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Hebräer 10,1-18

Hebräer 10,1-10,1801.01.2019
Serie•Teil 17 / 25Hebräerbrief
Warum reichen gute Vorsätze nie, um mit Schuld fertigzuwerden? Der Hebräerbrief sagt: Nicht du machst dich rein, sondern ein einziges Opfer hat alles erledigt.

Einleitung und Rückblick auf die Woche

Wir machen heute mit Kapitel 10, die Verse 1 bis 18, weiter, schließen damit die Bibelwoche für dieses Jahr ab, und das, was wir eben gesungen haben: Wir haben erkannt, du bist Christus.
Ich denke, jeder, der dabei war, oder jeder, der sich das noch anhört, und die noch nachzuhören, das geht ja auch, noch einmal der Hinweis: Es gibt auf Frogwords die Skripte dazu. Wenn ihr sagt, ich bin nicht so der Hörer, ich möchte das schnell lesen, geht alles. Der wird merken, was heißt das, dass wir einen Christus haben, einen Messias, einen Retter und Herrn? Ich denke, das wurde in den zurückliegenden Tagen klarer. Vielleicht wurde es auch für den einen oder anderen erst einmal dunkler, das kann durchaus sein. Aber wenn man dann darüber nachdenkt und wenn man diese Bezüge versteht, dann geht das voran mit dem eigenen Verständnis.
So, wir machen weiter mit Hebräer 10,1-2. Denn das baut ein bisschen auf das auf, was wir am Freitagabend gesagt haben: Denn da das mosaische Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht das Ebenbild der Dinge selbst, hat, so kann es niemals mit denselben Schlachtopfern, die sie alljährlich darbringen, die Hinzunahenden für immer vollkommen machen. Denn würde sonst ihre Darbringung nicht aufgehört haben, weil sie, den Gottesdienstübenden einmal gereinigt, kein Sündenbewusstsein mehr gehabt hätten?
Das mosaische Gesetz kann nicht vollkommen machen. Also hat es trotz alljährlich stattfindender Schlachtopfer am großen Versöhnungstag nicht das Potenzial, Menschen umfassend, so wie sie es wirklich bräuchten, von ihrer Sünde zu reinigen. Jahr für Jahr finden dieselben Opfer statt, und doch wissen die, die daran teilnehmen, wie es hier heißt, die Gottesdienstübenden, ganz genau, dass das Thema Sünde in ihrem Leben noch nicht endgültig erledigt ist.
Der alttestamentliche Gottesdienst ist wie ein Schatten, er ist nicht das Ebenbild. Er hat äußerliche Ähnlichkeit mit unserem Gottesdienst, und ich meine jetzt bei dem Wort Gottesdienst nicht die Veranstaltung von heute Morgen, sondern ich meine Gottesdienst als mein Leben mit Gott. Es gibt da einen Bezug zwischen dem alttestamentlichen Gottesdienst: Es ist ein Vorbild, ein Schatten, aber ich habe etwas ganz anderes heute.
Der alttestamentliche Gottesdienst enthält kein Mittel, um Sünde ein für allemal und endgültig zu tilgen. Und wir leben im Neuen Bund, und da ist das komplett anders. Ein Sündenbewusstsein im Sinne von einem Bewusstsein unvergebener Sünde in meinem Leben, also dieses Bewusstsein: In meinem Leben gibt es nichts mehr, was zwischen Gott und mir steht, dieses Bewusstsein gab es im Alten Testament, im Alten Bund, nicht. Und der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Die Opfer im Alten Testament haben nicht funktioniert.

Das Opferwesen des Alten Bundes

 Hebräer 10, die Verse drei und vier: Doch in jenen Opfern, das sind die aus dem Alten Testament, ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden, denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen.
Also: Die Opfer im Alten Testament, diese Tieropfer, weisen darauf hin, dass wir ein Opfer brauchen. Aber ich hoffe, es ist klar, dass, wenn ich da so einen armen Ziegenbock nehme und ihm die Kehle durchschneide, niemand denkt: Oh, das ist das, was es braucht, damit das, weil ich gelogen habe oder geklaut habe oder sonst irgendetwas gemacht habe, völlig weg ist von mir.
Denn wenn es so wäre, dann wären wir alle Ziegenhirten, okay? Ja, dann würde ich mir auch so tausend Ziegen kaufen. Na logisch. Vorausgesetzt natürlich, das macht Sinn. Aber das macht keinen Sinn. Das macht auch im Alten Testament keinen Sinn, dass ich so etwas tue. Es war nicht mehr als ein Erinnern daran, dass ich gesündigt habe.
Und selbst am großen Versöhnungstag war völlig klar: Da wurden die Opfer für die Sünde gebracht. Und dann durfte ich ins Allerheiligste, weil ich rein war? Nein, durfte ich nicht. Da wurden die Opfer gebracht, und ich stand immer noch draußen als Israelit. Ich durfte als Nichtpriester nicht einmal ins Heilige hinein, geschweige denn ins Allerheiligste.
Versteht ihr? Die Opfer zeigen nur: Du brauchst etwas. Du brauchst jemanden, der sich um deine Sünde kümmert. Du kannst dich selbst nicht retten. Das ist das, was das Opfer deutlich macht.
Aber ansonsten zeigt der große Versöhnungstag nur: Naja, ich darf nicht in die Stiftshütte. Der Weg zu Gott ist verschlossen. Ich komme da nicht hinein. Der alte Bund öffnet mir keinen Weg zu Gott. Das ist so ein riesiges Fragezeichen.
Und dann kommt der neue Bund, weil dieses alte Opfersystem defizitär war. Weil die Opfer, die man gebracht hat, niemals uns den Weg zu Gott aufgeschlossen haben. Deswegen brauchen wir ganz grundsätzlich als Menschen, weil wir zu Gott kommen wollen, weil wir mit Gott ins Reine kommen wollen, ein besseres Opfer.
Und das findet der Schreiber des Hebräerbriefes in Psalm 40.

Die Verheißung eines besseren Weges

Zitat: Psalm 40 wird hier in Hebräer 10 ab Vers 5 zitiert. Dort heißt es: „Darum spricht er, als er in die Welt kommt: Schlachtopfer und Opfergabe hast du Gott nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet; an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Buchrolle steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun.“
Das ist ein Zitat aus Psalm 40, Verse 7-9. Und das ist wieder so ein Psalm von David, und wir hatten das jetzt schon einmal an anderer Stelle während der Bibelwoche. Es ist ein messianischer Psalm. Es ist ein Psalm, der von David geschrieben wird, aber über David hinausweist.
Hier heißt es: „Siehe, ich komme; in der Buchrolle steht von mir geschrieben.“ Da fragst du dich: Wer kann das denn sein? Wer ist der, der von sich sagen kann: In der Buchrolle steht von mir geschrieben, was nichts anderes ist als im mosaischen Gesetz, also in dem Teil des Alten Testaments, der zur Zeit von David schon vorlag, da gibt es Prophezeiungen auf mich? Der, der das zu Recht von sich sagen kann, der spricht hier. Und das ist niemand anders als der Messias, das ist niemand anders als Jesus.
Also hören wir durch David in Psalm 40 ein Gespräch, das David selbst nicht geführt hat. Es ist ein Gespräch, das Gott, der Sohn, also Jesus vor der Menschwerdung, mit seinem Vater im Himmel geführt hat. Und zwar über die Frage, was für ein Opfer Gott denn gerne hätte und warum es richtig ist, dass er Mensch wird.
Jetzt wisst ihr das, ich lese euch das noch einmal vor: „Darum spricht er“ – gemeint ist der Messias, Jesus – „als er in die Welt kommt: Schlachtopfer und Opfergabe hast du Gott nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun.“
Der Sohn spricht zum Vater: Du hast diese Opfer doch alle gar nicht gewollt. Deswegen hast du mir einen Leib bereitet, deswegen sollte ich Mensch werden. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun.
Diese Begriffe Schlachtopfer, Brandopfer, Opfergaben, Sündopfer decken das komplette levitische System der Opfer ab. Jetzt heißt es: All diese Opfer hat Gott nicht gewollt, er hat kein Wohlgefallen daran gefunden.
Jetzt wird der eine oder andere sagen: Ja, aber Gott hat die doch angeordnet. Warum hat er sie denn dann nicht gewollt? Da muss man eines verstehen: Ich kann etwas anordnen und ich kann etwas gut finden und doch gleichzeitig mir mehr wünschen.
Meine kleine Tochter kommt zu mir, vier Jahre alt, hat ein Bild gemalt: „Papa, schau mal, ich habe ein Bild für dich gemalt.“ Ein paar Krickeleien. Schenk sie mir. Hast du das gewollt, Papa? Ja, was soll ich jetzt sagen? Nein, natürlich habe ich das gewollt. Aber wenn du mich fragst, was ich eigentlich will, dann würde ich dieser Tochter gerne sagen: Hey, das ist ein schöner Anfang, aber eigentlich wünsche ich mir, dass du zum Glauben kommst und dass du später mal nicht in Dödel heiratest. Das sind Dinge, die ich mir wünsche. Im Vergleich dazu ist das Bild auch nett.
Und so ist das hier auch. Ich habe so einen ersten Wunsch. Gott sagt, das ist schon richtig, aber wenn man Gott mal so fragt: Was wünschst du dir eigentlich im Blick auf Opfer? Auch wenn die Opfer des Alten Testaments in ihrer Einfachheit vor Gott ein wohlgefälliger Geruch waren, dann macht doch dieser Psalm deutlich, dass Gott sich mehr wünscht. Das Eigentliche, was Gott sich wünscht, geht darüber hinaus, über das, was Tier- und Speisopfer bringen können. Diese Opfer sind nur so ein Hinweis, ein Typos, auf das eine Opfer, was Gott sich wünscht.
Die Tieropfer, die Speisopfer können ein Anfang sein, aber sie erreichen das Ziel nicht. Sie können ein erster wichtiger Schritt sein, aber sie sind nicht die Vollendung.

Der Wechsel vom Alten zum Neuen

 Hebräer 10,8-9
Vorher sagt er: Schlachtopfer und Opfergaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, auch kein Wohlgefallen daran gefunden, die doch nach dem Gesetz dargebracht werden.
Dann sprach er: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun.
Das ist das, was der Messias sagt: Ich weiß, Gott, was du dir wünschst, und ich bin bereit, das zu bringen, was du dir wünschst. Und indem er dazu bereit ist, heißt es dann, er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten.
Zwei Dinge stehen sich hier gegenüber. Auf der einen Seite die Opfer des alten Bundes, auf der anderen Seite ein prophetisch angekündigter Mann, der kommt, um Gottes Willen zu tun. Und wie wir wissen, weil wir zurückblicken, wissen wir das rückblickend: der am Kreuz von Golgatha ein für allemal das Opfer gebracht hat, das die Sünde der Menschen wirklich umfassend tilgen kann.
Damit wir uns richtig verstehen: Es geht Gott hier, wenn er Psalm 40 in die Bibel aufnimmt, nicht darum, den jüdischen Glauben zu reformieren. Es geht nicht darum zu sagen: Ach, eigentlich würde ich mir wünschen, dass ihr eure Opfer bringt, aber vielleicht ein bisschen mehr Herz hineinsteckt oder dass ihr ein bisschen gläubiger wärt.
Es geht um Opfer, die gebracht werden, genau so, wie es das Alte Testament sagt. Ganz ordentlich gebrachte Opfer, aber sie sind nicht genug. Sie sind ein Erinnern an Sünde. Aber nie und nimmer kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen. Sie reichen nicht. Und deswegen muss das Erste ersetzt werden durch ein Zweites. Der alte Bund muss ersetzt werden durch einen neuen Bund, der aufgerichtet werden muss.
Und das zieht der Schreiber des Hebräerbriefes hier schon aus Psalm 40. Das ist etwas, was David schon sagt. Etwa tausend vor Christus macht David schon klar: Da muss ein anderer kommen. Das kann es mit diesen ganzen Opfern noch nicht gewesen sein, da fehlt noch etwas.
Das ist doch eigentlich nicht das, was Gott sich wünscht, dass wir eine Ziege nach der anderen schlachten. Wir können doch nicht in aller Ewigkeit einfach nur Ziegen schlachten. Versteht ihr, das kann es doch nicht sein. Und wir schlachten unsere Ziegen und stehen draußen und dürfen nicht zu Gott. Da muss doch noch mehr kommen, sonst ist dieses ganze System doch absurd.

Die einmalige Hingabe Christi

Und dann kommt Hebräer 10,10. Da gibt es den einen Mann, der diesen Willen hat, zu sagen: Ich bin bereit, Mensch zu werden. Da gibt es Gott, das Wort, das bereit ist, Mensch zu werden und das Opfer zu bringen, das Gott sich wirklich wünscht.
Und dann heißt es hier in Vers 10: In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. Viele Ziegen auf der einen Seite, ein für alle Mal am Kreuz geopfert. Das ist der große Unterschied, weil Jesus bereit war, allezeit den Willen des Vaters zu tun. Deswegen war er auch bereit, für unsere Sünde zu sterben. Jesus hatte den Willen, alles zu geben, und er hat es getan. Und damit, wie der Text sagt, hat er uns geheiligt.
Ihr müsst jetzt Folgendes verstehen: Denn hier heißt es, dass wir geheiligt wurden. Es gibt zwei Arten von Heiligung. Das eine ist Heiligung als eine subjektive Erfahrung. Ich erlebe Heiligung als etwas in meinem Leben, indem ich nämlich in der Kraft Gottes Sünde aus meinem Leben rausschmeiße, sodass ich über die Jahre merken kann: Ich werde wirklich heiliger. Also es sind weniger Dummheiten, weniger Sünde, weniger Blödsinn in meinem Leben. Das ist Heiligung. Aber hier ist das nicht gemeint. Das ist nicht die Heiligung, die hier gemeint ist.
Hier ist eine Heiligung gemeint, die objektiv ist. Es ist das, was Jesus am Kreuz für mich vollbracht hat. Gott hat mich durch Jesus geheiligt in dem Sinne, dass alle Sünde ein für allemal von mir weggenommen ist. Also wenn Gott auf mich schaut, dann sieht er nicht den Heiligungsprozess. Sondern er sieht einen Menschen, der komplett reingewaschen ist.
Kannst du dir ein T-Shirt vorstellen von meinem Enkel Lukas, nachdem er draußen im Modder gespielt hat? Kannst du dir das vorstellen? Gut. Und jetzt stell dir vor, du wäschst dieses T-Shirt, und du holst es frisch aus der Waschmaschine und hältst es hoch: strahlend weiß. Das ist, wie Gott uns sieht. Wir sind die Schmuddelkinder, die in der Sünde gespielt haben, und Jesus hat uns komplett weiß gewaschen.
Und wenn ich mir das ein für allemal geschehene Opfer Jesu Christi anschaue, dann gilt, was hier steht: In diesem Willen sind wir geheiligt. Du stehst, wenn du gläubig bist, gereinigt vor Gott. Da ist kein Makel an dir, du bist absolut heilig, absolut sündlos, da ist alles abgewaschen. Warum? Weil er uns durch seinen Willen, durch das, was er bereit war zu tun, geheiligt hat.
Ich sage das auch, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass, wenn ich das sage, immer eine Gefahr dahintersteckt. Deswegen schon dieser Hinweis: Das, was ich eben gesagt habe, ist für den, der wirklich gläubig ist. Es ist nicht so, dass nur weil ich einer Gemeinde angehöre, vielleicht ein Bekenntnis abnicke oder ab und zu ein paar alten Omas über die Straße helfe oder irgendein Ritual gemacht habe, dass ich dann schon das auf mich anwenden kann.
Das, was hier steht, ich bin durch seinen Willen geheiligt, gilt für Menschen, die begriffen haben: Jesus hat für mein Leben ein Opfer gebracht. Das sind Menschen, die zu Jesus gegangen sind und gesagt haben: Herr Jesus, rette mich, ich brauche dich, und ich bin bereit, mich auf deine Konditionen einzulassen.
Wisst ihr, Jesus ist ganz klar: Wenn es um Rettung geht, dann sagt er, das ist eigentlich keine große Sache, aber ein paar Dinge gehören dazu. Ich möchte, dass du dich selbst verleugnest. Ich möchte, dass du dein Kreuz auf dich nimmst und mir nachfolgst. Jesus definiert Rettung immer als etwas, was an ihm hängt, nie an einer Gemeinde. Es ist immer er, und es ist eine schlimme Entwicklung in der Kirchengeschichte, dass sich das irgendwann geändert hat.
Jesus sagt: Ich möchte, dass du an mich glaubst, ich möchte, dass du Buße tust, zu mir umkehrst, und ich möchte, dass du dich auf meinen Namen taufen lässt, damit jeder sieht, zu wem du gehörst. Das ist das, was Jesus will.
Und wenn du sagst: Das habe ich, das ist in meinem Leben wirklich genau so. Dann möchte ich, dass du jeden Gedanken daran, dass noch irgendetwas zwischen dir und Gott stehen könnte, heute ein für allemal beerdigst. Weil Gott dich geheiligt hat, nicht durch deine Performance, sondern durch das, was Jesus am Kreuz getan hat.
Du darfst, wenn du wirklich gläubig bist, wenn du sagst: Ja, ich bin das, ich habe ein neues Herz, ich will Gott gefallen, Gott ist bei mir die Nummer eins, kriege ich nicht immerhin geschenkt, aber hey, da ist was tief drin in mir. Wenn er das sagt, dann bist du geheiligt. Dann darfst du mit aller Gewissheit davon ausgehen, dass alle deine Sünden weg sind.
Bitte, bitte, bitte: Dann darfst du jeden Morgen aufwachen und zuerst einmal dich darüber freuen, dass alles gut ist. Vielleicht geht es dir so wie mir. Du wachst morgens auf und dann denkst du dir: Ja, Schulter ist nicht so gut, ja, ja, ja, kann sein. Aber das Eigentliche, das, worum es wirklich geht, das ist gut, weil ich morgens aufwache als Geheiligter, der hundert Prozent weiß: Es gibt nichts, was zwischen Gott und mir steht, weil alles, was dazwischen hätte stehen können, ein für allemal weggenommen ist am Kreuz.
Und deswegen dürfen wir all diese Lieder mitsingen, wo wir Jesus feiern, versteht ihr? Weil er wirklich alles getan hat.

Vollendet und doch unterwegs

 Hebräer 10,11-13: Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden hinwegnehmen können. Was für ein Drama!
Und dann Vers 12: Dieser aber, Jesus, hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer zur Rechten Gottes gesetzt.
Wenn ihr in der Bibelwoche dabei wart, dann sind das keine neuen Gedanken. Die Opfer der Priester können Sünden nicht wegnehmen, das Opfer Jesu kann das schon. Was ruft Jesus am Kreuz? Es ist vollbracht, genau. Das muss doch eine Bedeutung haben, versteht ihr? Wenn da einer am Kreuz hängt, gibt es sieben Worte Jesu am Kreuz, und eins davon ist: Es ist vollbracht. Genau, es ist vollbracht. Und deswegen, weil es vollbracht ist, hat er sich zur Rechten Gottes gesetzt.
Jetzt steht hier: „für immer zur Rechten Gottes gesetzt“, und du denkst dir bestimmt: Halt, haben wir uns jetzt nicht am Freitag darüber unterhalten, dass er wiederkommt? Also, ich meine, wie passt das zusammen, dass er immer zur Rechten Gottes sitzt und wiederkommt? Das geht doch irgendwie nicht.
Und deswegen einfach nur der Hinweis: Wir haben es hier natürlich mit Bildern zu tun. Denkt bitte beim Sitzen zur Rechten Gottes nicht so sehr an ein wörtliches Sitzen. Es ist ein Bild. Es ist ein Bild dafür, dass Jesus mit seinem Dienst fertig ist, und ein Bild dafür, dass er den höchsten Respekt im Himmel verdient und von allen geehrt und gefeiert wird.
Und Jesus wartet, Vers 13: Fortan wartet er, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füße. Das ist wieder aus Psalm 110, den wir auch betrachtet haben in der Bibelwoche. Der Kampf ist vorbei, jedenfalls für Jesus. Er wartet, dass genau das, was Gott der Vater ihm in Psalm 110, Vers 1 versprochen hat, eintritt. Und wir warten mit ihm.
Es gibt dieses Lied von der Zwischenzeit, in der wir uns befinden. Und es ist wirklich eine komische Zeit, in der wir stecken.

Zwischen Triumph und Anfechtung

Ich habe euch mal zwei Verse mitgebracht, die das so belegen sollen. Da ist zum einen Kolosser 2,14-15. Das ist so die eine Seite, es ist die Seite des Triumphes. Da heißt es in Kolosser 2,14-15:
„Er, das ist Jesus, hat den Schuldschein gegen uns gelöscht. Kannst du dir vorstellen, du stehst vor Gott, und Gott sagt: Entschuldigung, hier ist so ein Schrieb, da stehen alle deine Sünden drauf. Und du denkst dir: Nee, doch. Und jetzt kommt Jesus und sagt: Gib her, übernehme ich.
Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Das ist das, was Jesus getan hat: Alle deine Schulden am Kreuz bezahlt.
Er hat die bösen Mächte, also die Bösen, der steht jetzt nicht hier, er hat die Gewalten und die Mächte, aber es sind die bösen Gewalten und die bösen Mächte, völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er, dass jetzt Gott, der Vater, den Triumph über sie gehalten.
Versteht ihr, ist das nicht wunderbar? Unser Sündenschuldschein ist getilgt. Und wenn du hier sitzt und ich dich frage: Wenn du heute Nacht stirbst, wo bist du morgen? Und du bist dir nicht ganz sicher, wo du morgen bist, weil du vielleicht nicht ganz sicher bist, ob du ewiges Leben hast, weil du vielleicht nicht ganz sicher bist, ob deine Schulden vor Gott wirklich gelöscht sind, dann bitte ich dich, heute nicht nach Hause zu gehen, bevor du mit jemandem gesprochen hast und gesagt hast: Hey, ich bin mir da nicht so sicher, was der da gepredigt hat und wie der so Jesus abgefeiert hat, das kann ich irgendwie gar nicht nachvollziehen. Ich bin mir da nicht sicher. Bring das in Ordnung.
Das ist die triumphale Seite. Der Teufel ist besiegt, das Böse ist überwunden. Aber jetzt kommt 1. Petrus 5,8, es gibt die zweite Seite. Es ist ja schön, dass das passiert ist, nur wir leben hier. Und wir leben in einer Zeit, in der das Böse, obwohl besiegt, noch ziemlich aktiv ist. Da heißt es in 1. Petrus 5,8: Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.
Denkst du dir nicht: Ich denke, der ist besiegt? Ja, stimmt, das ist unser Problem. Auf der einen Seite besiegt, Jesus wartet, und auf der anderen Seite stecken wir hier auf einer Welt, wo der Teufel noch nicht klein beigegeben hat, wo er und seine Dämonen versuchen, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die Welt liegt im Bösen, sagt der Apostel Johannes.
Wir warten mit Jesus darauf, dass seine Feinde endgültig zum Schemel seiner Füße werden, endgültig besiegt sind, gar nichts mehr zu melden haben. Aber bis dahin, bis das dann wirklich so weit ist, müssen wir hier auf dieser Welt leben. Das ist die Spannung. Und doch darf uns diese Spannung den Blick auf die Realität nicht verstellen.

Die Spannung des christlichen Lebens

Ein Blick auf Hebräer 10,14
Ich mag diesen Vers. Ich mag ihn, weil ich ihn immer wieder brauche. Ich brauche ihn immer wieder, um zu erklären, wie Christsein funktioniert. Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.
Hört: Gläubige sind für immer vollkommen gemachte Menschen. Ist das toll? Das ist das, was wir vorhin hatten, dieses Objektive. Es fehlt nichts, du bist rein und weiß.
Und auf der anderen Seite werden die Gläubigen beschrieben als solche, die geheiligt werden, sich also in einem Prozess der Heiligung befinden. Und das ist das Spannende: Wir sind auf der einen Seite in Gottes Augen vollkommen, aber wir sind im persönlichen Verhalten noch nicht vollkommen.
Wenn du deinen Mitbruder und deine Schwester so im Alltag erlebst, dann sind wir immer noch dabei, geheiligt zu werden. Wir sind immer noch dabei, Sünde rauszuschmeißen. Wir sind noch nicht perfekt, wir sündigen noch. Das tun wir nicht gerne, aber immer wieder.
Wir strecken uns nach Heiligkeit aus, wir wollen die Bibel kennenlernen, wir wollen sündlos leben. Wir sind auch Leute, die, wenn sie etwas falsch machen, das bekennen. Wir haben eine Sehnsucht danach, Geschwister zu lieben. Wir wollen, dass Jesus immer mehr in uns Gestalt gewinnt.
Und trotzdem ist es genau dieses unfertige Streben nach Heiligung, dieses unfertige Streben danach, Gott zu gefallen, das uns zu der Art von Gläubigen macht, wo Gott sagt: Du bist für immer vollkommen gerecht.
Merkt ihr die Spannung? Echte Gläubige, die darum wissen, dass Jesus sie mit einem Opfer am Kreuz hundertprozentig erlöst hat, können beschrieben werden als Menschen, die diesem Jesus in ihrem Denken und Verhalten immer ähnlicher werden wollen. Das ist eine Spannung, und wir müssen beides zusammenhalten.
Das heißt: Wenn du dabei bist, dich selbst mit Selbstanklagen zu strangulieren, dann schau auf die Seite, dass du vollkommen gerecht gemacht worden bist, dass nichts mehr zwischen dir und Gott steht. Und wenn du merkst, wenn sich dieser Gedanke einstellt, dann kann ich ja machen, was ich will, dann nimmst du die andere Seite und sagst: Stopp, der Gläubige ist immer einer, der sich ausstreckt, danach, Gott mehr zu gefallen, ihm noch ähnlicher zu werden.
Wir leben aus Gnade. Aber wir leben mit einer Leidenschaft, mit einer Leidenschaft im Herzen. Und wo diese Leidenschaft nicht ist, da ist kein Glaube, weil, wie wir in der Bibelwoche gesehen haben, ein neues Herz zum neuen Menschen dazugehört.
Deswegen kann man sagen: Wir sind geheiligt, um geheiligt zu werden. Schöne Formulierung, oder? Wir sind geheiligt, um geheiligt zu werden. Es ist das Paradox des neuen Bundes.

Das neue Gesetz im Inneren

Da heißt es in Hebräer 10, die Verse 15 bis 17:
Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat, jetzt kommt wieder ein Zitat aus Jeremia, Kapitel 31, ein bisschen kürzer als wir es schon einmal in Hebräer 8 hatten, werden zwei Punkte betont. Vielleicht achtet man einfach einmal auf diese zwei Punkte:
Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist, denn nachdem er gesagt hat: Dies ist der Bund, den ich für sie errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr, werde ich meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihren Sinn schreiben. Und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.
Hier wird der neue Bund beschrieben, der den alten Bund ablöst. Gott verspricht, dass er selbst einmal sein Gesetz ins Herz und in den Sinn geben wird, also in das Denken.
Wenn ich gläubig werde, sind Gottes Gebote in meinem Herzen. Das heißt noch nicht, dass ich sie deshalb auch gleich befolge. Sie sind da, und mit ihnen ist der Wunsch da, sie zu tun.
Aber das Interessante ist: Ich muss es auch zulassen, dass die Gebote, ich muss auch die Gebote Gottes an mich heranlassen. Bei Jakobus heißt es einmal: Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und das Übermaß der Schlechtigkeit. Und dann heißt es dort: Und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf.
Gott pflanzt seine Gebote in mein Herz, und jetzt geht es darum, dass ich das, was er da hineingepflanzt hat, nicht zertrample, sondern dass ich es gieße. Dass ich zurücktrete, dass die Sonne daran kann, dass das in meinem Herzen wachsen kann. Aber es ist alles schon da.
Gott hat dir ein neues Herz geschenkt. Und du merkst es daran, dass, wenn du auf die Gebote Gottes triffst, sie nichts Fremdes für dich sind. Im Alten Testament sind die Gebote etwas Äußerliches, das von außen an den Menschen herankommt. In unserem Fall, wenn wir im neuen Bund leben, ist es etwas Innerliches, etwas, was zu mir gehört, was ich gerne tun will, auch wenn ich vielleicht im Einzelfall noch nicht genau weiß, wie, und vielleicht auch noch Zweifel habe.
Aber es ist etwas Innerliches, wo ich sage: Grundsätzlich habe ich ein Ja zu dem, was Gott von mir möchte. Ich habe ein neues Herz. Und obwohl mir die Gesetze im Herzen immer wieder spiegeln, wie viel Weg noch vor mir liegt, weiß ich, und das ist jetzt ganz entscheidend, im gleichen Moment den zweiten Punkt: dass Gott meiner Sünden und Gesetzlosigkeiten nicht mehr gedenken wird.
Ich bin geheiligt.

Abschluss und Ausblick

Ich finde das einen ganz schönen Gedanken, und ich werde mit dem Gedanken jetzt Schluss machen. Und nehmt das bitte mit:
Als einer, der Gottes Gebote tun will und, ich sag mal, geistlich sein ganzes Leben lang nach vorne stolpert, bin ich gleichzeitig einer, der sich in Gottes Liebe ganz und gar geborgen und ganz und gar befreit wissen darf. Das ist der neue Bund. Wir leben aus Gnade, aber wir leben mit dem Ziel, Gott zu gefallen.
Der neue Bund ist tatsächlich ein Bund bedingungsloser Liebe, die sich am Kreuz beweist, ein Bund, der in puncto Vergebung wirklich ganze Sache macht. Und deswegen der letzte Vers, Vers 18: Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, wenn du sagen kannst, ich lebe in diesem Bund, gibt es kein Opfer für Sünde mehr.
Du kannst nichts mehr tun. Und jetzt werde ich Folgendes sagen: Das hört sich komisch an, vielleicht, aber du kannst auch nicht dich selber opfern, um deine Sünden zu vergeben. Du kannst dein Leben als Opfer einsetzen, um Gott zu verherrlichen und ihm zu danken und ihm zu dienen und sein Reich zu bauen. Das kannst du tun. Aber egal, was du leistest, du wirst mit dem, was du tust, nichts von deiner Sünde in deinem Leben abarbeiten oder wegnehmen.
Das ist an einer Stelle passiert, am Kreuz. Und da gibt es, nachdem das einmal passiert ist, auch nichts mehr zu tun. Jesus am Kreuz, gestorben für deine Sünden, das ist alles, was du brauchst. Alles, was du brauchst, um Gott zu begegnen.
Und das ist dann schon der Vorblick auf die Bibelwoche 2019, weil da geht es dann darum: Wenn das alles stimmt, wenn meine Sünde weg ist, wenn ich ins Allerheiligste darf, na dann rein, dann begegne Gott hin, was hält dich dann noch? Und das machen wir dann, so Gott will, und wir leben im nächsten Jahr. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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