vergnügen gibt, mehr Lebensqualität.
Wir vertrauen der Lüge, die behauptet, Gott wolle uns das Beste vorenthalten. Also dann, wenn er das will, müssen wir uns das selber holen. Doch früher oder später werden wir in einem verpfuschten Leben erwachen.
Die halbe Wahrheit als eigentliche Gefahr
Das Fatale an dem, was die Schlange sagte, ist, dass sie gar nicht hundertprozentig gelogen hat. Das ist das Verrückte. Sie sagte einfach nicht die ganze Wahrheit. Sie erklärte nicht, was es bedeutet, wenn sie nach dem Essen Gut und Böse erkennen können.
Das ist des Teufels Taktik heute genauso. Und wenn wir das unbedingt wollen, neigen wir dazu, nicht genauer nachzufragen, wie das denn gemeint sei. Jedenfalls sind diese Halbwahrheiten meistens schlimmer als ganze Lügen, denn Halbwahrheiten sind schwieriger zu erkennen als eindeutige Lügereien. Das kann man sofort erkennen.
Wenn ich euch sage, ich habe ein Bein gebrochen, dann guckt ihr mir auf die Beine und sagt: Er spinnt. Entweder spinnt er oder er lügt, eines von beidem. Also klare Lügen sind einfach zu erkennen. Das Schwierige sind diese Halbwahrheiten. Und wie oft sagen wir: Es ist ja gar nicht ganz falsch. Gerade auch wenn wir uns mit Lehren beschäftigen: Es ist nicht ganz falsch, was die anderen sagen. Ja, es ist meistens nicht ganz falsch. Aber wenn ihr einer Flasche mit Wasser, also guter Qualität, einen Tropfen starkes Gift beimischt, ist das gute Wasser trotzdem ganz und gar tödlich. Und das ist die Taktik des Teufels.
Jedenfalls bestätigt Gott, und dieser Vers wird, denke ich, von vielen übersehen, was Satan Eva versprochen hatte. Und Gott, der Herr, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer und hat erkannt, was gut und böse ist. Exakt! Gott bestätigt hier genau das, was die Schlange der Eva versprochen hat: Ihr werdet sein wie Gott. Und was sagt Gott? Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer. Der Teufel hatte also Recht.
Gott selbst bestätigt, dass der Mensch nun wie er geworden ist. Nur hat der Mensch dadurch nicht die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes angenommen. Der Mensch hat auch nicht die Machtfülle Gottes bekommen.
Was war dann so wie bei Gott? Was denkt ihr? In welchem Aspekt ist der Mensch nun wie Gott geworden? Ja, genau, das gucken wir uns da noch genauer an.
Der Mensch als eigener Maßstab
Er kann differenzieren, ja, vielleicht konnte er das vorher auch schon. Es ist die Unabhängigkeit. Der Mensch hat sich von Gott gelöst und ist unabhängig geworden. Er ist sein eigener Gesetzgeber geworden, er ist sich selbst Gott geworden. Er funktioniert jetzt als eigenständiges Wesen, und das kann man nicht klar und eindeutig genug sagen.
Das Dilemma dieser Welt beruht nicht darauf, dass Gott nicht eingreift, sondern darauf, dass der Mensch komplett autonom ist und völlig eigenständig und eigenmächtig entscheidet, weil er sein will wie Gott. Von dem Tag an ist das Bestreben tief im Menschen verankert, selbst Gott zu sein. Dazu gibt es unzählige Beispiele in unserer Geschichte. Jeder Mensch glaubt, und wenn er nicht an andere Götter glaubt oder an irgendeinen Star, dann, wer weiß, was schlussendlich kommt: dass er an sich selbst glaubt.
Der Mensch will immer noch, auch heute, tief in sich drin, sein wie Gott. Deshalb ist es auch so, dass Menschen, wenn sie Macht bekommen, abheben. Dann kommt dieses Potenzial, das hier angefangen hat, zum Tragen. Dann üben sie ihre Macht aus, bis sie später erwachen und sich fragen: Was habe ich überhaupt gemacht?
Der Mensch gibt sich nun selbst die Regeln, unabhängig von Gott. Er ist sozusagen autonom geworden, er will sich jetzt selbst steuern. Er gibt sich selbst Gesetze und ersetzt seine eigenen Maßstäbe. Er ist von Gott los und sich selbst Gott geworden. Und wohin das führt, können wir heute jeden Tag in den Nachrichten nachlesen und beobachten.
Die innere Bindung an das Böse
Adam und Eva erkannten auch noch, was gut und böse ist. Was meinte wohl das, dass sie erkannten, was gut und böse ist? Ist das eine positive oder eine negative Sache? War das gut für Adam und Eva oder eher nicht?
Natürlich. Ja, ja. Also war es gut? Wenn es nervös macht, dann ist es schlecht. Natürlich, wir wissen irgendwie alle, dass es schlecht ist. Das findest du gut. Genau, es ist die Frage, ob wir dadurch gewachsen sind.
Genau, ich sage jetzt gerade: Es ist negativ. Denn das Wort, das hier verwendet wird, meint nicht, dass der Mensch dadurch an Erkenntnis wächst und etwas das Leben besser beurteilen könnte. Es heisst vielmehr, dass sich der Mensch mit dem Bösen verbunden hat. Der Mensch wurde mit dem Bösen verschmolzen.
Hier hilft eine weitere Bibelstelle aus dem Alten Testament, von Adam und Eva. Da heisst es: Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie war schwanger. Wir wissen ja alle, dass keine Frau schwanger wird, wenn man sie anguckt und erkennt: Ah, das ist Lilian, und dann war sie schwanger mit Salome. Na, das wisst ihr, das geht anders. Da muss man sich verbinden. Da geschieht etwas.
Und das ist hier dieses Wort: erkennen. Es ist hier derselbe Grundstamm wie da, wo es heisst: Sie werden erkennen, was gut und böse ist. Also ist dieses Wort erkennen dasselbe Wort wie hier in unserem Text.
Der Mensch hat sich mit dem Bösen verbunden. Das Böse hat ihn ergriffen, hat ihn in Besitz genommen. Er weiss zwar, was gut ist, aber er kann das Gute nicht tun. Dort nahm das Dilemma, in dem jeder Mensch steckt, seinen Anfang.
Paulus beschrieb das so: Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will. Wenn ich aber das, was ich tue, gar nicht tun will, dann handle nicht mehr ich selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Das hat da stattgefunden.
Da hat sich das Böse mit dem Menschen vereint. Er kann das Gute wohl erkennen und weiss, dass er das eigentlich gerne tun würde, aber das Gesetz der Sünde zerstört diese Absicht, das Gute zu tun.
In einem Interview 20 gab ein bekannter Schauspieler, Matthias Knädiger, ein sehr ehrliches Interview. Die Schweizer kennen ihn bestimmt. Ich sehe ihn auch sehr gern spielen. Er wurde gefragt: Haben Sie das Bedürfnis nach einer intakten Familie? Ich will da nicht auf seine Familienverhältnisse eingehen, es ist mir auch egal. Er soll sein Leben leben.
Aber was mich fasziniert, ist diese ehrliche Antwort, die er darauf gegeben hat. Sie zeigt eigentlich genau das, was Paulus hier sagt, was bei der Sünde ganz tief innen schon geschehen ist. Aber irgendetwas in mir drin macht das auch wieder kaputt. Wenn es mir zu gut geht, wenn mir ein Mensch viel Liebe entgegenbringt, fange ich an, das zu zerstören. Und wenn ich eigentlich glücklich sein könnte, fliehe ich. Ich weiss selber nicht, was das genau ist und warum das so ist.
Ich finde das fantastisch, diese Ehrlichkeit. Er hat erkannt, dass in ihm irgendetwas am Wirken ist, das das Gute in seinem Leben die Tendenz hat, dieses Gute zu zerstören. Das ist die Macht, die Kraft der Sünde im Leben eines Menschen, die ihren Ursprung in diesem Sündenfall hat.
Das ist genau das, was Paulus sagte. Wir können das Gute tun, aber da kommt uns immer wieder die Sünde in die Quere, die alles zerstören will.
Der Kampf um Macht und Beziehung
Bis heute wollen wir Götter sein. Deshalb fällt es vielen Menschen schwer, sich dem liebenden Gott zu unterwerfen, weil sie die Kontrolle behalten möchten: lieber selbstherrlich ins Verderben als demütig in die Herrlichkeit.
Zuerst sprach Gott das Urteil über die Schlange. Das werden wir nächsten Sonntag miteinander betrachten. Danach wandte er sich an Eva und erklärte ihr, dass sie in Zukunft mit Schmerzen Kinder gebären wird. Zu Adam sagte er, dass er mit harter Arbeit für sein Leben sorgen muss.
Es ist so, als wären sie von einer warmen, gemütlichen Stube in die Kälte hinausgeworfen worden. Ein hartes und anstrengendes Leben wartete auf sie. Das Leben wurde nun zum Überlebenskampf. Das ist das unabänderliche Schicksal unseres Lebens bis heute.
Natürlich leben wir in einer Zeit, in der es uns unverdient gut geht, eigentlich außerordentlich gut. Es scheint, als hätten wir die Sanktionen beseitigt. Wir haben elektrische Scheiben, wir haben Klimaanlagen, wir haben volle Läden. Die meisten haben einen guten Lohn, sodass sie eigentlich das kaufen können, was sie gerne möchten. Dann werden die Wünsche immer größer, aber irgendwie reicht es wenigstens zum Leben. Es scheint, als hätten wir die Sanktionen beseitigt und das Paradies wiederhergestellt.
Dabei vergessen wir, dass es mehrere Menschen auf dieser Welt gibt, die genau in diesem harten Überlebenskampf stehen. Und wir verdrängen die Tatsache, dass sich unser Leben schlagartig ändern kann. Ein großes Erdbeben, eine totale Wirtschaftskrise, eine Krankheit und was auch immer: Wir können von einem Tag auf den anderen alles verlieren, was uns lebenswert schien. Unser scheinbares Paradies kann jederzeit zerstört werden.
Und der größte Feind unseres selbst erschaffenen Paradieses ist der Tod. Der Tod führt alles ad absurdum, denn du bist Erde und sollst zur Erde werden. Das ist das große Ärgernis der Menschen bis heute. Man versucht, das auf verschiedene Arten zu überwinden. Die einen lassen sich einfrieren, tiefkühlen, damit, wenn die Wissenschaft dann so weit ist, dass man Menschen praktisch wieder reparieren kann, sie sich auftauen lassen können und dann praktisch ewig leben. Es ist verrückt, auf welche Ideen der Mensch kommt, weil der Tod das letzte Ärgernis ist, oder überhaupt das Ärgernis des Lebens.
Alles, was wir aufbauen, wird mit unserem Tod zunichte gemacht. Umso wichtiger ist es deshalb, sich darüber Gedanken zu machen, was über dieses Leben hinaus überhaupt Bestand hat.
Die zerbrochene Ordnung zwischen Mann und Frau
Und noch etwas, das sich dramatisch veränderte, ist die Beziehung zwischen Mann und Frau. Für viele Autoren, Ratgeber, Psychologen und Therapeuten ist das ein großes Geschäft, nämlich die Harmonie zwischen den Geschlechtern. Diese Harmonie wurde zerstört.
Zu Eva sagte Gott: Dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Oder man müsste eher sagen: Er wird über dich herrschen. Nun meinen viele Bibelleser, das Verlangen der Frau würde bedeuten, dass sie anlehnungsbedürftig die Nähe des Mannes suchen würde. Das finde ich eine etwas romantische Vorstellung, so wie es die Gute Nachricht übersetzt: Es wird dich zu deinem Mann hinziehen.
Wie froh wären die Männer, wenn das tatsächlich so wäre. Es gibt ja für einen Mann nichts Schöneres, als dass sich die Frau zu ihm hingezogen fühlt, dass sie Anlehnung sucht und Schutz bei ihm. Das können Männer mir bestätigen. Ja, komm, Frau, natürlich finde ich das super, wenn du dich zu mir hingezogen fühlst.
Nein, ich glaube nicht, dass die Frauen wesentlich anlehnungsbedürftiger sind als die Männer. Was Gott hier sagt, hat meines Erachtens überhaupt nichts mit Anlehnungsbedürftigkeit zu tun. Wenn das so wäre, müsste man ja fragen, warum als Gegensatz zur Anlehnungsbedürftigkeit gesagt wird, dass der Mann sie beherrschen soll. Du wirst dich anlehnen, und der Mann wird dich niederdrücken. Das ist doch komisch, das passt irgendwie nicht zusammen, finde ich wenigstens.
Nein, hier ist etwas ganz anderes gemeint. Das Verlangen der Frau nach dem Mann bedeutet, dass die Frau den Mann für sich gefügig machen möchte. Es verlangt ihr danach, den Mann zu steuern, zu instrumentalisieren. So ferngesteuert, Männer wissen das, dass Frauen das können: Männer beeinflussen, so dass sie so handeln, wie sie eigentlich wollen.
Aber das wird ihnen nicht wirklich gelingen, jedenfalls nicht auf Dauer, denn der Mann wird immer wieder die Oberhand gewinnen und die Frau beherrschen und unterdrücken und niederdrücken. Das könnt ihr durch die ganze Menschheitsgeschichte sehen. Man spricht immer von diesem Matriarchat. Ich habe darüber auch schon ein Buch gelesen, eine Forschungsarbeit über das Matriarchat. Das hat meistens, wenn überhaupt, stattgefunden, wenn die Männer in den Krieg gezogen sind und nur noch Frauen im Dorf waren. Kaum waren die Männer zurück, haben die Männer wieder die Oberhand genommen.
Die Männer haben die Frauen immer wieder unterdrückt, und das wird, solange diese Welt steht, der Fall sein. Der Mann wird schlussendlich die Frau unterdrücken. Diese Bedeutung lässt sich übrigens gut anhand eines anderen Verses aufzeigen, der dieselben Worte im Grundtext verwendet. Da sagt Gott zu Kain: Ist es nicht so, wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben? Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen.
Also, was will die Sünde? Will sie sich an Kain anschmiegen und ein bisschen getätschelt werden und sagen: Du bist noch nett, und ich habe dich ja gern, und dann schickt man sie wieder weg? Nein, die Sünde will Kain in den Griff bekommen. Sie will Kain beherrschen. Und dann sagt Gott: Aber du, herrsche über sie. Es sind dieselben beiden Worte wie beim Vers, den wir betrachten. Hier werden also dieselben Worte verwendet. Die Sünde hat das Verlangen, sie will sich keines bemächtigen, er aber soll sie beherrschen, er soll das nicht zulassen.
Diese Bedeutung sehe ich eben auch in unserem Vers. Deshalb beschreibt dieser Vers den Beginn des Geschlechterkampfes in unserer Gesellschaft. Dieser Geschlechterkampf ist übrigens keine Ordnung Gottes, keine Vorstellung Gottes für die Ehe. Gott sagt hier lediglich, was die Sünde für Folgen hat. Gott gefällt es nicht, wenn Frauen ihre Männer steuern wollen, und Gott gefällt es auch überhaupt nicht, wenn Männer ihre Frauen beherrschen und unterdrücken. Die Sünde hat eben das Gute, das, was Gott geschaffen hatte, zerstört.
So hat auch die feministische Bewegung durchaus eine gewisse Berechtigung, die sich gegen das sündhafte Verhalten der Männer wehrt. Deshalb finde ich es ein bisschen oberflächlich, wenn wir als Christen immer einfach pauschal gegen die feministische Bewegung wettern. Die sind auch überbordet, die haben auch zu viel verlangt, die wollten dann eben auch wieder den Mann steuern. Aber entstanden ist diese Bewegung aus der Unterdrückung der Frau, also aus einem sündigen Verhalten.
Das heißt, wir haben hier in diesem Vers eigentlich aufgezeigt: Der Geschlechterkampf, beides ist sündig. Dass Frauen die Männer steuern wollen, und dass Männer die Frauen beherrschen wollen, beides ist sündig. Der Geschlechterkampf wird erst dann aufgehoben, oder kann dann aufgehoben werden, wenn wir die Erlösung durch Jesus erfahren. Durch diese Veränderung im Leben sind wir nun in der Lage, nicht mehr nach diesem Gesetz der Sünde zu leben.
Paulus sagte: Denn wenn du mit Jesus Christus verbunden bist, bist du nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde und des Todes; das Gesetz des Geistes, der Lebendigmacht, hat dich davon befreit. Wir sind also in der Lage, dann nach den Vorstellungen Gottes zu leben. Ob wir das tun, ist ein anderes Thema. Das hat wieder mit Gehorsam zu tun. Aber wir wären in der Lage, eine Beziehung zu leben, wie sie Gott gefällt, weil das Gesetz der Sünde über uns keine Kraft mehr hat, weil Jesus uns davon erlöst hat.
Die Befreiung von Gesetz und Sünde befähigt uns zu einer Beziehung, die vom Geist Gottes geprägt ist und wo die Männer nicht mehr von den Frauen gesteuert und die Frauen nicht von den Männern unterdrückt werden. Das Neue Testament lehrt nirgends, dass der Mann die Frau beherrschen soll. Im Gegenteil, ich kann das gar nicht begreifen, dass man aufgrund dieser Stelle hier, aufgrund dessen, was Gott hier sagt, behauptet, dass der Mann über die Frau herrschen soll. Im Neuen Testament könnte mir keine Stelle sagen, nicht eine einzige, wo gesagt wird, dass der Mann die Frau beherrschen soll. Nirgends.
Im Gegenteil, zum Beispiel schreibt Petrus: Ihr Männer müsst euch entsprechend verhalten, seid rücksichtsvoll zu euren Frauen, bedenkt, dass sie der schwächere Teil sind, achtet und ehrt sie, denn sie haben mit euch am ewigen Leben teil, das Gott schenkt. Handelt so, dass nichts euren Gebeten im Wege steht. Also etwas ganz anderes als Herrschaft über die Frau auszuüben.
Bewahrung, Hoffnung und der Weg zurück zu Gott
Unser letzter Punkt: Wie gesagt, Gott erklärte Adam und Eva, wie sich ihr Leben jetzt unter den neuen Voraussetzungen gestalten würde.
Erstaunlich ist, dass Gott sich nicht komplett von Adam und Eva abgewandt hatte. Er kümmerte sich um die beiden. Es heißt: Und Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.
Gott kümmerte sich also um die peinliche Blöße der beiden. Sie waren nackt, sie merkten das, es war ihnen peinlich, und sie versteckten sich. Er bekleidete sie. Gott genoss es nicht, zu sehen, wie elend die beiden dastanden. Er machte sich nicht lustig über sie. Er gab ihnen durch diese Bekleidung ein Stück Würde zurück. Er zeigte ihnen seine Zuneigung, trotz ihres ungehorsamen Sinnes.
Ganz wichtig für uns: Das ist das, was uns ermutigt, wenn wir gesündigt haben. Wir dürfen vor Gott reden, weil wir wissen, dass er das nicht belächeln wird. Er wird das nicht genießen. Er wird die Blöße nicht noch stärker machen, sondern er wird mich zudecken. Er wird mir vergeben.
Es ist eben die Liebe Gottes, die so handeln musste. Ich weiß noch, als ich im Militär war. Da gibt es ja viele Geschichten. Aber einen Kommandanten hatte ich, der hat mich nicht ausgestanden. Ich habe ihn auch nicht so gemocht. Da musste man sich ja immer anmelden im Militär, oder? Zack, und dann gucken die, ob man das richtig macht. Und der hat dann immer gesagt: Melden Sie sich noch mal an.
Muss ich nochmal den Hampelmann machen, melden Sie sich nochmal an, nochmal. Er hat mich einfach provoziert, er hat mich gedemütigt. Das macht Gott nicht. Gott hat Adam und Eva bekleidet. Die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Das ist das, was wir hier fast verbildlicht vor uns haben, wie Gott Adam und Eva bekleidet.
Es war auch die Liebe Gottes, die Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben hatte. Durch Engelsgestalten ließ er das Paradies verriegeln, damit der Mensch auf keinen Fall zurückkehren konnte. Im Paradies stand nämlich der Baum des Lebens, und die Versuchung wäre für Adam und Eva zu groß gewesen, von jenen Früchten nun auch noch zu essen. Die Schlange wäre bereitgestanden, um ihnen zu sagen: Wenn sie jetzt von der Frucht des Baumes des Lebens essen, dann würden sie es wieder besser haben. Sie hätten von der Frucht gegessen, mit der Idee, vielleicht wieder in diesen ursprünglichen Zustand zurückzukommen.
Die Folgen wären aber verheerend gewesen, verheerender als das erste Mal. Das wollte Gott um jeden Preis vermeiden. Und so meinte Gott nun: dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich. Das wäre die absolute Katastrophe gewesen. Hätten sie von diesem Baum gegessen, unvorstellbar, wie hoffnungslos unser Leben heute aussehen würde.
Hätten sie von dieser Frucht gegessen, würden wir für immer im Zustand der Sünde leben müssen. Erlösung wäre unmöglich geworden. Es würde uns heute so gehen, wie es einmal eine kurze Zeit in der Zukunft gehen wird, wo die Offenbarung das so schildert: Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden. Sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen.
Also man hätte nicht mehr sterben können. Wir hätten diesen sündigen Körper nicht mehr ablegen können, es hätte keine Lösung gegeben. Das wäre die Katastrophe schlechthin. Stellt euch vor, was für ein Gemetzel auf dieser Welt, das wir jetzt schon haben. Und dann sterben die Verletzten nicht einmal mehr. Was für ein Horror das ist!
Das hat Gott gesehen. Diese aussichtslose Zukunft wollte Gott vermeiden. Aus Liebe zu uns Menschen war Gott fest entschlossen, einen Ausweg aus unserer verlorenen Situation zu schaffen. Auf keinen Fall wollte er, dass es nur noch schlimmer wird, als es schon ist. Diesen Ausweg hat er durch Jesus Christus erschlossen. Gott beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.
Das Motiv ist also eindeutig: Es ist die Liebe Gottes, die Schlimmeres vermeiden wollte. Der Ungehorsam von Adam und Eva hat tiefgreifende Veränderungen für unser Leben gebracht. Es war wirklich das Todesurteil über unserem Leben. Einzig und allein der Liebe Gottes haben wir es zu verdanken, dass wir nicht hoffnungslos verloren sind. Nur seiner Liebe ist es zu verdanken, dass wir heute in alle Ewigkeit ein sinnvolles Leben führen können. Einzig und allein seiner Liebe.
Mit Jesus haben wir eine wunderbare Zukunft, denn der Lohn der Sünde ist der Tod. Aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn. In Jesus hat Gott die Katastrophe wie wieder aufgelöst für unser Leben. In Jesus bekommen wir dieses neue, ewige Leben.
Ich bete mit uns.
Ja, Vater, es war einzig und allein deine Liebe, die uns aus dieser Sackgasse herausholen kann, der Sackgasse der Verlorenheit, der Ausweglosigkeit. Aber einen Ausweg gibt es, den Ausweg bei dir. Im Glauben an Jesus Christus können wir frei werden von der Macht der Sünde. Wir können ein Leben führen, das dir gefällt, nicht weil wir gut sind, sondern weil du uns erlöst hast und weil du uns vergeben hast. Wir danken dir für dieses große Geschenk, das du uns gemacht hast. Ja, wir beten dich an. Amen.

