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Mission als Herausforderung – Teil 10

Jesu Leben und Lehre, Teil 320/697
13.09.2023Matthäus 10,32-33
SERIE - Teil 320 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema der Furchtlosigkeit im Glauben

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 319: Mission als Herausforderung, Teil 10

Wir waren beim Thema „Fürchtet euch nicht“ stehen geblieben. Warum ist es so wichtig, dass wir uns nicht fürchten? Jesus selbst gibt uns darauf die Antwort.

In Matthäus 10,32-33 heißt es: „Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Wer aber mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.“

Unser Bekenntnis hat ewige Konsequenzen. Jesus möchte bekannt werden – und zwar von mir als Herr. Es ist ihm wichtig, dass wir anderen Menschen davon erzählen, wem wir nachfolgen, von wem wir lernen und wessen Gebote wir halten.

Dieses Bekenntnis setzt einen richtigen Umgang mit Furcht voraus. Ich werde mich nämlich nur dann offen und freimütig zu Jesus bekennen, wenn ich mich nicht oder nur wenig fürchte.

Die Bedeutung des Bekenntnisses vor Gott und Menschen

Und nun zur Verheißung: Wer mich bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Was heißt das?

Das bedeutet, dass es irgendwann einen Punkt geben wird, an dem die Frage im Raum steht: Gehört diese Person zu dir, und gehört jene Person zu dir? Diese Frage stellt der Vater dem Sohn, und der Sohn wird antworten: Ja, die gehört zu mir, und der auch.

Wann wird diese Frage relevant? Das steht hier zwar nicht ausdrücklich, aber es ist nicht schwer zu erraten: im Gericht. Es gibt diesen Moment, in dem jeder Rechenschaft über sein Leben vor Gott ablegen muss. In diesem Moment zählt tatsächlich nur eines: Gehöre ich zu Jesus oder nicht? Kennt er mich oder nicht?

Warum ist dieser Aspekt der Zugehörigkeit so entscheidend? Ganz einfach: Im Gericht zählt nicht, was ich geleistet habe. Entscheidend ist ausschließlich, ob das, was Jesus getan hat, mir angerechnet wurde.

Im Gericht Gottes werden die Taten gerichtet – meine Taten. Und wenn es um Taten geht, dann stehen Tausende von Sünden gegen mich. Es ist der Moment, in dem mein Leben mich verurteilt, weil ich alles andere als edel, gerecht und immer gut war.

Es ist dieser Moment, in dem – bildlich gesprochen – der Vater zum Sohn blickt und fragt: Gehört der zu dir? Dann wird der Sohn sich zu mir bekennen: Ja, der gehört zu mir, seine Schuld ist getilgt, ich habe für ihn bezahlt.

Das bedeutet, dass der Sohn sich zu mir bekennt.

Jesus als Fürsprecher und Sühnung für unsere Sünden

Und kurz noch eine Stelle aus dem ersten Johannesbrief, um den Gedanken zu unterstreichen: 1. Johannes 2,1-2.

Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, haben wir einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühnung für unsere Sünden.

Eine schöne Formulierung: Wir haben einen Beistand. Dieser Beistand oder Fürsprecher, den wir beim Vater haben, ist Jesus Christus, der Gerechte. Er ist die Sühnung für unsere Sünden, er ist der, der bezahlt hat.

Jetzt wissen wir auch, wo das Problem für die Menschen liegt, für die Jesus kein Beistand ist. Weil sie keine Kinder Gottes sind, fehlt ihnen die Sühnung für ihre Sünden.

Die Konsequenzen des Bekenntnisses und der Verleugnung

 Matthäus 10,32-33: Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, dessen werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.

Wer sich nicht auf die Seite Jesu stellt, hat im Gericht ein Problem. Jesus wird ihn verleugnen – und zwar im Sinne von: „Der gehört nicht zu mir.“ Das bedeutet zugleich, dass diese Person in diesem Leben ihre Sünde nie losgeworden ist. Denn wir werden unsere Sünde nur bei einem los – bei Jesus.

Wenn Jesus uns die Schuld unserer Sünden nicht abnimmt, bleibt sie bei uns. Dann werden wir von Gott dafür verurteilt werden. Unser Bekenntnis hat also ewige Konsequenzen.

Unterschiedliche Formen der Verleugnung und ihre Bedeutung

Und nun muss ich eine Einschränkung vornehmen. Der Begriff Verleugnung hat in der Praxis nämlich mehr als eine Bedeutung. Das weiß jeder, der das Neue Testament schon einmal durchgelesen hat und dabei auf die Verleugnung des Petrus gestoßen ist.

Es gibt Verleugnung als Lebensstil. Das bedeutet: Ich will mit Jesus, dem Kreuz und dem Glauben nichts zu tun haben. Daneben gibt es Verleugnung als einen Moment der Schwäche, so wie Petrus ihn im Hof des Hohen Priesters erlebt hat.

Diese beiden Arten von Verleugnung muss man auseinanderhalten. Paulus formuliert das deshalb in 2. Timotheus 2,12-13: „Wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Hier trennt Paulus gedanklich zwischen Verleugnung und Untreue, und ich finde diese Differenzierung recht gut gelungen.

Wenn wir Jesus verleugnen, das heißt, mit unserem Leben durchstreichen, dass er unser Herr ist – hier im Zusammenhang geht es um Irrlehrer, die durch ihre falsche Lehre verführen – dann wird Gott uns auch verleugnen. Das ist es, was ich mit Verleugnung als Lebensstil meine.

Namenschristen, die eigentlich leben, wie sie wollen, die man nur zu Ostern und Weihnachten in der Kirche sieht, aber die eigentlich nicht wissen, worum es bei dem Thema Nachfolge geht. Jesus als Herr ist ihnen völlig fremd. Sie haben eine Form von Religiosität, aber keine wirkliche Vorstellung von dem, den sie da vermeintlich anbeten.

Wer auf diese Weise Jesus verleugnet, der wird im Gericht hören: „Ich habe euch niemals gekannt, weicht von mir, ihr Übeltäter.“

Die Verleugnung als Moment der Schwäche und Jesu Fürbitte

Ganz anders ist es bei den Treuen, die untreu werden. Und das kann jedem von uns passieren. So wie Petrus in einem Moment der Schwäche sich nicht auf die Seite Jesu stellt.

Wo liegt der Unterschied zu der Gruppe davor? Drei Punkte:

Erstens: Es tut mir schon in dem Moment leid, wenn es passiert. Wir merken, dass wir etwas falsch gemacht haben, schämen uns und sind vielleicht wie Petrus, der selbstbewusst behauptete: „Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen.“ Wenn wir solche Typen sind, schämen wir uns sogar noch mehr.

Zweitens: Jesus weiß vorher, dass uns dieser Lapsus passieren wird, und fängt schon einmal an, für uns zu beten. Er tut das, damit wir uns trauen, zurückzukehren und nicht von unserer Scham aufgefressen werden. Wir verleugnen mit Worten, aber dieser Sünde steht bereits Jesu Fürbitte entgegen. So wie wir im 2. Timotheusbrief gelesen haben: Wenn wir untreu sind, bleibt er treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

Drittens: Unsere Verleugnung ist kein Lebensstil, sondern ein Moment der Untreue. Dieser Moment ist falsch, aber er steht nicht für das, was ich bin. Er ist nur Ausdruck dessen, was sich durch die Sünde im Fleisch manchmal noch in mein Leben als falsches Verhalten einschleicht. So wie Paulus es im Römerbrief ausdrückt: „Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde“ (Römer 7,20).

Der Moment der Verleugnung – das bin nicht ich, der neue Jürgen, sondern die Sünde in mir. Dumm, dass ich auf sie höre, aber auch nicht schlimmer als die anderen Sünden, die ich täglich vor Gott bekenne, weil ich möchte, dass er mir vergibt und mich von jeder Ungerechtigkeit reinigt.

Abschluss und praktische Anregung

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich fragen, wie man in deinem Leben sieht, dass du Jesus nachfolgst. Überlege auch, wo du in Gefahr bist, ihn zu verleugnen.

Das war es für heute.

Wenn du noch keine gute Gemeinde gefunden hast, in der du mitarbeiten kannst, dann mach dich auf die Suche. Christen brauchen Gemeinschaft.

Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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