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Geldliebende Pharisäer

Jesu Leben und Lehre, Teil 584/697
05.06.2025Lukas 16,14
SERIE - Teil 584 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Geld und Glauben

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 583: Geldliebende Pharisäer.

Hinter uns liegt das Gleichnis vom klugen Verwalter, das Jesus zu seinen Jüngern spricht. Es warnt sie davor, ihr Leben zu verschwenden. Verschwendung in dem Sinn, dass sie es für den ungerechten Mammon leben.

Vor uns liegt der Spott der Pharisäer. In Lukas 16,14 heißt es: „Dies alles hörten aber die Pharisäer, die geldliebend waren, und sie verhöhnten ihn.“

Jetzt wissen wir genau, warum Jesus so viel über Geld, den ungerechten Mammon und Habsucht spricht. Er tut das, weil seine Gegner an dieser Stelle ein Problem haben. Zudem üben sie als religiöse Menschen einen schlechten Einfluss auf die Gesellschaft aus.

Die Problematik der geldliebenden Pharisäer

Die Pharisäer waren geldliebend. Was bedeutet das? Wir haben es hier mit frommen Menschen zu tun, die nach außen hin vorbildliche Gläubige sind. In ihren Herzen jedoch hat sich eine falsche und böse Liebe zum Geld ausgebreitet.

Wie hatte Jesus kurz zuvor zu seinen Jüngern gesagt? Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Genau an dieser Stelle fühlen sich die Pharisäer ertappt. Sie denken nämlich, dass es doch möglich ist. Sie glauben, man könne Gott dienen und gleichzeitig dem Mammon. Sie meinen, man könne gläubig sein und dennoch reich werden wollen.

Von den vielen Lügen in der Welt scheint diese eine besonders beliebt zu sein – gerade unter Frommen.

Gründe für die Tendenz zur Habsucht im frommen Leben

Warum hat ein frommes Leben oft die Tendenz, sich in Habsucht zu verlieren? Hier sind einige Gedanken dazu.

Zunächst kann es daran liegen, dass der Wunsch nach Sicherheit und Wohlstand tief im Menschen verankert ist. Selbst Menschen, die ein frommes Leben führen, sind nicht frei von Ängsten und Sorgen. Diese Ängste können leicht in das Streben nach materiellem Besitz umschlagen, um sich vor Unsicherheiten zu schützen.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass Habsucht oft subtil beginnt. Sie zeigt sich nicht immer offen, sondern kann sich schleichend in den Alltag einschleichen. Gerade in einem frommen Leben, das auf Selbstdisziplin und moralischen Werten basiert, kann die Versuchung entstehen, durch Besitz und Reichtum Anerkennung und Bestätigung zu suchen.

Zudem spielt die Gesellschaft eine Rolle. In vielen Kulturen wird Erfolg oft mit materiellem Wohlstand gleichgesetzt. Auch fromme Menschen sind Teil dieser Gesellschaft und können von diesen Wertvorstellungen beeinflusst werden. So kann der Wunsch nach Besitz als Zeichen von Erfolg und göttlichem Segen missverstanden werden.

Nicht zuletzt kann auch ein Missverständnis des Glaubens eine Rolle spielen. Manche glauben, dass Wohlstand ein Zeichen göttlicher Gunst ist und dass sie durch ihren Glauben Anspruch auf materiellen Reichtum haben. Dieses Denken kann die Habsucht fördern und das eigentliche Ziel eines frommen Lebens, nämlich die Beziehung zu Gott und Nächstenliebe, in den Hintergrund drängen.

Diese Überlegungen zeigen, dass die Tendenz zur Habsucht im frommen Leben vielfältige Ursachen haben kann. Es ist wichtig, sich dieser Gefahren bewusst zu sein und den Fokus immer wieder neu auf die wahren Werte des Glaubens zu richten.

1. Materieller Segen als Gottes Bestätigung

Erstens: Fromme Menschen neigen dazu, materiellen Segen als Gottes Bestätigung für ihr eigenes Leben zu verstehen. Und daran ist durchaus etwas dran. Nicht umsonst heißt es in den Sprüchen: „Der Segen des Herrn macht reich.“

Doch wenn Erfolg und Reichtum als Frucht der eigenen Geistlichkeit interpretiert werden, entsteht schnell eine Legitimation für das Streben nach immer mehr Besitz.

Aber Vorsicht: Habt Acht und hütet euch vor aller Habgier! Das ist eine Mahnung an uns, besonders wenn wir in Versuchung geraten, uns in Geld, Erfolg oder Komfort zu verlieben.

2. Streben nach Ordnung und Sicherheit

Zweitens streben geistliche Menschen oft nach Ordnung, Kontrolle und Stabilität im Leben. Das gilt dann auch für die Finanzen.

Genau darin liegt jedoch ein Problem. Besitz vermittelt Sicherheit, wo eigentlich Gottvertrauen gefragt wäre. Der Schritt von gesunder Vorsorge zu einem vom Mammon dominierten Leben ist klein.

Habgier tritt selten offen auf. Deshalb sagt der Herr Jesus auch: „Hütet euch vor aller Habsucht!“ Habsucht hat viele Gesichter. Sie tarnt sich als gesunde Vorsorge, als Verantwortung für die Familie oder als vernünftiges Planen.

All das sind wichtige Dinge im Leben. Doch immer schwingt die Gefahr mit, dass sie zu viel Einfluss bekommen. Das kann dazu verleiten, dem Mammon zu viel Beachtung zu schenken und die Sicherheit nicht mehr bei Gott zu suchen.

3. Geistliche Klugheit und Wohlstand

Drittens: Geistliche Klugheit erzeugt oft von sich aus Reichtum. So heißt es in Sprüche 3,16: „Länge des Lebens ist in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre.“

Was macht einen ganz normalen Christen aus? Nun, er ist fleißig, trinkt nicht, ist ehrlich, kümmert sich um seine Ehe, achtet auf Süchte, kann lesen, ist reflektiert, verantwortungsbewusst und diszipliniert. Außerdem ist er mit dem zufrieden, was er hat.

Wozu führt das? Es führt zu Wohlstand – vielleicht nicht gleich zu Megareichtum, aber wer als Christ lebt, hat in Friedenszeiten gute Chancen, ein anständiges Leben zu führen. Das jedenfalls ist das Fazit der Sprüche Salomos.

Genau darin liegt eine große Herausforderung, vielleicht sogar eine Gefahr. Denn plötzlich betet man weniger um das tägliche Brot, weil man ja Reserven hat. Man fängt an, sich immer weniger als Verwalter und immer mehr als Besitzer zu verstehen. Dann verschieben sich die Prioritäten: Statt sich mutig ins Reich Gottes zu investieren, schützt man lieber den Status quo. Schlussendlich wird der Wohlstand zur Quelle der eigenen Zufriedenheit.

Man fühlt sich gut, weil es einem gut geht – und nicht, weil man gehorsam, demütig und für Gottes Reich unterwegs ist.

Wir müssen deshalb Folgendes verstehen: Geistliche Klugheit darf Reichtum erzeugen, aber sie muss ihn auch geistlich bewerten und sich vor ihm schützen. So wie es in den Psalmen heißt: „Wenn der Reichtum wächst, richtet euer Herz nicht darauf.“

Wohlstand wird dort zur Gefahr, wo er meine Beziehung zu Gott untergräbt.

4. Geistliche Anerkennung und finanzielle Zuwendungen

Viertens: Geistliche Anerkennung geht häufig mit materiellen Zuwendungen einher. Auch das ist nicht falsch. Paulus formuliert in Galater 6,6: Wer im Wort unterwiesen wird, gebe dem Unterweisenden an allen Gütern Anteil.

Wer im Wort dient, hat ein Recht auf finanzielle Unterstützung. Das ist grundsätzlich kein Problem. Schwieriger wird es, wenn ich mich daran gewöhne und beginne, meine Berufung als Mittel zum Gewinn zu sehen, also als eine Quelle für leicht verdientes Geld.

Ich selbst schütze mich vor dieser Gefahr, indem ich nicht weiß, was mir eine Gemeinde für einen Dienst gibt. Ich habe keinen Einblick in mein eigenes Spendenkonto. Zwar kann ich mich bei großzügigen Gebern dann nicht persönlich bedanken, aber auf diese Weise bewahre ich mein Herz.

Zusammenfassung der Gefahr der Habsucht

Meine Eingangsfrage war: Warum hat ein frommes Leben die Tendenz, sich in Habsucht zu verlieren? Die Antwort lautet: Weil wir Menschen sind und in einer gottfernen Gesellschaft leben. Diese Gesellschaft prägt uns durch ihre Werte, durch Indoktrination und durch säkulare Gewohnheiten so, dass wir zu habsüchtigen Menschen werden.

Genau hier müssen wir besonders vorsichtig sein. Habsucht kann das geistliche Leben zerstören.

Die Pharisäer wollten auch nicht zum Inbegriff habsüchtiger Frömmler werden. Es ist ihnen einfach passiert.

Warnung und Ermahnung aus dem Brief des Paulus

Deshalb wollen wir zum Abschluss noch einmal auf Paulus hören. Erster Timotheusbrief Kapitel 6, Verse 9 bis 11:

„Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.“

Zu wem spricht Paulus hier? Er richtet sich an Gläubige, die nicht zufrieden sind mit dem, was Gott ihnen gibt. Im Vers davor heißt es nämlich: „Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.“

Der Begriff „Kleidung“ umfasst dabei auch eine Unterkunft. Wenn mir also nicht genügt, was Gott mir zuteilt – obwohl ich Nahrung und Kleidung habe –, dann gehöre ich zu denen, die reich werden wollen. An dieser Stelle beginnt die Liebe zum Geld.

Vorsicht! Wenn wir uns darauf einlassen, erwarten uns Versuchungen, Fallstricke, unvernünftige und schädliche Begierden, Verderben, Untergang, Schmerzen und ein Abirren vom Glauben – alles selbstverschuldet.

Deshalb heißt es in Erster Timotheusbrief Kapitel 6, Vers 11:
„Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge!“

Abschluss und praktische Anregung

Wie ist mein Verhältnis zum Geld heute und wie war es früher? Welche Entwicklungen nehme ich wahr?

Mein Verhältnis zum Geld hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Früher war Geld für mich hauptsächlich ein Mittel zum Zweck. Es diente dazu, Grundbedürfnisse zu erfüllen und mir gewisse Wünsche zu erfüllen. Damals habe ich Geld oft als begrenzte Ressource wahrgenommen, die ich sparsam und vorsichtig einsetzen musste.

Heute sehe ich Geld differenzierter. Es ist nach wie vor wichtig, aber ich betrachte es nicht nur als Mittel zum Konsum, sondern auch als Werkzeug, um Verantwortung zu übernehmen – sei es für meine Familie, für wohltätige Zwecke oder für Investitionen in meine Zukunft. Die Einstellung zum Geld ist reifer geworden: Ich versuche, bewusster mit meinen Finanzen umzugehen und nicht impulsiv zu handeln.

Eine wesentliche Entwicklung, die ich wahrnehme, ist die zunehmende Reflexion über den Wert des Geldes im Verhältnis zu meinem persönlichen Glück und meiner Lebensqualität. Früher war es oft ein Ziel an sich, heute messe ich dem Geld einen anderen Stellenwert bei. Es soll mir dienen, nicht mich beherrschen.

Insgesamt hat sich mein Verhältnis zum Geld von einer eher oberflächlichen und kurzfristigen Sichtweise hin zu einer verantwortungsbewussteren und ganzheitlicheren Perspektive entwickelt. Diese Entwicklung empfinde ich als positiv und hilfreich für mein Leben.

Möge der Herr dich segnen, dir seine Gnade schenken und dir seinen Frieden schenken. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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